{"id":279385,"date":"2025-09-26T09:26:11","date_gmt":"2025-09-26T06:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/ein-fusionsreaktor-in-deutschland-milliarden-lucke-bedroht-zukunft-der-energiehoffnung\/"},"modified":"2025-09-26T09:26:35","modified_gmt":"2025-09-26T06:26:35","slug":"ein-fusionsreaktor-in-deutschland-milliarden-lucke-bedroht-zukunft-der-energiehoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ein-fusionsreaktor-in-deutschland-milliarden-lucke-bedroht-zukunft-der-energiehoffnung\/","title":{"rendered":"Ein Fusionsreaktor in Deutschland? Milliarden-L\u00fccke bedroht Zukunft der Energiehoffnung"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Fusionsindustrie fordert von der Bundesregierung eine Anschubfinanzierung von drei Milliarden Euro, um die im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot gegebene Zusage einzul\u00f6sen. \u201eFusionsenergie jetzt oder nie\u201c, ist der Aufruf der drei f\u00fchrenden deutschen Start-ups <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/weltplus\/plus256234430\/Proxima-Fusion-Erleben-wir-jetzt-die-deutsche-Fusionskraft-Revolution.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/weltplus\/plus256234430\/Proxima-Fusion-Erleben-wir-jetzt-die-deutsche-Fusionskraft-Revolution.html\">Proxima<\/a>, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article246779982\/Muenchner-Unternehmen-will-Kernfusion-Kraftwerk-jetzt-in-den-USA-vorantreiben.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article246779982\/Muenchner-Unternehmen-will-Kernfusion-Kraftwerk-jetzt-in-den-USA-vorantreiben.html\">Marvel<\/a> und Focused Energy \u00fcberschrieben: \u201eF\u00fcr Deutschland und Europa ist jetzt der Moment, die wissenschaftliche St\u00e4rke, die industrielle Basis und den Kapitalmarkt zu mobilisieren.\u201c<\/p>\n<p>Das sind keine leeren Worte, die Zeit dr\u00e4ngt:  Weltweit ist ein Wettlauf um die Zukunftstechnologie im Gange. Wasserstoffatome zwecks Energiegewinnung zu verschmelzen \u2013 in dieser Disziplin geh\u00f6ren deutsche Wissenschaftler bislang zu den besten der Welt. Die Technik verhei\u00dft eine unbegrenzte, risikoarme, strahlungs- und abfallfreie Energieversorgung der Welt. <\/p>\n<p>Doch Deutschlands Wettbewerber holen auf, vor allem in den USA und China. Bereits 2027 soll die Pilotanlage \u201eSPARC\u201c der US-Firma Commonwealth Fusion Systems (CFS) in Massachusetts in Betrieb gehen \u2013 in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem \u201eBurning Plasma Experimental Superconducting Tokamak\u201c (BEST) in Heifei, China. Und Deutschland?<\/p>\n<h3>Europ\u00e4ischer Energiemulti unterst\u00fctzt US-Konkurrenz<\/h3>\n<p>Das Bundeskabinett will am Mittwoch kommender Woche den \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.bmftr.bund.de\/DE\/Forschung\/HightechAgenda\/DossierHightechAgenda\/Dossier_HightechAgenda\/_documents\/5_fusion_klimaneutrale_energieerzeugung.html?nn=1104712\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.bmftr.bund.de\/DE\/Forschung\/HightechAgenda\/DossierHightechAgenda\/Dossier_HightechAgenda\/_documents\/5_fusion_klimaneutrale_energieerzeugung.html?nn=1104712\">Aktionsplan Fusion<\/a>\u201c aus dem Bundesforschungsministerium beschlie\u00dfen. \u201eWir wollen deutsche Unternehmen zu Weltmarktf\u00fchrern bei der Fusion machen und Arbeitspl\u00e4tze schaffen\u201c, hei\u00dft es dazu im Haus der Ministerin Dorothee B\u00e4r (CSU). Noch sind Details unbekannt. Doch nach WELT-Informationen droht die Finanzierung des Aktionsplans weit hinter dem N\u00f6tigen zur\u00fcckzubleiben.<\/p>\n<p>Dem Vernehmen nach sollen f\u00fcr die Umsetzung des Aktionsplans nur zwischen 700 und 900 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Die Summe verteilt sich dann auch noch auf drei Forschungscluster Magnetfusion, Laserfusion und Tritium-Produktion. Der so aufgeteilte Betrag wird kaum gen\u00fcgen, dem Ziel des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks der Welt schnell genug n\u00e4herzukommen. Commonwealth Fusion, das von einigen US-Milliard\u00e4ren wie <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.rechargenews.com\/energy-transition\/bill-gates-and-jeff-bezos-backed-fusion-energy-pioneer-claims-pivotal-moment\/2-1-1607295\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.rechargenews.com\/energy-transition\/bill-gates-and-jeff-bezos-backed-fusion-energy-pioneer-claims-pivotal-moment\/2-1-1607295\" rel=\"nofollow\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\">Bill Gates<\/a> unterst\u00fctzt wird, hat sich bereits eine Finanzierung von mehr als drei Milliarden US-Dollar gesichert \u2013 und schreitet beim Bau der Pilotanlage voran. <\/p>\n<p>Dass selbst die ersten europ\u00e4ischen Energiekonzerne auf einen fr\u00fchen Erfolg der Amerikaner setzen, ist ein Alarmzeichen. In der vergangenen Woche unterzeichnete der Energiemulti Eni aus Italien ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) im Volumen von einer Milliarde US-Dollar mit Commonwealth Fusion. <\/p>\n<p>Es ist bereits der zweite Stromliefervertrag, den die US-Kraftwerksplaner abschlie\u00dfen konnten. Nach der Pilotanlage SPARC in Devens im US-Bundesstaat Massachusetts soll das eigentliche Fusionskraftwerk Anfang der 2030er-Jahre in Chesterfield County im Bundesstaat Virginia in Betrieb gehen und 400 Megawatt klimaneutrale Elektrizit\u00e4t liefern.