{"id":278291,"date":"2025-09-23T23:27:13","date_gmt":"2025-09-23T20:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/teile-der-union-sind-weltmeister-im-geldausgeben-sagt-der-spd-chefhaushalter\/"},"modified":"2025-09-23T23:27:40","modified_gmt":"2025-09-23T20:27:40","slug":"teile-der-union-sind-weltmeister-im-geldausgeben-sagt-der-spd-chefhaushalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/teile-der-union-sind-weltmeister-im-geldausgeben-sagt-der-spd-chefhaushalter\/","title":{"rendered":"\u201eTeile der Union sind Weltmeister im Geldausgeben\u201c, sagt der SPD-Chefhaush\u00e4lter"},"content":{"rendered":"<p>Noch zwei Monate Debatte um den Bundeshaushalt 2026 liegen vor den Abgeordneten. Anders als beim versp\u00e4teten und gerade erst beschlossenen Zahlenwerk f\u00fcr 2025 haben die Parlamentarier jetzt wieder sehr viel mehr Zeit, sich die geplanten Ausgaben jedes einzelnen Ministeriums genau anzuschauen. Die entscheidende Sitzung des Haushaltsausschusses, die sogenannte Bereinigungssitzung, ist erst f\u00fcr Mitte November angesetzt. Endlich ist die Haushaltsaufstellung wieder in der Reihe nach dem Ampel-Bruch vor mehr als zehn Monaten.<\/p>\n<p>Das gilt allerdings nur f\u00fcr den Zeitplan. Der Auftakt der Beratungen im Bundestag machte deutlich, dass inhaltlich beim <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68d2749e6199625f8c0fa5f2\/Bundestag-Klingbeil-schwoert-Deutschland-auf-tiefgreifende-Reformen-ein.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article68d2749e6199625f8c0fa5f2\/Bundestag-Klingbeil-schwoert-Deutschland-auf-tiefgreifende-Reformen-ein.html\">Bundeshaushalt<\/a> wenig in der Reihe ist. Es geht um viel Geld, das der Bund trotz Rekordschulden nicht hat \u2013 schon im Jahr 2026 nicht und erst recht nicht in den Jahren danach. Die Regierungspartner von CDU\/CSU und SPD sind sich nicht einig dar\u00fcber, wie mit Schulden, L\u00fccken und Steuereinnahmen umgegangen werden soll. <\/p>\n<p>Doch immerhin nimmt die dringend notwendige Diskussion dar\u00fcber endlich Fahrt auf \u2013 wenn auch mit vertauschten Rollen. Nicht die Union, die bei vielen W\u00e4hlern f\u00fcr Wirtschaftskompetenz steht, ermahnte die Sozialdemokraten, denen ein Hang zum Schuldenmachen nachgesagt wird, zum Sparen \u2013 sondern umgekehrt. <\/p>\n<p>\u201eTeile der Union in Fraktion und Regierung sind Weltmeister im Geldausgeben und Kreisliga bei der Haushaltsdisziplin\u201c, sagte SPD-Chefhaush\u00e4lter Thorsten Rudolph. Wer heute noch Milliarden-Forderungen aufstelle, m\u00fcsse auch sagen, wie er sie finanzieren wolle. Als Beispiele nannte er f\u00fcnf Milliarden Euro f\u00fcr eine Stromsteuersenkung, zwei Milliarden Euro Zuschuss f\u00fcr die Pflegekasse, zehn Milliarden Euro f\u00fcr das Gesundheitssystem, 15 Milliarden Euro f\u00fcr den Neubau von Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>Dagegen verteidigte CDU-Chefhaush\u00e4lter Christian Haase in der Debatte die geplanten Entlastungen f\u00fcr \u201eMenschen und Wirtschaft\u201c. Er erw\u00e4hnte unter anderem die \u00dcbernahme der EEG-Umlage, den Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten der \u00dcbertragungsnetzbetreiber, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie, die Erh\u00f6hung der Pendlerpauschale auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. \u201eDas gesamte Paket macht 40 Milliarden Euro aus\u201c, sagte Haase. Diese Leistung d\u00fcrfe man nicht runter reden. <\/p>\n<p>\u00d6konomen hatten vor allem die von der CSU durchgesetzte <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68b68cf98c33b226bcaefb91\/Gastronomie-Die-Krise-eskaliert-und-zerstoert-die-Hoffnung-auf-sinkende-Preise.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68b68cf98c33b226bcaefb91\/Gastronomie-Die-Krise-eskaliert-und-zerstoert-die-Hoffnung-auf-sinkende-Preise.html\">Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie<\/a> und die h\u00f6here Pendlerpauschale als Wahlgeschenke ohne gesamtwirtschaftlichen Nutzen kritisiert. Noch dazu wurden diese Entlastungen nur m\u00f6glich, weil die Bundesregierung finanzielle Spielr\u00e4ume im eigentlichen Haushalt dadurch schaffte, dass sie Ausgaben f\u00fcr Infrastruktur in das neue schuldenfinanzierte \u201eSonderverm\u00f6gen\u201c verschob und auch bei den Verteidigungsausgaben nicht mehr auf die Schuldenbremse achten muss.<\/p>\n<p>Konkrete Sparvorschl\u00e4ge fehlten zu Beginn der Debatte \u00fcber den 2026er-Haushalt auf beiden Seiten. Auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) belie\u00df es bei allgemeinen Warnungen. Mutige und teils unbequeme Entscheidungen st\u00fcnden an. \u201eDas d\u00fcrfen keine kleinen Trippelschritte sein, sondern es m\u00fcssen gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen sein\u201c, sagte er. Schlie\u00dflich drohe eine \u201estrukturelle Schieflage\u201c von mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr 2027. Um 30 Milliarden Euro \u00fcbersteigen nach der aktuellen Planung die Ausgaben die Einnahmen im \u00fcbern\u00e4chsten Jahr.