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Deutscher Ex-Nationalspieler ist jetzt MMA-Kämpfer

Deutscher Ex-Nationalspieler ist jetzt MMA-Kämpfer
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Berlin – Ex-Hertha-Star Diego Demme (34) hat vor wenigen Monaten seine Karriere als Profifußballer beendet. Als sportlichen Ausgleich hat sich der frühere Nationalspieler jetzt ein ganz spezielles Hobby ausgesucht. Vier- bis fünfmal die Woche geht er nun ins „Choke Athletics“, einen exklusiven MMA-Fight-Club in Berlin-Charlottenburg (Joachimsthaler Str. 25).

MMA ist eine moderne Vollkontakt-Kampfsportart, die Schlag- und Tritttechniken (wie Boxen, Kickboxen, Taekwondo) mit Ring- und Bodenkampftechniken (wie Brazilian Jiu-Jitsu, Judo oder Ringen) verbindet. Kein Witz: Ex-Fußballer Demme (italienischer Meister und Pokalsieger mit SSC Neapel sowie Champions-League-Teilnehmer mit RB Leipzig) wird jetzt wirklich zum Käfigkämpfer.

BILD war zu Besuch bei Demmes schlagkräftiger Trainings-Session mit seinem Personal-Trainer Saman Darvish (41), dem Gründer und Head-Coach des Gyms. 75 Minuten dauert die Einheit zu zweit im schwarzen Zaunkäfig. Demme schlägt und tritt gegen die Hand- und Körperpratzen seines Coaches. Es folgen Drehkicks, Fußfeger und sogar Ringkampf am Boden mit Würgegriff. Das Überraschende: Demme macht das wirklich verdammt gut! Wie ist das möglich?

Ex-Hertha-Star Diego Demme macht jetzt Drehkicks statt Volleys

Sein Trainer Darvish sagt: „Diego ist seit vier bis fünf Wochen bei mir. Er macht sich hervorragend, lernt rasant und ist körperlich sehr belastbar. Schon beim Aufwärmen merkt man, dass da ein Profi am Werk ist. Sein Wille und Biss sind bemerkenswert. Das dürfte mit seinem großen Ehrgeiz und dem Profisport zusammenhängen. Ebenso seine enorme Ausdauer. Es sind zwar komplett neue Körperbewegungen für ihn dabei, aber er saugt alles auf wie ein Schwamm.“

Demme ist der erste Ex-Fußball-Nationalspieler (1 Länderspiel) im „Choke Athletics“. Er sagt: „Am Anfang habe ich wirklich nur auf die Mütze bekommen, weil es eine ganz andere Belastung ist. Da kam ich aus den Griffen der Gegner nicht heraus und hatte selbst vom vielen Greifen noch Schmerzen an den Armen. Kürzlich habe ich den ersten Kurs gehabt, in dem mich keiner ‚getappt‘ (bedeutet: zur Aufgabe gezwungen) hat. Das war geil.“

„Am Anfang habe ich nur auf die Mütze bekommen!“

Denn Demme ist jetzt voll drin, hat sichtlich Power. Sein Coach bekommt einiges ab, ruft sogar einmal: „Ich muss echt aufpassen, manche Leute lernen einfach zu schnell.“ Demme hört das gerne und kämpft voller Elan und Körpergeschick weiter. Immer wieder befreit er sich aus den Griffen und geht blitzschnell zum Gegenangriff über. Er sagt: „Ich bin langsam bereit, in den Abendkurs zu gehen, wo die Mittel- bis Fortgeschrittenen beim Grappling (Ringen ohne Schläge oder Tritte – Anm. der Red.) sind.“

MMA-Kämpfer Demme – eine verrückte Geschichte. Immerhin hatte er die letzten zwei Hertha-Jahre immer wieder mit Gehirnerschütterungen zu kämpfen. Der Deutsch-Italiener verrät: „Meinem Kopf geht es wieder gut. Ich habe die Angst vor Rückschlägen besiegt.“ Allein dafür hat sich das Kampfsporttraining schon gelohnt.

Sehen wir Demme in Zukunft sogar im Käfigkampf? Er lacht: „Das ist durch diesen Kurs nicht mein Ziel. Es ist aber ein beruhigendes Gefühl, dass man anderen oder sich selbst in einer Notsituation dadurch noch besser zu helfen wüsste.“

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