Tschüss Euphorie, es war so nett mit dir. Und hallo zurück, Krise! Polemik? Nee, leider Wahrheit. Nach 16 schönen Monaten ist die Unzufriedenheit zurück auf Schalke. Die große Aufstiegseuphorie ist weg, jetzt geht's an die Gnaden-Reserve.
Beim Pokal-Aus in Dresden äußerten die Mitgereisten ihre Meinung noch durch Schweigen. Nach der Leipzig-Pleite gab’s sogar leichten Applaus, was den Fans angesichts der üblen Minusform hoch anzurechnen ist. Es scheint, als würden die Schalker auf den Rängen ihre Enttäuschung mit aller Kraft zurückhalten – weil sicher niemand Bock auf diesen bösen Krisen-Rückfall hat.
Dabei wären das Dresden-Debakel, Platz 17 in der Bundesliga und zig Verletzte schon Grund genug für Tristesse. Noch dazu spielt die Muslic-Truppe einen Grusel-Fußball, der selbst in der Mitte der Fangemeinde für Pessimismus sorgt.
Um das mal deutlich zu sagen: JA, eine stabile Abwehr ist das Fundament für die Rettung. Aber die beste Abwehr der Welt nützt nichts, wenn der Sturm nur Verstecken spielt. Dzeko, Hwang, Adamu oder Sylla – ich weiß gar nicht, wer der Harmloseste ist.
Die Wintertransfers müssen sitzen
Eine weitere unangenehme Wahrheit: Von den sieben Neuzugängen überzeugt bislang keiner auf ganzer Linie. Besonders die Risiko-Transfers – also die, die nur dank eines Karriereknicks zu bekommen waren – laufen ihren Verheißungen hinterher: Adamu, Ebimbe, Wöber und Hwang. Schon jetzt ist klar, dass das Transfer-Duo Baumann/Lüftl im Winter nachlegen und liefern muss.
Dass viele Fans unzufrieden sind, ist normal. Auch der Fakt, dass überhaupt mal wieder eine Krise herrscht. Der Tag musste kommen. Jetzt geht es darum, sie speziell intern zu beherrschen. Von außen kann man dabei nur auf die Schalke-Macher hoffen – denn vielleicht ist das Vertrauen im Gegensatz zur Euphorie noch nicht aufgebraucht.