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5.000 US-Soldaten sollen aus der Oberpfalz abgezogen werden

5.000 US-Soldaten sollen aus der Oberpfalz abgezogen werden

Der von US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigte Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland trifft einem Medienbericht zufolge eine in der Oberpfalz stationierte Brigade. US-Armee wolle die sogenannte Stryker-Brigade in Vilseck abziehen, berichtete der Bayerische Rundfunk (BR) unter Berufung ​auf Kreise der US-Armee. Das Verteidigungsministerium ⁠in Berlin bestĂ€tigte die Angaben bisher jedoch nicht. Trump hatte am Wochenende zunĂ€chst den Abzug von ​5000 Soldaten angekĂŒndigt, spĂ€ter sogar von noch mehr gesprochen.

Der BĂŒrgermeister von Vilseck, Thorsten GrĂ€dler, bedauerte dem BR gegenĂŒber den mutmaßlichen Abzug der Soldaten. In dem Ort mit 6.500 Einwohnern leben demnach etwa ​5.000 US-Soldaten mit ihren Familien. Ein Abzug könne schwere wirtschaftliche Folgen haben. Schon 2020 hatte Trump den Abzug des 2nd Cavalry Regiment angedroht. ⁠Dem BR ​zufolge soll der zuletzt ausgebaute Standort ‌auf dem TruppenĂŒbungsplatz Grafenwöhr jedoch nicht geschlossen werden, mindestens 8.000 Soldaten blieben dauerhaft ‌stationiert.

Auch die geplante Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern soll nicht umgesetzt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Sonntag bestÀtigt, dass die vom damaligen US-PrÀsidenten Joe Biden zugesagte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörper zunÀchst nicht erfolgen werde. »Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug«, sagte Merz. »Objektiv gibt es aus den USA heraus kaum eine Möglichkeit, Waffensysteme dieser Art abzugeben.«

Alternativen zu Tomahawk-Marschflugkörpern gesucht

Die Bundesregierung will daher zĂŒgig eigene Systeme entwickeln. Dies mĂŒsse jetzt »mit Nachdruck« umgesetzt werden, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Ziel sei es, »hier keine LĂŒcke entstehen zu lassen«, da vor allem die Stationierung von Iskander-Raketen in der zu Russland gehörenden Exklave Kaliningrad eine »Bedrohung fĂŒr Europa« darstelle. Es werde deshalb bereits an einem »umfassenden Abschreckungspaket« gearbeitet – auf nationaler und europĂ€ischer Ebene sowie mit den Nato-VerbĂŒndeten.

Auch andere EU-Staaten bekrĂ€ftigen ihr Streben nach mehr UnabhĂ€ngigkeit in der Verteidigung. Trumps Entscheidung zeige, »dass wir die europĂ€ische SĂ€ule der Nato wirklich stĂ€rken mĂŒssen, und wir mĂŒssen wirklich mehr tun«, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte sagte, die EuropĂ€er hĂ€tten die Botschaft Trumps »laut und deutlich gehört«. Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron mahnte, Europa brauche »mehr UnabhĂ€ngigkeit in Fragen der Verteidigung und der Sicherheit«. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen forderte, Europa mĂŒsse seine RĂŒstungsproduktion »jetzt« beschleunigen. »Wir haben eine Menge Geld zur VerfĂŒgung, um zu investieren«, sagte sie.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht dadurch eine LĂŒcke bei der VerteidigungsfĂ€higkeit entstehen. Die Tomahawk-Raketen seien als BrĂŒcke gedacht gewesen, bis Europa ​eigene Systeme entwickelt habe, sagte Pistorius ⁠auf dem TruppenĂŒbungsplatz Munster. »Dass das jetzt möglicherweise nicht ​auf die Art geschieht, von der wir bislang ausgegangen waren, reißt diese FĂ€higkeitslĂŒcke neu auf.« Man mĂŒsse prĂŒfen, wie ​dies ausgeglichen werden könne. Deutschland entwickle bereits zusammen mit Großbritannien und Frankreich eigene Systeme.

Wadephul sieht keine LĂŒcke

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich unbesorgt. Er halte die »konventionelle AbschreckungsfĂ€higkeit der Nato in Europa« fĂŒr gegeben. Er gehe nicht davon aus, dass es in dieser Hinsicht »irgendein Minus geben wird«, sagte er. Die Stationierung durch die USA sei als »temporĂ€re Maßnahme geplant« gewesen. Europa brauche zwar eine »Deep-Strike-FĂ€higkeit«, einzelne Maßnahmen dĂŒrften aber nicht ĂŒberbewertet werden. Er sei »fest davon ĂŒberzeugt«, dass die USA die Bedeutung der Nato zu schĂ€tzen wĂŒssten.

Die Bundesregierung werde nun das »enge GesprĂ€ch« mit der US-Regierung suchen, um zu sehen, »welche Entscheidung jetzt definitiv getroffen worden ist und welche Möglichkeiten wir haben, darauf einzuwirken«, sagte Wadephul weiter. »Wir mĂŒssen dies als erneute Aufforderung begreifen, schneller SelbstfĂ€higkeiten zu entwickeln und verfĂŒgbar zu haben«, sagte er. »Daran geht ĂŒberhaupt kein Weg vorbei.«

Die Linkspartei begrĂŒĂŸte die Entwicklung und forderte eine von den USA unabhĂ€ngige Verteidigung in Deutschland. Der angekĂŒndigte Abzug von Truppen aus Deutschland verursache zudem »hierzulande keinen Schaden«, sagte Linken-Co-Fraktionschef Sören Pellmann. Die »tĂ€glich wechselnde Meinung« Trumps stelle in Kombination mit den in Deutschland und Europa stationierten Truppen »eine Gefahr dar«. Durch einen US-Abzug könne sich ein »â€șWindow of opportunityâ€č fĂŒr GesprĂ€che zu RĂŒstungskontrolle und AbrĂŒstung öffnen«, sagte er.

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