{"id":335629,"date":"2026-05-04T00:08:29","date_gmt":"2026-05-03T21:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/"},"modified":"2026-05-04T00:08:38","modified_gmt":"2026-05-03T21:08:38","slug":"ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/","title":{"rendered":"\u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c, sagt Merz, dann ger\u00e4t er kurz ins Stocken"},"content":{"rendered":"<p>Die Lage f\u00fcr Friedrich Merz k\u00f6nnte kaum schlechter sein, als ihn an diesem Sonntagabend Caren Miosga zu seinem ersten Jahr im Kanzleramt befragt.  <\/p>\n<p>Derzeit ist Merz unbeliebter als SPD-Kanzler Olaf Scholz zur Ampeld\u00e4mmerung. W\u00e4hrend Scholz als Phrasen-Automat gescholten wurde, ziehen Journalisten Merz seit Amtsantritt am Nasenring seiner impulsiven S\u00e4tze vor <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article69e70b662b77976b1d64fda3\/friedrich-merz-sieht-gesetzliche-rente-kuenftig-nur-noch-als-basisabsicherung-erbitterter-widerstand-von-spd.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article69e70b662b77976b1d64fda3\/friedrich-merz-sieht-gesetzliche-rente-kuenftig-nur-noch-als-basisabsicherung-erbitterter-widerstand-von-spd.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\">Bankern<\/a> und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69f10258622ae392e46e20ca\/ganze-nation-gedemuetigt-er-weiss-nicht-wovon-er-spricht-trump-ist-wuetend-auf-merz-wegen-aussage-zu-iran-krieg.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69f10258622ae392e46e20ca\/ganze-nation-gedemuetigt-er-weiss-nicht-wovon-er-spricht-trump-ist-wuetend-auf-merz-wegen-aussage-zu-iran-krieg.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\">Sch\u00fclern<\/a> durch die Manege Bundesrepublik. Der SPD-Fraktionschef sagte deswegen j\u00fcngst, so wie Merz k\u00f6nne \u201eman eigentlich kein Kanzleramt <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article69f3076a052adba8a89e522e\/spd-fraktionschef-attestiert-merz-riesenproblem-so-kann-man-eigentlich-kein-kanzleramt-fuehren.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article69f3076a052adba8a89e522e\/spd-fraktionschef-attestiert-merz-riesenproblem-so-kann-man-eigentlich-kein-kanzleramt-fuehren.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\">f\u00fchren<\/a>\u201c. Und aus den Reihen der CDU-Fraktion hie\u00df es zuletzt: <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article69f0a661622ae392e46e1885\/schwarz-rot-unter-druck-keine-vier-jahre-ganz-sicher-nicht-cdu-abgeordneter-sagt-vorzeitiges-koalitionsende-voraus.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article69f0a661622ae392e46e1885\/schwarz-rot-unter-druck-keine-vier-jahre-ganz-sicher-nicht-cdu-abgeordneter-sagt-vorzeitiges-koalitionsende-voraus.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\">Schwarz-Rot<\/a> halte \u201eganz sicher\u201c keine \u201evier Jahre\u201c mehr durch, das Fenster f\u00fcr die schicksalsentscheidenden (Sozial-)Reformen schlie\u00dfe sich bald \u2013 die von der SPD-Chefin wiederum prompt am 1. Mai als \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/nrw\/article69f4b1cdce673f8cd2abb64a\/arbeitsministerin-bas-will-sozialstaat-verteidigen.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/nrw\/article69f4b1cdce673f8cd2abb64a\/arbeitsministerin-bas-will-sozialstaat-verteidigen.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\">menschenverachtend<\/a>\u201c diskreditiert worden sind.  <\/p>\n<p>Und Merz selbst? Wei\u00df erstens, dass die Bev\u00f6lkerung den aus seiner Sicht bislang gr\u00f6\u00dften Erfolg \u2013 die \u201eRettung\u201c der Nato \u2013 im Vergleich mit den gro\u00dfen Problemen im Inland als nicht \u201eallzu hochwertig\u201c ansieht. Das sagte er j\u00fcngst auf einem B\u00fcrgerdialog in Sachsen-Anhalt. Dort schienen einige B\u00fcrger ihn auszulachen anl\u00e4sslich der Frage, was eigentlich f\u00fcr sie besser geworden sei, seit Merz Kanzler ist. Und zweitens hat er auch gar nicht den Anspruch, f\u00fcr B\u00fcrger-Wohltaten ins Geschichtsbuch einzugehen: \u201eIch bin seit 20 Jahren der erste Kanzler, der den Deutschen sagt: Unsere Wohlstandsillusion wird nicht halten. Wir m\u00fcssen mehr tun\u201c als bisher, sagte er j\u00fcngst dem \u201eSpiegel\u201c. <\/p>\n<p>Und nun sitzt der Kanzler also bei Miosga \u2013 und produziert dort, nach nur zehn Minuten Sendezeit, gleich den n\u00e4chsten Satz, der ihm mutma\u00dflich in den kommenden Tagen um die Ohren fliegen wird. <\/p>\n<p>Dabei beginnt die Sendung unspektakul\u00e4r. Ihm sei vor Amtsantritt \u201eklar\u201c gewesen, \u201edass es schwierig wird\u201c, sagt er eingangs etwa, dabei vergisst er kurz sein freundliches L\u00e4cheln und schaut ernst drein. Merz will betonen, was aus seiner Sicht bislang gut gelaufen sei:  \u201eVieles\u201c sei \u201evollkommen ger\u00e4uschlos\u201c entschieden worden, dazu verweist er auf die sinkenden Asylbewerberzahlen. <\/p>\n<p>\u201eAber \u00fcber Erfolge wird dann meistens schnell hinweggegangen und Dinge, die nicht so einfach laufen, werden intensiv diskutiert\u201c, sagt Merz; \u201eda beklage ich mich gar nicht dar\u00fcber.\u201c <\/p>\n<h3>Bas und Klingbeil sollen \u201eemotional\u201c abr\u00fcsten, sagt Merz  <\/h3>\n<p>Um Migration geht es denn auch nicht im weiteren Verlauf, sondern um die oben genannten Schmerzpunkte. Zu den Aussagen von B\u00e4rbel Bas am 1. Mai spielt Miosga Merz ein Video vor. Bas poltert darin, wer den Sozialstaat als \u201enette Geste\u201c und als verzichtbaren \u201eBallast\u201c begreife, den halte sie f\u00fcr \u201ezynisch, menschenverachtend\u201c. Ob Merz sich da angesprochen f\u00fchlt, will Miosga wissen. <\/p>\n<p>Merz antwortet: \u201eNein, das tue ich nicht, da wird auch \u00fcberzogen; der 1. Mai ist ja so ein Tag, an dem man das auch mal tun darf, aber ich h\u00e4tte gerne gesehen, dass Frau Bas und auch Lars Klingbeil\u201c \u2013 der auf einer anderen Kundgebung zum Tag der Arbeit ebenfalls Merz zu kritisieren schien\u00a0\u2013 \u201enach diesen Demonstrationen jetzt zur Arbeit im Kabinett zur\u00fcckkehren, auch emotional.\u201c  <\/p>\n<p>Die Sozis d\u00fcrfen am Tag der Arbeit auch mal \u00fcberdrehen, geschenkt, das scheint die Kanzlerbotschaft zu sein. Gef\u00e4hrlicher f\u00fcr ihn ist ohnehin der Unmut in der eigenen Partei, und das scheint er auch zuzugestehen bei Miosga, die ihm als n\u00e4chsten Video-Einspieler Christian von Stetten, den Chef des m\u00e4chtigen Parlamentskreises Mittelstand, vorspielt. Er ist es, der prophezeit: \u201eKeine vier Jahre\u201c werde die Koalition halten. <\/p>\n<p>Der Kanzler lacht, als er das vorgespielt bekommt. \u201eJetzt haben Sie gelacht. Dabei sagt der ja etwas Dramatisches\u201c, stellt Miosga fest. Merz meint: \u201eWeil ich ihn gut kenne.\u201c <\/p>\n<p>Dann wird er ernst, greift zu drastischen Worten: \u201eEs gibt in der CDU einen gr\u00f6\u00dfer werdenden Unmut, auch in der CSU, \u00fcber Kompromisse, die wir miteinander machen.\u201c Und zwar habe Merz mit seinem \u201esehr guten\u201c <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article699888a4153f05936cafe7b0\/91-2-prozent-fuer-merz-lage-deutschlands-und-der-cdu-wird-ja-nicht-besser-wenn-wir-den-vorsitzenden-abstrafen.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article699888a4153f05936cafe7b0\/91-2-prozent-fuer-merz-lage-deutschlands-und-der-cdu-wird-ja-nicht-besser-wenn-wir-den-vorsitzenden-abstrafen.