<\/p>\n<p>\u201eEs wird anstrengend, es wird herausfordernd\u201c, sagte der Vizekanzler und SPD-Chef. \u201eIch bin mir aber sicher, die Menschen in unserem Land sp\u00fcren l\u00e4ngst, dass wir weitreichende Ver\u00e4nderungen brauchen und dass durchmogeln oder z\u00f6gern oder zur\u00fccklehnen nicht funktionieren wird.\u201c <\/p>\n<p>Wobei gerade die Vertreter der Opposition gro\u00dfe Zweifel \u00e4u\u00dferten, ob es auch diese Bundesregierung nicht mit \u201edurchmogeln\u201c versuchen wird. Der AfD-Haush\u00e4lter Michael Espendiller prophezeite, das Land werde bei dieser Haushaltsf\u00fchrung \u201ein eine nicht endende Schuldenspirale eintreten, deren Zinszahlungen uns und k\u00fcnftige Generationen erdr\u00fccken werden\u201c. <\/p>\n<p>Der Linken-Haushaltsexperte Dietmar Bartsch begr\u00fc\u00dfte zwar, dass der Etatentwurf hohe neue Investitionen vorsehe. Allerdings offenbare der Entwurf die falschen Priorit\u00e4ten, kritisierte Bartsch. \u201eEs gibt nur eines, was bei Ihnen schneller w\u00e4chst als die R\u00fcstungsausgaben, das sind die Schulden.\u201c<\/p>\n<p>Der oberste Gr\u00fcnen-Haush\u00e4lter Sebastian Sch\u00e4fer warf der Regierung aus Union und SPD Konzeptlosigkeit vor. \u201eSonntagsreden, Kommissionen, Widerspr\u00fcche in der Koalition: Bisher vor allem Bullshit und nichts Konkretes\u201c, kritisierte er die Arbeit der Regierung. Sch\u00e4fer forderte mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Haushaltspolitik.<\/p>\n<h3>Geplante Ausgaben von 630 Milliarden Euro<\/h3>\n<p>Im n\u00e4chsten Jahr m\u00f6chte Klingbeil mehr Geld ausgeben als in diesem: Konkret sollen es nach 502,5 Milliarden Euro im n\u00e4chsten Jahr 520,5 Milliarden Euro sein. Hinzu kommen Ausgaben aus schuldenfinanzierten Sondert\u00f6pfen f\u00fcr die Infrastruktur (48,9 Milliarden Euro), die Bundeswehr (25,5 Milliarden Euro) und das Klima (35,7 Milliarden Euro). Insgesamt addieren sich die geplanten Ausgaben im kommenden Jahr auf 630,6 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Dies sieht nicht nur die Opposition, sondern das sehen auch die Experten des Bundesrechnungshofs, der h\u00f6chsten beh\u00f6rdlichen Pr\u00fcfinstanz des Bundeshaushalts, \u00fcberaus kritisch. Staatliche Kernaufgaben k\u00f6nnten dauerhaft nicht mehr aus den Einnahmen finanziert werden, hei\u00dft es in einem in der Vorwoche ver\u00f6ffentlichten Gutachten. \u201eVielmehr lebt der Bund strukturell \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse.\u201c Wer plane, fast jeden dritten Euro \u201eauf Pump\u201c zu finanzieren, sei von einer soliden Finanzwirtschaft weit entfernt. Es bestehe die Gefahr einer Schuldenspirale. Die Pr\u00fcfer verlangten gr\u00f6\u00dfere Sparanstrengungen von Klingbeil und den anderen Ministern der schwarz-roten Regierung.<\/p>\n<p>Die ersten Konflikte zwischen dem SPD-Finanzminister und CDU-Ministern traten in den vergangenen Tagen bereits zutage. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mehr Geld und warnt vor einer nochmaligen Erh\u00f6hung von Zusatzbeitr\u00e4gen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verlangt Geld nicht nur f\u00fcr die Sanierung bestehender Stra\u00dfen und Br\u00fccken, sondern auch f\u00fcr den Neubau. <\/p>\n<p>Das Verkehrsministerium sieht f\u00fcr Autobahnen und Bundesstra\u00dfen f\u00fcr den Zeitraum 2026 bis 2029 ein Defizit von rund 15 Milliarden Euro. F\u00fcr zahlreiche Projekte bei den Bundesfernstra\u00dfen, f\u00fcr die bis 2029 Baurecht erwartet wird, k\u00f6nne auf Basis der aktuellen Finanzplanung keine Freigabe erteilt werden. Das betrifft etwa L\u00fcckenschl\u00fcsse von Autobahnen oder Umgehungsstra\u00dfen. <\/p>\n<p>Klingbeil hatte Schnieder dagegen in einem Brief mit der eher k\u00fchlen Anrede \u201eSehr geehrter Herr Kollege\u201c deutlich gemacht, dass dieser die ihm zugeteilten Mittel effektiv einsetzen m\u00fcsse. Klingbeil lehnte milliardenschwere Mehrforderungen ab. Diese Zurechtweisung will Schnieder allerdings nicht akzeptieren. Daran lie\u00df der Verkehrsminister bei der Einbringung seines Etats in die Debatte keinen Zweifel. \u201eIch begr\u00fc\u00dfe es, dass wir im parlamentarischen Verfahren \u00fcber diese Dinge sprechen werde\u201c, sagte er. Die Debatte \u00fcber Schulden, L\u00fccken und Steuereinnahmen hat gerade erst begonnen.<\/p>\n<p><em><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/b><\/em><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><em><b>Business Insider <\/b><\/em><\/a><em><b>erstellt.<\/b><\/em><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/karsten-seibel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/karsten-seibel\/\"><em><b>Karsten Seibel<\/b><\/em><\/a><em><b> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik.<\/b><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch zwei Monate Debatte um den Bundeshaushalt 2026 liegen vor den Abgeordneten. Anders als beim versp\u00e4teten und gerade erst beschlossenen Zahlenwerk f\u00fcr 2025 haben die Parlamentarier jetzt wieder sehr viel mehr Zeit, sich die geplanten Ausgaben jedes einzelnen Ministeriums genau anzuschauen. 