Berlin/Brandenburg â Der Aufkleber auf einer Scheibe fordert âReMigration jetztâ. Es ist der Kampfbegriff der Neuen Rechten. Die Brandenburger AfD hat schon öfter im Stahlpalast getagt. Hierhin, rund 50 Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt, mĂŒssen jetzt auch die RechtsauĂen aus der Hauptstadt ausweichen. Einen groĂen Saal fĂŒr den Parteitag will ihnen zu Hause kein Hotel, kein Amt vermieten.
Jetzt auch mit BĂŒrgermeister-Kandidatin
Ein paar Hundert Berliner Mitglieder werden am Samstag das Programm und ihre Nummer eins fĂŒr die Wahl (20. September) beschlieĂen. Frontfrau Kerstin Brinker (54) wurde eigentlich schon im Oktober gewĂ€hlt. Aber nach dem bundesweiten Höhenflug legt die Partei nach und muskelt selbst fĂŒr die linksgeprĂ€gte Hauptstadt auf: BĂŒrgermeister-Kandidatin! AnwĂ€rterin fĂŒrs Rote Rathaus! Das ist die neue Rollenbeschreibung.
Selbst in Berlin auf Platz zwei
WĂ€hrend sich der aktuelle Regierende BĂŒrgermeister Kai Wegner (53, CDU) an der in Teilen antisemitischen Linken abarbeitet, rĂŒckt die AfD im Windschatten immer nĂ€her an die Spitze heran. Bei Umfragen ist sie seit Februar immer auf dem zweiten Platz hinter der Union â je nach Institut nur noch mit ein bis drei Prozentpunkten Abstand. Klar scheint: Als womöglich stĂ€rkste Kraft ist eine MachtĂŒbernahme trotzdem nicht in Sicht. Weder winkt eine absolute AfD-Mehrheit wie bei der bevorstehenden Wahl in Sachsen-Anhalt (6. September), noch ein williger Koalitionspartner. Die Brandmauer von CDU, SPD, GrĂŒnen, Linken steht in Berlin.
Messer-Attacke auf Vermieter
Zum letzten Mal konnte die Berliner AfD 2023 einen Parteitag in der eigenen Stadt abhalten â in einer Spandauer Oberschule. Auch schon zuvor platzten VertrĂ€ge, nachdem zum Beispiel bei einem Hotel in Marzahn Fenster eingeworfen wurden. Und ein Pankower Vermieter wurde offenbar von AfD-Gegnern auf einem Parkplatz mit einem Messer bedroht â das Landgericht gestand ihm daraufhin den RĂŒckzug vom Mietvertrag zu.
In Brandenburg/Havel rechnet die Polizei am Sonnabend mit Demonstrationen gegen das AfD-Treffen.