{"id":322321,"date":"2026-02-01T03:26:19","date_gmt":"2026-02-01T00:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/verluste-und-job-angst-doch-die-aktionare-macht-thyssenkrupp-glucklich\/"},"modified":"2026-02-01T03:26:48","modified_gmt":"2026-02-01T00:26:48","slug":"verluste-und-job-angst-doch-die-aktionare-macht-thyssenkrupp-glucklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/verluste-und-job-angst-doch-die-aktionare-macht-thyssenkrupp-glucklich\/","title":{"rendered":"Verluste und Job-Angst \u2013 doch die Aktion\u00e4re macht Thyssenkrupp gl\u00fccklich"},"content":{"rendered":"<p>Vor der Halle war mehr los als im Geb\u00e4ude selbst. Etliche Hundert Stahlarbeiter haben anl\u00e4sslich der Hauptversammlung von Thyssenkrupp auf dem Vorplatz des Kongresszentrums Ruhrcongress in Bochum demonstriert und den knapp 600 versammelten Aktion\u00e4ren Botschaften wie \u201eZukunft statt K\u00fcndigung\u201c oder \u201eEine Dividende aus der Substanz w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c mitgegeben und dabei Stopp-Schilder hochgehalten, die insbesondere an Konzernchef Miguel L\u00f3pez gerichtet waren.<\/p>\n<p>Hintergrund ist der grundlegende Umbau von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/thyssenkrupp\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/thyssenkrupp\/\">Thyssenkrupp<\/a>, den der Manager mit seinem Vorstandsteam angesto\u00dfen hat und mit laut Kritikern \u201eBulldozer-Mentalit\u00e4t\u201c vorantreibt. \u201eLange Zeit wurde Thyssenkrupp als integrierter Industriekonzern gef\u00fchrt mit operativen Gesch\u00e4ften in den Segmenten\u201c, beschreibt L\u00f3pez in seiner Rede vor den Aktion\u00e4ren, von denen es bei Thyssenkrupp rund 200.000 gibt. <\/p>\n<p>In Zukunft aber werde Thyssenkrupp eine schlanke Finanzholding sein. \u201eEine Beteiligungsgesellschaft, die grunds\u00e4tzlich Mehrheitsbeteiligungen an starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach vereint.\u201c Die Zentrale sei dann nur noch eine Finanzholding, die das Gesamtportfolio steuert. \u201eDie strategische Ausrichtung der Beteiligungen begleiten wir k\u00fcnftig prim\u00e4r \u00fcber die Aufsichtsr\u00e4te.\u201c <\/p>\n<p>Daf\u00fcr werden aktuell s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsbereiche auf Effizienz und Performance getrimmt \u2013 \u201eum aus eigener Kraft \u00fcberlebens- und wettbewerbsf\u00e4hig und nicht auf eine dauerhafte Quersubventionierung innerhalb des Konzerns angewiesen zu sein\u201c, wie es Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm ausdr\u00fcckt, der als gro\u00dfer Unterst\u00fctzer von L\u00f3pez gilt. \u201eAces 2030\u201c hei\u00dft das entsprechende Programm, an dessen Ende die Eigenst\u00e4ndigkeit aller Segmente stehen soll, wahlweise \u00fcber B\u00f6rseng\u00e4nge oder Verk\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Vollzogen wurde das schon bei der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/ruestung-tkms-visiert-milliarden-deal-an-bis-zu-zwoelf-u-boote-fuer-kanada\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/ruestung-tkms-visiert-milliarden-deal-an-bis-zu-zwoelf-u-boote-fuer-kanada\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\">Marine-Sparte TKMS<\/a>, die seit vergangenem Oktober an der B\u00f6rse notiert ist \u2013 und es binnen kurzer Zeit in den Mittelwerte-Index M-Dax geschafft hat, in dem auch die Muttergesellschaft selbst gelistet ist. Folgen sollen noch die Stahlsparte TKSE, das Werkstoffgesch\u00e4ft Material Services, die Autozuliefersparte Automotive Technology und Decarbon Technologies, wo das Gesch\u00e4ft mit gr\u00fcnen Technologien geb\u00fcndelt ist, darunter die Mehrheitsbeteiligung an der b\u00f6rsennotierten Wasserstofftochter Nucera. \u201eDamit heben wir Werte, die bislang im Unternehmen verborgen waren\u201c, so L\u00f3pez.<\/p>\n<p>Die Stahlsparte ist dabei das gro\u00dfe Sorgenkind. Seit Jahren schon wird f\u00fcr das volatile und zuletzt hochdefizit\u00e4re Gesch\u00e4ft nach einer L\u00f6sung gesucht. Die aktuell favorisierte L\u00f6sung ist ein <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/indischer-familienkonzern-will-thyssenkrupps-stahlsparte-uebernehmen\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/indischer-familienkonzern-will-thyssenkrupps-stahlsparte-uebernehmen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\">Verkauf an Jindal Steel<\/a>. Der Konkurrent aus Indien hatte im September ein unverbindliches \u00dcbernahmeangebot vorgelegt, inklusive einer Zusage f\u00fcr Investitionen wie auch f\u00fcr die Fortsetzung der Transformation in Richtung gr\u00fcner Stahl. <\/p>\n<p>Thyssenkrupp zeigt sich offen und hat bereits die vorherigen Pl\u00e4ne f\u00fcr ein 50\/50-Joint-Venture mit dem Energiekonzern EP Group des tschechischen Milliard\u00e4rs Daniel K\u0159et\u00ednsk\u00fd samt einem bereits erfolgten Verkauf von 20 Prozent der Anteile r\u00fcckabgewickelt. Zum aktuellen Stand der Gespr\u00e4che schweigt das Thyssenkrupp-Management. \u201eMit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch\u201c, sagt L\u00f3pez lapidar und wirbt mit Verweis auf \u201evertrauliche Verhandlungen\u201c um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Zur\u00fcckhaltung. <\/p>\n<h3>Lob von den Aktion\u00e4ren \u2013 anders als in den Vorjahren<\/h3>\n<p>K\u00fcrzungen gibt es aber auch in den anderen Gesch\u00e4ftsbereichen. Ob und wann die verbliebenen Sparten eigenst\u00e4ndig sein k\u00f6nnen, l\u00e4sst der Vorstandschef gleichwohl offen. \u201eDie Programme, um die Segmente kapitalmarktf\u00e4hig zu machen, haben einen unterschiedlichen Reifegrad\u201c, hei\u00dft es nur. Wo die Voraussetzungen noch nicht erf\u00fcllt sind, werde nun gezielt in die Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit investiert. Der grunds\u00e4tzliche Weg sei aber vorgezeichnet und werde konsequent weiterverfolgt. <\/p>\n<p>Von den Aktion\u00e4ren gab es auf der Hauptversammlung trotzdem viel Lob f\u00fcr den eingeschlagenen Weg \u2013 nachdem es in den Vorjahren oftmals turbulent und kontrovers zuging. \u201eVertrauen ist wieder da, Zuversicht ist zur\u00fcckgekehrt\u201c, sagt zum Beispiel Oliver Vollbrecht von der Deutschen Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz (DSW). <\/p>\n<p>Ingo Speich, der Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka Investment, sieht Thyssenkrupp sogar wie \u201ePh\u00f6nix aus der Asche auferstanden\u201c \u2013 jedenfalls an der B\u00f6rse, angesichts einer deutlichen Steigerung des Aktienwertes. Gleichwohl h\u00e4lt der Investor den H\u00f6henflug f\u00fcr fragil. Denn operativ liege noch immer zu viel im Argen. \u201eDas vergangene Gesch\u00e4ftsjahr l\u00e4sst sich mit vier Worten charakterisieren: strategisch top, operativ flop. Die Erfolge in der Strategie kaschieren die weiterhin sehr schwachen operativen Zahlen.