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Doch immerhin nimmt die dringend notwendige Diskussion dar\u00fcber endlich Fahrt auf \u2013 wenn auch mit vertauschten Rollen. Nicht die Union, die bei vielen W\u00e4hlern f\u00fcr Wirtschaftskompetenz steht, ermahnte die Sozialdemokraten, denen ein Hang zum Schuldenmachen nachgesagt wird, zum Sparen \u2013 sondern umgekehrt. \u201eTeile der Union in Fraktion und Regierung sind Weltmeister im Geldausgeben und Kreisliga bei der Haushaltsdisziplin\u201c, sagte SPD-Chefhaush\u00e4lter Thorsten Rudolph. Wer heute noch Milliarden-Forderungen aufstelle, m\u00fcsse auch sagen, wie er sie finanzieren wolle. 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Er erw\u00e4hnte unter anderem die \u00dcbernahme der EEG-Umlage, den Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten der \u00dcbertragungsnetzbetreiber, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie, die Erh\u00f6hung der Pendlerpauschale auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. \u201eDas gesamte Paket macht 40 Milliarden Euro aus\u201c, sagte Haase. Diese Leistung d\u00fcrfe man nicht runter reden. \u00d6konomen hatten vor allem die von der CSU durchgesetzte Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie und die h\u00f6here Pendlerpauschale als Wahlgeschenke ohne gesamtwirtschaftlichen Nutzen kritisiert. Noch dazu wurden diese Entlastungen nur m\u00f6glich, weil die Bundesregierung finanzielle Spielr\u00e4ume im eigentlichen Haushalt dadurch schaffte, dass sie Ausgaben f\u00fcr Infrastruktur in das neue schuldenfinanzierte \u201eSonderverm\u00f6gen\u201c verschob und auch bei den Verteidigungsausgaben nicht mehr auf die Schuldenbremse achten muss.Konkrete Sparvorschl\u00e4ge fehlten zu Beginn der Debatte \u00fcber den 2026er-Haushalt auf beiden Seiten. Auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) belie\u00df es bei allgemeinen Warnungen. Mutige und teils unbequeme Entscheidungen st\u00fcnden an. \u201eDas d\u00fcrfen keine kleinen Trippelschritte sein, sondern es m\u00fcssen gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen sein\u201c, sagte er. Schlie\u00dflich drohe eine \u201estrukturelle Schieflage\u201c von mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr 2027. Um 30 Milliarden Euro \u00fcbersteigen nach der aktuellen Planung die Ausgaben die Einnahmen im \u00fcbern\u00e4chsten Jahr.\u201eEs wird anstrengend, es wird herausfordernd\u201c, sagte der Vizekanzler und SPD-Chef. \u201eIch bin mir aber sicher, die Menschen in unserem Land sp\u00fcren l\u00e4ngst, dass wir weitreichende Ver\u00e4nderungen brauchen und dass durchmogeln oder z\u00f6gern oder zur\u00fccklehnen nicht funktionieren wird.\u201c Wobei gerade die Vertreter der Opposition gro\u00dfe Zweifel \u00e4u\u00dferten, ob es auch diese Bundesregierung nicht mit \u201edurchmogeln\u201c versuchen wird. Der AfD-Haush\u00e4lter Michael Espendiller prophezeite, das Land werde bei dieser Haushaltsf\u00fchrung \u201ein eine nicht endende Schuldenspirale eintreten, deren Zinszahlungen uns und k\u00fcnftige Generationen erdr\u00fccken werden\u201c. Der Linken-Haushaltsexperte Dietmar Bartsch begr\u00fc\u00dfte zwar, dass der Etatentwurf hohe neue Investitionen vorsehe. Allerdings offenbare der Entwurf die falschen Priorit\u00e4ten, kritisierte Bartsch. \u201eEs gibt nur eines, was bei Ihnen schneller w\u00e4chst als die R\u00fcstungsausgaben, das sind die Schulden.\u201cDer oberste Gr\u00fcnen-Haush\u00e4lter Sebastian Sch\u00e4fer warf der Regierung aus Union und SPD Konzeptlosigkeit vor. \u201eSonntagsreden, Kommissionen, Widerspr\u00fcche in der Koalition: Bisher vor allem Bullshit und nichts Konkretes\u201c, kritisierte er die Arbeit der Regierung. Sch\u00e4fer forderte mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Haushaltspolitik.Geplante Ausgaben von 630 Milliarden EuroIm n\u00e4chsten Jahr m\u00f6chte Klingbeil mehr Geld ausgeben als in diesem: Konkret sollen es nach 502,5 Milliarden Euro im n\u00e4chsten Jahr 520,5 Milliarden Euro sein. Hinzu kommen Ausgaben aus schuldenfinanzierten Sondert\u00f6pfen f\u00fcr die Infrastruktur (48,9 Milliarden Euro), die Bundeswehr (25,5 Milliarden Euro) und das Klima (35,7 Milliarden Euro). 