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Höhenflug auch in der Hauptstadt: In Berlin will die AfD jetzt Nummer 1 werden

Höhenflug auch in der Hauptstadt: In Berlin will die AfD jetzt Nummer 1 werden
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Brandenburg/Berlin – „In Berlin werden wir die Nummer eins werden. Das garantiere ich!“ Brüstet sich AfD-Frontfrau Kristin Brinker (53) auf beim Parteitag, zu dem die Rechtsaußen aus der Hauptstadt nach Brandenburg/Havel ausweichen mussten. Im Wahlkampf-Spot geht sie wie ein Westernheld im Gegenlicht aufs Brandenburger Tor zu. Am Rednerpult reitet sie dann eine Attacke gegen den Regierenden Kai Wegner (53, CDU): „Er ist politisch und moralisch gescheitert.“

Herausforderin Brinker wird durch Aufstehen aller 284 angereisten Mitglieder als Bürgermeister-Kandidatin gekürt. Stimmzettel überflüssig. Draußen vor der Tür lässt sich überraschend kein einziger Demonstrant blicken. „Wenn die linksextreme Antifa schwächelt, sind wir ja bald überflüssig“, witzelt einer.

Bislang stellt die AfD nur die fünftstärkste Fraktion im Berliner Parlament. Aber in aktuellen Umfragen belegen die Berliner Rechtsaußen seit Monaten den zweiten Platz mit nur noch ein bis drei Prozentpunkten hinter der CDU. Aber es gibt keinen willigen Koalitionspartner. Das Wort „Brandmauer“ fällt in Brinkers Rede nicht, stattdessen behauptet sie, es werde hinter den Kulissen der CDU über eine Zusammenarbeit gestritten. „Die wissen, dass die Zeit für uns spielt“, so die Frontfrau im blauen Hosenanzug. Sie holt beim Aufzählen der aktuellen Senatsschwächen weit aus, kritisiert etwa die zu vielen Messerattacken (10 pro Tag) und zu wenigen neuen Wohnungen (2025 nur die Hälfte von 20.000 versprochenen).

Berliner sollen Rathaus-Chef direkt wählen

Eine angestrebte AfD-Neuerung ist die Direktwahl des Regierenden Bürgermeisters. Brinker: „Er sollte Repräsentant aller Berliner sein und keiner eines links-grünen Parteien-Kartells, der zufällig an der Spitze einer Partei steht.“ Sie spielt damit auf eine mögliche Koalition von SPD, Linke, Grünen nach der Berlin-Wahl (20. September) an. Mehrmals sagt die Politikerin, man wolle keine „Politschranzen“ mehr, die nur an sich selbst denken.

Wohnungen nur an gebürtige Berliner

XXL-Applaus für eine weitere Forderung, die Juristen aber für nicht vereinbar mit dem Grundgesetz (Diskriminierungsverbot) halten: Freie Sozialwohnungen sollen vorrangig an gebürtige Berliner gehen. Brinker: „Große Teile gehen jetzt an Menschen mit besonderem Wohnbedarf. Was ist mit unseren Leistungsträgern, den Handwerkern, Feuerwehrleuten, Polizisten, Verkäufern. Warum haben die keine Chance?“

Die AfD-Herausforderin kreidet CDU-Rathauschef Wegner auch die künftig 84 Milliarden Euro Schulden der Hauptstadt an. Den Rotstrich ansetzen will man bei den Ausgaben für die Unterbringung von Asylbewerbern. Brinker: „6 Millionen Euro am Tag kann sich Berlin schlicht nicht mehr leisten.“

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