<\/p>\n<p>Der Stromliefervertrag mit Eni ist vorerst nicht viel mehr als ein PR-Erfolg f\u00fcr die Amerikaner. Einzelheiten wurden nicht verk\u00fcndet. Geld flie\u00dft wohl nur, falls Commonwealth Fusion \u00fcberhaupt liefern kann \u2013 und zudem einen wettbewerbsf\u00e4higen Strompreis berechnet. Dennoch hat der unter vielen Bedingungen abgeschlossene Vertrag eine wichtige Signalwirkung f\u00fcr den Markt, indem er das Interesse von Finanzinvestoren auf den Bereich Fusionsenergie lenkt.<\/p>\n<p>Obwohl die Amerikaner mit viel Geld vorpreschen, ist das Rennen aus Sicht der deutschen Fusionsfirmen noch nicht gelaufen. So setzt die US-Firma Commonwealth auf einen Reaktor vom Typ Tokamak, der aus Sicht einiger Experten weniger gut geeignet ist f\u00fcr die kontinuierliche Stromproduktion in einem Kraftwerk.  Die deutsche Proxima Fusion setzt hingegen auf das sogenannte Stellarator-Konzept und glaubt, damit den US-Wettbewerbern im kommerziellen Kraftwerksbetrieb \u00fcberlegen zu sein.<\/p>\n<p>Die Technik von Proxima basiert auf Erfahrungen mit dem Stellarator \u201eWendelstein-7x\u201c, der vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Plasmaphysik (IPP) seit Jahren in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern erprobt und optimiert wird. Das brennende Plasma aus Wasserstoff-Isotopen wird dort durch starke Magnete in der Schwebe gehalten. <\/p>\n<p>Das Konzept der deutschen Proxima hat mit dem Tokamak-Ansatz der Amerikaner gemein, dass beide auf einen magnetischen Einschluss des brennenden Wasserstoff-Plasmas setzen. Haben die Amerikaner mit der ersten Pilotanlagen SPARC Erfolg, d\u00fcrfte das einen globalen Investitionsboom in die Magnetfusion ausl\u00f6sen, von dem auch Proxima profitieren k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Den Deutschen bliebe es dann nur noch zu beweisen, dass innerhalb des Magnet-Konzepts ein Stellarator besser ist als ein Tokamak. Dabei helfen k\u00f6nnte eine weitere deutsche Gr\u00fcndung: <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/gauss-fusion.com\/#Approach\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/gauss-fusion.com\/#Approach\">Gauss Fusion.<\/a> Das Unternehmen versucht, in ganz Europa die jeweils besten Wissenschaftler, Maschinenbauer, Zulieferer zusammenzuschlie\u00dfen zu einer Art \u201eAirbus\u201c der Fusionsenergie. Wie das Gemeinschaftsunternehmen der europ\u00e4ischen Flugzeugbauer h\u00e4tte die Gauss-Gemeinschaft dann wohl auch gen\u00fcgend Ressourcen, im internationalen Wettlauf mitzuhalten. <\/p>\n<p>Der alternative Ansatz der Laserfusion, wie er etwa von den deutschen Entwicklern Focused Energy und Marvel Fusion verfolgt wird, h\u00e4tte das Nachsehen. Sie h\u00e4tten es dann schwerer, Geldgeber davon zu \u00fcberzeugen, dass ihre Fusionsverfahren mittels Laserstrahlen der Magnetfusion mindestens ebenb\u00fcrtig ist. Die Unternehmen pochen umso mehr auf eine bessere Unterst\u00fctzung durch die Bundespolitik, jenseits der finanziellen Zusagen. Unter anderem geht es ihnen darum, die Kernfusion gesetzgeberisch klar von der Kernspaltung, also der klassischen \u201eAtomkraft\u201c zu trennen. <\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Fusionsenergie ist ein eigener, zukunftsf\u00e4higer Rechtsrahmen abseits des Atomschutzrechts zwingend notwendig\u201c, sagt G\u00fcnter Kraft, von Focused Energy: Deutschland m\u00fcsse jetzt klare Regeln schaffen, damit erste industrielle Projekte noch in dieser Legislaturperiode starten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jetzt ist an der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gef\u00fchrten Bundesregierung, ihre im Koalitionsvertrag gegebenen Versprechen mit Geld und klugen Gesetzen umzusetzen. Der erste Termin daf\u00fcr ist die Kabinettssitzung am Mittwoch kommender Woche. <\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und \u201e<\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"http:\/\/www.businessinsider.de\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"http:\/\/www.businessinsider.de\"><b><em>Business Insider Deutschland<\/em><\/b><\/a><b><em>\u201c erstellt.<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-wetzel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-wetzel\/\"><b><em>Daniel Wetzel<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet \u00fcber Energiewirtschaft und Klimapolitik. Er wurde 2007 vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit dem Robert-Mayer-Preis ausgezeichnet und vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universit\u00e4t K\u00f6ln 2009 mit dem Theodor-Wessels-Preis.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Fusionsindustrie fordert von der Bundesregierung eine Anschubfinanzierung von drei Milliarden Euro, um die im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot gegebene Zusage einzul\u00f6sen. \u201eFusionsenergie jetzt oder nie\u201c, ist der Aufruf der drei f\u00fchrenden deutschen Start-ups Proxima, Marvel und Focused Energy \u00fcberschrieben: \u201eF\u00fcr Deutschland und Europa ist jetzt der Moment, die wissenschaftliche St\u00e4rke, die industrielle Basis und<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":279386,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[59],"tags":[],"class_list":["post-279385","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-business-de"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v22.9 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Ein Fusionsreaktor in Deutschland? Milliarden-L\u00fccke bedroht Zukunft der Energiehoffnung - vof-news.eu<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Die deutsche Fusionsindustrie fordert von der Bundesregierung eine Anschubfinanzierung von drei Milliarden Euro, um die im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot gegebene Zusage einzul\u00f6sen. \u201eFusionsenergie jetzt oder nie\u201c, ist der Aufruf der drei f\u00fchrenden deutschen Start-ups Proxima, Marvel und Focused Energy \u00fcberschrieben: \u201eF\u00fcr Deutschland und Europa ist jetzt der Moment, die wissenschaftliche St\u00e4rke, die industrielle Basis und den Kapitalmarkt zu mobilisieren.