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\">Wiederwahlergebnis<\/a> als CDU-Chef \u201eeinen gro\u00dfen Handlungsspielraum, aber ich habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen. Das hat mir die Partei nicht erlaubt und das habe ich auch nicht vor. So, in dieser Koalition muss die Union vorkommen und wir m\u00fcssen auch Dinge hinbekommen, die unsere Handschrift tragen und das ist vielleicht manchem in der Union bisher noch nicht gut genug gelungen.\u201c Diese Einsch\u00e4tzung \u201eteile\u201c er, und \u201edeswegen gibt es jetzt ein paar Themen, wo wir wirklich Fortschritte erzielen\u201c. <\/p>\n<h3>SPD k\u00f6nne nicht mit CDU \u201emachen, was sie will\u201c<\/h3>\n<p>Hat er gesagt: \u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c? Ja, der Satz fiel bei der Zehn-Minuten-Marke und Miosga will nachhaken. Merz stottert kurz und blockt dann ab: \u201eSie haben meine Formulierung verstanden.\u201c <\/p>\n<p>Was er habe sagen wollen: \u201eIch habe einen gro\u00dfen Bewegungsspielraum in der CDU\u201c, weil er seiner Partei ja vor seiner Wiederwahl gesagt habe, dass er eben keine Mehrheit abseits der SPD sucht, das will Merz hier betonen \u2013 und gleichzeitig die SPD zu mehr Kompromissbereitschaft aufrufen. Merz\u2018 Entscheidung zu dieser Koalition n\u00e4mlich sollte die SPD \u201enicht zu dem Gedanken verleiten, sie k\u00f6nnte sozusagen mit uns machen, was sie will\u201c, fordert Merz.<\/p>\n<p>Dass Merz das so aussprechen muss \u2013 und ihm als Sprachbild f\u00fcr den Zustand der Union schon der Totschlag durch den Kanzler einf\u00e4llt \u2013 l\u00e4sst tief blicken. Wie schlimm ist es um eine Koalition bestellt, wenn der st\u00e4rkere Partner sich darin offenbar derart schlecht repr\u00e4sentiert f\u00fchlt nach einem Jahr?  <\/p>\n<p>Merz jedenfalls scheint sich, wohl auch deshalb, als Ziel f\u00fcr den Abend gesetzt zu haben: Den aus der Koalition rausdr\u00e4ngenden Teil seiner Partei einzufangen \u2013 und den Sozi-Sturk\u00f6pfen einzuh\u00e4mmern, dass die Koalition scheitert, wenn sie ihm dabei nicht helfen. Miosga fragt: \u201eHaben das alle begriffen inzwischen, dass man nur gemeinsam \u00fcberleben kann?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch hoffe es\u201c, antwortet der Kanzler. \u201eIch sage jedenfalls an alle diejenigen, die uns von au\u00dfen beobachten und uns nahestehen: Vergesst die Hoffnung, dass es da irgendwas mit Minderheitsregierung gibt und Duldung durch die AfD.\u201c Und an die andere Seite gerichtet: \u201eIch sage an die Adresse der SPD: Es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit.\u201c <\/p>\n<p>Sondern, meint Merz, eine Koalition aus zwei Parteien der Mitte \u2013 die noch einige Reformen vorhaben und sich darauf verst\u00e4ndigen m\u00fcssen, wer diese bezahlt. Miosga und Merz begeben sich zur Sendungshalbzeit hin also ins Konkrete. Der Kanzler verspricht unter anderem, dass er bei der Reform des Versicherungssystems langfristig auch die Beamten einbeziehen will; dass der Bund die Kassen bei der Arbeitslosenfinanzierung perspektivisch in Spr\u00fcngen von 500 Millionen pro Jahr unterst\u00fctzen wird; und dass die SPD im Bundestag bestimmt der teilweisen Abschaffung der kostenlosen Familien-Mitversicherung zustimmen wird. <\/p>\n<h3> Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieber<\/h3>\n<p>Merz betont auch mehrfach, als es um die konkreten Probleme in den Sozialsystemen geht: Diese seien seit Jahrzehnten von keiner deutschen Regierung angegangen worden. Er sagt S\u00e4tze wie: \u201eWir versuchen, das Problem schrittweise zu l\u00f6sen.\u201c Merz scheint gelernt zu haben, die ganz gro\u00dfen Ank\u00fcndigungen bleiben zu lassen. Dass nun wieder irgendeine Jahreszeit der Reformen anst\u00fcnde nach dem folgenlosen \u201eHerbst der Reformen\u201c 2025 \u2013 der Kanzler verkneift es sich. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieber.   <\/p>\n<p>Und das ist wohl klug angesichts der anstehenden Unw\u00e4gbarkeiten, die Merz einr\u00e4umen muss. Dar\u00fcber, wie umfangreich etwa die Entlastungen einer ja auch noch anstehenden Steuerreform ausfallen k\u00f6nnten, \u201ehaben wir in der Koalition noch keine Einigkeit\u201c, sagt Merz zum Beispiel. Er macht aber eine Ansage an Vizekanzler Klingbeil, der h\u00f6here Einkommen st\u00e4rker belasten will. \u201eEr muss wissen, dass das mit der CDU\/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht\u201c, so der Kanzler. <\/p>\n<p>Wo stattdessen das Geld herkommen k\u00f6nnte, dazu stellt der Kanzler einiges Eigenes in den Raum. Wichtig ist dem Kanzler dabei: \u201eWir machen es in etwas kleineren Schritten.\u201c <\/p>\n<p>\u201eDen Spitzensteuersatz leicht anzuheben, wenn man daf\u00fcr den Soli abschafft\u201c \u2013 das etwa hielte Merz f\u00fcr einen guten Vorschlag. Jetzt schon gebe es \u201efaktisch\u201c einen \u201eEinstellungsstopp f\u00fcr die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article693201a111f914c89b8533ef\/das-ist-ein-wirklich-grosser-wurf-bund-und-laender-beschliessen-radikalen-buerokratie-abbau.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article693201a111f914c89b8533ef\/das-ist-ein-wirklich-grosser-wurf-bund-und-laender-beschliessen-radikalen-buerokratie-abbau.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\">Bundesverwaltung<\/a>\u201c, noch eine Einsparungsidee. Und er lobt auch Vorhaben seiner Energieministerin Katherina Reiche, teure Steuergeld-Verg\u00fctungen f\u00fcr \u00fcbersch\u00fcssigen \u00d6ko-Strom zu reduzieren und die Solarf\u00f6rderung f\u00fcr Privatleute zu streichen \u2013 \u201edas sind Vorschl\u00e4ge, \u00fcber die wir mit der SPD jetzt noch reden werden.\u201c <\/p>\n<p>Die Gretchenfrage zu alledem stellt Miosga, kurz bevor sie dann kurz zum Drama um Wal Timmy und l\u00e4nger zu anderen Krisenherden \u2013 Transatlantik, Trump, Iran \u2013 \u00fcbergeht. Wird Merz angesichts des absehbaren Streits mit der SPD sein politisches Schicksal an das Gelingen weiterer Reformen kn\u00fcpfen? W\u00e4re er zur Vertrauensfrage bereit? <\/p>\n<p>\u201eDas ist eine Frage, mit der ich mich heute nicht besch\u00e4ftigen muss\u201c, antwortet Merz. Und f\u00fcgt an: \u201eDas ist f\u00fcr jeden Bundeskanzler immer eine Option, aber eine Option, \u00fcber die ich im Augenblick keine Veranlassung habe, nachzudenken.\u201c <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/jan-alexander-casper\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/jan-alexander-casper\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\"><b><em>Jan Alexander Casper<\/em><\/b><\/a><b><em> berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber die Gr\u00fcnen und gesellschaftspolitische Themen.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lage f\u00fcr Friedrich Merz k\u00f6nnte kaum schlechter sein, als ihn an diesem Sonntagabend Caren Miosga zu seinem ersten Jahr im Kanzleramt befragt. 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Gef\u00e4hrlicher f\u00fcr ihn ist ohnehin der Unmut in der eigenen Partei, und das scheint er auch zuzugestehen bei Miosga, die ihm als n\u00e4chsten Video-Einspieler Christian von Stetten, den Chef des m\u00e4chtigen Parlamentskreises Mittelstand, vorspielt. Er ist es, der prophezeit: \u201eKeine vier Jahre\u201c werde die Koalition halten. Der Kanzler lacht, als er das vorgespielt bekommt. \u201eJetzt haben Sie gelacht. Dabei sagt der ja etwas Dramatisches\u201c, stellt Miosga fest. Merz meint: \u201eWeil ich ihn gut kenne.\u201c Dann wird er ernst, greift zu drastischen Worten: \u201eEs gibt in der CDU einen gr\u00f6\u00dfer werdenden Unmut, auch in der CSU, \u00fcber Kompromisse, die wir miteinander machen.