Philadelphia (USA) – Ein unscheinbares Haus in der West Chew Avenue. US-Medien nennen es das Haus des Schreckens. Ermittler von Polizei und FBI sind überzeugt, dass sich hinter den alten Mauern im Stadtteil Olney über Jahre hinweg Grausames abgespielt haben könnte. Die Behörden verbinden das Gebäude mittlerweile mit dem Verschwinden von sieben Frauen.
Alles begann im Juni mit einer Routinekontrolle. Die Polizei stoppte den BMW von Eugene Albert Horsch. Die Beamten fanden darin zwei geladene Pistolen, ein Messer, Drogen und weitere Waffen.
Dazu fanden sie einen gefälschten Ausweis, der Horsch als Agenten der Drogenbehörde DEA auswies. Seine Beifahrerin hatte ebenfalls einen gefälschten Ausweis dabei. Das Foto passte zwar. Der Name aber nicht. Er gehörte Blair Tonzelli, einer Frau, die seit 2023 vermisst wird.
Polizei betritt das Haus des Schreckens
Die Polizei durchsuchte daraufhin sein Haus. Eine weitere Schusswaffe, Munition, eine Marihuana-Plantage, fünf Urnen mit Asche von Verstorbenen und etwa 50 Festplatten sowie andere elektronische Geräte wurden gefunden. Darauf massenhaft Missbrauchs-Material. Verstörende Videos und Fotos von Frauen. Offenbar gewalttätig, brutal und pornografisch.
Die Ermittler können nicht sagen, ob die Videos und Bilder echt oder gestellt sind. Denn sie sollen Raymond Charles Horsch gehören – einem ehemaligen „Snuff-Fotografen“ (Anm. der Red.: ein Fotograf, der echte Gewalt- oder Tötungsszenen inszeniert), der letztes Jahr im Alter von 82 Jahren verstarb. Er war der Vater von Eugene Albert Horsch, dem das Haus heute gehört.
„Einiges davon könnte echt sein“
Der stellvertretende Polizeipräsident Frank Vanore sagte auf einer Pressekonferenz: „Einiges davon ist Schauspielerei. Einiges davon, so glauben wir, könnte echt sein.“ Wie der britische „Guardian“ berichtet, ollen einige der Aufnahmen mit bereits verstorbenen Frauen entstanden sein. Der Fotograf soll Frauen Drogen angeboten haben, damit er sie fotografieren durfte.
Insgesamt sieben Frauen sollen auf dem Material identifiziert worden sein. Sie alle sind verschwunden und werden vermisst. Sind Raymond Charles Horsch und sein Sohn Eugene für das Verschwinden dieser Frauen verantwortlich? Das soll eine erneute Durchsuchung des Hauses klären. Ab Montag planen die Ermittler, mit schwerem Gerät sogar Böden herauszunehmen und Wände einzureißen.
Vater und Sohn mit dunkler Vergangenheit
Beide hatten wiederholt mit der Justiz zu tun. Eugene wurde 2004 wegen schwerer Körperverletzung, 2014 wegen Drogenhandels und 2025 wegen Drogenbesitzes verurteilt. Auch sein Vater hatte Vorstrafen. 1980 wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt – wegen Geldfälschung und Drogenherstellung. 2009 soll er zudem versucht haben, ein Mädchen (9) zu entführen. Ein ehemaliger FBI-Agent bezeichnete ihn im „Guardian“ als „potenziellen Serienmörder“. Eine handschriftliche Notiz, die in dem Haus gefunden wurde, beschreibt, wie man Menschen verletzt, und nimmt Bezug auf den Serienkiller Ted Bundy.