\u201c<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich k\u00e4mpft Thyssenkrupp mit schwacher Nachfrage bei wichtigen Abnehmern wie der Autoindustrie und dem Maschinenbau, mit hohen Energiepreisen und mit einer anhaltenden Konjunkturschw\u00e4che. Der Ausblick auf das seit Oktober laufende Gesch\u00e4ftsjahr 2025\/2026 ist entsprechend schlecht mit erwartet roten Zahlen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 400 bis 800 Millionen und einem negativen Free Cashflow unter anderem wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen in der Stahl- und Automobilsparte.<\/p>\n<p>Streitpunkt auf der Hauptversammlung war daher der Vorschlag zur Auszahlung einer Dividende in H\u00f6he von 15 Cent pro Aktie. Das entspricht einer Aussch\u00fcttung in H\u00f6he von 93 Millionen Euro. Kritik kam von der IG Metall. \u201eNach dem j\u00fcngsten B\u00f6rsengang der Marine haben Aktion\u00e4re bereits \u00fcberdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszusch\u00fctten, w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c, steht auf einem Flugblatt der Gewerkschaft anl\u00e4sslich der Protestkundgebung zu Beginn der Hauptversammlung. <\/p>\n<p>Aber auch einige Aktion\u00e4re haben die Zustimmung verweigert, darunter Deka Investment. \u201eDie Zahlung einer Dividende erfolgt zu Lasten der Substanz\u201c, warnt Fondsgesellschaft-Vertreter Speich. Thyssenkrupp lebe aber seit Jahren von seiner Substanz. \u201eDamit muss endlich Schluss sein. Solange der freie Cashflow so schwach ist, darf keine Dividende ausgesch\u00fcttet werden.\u201c<\/p>\n<p>Vorstand und Aufsichtsrat indes verteidigen ihren Vorschlag mit Verweis auf \u201eDividendenkontinuit\u00e4t\u201c und die \u201epositive Entwicklung im Gesch\u00e4ftsjahr 2024\/2025\u201c. Ohnehin gehe es nur um sechs Prozent der f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr geplanten Investitionen ins Unternehmen. Durchgesetzt haben sich am Ende die Bef\u00fcrworter, sogar deutlich. Zumal nur knapp 57 Prozent des vertretenen Grundkapitals anwesend waren und der gr\u00f6\u00dfte Teil auf die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entf\u00e4llt. Und die finanziert sich und ihre gemeinn\u00fctzige Arbeit f\u00fcr Wissenschaft, Bildung, Kunst und Sport \u00fcber die Dividenden ihrer Thyssenkrupp-Beteiligung.<\/p>\n<p><em><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/b><\/em><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\"><em><b>Business Insider<\/b><\/em><\/a><em><b> erstellt.<\/b><\/em><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\"><em><b>Carsten Dierig<\/b><\/em><\/a><em><b> ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.<\/b><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der Halle war mehr los als im Geb\u00e4ude selbst. 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In Zukunft aber werde Thyssenkrupp eine schlanke Finanzholding sein. \u201eEine Beteiligungsgesellschaft, die grunds\u00e4tzlich Mehrheitsbeteiligungen an starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach vereint.\u201c Die Zentrale sei dann nur noch eine Finanzholding, die das Gesamtportfolio steuert. \u201eDie strategische Ausrichtung der Beteiligungen begleiten wir k\u00fcnftig prim\u00e4r \u00fcber die Aufsichtsr\u00e4te.\u201c Daf\u00fcr werden aktuell s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsbereiche auf Effizienz und Performance getrimmt \u2013 \u201eum aus eigener Kraft \u00fcberlebens- und wettbewerbsf\u00e4hig und nicht auf eine dauerhafte Quersubventionierung innerhalb des Konzerns angewiesen zu sein\u201c, wie es Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm ausdr\u00fcckt, der als gro\u00dfer Unterst\u00fctzer von L\u00f3pez gilt. \u201eAces 2030\u201c hei\u00dft das entsprechende Programm, an dessen Ende die Eigenst\u00e4ndigkeit aller Segmente stehen soll, wahlweise \u00fcber B\u00f6rseng\u00e4nge oder Verk\u00e4ufe.Vollzogen wurde das schon bei der Marine-Sparte TKMS, die seit vergangenem Oktober an der B\u00f6rse notiert ist \u2013 und es binnen kurzer Zeit in den Mittelwerte-Index M-Dax geschafft hat, in dem auch die Muttergesellschaft selbst gelistet ist. Folgen sollen noch die Stahlsparte TKSE, das Werkstoffgesch\u00e4ft Material Services, die Autozuliefersparte Automotive Technology und Decarbon Technologies, wo das Gesch\u00e4ft mit gr\u00fcnen Technologien geb\u00fcndelt ist, darunter die Mehrheitsbeteiligung an der b\u00f6rsennotierten Wasserstofftochter Nucera. \u201eDamit heben wir Werte, die bislang im Unternehmen verborgen waren\u201c, so L\u00f3pez.Die Stahlsparte ist dabei das gro\u00dfe Sorgenkind. Seit Jahren schon wird f\u00fcr das volatile und zuletzt hochdefizit\u00e4re Gesch\u00e4ft nach einer L\u00f6sung gesucht. Die aktuell favorisierte L\u00f6sung ist ein Verkauf an Jindal Steel. Der Konkurrent aus Indien hatte im September ein unverbindliches \u00dcbernahmeangebot vorgelegt, inklusive einer Zusage f\u00fcr Investitionen wie auch f\u00fcr die Fortsetzung der Transformation in Richtung gr\u00fcner Stahl. Thyssenkrupp zeigt sich offen und