\u201c Und zwar habe Merz mit seinem \u201esehr guten\u201c Wiederwahlergebnis als CDU-Chef \u201eeinen gro\u00dfen Handlungsspielraum, aber ich habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen. Das hat mir die Partei nicht erlaubt und das habe ich auch nicht vor. So, in dieser Koalition muss die Union vorkommen und wir m\u00fcssen auch Dinge hinbekommen, die unsere Handschrift tragen und das ist vielleicht manchem in der Union bisher noch nicht gut genug gelungen.\u201c Diese Einsch\u00e4tzung \u201eteile\u201c er, und \u201edeswegen gibt es jetzt ein paar Themen, wo wir wirklich Fortschritte erzielen\u201c. SPD k\u00f6nne nicht mit CDU \u201emachen, was sie will\u201cHat er gesagt: \u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c? Ja, der Satz fiel bei der Zehn-Minuten-Marke und Miosga will nachhaken. Merz stottert kurz und blockt dann ab: \u201eSie haben meine Formulierung verstanden.\u201c Was er habe sagen wollen: \u201eIch habe einen gro\u00dfen Bewegungsspielraum in der CDU\u201c, weil er seiner Partei ja vor seiner Wiederwahl gesagt habe, dass er eben keine Mehrheit abseits der SPD sucht, das will Merz hier betonen \u2013 und gleichzeitig die SPD zu mehr Kompromissbereitschaft aufrufen. Merz\u2018 Entscheidung zu dieser Koalition n\u00e4mlich sollte die SPD \u201enicht zu dem Gedanken verleiten, sie k\u00f6nnte sozusagen mit uns machen, was sie will\u201c, fordert Merz.Dass Merz das so aussprechen muss \u2013 und ihm als Sprachbild f\u00fcr den Zustand der Union schon der Totschlag durch den Kanzler einf\u00e4llt \u2013 l\u00e4sst tief blicken. Wie schlimm ist es um eine Koalition bestellt, wenn der st\u00e4rkere Partner sich darin offenbar derart schlecht repr\u00e4sentiert f\u00fchlt nach einem Jahr? Merz jedenfalls scheint sich, wohl auch deshalb, als Ziel f\u00fcr den Abend gesetzt zu haben: Den aus der Koalition rausdr\u00e4ngenden Teil seiner Partei einzufangen \u2013 und den Sozi-Sturk\u00f6pfen einzuh\u00e4mmern, dass die Koalition scheitert, wenn sie ihm dabei nicht helfen. Miosga fragt: \u201eHaben das alle begriffen inzwischen, dass man nur gemeinsam \u00fcberleben kann?\u201c\u201eIch hoffe es\u201c, antwortet der Kanzler. \u201eIch sage jedenfalls an alle diejenigen, die uns von au\u00dfen beobachten und uns nahestehen: Vergesst die Hoffnung, dass es da irgendwas mit Minderheitsregierung gibt und Duldung durch die AfD.\u201c Und an die andere Seite gerichtet: \u201eIch sage an die Adresse der SPD: Es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit.\u201c Sondern, meint Merz, eine Koalition aus zwei Parteien der Mitte \u2013 die noch einige Reformen vorhaben und sich darauf verst\u00e4ndigen m\u00fcssen, wer diese bezahlt. Miosga und Merz begeben sich zur Sendungshalbzeit hin also ins Konkrete. Der Kanzler verspricht unter anderem, dass er bei der Reform des Versicherungssystems langfristig auch die Beamten einbeziehen will; dass der Bund die Kassen bei der Arbeitslosenfinanzierung perspektivisch in Spr\u00fcngen von 500 Millionen pro Jahr unterst\u00fctzen wird; und dass die SPD im Bundestag bestimmt der teilweisen Abschaffung der kostenlosen Familien-Mitversicherung zustimmen wird. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieberMerz betont auch mehrfach, als es um die konkreten Probleme in den Sozialsystemen geht: Diese seien seit Jahrzehnten von keiner deutschen Regierung angegangen worden. Er sagt S\u00e4tze wie: \u201eWir versuchen, das Problem schrittweise zu l\u00f6sen.\u201c Merz scheint gelernt zu haben, die ganz gro\u00dfen Ank\u00fcndigungen bleiben zu lassen. Dass nun wieder irgendeine Jahreszeit der Reformen anst\u00fcnde nach dem folgenlosen \u201eHerbst der Reformen\u201c 2025 \u2013 der Kanzler verkneift es sich. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieber.  Und das ist wohl klug angesichts der anstehenden Unw\u00e4gbarkeiten, die Merz einr\u00e4umen muss. Dar\u00fcber, wie umfangreich etwa die Entlastungen einer ja auch noch anstehenden Steuerreform ausfallen k\u00f6nnten, \u201ehaben wir in der Koalition noch keine Einigkeit\u201c, sagt Merz zum Beispiel. Er macht aber eine Ansage an Vizekanzler Klingbeil, der h\u00f6here Einkommen st\u00e4rker belasten will. \u201eEr muss wissen, dass das mit der CDU\/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht\u201c, so der Kanzler. Wo stattdessen das Geld herkommen k\u00f6nnte, dazu stellt der Kanzler einiges Eigenes in den Raum. Wichtig ist dem Kanzler dabei: \u201eWir machen es in etwas kleineren Schritten.\u201c \u201eDen Spitzensteuersatz leicht anzuheben, wenn man daf\u00fcr den Soli abschafft\u201c \u2013 das etwa hielte Merz f\u00fcr einen guten Vorschlag. Jetzt schon gebe es \u201efaktisch\u201c einen \u201eEinstellungsstopp f\u00fcr die Bundesverwaltung\u201c, noch eine Einsparungsidee. Und er lobt auch Vorhaben seiner Energieministerin Katherina Reiche, teure Steuergeld-Verg\u00fctungen f\u00fcr \u00fcbersch\u00fcssigen \u00d6ko-Strom zu reduzieren und die Solarf\u00f6rderung f\u00fcr Privatleute zu streichen \u2013 \u201edas sind Vorschl\u00e4ge, \u00fcber die wir mit der SPD jetzt noch reden werden.\u201c Die Gretchenfrage zu alledem stellt Miosga, kurz bevor sie dann kurz zum Drama um Wal Timmy und l\u00e4nger zu anderen Krisenherden \u2013 Transatlantik, Trump, Iran \u2013 \u00fcbergeht. Wird Merz angesichts des absehbaren Streits mit der SPD sein politisches Schicksal an das Gelingen weiterer Reformen kn\u00fcpfen? W\u00e4re er zur Vertrauensfrage bereit? \u201eDas ist eine Frage, mit der ich mich heute nicht besch\u00e4ftigen muss\u201c, antwortet Merz. Und f\u00fcgt an: \u201eDas ist f\u00fcr jeden Bundeskanzler immer eine Option, aber eine Option, \u00fcber die ich im Augenblick keine Veranlassung habe, nachzudenken.\u201c Jan Alexander Casper berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber die Gr\u00fcnen und gesellschaftspolitische Themen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c, sagt Merz, dann ger\u00e4t er kurz ins Stocken - vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Lage f\u00fcr Friedrich Merz k\u00f6nnte kaum schlechter sein, als ihn an diesem Sonntagabend Caren Miosga zu seinem ersten Jahr im Kanzleramt befragt. Derzeit ist Merz unbeliebter als SPD-Kanzler Olaf Scholz zur Ampeld\u00e4mmerung. W\u00e4hrend Scholz als Phrasen-Automat gescholten wurde, ziehen Journalisten Merz seit Amtsantritt am Nasenring seiner impulsiven S\u00e4tze vor Bankern und Sch\u00fclern durch die Manege Bundesrepublik. Der SPD-Fraktionschef sagte deswegen j\u00fcngst, so wie Merz k\u00f6nne \u201eman eigentlich kein Kanzleramt f\u00fchren\u201c. Und aus den Reihen der CDU-Fraktion hie\u00df es zuletzt: Schwarz-Rot halte \u201eganz sicher\u201c keine \u201evier Jahre\u201c mehr durch, das Fenster f\u00fcr die schicksalsentscheidenden (Sozial-)Reformen schlie\u00dfe sich bald \u2013 die von der SPD-Chefin wiederum prompt am 1. Mai als \u201emenschenverachtend\u201c diskreditiert worden sind. Und Merz selbst? Wei\u00df erstens, dass die Bev\u00f6lkerung den aus seiner Sicht bislang gr\u00f6\u00dften Erfolg \u2013 die \u201eRettung\u201c der Nato \u2013 im Vergleich mit den gro\u00dfen Problemen im Inland als nicht \u201eallzu hochwertig\u201c ansieht. Das sagte er j\u00fcngst auf einem B\u00fcrgerdialog in Sachsen-Anhalt. Dort schienen einige B\u00fcrger ihn auszulachen anl\u00e4sslich der Frage, was eigentlich f\u00fcr sie besser geworden sei, seit Merz Kanzler ist. Und zweitens hat er auch gar nicht den Anspruch, f\u00fcr B\u00fcrger-Wohltaten ins Geschichtsbuch einzugehen: \u201eIch bin seit 20 Jahren der erste Kanzler, der den Deutschen sagt: Unsere Wohlstandsillusion wird nicht halten. Wir m\u00fcssen mehr tun\u201c als bisher, sagte er j\u00fcngst dem \u201eSpiegel\u201c. Und nun sitzt der Kanzler also bei Miosga \u2013 und produziert dort, nach nur zehn Minuten Sendezeit, gleich den n\u00e4chsten Satz, der ihm mutma\u00dflich in den kommenden Tagen um die Ohren fliegen wird. Dabei beginnt die Sendung unspektakul\u00e4r. Ihm sei vor Amtsantritt \u201eklar\u201c gewesen, \u201edass es schwierig wird\u201c, sagt er eingangs etwa, dabei vergisst er kurz sein freundliches L\u00e4cheln und schaut ernst drein. Merz will betonen, was aus seiner Sicht bislang gut gelaufen sei: \u201eVieles\u201c sei \u201evollkommen ger\u00e4uschlos\u201c entschieden worden, dazu verweist er auf die sinkenden Asylbewerberzahlen. \u201eAber \u00fcber Erfolge wird dann meistens schnell hinweggegangen und Dinge, die nicht so einfach laufen, werden intensiv diskutiert\u201c, sagt Merz; \u201eda beklage ich mich gar nicht dar\u00fcber.