{"id":279149,"date":"2025-09-25T19:26:11","date_gmt":"2025-09-25T16:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/"},"modified":"2025-09-25T19:26:37","modified_gmt":"2025-09-25T16:26:37","slug":"souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/","title":{"rendered":"\u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c? Europas gef\u00e4hrliche KI-Abh\u00e4ngigkeit von Amerika"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr Staaten in Europa k\u00f6nnte es ein hilfreiches Produkt werden: Die Software-Riesen SAP, Microsoft und OpenAI planen eine gemeinsame K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) f\u00fcr den Einsatz in der Verwaltung. Sie soll in Europa f\u00fcr Europa betrieben werden \u2013 und f\u00fcgt sich damit auch in die Hightech-Agenda der neuen Bundesregierung. <\/p>\n<p>Die Nachricht vom Vortag des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/welt-ki-gipfel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/welt-ki-gipfel\/\">WELT KI Summit<\/a> war ein Thema auf der Konferenz im Berliner Axel-Springer-Geb\u00e4ude. Die Kooperation zwischen OpenAI, Microsoft und dem deutschen Software-Konzern SAP zeigt beispielhaft, wie Europa versucht, unabh\u00e4ngiger zu werden im Bereich der K\u00fcnstlichen Intelligenz \u2013 es aber noch lange nicht ist. <\/p>\n<p>Zwei der drei beteiligten Unternehmen an der neuen KI-Kooperation f\u00fcr den Staat stammen aus den USA. Sowohl bei Cloud-Diensten als auch bei Chips und Basismodellen f\u00fcr KI ist der Kontinent fast vollst\u00e4ndig abh\u00e4ngig von ausl\u00e4ndischer Technologie. Selbst dann, wenn es nicht mehr so scheint. <\/p>\n<h3>\u201eEs gibt inzwischen den Begriff Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c<\/h3>\n<p>\u201eEs gibt inzwischen den Begriff Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing \u00e4hnlich wie Greenwashing\u201c, sagte Achim Wei\u00df, Chef des deutschen Internetdienstleisters Ionos. Vor ein paar Jahren habe es damit angefangen, dass \u201eamerikanische Anbieter gesagt haben: Hey, wir haben ein Datacenter in Frankfurt. Damit sind die Daten ja in Deutschland also alles bestens.\u201c Doch so einfach sei es nicht. Es gebe in den USA den Patriot Act und den Cloud-Act. \u201eWenn die Amerikaner an die Daten rankommen wollen, kommen die da ran\u201c, warnte Wei\u00df. <\/p>\n<p>Wie Europa souver\u00e4ner werden kann in der digitalen Welt und bei der Entwicklung von K\u00fcnstlicher Intelligenz war eines der wesentlichen Themen auf dem WELT KI Summit. Dort diskutierten Unternehmer, Manager und Politiker \u00fcber die Zukunft der KI \u2013 und \u00fcber die Schwierigkeiten des Kontinents, im Wettlauf mit den USA und China Schritt zu halten. <\/p>\n<p>Beteiligt waren auch Vertreter der drei Unternehmen hinter \u201eOpenAI for Germany\u201c. Neben <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article68d4ffe40356251aa91fa086\/OpenAI-Chef-Sam-Altman-Ich-glaube-nicht-dass-die-KI-Menschen-wie-Ameisen-behandeln-wird.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article68d4ffe40356251aa91fa086\/OpenAI-Chef-Sam-Altman-Ich-glaube-nicht-dass-die-KI-Menschen-wie-Ameisen-behandeln-wird.html\">Sam Altman<\/a>, Gr\u00fcnder und Chef von OpenAI, sprachen auf dem Gipfel auch Philipp Herzig, Technologievorstand von SAP und Samer Abu-Ltaif, Microsoft-Chef f\u00fcr Europa, den Mittleren Osten und Afrika.<\/p>\n<p>Herzig erkl\u00e4rte am Rande der Veranstaltung die Besonderheiten der sogenannten Delos-Cloud: \u201eDas ist eine v\u00f6llig eigenst\u00e4ndige Firma, die hier in Deutschland operiert, von Deutschen betrieben wird, auf deutschem Boden. Diese Firma lizenziert die Technologie nur und stellt quasi eine vollwertige Cloud im souver\u00e4nen Stil in Deutschland zur Verf\u00fcgung\u201c, sagte er. <\/p>\n<p>Nun erg\u00e4nze man dieses Angebot. \u201eDort hat bislang KI gefehlt und jetzt mit dieser neuen Partnerschaft mit OpenAI bringen wir Frontier-AI (<em>besonders fortschrittliche KI, die Red.<\/em>), wie wir so sch\u00f6n sagen, nach Deutschland. Eben in den gleichen Design-Prinzipien, dass es voll souver\u00e4n hier in Deutschland betrieben und angeboten werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Aus der Politik ernteten die Manager positive Reaktionen auf ihre Initiative. \u201eIch freue mich dar\u00fcber, dass Unternehmen eine Zusammenarbeit angek\u00fcndigt haben, mit dem Ziel, die beste und leistungsf\u00e4higste KI in unsere Verwaltung, unsere Forschungseinrichtungen und \u00f6ffentlichen Institutionen zu bringen\u201c, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee B\u00e4r (CSU) beim Gipfel. \u201eDer entscheidende Punkt ist dabei, dass sie in Einklang mit den deutschen Regeln, vertrauensw\u00fcrdig und sicher sein wird. Und betrieben aus Deutschland.\u201c Auch ihr Kabinettskollege Karsten Wildberger (CDU), Minister f\u00fcr Digitalisierung und Staatsmodernisierung begr\u00fc\u00dfte das Projekt. <\/p>\n<h3>\u201eKI beeinflusst unser Denken\u201c<\/h3>\n<p>Beide Minister versuchten, Zuversicht zu verbreiten. \u201eIch h\u00f6re oft, wir w\u00e4ren in Europa nicht konkurrenzf\u00e4hig bei KI. Das ist falsch. Wir haben die Talente, wir sind gut in der Forschung und haben sehr viele Daten\u201c, sagte Wildberger. Es gebe gegen\u00fcber den USA aber Unterschiede beim Zugang zu Kapital und beim Wachstum von Start-ups. Deutschland m\u00fcsse in das Rennen einsteigen. \u201eIch hoffe, dass wir bis zum Ende der Legislaturperiode drei- bis viermal mehr KI-Start-ups in Deutschland sehen werden\u201c, sagte er. <\/p>\n<p>Wildberger hatte die bevorstehende gesellschaftliche Ver\u00e4nderung durch KI am Vorabend mit der Epoche der Aufkl\u00e4rung verglichen. \u201eDie Elektrizit\u00e4t hat unsere Wirtschaft ver\u00e4ndert. Das Internet hat unsere Gesellschaften ver\u00e4ndert. Aber die KI beeinflusst unser Denken\u201c, sagte er in seiner Laudatio auf <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article68d265578368b07905585eb9\/OpenAI-Chef-Sam-Altman-erhaelt-den-Axel-Springer-Award-2025-hier-live-sehen.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article68d265578368b07905585eb9\/OpenAI-Chef-Sam-Altman-erhaelt-den-Axel-Springer-Award-2025-hier-live-sehen.html\">Axel-Springer-Preistr\u00e4ger Sam Altman<\/a>. Deutschland und Europa k\u00f6nnten es sich nicht leisten, nur Zuschauer oder blo\u00dfe Abnehmer der Innovationen anderer zu sein, sagte Wildberger. \u201eJetzt m\u00fcssen wir auch den Mut finden, uns mit voller Kraft dem Wettbewerb zu stellen. Nicht teilzunehmen w\u00e4re das schlechteste Ergebnis von allen.