hat bereits die vorherigen Pl\u00e4ne f\u00fcr ein 50\/50-Joint-Venture mit dem Energiekonzern EP Group des tschechischen Milliard\u00e4rs Daniel K\u0159et\u00ednsk\u00fd samt einem bereits erfolgten Verkauf von 20 Prozent der Anteile r\u00fcckabgewickelt. Zum aktuellen Stand der Gespr\u00e4che schweigt das Thyssenkrupp-Management. \u201eMit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch\u201c, sagt L\u00f3pez lapidar und wirbt mit Verweis auf \u201evertrauliche Verhandlungen\u201c um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Zur\u00fcckhaltung. Lob von den Aktion\u00e4ren \u2013 anders als in den VorjahrenK\u00fcrzungen gibt es aber auch in den anderen Gesch\u00e4ftsbereichen. Ob und wann die verbliebenen Sparten eigenst\u00e4ndig sein k\u00f6nnen, l\u00e4sst der Vorstandschef gleichwohl offen. \u201eDie Programme, um die Segmente kapitalmarktf\u00e4hig zu machen, haben einen unterschiedlichen Reifegrad\u201c, hei\u00dft es nur. 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Denn operativ liege noch immer zu viel im Argen. \u201eDas vergangene Gesch\u00e4ftsjahr l\u00e4sst sich mit vier Worten charakterisieren: strategisch top, operativ flop. Die Erfolge in der Strategie kaschieren die weiterhin sehr schwachen operativen Zahlen.\u201cTats\u00e4chlich k\u00e4mpft Thyssenkrupp mit schwacher Nachfrage bei wichtigen Abnehmern wie der Autoindustrie und dem Maschinenbau, mit hohen Energiepreisen und mit einer anhaltenden Konjunkturschw\u00e4che. Der Ausblick auf das seit Oktober laufende Gesch\u00e4ftsjahr 2025\/2026 ist entsprechend schlecht mit erwartet roten Zahlen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 400 bis 800 Millionen und einem negativen Free Cashflow unter anderem wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen in der Stahl- und Automobilsparte.Streitpunkt auf der Hauptversammlung war daher der Vorschlag zur Auszahlung einer Dividende in H\u00f6he von 15 Cent pro Aktie. Das entspricht einer Aussch\u00fcttung in H\u00f6he von 93 Millionen Euro. Kritik kam von der IG Metall. \u201eNach dem j\u00fcngsten B\u00f6rsengang der Marine haben Aktion\u00e4re bereits \u00fcberdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszusch\u00fctten, w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c, steht auf einem Flugblatt der Gewerkschaft anl\u00e4sslich der Protestkundgebung zu Beginn der Hauptversammlung. Aber auch einige Aktion\u00e4re haben die Zustimmung verweigert, darunter Deka Investment. \u201eDie Zahlung einer Dividende erfolgt zu Lasten der Substanz\u201c, warnt Fondsgesellschaft-Vertreter Speich. Thyssenkrupp lebe aber seit Jahren von seiner Substanz. \u201eDamit muss endlich Schluss sein. Solange der freie Cashflow so schwach ist, darf keine Dividende ausgesch\u00fcttet werden.\u201cVorstand und Aufsichtsrat indes verteidigen ihren Vorschlag mit Verweis auf \u201eDividendenkontinuit\u00e4t\u201c und die \u201epositive Entwicklung im Gesch\u00e4ftsjahr 2024\/2025\u201c. 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In Zukunft aber werde Thyssenkrupp eine schlanke Finanzholding sein. \u201eEine Beteiligungsgesellschaft, die grunds\u00e4tzlich Mehrheitsbeteiligungen an starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach vereint.\u201c Die Zentrale sei dann nur noch eine Finanzholding, die das Gesamtportfolio steuert. \u201eDie strategische Ausrichtung der Beteiligungen begleiten wir k\u00fcnftig prim\u00e4r \u00fcber die Aufsichtsr\u00e4te.\u201c Daf\u00fcr werden aktuell s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsbereiche auf Effizienz und Performance getrimmt \u2013 \u201eum aus eigener Kraft \u00fcberlebens- und wettbewerbsf\u00e4hig und nicht auf eine dauerhafte Quersubventionierung innerhalb des Konzerns angewiesen zu sein\u201c, wie es Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm ausdr\u00fcckt, der als gro\u00dfer Unterst\u00fctzer von L\u00f3pez gilt. \u201eAces 2030\u201c hei\u00dft das entsprechende Programm, an dessen Ende die Eigenst\u00e4ndigkeit aller Segmente stehen soll, wahlweise \u00fcber B\u00f6rseng\u00e4nge oder Verk\u00e4ufe.Vollzogen wurde das schon bei der Marine-Sparte TKMS, die seit vergangenem Oktober an der B\u00f6rse notiert ist \u2013 und es binnen kurzer Zeit in den Mittelwerte-Index M-Dax geschafft hat, in dem auch die Muttergesellschaft selbst gelistet ist. Folgen sollen noch die Stahlsparte TKSE, das Werkstoffgesch\u00e4ft Material Services, die Autozuliefersparte Automotive Technology und Decarbon Technologies, wo das Gesch\u00e4ft mit gr\u00fcnen Technologien geb\u00fcndelt ist, darunter die Mehrheitsbeteiligung an der b\u00f6rsennotierten Wasserstofftochter Nucera. \u201eDamit heben wir Werte, die bislang im Unternehmen verborgen waren\u201c, so L\u00f3pez.Die Stahlsparte ist dabei das gro\u00dfe Sorgenkind. Seit Jahren schon wird f\u00fcr das volatile und zuletzt hochdefizit\u00e4re Gesch\u00e4ft nach einer L\u00f6sung gesucht. Die aktuell favorisierte L\u00f6sung ist ein Verkauf an Jindal Steel. Der Konkurrent aus Indien hatte im September ein unverbindliches \u00dcbernahmeangebot vorgelegt, inklusive einer Zusage f\u00fcr Investitionen wie auch f\u00fcr die Fortsetzung der Transformation in Richtung gr\u00fcner Stahl. Thyssenkrupp zeigt sich offen und hat bereits die vorherigen Pl\u00e4ne f\u00fcr ein 50\/50-Joint-Venture mit dem Energiekonzern EP Group des tschechischen Milliard\u00e4rs Daniel K\u0159et\u00ednsk\u00fd samt einem bereits erfolgten Verkauf von 20 Prozent der Anteile r\u00fcckabgewickelt. Zum aktuellen Stand der Gespr\u00e4che schweigt das Thyssenkrupp-Management. \u201eMit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch\u201c, sagt L\u00f3pez lapidar und wirbt mit Verweis auf \u201evertrauliche Verhandlungen\u201c um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Zur\u00fcckhaltung. Lob von den Aktion\u00e4ren \u2013 anders als in den VorjahrenK\u00fcrzungen gibt es aber auch in den anderen Gesch\u00e4ftsbereichen. Ob und