\u201c Bas und Klingbeil sollen \u201eemotional\u201c abr\u00fcsten, sagt Merz Um Migration geht es denn auch nicht im weiteren Verlauf, sondern um die oben genannten Schmerzpunkte. Zu den Aussagen von B\u00e4rbel Bas am 1. Mai spielt Miosga Merz ein Video vor. Bas poltert darin, wer den Sozialstaat als \u201enette Geste\u201c und als verzichtbaren \u201eBallast\u201c begreife, den halte sie f\u00fcr \u201ezynisch, menschenverachtend\u201c. Ob Merz sich da angesprochen f\u00fchlt, will Miosga wissen. Merz antwortet: \u201eNein, das tue ich nicht, da wird auch \u00fcberzogen; der 1. Mai ist ja so ein Tag, an dem man das auch mal tun darf, aber ich h\u00e4tte gerne gesehen, dass Frau Bas und auch Lars Klingbeil\u201c \u2013 der auf einer anderen Kundgebung zum Tag der Arbeit ebenfalls Merz zu kritisieren schien\u00a0\u2013 \u201enach diesen Demonstrationen jetzt zur Arbeit im Kabinett zur\u00fcckkehren, auch emotional.\u201c Die Sozis d\u00fcrfen am Tag der Arbeit auch mal \u00fcberdrehen, geschenkt, das scheint die Kanzlerbotschaft zu sein. Gef\u00e4hrlicher f\u00fcr ihn ist ohnehin der Unmut in der eigenen Partei, und das scheint er auch zuzugestehen bei Miosga, die ihm als n\u00e4chsten Video-Einspieler Christian von Stetten, den Chef des m\u00e4chtigen Parlamentskreises Mittelstand, vorspielt. Er ist es, der prophezeit: \u201eKeine vier Jahre\u201c werde die Koalition halten. Der Kanzler lacht, als er das vorgespielt bekommt. \u201eJetzt haben Sie gelacht. Dabei sagt der ja etwas Dramatisches\u201c, stellt Miosga fest. Merz meint: \u201eWeil ich ihn gut kenne.\u201c Dann wird er ernst, greift zu drastischen Worten: \u201eEs gibt in der CDU einen gr\u00f6\u00dfer werdenden Unmut, auch in der CSU, \u00fcber Kompromisse, die wir miteinander machen.\u201c Und zwar habe Merz mit seinem \u201esehr guten\u201c Wiederwahlergebnis als CDU-Chef \u201eeinen gro\u00dfen Handlungsspielraum, aber ich habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen. Das hat mir die Partei nicht erlaubt und das habe ich auch nicht vor. So, in dieser Koalition muss die Union vorkommen und wir m\u00fcssen auch Dinge hinbekommen, die unsere Handschrift tragen und das ist vielleicht manchem in der Union bisher noch nicht gut genug gelungen.\u201c Diese Einsch\u00e4tzung \u201eteile\u201c er, und \u201edeswegen gibt es jetzt ein paar Themen, wo wir wirklich Fortschritte erzielen\u201c. SPD k\u00f6nne nicht mit CDU \u201emachen, was sie will\u201cHat er gesagt: \u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c? Ja, der Satz fiel bei der Zehn-Minuten-Marke und Miosga will nachhaken. Merz stottert kurz und blockt dann ab: \u201eSie haben meine Formulierung verstanden.\u201c Was er habe sagen wollen: \u201eIch habe einen gro\u00dfen Bewegungsspielraum in der CDU\u201c, weil er seiner Partei ja vor seiner Wiederwahl gesagt habe, dass er eben keine Mehrheit abseits der SPD sucht, das will Merz hier betonen \u2013 und gleichzeitig die SPD zu mehr Kompromissbereitschaft aufrufen. Merz\u2018 Entscheidung zu dieser Koalition n\u00e4mlich sollte die SPD \u201enicht zu dem Gedanken verleiten, sie k\u00f6nnte sozusagen mit uns machen, was sie will\u201c, fordert Merz.Dass Merz das so aussprechen muss \u2013 und ihm als Sprachbild f\u00fcr den Zustand der Union schon der Totschlag durch den Kanzler einf\u00e4llt \u2013 l\u00e4sst tief blicken. Wie schlimm ist es um eine Koalition bestellt, wenn der st\u00e4rkere Partner sich darin offenbar derart schlecht repr\u00e4sentiert f\u00fchlt nach einem Jahr? Merz jedenfalls scheint sich, wohl auch deshalb, als Ziel f\u00fcr den Abend gesetzt zu haben: Den aus der Koalition rausdr\u00e4ngenden Teil seiner Partei einzufangen \u2013 und den Sozi-Sturk\u00f6pfen einzuh\u00e4mmern, dass die Koalition scheitert, wenn sie ihm dabei nicht helfen. Miosga fragt: \u201eHaben das alle begriffen inzwischen, dass man nur gemeinsam \u00fcberleben kann?\u201c\u201eIch hoffe es\u201c, antwortet der Kanzler. \u201eIch sage jedenfalls an alle diejenigen, die uns von au\u00dfen beobachten und uns nahestehen: Vergesst die Hoffnung, dass es da irgendwas mit Minderheitsregierung gibt und Duldung durch die AfD.\u201c Und an die andere Seite gerichtet: \u201eIch sage an die Adresse der SPD: Es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit.\u201c Sondern, meint Merz, eine Koalition aus zwei Parteien der Mitte \u2013 die noch einige Reformen vorhaben und sich darauf verst\u00e4ndigen m\u00fcssen, wer diese bezahlt. Miosga und Merz begeben sich zur Sendungshalbzeit hin also ins Konkrete. Der Kanzler verspricht unter anderem, dass er bei der Reform des Versicherungssystems langfristig auch die Beamten einbeziehen will; dass der Bund die Kassen bei der Arbeitslosenfinanzierung perspektivisch in Spr\u00fcngen von 500 Millionen pro Jahr unterst\u00fctzen wird; und dass die SPD im Bundestag bestimmt der teilweisen Abschaffung der kostenlosen Familien-Mitversicherung zustimmen wird. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieberMerz betont auch mehrfach, als es um die konkreten Probleme in den Sozialsystemen geht: Diese seien seit Jahrzehnten von keiner deutschen Regierung angegangen worden. Er sagt S\u00e4tze wie: \u201eWir versuchen, das Problem schrittweise zu l\u00f6sen.\u201c Merz scheint gelernt zu haben, die ganz gro\u00dfen Ank\u00fcndigungen bleiben zu lassen. Dass nun wieder irgendeine Jahreszeit der Reformen anst\u00fcnde nach dem folgenlosen \u201eHerbst der Reformen\u201c 2025 \u2013 der Kanzler verkneift es sich. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieber.  Und das ist wohl klug angesichts der anstehenden Unw\u00e4gbarkeiten, die Merz einr\u00e4umen muss. Dar\u00fcber, wie umfangreich etwa die Entlastungen einer ja auch noch anstehenden Steuerreform ausfallen k\u00f6nnten, \u201ehaben wir in der Koalition noch keine Einigkeit\u201c, sagt Merz zum Beispiel. Er macht aber eine Ansage an Vizekanzler Klingbeil, der h\u00f6here Einkommen st\u00e4rker belasten will. \u201eEr muss wissen, dass das mit der CDU\/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht\u201c, so der Kanzler. Wo stattdessen das Geld herkommen k\u00f6nnte, dazu stellt der Kanzler einiges Eigenes in den Raum. Wichtig ist dem Kanzler dabei: \u201eWir machen es in etwas kleineren Schritten.\u201c \u201eDen Spitzensteuersatz leicht anzuheben, wenn man daf\u00fcr den Soli abschafft\u201c \u2013 das etwa hielte Merz f\u00fcr einen guten Vorschlag. Jetzt schon gebe es \u201efaktisch\u201c einen \u201eEinstellungsstopp f\u00fcr die Bundesverwaltung\u201c, noch eine Einsparungsidee. Und er lobt auch Vorhaben seiner Energieministerin Katherina Reiche, teure Steuergeld-Verg\u00fctungen f\u00fcr \u00fcbersch\u00fcssigen \u00d6ko-Strom zu reduzieren und die Solarf\u00f6rderung f\u00fcr Privatleute zu streichen \u2013 \u201edas sind Vorschl\u00e4ge, \u00fcber die wir mit der SPD jetzt noch reden werden.