\u201c<\/p>\n<h3>Europas Binnenmarkt ist zu fragmentiert<\/h3>\n<p>Es fehlt den europ\u00e4ischen Staaten aber an einigen wesentlichen Voraussetzungen, um mithalten zu k\u00f6nnen. So ist der Binnenmarkt beispielsweise viel zu fragmentiert, um wirklich europaweite L\u00f6sungen anbieten zu k\u00f6nnen. \u201eEuropa ist ein extrem fragmentierter Markt, und es ist schwierig, hier zu skalieren\u201c, sagte Peter Sarlin, Gr\u00fcnder Silo.ai, einer Tochter des Chiphestellers AMD. Das Konzept eines echten Binnenmarkts existierte eigentlich nicht. \u201eGenau das aber ist entscheidend, um hier gro\u00dfe Unternehmen aufzubauen. Selbst wenn es einheitliche Vorschriften auf EU-Ebene gibt, existieren immer noch nationale Gesetzgebungen. Das macht es f\u00fcr Start-ups schwer, wirklich gesamteurop\u00e4isch zu agieren.\u201c Manche Start-ups gingen lieber nach New York oder ins Silicon Valley, weil der Markt in Europa zu fragmentiert und zu kompliziert sei.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist der zersplitterte Kapitalmarkt ein gro\u00dfes Problem. \u201eIn Europa bekommt jedes gute Start-up noch Startkapital. Aber sobald in einer sp\u00e4teren Finanzierungsrunde gr\u00f6\u00dfere Summen ben\u00f6tigt werden, wird es schwierig\u201c, sagte Ludwig Ensthaler, Mitgr\u00fcnder des Risikokapitalgebers 468 Capital. Die KI-Firmen ballten sich bisher \u201erund um San Francisco und sind in einer Stunde Fahrzeit zu erreichen\u201c. Da sei eine Finanzierung viel einfacher. Ein Erfolgsfaktor f\u00fcr den Standort USA sei, dass \u201esich Kapital gut skalieren l\u00e4sst. In Europa m\u00fcssen Pensionskassen, Versicherungen umdenken und einen kleinen Teil des Gelds f\u00fcr Risikokapital reservieren. Es ist fast schon \u00fcberraschend, wie viel wir in Europa mit dem wenigen Geld hinbekommen.\u201c<\/p>\n<p>Der Staat werde \u201edie Bedingungen f\u00fcr Innovationen in Deutschland verbessern, insbesondere in den Bereichen KI und Daten\u201c, k\u00fcndigte Minister Wildberger an. Eine intelligentere Regulierung m\u00fcsse klare Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die B\u00fcrger mit weitaus mehr Spielraum f\u00fcr Entwickler verbinden. Als ein wesentliches Projekt gelten die sogenannten KI-Gigafactories, f\u00fcnf Rechenzentren, die mit Milliarden-Subventionen der EU errichtet werden sollen. Mindestens eines davon will die Bundesregierung nach Deutschland holen. Sie sind eine notwendige Bedingung, um gro\u00dfe KI-Modelle hier zu entwickeln. <\/p>\n<p>Es fehlen aber unabh\u00e4ngige Cloud-Dienste und eigene Modelle, abgesehen von den Programmen europ\u00e4ischer Start-ups wie Aleph Alpha und Mistral. \u201eUm die KI-Modelle laufen zu lassen, braucht es einen Hyperscaler. Und da haben wir eine oligopolistische Struktur der drei Anbieter Microsoft Azure, Google Cloud und Amazon AWS\u201c, sagte Andreas Mundt, Pr\u00e4sident des Bundeskartellamts. \u201eStellen wir uns nur mal einen Moment vor, die Anbieter schneiden uns von deren Services ab. Dann k\u00f6nnen wir nicht mehr ordentlich arbeiten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWirklich souver\u00e4n sind wir erst, wenn wir auch die Software beherrschen. Darauf bauen wir Rechenzentren auf und so entsteht Souver\u00e4nit\u00e4t, selbst wenn wir die Hardware nicht selbst herstellen\u201c, sagt Ionos-Chef Wei\u00df. Er sieht ein Konstrukt, wie es SAP gew\u00e4hlt hat, als Schritt in die richtige Richtung. Dennoch f\u00fcrchtet er eine zweite \u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c-Phase. \u201eDas fundamentale Problem ist an der Stelle, wenn sie morgen keine Updates mehr kriegen f\u00fcr die Cloud, weil Amerika zum Beispiel auf die Idee kommt, das unter Exportkontrolle zu stellen. Und wenn sie keine Updates mehr kriegen, ist so eine Cloud innerhalb von Tagen sicherheitstechnisch nicht mehr tragbar.\u201c An eigenen Entwicklungen wird Europa also nicht vorbeikommen. <\/p>\n<p>F\u00fcr Silo.ai-Gr\u00fcnder Sarlin liegt die Chance Europas in seinen industriellen Plattformen. \u201eNeue Wellen entstehen in vielen Branchen: Lebenswissenschaften, Automobilindustrie, Gaming, Materialwissenschaften, Wettermodelle. Die Frage ist: Werden Europas Industriegr\u00f6\u00dfen investieren und innovieren, oder \u00fcberlassen sie das anderen?\u201c, fragt er. Der Kontinent brauche \u201emehr Ehrgeiz, mehr Geschwindigkeit, mehr Hunger\u201c. Frankreich habe es geschafft, einen starken akademischen Cluster aufzubauen und Unternehmen wie Meta, DeepMind, Google und OpenAI zu Ansiedelungen zu bewegen. \u201eDeutschland hat eigentlich noch gr\u00f6\u00dferes Potenzial, ist aber fragmentiert, weil viele St\u00e4dte nicht zusammenarbeiten.\u201c<\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>Business Insider<\/em><\/b><\/a><b><em> erstellt.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Staaten in Europa k\u00f6nnte es ein hilfreiches Produkt werden: Die Software-Riesen SAP, Microsoft und OpenAI planen eine gemeinsame K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) f\u00fcr den Einsatz in der Verwaltung. 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Sowohl bei Cloud-Diensten als auch bei Chips und Basismodellen f\u00fcr KI ist der Kontinent fast vollst\u00e4ndig abh\u00e4ngig von ausl\u00e4ndischer Technologie. Selbst dann, wenn es nicht mehr so scheint. \u201eEs gibt inzwischen den Begriff Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c\u201eEs gibt inzwischen den Begriff Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing \u00e4hnlich wie Greenwashing\u201c, sagte Achim Wei\u00df, Chef des deutschen Internetdienstleisters Ionos. Vor ein paar Jahren habe es damit angefangen, dass \u201eamerikanische Anbieter gesagt haben: Hey, wir haben ein Datacenter in Frankfurt. Damit sind die Daten ja in Deutschland also alles bestens.\u201c Doch so einfach sei es nicht. Es gebe in den USA den Patriot Act und den Cloud-Act. \u201eWenn die Amerikaner an die Daten rankommen wollen, kommen die da ran\u201c, warnte Wei\u00df. 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Eben in den gleichen Design-Prinzipien, dass es voll souver\u00e4n hier in Deutschland betrieben und angeboten werden kann.\u201cAus der Politik ernteten die Manager positive Reaktionen auf ihre Initiative. \u201eIch freue mich dar\u00fcber, dass Unternehmen eine Zusammenarbeit angek\u00fcndigt haben, mit dem Ziel, die beste und leistungsf\u00e4higste KI in unsere Verwaltung, unsere Forschungseinrichtungen und \u00f6ffentlichen Institutionen zu bringen\u201c, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee B\u00e4r (CSU) beim Gipfel. \u201eDer entscheidende Punkt ist dabei, dass sie in Einklang mit den deutschen Regeln, vertrauensw\u00fcrdig und sicher sein wird. 