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Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mehr Geld und warnt vor einer nochmaligen Erh\u00f6hung von Zusatzbeitr\u00e4gen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verlangt Geld nicht nur f\u00fcr die Sanierung bestehender Stra\u00dfen und Br\u00fccken, sondern auch f\u00fcr den Neubau. Das Verkehrsministerium sieht f\u00fcr Autobahnen und Bundesstra\u00dfen f\u00fcr den Zeitraum 2026 bis 2029 ein Defizit von rund 15 Milliarden Euro. F\u00fcr zahlreiche Projekte bei den Bundesfernstra\u00dfen, f\u00fcr die bis 2029 Baurecht erwartet wird, k\u00f6nne auf Basis der aktuellen Finanzplanung keine Freigabe erteilt werden. Das betrifft etwa L\u00fcckenschl\u00fcsse von Autobahnen oder Umgehungsstra\u00dfen. Klingbeil hatte Schnieder dagegen in einem Brief mit der eher k\u00fchlen Anrede \u201eSehr geehrter Herr Kollege\u201c deutlich gemacht, dass dieser die ihm zugeteilten Mittel effektiv einsetzen m\u00fcsse. Klingbeil lehnte milliardenschwere Mehrforderungen ab. Diese Zurechtweisung will Schnieder allerdings nicht akzeptieren. Daran lie\u00df der Verkehrsminister bei der Einbringung seines Etats in die Debatte keinen Zweifel. \u201eIch begr\u00fc\u00dfe es, dass wir im parlamentarischen Verfahren \u00fcber diese Dinge sprechen werde\u201c, sagte er. Die Debatte \u00fcber Schulden, L\u00fccken und Steuereinnahmen hat gerade erst begonnen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. 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Doch immerhin nimmt die dringend notwendige Diskussion dar\u00fcber endlich Fahrt auf \u2013 wenn auch mit vertauschten Rollen. Nicht die Union, die bei vielen W\u00e4hlern f\u00fcr Wirtschaftskompetenz steht, ermahnte die Sozialdemokraten, denen ein Hang zum Schuldenmachen nachgesagt wird, zum Sparen \u2013 sondern umgekehrt. \u201eTeile der Union in Fraktion und Regierung sind Weltmeister im Geldausgeben und Kreisliga bei der Haushaltsdisziplin\u201c, sagte SPD-Chefhaush\u00e4lter Thorsten Rudolph. Wer heute noch Milliarden-Forderungen aufstelle, m\u00fcsse auch sagen, wie er sie finanzieren wolle. Als Beispiele nannte er f\u00fcnf Milliarden Euro f\u00fcr eine Stromsteuersenkung, zwei Milliarden Euro Zuschuss f\u00fcr die Pflegekasse, zehn Milliarden Euro f\u00fcr das Gesundheitssystem, 15 Milliarden Euro f\u00fcr den Neubau von Stra\u00dfen.Dagegen verteidigte CDU-Chefhaush\u00e4lter Christian Haase in der Debatte die geplanten Entlastungen f\u00fcr \u201eMenschen und Wirtschaft\u201c. Er erw\u00e4hnte unter anderem die \u00dcbernahme der EEG-Umlage, den Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten der \u00dcbertragungsnetzbetreiber, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie, die Erh\u00f6hung der Pendlerpauschale auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. \u201eDas gesamte Paket macht 40 Milliarden Euro aus\u201c, sagte Haase. Diese Leistung d\u00fcrfe man nicht runter reden. \u00d6konomen hatten vor allem die von der CSU durchgesetzte Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie und die h\u00f6here Pendlerpauschale als Wahlgeschenke ohne gesamtwirtschaftlichen Nutzen kritisiert. Noch dazu wurden diese Entlastungen nur m\u00f6glich, weil die Bundesregierung finanzielle Spielr\u00e4ume im eigentlichen Haushalt dadurch schaffte, dass sie Ausgaben f\u00fcr Infrastruktur in das neue schuldenfinanzierte \u201eSonderverm\u00f6gen\u201c verschob und auch bei den Verteidigungsausgaben nicht mehr auf die Schuldenbremse achten muss.Konkrete Sparvorschl\u00e4ge fehlten zu Beginn der Debatte \u00fcber den 2026er-Haushalt auf beiden Seiten. Auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) belie\u00df es bei allgemeinen Warnungen. Mutige und teils unbequeme Entscheidungen st\u00fcnden an. \u201eDas d\u00fcrfen keine kleinen Trippelschritte sein, sondern es m\u00fcssen gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen sein\u201c, sagte er. 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Hinzu kommen Ausgaben aus schuldenfinanzierten Sondert\u00f6pfen f\u00fcr die Infrastruktur (48,9 Milliarden Euro), die Bundeswehr (25,5 Milliarden Euro) und das Klima (35,7 Milliarden Euro). Insgesamt addieren sich die geplanten Ausgaben im kommenden Jahr auf 630,6 Milliarden Euro.Dies sieht nicht nur die Opposition, sondern das sehen auch die Experten des Bundesrechnungshofs, der h\u00f6chsten beh\u00f6rdlichen Pr\u00fcfinstanz des Bundeshaushalts, \u00fcberaus kritisch. Staatliche Kernaufgaben k\u00f6nnten dauerhaft nicht mehr aus den Einnahmen finanziert werden, hei\u00dft es in einem in der Vorwoche ver\u00f6ffentlichten Gutachten. \u201eVielmehr lebt der Bund strukturell \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse.\u201c Wer plane, fast jeden dritten Euro \u201eauf Pump\u201c zu finanzieren, sei von einer soliden Finanzwirtschaft weit entfernt. Es bestehe die Gefahr einer Schuldenspirale. 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Der Linken-Haushaltsexperte Dietmar Bartsch begr\u00fc\u00dfte zwar, dass der Etatentwurf hohe neue Investitionen vorsehe. Allerdings offenbare der Entwurf die falschen Priorit\u00e4ten, kritisierte Bartsch. \u201eEs gibt nur eines, was bei Ihnen schneller w\u00e4chst als die R\u00fcstungsausgaben, das sind die Schulden.