Toledo (Spanien) – Sie hatte fast ihr ganzes Leben noch vor sich. Erst vor wenigen Wochen war Julieta Gallego 24 Jahre alt geworden. Jetzt ist das vielversprechende Leichtathletik-Talent tot. Die gebürtige Spanierin, die zuletzt in Deutschland lebte, ist unter den Opfern des verheerenden Zugunglücks in der Provinz Toledo. Mindestens 73 weitere Menschen kamen dabei ums Leben.
„Die spanische Leichtathletikfamilie trauert um Julieta Gallego, eine Athletin des Vereins AD Sprint, die bei dem Zugunglück in Urda (Toledo) ums Leben kam“, erklärte der Königliche Spanische Leichtathletikverband (RFEA) in den sozialen Medien. „Wir möchten der Familie, ihren Angehörigen und ihren Mannschaftskameraden unser tiefstes Beileid aussprechen und ihnen unsere volle Unterstützung zusichern. Ruhe in Frieden.“
Die 24-Jährige lebte zuletzt in Berlin, wie das spanische Nachrichtenportal „HuffPost España“ berichtet. Hier ging Gallego für die Berliner Leichtathletikgemeinschaft LAC Berlin an den Start. In ihrer spanischen Heimat war die Weitspringerin weiterhin mit dem Madrider Verein AD Sprint verbunden. Gallego war auf den Weitsprung spezialisiert. Sie trat auch im 60-Meter-Sprint an. Bei den spanischen U23-Hallenmeisterschaften 2023 in Antequera stellte sie mit 5,90 Metern ihre persönliche Bestleistung im Weitsprung auf, berichtet der spanische Rundfunk RTVE.
So spielte sich das Unglück ab
Gallego war Passagierin in einem der Hochgeschwindigkeitszüge, die am Mittwochmorgen auf gerader Strecke bei Urda in Kastilien-La Mancha miteinander kollidierten. Ein Renfe-Zug mit 397 Passagieren raste in einen auf demselben Gleis stehenden Zug der Gesellschaft Iryo mit 147 Menschen an Bord. Mehrere Waggons entgleisten und stürzten den Bahndamm hinunter. Beide Züge waren von Madrid nach Sevilla unterwegs.
Nach Angaben von Verkehrsminister Óscar Puente fiel um 8.30 Uhr wegen einer Computerstörung das Sicherheitssystem auf einem 63 Kilometer langen Streckenabschnitt aus. Alle Züge stoppten. Doch die Leitstelle ließ den Renfe-Zug ohne zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung weiterfahren. Um 8.53 Uhr raste er in den stehenden Iryo-Zug.