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Ein zentrales Mahnmal für die Opfer der RAF? Das sagen Angehörige.

Ein zentrales Mahnmal für die Opfer der RAF? Das sagen Angehörige.
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Berlin – 40 Jahre nach dem RAF-Mord an Siemens-Forschungschef Karl Heinz Beckurts (†56) fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein zentrales Mahnmal für die Opfer der Terroroganisation. „Der Terror der RAF hat 34 Todesopfer gefordert, zahlreiche Verletzte waren für ihr Leben gezeichnet, Hinterbliebene trauern bis heute, oft nicht einmal wissend, wer genau diese kaltblütigen Verbrechen begangen hat“, sagt Herrmann. „Die Opfer und ihre Angehörigen haben das verdient.“

BILD fragte Angehörige: Wollen Sie ein Mahnmal?

► Corinna Ponto ist Tochter des 1977 ermordeten Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto (†53). Sie sagt: „Mit Dankbarkeit würde unsere Familie diesen selbstverständlichen, längst gebotenen Vorschlag natürlich aufnehmen – nicht allein um des persönlichen Gedenkens willen, sondern vor allem als Mahnmal dieser Jahre in der Geschichte.“

► Jörg Schleyer (72) ist Sohn des 1977 ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer (†62). Er sagt: „Es wird höchste Zeit, dass die Opfer des RAF-Terrors ein zentrales Denkmal erhalten – spätestens zum 50. Jahrestag des Deutschen Herbstes im nächsten Jahr. Ein Denkmal im Herzen der Hauptstadt würde unmissverständlich zeigen: Unsere Toten sind Märtyrer der Bundesrepublik – ihr Opfer darf niemals vergessen werden.“

► Prof. Michael Buback (81, Uni Göttingen) ist der Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback (†57). Er sagt: „Eine Initiative zum ehrenden Gedenken an die Opfer des RAF-Terrors kann ich nur unterstützen. Noch wichtiger erscheint mir allerdings die Klärung aller der RAF zugerechneten Morde.“

► Der Hamburger Rechtsanwalt Clais von Mirbach ist Sohn des 1975 beim Anschlag auf die Botschaft in Stockholm ermordeten Oberstleutnants Andreas Baron von Mirbach (44). Er sagt: „Da die RAF im öffentlichen Bewusstsein so gut wie keine Rolle mehr spielt, andererseits aber Terror als solcher fast noch aktueller ist als damals, kann Erinnerung nur nützen.“

► Monika Schumann (83) ist die Witwe des 1977 im Südjemen von RAF-unterstützenden Terroristen der PFLP ermordeten Lufthansa-Piloten Jürgen Schumann (†37). Sie sagt: „An die Morde und deren Opfer zu erinnern, das ist die Aufgabe des Staates. Zumal es vornehmlich um Menschen geht, die diesem Staat gedient haben.“ Das Denkman könne „darauf aufmerksam machen – speziell für die noch heutigen Sympathisanten –, dass gerade das Leben der Kinder nachhaltig beeinflusst wurde. Sie haben besonders unter dem Mord an ihren Angehörigen gelitten.“

BILD berichtet seit Jahren über das Leid, das der RAF-Terror bei den Angehörigen verursacht hat.

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