\u201cDer oberste Gr\u00fcnen-Haush\u00e4lter Sebastian Sch\u00e4fer warf der Regierung aus Union und SPD Konzeptlosigkeit vor. \u201eSonntagsreden, Kommissionen, Widerspr\u00fcche in der Koalition: Bisher vor allem Bullshit und nichts Konkretes\u201c, kritisierte er die Arbeit der Regierung. Sch\u00e4fer forderte mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Haushaltspolitik.Geplante Ausgaben von 630 Milliarden EuroIm n\u00e4chsten Jahr m\u00f6chte Klingbeil mehr Geld ausgeben als in diesem: Konkret sollen es nach 502,5 Milliarden Euro im n\u00e4chsten Jahr 520,5 Milliarden Euro sein. Hinzu kommen Ausgaben aus schuldenfinanzierten Sondert\u00f6pfen f\u00fcr die Infrastruktur (48,9 Milliarden Euro), die Bundeswehr (25,5 Milliarden Euro) und das Klima (35,7 Milliarden Euro). Insgesamt addieren sich die geplanten Ausgaben im kommenden Jahr auf 630,6 Milliarden Euro.Dies sieht nicht nur die Opposition, sondern das sehen auch die Experten des Bundesrechnungshofs, der h\u00f6chsten beh\u00f6rdlichen Pr\u00fcfinstanz des Bundeshaushalts, \u00fcberaus kritisch. Staatliche Kernaufgaben k\u00f6nnten dauerhaft nicht mehr aus den Einnahmen finanziert werden, hei\u00dft es in einem in der Vorwoche ver\u00f6ffentlichten Gutachten. \u201eVielmehr lebt der Bund strukturell \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse.\u201c Wer plane, fast jeden dritten Euro \u201eauf Pump\u201c zu finanzieren, sei von einer soliden Finanzwirtschaft weit entfernt. Es bestehe die Gefahr einer Schuldenspirale. Die Pr\u00fcfer verlangten gr\u00f6\u00dfere Sparanstrengungen von Klingbeil und den anderen Ministern der schwarz-roten Regierung.Die ersten Konflikte zwischen dem SPD-Finanzminister und CDU-Ministern traten in den vergangenen Tagen bereits zutage. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mehr Geld und warnt vor einer nochmaligen Erh\u00f6hung von Zusatzbeitr\u00e4gen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verlangt Geld nicht nur f\u00fcr die Sanierung bestehender Stra\u00dfen und Br\u00fccken, sondern auch f\u00fcr den Neubau. Das Verkehrsministerium sieht f\u00fcr Autobahnen und Bundesstra\u00dfen f\u00fcr den Zeitraum 2026 bis 2029 ein Defizit von rund 15 Milliarden Euro. F\u00fcr zahlreiche Projekte bei den Bundesfernstra\u00dfen, f\u00fcr die bis 2029 Baurecht erwartet wird, k\u00f6nne auf Basis der aktuellen Finanzplanung keine Freigabe erteilt werden. Das betrifft etwa L\u00fcckenschl\u00fcsse von Autobahnen oder Umgehungsstra\u00dfen. Klingbeil hatte Schnieder dagegen in einem Brief mit der eher k\u00fchlen Anrede \u201eSehr geehrter Herr Kollege\u201c deutlich gemacht, dass dieser die ihm zugeteilten Mittel effektiv einsetzen m\u00fcsse. Klingbeil lehnte milliardenschwere Mehrforderungen ab. Diese Zurechtweisung will Schnieder allerdings nicht akzeptieren. Daran lie\u00df der Verkehrsminister bei der Einbringung seines Etats in die Debatte keinen Zweifel. \u201eIch begr\u00fc\u00dfe es, dass wir im parlamentarischen Verfahren \u00fcber diese Dinge sprechen werde\u201c, sagte er. Die Debatte \u00fcber Schulden, L\u00fccken und Steuereinnahmen hat gerade erst begonnen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u201eTeile der Union sind Weltmeister im Geldausgeben\u201c, sagt der SPD-Chefhaush\u00e4lter - vof-news.eu","og_description":"Noch zwei Monate Debatte um den Bundeshaushalt 2026 liegen vor den Abgeordneten. Anders als beim versp\u00e4teten und gerade erst beschlossenen Zahlenwerk f\u00fcr 2025 haben die Parlamentarier jetzt wieder sehr viel mehr Zeit, sich die geplanten Ausgaben jedes einzelnen Ministeriums genau anzuschauen. Die entscheidende Sitzung des Haushaltsausschusses, die sogenannte Bereinigungssitzung, ist erst f\u00fcr Mitte November angesetzt. Endlich ist die Haushaltsaufstellung wieder in der Reihe nach dem Ampel-Bruch vor mehr als zehn Monaten.Das gilt allerdings nur f\u00fcr den Zeitplan. Der Auftakt der Beratungen im Bundestag machte deutlich, dass inhaltlich beim Bundeshaushalt wenig in der Reihe ist. Es geht um viel Geld, das der Bund trotz Rekordschulden nicht hat \u2013 schon im Jahr 2026 nicht und erst recht nicht in den Jahren danach. Die Regierungspartner von CDU\/CSU und SPD sind sich nicht einig dar\u00fcber, wie mit Schulden, L\u00fccken und Steuereinnahmen umgegangen werden soll. Doch immerhin nimmt die dringend notwendige Diskussion dar\u00fcber endlich Fahrt auf \u2013 wenn auch mit vertauschten Rollen. Nicht die Union, die bei vielen W\u00e4hlern f\u00fcr Wirtschaftskompetenz steht, ermahnte die Sozialdemokraten, denen ein Hang zum Schuldenmachen nachgesagt wird, zum Sparen \u2013 sondern umgekehrt. \u201eTeile der Union in Fraktion und Regierung sind Weltmeister im Geldausgeben und Kreisliga bei der Haushaltsdisziplin\u201c, sagte SPD-Chefhaush\u00e4lter Thorsten Rudolph. Wer heute noch Milliarden-Forderungen aufstelle, m\u00fcsse auch sagen, wie er sie finanzieren wolle. Als Beispiele nannte er f\u00fcnf Milliarden Euro f\u00fcr eine Stromsteuersenkung, zwei Milliarden Euro Zuschuss f\u00fcr die Pflegekasse, zehn Milliarden Euro f\u00fcr das Gesundheitssystem, 15 Milliarden Euro f\u00fcr den Neubau von Stra\u00dfen.Dagegen verteidigte CDU-Chefhaush\u00e4lter Christian Haase in der Debatte die geplanten Entlastungen f\u00fcr \u201eMenschen und Wirtschaft\u201c. Er erw\u00e4hnte unter anderem die \u00dcbernahme der EEG-Umlage, den Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten der \u00dcbertragungsnetzbetreiber, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie, die Erh\u00f6hung der Pendlerpauschale auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. \u201eDas gesamte Paket macht 40 Milliarden Euro aus\u201c, sagte Haase. Diese Leistung d\u00fcrfe man nicht runter reden. \u00d6konomen hatten vor allem die von der CSU durchgesetzte Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie und die h\u00f6here Pendlerpauschale als Wahlgeschenke ohne gesamtwirtschaftlichen Nutzen kritisiert. Noch dazu wurden diese Entlastungen nur m\u00f6glich, weil die Bundesregierung finanzielle Spielr\u00e4ume im eigentlichen Haushalt dadurch schaffte, dass sie Ausgaben f\u00fcr Infrastruktur in das neue schuldenfinanzierte \u201eSonderverm\u00f6gen\u201c verschob und auch bei den Verteidigungsausgaben nicht mehr auf die Schuldenbremse achten muss.Konkrete Sparvorschl\u00e4ge fehlten zu Beginn der Debatte \u00fcber den 2026er-Haushalt auf beiden Seiten. Auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) belie\u00df es bei allgemeinen Warnungen. Mutige und teils unbequeme Entscheidungen st\u00fcnden an. \u201eDas d\u00fcrfen keine kleinen Trippelschritte sein, sondern es m\u00fcssen gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen sein\u201c, sagte er. Schlie\u00dflich drohe eine \u201estrukturelle Schieflage\u201c von mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr 2027. Um 30 Milliarden Euro \u00fcbersteigen nach der aktuellen Planung die Ausgaben die Einnahmen im \u00fcbern\u00e4chsten Jahr.\u201eEs wird anstrengend, es wird herausfordernd\u201c, sagte der Vizekanzler und SPD-Chef. \u201eIch bin mir aber sicher, die Menschen in unserem Land sp\u00fcren l\u00e4ngst, dass wir weitreichende Ver\u00e4nderungen brauchen und dass durchmogeln oder z\u00f6gern oder zur\u00fccklehnen nicht funktionieren wird.\u201c Wobei gerade die Vertreter der Opposition gro\u00dfe Zweifel \u00e4u\u00dferten, ob es auch diese Bundesregierung nicht mit \u201edurchmogeln\u201c versuchen wird. Der AfD-Haush\u00e4lter Michael Espendiller prophezeite, das Land werde bei dieser Haushaltsf\u00fchrung \u201ein eine nicht endende Schuldenspirale eintreten, deren Zinszahlungen uns und k\u00fcnftige Generationen erdr\u00fccken werden\u201c. Der Linken-Haushaltsexperte Dietmar Bartsch begr\u00fc\u00dfte zwar, dass der Etatentwurf hohe neue Investitionen vorsehe. Allerdings offenbare der Entwurf die falschen Priorit\u00e4ten, kritisierte Bartsch. \u201eEs gibt nur eines, was bei Ihnen schneller w\u00e4chst als die R\u00fcstungsausgaben, das sind die Schulden.\u201cDer oberste Gr\u00fcnen-Haush\u00e4lter Sebastian Sch\u00e4fer warf der Regierung aus Union und SPD Konzeptlosigkeit vor. \u201eSonntagsreden, Kommissionen, Widerspr\u00fcche in der Koalition: Bisher vor allem Bullshit und nichts Konkretes\u201c, kritisierte er die Arbeit der Regierung. Sch\u00e4fer forderte mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Haushaltspolitik.Geplante Ausgaben von 630 Milliarden EuroIm n\u00e4chsten Jahr m\u00f6chte Klingbeil mehr Geld ausgeben als in diesem: Konkret sollen es nach 502,5 Milliarden Euro im n\u00e4chsten Jahr 520,5 Milliarden Euro sein. Hinzu kommen Ausgaben aus schuldenfinanzierten Sondert\u00f6pfen f\u00fcr die Infrastruktur (48,9 Milliarden Euro), die Bundeswehr (25,5 Milliarden Euro) und das Klima (35,7 Milliarden Euro). Insgesamt addieren sich die geplanten Ausgaben im kommenden Jahr auf 630,6 Milliarden Euro.Dies sieht nicht nur die Opposition, sondern das sehen auch die Experten des Bundesrechnungshofs, der h\u00f6chsten beh\u00f6rdlichen Pr\u00fcfinstanz des Bundeshaushalts, \u00fcberaus kritisch. Staatliche Kernaufgaben k\u00f6nnten dauerhaft nicht mehr aus den Einnahmen finanziert werden, hei\u00dft es in einem in der Vorwoche ver\u00f6ffentlichten Gutachten. \u201eVielmehr lebt der Bund strukturell \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse.\u201c Wer plane, fast jeden dritten Euro \u201eauf Pump\u201c zu finanzieren, sei von einer soliden Finanzwirtschaft weit entfernt. Es bestehe die Gefahr einer Schuldenspirale. Die Pr\u00fcfer verlangten gr\u00f6\u00dfere Sparanstrengungen von Klingbeil und den anderen Ministern der schwarz-roten Regierung.Die ersten Konflikte zwischen dem SPD-Finanzminister und CDU-Ministern traten in den vergangenen Tagen bereits zutage. