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Nach 40 Jahren Eltern angeklagt: Mädchen (4) zu Tode gequält und an Autobahn entsorgt

Nach 40 Jahren Eltern angeklagt: Mädchen (4) zu Tode gequält und an Autobahn entsorgt
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Blois (Frankreich) – Fast 40 Jahre, nachdem ein kleines Mädchen zu Tode gequält und der Leichnam neben einer Autobahn wie Müll entsorgt wurde, stehen die mutmaßlichen Mörder endlich vor Gericht – es sollen ihre eigenen Eltern sein!

Der Mutter Halima El B. (72) wirft die Staatsanwaltschaft in Blois in Frankreich vor, ihr Kind so schwer gefoltert und barbarisch behandelt zu haben, dass es gestorben ist. Der Vater Ahmed T. (74) soll nicht eingeschritten sein und sich so zum Komplizen gemacht haben. Mittlerweile sind die Beschuldigten Senioren. Trotz ihres hohen Alters droht ihnen eine lebenslange Haftstrafe.

Jahrzehnte wusste niemand, wer das tote Kind war

Die Leiche von Inass T. war am 11. August 1987, mitten in den Schulferien, zwischen Orléans und Tours in eine Decke gewickelt am Rande der Autobahn gefunden worden. Medienberichten zufolge wies der Körper der Kleinen unbehandelte Brüche, Verbrennungen durch ein Bügeleisen und Bissspuren einer Frau auf. Trotz intensiver Ermittlungen blieb über Jahrzehnte unklar, wer das Kind war. Mehrfach legten die Ermittler den Fall ungeklärt zu den Akten. Über die Jahre hatten sie mehrere DNA-Spuren an Decke und Kleidung finden können. Zu wem sie gehörten, konnten sie jedoch nicht ermitteln.

Der Durchbruch gelang erst 30 Jahre nach dem Tod des Kindes, als eine der DNA-Spuren einem Mittdreißiger zugeordnet werden konnte, der wegen einer Schlägerei festgenommen worden war. Die Ermittler stellten fest, dass es sich um den Bruder des Kindes handelt. Die heute getrennt lebenden Eltern, Halima El B. und Ahmed T., wurden festgenommen. Das tote Mädchen hatte endlich einen Namen – Inass T. Lange war sie in Frankreich nur als „kleine Märtyrerin der A10“ bekannt. Der Fall gehört zu den bekanntesten Cold Cases des Landes.

Mutter und Vater waren auf dem Weg in den Urlaub

Im Verhör beschuldigte der Vater des Kindes die Mutter. Als er eines Tages nach Hause gekommen sei, sei das Mädchen tot gewesen. Die Eltern hätten die Leiche der Kleinen auf dem Weg in den Urlaub abgelegt. Die Mutter hingegen gab an, das Kind sei auf der Fahrt gestorben.

Die angeklagten Eltern haben heute insgesamt sechs Kinder. Einige von ihnen treten im Prozess als Nebenkläger auf. Sie pflegen liebevoll das Grab von Inass T., die heute 43 Jahre alt gewesen wäre.

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