Politik

Friedrich Merz blickt in die Hölle von Nordkorea

Friedrich Merz blickt in die Hölle von Nordkorea
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Panmunjon – Diese Visite ist für Friedrich Merz (70, CDU) wie eine Reise in die deutsche Vergangenheit, als an der DDR-Mauer Soldaten mit Schießbefehl den Osten vom West fernhielten: Stacheldraht, Minenfelder, schwer bewaffnete Soldaten. Merz besucht die gefährlichste Grenze seiner Asien-Reise. Nur wenige Meter entfernt beginnt das abgeschottete Reich von Nordkoreas Diktator Kim Jong-un (42).

Der Kanzler kam zum Abschluss seiner großen Asien-Reise nach Panmunjon, den schwer bewachten Grenzposten zwischen Nord- und Südkorea. Es ist die letzte schwer bewaffnete Konfrontationsgrenze, die der Kalte Krieg der Welt hinterlassen hat. Und der milde Schein der Herbstsonne, die hier Wald und Hügel einhüllt, trügt. Rund um den Ort liegen Millionen Minen, und an beiden Seiten des Flusses stehen sich Armeen gegenüber.

Hier sichern Militärs für die Vereinten Nationen als Unparteiische den eiskalten Frieden an dieser Grenze zwischen der sozialistischen Horror-Diktatur Nordkorea und dem demokratischen Südkorea. Sie existiert jetzt schon doppelt so lang wie die Mauer durch Deutschland. Und nur wenig hat sich verändert, seit hier 1953 der Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea geschlossen wurde. Es gebe „keinen Lichtblick“, sagen sie in der Bundesregierung. Das heißt auch: keine Telefonverbindungen, keinen Grenzverkehr zwischen Bürgern. Und keine Erlaubnis, in der demilitarisierten Puffer-Zone zu wohnen, die die koreanische Halbinsel in Nord- und Südkorea teilt.

Merz erinnert an DDR und Mauer

Merz sagte, er sei mehrfach auf die DDR-Grenze angesprochen worden, man merke an diesem Platz, „wie sehr ein Land unter einer Teilung leidet“. Südkorea wünsche sich die Wiedervereinigung. Bis es so weit sei, müsse die Grenze von Soldaten gesichert werden. Dass daran inzwischen auch zwei deutsche Soldaten beteiligt seien, zeige: „Sicherheit ist nicht teilbar.“ Deutschland könne dankbar sein, dass „wir so etwas seit 36 Jahren nicht mehr erleben müssen.“ Zu Kims gestern gestarteten Rakentests äußerte sich Merz nicht.

Am Vorabend ging es in seinem Gespräch mit Südkoreas Präsident Lee Jae-myung (62) auch darum, wie eine Wiedervereinigung theoretisch möglich sei, hieß es in Regierungskreisen. Ein weiteres Thema sei die militärische Zusammenarbeit zwischen Nordkorea und Russland in der Ukraine gewesen – nordkoreanische Söldnertruppen opfern dort für Putins Krieg ihr Leben.

Kurios: Auf dem Weg zur Grenze hatte er mit seiner Kolonne im Schleichtempo fahren müssen – vorzeitige Ankünfte sind selbst bei Bundeskanzlern wegen der verschärften Sicherheitsvorschriften streng untersagt ...

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