Der russische Leichtathletik-Verband will gegen den Ausschluss seiner Sportlerinnen und Sportler von internationalen Wettbewerben vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen. Man habe den CAS angerufen, teilte der Verband zwei Tage nach der Wiederzulassung Russlands durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit.
Russland reagiert damit auch auf eine Entscheidung des Weltverbands aus der vergangenen Woche, weiter an dem Ausschluss von russischen und belarussischen Sportlerinnen und Sportlern an internationalen Wettbewerben festzuhalten. Man sehe die »grundlegenden Interessen der Leichtathletik in Russland beeinträchtigt«, teilte der nationale Verband mit und fühle sich diskriminiert. Währenddessen lockerte das IOC zuletzt die Beschränkungen gegen Russland mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Weltverband will Entscheidung »mit Nachdruck verteidigen«
»Wir nehmen den Einspruch des russischen Leichtathletik-Verbands beim CAS zur Kenntnis und werden unsere Position mit Nachdruck verteidigen«, teilte der Weltverband World Athletic mit. Leichtathletik-Präsident Sebastian Coe hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass man Optionen für »einen an Bedingungen geknüpften Weg zurück in den internationalen Wettbewerb« erörtert, sich dann aber doch gegen eine Aufhebung der Suspendierung entschieden habe.
Der Weltverband hatte Russland und Belarus wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine das Startrecht bei internationalen Wettkämpfen entzogen. Zuvor war Russland bereits im November 2015 wegen systematischen Dopings gesperrt worden. Seitdem erteilte der Weltverband nur einzelnen russischen Athletinnen und Athleten nach Prüfung eine Starterlaubnis als neutrale Sportler. Aufgrund des Krieges folgte dann eine separate Sperre.
Russlands Leichtathleten waren in der Vergangenheit bereits mehrmals vor den CAS gezogen, blieben aber stets erfolglos. Sofern kein Eilverfahren beantragt wird, dauert ein Verfahren vor dem CAS in der Regel mehrere Monate.