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Sowohl bei Cloud-Diensten als auch bei Chips und Basismodellen f\u00fcr KI ist der Kontinent fast vollst\u00e4ndig abh\u00e4ngig von ausl\u00e4ndischer Technologie. Selbst dann, wenn es nicht mehr so scheint. \u201eEs gibt inzwischen den Begriff Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c\u201eEs gibt inzwischen den Begriff Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing \u00e4hnlich wie Greenwashing\u201c, sagte Achim Wei\u00df, Chef des deutschen Internetdienstleisters Ionos. Vor ein paar Jahren habe es damit angefangen, dass \u201eamerikanische Anbieter gesagt haben: Hey, wir haben ein Datacenter in Frankfurt. Damit sind die Daten ja in Deutschland also alles bestens.\u201c Doch so einfach sei es nicht. Es gebe in den USA den Patriot Act und den Cloud-Act. \u201eWenn die Amerikaner an die Daten rankommen wollen, kommen die da ran\u201c, warnte Wei\u00df. Wie Europa souver\u00e4ner werden kann in der digitalen Welt und bei der Entwicklung von K\u00fcnstlicher Intelligenz war eines der wesentlichen Themen auf dem WELT KI Summit. Dort diskutierten Unternehmer, Manager und Politiker \u00fcber die Zukunft der KI \u2013 und \u00fcber die Schwierigkeiten des Kontinents, im Wettlauf mit den USA und China Schritt zu halten. Beteiligt waren auch Vertreter der drei Unternehmen hinter \u201eOpenAI for Germany\u201c. Neben Sam Altman, Gr\u00fcnder und Chef von OpenAI, sprachen auf dem Gipfel auch Philipp Herzig, Technologievorstand von SAP und Samer Abu-Ltaif, Microsoft-Chef f\u00fcr Europa, den Mittleren Osten und Afrika.Herzig erkl\u00e4rte am Rande der Veranstaltung die Besonderheiten der sogenannten Delos-Cloud: \u201eDas ist eine v\u00f6llig eigenst\u00e4ndige Firma, die hier in Deutschland operiert, von Deutschen betrieben wird, auf deutschem Boden. Diese Firma lizenziert die Technologie nur und stellt quasi eine vollwertige Cloud im souver\u00e4nen Stil in Deutschland zur Verf\u00fcgung\u201c, sagte er. Nun erg\u00e4nze man dieses Angebot. \u201eDort hat bislang KI gefehlt und jetzt mit dieser neuen Partnerschaft mit OpenAI bringen wir Frontier-AI (besonders fortschrittliche KI, die Red.), wie wir so sch\u00f6n sagen, nach Deutschland. Eben in den gleichen Design-Prinzipien, dass es voll souver\u00e4n hier in Deutschland betrieben und angeboten werden kann.\u201cAus der Politik ernteten die Manager positive Reaktionen auf ihre Initiative. \u201eIch freue mich dar\u00fcber, dass Unternehmen eine Zusammenarbeit angek\u00fcndigt haben, mit dem Ziel, die beste und leistungsf\u00e4higste KI in unsere Verwaltung, unsere Forschungseinrichtungen und \u00f6ffentlichen Institutionen zu bringen\u201c, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee B\u00e4r (CSU) beim Gipfel. \u201eDer entscheidende Punkt ist dabei, dass sie in Einklang mit den deutschen Regeln, vertrauensw\u00fcrdig und sicher sein wird. Und betrieben aus Deutschland.\u201c Auch ihr Kabinettskollege Karsten Wildberger (CDU), Minister f\u00fcr Digitalisierung und Staatsmodernisierung begr\u00fc\u00dfte das Projekt. \u201eKI beeinflusst unser Denken\u201cBeide Minister versuchten, Zuversicht zu verbreiten. \u201eIch h\u00f6re oft, wir w\u00e4ren in Europa nicht konkurrenzf\u00e4hig bei KI. Das ist falsch. Wir haben die Talente, wir sind gut in der Forschung und haben sehr viele Daten\u201c, sagte Wildberger. Es gebe gegen\u00fcber den USA aber Unterschiede beim Zugang zu Kapital und beim Wachstum von Start-ups. Deutschland m\u00fcsse in das Rennen einsteigen. \u201eIch hoffe, dass wir bis zum Ende der Legislaturperiode drei- bis viermal mehr KI-Start-ups in Deutschland sehen werden\u201c, sagte er. Wildberger hatte die bevorstehende gesellschaftliche Ver\u00e4nderung durch KI am Vorabend mit der Epoche der Aufkl\u00e4rung verglichen. \u201eDie Elektrizit\u00e4t hat unsere Wirtschaft ver\u00e4ndert. Das Internet hat unsere Gesellschaften ver\u00e4ndert. Aber die KI beeinflusst unser Denken\u201c, sagte er in seiner Laudatio auf Axel-Springer-Preistr\u00e4ger Sam Altman. Deutschland und Europa k\u00f6nnten es sich nicht leisten, nur Zuschauer oder blo\u00dfe Abnehmer der Innovationen anderer zu sein, sagte Wildberger. \u201eJetzt m\u00fcssen wir auch den Mut finden, uns mit voller Kraft dem Wettbewerb zu stellen. Nicht teilzunehmen w\u00e4re das schlechteste Ergebnis von allen.\u201cEuropas Binnenmarkt ist zu fragmentiertEs fehlt den europ\u00e4ischen Staaten aber an einigen wesentlichen Voraussetzungen, um mithalten zu k\u00f6nnen. So ist der Binnenmarkt beispielsweise viel zu fragmentiert, um wirklich europaweite L\u00f6sungen anbieten zu k\u00f6nnen. \u201eEuropa ist ein extrem fragmentierter Markt, und es ist schwierig, hier zu skalieren\u201c, sagte Peter Sarlin, Gr\u00fcnder Silo.ai, einer Tochter des Chiphestellers AMD. Das Konzept eines echten Binnenmarkts existierte eigentlich nicht. \u201eGenau das aber ist entscheidend, um hier gro\u00dfe Unternehmen aufzubauen. Selbst wenn es einheitliche Vorschriften auf EU-Ebene gibt, existieren immer noch nationale Gesetzgebungen. Das macht es f\u00fcr Start-ups schwer, wirklich gesamteurop\u00e4isch zu agieren.\u201c Manche Start-ups gingen lieber nach New York oder ins Silicon Valley, weil der Markt in Europa zu fragmentiert und zu kompliziert sei.Au\u00dferdem ist der zersplitterte Kapitalmarkt ein gro\u00dfes Problem. \u201eIn Europa bekommt jedes gute Start-up noch Startkapital. Aber sobald in einer sp\u00e4teren Finanzierungsrunde gr\u00f6\u00dfere Summen ben\u00f6tigt werden, wird es schwierig\u201c, sagte Ludwig Ensthaler, Mitgr\u00fcnder des Risikokapitalgebers 468 Capital. Die KI-Firmen ballten sich bisher \u201erund um San Francisco und sind in einer Stunde Fahrzeit zu erreichen\u201c. Da sei eine Finanzierung viel einfacher. Ein Erfolgsfaktor f\u00fcr den Standort USA sei, dass \u201esich Kapital gut skalieren l\u00e4sst. In Europa m\u00fcssen Pensionskassen, Versicherungen umdenken und einen kleinen Teil des Gelds f\u00fcr Risikokapital reservieren. Es ist fast schon \u00fcberraschend, wie viel wir in Europa mit dem wenigen Geld hinbekommen.\u201cDer Staat werde \u201edie Bedingungen f\u00fcr Innovationen in Deutschland verbessern, insbesondere in den Bereichen KI und Daten\u201c, k\u00fcndigte Minister Wildberger an. Eine intelligentere Regulierung m\u00fcsse klare Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die B\u00fcrger mit weitaus mehr Spielraum f\u00fcr Entwickler verbinden. Als ein wesentliches Projekt gelten die sogenannten KI-Gigafactories, f\u00fcnf Rechenzentren, die mit Milliarden-Subventionen der EU errichtet werden sollen. Mindestens eines davon will die Bundesregierung nach Deutschland holen. Sie sind eine notwendige Bedingung, um gro\u00dfe KI-Modelle hier zu entwickeln. Es fehlen aber unabh\u00e4ngige Cloud-Dienste und eigene Modelle, abgesehen von den Programmen europ\u00e4ischer Start-ups wie Aleph Alpha und Mistral. \u201eUm die KI-Modelle laufen zu lassen, braucht es einen Hyperscaler. Und da haben wir eine oligopolistische Struktur der drei Anbieter Microsoft Azure, Google Cloud und Amazon AWS\u201c, sagte Andreas Mundt, Pr\u00e4sident des Bundeskartellamts. \u201eStellen wir uns nur mal einen Moment vor, die Anbieter schneiden uns von deren Services ab. Dann k\u00f6nnen wir nicht mehr ordentlich arbeiten.