Politik

Mail von Martenstein: Lieber Peter Altmaier,

Mail von Martenstein: Lieber Peter Altmaier,
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Sie waren lange für die CDU aktiv, auch als Minister. Auf X fragten Sie: „Warum schaffen wir es nicht, dass 50.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor für jüdisches Leben in Deutschland und gegen Antisemitismus demonstrieren?“

Gute Frage.

In Deutschland gibt es ganz sicher mehr als 50.000 Menschen, die entschieden gegen Antisemitismus sind. Aber die Straße gehört halt seit Langem der Linken. Für Großdemos sind ihre NGOs zuständig. Die Linke liefert zum „jüdischen Leben“ bestenfalls Pflichtbekenntnisse ab.

Falls nur deutsche Juden demonstrieren würden, alleine, kämen auch 50.000 zusammen, es gibt ja noch mehr als 200.000. Aber das wäre gefährlich für sie. Es gibt gar nicht genug Polizei, um sie in Deutschland zu schützen.

Wir beide wissen, welcher politischen Entscheidung des Jahres 2015 wir das zu verdanken haben.

Ich glaube, dass Judenhass auch mit der Tatsache zu tun hat, dass Juden oft erfolgreich sind. Als Kind hörte ich: „Fast alle Ärzte waren früher Juden!“ Ich fragte mich, was an Ärzten so schlecht sein soll.

Es war Neid. Auch deshalb kann Antisemitismus bei der Linken so gut andocken. Sie mag Erfolg nicht. Wenn jemand durch Willenskraft zu etwas kommt und sich nicht mehr für Opfererzählungen eignet, wird die Person meist zum Feindbild.

Lieber Herr Altmaier, warum veranstaltet nicht die CDU diese Großdemo, die Sie gern sehen würden?

Hochachtungsvoll Harald Martenstein

Haben Sie eine Meinung zu dieser Kolumne? Hier können Sie Harald Martenstein eine Mail schreiben.

Vielleicht verpasst