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Großer Autozulieferer macht deutsches Werk dicht: 460 Jobs weg

Großer Autozulieferer macht deutsches Werk dicht: 460 Jobs weg
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Sterbfritz (Hessen) – Wieder eine bittere Pille für die deutsche Zuliefer-Industrie: Der französische Anbieter OPmobility will sein Werk im hessischen Sterbfritz schließen! 460 Jobs stehen auf dem Spiel. Es handelt sich um den größten Arbeitgeber der Gemeinde.

Im Werk werden Außenteile für Autos gefertigt, vor allem Stoßfänger und weitere Karosseriekomponenten. Gründe für das Aus: „Es geht nicht um Rationalisierung, sondern um eine Anpassung an die Auslastung des Werkes. Vor Corona wurden noch etwa 5 Millionen Autos in Deutschland gebaut. Jetzt sind es nur noch 3 Millionen. Wir hängen am Standort von der Produktion hierzulande ab“, sagt Sprecher Jens Hack (47) zu BILD. Und: Die künftige Produktion soll nicht ins Ausland verlagert werden, sondern in andere deutsche Werke.

Wann das Werk schließen soll

OPmobility sieht nach eigenen Angaben keine wirtschaftlich tragfähige Zukunft für das Werk in Sterbfritz (Hessen). „Durch die schwache Auslastung lohnt sich die Produktion dort nicht mehr“, so der Sprecher. Die ganze Zulieferer-Branche leidet unter sinkender Nachfrage durch die Auto-Hersteller in Europa. Dazu kommt zunehmender Wettbewerbsdruck, insbesondere durch chinesische Konkurrenten. Außerdem steigen die Kosten für Rohstoffe und Komponenten. Bis Ende 2027 soll das Werk dichtmachen.

Das sagt die Politik zum Aus

Es herrscht Fassungslosigkeit in der Region. Landrat Thorsten Stolz und der Erste Kreisbeigeordnete Jannik Marquart sprechen in einer Mitteilung von einem „herben Schlag“. Beide warnen: „Wer eine so große Anzahl an Fachkräften entlässt, vergibt in der Mitte von Deutschland gute Zukunftschancen.“

Weitere Stellen betroffen

OPmobility, früher unter dem Namen Plastic Omnium bekannt, sitzt bei Paris und beschäftigt weltweit rund 38.100 Mitarbeiter. Das Unternehmen betreibt 152 Werke in 28 Ländern und setzte zuletzt rund 11,5 Milliarden Euro um. Nicht nur Deutschland ist betroffen: Neben den Jobs in Sterbfritz sollen auch rund 310 Stellen in Frankreich wegfallen.

Immer mehr Autozulieferer in der Krise

Die Krise greift bundesweit um sich. Zuletzt hatte der japanische Autozulieferer Nidec angekündigt, die Fertigung von Elektromotoren in Bietigheim (Baden-Württemberg) einzustellen. 116 Arbeitsplätze fallen weg. Und die KmB Technologie GmbH in Zerbst (Sachsen-Anhalt) – ein VW‑Zulieferer – meldete Insolvenz an. 200 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Zuvor hatte der Zulieferer Paragon aus Ostwestfalen, der etwa Rolls-Royce beliefert, Insolvenzanträge gestellt. Betroffen sind 552 Mitarbeiter in sechs deutschen Werken.

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