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Sparmaßnahmen gefordert: Bayerischem Rundfunk droht Minus im Millionenbereich

Sparmaßnahmen gefordert: Bayerischem Rundfunk droht Minus im Millionenbereich
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München – Dem Bayerischen Rundfunk (BR) droht bis Ende 2028 ein Fehlbetrag von 106,4 Millionen Euro. Das geht aus einem neuen Bericht des Bayerischen Obersten Rechnungshofs (ORH) hervor. Die Prüfer fordern weitere Einsparungen und einen konsequenten Umbau der Strukturen. Der BR verweist auf bereits laufende Reformen und kündigt einen weiteren Stellenabbau an.

Der am Dienstag veröffentlichte Bericht untersucht die finanzielle Lage des Senders in den Jahren 2020 bis 2024. Trotz erster Reformen steht der BR weiter unter erheblichem finanziellem Druck. Nach Einschätzung des ORH war die Sendeanstalt im gesamten Prüfzeitraum „durchgehend bilanziell überschuldet“. Zwar verfügte der BR Ende 2024 noch über Finanzmittel in Höhe von 226,4 Millionen Euro. Diese stammen allerdings aus Sonderrücklagen. Nach Berechnungen des Rechnungshofs werden die Reserven bis Ende 2028 vollständig aufgebraucht sein.

Der BR verweist auf seine Strategie „BR Kompass 2035“. Damit will der Sender Kosten senken und seine Organisation umbauen. Bis 2030 soll jede dritte Stelle nicht nachbesetzt werden. Das dadurch frei werdende Geld will der BR unter anderem für neue Aufgaben in der Digitalisierung einsetzen. In der Stellungnahme des öffentlich-rechtlichen Senders heißt es: „Wir reduzieren Strukturen und Fixkosten, bauen Personal ab und bündeln Aufgaben in der ARD.“

Die Altersversorgung ist ein Riesenproblem

Ein großes Problem sind die Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung. Beim sogenannten Deckungsstock fehlten zuletzt 512,8 Millionen Euro. Damit ist das Vermögen aus Immobilien und Finanzanlagen gemeint, mit dem die Betriebsrenten abgesichert werden. Der Bayerische Rundfunk erklärt die Belastung vor allem mit „langfristigen Verpflichtungen aus Altverträgen zur betrieblichen Altersversorgung“. Die Betriebsrente sei inzwischen jedoch „grundlegend reformiert“.

Der Rechnungshof beanstandet zudem die wirtschaftliche Entwicklung der Bavaria Film GmbH, an der der BR beteiligt ist. Obwohl die Konzernergebnisse wiederholt zurückgingen, wurden nach Angaben der Prüfer „jedes Jahr Gewinne in unveränderter Höhe ausgeschüttet“. Finanziert worden seien diese Ausschüttungen unter anderem durch den Verkauf von Immobilien. Diese Kritik wies der BR auf Anfrage zurück: Die Bavaria Film GmbH habe in den vergangenen Jahren „regelmäßig stabile, marktgerechte Erträge erzielt“. Einzig im Geschäftsjahr 2024/25 habe sich ein Verlust ergeben. Der Sender baue sich seitdem um – mit ersten Erfolgen.

Der Sender verweist auch darauf, dass die finanzielle Lage insgesamt schwierig ist. Der BR betont, dass der Rundfunkbeitrag „seit vielen Jahren die Teuerungsrate nicht ausgleicht“. Gleichzeitig müsse der Sender in neue Technologien investieren. Der Rechnungshof fordert den BR auf, konsequent weiter zu sparen. Der ORH empfiehlt einen weiteren Stellenabbau, dazu eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Landesrundfunkanstalten sowie effizientere Strukturen, zum Beispiel bei der Steuerung von Auslandskorrespondenten.

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