Berlin – Wer 2027 eine Ausbildung beginnen will, sollte sich jetzt rasch bewerben. Viele große Unternehmen und Behörden suchen bereits ihre Azubis für das kommende Jahr. Doch wer 2027 als Azubi, dual Studierender oder Berufseinsteiger starten will, könnte in eine KI-Falle tappen. Denn in vielen Unternehmen schaut zuerst eine künstliche Intelligenz auf die Unterlagen. Und die siebt Bewerber im Zweifel knallhart aus, bevor überhaupt ein Mensch die Papiere zu Gesicht bekommt.
KI-Profi gibt Bewerbungstipps
BILD hakte bei Annika von Mutius, Vorständin des KI-Bundesverbands, nach. Worauf sollten Bewerber achten, damit ihre Bewerbung nicht schon bei der digitalen Vorauswahl aussortiert wird?
Was unbedingt in Bewerbungen stehen muss
Der wichtigste Tipp: Begriffe aus der Stellenanzeige übernehmen. Wer sich als „Projektmanager“ bewirbt, sollte diese Berufsbezeichnung auch genau so im Lebenslauf verwenden. Viele Systeme gleichen Bewerbungen automatisch mit den Anforderungen der Ausschreibung ab.
Auch die Form zählt. Statt aufwendiger Designs rät von Mutius zu einem übersichtlichen Lebenslauf mit klaren Überschriften wie „Berufserfahrung“, „Ausbildung“ oder „Qualifikationen“. Ungewöhnliche Formate können von manchen Programmen schlechter gelesen werden.
Nur Keywords bringen nichts
Besonders genau prüft die Software laut der Expertin Berufserfahrung, Abschlüsse, Qualifikationen und wichtige Fähigkeiten. Diese Angaben sollten klar und verständlich aufgeführt werden. Ebenso wichtig sei, deutlich zu machen, warum man zur ausgeschriebenen Stelle passt. Konkrete Erfahrungen hätten dabei mehr Gewicht als eine bloße Liste von Schlagworten.
Bloß nicht das Tricksen anfangen
Wer seine Unterlagen gezielt für KI-Systeme optimiert, macht laut von Mutius grundsätzlich nichts falsch. Allerdings dürften Bewerber nicht anfangen zu tricksen. „Die Bewerbung sollte ehrlich bleiben“, betont sie. Wer wahllos Begriffe einfügt oder Qualifikationen erfindet, schade sich am Ende selbst.
Zwar können inzwischen auch Bewerber KI zur Unterstützung nutzen, etwa beim Formulieren eines Anschreibens. Doch fehlende Abschlüsse oder mangelnde Berufserfahrung lassen sich damit nicht ersetzen. Entscheidend bleiben weiterhin echte Qualifikationen.
Diese Pflichtangaben nicht vergessen
Ein weiterer Rat: Mindestanforderungen klar erkennbar machen. Viele Programme prüfen zunächst, ob Bewerber bestimmte Voraussetzungen erfüllen, etwa Abschlüsse, Berufserfahrung oder andere Qualifikationen. Fehlen diese Angaben oder sind sie schwer zu finden, sinken die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.
Von Mutius fordert zugleich einen verantwortungsvollen Einsatz der Technik. KI solle Personaler unterstützen, aber nicht allein entscheiden. Am Ende müsse immer ein Mensch darüber befinden, wer den Job bekommt.