\u201c\u201eWirklich souver\u00e4n sind wir erst, wenn wir auch die Software beherrschen. Darauf bauen wir Rechenzentren auf und so entsteht Souver\u00e4nit\u00e4t, selbst wenn wir die Hardware nicht selbst herstellen\u201c, sagt Ionos-Chef Wei\u00df. Er sieht ein Konstrukt, wie es SAP gew\u00e4hlt hat, als Schritt in die richtige Richtung. Dennoch f\u00fcrchtet er eine zweite \u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c-Phase. \u201eDas fundamentale Problem ist an der Stelle, wenn sie morgen keine Updates mehr kriegen f\u00fcr die Cloud, weil Amerika zum Beispiel auf die Idee kommt, das unter Exportkontrolle zu stellen. Und wenn sie keine Updates mehr kriegen, ist so eine Cloud innerhalb von Tagen sicherheitstechnisch nicht mehr tragbar.\u201c An eigenen Entwicklungen wird Europa also nicht vorbeikommen. F\u00fcr Silo.ai-Gr\u00fcnder Sarlin liegt die Chance Europas in seinen industriellen Plattformen. \u201eNeue Wellen entstehen in vielen Branchen: Lebenswissenschaften, Automobilindustrie, Gaming, Materialwissenschaften, Wettermodelle. Die Frage ist: Werden Europas Industriegr\u00f6\u00dfen investieren und innovieren, oder \u00fcberlassen sie das anderen?\u201c, fragt er. Der Kontinent brauche \u201emehr Ehrgeiz, mehr Geschwindigkeit, mehr Hunger\u201c. Frankreich habe es geschafft, einen starken akademischen Cluster aufzubauen und Unternehmen wie Meta, DeepMind, Google und OpenAI zu Ansiedelungen zu bewegen. \u201eDeutschland hat eigentlich noch gr\u00f6\u00dferes Potenzial, ist aber fragmentiert, weil viele St\u00e4dte nicht zusammenarbeiten.\u201cDieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-09-25T16:26:11+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-09-25T16:26:37+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/wkis25-wais25-welt-ki-summit-berlin.webp\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"574\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/webp\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Author\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Author\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"7\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/\",\"name\":\"\u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c? 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Nun erg\u00e4nze man dieses Angebot. \u201eDort hat bislang KI gefehlt und jetzt mit dieser neuen Partnerschaft mit OpenAI bringen wir Frontier-AI (besonders fortschrittliche KI, die Red.), wie wir so sch\u00f6n sagen, nach Deutschland. Eben in den gleichen Design-Prinzipien, dass es voll souver\u00e4n hier in Deutschland betrieben und angeboten werden kann.\u201cAus der Politik ernteten die Manager positive Reaktionen auf ihre Initiative. \u201eIch freue mich dar\u00fcber, dass Unternehmen eine Zusammenarbeit angek\u00fcndigt haben, mit dem Ziel, die beste und leistungsf\u00e4higste KI in unsere Verwaltung, unsere Forschungseinrichtungen und \u00f6ffentlichen Institutionen zu bringen\u201c, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee B\u00e4r (CSU) beim Gipfel. \u201eDer entscheidende Punkt ist dabei, dass sie in Einklang mit den deutschen Regeln, vertrauensw\u00fcrdig und sicher sein wird. 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Das Internet hat unsere Gesellschaften ver\u00e4ndert. Aber die KI beeinflusst unser Denken\u201c, sagte er in seiner Laudatio auf Axel-Springer-Preistr\u00e4ger Sam Altman. Deutschland und Europa k\u00f6nnten es sich nicht leisten, nur Zuschauer oder blo\u00dfe Abnehmer der Innovationen anderer zu sein, sagte Wildberger. \u201eJetzt m\u00fcssen wir auch den Mut finden, uns mit voller Kraft dem Wettbewerb zu stellen. Nicht teilzunehmen w\u00e4re das schlechteste Ergebnis von allen.\u201cEuropas Binnenmarkt ist zu fragmentiertEs fehlt den europ\u00e4ischen Staaten aber an einigen wesentlichen Voraussetzungen, um mithalten zu k\u00f6nnen. So ist der Binnenmarkt beispielsweise viel zu fragmentiert, um wirklich europaweite L\u00f6sungen anbieten zu k\u00f6nnen. \u201eEuropa ist ein extrem fragmentierter Markt, und es ist schwierig, hier zu skalieren\u201c, sagte Peter Sarlin, Gr\u00fcnder Silo.ai, einer Tochter des Chiphestellers AMD. 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Ein Erfolgsfaktor f\u00fcr den Standort USA sei, dass \u201esich Kapital gut skalieren l\u00e4sst. In Europa m\u00fcssen Pensionskassen, Versicherungen umdenken und einen kleinen Teil des Gelds f\u00fcr Risikokapital reservieren. Es ist fast schon \u00fcberraschend, wie viel wir in Europa mit dem wenigen Geld hinbekommen.\u201cDer Staat werde \u201edie Bedingungen f\u00fcr Innovationen in Deutschland verbessern, insbesondere in den Bereichen KI und Daten\u201c, k\u00fcndigte Minister Wildberger an. Eine intelligentere Regulierung m\u00fcsse klare Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die B\u00fcrger mit weitaus mehr Spielraum f\u00fcr Entwickler verbinden. Als ein wesentliches Projekt gelten die sogenannten KI-Gigafactories, f\u00fcnf Rechenzentren, die mit Milliarden-Subventionen der EU errichtet werden sollen. Mindestens eines davon will die Bundesregierung nach Deutschland holen. Sie sind eine notwendige Bedingung, um gro\u00dfe KI-Modelle hier zu entwickeln. Es fehlen aber unabh\u00e4ngige Cloud-Dienste und eigene Modelle, abgesehen von den Programmen europ\u00e4ischer Start-ups wie Aleph Alpha und Mistral. \u201eUm die KI-Modelle laufen zu lassen, braucht es einen Hyperscaler. Und da haben wir eine oligopolistische Struktur der drei Anbieter Microsoft Azure, Google Cloud und Amazon AWS\u201c, sagte Andreas Mundt, Pr\u00e4sident des Bundeskartellamts. \u201eStellen wir uns nur mal einen Moment vor, die Anbieter schneiden uns von deren Services ab. Dann k\u00f6nnen wir nicht mehr ordentlich arbeiten.\u201c\u201eWirklich souver\u00e4n sind wir erst, wenn wir auch die Software beherrschen. Darauf bauen wir Rechenzentren auf und so entsteht Souver\u00e4nit\u00e4t, selbst wenn wir die Hardware nicht selbst herstellen\u201c, sagt Ionos-Chef Wei\u00df. Er sieht ein Konstrukt, wie es SAP gew\u00e4hlt hat, als Schritt in die richtige Richtung. 