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Reise in die Arabischen Emirate: Söder sucht in der Wüste nach Milliarden

Reise in die Arabischen Emirate: Söder sucht in der Wüste nach Milliarden
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Abu Dhabi – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) ist an den Persischen Golf gereist. Sein Ziel: Milliardeninvestitionen in die bayerische Wirtschaft sichern. Raus aus den kleinen Sorgen des Freistaats. Keine unzufriedenen CSU-Mitglieder in der Wüste. Selbst in der Bundespräsidentenfrage ist Abwarten momentan die beste Strategie für ihn.

Im September hatte Scheich Mohammed bin Zayed al Nahyahn (65), der Emir von Abu Dhabi, Söder in München besucht und ihm versprochen, zehn Milliarden in bayerische Unternehmen zu investieren. Welche – das blieb offen. Söder ist jetzt auf Gegenbesuch im Fürstentum, das mit Öl reich geworden ist und nach Anlagemöglichkeiten in Europa sucht.

„Es war wichtig, den Besuch schnell zu machen“, sagt er. „Wir wollen klarstellen, dass wir nicht zögern, das Angebot anzunehmen“ Montagabend empfängt ihn Scheich Mohammed. „Das ist der Höhepunkt des Tages“, meint Söder. „Das zeigt, dass es ernst ist mit der Investorenpartnerschaft.“

Söder wollte in den Stunden davor ebenso zeigen, dass es ihm ebenfalls ernst ist. Um 8 Uhr morgens schon stand er im Al Wathba Camel Race Track, einer Rennbahn für Kamele mitten in der Wüste. Die Sonne brannte ihm auf sein dunkles Polohemd, das Sommerjackett hatte er gleich im Auto gelassen – zu heiß. „Das ist Tradition und Kultur“, sagt er anerkennend, aber erkennbar wenig begeistert. Doch für Scheich Mohammed bin Zayed sind Kamelrennen Prestige. Die königliche Familie besitzt selber Tiere, die bis zu 4 Millionen Euro wert sind. Der Scheich hatte Söder die Kamelbesichtigung extra angetragen.

Nachmittags besucht Söder die größte Moschee des Landes: die Scheich Zayed Grand Mosqe. in der 50.000 Muslime gleichzeitig beten können. Die Anlage wurde im Auftrag von Muhammad bin Zayid bin Sultan, dem Vater des derzeitigen Emirs gebaut – also ebenfalls Familiensache.

Lohn von Söders Eifers beim arabischen Herrscher. Mit den Emiraten vereinbart Söder eine gemeinsame Wirtschaftskommission. Delegationen sollen leichteren Zugang zu Visa für Deutschland erhalten, Wissenstransfer soll beschleunigt werden. „Wir merken, hier steht alles auf Vorfahrt“, sagt Söder. Die Bereiche der Zusammenarbeit: Künstliche Intelligenz, Verteidigung, Maschinenbau. Was Söder nicht beabsichtigt: bayerische Firmen an arabische Investoren zu verkaufen. „Das Ziel ist es, Aufträge zu erhalten.“

Söders Eifer ist auch nicht ganz unberechtigt. Er ist nicht allein bei den Arabern. Auf einer Öl-Messe in Abu Dhabi trifft Söder Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU). Auch sie wirbt bei den Scheichs um Investitionen. Auf derselben Messe steht auch plötzlich Wolfgang Hattmannsdorfer (46, ÖVP), Wirtschaftsminister von Österreich, vor ihm. Der ist ebenso wie Söder auf der Suche nach Investoren. „Es ist immer Konkurrenz“, meint Söder.

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