\u201cDas sind keine leeren Worte, die Zeit dr\u00e4ngt: Weltweit ist ein Wettlauf um die Zukunftstechnologie im Gange. Wasserstoffatome zwecks Energiegewinnung zu verschmelzen \u2013 in dieser Disziplin geh\u00f6ren deutsche Wissenschaftler bislang zu den besten der Welt. Die Technik verhei\u00dft eine unbegrenzte, risikoarme, strahlungs- und abfallfreie Energieversorgung der Welt. Doch Deutschlands Wettbewerber holen auf, vor allem in den USA und China. Bereits 2027 soll die Pilotanlage \u201eSPARC\u201c der US-Firma Commonwealth Fusion Systems (CFS) in Massachusetts in Betrieb gehen \u2013 in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem \u201eBurning Plasma Experimental Superconducting Tokamak\u201c (BEST) in Heifei, China. Und Deutschland?Europ\u00e4ischer Energiemulti unterst\u00fctzt US-KonkurrenzDas Bundeskabinett will am Mittwoch kommender Woche den \u201eAktionsplan Fusion\u201c aus dem Bundesforschungsministerium beschlie\u00dfen. \u201eWir wollen deutsche Unternehmen zu Weltmarktf\u00fchrern bei der Fusion machen und Arbeitspl\u00e4tze schaffen\u201c, hei\u00dft es dazu im Haus der Ministerin Dorothee B\u00e4r (CSU). Noch sind Details unbekannt. Doch nach WELT-Informationen droht die Finanzierung des Aktionsplans weit hinter dem N\u00f6tigen zur\u00fcckzubleiben.Dem Vernehmen nach sollen f\u00fcr die Umsetzung des Aktionsplans nur zwischen 700 und 900 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Die Summe verteilt sich dann auch noch auf drei Forschungscluster Magnetfusion, Laserfusion und Tritium-Produktion. Der so aufgeteilte Betrag wird kaum gen\u00fcgen, dem Ziel des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks der Welt schnell genug n\u00e4herzukommen. Commonwealth Fusion, das von einigen US-Milliard\u00e4ren wie Bill Gates unterst\u00fctzt wird, hat sich bereits eine Finanzierung von mehr als drei Milliarden US-Dollar gesichert \u2013 und schreitet beim Bau der Pilotanlage voran. Dass selbst die ersten europ\u00e4ischen Energiekonzerne auf einen fr\u00fchen Erfolg der Amerikaner setzen, ist ein Alarmzeichen. In der vergangenen Woche unterzeichnete der Energiemulti Eni aus Italien ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) im Volumen von einer Milliarde US-Dollar mit Commonwealth Fusion. Es ist bereits der zweite Stromliefervertrag, den die US-Kraftwerksplaner abschlie\u00dfen konnten. Nach der Pilotanlage SPARC in Devens im US-Bundesstaat Massachusetts soll das eigentliche Fusionskraftwerk Anfang der 2030er-Jahre in Chesterfield County im Bundesstaat Virginia in Betrieb gehen und 400 Megawatt klimaneutrale Elektrizit\u00e4t liefern.Der Stromliefervertrag mit Eni ist vorerst nicht viel mehr als ein PR-Erfolg f\u00fcr die Amerikaner. Einzelheiten wurden nicht verk\u00fcndet. Geld flie\u00dft wohl nur, falls Commonwealth Fusion \u00fcberhaupt liefern kann \u2013 und zudem einen wettbewerbsf\u00e4higen Strompreis berechnet. Dennoch hat der unter vielen Bedingungen abgeschlossene Vertrag eine wichtige Signalwirkung f\u00fcr den Markt, indem er das Interesse von Finanzinvestoren auf den Bereich Fusionsenergie lenkt.Obwohl die Amerikaner mit viel Geld vorpreschen, ist das Rennen aus Sicht der deutschen Fusionsfirmen noch nicht gelaufen. So setzt die US-Firma Commonwealth auf einen Reaktor vom Typ Tokamak, der aus Sicht einiger Experten weniger gut geeignet ist f\u00fcr die kontinuierliche Stromproduktion in einem Kraftwerk. Die deutsche Proxima Fusion setzt hingegen auf das sogenannte Stellarator-Konzept und glaubt, damit den US-Wettbewerbern im kommerziellen Kraftwerksbetrieb \u00fcberlegen zu sein.Die Technik von Proxima basiert auf Erfahrungen mit dem Stellarator \u201eWendelstein-7x\u201c, der vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Plasmaphysik (IPP) seit Jahren in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern erprobt und optimiert wird. Das brennende Plasma aus Wasserstoff-Isotopen wird dort durch starke Magnete in der Schwebe gehalten. Das Konzept der deutschen Proxima hat mit dem Tokamak-Ansatz der Amerikaner gemein, dass beide auf einen magnetischen Einschluss des brennenden Wasserstoff-Plasmas setzen. Haben die Amerikaner mit der ersten Pilotanlagen SPARC Erfolg, d\u00fcrfte das einen globalen Investitionsboom in die Magnetfusion ausl\u00f6sen, von dem auch Proxima profitieren k\u00f6nnte. Den Deutschen bliebe es dann nur noch zu beweisen, dass innerhalb des Magnet-Konzepts ein Stellarator besser ist als ein Tokamak. Dabei helfen k\u00f6nnte eine weitere deutsche Gr\u00fcndung: Gauss Fusion. Das Unternehmen versucht, in ganz Europa die jeweils besten Wissenschaftler, Maschinenbauer, Zulieferer zusammenzuschlie\u00dfen zu einer Art \u201eAirbus\u201c der Fusionsenergie. Wie das Gemeinschaftsunternehmen der europ\u00e4ischen Flugzeugbauer h\u00e4tte die