Politik

Sascha Lobo warnt vor 30 Prozent Arbeitslosen bei falschem Umgang mit KI

Sascha Lobo warnt vor 30 Prozent Arbeitslosen bei falschem Umgang mit KI
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Es ist ein Horrorszenario für Deutschland: Digitalexperte Sascha Lobo (51) warnt im Podcast RONZHEIMER davor, dass fast jeder dritte Deutsche arbeitslos werden könnte, wenn wir die KI‑Revolution verpassen.

Im Gespräch mit Paul Ronzheimer sagte Lobo: „Ich glaube, wir sind in Deutschland dazu verdammt, die große KI-Transformation hinzubekommen, (...) weil ich – und ich glaube, viele andere auch – dieses Land nicht erleben will mit 30 Prozent Arbeitslosen.“

Auf die Frage, ob dieses Szenario möglich sei, antwortet Lobo: „Das ist eine Möglichkeit.“ Und weiter: „Diese Möglichkeit, die wird umso wahrscheinlicher, je weniger KI wir hier im Land sinnvoll verwenden.“ Dabei erwartet Lobo nicht zwingend eine Massenarbeitslosigkeit: „Ich glaube nicht, dass wir auf breiter Front so eine Arbeitslosigkeitswelle bekommen.“ Wahrscheinlicher sei, „dass wir sehr viel weniger hochbezahlte Leute bekommen und mehr nicht ganz so gut bezahlte Menschen“.

„Ausgeprägte Erfolgsfeindlichkeit“ in Deutschland

Hart geht Lobo mit der Ängstlichkeit deutscher Investoren ins Gericht. Deutschland sei, „was Investitionen angeht, das Nichtschwimmerbecken der Welt“. Reiche würden 97 Prozent des Geldes in Betongold (also Immobilien) investieren. Er spricht von „einer absurden Sicherheitsfixierung“.

Gleichzeitig gebe es zu viel Bürokratie und Überregulierung. Es fehle Deutschland nicht an Wissen. Die KI-Forschung sei in einzelnen Bereichen „Top 3 auf der Welt“. Doch über Jahrzehnte sei es nicht gelungen, gute Leute zu halten und zu Gründern zu machen: „Dann macht das halt die gute Forschung zu einem bestimmten Teil kaputt.“

Hinzu komme ein grundsätzliches Problem: „Es gibt in Deutschland eine ausgeprägte Erfolgsfeindlichkeit.“ Erfolgreiche Unternehmer würden mit einem Argwohn betrachtet, „werden mit einer Ablehnung betrachtet“. Lobo spricht von einer „unternehmerfeindlichen Standardhaltung“.

Die digitale Situation in Deutschland und Europa sei „überreguliert, fehlreguliert“. Deutschland habe „Regulierung manchmal sogar als eigenes Produkt verstanden“. Über Datenschutz und KI-Regulierung sagt Lobo: „Wir haben den jungen Unternehmen ganz schön viele Steine in den Weg gelegt, und zwar absichtlich.“

Wie groß der Abstand zu anderen Ländern sei, macht Lobo am Beispiel Bildung fest: „Wir haben seit 2018 in China in den High Schools ein verpflichtendes Schulfach Künstliche Intelligenz.“ Lobo scharfzüngig: „Und in Deutschland diskutieren wir gerade, ob Kinder unter 27 Jahren überhaupt in die Nähe eines Smartphones gelassen werden dürfen.“

Vielleicht verpasst