Politik

AfD und NSDAP ähneln sich „in vielen Bereichen“, sagt Charlotte Knobloch

AfD und NSDAP ähneln sich „in vielen Bereichen“, sagt Charlotte Knobloch
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München – Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch (93), zieht in einem Interview Parallelen zwischen der heutigen AfD und der NSDAP bis 1933. „Ich sehe in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen ist“, sagte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland dem Magazin „stern“.

Auch die NSDAP habe „einmal klein angefangen und ausprobiert, was alles möglich ist“. Exakt das mache die AfD: Ihre Politiker testeten aus, was zumutbar sei. „Und wir sehen: Sie wachsen mit zunehmender Radikalität“, warnte die 93 Jahre alte Holocaust-Überlebende, die Sorge äußerte, ob Deutschland ein demokratisches Land bleiben werde. Auf die Frage, ob der Vergleich zwischen der AfD heute und der NSDAP zu Beginn der 1930er Jahre redlich sein, antwortete Knobloch: „Man kann es nicht gleichsetzen, aber vergleichen sollte man.“

AfD von allen schrecklichen Parteien die gefährlichste

„Ich habe viele schreckliche Parteien erlebt, NPD, Republikaner, DVU“, zählte Knobloch auf, doch sie seien „gekommen und wieder verschwunden. Keine war so gefährlich, wie es die AfD ist.“ Sie höre „ständig, warum es nicht möglich sein sollte, diese Partei zu verbieten. Mindestens ebenso wichtig wäre aber, warum es nötig sein könnte“, erklärte Knobloch.

Bei vielem, was AfD-Politiker von sich gäben, frage sie sich, wo die Justiz sei und wieso man heute ungestraft gegen Menschen hetzen dürfe. Sie plädierte dafür, „in der Bekämpfung dieser Radikalen selbst zu radikalen Mitteln“ zu greifen, denn „anders werden wir es nicht schaffen“.

Knobloch äußerte die Befürchtung, „dass ein Verbotsverfahren unter den jetzigen Umständen keinen Erfolg hätte. Versuchen sollte man es vielleicht dennoch.“ Das radikalste Mittel wäre nach ihren Worten, dass die Menschen anfangen nachzudenken. „Wir müssen mit den Jugendlichen sprechen, auf all jene zugehen, die gefährdet sind“, empfahl sie. (epd/ias)

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