wann die verbliebenen Sparten eigenst\u00e4ndig sein k\u00f6nnen, l\u00e4sst der Vorstandschef gleichwohl offen. \u201eDie Programme, um die Segmente kapitalmarktf\u00e4hig zu machen, haben einen unterschiedlichen Reifegrad\u201c, hei\u00dft es nur. Wo die Voraussetzungen noch nicht erf\u00fcllt sind, werde nun gezielt in die Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit investiert. Der grunds\u00e4tzliche Weg sei aber vorgezeichnet und werde konsequent weiterverfolgt. Von den Aktion\u00e4ren gab es auf der Hauptversammlung trotzdem viel Lob f\u00fcr den eingeschlagenen Weg \u2013 nachdem es in den Vorjahren oftmals turbulent und kontrovers zuging. \u201eVertrauen ist wieder da, Zuversicht ist zur\u00fcckgekehrt\u201c, sagt zum Beispiel Oliver Vollbrecht von der Deutschen Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz (DSW). Ingo Speich, der Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka Investment, sieht Thyssenkrupp sogar wie \u201ePh\u00f6nix aus der Asche auferstanden\u201c \u2013 jedenfalls an der B\u00f6rse, angesichts einer deutlichen Steigerung des Aktienwertes. Gleichwohl h\u00e4lt der Investor den H\u00f6henflug f\u00fcr fragil. Denn operativ liege noch immer zu viel im Argen. \u201eDas vergangene Gesch\u00e4ftsjahr l\u00e4sst sich mit vier Worten charakterisieren: strategisch top, operativ flop. Die Erfolge in der Strategie kaschieren die weiterhin sehr schwachen operativen Zahlen.\u201cTats\u00e4chlich k\u00e4mpft Thyssenkrupp mit schwacher Nachfrage bei wichtigen Abnehmern wie der Autoindustrie und dem Maschinenbau, mit hohen Energiepreisen und mit einer anhaltenden Konjunkturschw\u00e4che. Der Ausblick auf das seit Oktober laufende Gesch\u00e4ftsjahr 2025\/2026 ist entsprechend schlecht mit erwartet roten Zahlen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 400 bis 800 Millionen und einem negativen Free Cashflow unter anderem wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen in der Stahl- und Automobilsparte.Streitpunkt auf der Hauptversammlung war daher der Vorschlag zur Auszahlung einer Dividende in H\u00f6he von 15 Cent pro Aktie. Das entspricht einer Aussch\u00fcttung in H\u00f6he von 93 Millionen Euro. Kritik kam von der IG Metall. \u201eNach dem j\u00fcngsten B\u00f6rsengang der Marine haben Aktion\u00e4re bereits \u00fcberdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszusch\u00fctten, w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c, steht auf einem Flugblatt der Gewerkschaft anl\u00e4sslich der Protestkundgebung zu Beginn der Hauptversammlung. Aber auch einige Aktion\u00e4re haben die Zustimmung verweigert, darunter Deka Investment. \u201eDie Zahlung einer Dividende erfolgt zu Lasten der Substanz\u201c, warnt Fondsgesellschaft-Vertreter Speich. Thyssenkrupp lebe aber seit Jahren von seiner Substanz. \u201eDamit muss endlich Schluss sein. Solange der freie Cashflow so schwach ist, darf keine Dividende ausgesch\u00fcttet werden.\u201cVorstand und Aufsichtsrat indes verteidigen ihren Vorschlag mit Verweis auf \u201eDividendenkontinuit\u00e4t\u201c und die \u201epositive Entwicklung im Gesch\u00e4ftsjahr 2024\/2025\u201c. Ohnehin gehe es nur um sechs Prozent der f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr geplanten Investitionen ins Unternehmen. Durchgesetzt haben sich am Ende die Bef\u00fcrworter, sogar deutlich. Zumal nur knapp 57 Prozent des vertretenen Grundkapitals anwesend waren und der gr\u00f6\u00dfte Teil auf die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entf\u00e4llt. Und die finanziert sich und ihre gemeinn\u00fctzige Arbeit f\u00fcr Wissenschaft, Bildung, Kunst und Sport \u00fcber die Dividenden ihrer Thyssenkrupp-Beteiligung.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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Etliche Hundert Stahlarbeiter haben anl\u00e4sslich der Hauptversammlung von Thyssenkrupp auf dem Vorplatz des Kongresszentrums Ruhrcongress in Bochum demonstriert und den knapp 600 versammelten Aktion\u00e4ren Botschaften wie \u201eZukunft statt K\u00fcndigung\u201c oder \u201eEine Dividende aus der Substanz w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c mitgegeben und dabei Stopp-Schilder hochgehalten, die insbesondere an Konzernchef Miguel L\u00f3pez gerichtet waren.Hintergrund ist der grundlegende Umbau von Thyssenkrupp, den der Manager mit seinem Vorstandsteam angesto\u00dfen hat und mit laut Kritikern \u201eBulldozer-Mentalit\u00e4t\u201c vorantreibt. \u201eLange Zeit wurde Thyssenkrupp als integrierter Industriekonzern gef\u00fchrt mit operativen Gesch\u00e4ften in den Segmenten\u201c, beschreibt L\u00f3pez in seiner Rede vor den Aktion\u00e4ren, von denen es bei Thyssenkrupp rund 200.000 gibt. In Zukunft aber werde Thyssenkrupp eine schlanke Finanzholding sein. \u201eEine Beteiligungsgesellschaft, die grunds\u00e4tzlich Mehrheitsbeteiligungen an starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach vereint.\u201c Die Zentrale sei dann nur noch eine Finanzholding, die das Gesamtportfolio steuert. \u201eDie strategische Ausrichtung der Beteiligungen begleiten wir k\u00fcnftig prim\u00e4r \u00fcber die Aufsichtsr\u00e4te.