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Millionen-Irrsinn: Bahnstrecke erst saniert, dann stillgelegt?

Millionen-Irrsinn: Bahnstrecke erst saniert, dann stillgelegt?
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Pirna (Sachsen) – Was für eine abgefahrene Geschichte aus der Sächsischen Schweiz: Die Deutsche Bahn investierte zig Millionen in eine Nebenstrecke über Dörfer, die kaum genutzt wird. Nun erhöht der Konzern die Nutzungspreise für die Gleise – und der Betreiber der Regionalbahn will die eh schon wenig genutzte Zugverbindung deshalb komplett einstellen. Der Bund der Steuerzahler ist entsetzt!

Die eingleisige Bahnstrecke von Pirna nach Neustadt gibt es seit rund 150 Jahren. Streckennetzbetreiber ist die 100‑prozentige Bahntochter DB InfraGO. Sie steckte zuletzt rund 17,5 Millionen Euro in die 31 Kilometer lange nicht elektrifizierte Dorfstrecke, mit Haltestellen in Dürrröhrsdorf, Helmsdorf und Krumhermsdorf.

Bahn investierte 17,5 Mio. Euro

Von Dezember 2025 bis Juni 2026 flossen 12,9 Mio. Euro in 5,6 Kilometer neues Gleis und einen Kilometer Bahndamm-Sanierung, weitere 1,2 Mio. Euro in Instandhaltungsarbeiten. Bereits 2023 und 2024 wurden rund 3,4 Mio. Euro in eine „Fußwegquerung“, einen „innerdienstlichen Überweg“ und einen „Bahnübergang“ investiert. Die Bahn schreibt auf BILD-Anfrage: „In den kommenden Jahren stehen Weichen- und weitere Gleiserneuerungen (bei Dürrröhrsdorf) an.“ Für die laufende Instandhaltung der Strecke seien zudem jährlich rund 700.000 bis 800.000 Euro fällig.

Bahnstrecke droht Einstellung

Die Züge auf der Strecke fährt die DB Regio Südost – ebenfalls ein 100‑prozentiges Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Die RB71 verkehrt werktags im Stundentakt von 6 bis 22 Uhr, insgesamt 34 Mal hin und zurück. Besteller der Regionalbahn ist der Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen. Und der teilt nun per Pressemitteilung mit, der Strecke drohe aufgrund gestiegener Trassenpreise die Einstellung. Die RB71 steht ganz oben auf der Streichliste.

Statt ursprünglich 2,7 Mio. Euro Trassenentgelt (Nutzungsgebühr für die Gleise) möchte die DB InfraGO laut Verkehrsverbund jetzt 3 Mio. Euro für dieses Jahr. Und 2027 soll es noch mehr werden. Laut Deutsche Bahn sei ein Anstieg von „7,7 Prozent avisiert“.

BILD wollte es noch mal genau wissen – Einstellung trotz Millionen-Investition? „Sowohl die Sanierung der Strecke als auch die neuen Trassenpreise gehen auf Entscheidungen der DB InfraGO zurück“, schreibt der Verkehrsverbund.

Und was macht die Deutsche Bahn mit der sanierten Strecke, wenn hier kein Zug mehr fährt? „Über das weitere Vorgehen kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden.“

Millionen investiert, trotz weniger Fahrgäste

Werktags fuhren mit der RB71 im Jahr 2025 im Schnitt gerade einmal 1205 Fahrgäste, samstags, sonntags und an Feiertagen nur 448. Der Verkehrsverbund zu BILD: „Damit ist die RB 71 die am schwächsten nachgefragte Linie im Gebiet des Verbundes.“ Das ist der Großraum Dresden.

Dirk Mohr (50), Chef vom Bund der Steuerzahler in Sachsen, ist entsetzt: „Das ist alles vollkommen absurd. Wir trennen die Töpfe: Der eine gibt viel Geld für die Trasse, der Verkehrsverbund bestellt die Züge auf einer wenig genutzten Strecke. Dann werden die Preise erhöht und es droht die Einstellung. Das kann man niemandem erklären.“

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