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mehr Geld und warnt vor einer nochmaligen Erh\u00f6hung von Zusatzbeitr\u00e4gen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verlangt Geld nicht nur f\u00fcr die Sanierung bestehender Stra\u00dfen und Br\u00fccken, sondern auch f\u00fcr den Neubau. Das Verkehrsministerium sieht f\u00fcr Autobahnen und Bundesstra\u00dfen f\u00fcr den Zeitraum 2026 bis 2029 ein Defizit von rund 15 Milliarden Euro. F\u00fcr zahlreiche Projekte bei den Bundesfernstra\u00dfen, f\u00fcr die bis 2029 Baurecht erwartet wird, k\u00f6nne auf Basis der aktuellen Finanzplanung keine Freigabe erteilt werden. Das betrifft etwa L\u00fcckenschl\u00fcsse von Autobahnen oder Umgehungsstra\u00dfen. Klingbeil hatte Schnieder dagegen in einem Brief mit der eher k\u00fchlen Anrede \u201eSehr geehrter Herr Kollege\u201c deutlich gemacht, dass dieser die ihm zugeteilten Mittel effektiv einsetzen m\u00fcsse. Klingbeil lehnte milliardenschwere Mehrforderungen ab. Diese Zurechtweisung will Schnieder allerdings nicht akzeptieren. Daran lie\u00df der Verkehrsminister bei der Einbringung seines Etats in die Debatte keinen Zweifel. \u201eIch begr\u00fc\u00dfe es, dass wir im parlamentarischen Verfahren \u00fcber diese Dinge sprechen werde\u201c, sagte er. Die Debatte \u00fcber Schulden, L\u00fccken und Steuereinnahmen hat gerade erst begonnen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. 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Anders als beim versp\u00e4teten und gerade erst beschlossenen Zahlenwerk f\u00fcr 2025 haben die Parlamentarier jetzt wieder sehr viel mehr Zeit, sich die geplanten Ausgaben jedes einzelnen Ministeriums genau anzuschauen. Die entscheidende Sitzung des Haushaltsausschusses, die sogenannte Bereinigungssitzung, ist erst f\u00fcr Mitte November angesetzt. Endlich ist die Haushaltsaufstellung wieder in der Reihe nach dem Ampel-Bruch vor mehr als zehn Monaten.Das gilt allerdings nur f\u00fcr den Zeitplan. Der Auftakt der Beratungen im Bundestag machte deutlich, dass inhaltlich beim Bundeshaushalt wenig in der Reihe ist. Es geht um viel Geld, das der Bund trotz Rekordschulden nicht hat \u2013 schon im Jahr 2026 nicht und erst recht nicht in den Jahren danach. Die Regierungspartner von CDU\/CSU und SPD sind sich nicht einig dar\u00fcber, wie mit Schulden, L\u00fccken und Steuereinnahmen umgegangen werden soll. Doch immerhin nimmt die dringend notwendige Diskussion dar\u00fcber endlich Fahrt auf \u2013 wenn auch mit vertauschten Rollen. Nicht die Union, die bei vielen W\u00e4hlern f\u00fcr Wirtschaftskompetenz steht, ermahnte die Sozialdemokraten, denen ein Hang zum Schuldenmachen nachgesagt wird, zum Sparen \u2013 sondern umgekehrt. \u201eTeile der Union in Fraktion und Regierung sind Weltmeister im Geldausgeben und Kreisliga bei der Haushaltsdisziplin\u201c, sagte SPD-Chefhaush\u00e4lter Thorsten Rudolph. Wer heute noch Milliarden-Forderungen aufstelle, m\u00fcsse auch sagen, wie er sie finanzieren wolle. Als Beispiele nannte er f\u00fcnf Milliarden Euro f\u00fcr eine Stromsteuersenkung, zwei Milliarden Euro Zuschuss f\u00fcr die Pflegekasse, zehn Milliarden Euro f\u00fcr das Gesundheitssystem, 15 Milliarden Euro f\u00fcr den Neubau von Stra\u00dfen.Dagegen verteidigte CDU-Chefhaush\u00e4lter Christian Haase in der Debatte die geplanten Entlastungen f\u00fcr \u201eMenschen und Wirtschaft\u201c. Er erw\u00e4hnte unter anderem die \u00dcbernahme der EEG-Umlage, den Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten der \u00dcbertragungsnetzbetreiber, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie, die Erh\u00f6hung der Pendlerpauschale auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. \u201eDas gesamte Paket macht 40 Milliarden Euro aus\u201c, sagte Haase. Diese Leistung d\u00fcrfe man nicht runter reden. \u00d6konomen hatten vor allem die von der CSU durchgesetzte Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie und die h\u00f6here Pendlerpauschale als Wahlgeschenke ohne gesamtwirtschaftlichen Nutzen kritisiert. Noch dazu wurden diese Entlastungen nur m\u00f6glich, weil die Bundesregierung finanzielle Spielr\u00e4ume im eigentlichen Haushalt dadurch schaffte, dass sie Ausgaben f\u00fcr Infrastruktur in das neue schuldenfinanzierte \u201eSonderverm\u00f6gen\u201c verschob und auch bei den Verteidigungsausgaben nicht mehr auf die Schuldenbremse achten muss.Konkrete Sparvorschl\u00e4ge fehlten zu Beginn der Debatte \u00fcber den 2026er-Haushalt auf beiden Seiten. Auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) belie\u00df es bei allgemeinen Warnungen. Mutige und teils unbequeme Entscheidungen st\u00fcnden an. \u201eDas d\u00fcrfen keine kleinen Trippelschritte sein, sondern es m\u00fcssen gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen sein\u201c, sagte er. Schlie\u00dflich drohe eine \u201estrukturelle Schieflage\u201c von mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr 2027. Um 30 Milliarden Euro \u00fcbersteigen nach der aktuellen Planung die Ausgaben die Einnahmen im \u00fcbern\u00e4chsten Jahr.\u201eEs wird anstrengend, es wird herausfordernd\u201c, sagte der Vizekanzler und SPD-Chef. \u201eIch bin mir aber sicher, die Menschen in unserem Land sp\u00fcren l\u00e4ngst, dass wir weitreichende Ver\u00e4nderungen brauchen und dass durchmogeln oder z\u00f6gern oder zur\u00fccklehnen nicht funktionieren wird.