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Papierfabrik macht nach 150 Jahren dicht: So viele Jobs fallen weg

Papierfabrik macht nach 150 Jahren dicht: So viele Jobs fallen weg
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Schwäbisch Hall/Halblech – Vor knapp zwei Monaten gab es noch Hoffnung für den deutschen Traditionsbetrieb in der Papierindustrie. Die Gruppe Tullau Pappen hatte für ihre beiden Produktionsgesellschaften Insolvenz angemeldet, kämpfte ums Überleben. Jetzt ist klar: Die Maschinen in den Werken stehen für immer still!

Der vorläufige Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Dr. Tibor Braun zu BILD: „Die gesetzliche Handhabung zwingt uns, die Geschäftsbetriebe noch vor Eröffnung der Insolvenzverfahren stillzulegen. Das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz und dessen Handhabung durch die beim Umweltbundesamt ansässige Deutsche Emissionshandelsstelle nehmen den Unternehmen alle Sanierungsoptionen.“

Wer von dem Aus betroffen ist

Tullau Pappen wird die Produktion an ihren beiden Standorten einstellen. Betroffen sind die Karl Kurz GmbH & Co. KG in Rosengarten-Tullau (Landkreis Schwäbisch Hall) sowie die Pappenfabrik Trauchgau GmbH & Co. KG in Halblech (Ostallgäu). Rund 90 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Schwäbische Traditionsfabrik insolvent

Damit endet eine lange Industriegeschichte in Baden-Württemberg. Die Haupt-Pappenfabrik wurde 1878 gegründet. Seit knapp 30 Jahren produziert das Familienunternehmen auch im bayerischen Halblech. Hergestellt werden Vollpappe, Graupappe und Kartons.

Erst Anfang September hatten beide Produktionsgesellschaften Insolvenz angemeldet. Damals sollte weiterproduziert und nach Investoren für das Unternehmen gesucht werden. „Die Geschäftsbetriebe werden in vollem Umfang fortgeführt“, erklärte Dr. Tibor Braun damals gegenüber BILD.

Warum die Werke dichtmachen müssen

Trotz Gesprächen mit möglichen Investoren fand sich aber keine tragfähige Lösung. Ein wesentliches Hindernis waren die erforderlichen Emissionsberechtigungen für 2025. Die Produktion von Pappe kostet viel Energie. Deshalb ist der Traditionsbetrieb durch die Emissionsbelastungen zur jährlichen Abgabe von CO2‑Zertifikaten verpflichtet. Doch wegen der wirtschaftlichen Schieflage konnte das Unternehmen die Emissionsberechtigungen für 2025 nicht fristgerecht bis zum 30. September abgeben.

So rutschte das Unternehmen in die Krise

Die daraus entstandenen Verpflichtungen erschwerten sowohl die Fortführung als auch einen Verkauf. Laut SWR wären das für 2025 und 2026 hohe, fast siebenstellige Beträge. Mögliche Investoren zögern, weil sie für die alten CO2‑Schulden haften müssten. Als Hauptursachen der Krise gelten die massiv gestiegenen Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal. Gleichzeitig leidet die Papier- und Pappenindustrie unter einer schwachen Nachfrage.

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