Kultur

Satire gegen Linke und Grüne? Internes Papier soll Pläne für ZDF-Show von Florian Schroeder verraten

Satire gegen Linke und Grüne? Internes Papier soll Pläne für ZDF-Show von Florian Schroeder verraten

Jan Böhmermann und das „ZDF Magazin Royale“ gehen, Florian Schroeder kommt: In knapp drei Wochen startet das neue Satireformat (ab 29. Oktober) des Zweiten Deutschen Fernsehens, und schon jetzt wird viel spekuliert über eine mögliche neue Programmausrichtung.

Der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) liegt nun nach eigenen Angaben ein internes Papier des Senders vor, in dem tatsächlich eine deutlich erkennbare politische Stoßrichtung skizziert werde. Demnach solle sich das „Journal Deluxe“ bewusst von bisherigen Satireformaten absetzen und stärker jene Milieus angreifen, die bislang im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eher selten Ziel von Satire sind, wie etwa Grüne und Linke.

Wörtlich zitiert die SZ in dem Artikel (Überschrift: „Für Euch Hater von ARD und ZDF“) etwa diesen Satz aus der Präsentation: „Die Show versteht sich als Contrapunkt (sic) zu allen gängigen Comedy-Formaten und setzt an bei der Kritik an denen, die sonst selten kritisiert werden: Grüne, Linke und Co. Allerdings nicht aus einem reaktionären, sondern einem böse-ironischen Blickwinkel der eigenen ‚Hood‘ gegenüber, was umso mehr Spaß ermöglicht.“

Peter Thiel und Ulf Poschardt als Talkgäste?

Laut dem Papier, das bereits aus dem Februar 2026 stammen soll, solle Schroeder fortan auch Kulturkämpfe aus einer liberalen und pointiert anti-woken Perspektive kommentieren. Als Vorbild wird die US-Sendung „Real Time with Bill Maher“ genannt. Konkret geplant seien ein Stand-up-Auftritt des Gastgebers, ein längeres Einzelinterview, ein (satirisch aufbereitetes) Schwerpunktthema mit Clips und Grafiken, eine Gesprächsrunde mit kontroversen Gästen sowie eine Medienkritik.

Die potenzielle Gästeliste liest sich bewusst konfrontativ: Als mögliche Gesprächspartner für Schroeder genannt werden etwa Alice Weidel, Ulf Poschardt, Peter Thiel, Gabriele Krone-Schmalz und Jette Nietzard. Als mögliche Schwerpunkt-Themen nennt das Konzept unter anderem die staatliche Finanzierung von NGOs (zitiert werden Aussagen wie: „Ist NGO die Abkürzung für ‚Nur vom Geld der Obrigkeit‘?“) sowie das Verhältnis der Linken zum Iran.

Gezielt ausgekoppelte Sequenzen sollen fortan über den ZDF-Satirekanal auch auf YouTube verbreitet werden. So wolle man auch jüngere Nutzer und ausdrücklich auch Menschen erreichen, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bislang meiden.

Öffnet sich das ZDF etwa nach rechts, fragt die „Süddeutsche Zeitung“

Das Papier – es soll von Schroeder selbst, einem Mitarbeiter der Produktionsfirma Tokara Media und einem ZDF-Redakteur verfasst worden sein – ist allerdings kein endgültiger Ablaufplan. Es wurde laut ZDF inzwischen weiterentwickelt, dient dem Bericht zufolge aber weiterhin als Grundlage.

Zunächst sind ab Ende Oktober vier Ausgaben der Show vorgesehen. Einen direkten Zusammenhang mit dem Ende von Jan Böhmermanns „ZDF Magazin Royale“ bestreitet das ZDF. Inhaltlich ist die Abgrenzung dennoch augenfällig: Schroeder hatte selbst eine „neue Satirefarbe“ angekündigt. „Eine, die liberaler ist, eine, die keine Scheuklappen aufsetzt, eine, die neue Stimmen zu Wort kommen lässt und selbst eine neue Stimme ist.“ Der Autor des Artikels, der Medienjournalist Stefan Niggemeier, sieht die gesamte neue Ausrichtung eher kritisch: Er scheint eine Verschiebung der politischen Satire des ZDF nach rechts zu befürchten.

Florian Schroeder, 47, ist seit vielen Jahren als Kabarettist, Satiriker und Moderator präsent und trat regelmäßig in öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosendungen auf. Zu seinen bekanntesten Formaten gehören die „Florian Schroeder Satireshow“ im Ersten sowie der gemeinsam mit Serdar Somuncu produzierte Podcast „Schroeder & Somuncu“; zudem ist er mit eigenen Bühnenprogrammen erfolgreich.

Das ZDF hatte im September das Ende von Böhmermanns „ZDF‑Magazin Royale“ nach mehr als sechs Jahren angekündigt. Die Sendung soll am 18. Dezember zum letzten Mal zu sehen sein. Man befinde sich „aktuell in guten Gesprächen mit Jan Böhmermann zu einem möglichen neuen Show-Konzept“, hieß es. Böhmermann hatte jüngst betont, das Ende von „ZDF Magazin Royale“ sei allein seine Entscheidung gewesen.

Ende September sagte Böhmermann im ARD‑Podcast „Deutschland3000 mit Eva Schulz“: „Der Joghurtbecher ist ausgekratzt, dann muss man einen neuen Joghurtbecher aufmachen. Es nützt nichts.“

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