\u201c Daf\u00fcr werden aktuell s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsbereiche auf Effizienz und Performance getrimmt \u2013 \u201eum aus eigener Kraft \u00fcberlebens- und wettbewerbsf\u00e4hig und nicht auf eine dauerhafte Quersubventionierung innerhalb des Konzerns angewiesen zu sein\u201c, wie es Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm ausdr\u00fcckt, der als gro\u00dfer Unterst\u00fctzer von L\u00f3pez gilt. \u201eAces 2030\u201c hei\u00dft das entsprechende Programm, an dessen Ende die Eigenst\u00e4ndigkeit aller Segmente stehen soll, wahlweise \u00fcber B\u00f6rseng\u00e4nge oder Verk\u00e4ufe.Vollzogen wurde das schon bei der Marine-Sparte TKMS, die seit vergangenem Oktober an der B\u00f6rse notiert ist \u2013 und es binnen kurzer Zeit in den Mittelwerte-Index M-Dax geschafft hat, in dem auch die Muttergesellschaft selbst gelistet ist. Folgen sollen noch die Stahlsparte TKSE, das Werkstoffgesch\u00e4ft Material Services, die Autozuliefersparte Automotive Technology und Decarbon Technologies, wo das Gesch\u00e4ft mit gr\u00fcnen Technologien geb\u00fcndelt ist, darunter die Mehrheitsbeteiligung an der b\u00f6rsennotierten Wasserstofftochter Nucera. \u201eDamit heben wir Werte, die bislang im Unternehmen verborgen waren\u201c, so L\u00f3pez.Die Stahlsparte ist dabei das gro\u00dfe Sorgenkind. Seit Jahren schon wird f\u00fcr das volatile und zuletzt hochdefizit\u00e4re Gesch\u00e4ft nach einer L\u00f6sung gesucht. Die aktuell favorisierte L\u00f6sung ist ein Verkauf an Jindal Steel. Der Konkurrent aus Indien hatte im September ein unverbindliches \u00dcbernahmeangebot vorgelegt, inklusive einer Zusage f\u00fcr Investitionen wie auch f\u00fcr die Fortsetzung der Transformation in Richtung gr\u00fcner Stahl. Thyssenkrupp zeigt sich offen und hat bereits die vorherigen Pl\u00e4ne f\u00fcr ein 50\/50-Joint-Venture mit dem Energiekonzern EP Group des tschechischen Milliard\u00e4rs Daniel K\u0159et\u00ednsk\u00fd samt einem bereits erfolgten Verkauf von 20 Prozent der Anteile r\u00fcckabgewickelt. Zum aktuellen Stand der Gespr\u00e4che schweigt das Thyssenkrupp-Management. \u201eMit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch\u201c, sagt L\u00f3pez lapidar und wirbt mit Verweis auf \u201evertrauliche Verhandlungen\u201c um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Zur\u00fcckhaltung. Lob von den Aktion\u00e4ren \u2013 anders als in den VorjahrenK\u00fcrzungen gibt es aber auch in den anderen Gesch\u00e4ftsbereichen. Ob und wann die verbliebenen Sparten eigenst\u00e4ndig sein k\u00f6nnen, l\u00e4sst der Vorstandschef gleichwohl offen. \u201eDie Programme, um die Segmente kapitalmarktf\u00e4hig zu machen, haben einen unterschiedlichen Reifegrad\u201c, hei\u00dft es nur. Wo die Voraussetzungen noch nicht erf\u00fcllt sind, werde nun gezielt in die Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit investiert. Der grunds\u00e4tzliche Weg sei aber vorgezeichnet und werde konsequent weiterverfolgt. Von den Aktion\u00e4ren gab es auf der Hauptversammlung trotzdem viel Lob f\u00fcr den eingeschlagenen Weg \u2013 nachdem es in den Vorjahren oftmals turbulent und kontrovers zuging. \u201eVertrauen ist wieder da, Zuversicht ist zur\u00fcckgekehrt\u201c, sagt zum Beispiel Oliver Vollbrecht von der Deutschen Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz (DSW). Ingo Speich, der Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka Investment, sieht Thyssenkrupp sogar wie \u201ePh\u00f6nix aus der Asche auferstanden\u201c \u2013 jedenfalls an der B\u00f6rse, angesichts einer deutlichen Steigerung des Aktienwertes. Gleichwohl h\u00e4lt der Investor den H\u00f6henflug f\u00fcr fragil. Denn operativ liege noch immer zu viel im Argen. \u201eDas vergangene Gesch\u00e4ftsjahr l\u00e4sst sich mit vier Worten charakterisieren: strategisch top, operativ flop. Die Erfolge in der Strategie kaschieren die weiterhin sehr schwachen operativen Zahlen.\u201cTats\u00e4chlich k\u00e4mpft Thyssenkrupp mit schwacher Nachfrage bei wichtigen Abnehmern wie der Autoindustrie und dem Maschinenbau, mit hohen Energiepreisen und mit einer anhaltenden Konjunkturschw\u00e4che. Der Ausblick auf das seit Oktober laufende Gesch\u00e4ftsjahr 2025\/2026 ist entsprechend schlecht mit erwartet roten Zahlen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 400 bis 800 Millionen und einem negativen Free Cashflow unter anderem wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen in der Stahl- und Automobilsparte.Streitpunkt auf der Hauptversammlung war daher der Vorschlag zur Auszahlung einer Dividende in H\u00f6he von 15 Cent pro Aktie. Das entspricht einer Aussch\u00fcttung in H\u00f6he von 93 Millionen Euro. Kritik kam von der IG Metall. \u201eNach dem j\u00fcngsten B\u00f6rsengang der Marine haben Aktion\u00e4re bereits \u00fcberdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszusch\u00fctten, w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c, steht auf einem Flugblatt der Gewerkschaft anl\u00e4sslich der Protestkundgebung zu Beginn der Hauptversammlung. Aber auch einige Aktion\u00e4re haben die Zustimmung verweigert, darunter Deka Investment. \u201eDie Zahlung einer Dividende erfolgt zu Lasten der Substanz\u201c, warnt Fondsgesellschaft-Vertreter Speich. Thyssenkrupp lebe aber seit Jahren von seiner Substanz. \u201eDamit muss endlich Schluss sein. Solange der freie Cashflow so schwach ist, darf keine Dividende ausgesch\u00fcttet werden.\u201cVorstand und Aufsichtsrat indes verteidigen ihren Vorschlag mit Verweis auf \u201eDividendenkontinuit\u00e4t\u201c und die \u201epositive Entwicklung im Gesch\u00e4ftsjahr 2024\/2025\u201c. Ohnehin gehe es nur um sechs Prozent der f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr geplanten Investitionen ins Unternehmen. Durchgesetzt haben sich am Ende die Bef\u00fcrworter, sogar deutlich. Zumal nur knapp 57 Prozent des vertretenen Grundkapitals anwesend waren und der gr\u00f6\u00dfte Teil auf die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entf\u00e4llt. Und die finanziert sich und ihre gemeinn\u00fctzige Arbeit f\u00fcr Wissenschaft, Bildung, Kunst und Sport \u00fcber die Dividenden ihrer Thyssenkrupp-Beteiligung.