Gauss-Gemeinschaft dann wohl auch gen\u00fcgend Ressourcen, im internationalen Wettlauf mitzuhalten. Der alternative Ansatz der Laserfusion, wie er etwa von den deutschen Entwicklern Focused Energy und Marvel Fusion verfolgt wird, h\u00e4tte das Nachsehen. Sie h\u00e4tten es dann schwerer, Geldgeber davon zu \u00fcberzeugen, dass ihre Fusionsverfahren mittels Laserstrahlen der Magnetfusion mindestens ebenb\u00fcrtig ist. Die Unternehmen pochen umso mehr auf eine bessere Unterst\u00fctzung durch die Bundespolitik, jenseits der finanziellen Zusagen. Unter anderem geht es ihnen darum, die Kernfusion gesetzgeberisch klar von der Kernspaltung, also der klassischen \u201eAtomkraft\u201c zu trennen. \u201eF\u00fcr die Fusionsenergie ist ein eigener, zukunftsf\u00e4higer Rechtsrahmen abseits des Atomschutzrechts zwingend notwendig\u201c, sagt G\u00fcnter Kraft, von Focused Energy: Deutschland m\u00fcsse jetzt klare Regeln schaffen, damit erste industrielle Projekte noch in dieser Legislaturperiode starten k\u00f6nnen.Jetzt ist an der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gef\u00fchrten Bundesregierung, ihre im Koalitionsvertrag gegebenen Versprechen mit Geld und klugen Gesetzen umzusetzen. Der erste Termin daf\u00fcr ist die Kabinettssitzung am Mittwoch kommender Woche. Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und \u201eBusiness Insider Deutschland\u201c erstellt.Daniel Wetzel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet \u00fcber Energiewirtschaft und Klimapolitik. Er wurde 2007 vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit dem Robert-Mayer-Preis ausgezeichnet und vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universit\u00e4t K\u00f6ln 2009 mit dem Theodor-Wessels-Preis.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ein Fusionsreaktor in Deutschland? 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Die Technik verhei\u00dft eine unbegrenzte, risikoarme, strahlungs- und abfallfreie Energieversorgung der Welt. Doch Deutschlands Wettbewerber holen auf, vor allem in den USA und China. Bereits 2027 soll die Pilotanlage \u201eSPARC\u201c der US-Firma Commonwealth Fusion Systems (CFS) in Massachusetts in Betrieb gehen \u2013 in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem \u201eBurning Plasma Experimental Superconducting Tokamak\u201c (BEST) in Heifei, China. Und Deutschland?Europ\u00e4ischer Energiemulti unterst\u00fctzt US-KonkurrenzDas Bundeskabinett will am Mittwoch kommender Woche den \u201eAktionsplan Fusion\u201c aus dem Bundesforschungsministerium beschlie\u00dfen. \u201eWir wollen deutsche Unternehmen zu Weltmarktf\u00fchrern bei der Fusion machen und Arbeitspl\u00e4tze schaffen\u201c, hei\u00dft es dazu im Haus der Ministerin Dorothee B\u00e4r (CSU). Noch sind Details unbekannt. Doch nach WELT-Informationen droht die Finanzierung des Aktionsplans weit hinter dem N\u00f6tigen zur\u00fcckzubleiben.Dem Vernehmen nach sollen f\u00fcr die Umsetzung des Aktionsplans nur zwischen 700 und 900 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Die Summe verteilt sich dann auch noch auf drei Forschungscluster Magnetfusion, Laserfusion und Tritium-Produktion. Der so aufgeteilte Betrag wird kaum gen\u00fcgen, dem Ziel des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks der Welt schnell genug n\u00e4herzukommen. Commonwealth Fusion, das von einigen US-Milliard\u00e4ren wie Bill Gates unterst\u00fctzt wird, hat sich bereits eine Finanzierung von mehr als drei Milliarden US-Dollar gesichert \u2013 und schreitet beim Bau der Pilotanlage voran. Dass selbst die ersten europ\u00e4ischen Energiekonzerne auf einen fr\u00fchen Erfolg der Amerikaner setzen, ist ein Alarmzeichen. In der vergangenen Woche unterzeichnete der Energiemulti Eni aus Italien ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) im Volumen von einer Milliarde US-Dollar mit Commonwealth Fusion. Es ist bereits der zweite Stromliefervertrag, den die US-Kraftwerksplaner abschlie\u00dfen konnten. Nach der Pilotanlage SPARC in Devens im US-Bundesstaat Massachusetts soll das eigentliche Fusionskraftwerk Anfang der 2030er-Jahre in Chesterfield County im Bundesstaat Virginia in Betrieb gehen und 400 Megawatt klimaneutrale Elektrizit\u00e4t liefern.Der Stromliefervertrag mit Eni ist vorerst nicht viel mehr als ein PR-Erfolg f\u00fcr die Amerikaner. Einzelheiten wurden nicht verk\u00fcndet. Geld flie\u00dft wohl nur, falls Commonwealth Fusion \u00fcberhaupt liefern kann \u2013 und zudem einen wettbewerbsf\u00e4higen Strompreis berechnet. Dennoch hat der unter vielen Bedingungen abgeschlossene Vertrag eine wichtige Signalwirkung f\u00fcr den Markt, indem er das Interesse von Finanzinvestoren auf den Bereich Fusionsenergie lenkt.Obwohl die Amerikaner mit viel Geld vorpreschen, ist das Rennen aus Sicht der deutschen Fusionsfirmen noch nicht gelaufen. So setzt die US-Firma Commonwealth auf einen Reaktor vom Typ Tokamak, der aus Sicht einiger Experten weniger gut geeignet ist f\u00fcr die kontinuierliche Stromproduktion in einem Kraftwerk. Die deutsche Proxima Fusion setzt hingegen auf das sogenannte Stellarator-Konzept und glaubt, damit den US-Wettbewerbern im kommerziellen Kraftwerksbetrieb \u00fcberlegen zu sein.Die Technik von Proxima basiert auf Erfahrungen mit dem Stellarator \u201eWendelstein-7x\u201c, der vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Plasmaphysik (IPP) seit Jahren in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern