Donnemain-Saint-Mamès (Frankreich) – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) hat jetzt ein neues Küchengerät für den Élysée-Palast. Und zwar nicht irgendeins, sondern deutsche Haushaltstechnik aus dem Hause Vorwerk. Bei einem Besuch im Vorwerk-Werk im französischen Donnemain-Saint-Mamès bekam Macron die zweimillionste Thermomix-Küchenmaschine überreicht, die dort gefertigt wurde.
Das neue Modell TM7 kostet rund 1500 Euro. Ob im Élysée künftig der Präsident persönlich Suppe püriert, Risotto rührt oder Saucen zaubert? Macron versprach Vorwerk-Vorstandsmitglied Thomas Rodemann jedenfalls: „Ich werde mein Bestes geben, Sie können sich auf mich verlassen, ich werde auf jeden Fall versuchen, das Beste aus diesem Thermomix herauszuholen.“
Macrons Standort-Werbung
Klingt nach nettem Küchentermin. Doch Macron machte daraus auch Werbung für Frankreich als Industriestandort. Der Besuch fand kurz vor dem „Choose France“-Gipfel statt, mit dem Frankreich ausländische Investoren anlocken will. Das neue Vorwerk-Werk wurde binnen zwei Jahren gebaut. Die Investitionen von fast 130 Millionen Euro schufen 124 Industriearbeitsplätze in der kleinen Gemeinde.
Warum Vorwerk Frankreich lobt
Für Deutschland steckt in dem Thermomix-Besuch eine bittere Pointe. Denn Vorwerk lobt ausdrücklich das Tempo in Frankreich. Rodemann sagte, entscheidend seien schnelle Genehmigungen, Unterstützung durch Behörden, gute Infrastruktur, Fachkräfte und zuverlässige, bezahlbare emissionsarme Energie gewesen. Das zeigt: Frankreich punktet mit Tempo beim Unternehmen, während Deutschland oft im Papierkram steckt
Deutscher Motor, französisches Werk
Besonders pikant: Der Thermomix ist ein deutsches Kultprodukt. Der Motor kommt aus Wuppertal. Zusammengebaut wird das Gerät aber in Frankreich. Dort verlassen jeden Arbeitstag Tausende Maschinen das Werk. Macron freute sich über das „unglaubliche Gerät“ und lobte die deutsch-französische Zusammenarbeit. Für Macron ist der Thermomix neu. Für Vorwerk ist Frankreich längst ein Erfolgsrezept.