Rheda-Wiedenbrück (NRW) – Die Firma ist geschlossen und das Inventar wird versteigert. Erst im Januar war bekannt geworden, dass die Metallverarbeitungsfirma RT-Lasertechnik GmbH in Rheda-Wiedenbrück in finanzielle Schieflage geraten war. 150 Jobs standen auf der Kippe. Am Ende waren alle Hoffnungen vergebens. Es ist endgültig aus.
Der Insolvenzverwalter hat die HT Hanseatische Industrie-Consult GmbH & Co. KG damit beauftragt, das gesamte Inventar zu versteigern. Von der Werkbank bis zur technischen Anlage kommt an diesem Dienstag alles unter den Hammer.
Was alles versteigert wird
Geschäftsführer Christoph Partzsch zu BILD: „Wir haben schätzungsweise 500 Positionen. Das Interesse ist sehr groß. Es gab sehr viele Nachfragen. Die Versteigerung findet online statt.“ Der Startpreis für eine Laserschneideanlage liegt zum Beispiel bei 60.000 Euro, der für eine hydraulische Abkantpresse bei 180.000 Euro.
Die RT-Lasertechnik GmbH aus Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen verabschiedete sich zum Geschäftsschluss Ende Juni auf ihrer Website von Kunden und Geschäftspartnern: „Die Erinnerungen werden bleiben“, heißt es dort.
Dabei lief es für das Unternehmen zuerst gut. Die Firma war ein Dienstleister der Blech- und Stahlbearbeitung, bediente Kunden aus Branchen wie dem Fahrzeug- und Maschinenbau.
Die Gründe für die Insolvenz
Insolvenzverwalter Dr. Mike Westkamp (51) im Januar zu BILD: „Man hatte zuletzt mehrere Maschinen gekauft, darunter auch Flachbrettlaser, die dann nicht funktionierten. Durch die langen Ausfallzeiten der Geräte konnten wichtige Aufträge nicht abgearbeitet werden.“ Das Ergebnis: eine akute Liquiditätskrise und die unausweichliche Insolvenz der Metall-Firma.
Nach der Anmeldung der Insolvenz beim Amtsgericht gab es Gespräche mit Interessenten. Die Gehälter der 150 Angestellten waren für drei Monate gesichert. Doch es gab am Ende keine Lösung für den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze.
Immer wieder geraten in jüngster Zeit deutsche Maschinenbauer in Schwierigkeiten. In Sachsen ging gerade erst die Wutra Fördertechnik insolvent. Dort stehen 120 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Auch in Schleswig-Holstein ist ein Maschinenhersteller pleite. Dort sind 160 Mitarbeiter betroffen. In NRW musste kürzlich ebenfalls ein Maschinenbauer Insolvenz anmelden. 320 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.