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Riesiger deutscher Schweinezüchter meldet Insolvenz an

Riesiger deutscher Schweinezüchter meldet Insolvenz an
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Leipzig – Die nächste Branche befindet sich im freien Fall: Erneut stürzt ein riesiger Schweinezüchter in die Krise. Der einstige Marktführer in Deutschland hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.

Erst im Juli ging die Geestferkel GmbH – einer der größten Ferkelerzeuger des Landes – pleite. Jetzt hat es die LFD Holding GmbH erwischt. Das Amtsgericht Leipzig eröffnete das Sanierungsverfahren am 15. Oktober. Die Holding betreibt selbst keine Schweine- oder Ferkelproduktion, sondern hält und verwaltet Unternehmensbeteiligungen. Die Tierhaltung erfolgt durch eine rechtlich selbstständige Tochtergesellschaft, die nicht insolvent ist.

Chef Ralf-Uwe Stolarski führt die Geschäfte der LFD Holding GmbH weiter. Noch 2020 soll das Unternehmen mit knapp 55.000 Sauen nach eigenen Angaben der größte Schweinezüchter Deutschlands gewesen sein. Wie viele Höfe, Tiere und Mitarbeiter aktuell von der Insolvenz betroffen sind, ist unbekannt.

Das sind die Gründe für die Insolvenz

Dr. Rainer Bähr wurde vom Amtsgericht Leipzig als Sachwalter bestellt. „Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Holdinggesellschaft sind im Wesentlichen auf die erhebliche negative Entwicklung der Ferkelpreise zurückzuführen“, sagt der Sanierungsexperte zu BILD.

So geht es für das Unternehmen weiter

Der Sachwalter weiter: „Nach derzeitiger Einschätzung bestehen gute Aussichten, den Geschäftsbetrieb der Tochtergesellschaft fortzuführen bzw. diese zu veräußern. Eine akute Gefährdung der Arbeitsplätze oder des Tierwohls der dort gehaltenen Tiere ist für mich gegenwärtig nicht erkennbar.“

Schweinezüchter in Skandale verwickelt

Die LFD Holding wurde 2004 vom Niederländer Adrianus Straathof als Straathof Holding gegründet. 2014 dann die Umbenennung in „Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland“ (LFD). Gegen Adrianus Straathof und mehrere seiner Betriebe wurden Vorwürfe wegen Tierschutzverstößen erhoben. Im Jahr 2020 verkaufte Straathof sein Unternehmen an die Terra Grundwerte AG in der Schweiz, so berichtet die MZ.

Warum die Branche in der Krise steckt

Die gesamte Branche steckt in der Krise. Einer der Gründe: ein historischer Preisverfall beim Fleisch. Während die Kosten für Futter, Energie und Löhne steigen, brechen die Erlöse weg. Für ein Ferkel werden derzeit teilweise nur 30 Euro gezahlt – Mitte 2025 waren es noch 74 Euro. Um die Kosten zu decken, wären mindestens 65 Euro notwendig. Vor allem Spanien hat seine Schweineproduktion in den vergangenen Jahren zu niedrigen Produktionskosten massiv ausgebaut, exportiert große Mengen. Und: Die Deutschen essen immer weniger Fleisch.

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