Gilgil (Kenia) – Nach dem verheerenden Feuer in einem Mädcheninternat in Kenia hat die Polizei acht Schülerinnen festgenommen. Die Ermittler verdächtigen sie, einen Brandanschlag auf die Utumishi Girls School geplant und durchgeführt zu haben. Mindestens 16 Schülerinnen starben, 79 weitere wurden verletzt. Das Motiv ist noch nicht bekannt.
Die Polizei brauchte den gesamten Donnerstag, um rund 30 Schülerinnen des Internats, an dem 15- bis 18-Jährige lernen, zu befragen. John Marete, Sprecher des Directorate of Criminal Investigations, erklärte: „Die Ermittler haben umfangreiche Befragungen von Schülern, Lehrkräften und anderen Zeugen durchgeführt, während die Kriminaltechniker das verfügbare Videomaterial detailliert auswerten.“ Die Eltern mussten ihre Kinder nach dem Feuer über Nacht in dem Internat lassen. Erst am Freitag wurden sie über die weiteren Schritte informiert.
Eltern im Ungewissen gelassen
„Wir wurden noch nicht einmal über die acht von der Polizei festgenommenen Schülerinnen informiert“, sagte ein Elternteil, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Associated Press. Er befürchtete, dass seine Tochter schikaniert werden könnte. „Wir sind einfach hier, und niemand gibt uns irgendwelche Informationen.“
Das Motiv für den Brandanschlag auf die Schule ist noch nicht bekannt. Die Ermittler versuchen weiterhin, die Ereignisse zu rekonstruieren, erklärt Marete. Die Leichen der 16 Schülerinnen wurden bereits am Donnerstag in die Leichenhalle eines staatlichen Krankenhauses gebracht. Durch einen DNA-Test soll ihre Identität eindeutig geklärt werden.
Brand gegen 4.30 Uhr gemeldet
Der Brand war nach Angaben des kenianischen Roten Kreuzes gegen 4.30 Uhr in einem Schlafsaal der Schule ausgebrochen. Die staatliche Sekundarschule wird vom kenianischen Polizeidienst betrieben. Viele Schülerinnen sind Töchter von Polizeibeamten.
Unabhängig von diesem Fall kommt es an Schulen in Ostafrika immer wieder zu schweren Bränden. Experten führen die hohe Zahl solcher Unglücke unter anderem auf überfüllte Schlafsäle und Klassenräume sowie unzureichende Brandschutzmaßnahmen zurück.