Frankreich – Was als Protest von Schülern und Studenten gegen schlechte Ausstattung der Schulen und Universitäten begann, gerät nun völlig aus dem Ruder: Am Samstag gingen in Frankreich im ganzen Land Zehntausende Menschen auf die Straße – nicht nur friedlich. Demonstranten zündeten Häuser an, stürmten eine Radiostation und ein Rathaus, plünderten Geschäfte!
Geschäfte geplündert, Autos angezündet
Gewerkschaften hatten zu dem großen Protesttag gegen zu hohe Lebenshaltungskosten und schlechte Lernbedingungen aufgerufen. Allein in Paris gingen über 30.000 Menschen auf die Straße. Doch die Wut und der Ärger mündeten in Zerstörungswut und Gewalt: In der Hauptstadt von Frankreich zündeten Chaoten ein Auto und einen Zeitungskiosk an, plünderten Geschäfte wie Apotheken, Fast-Food-Restaurants und Apple Stores, warfen Steine und Böller auf die eingesetzte Polizei.
Die Beamten gingen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die vermummten Demonstranten vor. Zur Vorsicht wurden Metrostationen an wichtigen Regierungs- und Behördengebäuden geschlossen. Rund hundert Demonstranten stürmten den Sitz des Senders CNews des Milliardärs Vincent Bolloré, in dem sich auch der Radiosender Europe 1 befindet. Die Täter zertrümmerten Fenster mit Steinen, versuchten, Brandsätze ins Innere zu werfen. Lebensgefährlich!
Demonstranten stürmen Rathaus
In Lyon wurde das Tourismusbüro der Stadt angezündet, in Marseille drangen Randalierer ins Rathaus ein, riefen „Es ist Revolution! Wir stürmen die Bastille.“ Die Polizei konnte die Personen zurückdrängen. Die Proteste eskalierten auch in Rennes in der Bretagne, wo Straßenblockaden errichtet wurden. In Rouen beschädigten die Chaoten die Uni mit Brandsätzen. Landesweit gab es bislang mindestens 166 Festnahmen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) hatte noch am Tag vor den Protesten zu Besonnenheit aufgerufen. Das Recht zu demonstrieren müsse mit Respekt einhergehen – ohne zu „beleidigen“ oder zu „randalieren“.