Berlin – Tausende Kunden des insolventen Autohaus-Riesen König hoffen auf ein Happy End. Sie haben ihren Neu- oder Gebrauchtwagen bereits ganz oder teilweise bezahlt, warten aber seit Wochen auf eine Antwort auf die entscheidende Frage: Bekomme ich mein Auto noch?
Die Berliner Autohaus-Gruppe hatte Ende August Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 1200 Beschäftigte an etwa 82 Standorten. Und natürlich die Kunden.
Tausende Käufer betroffen
Zwischen 3000 und 4000 Kunden sollen Fahrzeuge ganz oder teilweise bezahlt haben, berichtet die „Automobilwoche“. Darunter seien Käufer, die ihre Gebrauchtwagen bereits in Zahlung gegeben haben. Allein für Renault und Dacia sind laut Branchenberichten mehrere Hundert Kunden betroffen. Jetzt gibt es erstmals Hoffnung für die Betroffenen. „Mit Stellantis und Renault konnten inzwischen Vereinbarungen getroffen werden“, sagt eine Sprecherin der Insolvenzverwaltung zu BILD. Stellantis ist ein großer europäischer Autohersteller vieler Marken, die auch der Autohaus-Riese aus Berlin vertreibt.
Käuferverträge werden individuell geprüft
Doch alles hängt von den individuellen Kaufverträgen ab. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, geeignete Lösungen für möglichst viele Kundinnen und Kunden zu schaffen. Welche Fahrzeuge ausgeliefert werden können und wie mit geleisteten Zahlungen umzugehen ist, ergibt sich aus der laufenden Prüfung der einzelnen Verträge“, so die Sprecherin. „Schrittweise“ würden Kunden „verbindlich und rechtssicher über ihren Kauf informiert“. Eine wichtige Rolle dabei spielen auch die Banken, die Autokäufe und Leasing-Geschäfte finanzieren. „Mit den absatzfinanzierenden Banken stehen wir im engen Austausch“, so die Sprecherin weiter zu BILD.
Bei dem pleitegegangenen Unternehmen türmen sich laut „Welt“ Schulden von mehr als 212 Millionen Euro. Insolvenzverwalter Rainer Eckert wollte auf BILD-Anfrage nicht dazu Stellung nehmen, wie hoch die Schulden genau sind.
So steht es um die Mitarbeiter
Für die Beschäftigten gibt es positive Signale. Die Gehälter sollen auch im November über das Insolvenzgeld abgesichert werden. Als möglicher Investor für die Unternehmengruppe wird laut „Welt“ unter anderem die AVAG Holding aus Augsburg gehandelt, eine der größten Autohandelsgruppen Europas. Die Insolvenzverwaltung bestätigt lediglich laufende Gespräche: „Zu einzelnen Interessenten äußern wir uns aus Gründen der gegenseitig vereinbarten Vertraulichkeit nicht.“
Nun wächst die Hoffnung, dass viele Autos doch noch ausgeliefert werden und das Unternehmen einen neuen Eigentümer findet.