\u201c Die Gretchenfrage zu alledem stellt Miosga, kurz bevor sie dann kurz zum Drama um Wal Timmy und l\u00e4nger zu anderen Krisenherden \u2013 Transatlantik, Trump, Iran \u2013 \u00fcbergeht. Wird Merz angesichts des absehbaren Streits mit der SPD sein politisches Schicksal an das Gelingen weiterer Reformen kn\u00fcpfen? W\u00e4re er zur Vertrauensfrage bereit? \u201eDas ist eine Frage, mit der ich mich heute nicht besch\u00e4ftigen muss\u201c, antwortet Merz. Und f\u00fcgt an: \u201eDas ist f\u00fcr jeden Bundeskanzler immer eine Option, aber eine Option, \u00fcber die ich im Augenblick keine Veranlassung habe, nachzudenken.\u201c Jan Alexander Casper berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber die Gr\u00fcnen und gesellschaftspolitische Themen.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2026-05-03T21:08:29+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-05-03T21:08:38+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img_e0602ebfa06a.webp\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"574\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/webp\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Author\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Author\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"7\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/\",\"name\":\"\u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c, sagt Merz, dann ger\u00e4t er kurz ins Stocken - vof-news.eu\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img_e0602ebfa06a.webp\",\"datePublished\":\"2026-05-03T21:08:29+00:00\",\"dateModified\":\"2026-05-03T21:08:38+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed\"},\"description\":\"Die Lage f\u00fcr Friedrich Merz k\u00f6nnte kaum schlechter sein, als ihn an diesem Sonntagabend Caren Miosga zu seinem ersten Jahr im Kanzleramt befragt. 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Dabei beginnt die Sendung unspektakul\u00e4r. Ihm sei vor Amtsantritt \u201eklar\u201c gewesen, \u201edass es schwierig wird\u201c, sagt er eingangs etwa, dabei vergisst er kurz sein freundliches L\u00e4cheln und schaut ernst drein. Merz will betonen, was aus seiner Sicht bislang gut gelaufen sei: \u201eVieles\u201c sei \u201evollkommen ger\u00e4uschlos\u201c entschieden worden, dazu verweist er auf die sinkenden Asylbewerberzahlen. \u201eAber \u00fcber Erfolge wird dann meistens schnell hinweggegangen und Dinge, die nicht so einfach laufen, werden intensiv diskutiert\u201c, sagt Merz; \u201eda beklage ich mich gar nicht dar\u00fcber.\u201c Bas und Klingbeil sollen \u201eemotional\u201c abr\u00fcsten, sagt Merz Um Migration geht es denn auch nicht im weiteren Verlauf, sondern um die oben genannten Schmerzpunkte. Zu den Aussagen von B\u00e4rbel Bas am 1. Mai spielt Miosga Merz ein Video vor. 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Merz\u2018 Entscheidung zu dieser Koalition n\u00e4mlich sollte die SPD \u201enicht zu dem Gedanken verleiten, sie k\u00f6nnte sozusagen mit uns machen, was sie will\u201c, fordert Merz.Dass Merz das so aussprechen muss \u2013 und ihm als Sprachbild f\u00fcr den Zustand der Union schon der Totschlag durch den Kanzler einf\u00e4llt \u2013 l\u00e4sst tief blicken. Wie schlimm ist es um eine Koalition bestellt, wenn der st\u00e4rkere Partner sich darin offenbar derart schlecht repr\u00e4sentiert f\u00fchlt nach einem Jahr? Merz jedenfalls scheint sich, wohl auch deshalb, als Ziel f\u00fcr den Abend gesetzt zu haben: Den aus der Koalition rausdr\u00e4ngenden Teil seiner Partei einzufangen \u2013 und den Sozi-Sturk\u00f6pfen einzuh\u00e4mmern, dass die Koalition scheitert, wenn sie ihm dabei nicht helfen. 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Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieber. Und das ist wohl klug angesichts der anstehenden Unw\u00e4gbarkeiten, die Merz einr\u00e4umen muss. Dar\u00fcber, wie umfangreich etwa die Entlastungen einer ja auch noch anstehenden Steuerreform ausfallen k\u00f6nnten, \u201ehaben wir in der Koalition noch keine Einigkeit\u201c, sagt Merz zum Beispiel. Er macht aber eine Ansage an Vizekanzler Klingbeil, der h\u00f6here Einkommen st\u00e4rker belasten will. \u201eEr muss wissen, dass das mit der CDU\/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht\u201c, so der Kanzler. Wo stattdessen das Geld herkommen k\u00f6nnte, dazu stellt der Kanzler einiges Eigenes in den Raum. Wichtig ist dem Kanzler dabei: \u201eWir machen es in etwas kleineren Schritten.\u201c \u201eDen Spitzensteuersatz leicht anzuheben, wenn man daf\u00fcr den Soli abschafft\u201c \u2013 das etwa hielte Merz f\u00fcr einen guten Vorschlag. 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Bas poltert darin, wer den Sozialstaat als \u201enette Geste\u201c und als verzichtbaren \u201eBallast\u201c begreife, den halte sie f\u00fcr \u201ezynisch, menschenverachtend\u201c. Ob Merz sich da angesprochen f\u00fchlt, will Miosga wissen. Merz antwortet: \u201eNein, das tue ich nicht, da wird auch \u00fcberzogen; der 1. Mai ist ja so ein Tag, an dem man das auch mal tun darf, aber ich h\u00e4tte gerne gesehen, dass Frau Bas und auch Lars Klingbeil\u201c \u2013 der auf einer anderen Kundgebung zum Tag der Arbeit ebenfalls Merz zu kritisieren schien\u00a0\u2013 \u201enach diesen Demonstrationen jetzt zur Arbeit im Kabinett zur\u00fcckkehren, auch emotional.\u201c Die Sozis d\u00fcrfen am Tag der Arbeit auch mal \u00fcberdrehen, geschenkt, das scheint die Kanzlerbotschaft zu sein. 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Miosga fragt: \u201eHaben das alle begriffen inzwischen, dass man nur gemeinsam \u00fcberleben kann?\u201c\u201eIch hoffe es\u201c, antwortet der Kanzler. \u201eIch sage jedenfalls an alle diejenigen, die uns von au\u00dfen beobachten und uns nahestehen: Vergesst die Hoffnung, dass es da irgendwas mit Minderheitsregierung gibt und Duldung durch die AfD.\u201c Und an die andere Seite gerichtet: \u201eIch sage an die Adresse der SPD: Es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit.\u201c Sondern, meint Merz, eine Koalition aus zwei Parteien der Mitte \u2013 die noch einige Reformen vorhaben und sich darauf verst\u00e4ndigen m\u00fcssen, wer diese bezahlt. Miosga und Merz begeben sich zur Sendungshalbzeit hin also ins Konkrete. Der Kanzler verspricht unter anderem, dass er bei der Reform des Versicherungssystems langfristig auch die Beamten einbeziehen will; dass der Bund die Kassen bei der Arbeitslosenfinanzierung perspektivisch in Spr\u00fcngen von 500 Millionen pro Jahr unterst\u00fctzen wird; und dass die SPD im Bundestag bestimmt der teilweisen Abschaffung der kostenlosen Familien-Mitversicherung zustimmen wird. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieberMerz betont auch mehrfach, als es um die konkreten Probleme in den Sozialsystemen geht: Diese seien seit Jahrzehnten von keiner deutschen Regierung angegangen worden. Er sagt S\u00e4tze wie: \u201eWir versuchen, das Problem schrittweise zu l\u00f6sen.\u201c Merz scheint gelernt zu haben, die ganz gro\u00dfen Ank\u00fcndigungen bleiben zu lassen. Dass nun wieder irgendeine Jahreszeit der Reformen anst\u00fcnde nach dem folgenlosen \u201eHerbst der Reformen\u201c 2025 \u2013 der Kanzler verkneift es sich. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieber.  