Hamburg – Der Prozess um die Entführung der Block-Kinder zieht sich weiter in die Länge. Das Landgericht Hamburg hat 15 zusätzliche Verhandlungstermine bis zum 24. Februar 2027 angesetzt. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Bislang waren Termine nur bis zum 18. Dezember 2026 vorgesehen. Der im Juli 2025 gestartete Prozess wurde bereits mehrfach verlängert. 84 Verhandlungstage gab es schon.
Angeklagt ist die Hamburger Unternehmerin Christina Block (53). Nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit soll sie eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt haben. Diese holte ihre beiden jüngsten Kinder aus Dänemark nach Deutschland. Block bestreitet die Vorwürfe. Neben ihr stehen sechs weitere Angeklagte vor Gericht, darunter ihr Lebensgefährte, der frühere Sportmoderator Gerhard Delling (67). Auch er weist die Vorwürfe zurück.
Immer neue Wendungen im Prozess
Eigentlich schien der Prozess bereits auf der Zielgeraden. Doch der „Zeit“-Podcast „House of Block“ mit Aussagen der minderjährigen Tochter führte zu neuen Beweiserhebungen und weiteren Zeugen. Die erwarteten Schlussplädoyers wurden dadurch erneut verschoben.
Der Prozess zählt zu den aufsehenerregendsten Sorgerechts- und Entführungsverfahren Deutschlands. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Frage, wer für die spektakuläre Rückholung der Kinder aus Dänemark verantwortlich war. Das Gericht muss auch klären, welche Rolle die einzelnen Angeklagten bei der Planung und Durchführung der Aktion gespielt haben.
Der nächste Verhandlungstag ist für den 6. November angesetzt.