Rom (Italien) – „Da ist etwas im Frachtraum, das dort nicht sein sollte.“ Mit dieser Durchsage versetzte der Pilot eines EasyJet-Flugs EZY2618 von Hurghada nach London 180 Passagiere in Alarmbereitschaft. Kurz darauf drehte die Maschine über der Adria plötzlich ab und landete außerplanmäßig in Rom.
Beim Einchecken in Ägypten hatte eine Passagierin am vergangenen Dienstag ihre Powerbank im aufgegebenen Gepäck vergessen. Medienberichten zufolge soll daran sogar noch ein Handy angeschlossen gewesen sein. Erst als der Ferienflieger bereits in rund 11.000 Metern Höhe unterwegs war, bemerkte die Frau ihren Fehler und informierte die Crew. Der Pilot entschied sich vorsorglich zur Umleitung nach Rom-Fiumicino.
Passagiere mussten in Rom übernachten
Wie die britische BBC berichtet, verlief die Landung in Rom ohne Zwischenfälle. Dennoch mussten die Passagiere die Nacht in Italien verbringen. Einige Reisende wurden von der Airline in Hotels untergebracht, andere harrten bis zum Weiterflug im Terminal aus.
Gegenüber der Zeitung „The Sun“ schilderte ein Passagier die bangen Minuten an Bord: „Plötzlich änderte das Flugzeug die Richtung und begann zu sinken. Es war schwer, nicht vom Schlimmsten auszugehen.“ Erst nach der Landung habe sich herumgesprochen, warum der Ferienflieger umgeleitet worden war. „Es war fast eine Erleichterung, als die Frau zugab, dass es die Powerbank war“, sagte der Brite weiter. „Zum Glück war es keine Bombe im Frachtraum.“
EasyJet bestätigte den Vorfall. Die Crew sei während des Fluges darüber informiert worden, dass sich eine Powerbank im Gepäckraum befinde. Der Kapitän habe daraufhin „vorsorglich und entsprechend der Sicherheitsvorschriften“ entschieden, den Flughafen in Rom anzusteuern.
Immer wieder Vorfälle mit Akkus
Bei vielen Airlines sind Powerbanks im aufgegebenen Gepäck verboten. Der Grund: Lithium-Ionen-Akkus können überhitzen und im schlimmsten Fall Feuer fangen. In der Kabine kann die Crew schneller eingreifen – im Frachtraum wäre ein Brand deutlich gefährlicher. EasyJet erlaubt Powerbanks deswegen ausschließlich im Handgepäck. Die Geräte dürfen laut Airline während des Fluges zudem nicht zum Laden anderer Geräte verwendet werden.
Nach Angaben der britischen Luftfahrtbehörde kommt es weltweit inzwischen etwa zweimal pro Woche zu Zwischenfällen mit Lithium-Batterien an Bord von Flugzeugen.