erprobt und optimiert wird. Das brennende Plasma aus Wasserstoff-Isotopen wird dort durch starke Magnete in der Schwebe gehalten. Das Konzept der deutschen Proxima hat mit dem Tokamak-Ansatz der Amerikaner gemein, dass beide auf einen magnetischen Einschluss des brennenden Wasserstoff-Plasmas setzen. Haben die Amerikaner mit der ersten Pilotanlagen SPARC Erfolg, d\u00fcrfte das einen globalen Investitionsboom in die Magnetfusion ausl\u00f6sen, von dem auch Proxima profitieren k\u00f6nnte. Den Deutschen bliebe es dann nur noch zu beweisen, dass innerhalb des Magnet-Konzepts ein Stellarator besser ist als ein Tokamak. Dabei helfen k\u00f6nnte eine weitere deutsche Gr\u00fcndung: Gauss Fusion. Das Unternehmen versucht, in ganz Europa die jeweils besten Wissenschaftler, Maschinenbauer, Zulieferer zusammenzuschlie\u00dfen zu einer Art \u201eAirbus\u201c der Fusionsenergie. Wie das Gemeinschaftsunternehmen der europ\u00e4ischen Flugzeugbauer h\u00e4tte die Gauss-Gemeinschaft dann wohl auch gen\u00fcgend Ressourcen, im internationalen Wettlauf mitzuhalten. Der alternative Ansatz der Laserfusion, wie er etwa von den deutschen Entwicklern Focused Energy und Marvel Fusion verfolgt wird, h\u00e4tte das Nachsehen. Sie h\u00e4tten es dann schwerer, Geldgeber davon zu \u00fcberzeugen, dass ihre Fusionsverfahren mittels Laserstrahlen der Magnetfusion mindestens ebenb\u00fcrtig ist. Die Unternehmen pochen umso mehr auf eine bessere Unterst\u00fctzung durch die Bundespolitik, jenseits der finanziellen Zusagen. Unter anderem geht es ihnen darum, die Kernfusion gesetzgeberisch klar von der Kernspaltung, also der klassischen \u201eAtomkraft\u201c zu trennen. \u201eF\u00fcr die Fusionsenergie ist ein eigener, zukunftsf\u00e4higer Rechtsrahmen abseits des Atomschutzrechts zwingend notwendig\u201c, sagt G\u00fcnter Kraft, von Focused Energy: Deutschland m\u00fcsse jetzt klare Regeln schaffen, damit erste industrielle Projekte noch in dieser Legislaturperiode starten k\u00f6nnen.Jetzt ist an der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gef\u00fchrten Bundesregierung, ihre im Koalitionsvertrag gegebenen Versprechen mit Geld und klugen Gesetzen umzusetzen. Der erste Termin daf\u00fcr ist die Kabinettssitzung am Mittwoch kommender Woche. Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und \u201eBusiness Insider Deutschland\u201c erstellt.Daniel Wetzel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet \u00fcber Energiewirtschaft und Klimapolitik. 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Und Deutschland?Europ\u00e4ischer Energiemulti unterst\u00fctzt US-KonkurrenzDas Bundeskabinett will am Mittwoch kommender Woche den \u201eAktionsplan Fusion\u201c aus dem Bundesforschungsministerium beschlie\u00dfen. \u201eWir wollen deutsche Unternehmen zu Weltmarktf\u00fchrern bei der Fusion machen und Arbeitspl\u00e4tze schaffen\u201c, hei\u00dft es dazu im Haus der Ministerin Dorothee B\u00e4r (CSU). Noch sind Details unbekannt. Doch nach WELT-Informationen droht die Finanzierung des Aktionsplans weit hinter dem N\u00f6tigen zur\u00fcckzubleiben.Dem Vernehmen nach sollen f\u00fcr die Umsetzung des Aktionsplans nur zwischen 700 und 900 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Die Summe verteilt sich dann auch noch auf drei Forschungscluster Magnetfusion, Laserfusion und Tritium-Produktion. Der so aufgeteilte Betrag wird kaum gen\u00fcgen, dem Ziel des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks der Welt schnell genug n\u00e4herzukommen. Commonwealth Fusion, das von einigen US-Milliard\u00e4ren wie Bill Gates unterst\u00fctzt wird, hat sich bereits eine Finanzierung von mehr als drei Milliarden US-Dollar gesichert \u2013 und schreitet beim Bau der Pilotanlage voran. Dass selbst die ersten europ\u00e4ischen Energiekonzerne auf einen fr\u00fchen Erfolg der Amerikaner setzen, ist ein Alarmzeichen. In der vergangenen Woche unterzeichnete der Energiemulti Eni aus Italien ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) im Volumen von einer Milliarde US-Dollar mit Commonwealth Fusion. Es ist bereits der zweite Stromliefervertrag, den die US-Kraftwerksplaner abschlie\u00dfen konnten. 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Haben die Amerikaner mit der ersten Pilotanlagen SPARC Erfolg, d\u00fcrfte das einen globalen Investitionsboom in die Magnetfusion ausl\u00f6sen, von dem auch Proxima profitieren k\u00f6nnte. Den Deutschen bliebe es dann nur noch zu beweisen, dass innerhalb des Magnet-Konzepts ein Stellarator besser ist als ein Tokamak. Dabei helfen k\u00f6nnte eine weitere deutsche Gr\u00fcndung: Gauss Fusion. Das Unternehmen versucht, in ganz Europa die jeweils besten Wissenschaftler, Maschinenbauer, Zulieferer zusammenzuschlie\u00dfen zu einer Art \u201eAirbus\u201c der Fusionsenergie. Wie das Gemeinschaftsunternehmen der europ\u00e4ischen Flugzeugbauer h\u00e4tte die Gauss-Gemeinschaft dann wohl auch gen\u00fcgend Ressourcen, im internationalen Wettlauf mitzuhalten. Der alternative Ansatz der Laserfusion, wie er etwa von den deutschen Entwicklern Focused Energy und Marvel Fusion verfolgt wird, h\u00e4tte das Nachsehen. Sie h\u00e4tten es dann schwerer, Geldgeber davon zu \u00fcberzeugen, dass ihre Fusionsverfahren mittels Laserstrahlen der Magnetfusion mindestens ebenb\u00fcrtig ist. Die Unternehmen pochen umso mehr auf eine bessere Unterst\u00fctzung durch die Bundespolitik, jenseits der finanziellen Zusagen. Unter anderem geht es ihnen darum, die Kernfusion gesetzgeberisch klar von der Kernspaltung, also der klassischen \u201eAtomkraft\u201c zu trennen. \u201eF\u00fcr die Fusionsenergie ist ein eigener, zukunftsf\u00e4higer Rechtsrahmen abseits des Atomschutzrechts zwingend notwendig\u201c, sagt G\u00fcnter Kraft, von Focused Energy: Deutschland m\u00fcsse jetzt klare Regeln schaffen, damit erste industrielle Projekte noch in dieser Legislaturperiode starten k\u00f6nnen.Jetzt ist an der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gef\u00fchrten Bundesregierung, ihre im Koalitionsvertrag gegebenen Versprechen mit Geld und klugen Gesetzen umzusetzen. Der erste Termin daf\u00fcr ist die Kabinettssitzung am Mittwoch kommender Woche. Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und \u201eBusiness Insider Deutschland\u201c erstellt.Daniel Wetzel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet \u00fcber Energiewirtschaft und Klimapolitik. Er wurde 2007 vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit dem Robert-Mayer-Preis ausgezeichnet und vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universit\u00e4t K\u00f6ln 2009 mit dem Theodor-Wessels-Preis.\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ein-fusionsreaktor-in-deutschland-milliarden-lucke-bedroht-zukunft-der-energiehoffnung\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ein-fusionsreaktor-in-deutschland-milliarden-lucke-bedroht-zukunft-der-energiehoffnung\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ein-fusionsreaktor-in-deutschland-milliarden-lucke-bedroht-zukunft-der-energiehoffnung\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ein-funktionierendes-fusionskraftwerk-proxima-fusion-und-partner-veroeffentlichen-konzept-fuer-unbegrenzt-sichere-und-saubere-energie.webp\",\"contentUrl\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ein-funktionierendes-fusionskraftwerk-proxima-fusion-und-partner-veroeffentlichen-konzept-fuer-unbegrenzt-sichere-und-saubere-energie.webp\",\"width\":1200,\"height\":574},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ein-fusionsreaktor-in-deutschland-milliarden-lucke-bedroht-zukunft-der-energiehoffnung\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Ein Fusionsreaktor in Deutschland? 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Doch Deutschlands Wettbewerber holen auf, vor allem in den USA und China. Bereits 2027 soll die Pilotanlage \u201eSPARC\u201c der US-Firma Commonwealth Fusion Systems (CFS) in Massachusetts in Betrieb gehen \u2013 in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem \u201eBurning Plasma Experimental Superconducting Tokamak\u201c (BEST) in Heifei, China. Und Deutschland?Europ\u00e4ischer Energiemulti unterst\u00fctzt US-KonkurrenzDas Bundeskabinett will am Mittwoch kommender Woche den \u201eAktionsplan Fusion\u201c aus dem Bundesforschungsministerium beschlie\u00dfen. \u201eWir wollen deutsche Unternehmen zu Weltmarktf\u00fchrern bei der Fusion machen und Arbeitspl\u00e4tze schaffen\u201c, hei\u00dft es dazu im Haus der Ministerin Dorothee B\u00e4r (CSU). Noch sind Details unbekannt. Doch nach WELT-Informationen droht die Finanzierung des Aktionsplans weit hinter dem N\u00f6tigen zur\u00fcckzubleiben.Dem Vernehmen nach sollen f\u00fcr die Umsetzung des Aktionsplans nur zwischen 700 und 900 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Die Summe verteilt sich dann auch noch auf drei Forschungscluster Magnetfusion, Laserfusion und Tritium-Produktion. Der so aufgeteilte Betrag wird kaum gen\u00fcgen, dem Ziel des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks der Welt schnell genug n\u00e4herzukommen. Commonwealth Fusion, das von einigen US-Milliard\u00e4ren wie Bill Gates unterst\u00fctzt wird, hat sich bereits eine Finanzierung von mehr als drei Milliarden US-Dollar gesichert \u2013 und schreitet beim Bau der Pilotanlage voran. Dass selbst die ersten europ\u00e4ischen Energiekonzerne auf einen fr\u00fchen Erfolg der Amerikaner setzen, ist ein Alarmzeichen. In der vergangenen Woche unterzeichnete der Energiemulti Eni aus Italien ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) im Volumen von einer Milliarde US-Dollar mit Commonwealth Fusion. Es ist bereits der zweite Stromliefervertrag, den die US-Kraftwerksplaner abschlie\u00dfen konnten. Nach der Pilotanlage SPARC in Devens im US-Bundesstaat Massachusetts soll das eigentliche Fusionskraftwerk Anfang der 2030er-Jahre in Chesterfield County im Bundesstaat Virginia in Betrieb gehen und 400 Megawatt klimaneutrale Elektrizit\u00e4t liefern.Der Stromliefervertrag mit Eni ist vorerst nicht viel mehr als ein PR-Erfolg f\u00fcr die Amerikaner. Einzelheiten wurden nicht verk\u00fcndet. Geld flie\u00dft wohl nur, falls Commonwealth Fusion \u00fcberhaupt liefern kann \u2013 und zudem einen wettbewerbsf\u00e4higen Strompreis berechnet. Dennoch hat der unter vielen Bedingungen abgeschlossene Vertrag eine wichtige Signalwirkung f\u00fcr den Markt, indem er das Interesse von Finanzinvestoren auf den Bereich Fusionsenergie lenkt.Obwohl die Amerikaner mit viel Geld vorpreschen, ist das Rennen aus Sicht der deutschen Fusionsfirmen noch nicht gelaufen. So setzt die US-Firma Commonwealth auf einen Reaktor vom Typ Tokamak, der aus Sicht einiger Experten weniger gut geeignet ist f\u00fcr die kontinuierliche Stromproduktion in einem Kraftwerk. Die deutsche Proxima Fusion setzt hingegen auf das sogenannte Stellarator-Konzept und glaubt, damit