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Delivery Hero: Uber greift nach Berliner Milliarden-Konzern

Delivery Hero: Uber greift nach Berliner Milliarden-Konzern
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Berlin – Verliert Deutschland den nĂ€chsten Internet-Riesen an die USA? Der US-Gigant Uber greift nach Delivery Hero. Der Konzern sitzt in Berlin, ist an der Börse Milliarden wert und gehört zu den wenigen deutschen Internetunternehmen von globaler GrĂ¶ĂŸe.

Delivery Hero war hierzulande frĂŒher groß: mit Lieferheld, Pizza.de und Foodora. 2018 verkaufte das Berliner Startup ihr Deutschland-GeschĂ€ft an Takeaway.com, den heutigen Lieferando-Mutterkonzern Just Eat Takeaway.com. Seitdem verdient das Unternehmen sein Geld vor allem im Ausland.

Warum Uber Delivery Hero will

Besonders spannend fĂŒr Uber: Der US-Konzern ist mit Uber Eats lĂ€ngst selbst ein Lieferdienst-Riese. Delivery Hero ist stark in Asien, im Nahen Osten und in anderen WachstumsmĂ€rkten. Zum Konzern gehören Lieferdienste wie Foodpanda und Talabat. Genau dort kĂ€mpfen die Liefer-Apps um Kunden, Restaurants und Fahrer. FĂŒr Uber geht es um GrĂ¶ĂŸe: mehr Kunden, mehr Restaurants, mehr Fahrer, mehr Daten.

So baut Uber Macht auf

Nach Informationen der „Financial Times“ hat Uber seinen wirtschaftlichen Anteil an Delivery Hero auf knapp 37 Prozent erhöht. Formal hĂ€lt Uber aber nur 24,99 Prozent der Stimmrechte. Der Knackpunkt: Ab 30 Prozent Stimmrechten mĂŒsste Uber allen AktionĂ€ren ein Kaufangebot machen (sogenanntes Pflichtangebot). Einfach gesagt: Uber kauft sich schon jetzt Macht zusammen, ohne offiziell die Kontrolle ĂŒbernehmen zu mĂŒssen.

Ein offizielles Angebot gibt es bislang nicht. Delivery Hero bestĂ€tigte nur einen Uber-Vorstoß ĂŒber 33 Euro je Aktie, niedriger als der aktuelle Kurs von 38,10 Euro. Laut „Financial Times“ hat sich Uber das große Delivery-Hero-Aktienpaket des Hongkonger Investors Aspex fĂŒr knapp 40 Euro je Aktie gesichert. Das macht ein offizielles Angebot kompliziert: FĂŒr Uber wird es schwer, spĂ€ter allen AktionĂ€ren deutlich weniger zu bieten.

EU-Regel könnte Uber helfen

Auch politisch hat der Fall Sprengkraft. Dem niederlĂ€ndischen Tech-Investor Prosus gehört Just Eat Takeaway.com (Mutterkonzern von Lieferando). Gleichzeitig ist Prosus auch an Delivery Hero beteiligt. Weil beide Konkurrenten sind, muss Prosus wegen EU-Auflagen seine Anteile am Berliner Unternehmen verkaufen. Genau diese LĂŒcke könnte jetzt Uber nutzen. Heißt zugespitzt: Europa zwingt den europĂ€ischen Investor zum RĂŒckzug, wĂ€hrend der amerikanische Konzern aufstocken kann.

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