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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Folgen sollen noch die Stahlsparte TKSE, das Werkstoffgesch\u00e4ft Material Services, die Autozuliefersparte Automotive Technology und Decarbon Technologies, wo das Gesch\u00e4ft mit gr\u00fcnen Technologien geb\u00fcndelt ist, darunter die Mehrheitsbeteiligung an der b\u00f6rsennotierten Wasserstofftochter Nucera. \u201eDamit heben wir Werte, die bislang im Unternehmen verborgen waren\u201c, so L\u00f3pez.Die Stahlsparte ist dabei das gro\u00dfe Sorgenkind. Seit Jahren schon wird f\u00fcr das volatile und zuletzt hochdefizit\u00e4re Gesch\u00e4ft nach einer L\u00f6sung gesucht. Die aktuell favorisierte L\u00f6sung ist ein Verkauf an Jindal Steel. Der Konkurrent aus Indien hatte im September ein unverbindliches \u00dcbernahmeangebot vorgelegt, inklusive einer Zusage f\u00fcr Investitionen wie auch f\u00fcr die Fortsetzung der Transformation in Richtung gr\u00fcner Stahl. Thyssenkrupp zeigt sich offen und hat bereits die vorherigen Pl\u00e4ne f\u00fcr ein 50\/50-Joint-Venture mit dem Energiekonzern EP Group des tschechischen Milliard\u00e4rs Daniel K\u0159et\u00ednsk\u00fd samt einem bereits erfolgten Verkauf von 20 Prozent der Anteile r\u00fcckabgewickelt. Zum aktuellen Stand der Gespr\u00e4che schweigt das Thyssenkrupp-Management. \u201eMit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch\u201c, sagt L\u00f3pez lapidar und wirbt mit Verweis auf \u201evertrauliche Verhandlungen\u201c um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Zur\u00fcckhaltung. Lob von den Aktion\u00e4ren \u2013 anders als in den VorjahrenK\u00fcrzungen gibt es aber auch in den anderen Gesch\u00e4ftsbereichen. Ob und wann die verbliebenen Sparten eigenst\u00e4ndig sein k\u00f6nnen, l\u00e4sst der Vorstandschef gleichwohl offen. \u201eDie Programme, um die Segmente kapitalmarktf\u00e4hig zu machen, haben einen unterschiedlichen Reifegrad\u201c, hei\u00dft es nur. Wo die Voraussetzungen noch nicht erf\u00fcllt sind, werde nun gezielt in die Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit investiert. Der grunds\u00e4tzliche Weg sei aber vorgezeichnet und werde konsequent weiterverfolgt. Von den Aktion\u00e4ren gab es auf der Hauptversammlung trotzdem viel Lob f\u00fcr den eingeschlagenen Weg \u2013 nachdem es in den Vorjahren oftmals turbulent und kontrovers zuging. \u201eVertrauen ist wieder da, Zuversicht ist zur\u00fcckgekehrt\u201c, sagt zum Beispiel Oliver Vollbrecht von der Deutschen Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz (DSW). Ingo Speich, der Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka Investment, sieht Thyssenkrupp sogar wie \u201ePh\u00f6nix aus der Asche auferstanden\u201c \u2013 jedenfalls an der B\u00f6rse, angesichts einer deutlichen Steigerung des Aktienwertes. Gleichwohl h\u00e4lt der Investor den H\u00f6henflug f\u00fcr fragil. Denn operativ liege noch immer zu viel im Argen. \u201eDas vergangene Gesch\u00e4ftsjahr l\u00e4sst sich mit vier Worten charakterisieren: strategisch top, operativ flop. Die Erfolge in der Strategie kaschieren die weiterhin sehr schwachen operativen Zahlen.\u201cTats\u00e4chlich k\u00e4mpft Thyssenkrupp mit schwacher Nachfrage bei wichtigen Abnehmern wie der Autoindustrie und dem Maschinenbau, mit hohen Energiepreisen und mit einer anhaltenden Konjunkturschw\u00e4che. Der Ausblick auf das seit Oktober laufende Gesch\u00e4ftsjahr 2025\/2026 ist entsprechend schlecht mit erwartet roten Zahlen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 400 bis 800 Millionen und einem negativen Free Cashflow unter anderem wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen in der Stahl- und Automobilsparte.Streitpunkt auf der Hauptversammlung war daher der Vorschlag zur Auszahlung einer Dividende in H\u00f6he von 15 Cent pro Aktie. Das entspricht einer Aussch\u00fcttung in H\u00f6he von 93 Millionen Euro. Kritik kam von der IG Metall. \u201eNach dem j\u00fcngsten B\u00f6rsengang der Marine haben Aktion\u00e4re bereits \u00fcberdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszusch\u00fctten, w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c, steht auf einem Flugblatt der Gewerkschaft anl\u00e4sslich der Protestkundgebung zu Beginn der Hauptversammlung. Aber auch einige Aktion\u00e4re haben die Zustimmung verweigert, darunter Deka Investment. \u201eDie Zahlung einer Dividende erfolgt zu Lasten der Substanz\u201c, warnt Fondsgesellschaft-Vertreter Speich. Thyssenkrupp lebe aber seit Jahren von seiner Substanz. \u201eDamit muss endlich Schluss sein. Solange der freie Cashflow so schwach ist, darf keine Dividende ausgesch\u00fcttet werden.\u201cVorstand und Aufsichtsrat indes verteidigen ihren Vorschlag mit Verweis auf \u201eDividendenkontinuit\u00e4t\u201c und die \u201epositive Entwicklung im Gesch\u00e4ftsjahr 2024\/2025\u201c. Ohnehin gehe es nur um sechs Prozent der f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr geplanten Investitionen ins Unternehmen. Durchgesetzt haben sich am Ende die Bef\u00fcrworter, sogar deutlich. Zumal nur knapp 57 Prozent des vertretenen Grundkapitals anwesend waren und der gr\u00f6\u00dfte Teil auf die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entf\u00e4llt. Und die finanziert sich und ihre gemeinn\u00fctzige Arbeit f\u00fcr Wissenschaft, Bildung, Kunst und Sport \u00fcber die Dividenden ihrer Thyssenkrupp-Beteiligung.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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In Zukunft aber werde Thyssenkrupp eine schlanke Finanzholding sein. \u201eEine Beteiligungsgesellschaft, die grunds\u00e4tzlich Mehrheitsbeteiligungen an starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach vereint.\u201c Die Zentrale sei dann nur noch eine Finanzholding, die das Gesamtportfolio steuert. \u201eDie strategische Ausrichtung der Beteiligungen begleiten wir k\u00fcnftig prim\u00e4r \u00fcber die Aufsichtsr\u00e4te.