den US-Wettbewerbern im kommerziellen Kraftwerksbetrieb \u00fcberlegen zu sein.Die Technik von Proxima basiert auf Erfahrungen mit dem Stellarator \u201eWendelstein-7x\u201c, der vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Plasmaphysik (IPP) seit Jahren in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern erprobt und optimiert wird. Das brennende Plasma aus Wasserstoff-Isotopen wird dort durch starke Magnete in der Schwebe gehalten. Das Konzept der deutschen Proxima hat mit dem Tokamak-Ansatz der Amerikaner gemein, dass beide auf einen magnetischen Einschluss des brennenden Wasserstoff-Plasmas setzen. Haben die Amerikaner mit der ersten Pilotanlagen SPARC Erfolg, d\u00fcrfte das einen globalen Investitionsboom in die Magnetfusion ausl\u00f6sen, von dem auch Proxima profitieren k\u00f6nnte. Den Deutschen bliebe es dann nur noch zu beweisen, dass innerhalb des Magnet-Konzepts ein Stellarator besser ist als ein Tokamak. Dabei helfen k\u00f6nnte eine weitere deutsche Gr\u00fcndung: Gauss Fusion. Das Unternehmen versucht, in ganz Europa die jeweils besten Wissenschaftler, Maschinenbauer, Zulieferer zusammenzuschlie\u00dfen zu einer Art \u201eAirbus\u201c der Fusionsenergie. 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Doch Deutschlands Wettbewerber holen auf, vor allem in den USA und China. Bereits 2027 soll die Pilotanlage \u201eSPARC\u201c der US-Firma Commonwealth Fusion Systems (CFS) in Massachusetts in Betrieb gehen \u2013 in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem \u201eBurning Plasma Experimental Superconducting Tokamak\u201c (BEST) in Heifei, China. Und Deutschland?Europ\u00e4ischer Energiemulti unterst\u00fctzt US-KonkurrenzDas Bundeskabinett will am Mittwoch kommender Woche den \u201eAktionsplan Fusion\u201c aus dem Bundesforschungsministerium beschlie\u00dfen. \u201eWir wollen deutsche Unternehmen zu Weltmarktf\u00fchrern bei der Fusion machen und Arbeitspl\u00e4tze schaffen\u201c, hei\u00dft es dazu im Haus der Ministerin Dorothee B\u00e4r (CSU). Noch sind Details unbekannt. 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In der vergangenen Woche unterzeichnete der Energiemulti Eni aus Italien ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) im Volumen von einer Milliarde US-Dollar mit Commonwealth Fusion. Es ist bereits der zweite Stromliefervertrag, den die US-Kraftwerksplaner abschlie\u00dfen konnten. Nach der Pilotanlage SPARC in Devens im US-Bundesstaat Massachusetts soll das eigentliche Fusionskraftwerk Anfang der 2030er-Jahre in Chesterfield County im Bundesstaat Virginia in Betrieb gehen und 400 Megawatt klimaneutrale Elektrizit\u00e4t liefern.Der Stromliefervertrag mit Eni ist vorerst nicht viel mehr als ein PR-Erfolg f\u00fcr die Amerikaner. Einzelheiten wurden nicht verk\u00fcndet. Geld flie\u00dft wohl nur, falls Commonwealth Fusion \u00fcberhaupt liefern kann \u2013 und zudem einen wettbewerbsf\u00e4higen Strompreis berechnet. Dennoch hat der unter vielen Bedingungen abgeschlossene Vertrag eine wichtige Signalwirkung f\u00fcr den Markt, indem er das Interesse von Finanzinvestoren auf den Bereich Fusionsenergie lenkt.Obwohl die Amerikaner mit viel Geld vorpreschen, ist das Rennen aus Sicht der deutschen Fusionsfirmen noch nicht gelaufen. So setzt die US-Firma Commonwealth auf einen Reaktor vom Typ Tokamak, der aus Sicht einiger Experten weniger gut geeignet ist f\u00fcr die kontinuierliche Stromproduktion in einem Kraftwerk. Die deutsche Proxima Fusion setzt hingegen auf das sogenannte Stellarator-Konzept und glaubt, damit den US-Wettbewerbern im kommerziellen Kraftwerksbetrieb \u00fcberlegen zu sein.Die Technik von Proxima basiert auf Erfahrungen mit dem Stellarator \u201eWendelstein-7x\u201c, der vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Plasmaphysik (IPP) seit Jahren in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern erprobt und optimiert wird. 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Wie das Gemeinschaftsunternehmen der europ\u00e4ischen Flugzeugbauer h\u00e4tte die Gauss-Gemeinschaft dann wohl auch gen\u00fcgend Ressourcen, im internationalen Wettlauf mitzuhalten. Der alternative Ansatz der Laserfusion, wie er etwa von den deutschen Entwicklern Focused Energy und Marvel Fusion verfolgt wird, h\u00e4tte das Nachsehen. Sie h\u00e4tten es dann schwerer, Geldgeber davon zu \u00fcberzeugen, dass ihre Fusionsverfahren mittels Laserstrahlen der Magnetfusion mindestens ebenb\u00fcrtig ist. Die Unternehmen pochen umso mehr auf eine bessere Unterst\u00fctzung durch die Bundespolitik, jenseits der finanziellen Zusagen. 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Wasserstoffatome zwecks Energiegewinnung zu verschmelzen \u2013 in dieser Disziplin geh\u00f6ren deutsche Wissenschaftler bislang zu den besten der Welt. Die Technik verhei\u00dft eine unbegrenzte, risikoarme, strahlungs- und abfallfreie Energieversorgung der Welt. Doch Deutschlands Wettbewerber holen auf, vor allem in den USA und China. Bereits 2027 soll die Pilotanlage \u201eSPARC\u201c der US-Firma Commonwealth Fusion Systems (CFS) in Massachusetts in Betrieb gehen \u2013 in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem \u201eBurning Plasma Experimental Superconducting Tokamak\u201c (BEST) in Heifei, China. Und Deutschland?Europ\u00e4ischer Energiemulti unterst\u00fctzt US-KonkurrenzDas Bundeskabinett will am Mittwoch kommender Woche den \u201eAktionsplan Fusion\u201c aus dem Bundesforschungsministerium