Sie gilt als eine der heimlichen Heldinnen der ersten Mondlandung. Doch während Neil Armstrong und Buzz Aldrin weltberühmt wurden, blieb ihr Name vielen Menschen unbekannt. Jetzt ist Margaret Hamilton im Alter von 90 Jahren gestorben.
Als Armstrong und Aldrin am 20. Juli 1969 mit der Mondfähre „Eagle“ zur Oberfläche hinabflogen, wurde es plötzlich dramatisch: Nur wenige Minuten vor der Landung meldete ihr Bordcomputer die Alarmcodes 1201 und 1202. „Plötzlich gingen die Prioritätsalarme an, 1201 und 1202“, erinnerte sich Hamilton später. Ihr war sofort klar: Diese Warnungen hatten dort eigentlich nichts zu suchen.
Doch die Software war auf Probleme vorbereitet. Der Computer konnte wichtige Aufgaben priorisieren und weiterarbeiten, statt unter der Belastung zusammenzubrechen. Hamiltons Code half so dabei, einen Abbruch der historischen Mondlandung zu verhindern.
Entwickelt hatte diese Technik eine junge Frau – in einer damals von Männern dominierten Welt: Hamilton leitete am Massachusetts Institute of Technology (MIT) die Entwicklung der Bordsoftware für die bemannten Apollo-Missionen. Mehr als 400 Menschen arbeiteten damals an der Apollo-Software. Berühmt wurde später ein Foto, auf dem Hamilton neben einem riesigen Stapel ausgedruckter Programmcodes steht.
Doch ihre Arbeit ging weit über Apollo 11 hinaus. Sie machte Softwareentwicklung zu einer eigenständigen Ingenieurdisziplin. Außerdem erforschte sie, wie Computerprogramme mit Fehlern und unerwarteten Situationen umgehen können.
Barack Obama zeichnete sie 2016 aus
2016 zeichnete US-Präsident Barack Obama die Computer-Pionierin mit der Presidential Medal of Freedom aus. Er würdigte Hamilton als Vertreterin einer Generation „unbesungener Frauen“, die geholfen hätten, die Menschheit ins All zu bringen. Hamilton selbst beschrieb ihre Leistung mit einem Augenzwinkern: Nicht nur der erste Mensch sei damals auf dem Mond gelandet, sagte sie einmal. Es sei dort auch „die erste Software“ gelaufen.
Margaret Hamilton starb bereits am 30. September in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. Ihren Tod gab das MIT jetzt bekannt. Was sie für den ersten Flug von Menschen zum Mond leistete, wird noch Generationen überdauern.