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Europas gef\u00e4hrliche KI-Abh\u00e4ngigkeit von Amerika - vof-news.eu","description":"F\u00fcr Staaten in Europa k\u00f6nnte es ein hilfreiches Produkt werden: Die Software-Riesen SAP, Microsoft und OpenAI planen eine gemeinsame K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) f\u00fcr den Einsatz in der Verwaltung. Sie soll in Europa f\u00fcr Europa betrieben werden \u2013 und f\u00fcgt sich damit auch in die Hightech-Agenda der neuen Bundesregierung. Die Nachricht vom Vortag des WELT KI Summit war ein Thema auf der Konferenz im Berliner Axel-Springer-Geb\u00e4ude. Die Kooperation zwischen OpenAI, Microsoft und dem deutschen Software-Konzern SAP zeigt beispielhaft, wie Europa versucht, unabh\u00e4ngiger zu werden im Bereich der K\u00fcnstlichen Intelligenz \u2013 es aber noch lange nicht ist. Zwei der drei beteiligten Unternehmen an der neuen KI-Kooperation f\u00fcr den Staat stammen aus den USA. Sowohl bei Cloud-Diensten als auch bei Chips und Basismodellen f\u00fcr KI ist der Kontinent fast vollst\u00e4ndig abh\u00e4ngig von ausl\u00e4ndischer Technologie. Selbst dann, wenn es nicht mehr so scheint. \u201eEs gibt inzwischen den Begriff Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c\u201eEs gibt inzwischen den Begriff Souver\u00e4nit\u00e4ts-Washing \u00e4hnlich wie Greenwashing\u201c, sagte Achim Wei\u00df, Chef des deutschen Internetdienstleisters Ionos. Vor ein paar Jahren habe es damit angefangen, dass \u201eamerikanische Anbieter gesagt haben: Hey, wir haben ein Datacenter in Frankfurt. Damit sind die Daten ja in Deutschland also alles bestens.\u201c Doch so einfach sei es nicht. Es gebe in den USA den Patriot Act und den Cloud-Act. \u201eWenn die Amerikaner an die Daten rankommen wollen, kommen die da ran\u201c, warnte Wei\u00df. Wie Europa souver\u00e4ner werden kann in der digitalen Welt und bei der Entwicklung von K\u00fcnstlicher Intelligenz war eines der wesentlichen Themen auf dem WELT KI Summit. Dort diskutierten Unternehmer, Manager und Politiker \u00fcber die Zukunft der KI \u2013 und \u00fcber die Schwierigkeiten des Kontinents, im Wettlauf mit den USA und China Schritt zu halten. Beteiligt waren auch Vertreter der drei Unternehmen hinter \u201eOpenAI for Germany\u201c. Neben Sam Altman, Gr\u00fcnder und Chef von OpenAI, sprachen auf dem Gipfel auch Philipp Herzig, Technologievorstand von SAP und Samer Abu-Ltaif, Microsoft-Chef f\u00fcr Europa, den Mittleren Osten und Afrika.Herzig erkl\u00e4rte am Rande der Veranstaltung die Besonderheiten der sogenannten Delos-Cloud: \u201eDas ist eine v\u00f6llig eigenst\u00e4ndige Firma, die hier in Deutschland operiert, von Deutschen betrieben wird, auf deutschem Boden. Diese Firma lizenziert die Technologie nur und stellt quasi eine vollwertige Cloud im souver\u00e4nen Stil in Deutschland zur Verf\u00fcgung\u201c, sagte er. Nun erg\u00e4nze man dieses Angebot. \u201eDort hat bislang KI gefehlt und jetzt mit dieser neuen Partnerschaft mit OpenAI bringen wir Frontier-AI (besonders fortschrittliche KI, die Red.), wie wir so sch\u00f6n sagen, nach Deutschland. Eben in den gleichen Design-Prinzipien, dass es voll souver\u00e4n hier in Deutschland betrieben und angeboten werden kann.\u201cAus der Politik ernteten die Manager positive Reaktionen auf ihre Initiative. \u201eIch freue mich dar\u00fcber, dass Unternehmen eine Zusammenarbeit angek\u00fcndigt haben, mit dem Ziel, die beste und leistungsf\u00e4higste KI in unsere Verwaltung, unsere Forschungseinrichtungen und \u00f6ffentlichen Institutionen zu bringen\u201c, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee B\u00e4r (CSU) beim Gipfel. \u201eDer entscheidende Punkt ist dabei, dass sie in Einklang mit den deutschen Regeln, vertrauensw\u00fcrdig und sicher sein wird. Und betrieben aus Deutschland.\u201c Auch ihr Kabinettskollege Karsten Wildberger (CDU), Minister f\u00fcr Digitalisierung und Staatsmodernisierung begr\u00fc\u00dfte das Projekt. \u201eKI beeinflusst unser Denken\u201cBeide Minister versuchten, Zuversicht zu verbreiten. \u201eIch h\u00f6re oft, wir w\u00e4ren in Europa nicht konkurrenzf\u00e4hig bei KI. Das ist falsch. Wir haben die Talente, wir sind gut in der Forschung und haben sehr viele Daten\u201c, sagte Wildberger. Es gebe gegen\u00fcber den USA aber Unterschiede beim Zugang zu Kapital und beim Wachstum von Start-ups. Deutschland m\u00fcsse in das Rennen einsteigen. \u201eIch hoffe, dass wir bis zum Ende der Legislaturperiode drei- bis viermal mehr KI-Start-ups in Deutschland sehen werden\u201c, sagte er. Wildberger hatte die bevorstehende gesellschaftliche Ver\u00e4nderung durch KI am Vorabend mit der Epoche der Aufkl\u00e4rung verglichen. \u201eDie Elektrizit\u00e4t hat unsere Wirtschaft ver\u00e4ndert. Das Internet hat unsere Gesellschaften ver\u00e4ndert. Aber die KI beeinflusst unser Denken\u201c, sagte er in seiner Laudatio auf Axel-Springer-Preistr\u00e4ger Sam Altman. Deutschland und Europa k\u00f6nnten es sich nicht leisten, nur Zuschauer oder blo\u00dfe Abnehmer der Innovationen anderer zu sein, sagte Wildberger. \u201eJetzt m\u00fcssen wir auch den Mut finden, uns mit voller Kraft dem Wettbewerb zu stellen. Nicht teilzunehmen w\u00e4re das schlechteste Ergebnis von allen.\u201cEuropas Binnenmarkt ist zu fragmentiertEs fehlt den europ\u00e4ischen Staaten aber an einigen wesentlichen Voraussetzungen, um mithalten zu k\u00f6nnen. So ist der Binnenmarkt beispielsweise viel zu fragmentiert, um wirklich europaweite L\u00f6sungen anbieten zu k\u00f6nnen. \u201eEuropa ist ein extrem fragmentierter Markt, und es ist schwierig, hier zu skalieren\u201c, sagte Peter Sarlin, Gr\u00fcnder Silo.ai, einer Tochter des Chiphestellers AMD. Das Konzept eines echten Binnenmarkts existierte eigentlich nicht. \u201eGenau das aber ist entscheidend, um hier gro\u00dfe Unternehmen aufzubauen. Selbst wenn es einheitliche Vorschriften auf EU-Ebene gibt, existieren immer noch nationale Gesetzgebungen. Das macht es f\u00fcr Start-ups schwer, wirklich gesamteurop\u00e4isch zu agieren.\u201c Manche Start-ups gingen lieber nach New York oder ins Silicon Valley, weil der Markt in Europa zu fragmentiert und zu kompliziert sei.Au\u00dferdem ist der zersplitterte Kapitalmarkt ein gro\u00dfes Problem. \u201eIn Europa bekommt jedes gute Start-up noch Startkapital. Aber sobald in einer sp\u00e4teren Finanzierungsrunde gr\u00f6\u00dfere Summen ben\u00f6tigt werden, wird es schwierig\u201c, sagte Ludwig Ensthaler, Mitgr\u00fcnder des Risikokapitalgebers 468 Capital. Die KI-Firmen ballten sich bisher \u201erund um San Francisco und sind in einer Stunde Fahrzeit zu erreichen\u201c. Da sei eine Finanzierung viel einfacher. Ein Erfolgsfaktor f\u00fcr den Standort USA sei, dass \u201esich Kapital gut skalieren l\u00e4sst. In Europa m\u00fcssen Pensionskassen, Versicherungen umdenken und einen kleinen Teil des Gelds f\u00fcr Risikokapital reservieren. Es ist fast schon \u00fcberraschend, wie viel wir in Europa mit dem wenigen Geld hinbekommen.