\u201c Daf\u00fcr werden aktuell s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsbereiche auf Effizienz und Performance getrimmt \u2013 \u201eum aus eigener Kraft \u00fcberlebens- und wettbewerbsf\u00e4hig und nicht auf eine dauerhafte Quersubventionierung innerhalb des Konzerns angewiesen zu sein\u201c, wie es Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm ausdr\u00fcckt, der als gro\u00dfer Unterst\u00fctzer von L\u00f3pez gilt. \u201eAces 2030\u201c hei\u00dft das entsprechende Programm, an dessen Ende die Eigenst\u00e4ndigkeit aller Segmente stehen soll, wahlweise \u00fcber B\u00f6rseng\u00e4nge oder Verk\u00e4ufe.Vollzogen wurde das schon bei der Marine-Sparte TKMS, die seit vergangenem Oktober an der B\u00f6rse notiert ist \u2013 und es binnen kurzer Zeit in den Mittelwerte-Index M-Dax geschafft hat, in dem auch die Muttergesellschaft selbst gelistet ist. Folgen sollen noch die Stahlsparte TKSE, das Werkstoffgesch\u00e4ft Material Services, die Autozuliefersparte Automotive Technology und Decarbon Technologies, wo das Gesch\u00e4ft mit gr\u00fcnen Technologien geb\u00fcndelt ist, darunter die Mehrheitsbeteiligung an der b\u00f6rsennotierten Wasserstofftochter Nucera. \u201eDamit heben wir Werte, die bislang im Unternehmen verborgen waren\u201c, so L\u00f3pez.Die Stahlsparte ist dabei das gro\u00dfe Sorgenkind. Seit Jahren schon wird f\u00fcr das volatile und zuletzt hochdefizit\u00e4re Gesch\u00e4ft nach einer L\u00f6sung gesucht. Die aktuell favorisierte L\u00f6sung ist ein Verkauf an Jindal Steel. Der Konkurrent aus Indien hatte im September ein unverbindliches \u00dcbernahmeangebot vorgelegt, inklusive einer Zusage f\u00fcr Investitionen wie auch f\u00fcr die Fortsetzung der Transformation in Richtung gr\u00fcner Stahl. Thyssenkrupp zeigt sich offen und hat bereits die vorherigen Pl\u00e4ne f\u00fcr ein 50\/50-Joint-Venture mit dem Energiekonzern EP Group des tschechischen Milliard\u00e4rs Daniel K\u0159et\u00ednsk\u00fd samt einem bereits erfolgten Verkauf von 20 Prozent der Anteile r\u00fcckabgewickelt. Zum aktuellen Stand der Gespr\u00e4che schweigt das Thyssenkrupp-Management. \u201eMit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch\u201c, sagt L\u00f3pez lapidar und wirbt mit Verweis auf \u201evertrauliche Verhandlungen\u201c um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Zur\u00fcckhaltung. Lob von den Aktion\u00e4ren \u2013 anders als in den VorjahrenK\u00fcrzungen gibt es aber auch in den anderen Gesch\u00e4ftsbereichen. Ob und wann die verbliebenen Sparten eigenst\u00e4ndig sein k\u00f6nnen, l\u00e4sst der Vorstandschef gleichwohl offen. \u201eDie Programme, um die Segmente kapitalmarktf\u00e4hig zu machen, haben einen unterschiedlichen Reifegrad\u201c, hei\u00dft es nur. Wo die Voraussetzungen noch nicht erf\u00fcllt sind, werde nun gezielt in die Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit investiert. Der grunds\u00e4tzliche Weg sei aber vorgezeichnet und werde konsequent weiterverfolgt. Von den Aktion\u00e4ren gab es auf der Hauptversammlung trotzdem viel Lob f\u00fcr den eingeschlagenen Weg \u2013 nachdem es in den Vorjahren oftmals turbulent und kontrovers zuging. \u201eVertrauen ist wieder da, Zuversicht ist zur\u00fcckgekehrt\u201c, sagt zum Beispiel Oliver Vollbrecht von der Deutschen Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz (DSW). Ingo Speich, der Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka Investment, sieht Thyssenkrupp sogar wie \u201ePh\u00f6nix aus der Asche auferstanden\u201c \u2013 jedenfalls an der B\u00f6rse, angesichts einer deutlichen Steigerung des Aktienwertes. Gleichwohl h\u00e4lt der Investor den H\u00f6henflug f\u00fcr fragil. Denn operativ liege noch immer zu viel im Argen. \u201eDas vergangene Gesch\u00e4ftsjahr l\u00e4sst sich mit vier Worten charakterisieren: strategisch top, operativ flop. Die Erfolge in der Strategie kaschieren die weiterhin sehr schwachen operativen Zahlen.\u201cTats\u00e4chlich k\u00e4mpft Thyssenkrupp mit schwacher Nachfrage bei wichtigen Abnehmern wie der Autoindustrie und dem Maschinenbau, mit hohen Energiepreisen und mit einer anhaltenden Konjunkturschw\u00e4che. Der Ausblick auf das seit Oktober laufende Gesch\u00e4ftsjahr 2025\/2026 ist entsprechend schlecht mit erwartet roten Zahlen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 400 bis 800 Millionen und einem negativen Free Cashflow unter anderem wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen in der Stahl- und Automobilsparte.Streitpunkt auf der Hauptversammlung war daher der Vorschlag zur Auszahlung einer Dividende in H\u00f6he von 15 Cent pro Aktie. Das entspricht einer Aussch\u00fcttung in H\u00f6he von 93 Millionen Euro. Kritik kam von der IG Metall. \u201eNach dem j\u00fcngsten B\u00f6rsengang der Marine haben Aktion\u00e4re bereits \u00fcberdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszusch\u00fctten, w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c, steht auf einem Flugblatt der Gewerkschaft anl\u00e4sslich der Protestkundgebung zu Beginn der Hauptversammlung. Aber auch einige Aktion\u00e4re haben die Zustimmung verweigert, darunter Deka Investment. \u201eDie Zahlung einer Dividende erfolgt zu Lasten der Substanz\u201c, warnt Fondsgesellschaft-Vertreter Speich. Thyssenkrupp lebe aber seit Jahren von seiner Substanz. \u201eDamit muss endlich Schluss sein. Solange der freie Cashflow so schwach ist, darf keine Dividende ausgesch\u00fcttet werden.\u201cVorstand und Aufsichtsrat indes verteidigen ihren Vorschlag mit Verweis auf \u201eDividendenkontinuit\u00e4t\u201c und die \u201epositive Entwicklung im Gesch\u00e4ftsjahr 2024\/2025\u201c. Ohnehin gehe es nur um sechs Prozent der f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr geplanten Investitionen ins Unternehmen. Durchgesetzt haben sich am Ende die Bef\u00fcrworter, sogar deutlich. Zumal nur knapp 57 Prozent des vertretenen Grundkapitals anwesend waren und der gr\u00f6\u00dfte Teil auf die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entf\u00e4llt. Und die finanziert sich und ihre gemeinn\u00fctzige Arbeit f\u00fcr Wissenschaft, Bildung, Kunst und Sport \u00fcber die Dividenden ihrer Thyssenkrupp-Beteiligung.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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In Zukunft aber werde Thyssenkrupp eine schlanke Finanzholding sein. \u201eEine Beteiligungsgesellschaft, die grunds\u00e4tzlich Mehrheitsbeteiligungen an starken, eigenverantwortlichen Unternehmen unter einem Dach vereint.