Nashville (USA) – Als ihr Körper gegen das Gift kämpfte und ihr Herz zur Überraschung aller einfach weiterschlug, brauchte Christa Pike (50) eigentlich nur eins: schnelle Hilfe! Doch nach der gescheiterten Hinrichtung in Nashville (USA) spielten sich hinter den Kulissen dramatische Szenen ab. Wie jetzt bekannt wird, gab es ein Notruf-Chaos! Dadurch verzögerte sich die medizinische Notfallversorgung der Satanistin massiv. Das belegen Notrufmitschnitte, die die Nachrichtenagentur AP ausgewertet hat.
Notruf wurde als Fehlalarm gewertet
Demnach ging bei der gescheiterten Hinrichtung am 30. September der erste Notruf um 20.40 Uhr (Ortszeit) ein. Angerufen hatte eine Frau, die von einer gescheiterten Hinrichtung berichtete. Sie sollte einen Sicherheitscode nennen, um die Echtheit des Anrufs zu beweisen. Doch die Frau kannte den Code nicht! Der Anruf wurde als Fehlalarm dokumentiert. Und Pike litt weiter an der doppelten Giftdosis.
Vier Minuten später meldete sich dann eine weitere Einsatzkraft: „Jemand steht draußen am Gefängnistor und fordert uns auf reinzufahren. Die Person behauptet, eine Art Staatsbeamter zu sein. Ich brauche jemanden, der zum Tor kommt und mit diesen Leuten spricht.“ Also prüften die Einsatzkräfte den Notruf und nahmen Kontakt zur Leitstelle des Gefängnisses auf. Von dort hieß es, man habe keinen Notruf abgesetzt.
Erst um 21.11 Uhr, also über 30 Minuten nach dem ersten Notruf, bestätigte die Gefängnisleitung die Echtheit des Notrufs – und gab den Weg für die Rettungskräfte frei.
Pike, die als erster Mensch zwei Giftspritzen überlebte, kam nach der gescheiterten Hinrichtung in ein Krankenhaus. Dort wurde sie beatmet und später wieder wach. Mittlerweile hat sie die Klinik verlassen und ist ins Gefängnis zurückgekehrt, wo sie weiter medizinisch versorgt wird.
Laut ihren Anwälten leidet die Satanistin, die 1995 zum Tode verurteilt wurde, unter erheblichen Einschränkungen. Wie „CBS News“ berichtet, sei sie verwirrt und habe unter anderem Probleme mit Orientierung und Konzentration.