Und das ist wohl klug angesichts der anstehenden Unw\u00e4gbarkeiten, die Merz einr\u00e4umen muss. Dar\u00fcber, wie umfangreich etwa die Entlastungen einer ja auch noch anstehenden Steuerreform ausfallen k\u00f6nnten, \u201ehaben wir in der Koalition noch keine Einigkeit\u201c, sagt Merz zum Beispiel. Er macht aber eine Ansage an Vizekanzler Klingbeil, der h\u00f6here Einkommen st\u00e4rker belasten will. \u201eEr muss wissen, dass das mit der CDU\/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht\u201c, so der Kanzler. Wo stattdessen das Geld herkommen k\u00f6nnte, dazu stellt der Kanzler einiges Eigenes in den Raum. Wichtig ist dem Kanzler dabei: \u201eWir machen es in etwas kleineren Schritten.\u201c \u201eDen Spitzensteuersatz leicht anzuheben, wenn man daf\u00fcr den Soli abschafft\u201c \u2013 das etwa hielte Merz f\u00fcr einen guten Vorschlag. Jetzt schon gebe es \u201efaktisch\u201c einen \u201eEinstellungsstopp f\u00fcr die Bundesverwaltung\u201c, noch eine Einsparungsidee. Und er lobt auch Vorhaben seiner Energieministerin Katherina Reiche, teure Steuergeld-Verg\u00fctungen f\u00fcr \u00fcbersch\u00fcssigen \u00d6ko-Strom zu reduzieren und die Solarf\u00f6rderung f\u00fcr Privatleute zu streichen \u2013 \u201edas sind Vorschl\u00e4ge, \u00fcber die wir mit der SPD jetzt noch reden werden.\u201c Die Gretchenfrage zu alledem stellt Miosga, kurz bevor sie dann kurz zum Drama um Wal Timmy und l\u00e4nger zu anderen Krisenherden \u2013 Transatlantik, Trump, Iran \u2013 \u00fcbergeht. Wird Merz angesichts des absehbaren Streits mit der SPD sein politisches Schicksal an das Gelingen weiterer Reformen kn\u00fcpfen? W\u00e4re er zur Vertrauensfrage bereit? \u201eDas ist eine Frage, mit der ich mich heute nicht besch\u00e4ftigen muss\u201c, antwortet Merz. 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Das sagte er j\u00fcngst auf einem B\u00fcrgerdialog in Sachsen-Anhalt. Dort schienen einige B\u00fcrger ihn auszulachen anl\u00e4sslich der Frage, was eigentlich f\u00fcr sie besser geworden sei, seit Merz Kanzler ist. Und zweitens hat er auch gar nicht den Anspruch, f\u00fcr B\u00fcrger-Wohltaten ins Geschichtsbuch einzugehen: \u201eIch bin seit 20 Jahren der erste Kanzler, der den Deutschen sagt: Unsere Wohlstandsillusion wird nicht halten. Wir m\u00fcssen mehr tun\u201c als bisher, sagte er j\u00fcngst dem \u201eSpiegel\u201c. Und nun sitzt der Kanzler also bei Miosga \u2013 und produziert dort, nach nur zehn Minuten Sendezeit, gleich den n\u00e4chsten Satz, der ihm mutma\u00dflich in den kommenden Tagen um die Ohren fliegen wird. Dabei beginnt die Sendung unspektakul\u00e4r. Ihm sei vor Amtsantritt \u201eklar\u201c gewesen, \u201edass es schwierig wird\u201c, sagt er eingangs etwa, dabei vergisst er kurz sein freundliches L\u00e4cheln und schaut ernst drein. Merz will betonen, was aus seiner Sicht bislang gut gelaufen sei: \u201eVieles\u201c sei \u201evollkommen ger\u00e4uschlos\u201c entschieden worden, dazu verweist er auf die sinkenden Asylbewerberzahlen. \u201eAber \u00fcber Erfolge wird dann meistens schnell hinweggegangen und Dinge, die nicht so einfach laufen, werden intensiv diskutiert\u201c, sagt Merz; \u201eda beklage ich mich gar nicht dar\u00fcber.\u201c Bas und Klingbeil sollen \u201eemotional\u201c abr\u00fcsten, sagt Merz Um Migration geht es denn auch nicht im weiteren Verlauf, sondern um die oben genannten Schmerzpunkte. Zu den Aussagen von B\u00e4rbel Bas am 1. Mai spielt Miosga Merz ein Video vor. Bas poltert darin, wer den Sozialstaat als \u201enette Geste\u201c und als verzichtbaren \u201eBallast\u201c begreife, den halte sie f\u00fcr \u201ezynisch, menschenverachtend\u201c. Ob Merz sich da angesprochen f\u00fchlt, will Miosga wissen. Merz antwortet: \u201eNein, das tue ich nicht, da wird auch \u00fcberzogen; der 1. Mai ist ja so ein Tag, an dem man das auch mal tun darf, aber ich h\u00e4tte gerne gesehen, dass Frau Bas und auch Lars Klingbeil\u201c \u2013 der auf einer anderen Kundgebung zum Tag der Arbeit ebenfalls Merz zu kritisieren schien\u00a0\u2013 \u201enach diesen Demonstrationen jetzt zur Arbeit im Kabinett zur\u00fcckkehren, auch emotional.\u201c Die Sozis d\u00fcrfen am Tag der Arbeit auch mal \u00fcberdrehen, geschenkt, das scheint die Kanzlerbotschaft zu sein. Gef\u00e4hrlicher f\u00fcr ihn ist ohnehin der Unmut in der eigenen Partei, und das scheint er auch zuzugestehen bei Miosga, die ihm als n\u00e4chsten Video-Einspieler Christian von Stetten, den Chef des m\u00e4chtigen Parlamentskreises Mittelstand, vorspielt. Er ist es, der prophezeit: \u201eKeine vier Jahre\u201c werde die Koalition halten. Der Kanzler lacht, als er das vorgespielt bekommt. \u201eJetzt haben Sie gelacht. Dabei sagt der ja etwas Dramatisches\u201c, stellt Miosga fest. Merz meint: \u201eWeil ich ihn gut kenne.\u201c Dann wird er ernst, greift zu drastischen Worten: \u201eEs gibt in der CDU einen gr\u00f6\u00dfer werdenden Unmut, auch in der CSU, \u00fcber Kompromisse, die wir miteinander machen.\u201c Und zwar habe Merz mit seinem \u201esehr guten\u201c Wiederwahlergebnis als CDU-Chef \u201eeinen gro\u00dfen Handlungsspielraum, aber ich habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen. Das hat mir die Partei nicht erlaubt und das habe ich auch nicht vor. So, in dieser Koalition muss die Union vorkommen und wir m\u00fcssen auch Dinge hinbekommen, die unsere Handschrift tragen und das ist vielleicht manchem in der Union bisher noch nicht gut genug gelungen.\u201c Diese Einsch\u00e4tzung \u201eteile\u201c er, und \u201edeswegen gibt es jetzt ein paar Themen, wo wir wirklich Fortschritte erzielen\u201c. SPD k\u00f6nne nicht mit CDU \u201emachen, was sie will\u201cHat er gesagt: \u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c? Ja, der Satz fiel bei der Zehn-Minuten-Marke und Miosga will nachhaken. Merz stottert kurz und blockt dann ab: \u201eSie haben meine Formulierung verstanden.\u201c Was er habe sagen wollen: \u201eIch habe einen gro\u00dfen Bewegungsspielraum in der CDU\u201c, weil er seiner Partei ja vor seiner Wiederwahl gesagt habe, dass er eben keine Mehrheit abseits der SPD sucht, das will Merz hier betonen \u2013 und gleichzeitig die SPD zu mehr Kompromissbereitschaft aufrufen. Merz\u2018 Entscheidung zu dieser Koalition n\u00e4mlich sollte die SPD \u201enicht zu dem Gedanken verleiten, sie k\u00f6nnte sozusagen mit uns machen, was sie will\u201c, fordert Merz.Dass Merz das so aussprechen muss \u2013 und ihm als Sprachbild f\u00fcr den Zustand der Union schon der Totschlag durch den Kanzler einf\u00e4llt \u2013 l\u00e4sst tief blicken. Wie schlimm ist es um eine Koalition bestellt, wenn der st\u00e4rkere Partner sich darin offenbar derart schlecht repr\u00e4sentiert f\u00fchlt nach einem Jahr? Merz jedenfalls scheint sich, wohl auch deshalb, als Ziel f\u00fcr den Abend gesetzt zu haben: Den aus der Koalition rausdr\u00e4ngenden Teil seiner Partei einzufangen \u2013 und den Sozi-Sturk\u00f6pfen einzuh\u00e4mmern, dass die Koalition scheitert, wenn sie ihm dabei nicht helfen. Miosga fragt: \u201eHaben das alle begriffen inzwischen, dass man nur gemeinsam \u00fcberleben kann?\u201c\u201eIch hoffe es\u201c, antwortet der Kanzler. \u201eIch sage jedenfalls an alle diejenigen, die uns von au\u00dfen beobachten und uns nahestehen: Vergesst die Hoffnung, dass es da irgendwas mit Minderheitsregierung gibt und Duldung durch die AfD.\u201c Und an die andere Seite gerichtet: \u201eIch sage an die Adresse der SPD: Es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit.\u201c Sondern, meint Merz, eine Koalition aus zwei Parteien der Mitte \u2013 die noch einige Reformen vorhaben und sich darauf verst\u00e4ndigen m\u00fcssen, wer diese bezahlt. Miosga und Merz begeben sich zur Sendungshalbzeit hin also ins Konkrete. Der Kanzler verspricht unter anderem, dass er bei der Reform des Versicherungssystems langfristig auch die Beamten einbeziehen will; dass der Bund die Kassen bei der Arbeitslosenfinanzierung perspektivisch in Spr\u00fcngen von 500 Millionen pro Jahr unterst\u00fctzen wird; und dass die SPD im Bundestag bestimmt der teilweisen Abschaffung der kostenlosen Familien-Mitversicherung zustimmen wird. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieberMerz betont auch mehrfach, als es um die konkreten Probleme in den Sozialsystemen geht: Diese seien seit Jahrzehnten von keiner deutschen Regierung angegangen worden. Er sagt S\u00e4tze wie: \u201eWir versuchen, das Problem schrittweise zu l\u00f6sen.\u201c Merz scheint gelernt zu haben, die ganz gro\u00dfen Ank\u00fcndigungen bleiben zu lassen. Dass nun wieder irgendeine Jahreszeit der Reformen anst\u00fcnde nach dem folgenlosen \u201eHerbst der Reformen\u201c 2025 \u2013 der Kanzler verkneift es sich. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieber.  Und das ist wohl klug angesichts der anstehenden Unw\u00e4gbarkeiten, die Merz einr\u00e4umen muss. Dar\u00fcber, wie umfangreich etwa die Entlastungen einer ja auch noch anstehenden Steuerreform ausfallen k\u00f6nnten, \u201ehaben wir in der Koalition noch keine Einigkeit\u201c, sagt Merz zum Beispiel. Er macht aber eine Ansage an Vizekanzler Klingbeil, der h\u00f6here Einkommen st\u00e4rker belasten will. \u201eEr muss wissen, dass das mit der CDU\/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht\u201c, so der Kanzler. Wo stattdessen das Geld herkommen k\u00f6nnte, dazu stellt der Kanzler einiges Eigenes in den Raum. Wichtig ist dem Kanzler dabei: \u201eWir machen es in etwas kleineren Schritten.\u201c \u201eDen Spitzensteuersatz leicht anzuheben, wenn man daf\u00fcr den Soli abschafft\u201c \u2013 das etwa hielte Merz f\u00fcr einen guten Vorschlag. Jetzt schon gebe es \u201efaktisch\u201c einen \u201eEinstellungsstopp f\u00fcr die Bundesverwaltung\u201c, noch eine Einsparungsidee. Und er lobt auch Vorhaben seiner Energieministerin Katherina Reiche, teure Steuergeld-Verg\u00fctungen f\u00fcr \u00fcbersch\u00fcssigen \u00d6ko-Strom zu reduzieren und die Solarf\u00f6rderung f\u00fcr Privatleute zu streichen \u2013 \u201edas sind Vorschl\u00e4ge, \u00fcber die wir mit der SPD jetzt noch reden werden.\u201c Die Gretchenfrage zu alledem stellt Miosga, kurz bevor sie dann kurz zum Drama um Wal Timmy und l\u00e4nger zu anderen Krisenherden \u2013 Transatlantik, Trump, Iran \u2013 \u00fcbergeht. Wird Merz angesichts des absehbaren Streits mit der SPD sein politisches Schicksal an das Gelingen weiterer Reformen kn\u00fcpfen? W\u00e4re er zur Vertrauensfrage bereit? \u201eDas ist eine Frage, mit der ich mich heute nicht besch\u00e4ftigen muss\u201c, antwortet Merz. Und f\u00fcgt an: \u201eDas ist f\u00fcr jeden Bundeskanzler immer eine Option, aber eine Option, \u00fcber die ich im Augenblick keine Veranlassung habe, nachzudenken.\u201c Jan Alexander Casper berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber die Gr\u00fcnen und gesellschaftspolitische Themen.","og_url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/","og_site_name":"vof-news.eu","article_published_time":"2026-05-03T21:08:29+00:00","article_modified_time":"2026-05-03T21:08:38+00:00","og_image":[{"width":1200,"height":574,"url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img_e0602ebfa06a.webp","type":"image\/webp"}],"author":"Author","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Author","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"7\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/","name":"\u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c, sagt Merz, dann ger\u00e4t er kurz ins Stocken - vof-news.eu","isPartOf":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img_e0602ebfa06a.webp","datePublished":"2026-05-03T21:08:29+00:00","dateModified":"2026-05-03T21:08:38+00:00","author":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed"},"description":"Die Lage f\u00fcr Friedrich Merz k\u00f6nnte kaum schlechter sein, als ihn an diesem Sonntagabend Caren Miosga zu seinem ersten Jahr im Kanzleramt befragt. Derzeit ist Merz unbeliebter als SPD-Kanzler Olaf Scholz zur Ampeld\u00e4mmerung. W\u00e4hrend Scholz als Phrasen-Automat gescholten wurde, ziehen Journalisten Merz seit Amtsantritt am Nasenring seiner impulsiven S\u00e4tze vor Bankern und Sch\u00fclern durch die Manege Bundesrepublik. Der SPD-Fraktionschef sagte deswegen j\u00fcngst, so wie Merz k\u00f6nne \u201eman eigentlich kein Kanzleramt f\u00fchren\u201c. Und aus den Reihen der CDU-Fraktion hie\u00df es zuletzt: Schwarz-Rot halte \u201eganz sicher\u201c keine \u201evier Jahre\u201c mehr durch, das Fenster f\u00fcr die schicksalsentscheidenden (Sozial-)Reformen schlie\u00dfe sich bald \u2013 die von der SPD-Chefin wiederum prompt am 1. Mai als \u201emenschenverachtend\u201c diskreditiert worden sind. Und Merz selbst? Wei\u00df erstens, dass die Bev\u00f6lkerung den aus seiner Sicht bislang gr\u00f6\u00dften Erfolg \u2013 die \u201eRettung\u201c der Nato \u2013 im Vergleich mit den gro\u00dfen Problemen im Inland als nicht \u201eallzu hochwertig\u201c ansieht. Das sagte er j\u00fcngst auf einem B\u00fcrgerdialog in Sachsen-Anhalt. Dort schienen einige B\u00fcrger ihn auszulachen anl\u00e4sslich der Frage, was eigentlich f\u00fcr sie besser geworden sei, seit Merz Kanzler ist. Und zweitens hat er auch gar nicht den Anspruch, f\u00fcr B\u00fcrger-Wohltaten ins Geschichtsbuch einzugehen: \u201eIch bin seit 20 Jahren der erste Kanzler, der den Deutschen sagt: Unsere Wohlstandsillusion wird nicht halten. Wir m\u00fcssen mehr tun\u201c als bisher, sagte er j\u00fcngst dem \u201eSpiegel\u201c. Und nun sitzt der Kanzler also bei Miosga \u2013 und produziert dort, nach nur zehn Minuten Sendezeit, gleich den n\u00e4chsten Satz, der ihm mutma\u00dflich in den kommenden Tagen um die Ohren fliegen wird. Dabei beginnt die Sendung unspektakul\u00e4r. Ihm sei vor Amtsantritt \u201eklar\u201c gewesen, \u201edass es schwierig wird\u201c, sagt er eingangs etwa, dabei vergisst er kurz sein freundliches L\u00e4cheln und schaut ernst drein. Merz will betonen, was aus seiner Sicht bislang gut gelaufen sei: \u201eVieles\u201c sei \u201evollkommen ger\u00e4uschlos\u201c entschieden worden, dazu verweist er auf die sinkenden Asylbewerberzahlen. \u201eAber \u00fcber Erfolge wird dann meistens schnell hinweggegangen und Dinge, die nicht so einfach laufen, werden intensiv diskutiert\u201c, sagt Merz; \u201eda beklage ich mich gar nicht dar\u00fcber.\u201c Bas und Klingbeil sollen \u201eemotional\u201c abr\u00fcsten, sagt Merz Um Migration geht es denn auch nicht im weiteren Verlauf, sondern um die oben genannten Schmerzpunkte. Zu den Aussagen von B\u00e4rbel Bas am 1. Mai spielt Miosga Merz ein Video vor. Bas poltert darin, wer den Sozialstaat als \u201enette Geste\u201c und als verzichtbaren \u201eBallast\u201c begreife, den halte sie f\u00fcr \u201ezynisch, menschenverachtend\u201c. Ob Merz sich da angesprochen f\u00fchlt, will Miosga wissen. Merz antwortet: \u201eNein, das tue ich nicht, da wird auch \u00fcberzogen; der 1. Mai ist ja so ein Tag, an dem man das auch mal tun darf, aber ich h\u00e4tte gerne gesehen, dass Frau Bas und auch Lars Klingbeil\u201c \u2013 der auf einer anderen Kundgebung zum Tag der Arbeit ebenfalls Merz zu kritisieren schien\u00a0\u2013 \u201enach diesen Demonstrationen jetzt zur Arbeit im Kabinett zur\u00fcckkehren, auch emotional.