\u201c Wobei gerade die Vertreter der Opposition gro\u00dfe Zweifel \u00e4u\u00dferten, ob es auch diese Bundesregierung nicht mit \u201edurchmogeln\u201c versuchen wird. Der AfD-Haush\u00e4lter Michael Espendiller prophezeite, das Land werde bei dieser Haushaltsf\u00fchrung \u201ein eine nicht endende Schuldenspirale eintreten, deren Zinszahlungen uns und k\u00fcnftige Generationen erdr\u00fccken werden\u201c. Der Linken-Haushaltsexperte Dietmar Bartsch begr\u00fc\u00dfte zwar, dass der Etatentwurf hohe neue Investitionen vorsehe. Allerdings offenbare der Entwurf die falschen Priorit\u00e4ten, kritisierte Bartsch. \u201eEs gibt nur eines, was bei Ihnen schneller w\u00e4chst als die R\u00fcstungsausgaben, das sind die Schulden.\u201cDer oberste Gr\u00fcnen-Haush\u00e4lter Sebastian Sch\u00e4fer warf der Regierung aus Union und SPD Konzeptlosigkeit vor. \u201eSonntagsreden, Kommissionen, Widerspr\u00fcche in der Koalition: Bisher vor allem Bullshit und nichts Konkretes\u201c, kritisierte er die Arbeit der Regierung. Sch\u00e4fer forderte mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Haushaltspolitik.Geplante Ausgaben von 630 Milliarden EuroIm n\u00e4chsten Jahr m\u00f6chte Klingbeil mehr Geld ausgeben als in diesem: Konkret sollen es nach 502,5 Milliarden Euro im n\u00e4chsten Jahr 520,5 Milliarden Euro sein. Hinzu kommen Ausgaben aus schuldenfinanzierten Sondert\u00f6pfen f\u00fcr die Infrastruktur (48,9 Milliarden Euro), die Bundeswehr (25,5 Milliarden Euro) und das Klima (35,7 Milliarden Euro). Insgesamt addieren sich die geplanten Ausgaben im kommenden Jahr auf 630,6 Milliarden Euro.Dies sieht nicht nur die Opposition, sondern das sehen auch die Experten des Bundesrechnungshofs, der h\u00f6chsten beh\u00f6rdlichen Pr\u00fcfinstanz des Bundeshaushalts, \u00fcberaus kritisch. Staatliche Kernaufgaben k\u00f6nnten dauerhaft nicht mehr aus den Einnahmen finanziert werden, hei\u00dft es in einem in der Vorwoche ver\u00f6ffentlichten Gutachten. \u201eVielmehr lebt der Bund strukturell \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse.\u201c Wer plane, fast jeden dritten Euro \u201eauf Pump\u201c zu finanzieren, sei von einer soliden Finanzwirtschaft weit entfernt. Es bestehe die Gefahr einer Schuldenspirale. Die Pr\u00fcfer verlangten gr\u00f6\u00dfere Sparanstrengungen von Klingbeil und den anderen Ministern der schwarz-roten Regierung.Die ersten Konflikte zwischen dem SPD-Finanzminister und CDU-Ministern traten in den vergangenen Tagen bereits zutage. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mehr Geld und warnt vor einer nochmaligen Erh\u00f6hung von Zusatzbeitr\u00e4gen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verlangt Geld nicht nur f\u00fcr die Sanierung bestehender Stra\u00dfen und Br\u00fccken, sondern auch f\u00fcr den Neubau. Das Verkehrsministerium sieht f\u00fcr Autobahnen und Bundesstra\u00dfen f\u00fcr den Zeitraum 2026 bis 2029 ein Defizit von rund 15 Milliarden Euro. F\u00fcr zahlreiche Projekte bei den Bundesfernstra\u00dfen, f\u00fcr die bis 2029 Baurecht erwartet wird, k\u00f6nne auf Basis der aktuellen Finanzplanung keine Freigabe erteilt werden. Das betrifft etwa L\u00fcckenschl\u00fcsse von Autobahnen oder Umgehungsstra\u00dfen. Klingbeil hatte Schnieder dagegen in einem Brief mit der eher k\u00fchlen Anrede \u201eSehr geehrter Herr Kollege\u201c deutlich gemacht, dass dieser die ihm zugeteilten Mittel effektiv einsetzen m\u00fcsse. Klingbeil lehnte milliardenschwere Mehrforderungen ab. Diese Zurechtweisung will Schnieder allerdings nicht akzeptieren. Daran lie\u00df der Verkehrsminister bei der Einbringung seines Etats in die Debatte keinen Zweifel. \u201eIch begr\u00fc\u00dfe es, dass wir im parlamentarischen Verfahren \u00fcber diese Dinge sprechen werde\u201c, sagte er. Die Debatte \u00fcber Schulden, L\u00fccken und Steuereinnahmen hat gerade erst begonnen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/teile-der-union-sind-weltmeister-im-geldausgeben-sagt-der-spd-chefhaushalter\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/teile-der-union-sind-weltmeister-im-geldausgeben-sagt-der-spd-chefhaushalter\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/teile-der-union-sind-weltmeister-im-geldausgeben-sagt-der-spd-chefhaushalter\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/german-parliament-discusses-2026-budget-in-berlin.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/german-parliament-discusses-2026-budget-in-berlin.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/teile-der-union-sind-weltmeister-im-geldausgeben-sagt-der-spd-chefhaushalter\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"\u201eTeile der Union sind Weltmeister im Geldausgeben\u201c, sagt der SPD-Chefhaush\u00e4lter"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278291","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=278291"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278291\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":278298,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278291\/revisions\/278298"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/278292"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=278291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=278291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=278291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}