\u201cDer Staat werde \u201edie Bedingungen f\u00fcr Innovationen in Deutschland verbessern, insbesondere in den Bereichen KI und Daten\u201c, k\u00fcndigte Minister Wildberger an. Eine intelligentere Regulierung m\u00fcsse klare Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die B\u00fcrger mit weitaus mehr Spielraum f\u00fcr Entwickler verbinden. Als ein wesentliches Projekt gelten die sogenannten KI-Gigafactories, f\u00fcnf Rechenzentren, die mit Milliarden-Subventionen der EU errichtet werden sollen. Mindestens eines davon will die Bundesregierung nach Deutschland holen. Sie sind eine notwendige Bedingung, um gro\u00dfe KI-Modelle hier zu entwickeln. Es fehlen aber unabh\u00e4ngige Cloud-Dienste und eigene Modelle, abgesehen von den Programmen europ\u00e4ischer Start-ups wie Aleph Alpha und Mistral. \u201eUm die KI-Modelle laufen zu lassen, braucht es einen Hyperscaler. Und da haben wir eine oligopolistische Struktur der drei Anbieter Microsoft Azure, Google Cloud und Amazon AWS\u201c, sagte Andreas Mundt, Pr\u00e4sident des Bundeskartellamts. \u201eStellen wir uns nur mal einen Moment vor, die Anbieter schneiden uns von deren Services ab. Dann k\u00f6nnen wir nicht mehr ordentlich arbeiten.\u201c\u201eWirklich souver\u00e4n sind wir erst, wenn wir auch die Software beherrschen. Darauf bauen wir Rechenzentren auf und so entsteht Souver\u00e4nit\u00e4t, selbst wenn wir die Hardware nicht selbst herstellen\u201c, sagt Ionos-Chef Wei\u00df. Er sieht ein Konstrukt, wie es SAP gew\u00e4hlt hat, als Schritt in die richtige Richtung. Dennoch f\u00fcrchtet er eine zweite \u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c-Phase. \u201eDas fundamentale Problem ist an der Stelle, wenn sie morgen keine Updates mehr kriegen f\u00fcr die Cloud, weil Amerika zum Beispiel auf die Idee kommt, das unter Exportkontrolle zu stellen. Und wenn sie keine Updates mehr kriegen, ist so eine Cloud innerhalb von Tagen sicherheitstechnisch nicht mehr tragbar.\u201c An eigenen Entwicklungen wird Europa also nicht vorbeikommen. F\u00fcr Silo.ai-Gr\u00fcnder Sarlin liegt die Chance Europas in seinen industriellen Plattformen. \u201eNeue Wellen entstehen in vielen Branchen: Lebenswissenschaften, Automobilindustrie, Gaming, Materialwissenschaften, Wettermodelle. Die Frage ist: Werden Europas Industriegr\u00f6\u00dfen investieren und innovieren, oder \u00fcberlassen sie das anderen?\u201c, fragt er. Der Kontinent brauche \u201emehr Ehrgeiz, mehr Geschwindigkeit, mehr Hunger\u201c. Frankreich habe es geschafft, einen starken akademischen Cluster aufzubauen und Unternehmen wie Meta, DeepMind, Google und OpenAI zu Ansiedelungen zu bewegen. \u201eDeutschland hat eigentlich noch gr\u00f6\u00dferes Potenzial, ist aber fragmentiert, weil viele St\u00e4dte nicht zusammenarbeiten.\u201cDieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c? Europas gef\u00e4hrliche KI-Abh\u00e4ngigkeit von Amerika - vof-news.eu","og_description":"F\u00fcr Staaten in Europa k\u00f6nnte es ein hilfreiches Produkt werden: Die Software-Riesen SAP, Microsoft und OpenAI planen eine gemeinsame K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) f\u00fcr den Einsatz in der Verwaltung. Sie soll in Europa f\u00fcr Europa betrieben werden \u2013 und f\u00fcgt sich damit auch in die Hightech-Agenda der neuen Bundesregierung. Die Nachricht vom Vortag des WELT KI Summit war ein Thema auf der Konferenz im Berliner Axel-Springer-Geb\u00e4ude. Die Kooperation zwischen OpenAI, Microsoft und dem deutschen Software-Konzern SAP zeigt beispielhaft, wie Europa versucht, unabh\u00e4ngiger zu werden im Bereich der K\u00fcnstlichen Intelligenz \u2013 es aber noch lange nicht ist. Zwei der drei beteiligten Unternehmen an der neuen KI-Kooperation f\u00fcr den Staat stammen aus den USA. Sowohl bei Cloud-Diensten als auch bei Chips und Basismodellen f\u00fcr KI ist der Kontinent fast vollst\u00e4ndig abh\u00e4ngig von ausl\u00e4ndischer Technologie. 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Dort diskutierten Unternehmer, Manager und Politiker \u00fcber die Zukunft der KI \u2013 und \u00fcber die Schwierigkeiten des Kontinents, im Wettlauf mit den USA und China Schritt zu halten. Beteiligt waren auch Vertreter der drei Unternehmen hinter \u201eOpenAI for Germany\u201c. Neben Sam Altman, Gr\u00fcnder und Chef von OpenAI, sprachen auf dem Gipfel auch Philipp Herzig, Technologievorstand von SAP und Samer Abu-Ltaif, Microsoft-Chef f\u00fcr Europa, den Mittleren Osten und Afrika.Herzig erkl\u00e4rte am Rande der Veranstaltung die Besonderheiten der sogenannten Delos-Cloud: \u201eDas ist eine v\u00f6llig eigenst\u00e4ndige Firma, die hier in Deutschland operiert, von Deutschen betrieben wird, auf deutschem Boden. Diese Firma lizenziert die Technologie nur und stellt quasi eine vollwertige Cloud im souver\u00e4nen Stil in Deutschland zur Verf\u00fcgung\u201c, sagte er. Nun erg\u00e4nze man dieses Angebot. \u201eDort hat bislang KI gefehlt und jetzt mit dieser neuen Partnerschaft mit OpenAI bringen wir Frontier-AI (besonders fortschrittliche KI, die Red.), wie wir so sch\u00f6n sagen, nach Deutschland. Eben in den gleichen Design-Prinzipien, dass es voll souver\u00e4n hier in Deutschland betrieben und angeboten werden kann.\u201cAus der Politik ernteten die Manager positive Reaktionen auf ihre Initiative. \u201eIch freue mich dar\u00fcber, dass Unternehmen eine Zusammenarbeit angek\u00fcndigt haben, mit dem Ziel, die beste und leistungsf\u00e4higste KI in unsere Verwaltung, unsere Forschungseinrichtungen und \u00f6ffentlichen Institutionen zu bringen\u201c, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee B\u00e4r (CSU) beim Gipfel. \u201eDer entscheidende Punkt ist dabei, dass sie in Einklang mit den deutschen Regeln, vertrauensw\u00fcrdig und sicher sein wird. Und betrieben aus Deutschland.\u201c Auch ihr Kabinettskollege Karsten Wildberger (CDU), Minister f\u00fcr Digitalisierung und Staatsmodernisierung begr\u00fc\u00dfte das Projekt. \u201eKI beeinflusst unser Denken\u201cBeide Minister versuchten, Zuversicht zu verbreiten. \u201eIch h\u00f6re oft, wir w\u00e4ren in Europa nicht konkurrenzf\u00e4hig bei KI. Das ist falsch. Wir haben die Talente, wir sind gut in der Forschung und haben sehr viele Daten\u201c, sagte Wildberger. Es gebe gegen\u00fcber den USA aber Unterschiede beim Zugang zu Kapital und beim Wachstum von Start-ups. Deutschland m\u00fcsse in das Rennen einsteigen. \u201eIch hoffe, dass wir bis zum Ende der Legislaturperiode drei- bis viermal mehr KI-Start-ups in Deutschland sehen werden\u201c, sagte er. Wildberger hatte die bevorstehende gesellschaftliche Ver\u00e4nderung durch KI am Vorabend mit der Epoche der Aufkl\u00e4rung verglichen. \u201eDie Elektrizit\u00e4t hat unsere Wirtschaft ver\u00e4ndert. Das Internet hat unsere Gesellschaften ver\u00e4ndert. Aber die KI beeinflusst unser Denken\u201c, sagte er in seiner Laudatio auf Axel-Springer-Preistr\u00e4ger Sam Altman. Deutschland und Europa k\u00f6nnten es sich nicht leisten, nur Zuschauer oder blo\u00dfe Abnehmer der Innovationen anderer zu sein, sagte Wildberger. \u201eJetzt m\u00fcssen wir auch den Mut finden, uns mit voller Kraft dem Wettbewerb zu stellen. Nicht teilzunehmen w\u00e4re das schlechteste Ergebnis von allen.