\u201c Die Sozis d\u00fcrfen am Tag der Arbeit auch mal \u00fcberdrehen, geschenkt, das scheint die Kanzlerbotschaft zu sein. Gef\u00e4hrlicher f\u00fcr ihn ist ohnehin der Unmut in der eigenen Partei, und das scheint er auch zuzugestehen bei Miosga, die ihm als n\u00e4chsten Video-Einspieler Christian von Stetten, den Chef des m\u00e4chtigen Parlamentskreises Mittelstand, vorspielt. Er ist es, der prophezeit: \u201eKeine vier Jahre\u201c werde die Koalition halten. Der Kanzler lacht, als er das vorgespielt bekommt. \u201eJetzt haben Sie gelacht. Dabei sagt der ja etwas Dramatisches\u201c, stellt Miosga fest. Merz meint: \u201eWeil ich ihn gut kenne.\u201c Dann wird er ernst, greift zu drastischen Worten: \u201eEs gibt in der CDU einen gr\u00f6\u00dfer werdenden Unmut, auch in der CSU, \u00fcber Kompromisse, die wir miteinander machen.\u201c Und zwar habe Merz mit seinem \u201esehr guten\u201c Wiederwahlergebnis als CDU-Chef \u201eeinen gro\u00dfen Handlungsspielraum, aber ich habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen. Das hat mir die Partei nicht erlaubt und das habe ich auch nicht vor. So, in dieser Koalition muss die Union vorkommen und wir m\u00fcssen auch Dinge hinbekommen, die unsere Handschrift tragen und das ist vielleicht manchem in der Union bisher noch nicht gut genug gelungen.\u201c Diese Einsch\u00e4tzung \u201eteile\u201c er, und \u201edeswegen gibt es jetzt ein paar Themen, wo wir wirklich Fortschritte erzielen\u201c. SPD k\u00f6nne nicht mit CDU \u201emachen, was sie will\u201cHat er gesagt: \u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c? Ja, der Satz fiel bei der Zehn-Minuten-Marke und Miosga will nachhaken. Merz stottert kurz und blockt dann ab: \u201eSie haben meine Formulierung verstanden.\u201c Was er habe sagen wollen: \u201eIch habe einen gro\u00dfen Bewegungsspielraum in der CDU\u201c, weil er seiner Partei ja vor seiner Wiederwahl gesagt habe, dass er eben keine Mehrheit abseits der SPD sucht, das will Merz hier betonen \u2013 und gleichzeitig die SPD zu mehr Kompromissbereitschaft aufrufen. Merz\u2018 Entscheidung zu dieser Koalition n\u00e4mlich sollte die SPD \u201enicht zu dem Gedanken verleiten, sie k\u00f6nnte sozusagen mit uns machen, was sie will\u201c, fordert Merz.Dass Merz das so aussprechen muss \u2013 und ihm als Sprachbild f\u00fcr den Zustand der Union schon der Totschlag durch den Kanzler einf\u00e4llt \u2013 l\u00e4sst tief blicken. Wie schlimm ist es um eine Koalition bestellt, wenn der st\u00e4rkere Partner sich darin offenbar derart schlecht repr\u00e4sentiert f\u00fchlt nach einem Jahr? Merz jedenfalls scheint sich, wohl auch deshalb, als Ziel f\u00fcr den Abend gesetzt zu haben: Den aus der Koalition rausdr\u00e4ngenden Teil seiner Partei einzufangen \u2013 und den Sozi-Sturk\u00f6pfen einzuh\u00e4mmern, dass die Koalition scheitert, wenn sie ihm dabei nicht helfen. Miosga fragt: \u201eHaben das alle begriffen inzwischen, dass man nur gemeinsam \u00fcberleben kann?\u201c\u201eIch hoffe es\u201c, antwortet der Kanzler. \u201eIch sage jedenfalls an alle diejenigen, die uns von au\u00dfen beobachten und uns nahestehen: Vergesst die Hoffnung, dass es da irgendwas mit Minderheitsregierung gibt und Duldung durch die AfD.\u201c Und an die andere Seite gerichtet: \u201eIch sage an die Adresse der SPD: Es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit.\u201c Sondern, meint Merz, eine Koalition aus zwei Parteien der Mitte \u2013 die noch einige Reformen vorhaben und sich darauf verst\u00e4ndigen m\u00fcssen, wer diese bezahlt. Miosga und Merz begeben sich zur Sendungshalbzeit hin also ins Konkrete. Der Kanzler verspricht unter anderem, dass er bei der Reform des Versicherungssystems langfristig auch die Beamten einbeziehen will; dass der Bund die Kassen bei der Arbeitslosenfinanzierung perspektivisch in Spr\u00fcngen von 500 Millionen pro Jahr unterst\u00fctzen wird; und dass die SPD im Bundestag bestimmt der teilweisen Abschaffung der kostenlosen Familien-Mitversicherung zustimmen wird. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieberMerz betont auch mehrfach, als es um die konkreten Probleme in den Sozialsystemen geht: Diese seien seit Jahrzehnten von keiner deutschen Regierung angegangen worden. Er sagt S\u00e4tze wie: \u201eWir versuchen, das Problem schrittweise zu l\u00f6sen.\u201c Merz scheint gelernt zu haben, die ganz gro\u00dfen Ank\u00fcndigungen bleiben zu lassen. Dass nun wieder irgendeine Jahreszeit der Reformen anst\u00fcnde nach dem folgenlosen \u201eHerbst der Reformen\u201c 2025 \u2013 der Kanzler verkneift es sich. Merz \u201ehofft\u201c und \u201eappelliert\u201c jetzt lieber. Und das ist wohl klug angesichts der anstehenden Unw\u00e4gbarkeiten, die Merz einr\u00e4umen muss. Dar\u00fcber, wie umfangreich etwa die Entlastungen einer ja auch noch anstehenden Steuerreform ausfallen k\u00f6nnten, \u201ehaben wir in der Koalition noch keine Einigkeit\u201c, sagt Merz zum Beispiel. Er macht aber eine Ansage an Vizekanzler Klingbeil, der h\u00f6here Einkommen st\u00e4rker belasten will. \u201eEr muss wissen, dass das mit der CDU\/CSU nicht geht. Auch mit mir nicht\u201c, so der Kanzler. Wo stattdessen das Geld herkommen k\u00f6nnte, dazu stellt der Kanzler einiges Eigenes in den Raum. Wichtig ist dem Kanzler dabei: \u201eWir machen es in etwas kleineren Schritten.\u201c \u201eDen Spitzensteuersatz leicht anzuheben, wenn man daf\u00fcr den Soli abschafft\u201c \u2013 das etwa hielte Merz f\u00fcr einen guten Vorschlag. Jetzt schon gebe es \u201efaktisch\u201c einen \u201eEinstellungsstopp f\u00fcr die Bundesverwaltung\u201c, noch eine Einsparungsidee. Und er lobt auch Vorhaben seiner Energieministerin Katherina Reiche, teure Steuergeld-Verg\u00fctungen f\u00fcr \u00fcbersch\u00fcssigen \u00d6ko-Strom zu reduzieren und die Solarf\u00f6rderung f\u00fcr Privatleute zu streichen \u2013 \u201edas sind Vorschl\u00e4ge, \u00fcber die wir mit der SPD jetzt noch reden werden.\u201c Die Gretchenfrage zu alledem stellt Miosga, kurz bevor sie dann kurz zum Drama um Wal Timmy und l\u00e4nger zu anderen Krisenherden \u2013 Transatlantik, Trump, Iran \u2013 \u00fcbergeht. Wird Merz angesichts des absehbaren Streits mit der SPD sein politisches Schicksal an das Gelingen weiterer Reformen kn\u00fcpfen? W\u00e4re er zur Vertrauensfrage bereit? \u201eDas ist eine Frage, mit der ich mich heute nicht besch\u00e4ftigen muss\u201c, antwortet Merz. Und f\u00fcgt an: \u201eDas ist f\u00fcr jeden Bundeskanzler immer eine Option, aber eine Option, \u00fcber die ich im Augenblick keine Veranlassung habe, nachzudenken.\u201c Jan Alexander Casper berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber die Gr\u00fcnen und gesellschaftspolitische Themen.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img_e0602ebfa06a.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img_e0602ebfa06a.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ich-habe-keine-vollmacht-die-cdu-umzubringen-sagt-merz-dann-gerat-er-kurz-ins-stocken\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"\u201eIch habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen\u201c, sagt Merz, dann ger\u00e4t er kurz ins Stocken"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/335629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=335629"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/335629\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":335630,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/335629\/revisions\/335630"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/335623"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=335629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=335629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=335629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}