\u201c Die Zentrale sei dann nur noch eine Finanzholding, die das Gesamtportfolio steuert. \u201eDie strategische Ausrichtung der Beteiligungen begleiten wir k\u00fcnftig prim\u00e4r \u00fcber die Aufsichtsr\u00e4te.\u201c Daf\u00fcr werden aktuell s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsbereiche auf Effizienz und Performance getrimmt \u2013 \u201eum aus eigener Kraft \u00fcberlebens- und wettbewerbsf\u00e4hig und nicht auf eine dauerhafte Quersubventionierung innerhalb des Konzerns angewiesen zu sein\u201c, wie es Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm ausdr\u00fcckt, der als gro\u00dfer Unterst\u00fctzer von L\u00f3pez gilt. \u201eAces 2030\u201c hei\u00dft das entsprechende Programm, an dessen Ende die Eigenst\u00e4ndigkeit aller Segmente stehen soll, wahlweise \u00fcber B\u00f6rseng\u00e4nge oder Verk\u00e4ufe.Vollzogen wurde das schon bei der Marine-Sparte TKMS, die seit vergangenem Oktober an der B\u00f6rse notiert ist \u2013 und es binnen kurzer Zeit in den Mittelwerte-Index M-Dax geschafft hat, in dem auch die Muttergesellschaft selbst gelistet ist. 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Thyssenkrupp zeigt sich offen und hat bereits die vorherigen Pl\u00e4ne f\u00fcr ein 50\/50-Joint-Venture mit dem Energiekonzern EP Group des tschechischen Milliard\u00e4rs Daniel K\u0159et\u00ednsk\u00fd samt einem bereits erfolgten Verkauf von 20 Prozent der Anteile r\u00fcckabgewickelt. Zum aktuellen Stand der Gespr\u00e4che schweigt das Thyssenkrupp-Management. \u201eMit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch\u201c, sagt L\u00f3pez lapidar und wirbt mit Verweis auf \u201evertrauliche Verhandlungen\u201c um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Zur\u00fcckhaltung. Lob von den Aktion\u00e4ren \u2013 anders als in den VorjahrenK\u00fcrzungen gibt es aber auch in den anderen Gesch\u00e4ftsbereichen. Ob und wann die verbliebenen Sparten eigenst\u00e4ndig sein k\u00f6nnen, l\u00e4sst der Vorstandschef gleichwohl offen. \u201eDie Programme, um die Segmente kapitalmarktf\u00e4hig zu machen, haben einen unterschiedlichen Reifegrad\u201c, hei\u00dft es nur. 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Denn operativ liege noch immer zu viel im Argen. \u201eDas vergangene Gesch\u00e4ftsjahr l\u00e4sst sich mit vier Worten charakterisieren: strategisch top, operativ flop. Die Erfolge in der Strategie kaschieren die weiterhin sehr schwachen operativen Zahlen.\u201cTats\u00e4chlich k\u00e4mpft Thyssenkrupp mit schwacher Nachfrage bei wichtigen Abnehmern wie der Autoindustrie und dem Maschinenbau, mit hohen Energiepreisen und mit einer anhaltenden Konjunkturschw\u00e4che. Der Ausblick auf das seit Oktober laufende Gesch\u00e4ftsjahr 2025\/2026 ist entsprechend schlecht mit erwartet roten Zahlen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 400 bis 800 Millionen und einem negativen Free Cashflow unter anderem wegen hoher Restrukturierungsaufwendungen in der Stahl- und Automobilsparte.Streitpunkt auf der Hauptversammlung war daher der Vorschlag zur Auszahlung einer Dividende in H\u00f6he von 15 Cent pro Aktie. Das entspricht einer Aussch\u00fcttung in H\u00f6he von 93 Millionen Euro. Kritik kam von der IG Metall. \u201eNach dem j\u00fcngsten B\u00f6rsengang der Marine haben Aktion\u00e4re bereits \u00fcberdurchschnittlich profitiert. Jetzt eine Dividende aus der Substanz auszusch\u00fctten, w\u00e4re wirtschaftlich falsch und ein fatales Signal\u201c, steht auf einem Flugblatt der Gewerkschaft anl\u00e4sslich der Protestkundgebung zu Beginn der Hauptversammlung. Aber auch einige Aktion\u00e4re haben die Zustimmung verweigert, darunter Deka Investment. \u201eDie Zahlung einer Dividende erfolgt zu Lasten der Substanz\u201c, warnt Fondsgesellschaft-Vertreter Speich. Thyssenkrupp lebe aber seit Jahren von seiner Substanz. \u201eDamit muss endlich Schluss sein. Solange der freie Cashflow so schwach ist, darf keine Dividende ausgesch\u00fcttet werden.\u201cVorstand und Aufsichtsrat indes verteidigen ihren Vorschlag mit Verweis auf \u201eDividendenkontinuit\u00e4t\u201c und die \u201epositive Entwicklung im Gesch\u00e4ftsjahr 2024\/2025\u201c. Ohnehin gehe es nur um sechs Prozent der f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr geplanten Investitionen ins Unternehmen. Durchgesetzt haben sich am Ende die Bef\u00fcrworter, sogar deutlich. Zumal nur knapp 57 Prozent des vertretenen Grundkapitals anwesend waren und der gr\u00f6\u00dfte Teil auf die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entf\u00e4llt. Und die finanziert sich und ihre gemeinn\u00fctzige Arbeit f\u00fcr Wissenschaft, Bildung, Kunst und Sport \u00fcber die Dividenden ihrer Thyssenkrupp-Beteiligung.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/verluste-und-job-angst-doch-die-aktionare-macht-thyssenkrupp-glucklich\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/verluste-und-job-angst-doch-die-aktionare-macht-thyssenkrupp-glucklich\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/verluste-und-job-angst-doch-die-aktionare-macht-thyssenkrupp-glucklich\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/dpa-com-20090101-260130-911-009541-jpg.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/dpa-com-20090101-260130-911-009541-jpg.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/verluste-und-job-angst-doch-die-aktionare-macht-thyssenkrupp-glucklich\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Verluste und Job-Angst \u2013 doch die Aktion\u00e4re macht Thyssenkrupp gl\u00fccklich"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=322321"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":322328,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/322321\/revisions\/322328"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/322322"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=322321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=322321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=322321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}