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Tech-Riese schließt deutsches Werk: 240 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Tech-Riese schließt deutsches Werk: 240 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

​Geldern (NRW) – Aus für einen deutschen Traditionsstandort! 240 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Und das, obwohl der Mutterkonzern in Taiwan kräftige Gewinne schreibt. Der Leiterplatten-Hersteller Unimicron Germany GmbH in Geldern (NRW) macht dicht.

Besonders bitter: Es handelt sich nicht um eine Insolvenz. Unimicron begründet den drastischen Schritt in einer Mitteilung mit anhaltenden Verlusten und dem schwierigen Marktumfeld. Das Werk in Geldern produziert Hightech-Leiterplatten unter anderem für Automobilzulieferer.

Die Unternehmensgruppe habe den Standort über mehrere Jahre finanziell unterstützt, heißt es vom Konzern. Verschiedene Möglichkeiten für eine Fortführung seien geprüft worden, eine wirtschaftlich tragfähige Lösung habe sich jedoch nicht finden lassen.

Das sagt der Bürgermeister

In Geldern (rund 36.000 Einwohner) sitzt der Schock tief. Bürgermeister Sven Kaiser zu BILD: „Die Nachricht über die geplante Schließung von Unimicron in Geldern trifft uns sehr und ist vor allem für die rund 240 Beschäftigten ein schwerer Schlag. Für sie geht es um den Arbeitsplatz, um Sicherheit und um ihre persönliche Zukunft.“ Ob und wo sie nach der Kündigung einen neuen Job finden, ist offen.

Produktion wird 2027 eingestellt

Jetzt wird der Geschäftsbetrieb in Nordrhein-Westfalen schrittweise heruntergefahren. Bestehende Aufträge und Lieferverpflichtungen werden noch bearbeitet. „Nach derzeitiger Planung wird die Produktion im Laufe des ersten Halbjahres 2027 schrittweise zurückgeführt und eingestellt“, so die ​Unimicron Germany GmbH in der Mitteilung. Der Betriebsrat ist informiert. Nun sollen Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan beginnen.

Mutterkonzern macht hohen Millionen-Gewinn

Während das deutsche Werk in Geldern geschlossen wird, verdient der taiwanesische Mutterkonzern kräftig. Unimicron Technology Corp. erzielte laut dem Finanz- und Nachrichtenportal „MarketScreener“ in den ersten neun Monaten 2026 einen Nettogewinn von umgerechnet rund 775 Millionen Euro.

Mit der Schließung endet in Geldern eine lange Industriegeschichte. Die Wurzeln des Betriebs reichen bis zur Firma Ruwel zurück. 1951 zog das Unternehmen an den heutigen Standort nach Geldern. Nach der Insolvenz von Ruwel 2009 stieg der taiwanesische Leiterplattenkonzern Unimicron bei dem Gelderner Unternehmen ein. Später übernahm Unimicron Ruwel vollständig.

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