\u201cEuropas Binnenmarkt ist zu fragmentiertEs fehlt den europ\u00e4ischen Staaten aber an einigen wesentlichen Voraussetzungen, um mithalten zu k\u00f6nnen. So ist der Binnenmarkt beispielsweise viel zu fragmentiert, um wirklich europaweite L\u00f6sungen anbieten zu k\u00f6nnen. \u201eEuropa ist ein extrem fragmentierter Markt, und es ist schwierig, hier zu skalieren\u201c, sagte Peter Sarlin, Gr\u00fcnder Silo.ai, einer Tochter des Chiphestellers AMD. Das Konzept eines echten Binnenmarkts existierte eigentlich nicht. \u201eGenau das aber ist entscheidend, um hier gro\u00dfe Unternehmen aufzubauen. Selbst wenn es einheitliche Vorschriften auf EU-Ebene gibt, existieren immer noch nationale Gesetzgebungen. Das macht es f\u00fcr Start-ups schwer, wirklich gesamteurop\u00e4isch zu agieren.\u201c Manche Start-ups gingen lieber nach New York oder ins Silicon Valley, weil der Markt in Europa zu fragmentiert und zu kompliziert sei.Au\u00dferdem ist der zersplitterte Kapitalmarkt ein gro\u00dfes Problem. \u201eIn Europa bekommt jedes gute Start-up noch Startkapital. Aber sobald in einer sp\u00e4teren Finanzierungsrunde gr\u00f6\u00dfere Summen ben\u00f6tigt werden, wird es schwierig\u201c, sagte Ludwig Ensthaler, Mitgr\u00fcnder des Risikokapitalgebers 468 Capital. Die KI-Firmen ballten sich bisher \u201erund um San Francisco und sind in einer Stunde Fahrzeit zu erreichen\u201c. Da sei eine Finanzierung viel einfacher. Ein Erfolgsfaktor f\u00fcr den Standort USA sei, dass \u201esich Kapital gut skalieren l\u00e4sst. In Europa m\u00fcssen Pensionskassen, Versicherungen umdenken und einen kleinen Teil des Gelds f\u00fcr Risikokapital reservieren. Es ist fast schon \u00fcberraschend, wie viel wir in Europa mit dem wenigen Geld hinbekommen.\u201cDer Staat werde \u201edie Bedingungen f\u00fcr Innovationen in Deutschland verbessern, insbesondere in den Bereichen KI und Daten\u201c, k\u00fcndigte Minister Wildberger an. Eine intelligentere Regulierung m\u00fcsse klare Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die B\u00fcrger mit weitaus mehr Spielraum f\u00fcr Entwickler verbinden. Als ein wesentliches Projekt gelten die sogenannten KI-Gigafactories, f\u00fcnf Rechenzentren, die mit Milliarden-Subventionen der EU errichtet werden sollen. Mindestens eines davon will die Bundesregierung nach Deutschland holen. Sie sind eine notwendige Bedingung, um gro\u00dfe KI-Modelle hier zu entwickeln. Es fehlen aber unabh\u00e4ngige Cloud-Dienste und eigene Modelle, abgesehen von den Programmen europ\u00e4ischer Start-ups wie Aleph Alpha und Mistral. \u201eUm die KI-Modelle laufen zu lassen, braucht es einen Hyperscaler. Und da haben wir eine oligopolistische Struktur der drei Anbieter Microsoft Azure, Google Cloud und Amazon AWS\u201c, sagte Andreas Mundt, Pr\u00e4sident des Bundeskartellamts. \u201eStellen wir uns nur mal einen Moment vor, die Anbieter schneiden uns von deren Services ab. Dann k\u00f6nnen wir nicht mehr ordentlich arbeiten.\u201c\u201eWirklich souver\u00e4n sind wir erst, wenn wir auch die Software beherrschen. Darauf bauen wir Rechenzentren auf und so entsteht Souver\u00e4nit\u00e4t, selbst wenn wir die Hardware nicht selbst herstellen\u201c, sagt Ionos-Chef Wei\u00df. Er sieht ein Konstrukt, wie es SAP gew\u00e4hlt hat, als Schritt in die richtige Richtung. Dennoch f\u00fcrchtet er eine zweite \u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c-Phase. \u201eDas fundamentale Problem ist an der Stelle, wenn sie morgen keine Updates mehr kriegen f\u00fcr die Cloud, weil Amerika zum Beispiel auf die Idee kommt, das unter Exportkontrolle zu stellen. Und wenn sie keine Updates mehr kriegen, ist so eine Cloud innerhalb von Tagen sicherheitstechnisch nicht mehr tragbar.\u201c An eigenen Entwicklungen wird Europa also nicht vorbeikommen. F\u00fcr Silo.ai-Gr\u00fcnder Sarlin liegt die Chance Europas in seinen industriellen Plattformen. \u201eNeue Wellen entstehen in vielen Branchen: Lebenswissenschaften, Automobilindustrie, Gaming, Materialwissenschaften, Wettermodelle. Die Frage ist: Werden Europas Industriegr\u00f6\u00dfen investieren und innovieren, oder \u00fcberlassen sie das anderen?\u201c, fragt er. Der Kontinent brauche \u201emehr Ehrgeiz, mehr Geschwindigkeit, mehr Hunger\u201c. 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Sie soll in Europa f\u00fcr Europa betrieben werden \u2013 und f\u00fcgt sich damit auch in die Hightech-Agenda der neuen Bundesregierung. Die Nachricht vom Vortag des WELT KI Summit war ein Thema auf der Konferenz im Berliner Axel-Springer-Geb\u00e4ude. Die Kooperation zwischen OpenAI, Microsoft und dem deutschen Software-Konzern SAP zeigt beispielhaft, wie Europa versucht, unabh\u00e4ngiger zu werden im Bereich der K\u00fcnstlichen Intelligenz \u2013 es aber noch lange nicht ist. Zwei der drei beteiligten Unternehmen an der neuen KI-Kooperation f\u00fcr den Staat stammen aus den USA. Sowohl bei Cloud-Diensten als auch bei Chips und Basismodellen f\u00fcr KI ist der Kontinent fast vollst\u00e4ndig abh\u00e4ngig von ausl\u00e4ndischer Technologie. 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Dort diskutierten Unternehmer, Manager und Politiker \u00fcber die Zukunft der KI \u2013 und \u00fcber die Schwierigkeiten des Kontinents, im Wettlauf mit den USA und China Schritt zu halten. Beteiligt waren auch Vertreter der drei Unternehmen hinter \u201eOpenAI for Germany\u201c. Neben Sam Altman, Gr\u00fcnder und Chef von OpenAI, sprachen auf dem Gipfel auch Philipp Herzig, Technologievorstand von SAP und Samer Abu-Ltaif, Microsoft-Chef f\u00fcr Europa, den Mittleren Osten und Afrika.Herzig erkl\u00e4rte am Rande der Veranstaltung die Besonderheiten der sogenannten Delos-Cloud: \u201eDas ist eine v\u00f6llig eigenst\u00e4ndige Firma, die hier in Deutschland operiert, von Deutschen betrieben wird, auf deutschem Boden. Diese Firma lizenziert die Technologie nur und stellt quasi eine vollwertige Cloud im souver\u00e4nen Stil in Deutschland zur Verf\u00fcgung\u201c, sagte er. Nun erg\u00e4nze man dieses Angebot. \u201eDort hat bislang KI gefehlt und jetzt mit dieser neuen Partnerschaft mit OpenAI bringen wir Frontier-AI (besonders fortschrittliche KI, die Red.), wie wir so sch\u00f6n sagen, nach Deutschland. Eben in den gleichen Design-Prinzipien, dass es voll souver\u00e4n hier in Deutschland betrieben und angeboten werden kann.