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Cyberangriff auf Supermärkte: IT-Experte warnt vor weiteren Attacken

Cyberangriff auf Supermärkte: IT-Experte warnt vor weiteren Attacken
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Reisbach (Bayern) – Nach einem großen Hackerangriff auf deutsche Supermärkte mussten mehrere Tonnen Lebensmittel entsorgt werden. Über Nacht griffen Unbekannte auf etliche Kühltruhen zu. Diese heizten sich auf bis zu 50 Grad auf. Ein IT-Experte warnt nun vor weiteren Angriffen. Die alltägliche Infrastruktur ist wenig geschützt. Sein Urteil: „Die Kühltruhen sind nur die Spitze des Eisbergs.“

Wie angreifbar ist die Infrastruktur in Deutschland? Über Nacht schalteten Dutzende Kühltruhen in Supermärkten überall in Deutschland von minus 20 Grad auf plus 50. Tonnen von Lebensmitteln wurden entsorgt. Schon vor zwei Wochen wurden mehr als 100 Märkte in Frankreich und Belgien angegriffen. Das Besondere: Im Visier der Hacker stand nicht die kritische Infrastruktur, sondern die alltägliche. Und genau diese ist besonders verwundbar, sagt Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker (39), Experte für Cybersicherheit und IT-Recht.

Diese Anlagen könnten die nächsten Ziele sein

„Es gibt noch viele Komponenten da draußen, die theoretisch sofort angegriffen werden können, von denen wir noch gar nichts wissen“, sagt Kipker. Kühlanlagen, Pumpen, Lüftungen und Gebäudetechnik gehören zu den Systemen, die noch mit industrieller Steuerungstechnik funktionieren. „Jahrzehntelang wurde vernetzt, ohne dabei auf Sicherheit zu achten“, so Kipker. Wenn die Angreifer dann erst einmal drin sind, bräuchten sie nur einen einfachen Befehl zu geben. In diesem Fall: Abtauprogramm starten.

Experte rechnet mit weiteren Angriffen

Laut Kipker haben Hacker spätestens mit dem Angriff auf die Kühltruhen begriffen, dass sich alltägliche Infrastruktur aus der Ferne lahmlegen lässt, billig und in großem Stil. Deswegen rechnet der Experte mit weiteren Angriffen. „Es wird vermutlich nicht bei zwei Angriffswellen auf die Kühlgeräte bleiben“, ist sich der 39-Jährige sicher.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurde eingeschaltet. Ein BSI-Sprecher zu BILD: „Die Versorgungssicherheit ist in diesem Fall nicht gefährdet.“ Aber: Laut BSI sind die Schwachstellen bekannt. Man mahnt schon länger, solche Steuerungssysteme angemessen abzusichern.

Ist der Kühlschrank zu Hause in Gefahr?

Für den Kühlschrank zu Hause sieht Kipker zunächst keine vergleichbare Gefahr. Verbraucher seien von der Angriffswelle „eher unwahrscheinlich“ betroffen. Smarte Kühlschränke hängen normalerweise nicht direkt am Internet, sondern befinden sich im Heimnetzwerk hinter dem Router. Kipker warnt: Wer ein kaum benötigtes Gerät unnötig vernetzt, hole sich im Zweifel „eine tickende Zeitbombe ins Haus“.

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