beschlie\u00dfen. \u201eWir wollen deutsche Unternehmen zu Weltmarktf\u00fchrern bei der Fusion machen und Arbeitspl\u00e4tze schaffen\u201c, hei\u00dft es dazu im Haus der Ministerin Dorothee B\u00e4r (CSU). Noch sind Details unbekannt. Doch nach WELT-Informationen droht die Finanzierung des Aktionsplans weit hinter dem N\u00f6tigen zur\u00fcckzubleiben.Dem Vernehmen nach sollen f\u00fcr die Umsetzung des Aktionsplans nur zwischen 700 und 900 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Die Summe verteilt sich dann auch noch auf drei Forschungscluster Magnetfusion, Laserfusion und Tritium-Produktion. Der so aufgeteilte Betrag wird kaum gen\u00fcgen, dem Ziel des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks der Welt schnell genug n\u00e4herzukommen. Commonwealth Fusion, das von einigen US-Milliard\u00e4ren wie Bill Gates unterst\u00fctzt wird, hat sich bereits eine Finanzierung von mehr als drei Milliarden US-Dollar gesichert \u2013 und schreitet beim Bau der Pilotanlage voran. Dass selbst die ersten europ\u00e4ischen Energiekonzerne auf einen fr\u00fchen Erfolg der Amerikaner setzen, ist ein Alarmzeichen. In der vergangenen Woche unterzeichnete der Energiemulti Eni aus Italien ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA) im Volumen von einer Milliarde US-Dollar mit Commonwealth Fusion. Es ist bereits der zweite Stromliefervertrag, den die US-Kraftwerksplaner abschlie\u00dfen konnten. Nach der Pilotanlage SPARC in Devens im US-Bundesstaat Massachusetts soll das eigentliche Fusionskraftwerk Anfang der 2030er-Jahre in Chesterfield County im Bundesstaat Virginia in Betrieb gehen und 400 Megawatt klimaneutrale Elektrizit\u00e4t liefern.Der Stromliefervertrag mit Eni ist vorerst nicht viel mehr als ein PR-Erfolg f\u00fcr die Amerikaner. Einzelheiten wurden nicht verk\u00fcndet. Geld flie\u00dft wohl nur, falls Commonwealth Fusion \u00fcberhaupt liefern kann \u2013 und zudem einen wettbewerbsf\u00e4higen Strompreis berechnet. Dennoch hat der unter vielen Bedingungen abgeschlossene Vertrag eine wichtige Signalwirkung f\u00fcr den Markt, indem er das Interesse von Finanzinvestoren auf den Bereich Fusionsenergie lenkt.Obwohl die Amerikaner mit viel Geld vorpreschen, ist das Rennen aus Sicht der deutschen Fusionsfirmen noch nicht gelaufen. So setzt die US-Firma Commonwealth auf einen Reaktor vom Typ Tokamak, der aus Sicht einiger Experten weniger gut geeignet ist f\u00fcr die kontinuierliche Stromproduktion in einem Kraftwerk. Die deutsche Proxima Fusion setzt hingegen auf das sogenannte Stellarator-Konzept und glaubt, damit den US-Wettbewerbern im kommerziellen Kraftwerksbetrieb \u00fcberlegen zu sein.Die Technik von Proxima basiert auf Erfahrungen mit dem Stellarator \u201eWendelstein-7x\u201c, der vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Plasmaphysik (IPP) seit Jahren in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern erprobt und optimiert wird. Das brennende Plasma aus Wasserstoff-Isotopen wird dort durch starke Magnete in der Schwebe gehalten. Das Konzept der deutschen Proxima hat mit dem Tokamak-Ansatz der Amerikaner gemein, dass beide auf einen magnetischen Einschluss des brennenden Wasserstoff-Plasmas setzen. Haben die Amerikaner mit der ersten Pilotanlagen SPARC Erfolg, d\u00fcrfte das einen globalen Investitionsboom in die Magnetfusion ausl\u00f6sen, von dem auch Proxima profitieren k\u00f6nnte. Den Deutschen bliebe es dann nur noch zu beweisen, dass innerhalb des Magnet-Konzepts ein Stellarator besser ist als ein Tokamak. Dabei helfen k\u00f6nnte eine weitere deutsche Gr\u00fcndung: Gauss Fusion. Das Unternehmen versucht, in ganz Europa die jeweils besten Wissenschaftler, Maschinenbauer, Zulieferer zusammenzuschlie\u00dfen zu einer Art \u201eAirbus\u201c der Fusionsenergie. Wie das Gemeinschaftsunternehmen der europ\u00e4ischen Flugzeugbauer h\u00e4tte die Gauss-Gemeinschaft dann wohl auch gen\u00fcgend Ressourcen, im internationalen Wettlauf mitzuhalten. Der alternative Ansatz der Laserfusion, wie er etwa von den deutschen Entwicklern Focused Energy und Marvel Fusion verfolgt wird, h\u00e4tte das Nachsehen. Sie h\u00e4tten es dann schwerer, Geldgeber davon zu \u00fcberzeugen, dass ihre Fusionsverfahren mittels Laserstrahlen der Magnetfusion mindestens ebenb\u00fcrtig ist. Die Unternehmen pochen umso mehr auf eine bessere Unterst\u00fctzung durch die Bundespolitik, jenseits der finanziellen Zusagen. Unter anderem geht es ihnen darum, die Kernfusion gesetzgeberisch klar von der Kernspaltung, also der klassischen \u201eAtomkraft\u201c zu trennen. \u201eF\u00fcr die Fusionsenergie ist ein eigener, zukunftsf\u00e4higer Rechtsrahmen abseits des Atomschutzrechts zwingend notwendig\u201c, sagt G\u00fcnter Kraft, von Focused Energy: Deutschland m\u00fcsse jetzt klare Regeln schaffen, damit erste industrielle Projekte noch in dieser Legislaturperiode starten k\u00f6nnen.Jetzt ist an der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gef\u00fchrten Bundesregierung, ihre im Koalitionsvertrag gegebenen Versprechen mit Geld und klugen Gesetzen umzusetzen. Der erste Termin daf\u00fcr ist die Kabinettssitzung am Mittwoch kommender Woche. Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und \u201eBusiness Insider Deutschland\u201c erstellt.Daniel Wetzel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet \u00fcber Energiewirtschaft und Klimapolitik. 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