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Margot Friedländer Preis - Erinnerung als Auftrag für die Gegenwart

Margot Friedländer Preis - Erinnerung als Auftrag für die Gegenwart
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Berlin – Es war die Botschaft, die das Leben von Margot Friedländer prägte: „Seid Menschen.“ Mit dem nach ihr benannten Preis wurden am Montagabend in Berlin Menschen, Initiativen und Schulen ausgezeichnet, die genau diesen Gedanken weitertragen und sich gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und das Vergessen einsetzen.

Aus 310 Bewerbungen und Nominierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wählte eine unabhängige Jury unter Vorsitz von Elke Büdenbender neun Finalisten in drei Kategorien aus. Der Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Er soll das Vermächtnis von Margot Friedländer bewahren, die ihr Leben der Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit und dem Einsatz für Menschlichkeit widmete.

Die Preisträger 2026

Der Persönlichkeitspreis geht an Prof. Dr. Guy Katz, München. Katz lehrt International Management an der Hochschule München und engagiert sich bundesweit gegen Antisemitismus. Er initiierte zahlreiche Bündnisse, Kampagnen und Bildungsprojekte, darunter „München gegen Antisemitismus“, „DACH gegen Hass“ und „Antisemitismus? Ohne mich!“. Dabei verbindet er wissenschaftliche Expertise mit gesellschaftlichem Engagement und politischen Impulsen.

Den Projektpreis erhält das Projekt „Zeit ohne Zeugen“ vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Paderborn für lebendige Erzählung durch Technik. Es eröffnet Jugendlichen mithilfe von Virtual Reality einen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus. Historische Orte wie das Anne-Frank-Haus, das Vernichtungslager Auschwitz und das Warschauer Ghetto werden digital erlebbar – unabhängig von geografischen, finanziellen oder organisatorischen Hürden. Mehr als 2.600 Jugendliche wurden so schon erreicht.

Der Schulpreis geht an die AG Kriegsgräber der Europaschule Rövershagen in Mecklenburg-Vorpommern für generationsübergreifenden Dialog zwischen Schülern und Zeitzeugen und kreative Erinnerungskultur. Die AG Kriegsgräber engagiert sich unter der Leitung der Geschichtslehrerin Petra Klawitter seit über 25 Jahren für Holocaust-Erinnerung, Antisemitismusprävention und demokratische Bildung. Rund 30 Schüler entwickeln Ausstellungen, Podcasts, Lernmaterialien, Stolpersteininitiativen und internationale Workcamps. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung jüdischen Lebens in Mecklenburg-Vorpommern und der Erinnerung an die Opfer der Shoah.

Die ausgezeichneten Projekte setzen an unterschiedlichen Stellen an, verfolgen aber ein gemeinsames Ziel: Sie wollen Ausgrenzung nicht hinnehmen und demokratische Werte im Alltag stärken. Damit greift der Preis Friedländers Appell auf, der über das Gedenken hinausging. Ihre Botschaft sollte nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch das Handeln in der Gegenwart prägen.

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