\u201cAus der Politik ernteten die Manager positive Reaktionen auf ihre Initiative. \u201eIch freue mich dar\u00fcber, dass Unternehmen eine Zusammenarbeit angek\u00fcndigt haben, mit dem Ziel, die beste und leistungsf\u00e4higste KI in unsere Verwaltung, unsere Forschungseinrichtungen und \u00f6ffentlichen Institutionen zu bringen\u201c, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee B\u00e4r (CSU) beim Gipfel. \u201eDer entscheidende Punkt ist dabei, dass sie in Einklang mit den deutschen Regeln, vertrauensw\u00fcrdig und sicher sein wird. Und betrieben aus Deutschland.\u201c Auch ihr Kabinettskollege Karsten Wildberger (CDU), Minister f\u00fcr Digitalisierung und Staatsmodernisierung begr\u00fc\u00dfte das Projekt. \u201eKI beeinflusst unser Denken\u201cBeide Minister versuchten, Zuversicht zu verbreiten. \u201eIch h\u00f6re oft, wir w\u00e4ren in Europa nicht konkurrenzf\u00e4hig bei KI. Das ist falsch. Wir haben die Talente, wir sind gut in der Forschung und haben sehr viele Daten\u201c, sagte Wildberger. Es gebe gegen\u00fcber den USA aber Unterschiede beim Zugang zu Kapital und beim Wachstum von Start-ups. Deutschland m\u00fcsse in das Rennen einsteigen. \u201eIch hoffe, dass wir bis zum Ende der Legislaturperiode drei- bis viermal mehr KI-Start-ups in Deutschland sehen werden\u201c, sagte er. Wildberger hatte die bevorstehende gesellschaftliche Ver\u00e4nderung durch KI am Vorabend mit der Epoche der Aufkl\u00e4rung verglichen. \u201eDie Elektrizit\u00e4t hat unsere Wirtschaft ver\u00e4ndert. Das Internet hat unsere Gesellschaften ver\u00e4ndert. Aber die KI beeinflusst unser Denken\u201c, sagte er in seiner Laudatio auf Axel-Springer-Preistr\u00e4ger Sam Altman. Deutschland und Europa k\u00f6nnten es sich nicht leisten, nur Zuschauer oder blo\u00dfe Abnehmer der Innovationen anderer zu sein, sagte Wildberger. \u201eJetzt m\u00fcssen wir auch den Mut finden, uns mit voller Kraft dem Wettbewerb zu stellen. Nicht teilzunehmen w\u00e4re das schlechteste Ergebnis von allen.\u201cEuropas Binnenmarkt ist zu fragmentiertEs fehlt den europ\u00e4ischen Staaten aber an einigen wesentlichen Voraussetzungen, um mithalten zu k\u00f6nnen. So ist der Binnenmarkt beispielsweise viel zu fragmentiert, um wirklich europaweite L\u00f6sungen anbieten zu k\u00f6nnen. \u201eEuropa ist ein extrem fragmentierter Markt, und es ist schwierig, hier zu skalieren\u201c, sagte Peter Sarlin, Gr\u00fcnder Silo.ai, einer Tochter des Chiphestellers AMD. Das Konzept eines echten Binnenmarkts existierte eigentlich nicht. \u201eGenau das aber ist entscheidend, um hier gro\u00dfe Unternehmen aufzubauen. Selbst wenn es einheitliche Vorschriften auf EU-Ebene gibt, existieren immer noch nationale Gesetzgebungen. Das macht es f\u00fcr Start-ups schwer, wirklich gesamteurop\u00e4isch zu agieren.\u201c Manche Start-ups gingen lieber nach New York oder ins Silicon Valley, weil der Markt in Europa zu fragmentiert und zu kompliziert sei.Au\u00dferdem ist der zersplitterte Kapitalmarkt ein gro\u00dfes Problem. \u201eIn Europa bekommt jedes gute Start-up noch Startkapital. Aber sobald in einer sp\u00e4teren Finanzierungsrunde gr\u00f6\u00dfere Summen ben\u00f6tigt werden, wird es schwierig\u201c, sagte Ludwig Ensthaler, Mitgr\u00fcnder des Risikokapitalgebers 468 Capital. Die KI-Firmen ballten sich bisher \u201erund um San Francisco und sind in einer Stunde Fahrzeit zu erreichen\u201c. Da sei eine Finanzierung viel einfacher. Ein Erfolgsfaktor f\u00fcr den Standort USA sei, dass \u201esich Kapital gut skalieren l\u00e4sst. In Europa m\u00fcssen Pensionskassen, Versicherungen umdenken und einen kleinen Teil des Gelds f\u00fcr Risikokapital reservieren. Es ist fast schon \u00fcberraschend, wie viel wir in Europa mit dem wenigen Geld hinbekommen.\u201cDer Staat werde \u201edie Bedingungen f\u00fcr Innovationen in Deutschland verbessern, insbesondere in den Bereichen KI und Daten\u201c, k\u00fcndigte Minister Wildberger an. Eine intelligentere Regulierung m\u00fcsse klare Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die B\u00fcrger mit weitaus mehr Spielraum f\u00fcr Entwickler verbinden. Als ein wesentliches Projekt gelten die sogenannten KI-Gigafactories, f\u00fcnf Rechenzentren, die mit Milliarden-Subventionen der EU errichtet werden sollen. Mindestens eines davon will die Bundesregierung nach Deutschland holen. Sie sind eine notwendige Bedingung, um gro\u00dfe KI-Modelle hier zu entwickeln. Es fehlen aber unabh\u00e4ngige Cloud-Dienste und eigene Modelle, abgesehen von den Programmen europ\u00e4ischer Start-ups wie Aleph Alpha und Mistral. \u201eUm die KI-Modelle laufen zu lassen, braucht es einen Hyperscaler. Und da haben wir eine oligopolistische Struktur der drei Anbieter Microsoft Azure, Google Cloud und Amazon AWS\u201c, sagte Andreas Mundt, Pr\u00e4sident des Bundeskartellamts. \u201eStellen wir uns nur mal einen Moment vor, die Anbieter schneiden uns von deren Services ab. Dann k\u00f6nnen wir nicht mehr ordentlich arbeiten.\u201c\u201eWirklich souver\u00e4n sind wir erst, wenn wir auch die Software beherrschen. Darauf bauen wir Rechenzentren auf und so entsteht Souver\u00e4nit\u00e4t, selbst wenn wir die Hardware nicht selbst herstellen\u201c, sagt Ionos-Chef Wei\u00df. Er sieht ein Konstrukt, wie es SAP gew\u00e4hlt hat, als Schritt in die richtige Richtung. Dennoch f\u00fcrchtet er eine zweite \u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c-Phase. \u201eDas fundamentale Problem ist an der Stelle, wenn sie morgen keine Updates mehr kriegen f\u00fcr die Cloud, weil Amerika zum Beispiel auf die Idee kommt, das unter Exportkontrolle zu stellen. Und wenn sie keine Updates mehr kriegen, ist so eine Cloud innerhalb von Tagen sicherheitstechnisch nicht mehr tragbar.\u201c An eigenen Entwicklungen wird Europa also nicht vorbeikommen. F\u00fcr Silo.ai-Gr\u00fcnder Sarlin liegt die Chance Europas in seinen industriellen Plattformen. \u201eNeue Wellen entstehen in vielen Branchen: Lebenswissenschaften, Automobilindustrie, Gaming, Materialwissenschaften, Wettermodelle. Die Frage ist: Werden Europas Industriegr\u00f6\u00dfen investieren und innovieren, oder \u00fcberlassen sie das anderen?\u201c, fragt er. Der Kontinent brauche \u201emehr Ehrgeiz, mehr Geschwindigkeit, mehr Hunger\u201c. Frankreich habe es geschafft, einen starken akademischen Cluster aufzubauen und Unternehmen wie Meta, DeepMind, Google und OpenAI zu Ansiedelungen zu bewegen. \u201eDeutschland hat eigentlich noch gr\u00f6\u00dferes Potenzial, ist aber fragmentiert, weil viele St\u00e4dte nicht zusammenarbeiten.\u201cDieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/wkis25-wais25-welt-ki-summit-berlin.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/wkis25-wais25-welt-ki-summit-berlin.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/souveranitats-washing-europas-gefahrliche-ki-abhangigkeit-von-amerika\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"\u201eSouver\u00e4nit\u00e4ts-Washing\u201c? 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