Der britische Schauspieler Patrick Stewart ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Der als Captain Jean-Luc Picard des Raumschiffs Enterprise weltbekannt gewordene Brite verstarb in seinem Zuhause im kalifornischen Los Angeles, wie seine langjährige Sprecherin Kelly Bush Novak der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Stewart litt an einer Alzheimer-Erkrankung sowie an der Lewy-Körperchen-Demenz, einer selteneren Demenzform.
Weltberühmt wurde Stewart als Captain Jean-Luc Picard in „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“ und als Professor Charles Xavier in den „X-Men“-Filmen. Mit seiner markanten Stimme und seiner ruhigen Autorität prägte er zwei der bekanntesten Figuren der Science-Fiction- und Superheldenwelt.
Er wurde in der warmen Umarmung von Familie und Freunden gehalten, umgeben von Live-Musik, Gebet, Tränen, Lachen und der Art von tiefer Emotion, wie nur er sie nach einem lebenslangen Engagement für uns alle inspirieren konnte“, teilte seine Sprecherin mit. „Seine sonore Stimme und sein einzigartiges Talent werden für immer synonym mit unvergesslichen Darbietungen in jedem Genre sein.“
Seine Karriere begann Stewart auf der Theaterbühne. Über viele Jahre gehörte er der Royal Shakespeare Company an, bevor er ab 1987 als Kommandant der Enterprise ein internationales Millionenpublikum erreichte.
Auch nach dem Ende der ursprünglichen Serie blieb er mit der Rolle verbunden: Als Jean-Luc Picard hatte Stewart 2020 mit Ende 70 noch einmal ein Comeback gefeiert. In der TV-Serie „Star Trek: Picard“ war der Brite noch einmal der aufrichtige, zuverlässige und manchmal etwas steife französische Kultkapitän. Bis 2002 hatte er diese Rolle in der ursprünglichen Serie mit dem feinen englischen Akzent 15 Jahre lang in sieben TV-Staffeln und vier Kinofilmen gespielt. Die Star-Trek-Fans betrauerten in dieser Woche bereits den Tod von Walter Koenig, der Pavel Chekov in der Originalserie gespielt hatte.
Millionen Fans begeisterte der Brite zudem in der jüngeren Vergangenheit unter anderem durch seine Rolle in den Comic-Verfilmungen der „X-Men“-Reihe, in denen er Professor Charles Xavier spielte.
„Er erforschte die menschliche Existenz in all ihrer poetischen Komplexität und brachte Hoffnung nicht nur in die entferntesten Winkel des ‚Marvel Cinematic Universe‘, sondern auch in die ikonischste letzte Grenze der Science-Fiction an Bord des Raumschiffs Enterprise“, teilte Stewarts Sprecherin in der Stellungnahme mit.
Das Theater begleitete Stewart ein Leben lang
In der Stellungnahme zu Stewarts Tod wurde aus seinen Memoiren zitiert. „Wie ich hat auch Jean-Luc ein ungewöhnliches Leben geführt, das ihn weit über die Grenzen der normalen menschlichen Erfahrung hinausgeführt hat“, schrieb er in „Making it So“. „Aber er ist auch jemand, der seinen irdischen Wurzeln treu geblieben ist, denn sie sind es, die ihm seine Identität verliehen haben. Am Ende spürt er den Ruf der Heimat, genau wie ich.“
Privat lebte Sir Patrick im New Yorker Stadtteil Brooklyn in dritter Ehe mit der 38 Jahre jüngeren Musikerin Sunny Ozell zusammen, die bis zuletzt an seiner Seite war. Noch vor der Leinwand- und TV-Karriere war es das Theater, was ihn begeisterte – und auch ein Leben lang begleitete. Von 1966 bis 1982 war er Mitglied der Royal Shakespeare Company. 2010 wurde er von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.