{"id":278283,"date":"2025-09-23T23:26:11","date_gmt":"2025-09-23T20:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/bahn-sanierung-nur-mit-grunen-gleisen-gewerkschaft-fordert-schutz-der-stahlindustrie\/"},"modified":"2025-09-23T23:26:46","modified_gmt":"2025-09-23T20:26:46","slug":"bahn-sanierung-nur-mit-grunen-gleisen-gewerkschaft-fordert-schutz-der-stahlindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/bahn-sanierung-nur-mit-grunen-gleisen-gewerkschaft-fordert-schutz-der-stahlindustrie\/","title":{"rendered":"Bahn-Sanierung nur mit \u201egr\u00fcnen\u201c Gleisen?\u00a0Gewerkschaft fordert Schutz der Stahlindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Noch stehen die Termine f\u00fcr die angek\u00fcndigten Stahl- und Autogipfel bei Bundeskanzler <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/friedrich-merz\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/friedrich-merz\/\">Friedrich Merz<\/a> (CDU) nicht fest. Aber die Forderungen von Unternehmen und Arbeitnehmern an die Politik werden bereits immer lauter. Nun verlangt die Gewerkschaft IG Metall eine deutliche Abschottung der hiesigen Industrie gegen\u00fcber der Konkurrenz aus dem Ausland \u2013 vor allem, um die Stahlhersteller zu sch\u00fctzen. <\/p>\n<p>\u201eDie Industrie ist im Krisenmodus\u201c, sagte J\u00fcrgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, auf einer Veranstaltung der Gewerkschaft in Berlin. Innerhalb eines Jahres seien 114.000 Besch\u00e4ftigte abgebaut worden. \u201eVor diesem Hintergrund treibt mich die Frage um: Kann Demokratie ohne Wachstum \u00fcberleben?\u201c <\/p>\n<p>Christiane Benner, die Vorsitzende der Gewerkschaft, stellte fest, dass sich die Stimmung in den Betrieben nicht ver\u00e4ndert habe seit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung. Es herrschten Zweifel an der Politik und dem Funktionieren der Demokratie. Statt drastischer Br\u00fcche, dem Verlust von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand wolle man lieber keine Experimente, sagte Kerner. \u201eDie Menschen erwarten L\u00f6sungen.\u201c<\/p>\n<h3>Angst vor Dumpingstahl aus China und Russland<\/h3>\n<p>Zu den L\u00f6sungen, die sich die Gewerkschaft w\u00fcnscht, z\u00e4hlen verl\u00e4ngerte Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Stahlindustrie. Bis Mitte kommenden Jahres gelten strenge Einfuhrbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Stahl in die EU. Die Diskussion \u00fcber m\u00f6gliche Regeln im Anschluss laufen. Von der Bundesregierung erwarte man nun ein \u201egemeinsames Auftreten in Richtung Handelsschutz\u201c, sagte Kerner. \u201eWenn wir keine wirksamen Mechanismen bekommen gegen Dumpingstahl aus China, Stahl aus Russland \u2013 den es nach wie vor gibt \u2013, dann m\u00fcssen wir die anderen Themen nicht mehr diskutieren.\u201c Dann sei die Industrie in Deutschland und Europa verloren. Auch Konzerne wie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68ce6b7c6199625f8c0f74d7\/Thyssenkrupp-Was-die-Inder-wirklich-mit-dem-deutschen-Stahl-wollen.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68ce6b7c6199625f8c0f74d7\/Thyssenkrupp-Was-die-Inder-wirklich-mit-dem-deutschen-Stahl-wollen.html\">Thyssenkrupp Steel<\/a> dr\u00e4ngen auf h\u00f6here Z\u00f6lle und Einfuhrquoten.<\/p>\n<p>Innerhalb der EU strebt die Gewerkschaft staatliche Auflagen an, die einheimische Produkte gegen\u00fcber importierten bevorzugen, sogenannte Local Content Klauseln. Diese Regeln k\u00f6nnten beispielsweise bei \u00f6ffentlichen Bauprojekten gelten, oder auch in der Autoindustrie, wo man chinesische Hersteller wie BYD dazu zwingen k\u00f6nnte, Zulieferteile aus Europa f\u00fcr ihre hier geplanten Montagewerke zu verwenden. <\/p>\n<p>Wenn aus dem Infrastruktur-Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung nun die Sanierung von Br\u00fccken oder Bahnstrecken finanziert werden, w\u00e4ren aus Sicht der IG Metall solche Local Content Vorgaben sinnvoll. \u201eWir haben keine einzige Produktion mehr f\u00fcr Gleise in Deutschland. Aber mit einem Zehn-Jahres-Paket k\u00f6nnte man so etwas wieder aufziehen und ,gr\u00fcne\u2018 Gleise produzieren\u201c, sagte Kerner mit Blick auf die Bahn-Sanierung. Die Bahn k\u00f6nnte mit CO\u2082-frei produziertem Stahl zugleich ihre gr\u00f6\u00dfte Nachhaltigkeits-Investition f\u00fcr Jahrzehnte schaffen.<\/p>\n<p>Aus der Politik gibt es Signale, dass solche Regelungen tats\u00e4chlich eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnten. Der \u00d6konom Jens S\u00fcdekum, pers\u00f6nlicher Berater von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), sagte, er \u201eh\u00e4tte keine Scheu\u201c vor Local Content Klauseln: \u201eSoweit ich wei\u00df, zahlen chinesische Stahlwerke nicht nach Tarif.\u201c <\/p>\n<p>Laut der Generaldirektorin der EU-Kommission f\u00fcr den Binnenmarkt, Kerstin Jorna, arbeitet die EU bereits an solchen Regeln. Bei \u00f6ffentlichen Bau-Ausschreibungen beispielsweise wolle man einen bestimmten Anteil des verwendeten Materials f\u00fcr in Europa produzierte Produkte vorbehalten. Die EU befinde sich in einer Zangenbewegung zwischen den USA und China, sagte Jorna. \u201eWenn man in der Zange ist, muss man seine Muskeln spielen lassen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den Autogipfel hatte die IG Metall vor zwei Wochen bereits zusammen mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) einen Forderungskatalog vorgelegt. In der Regierungskoalition allerdings versucht man, die Erwartungen an das Treffen herunterzuschrauben. Offiziell spricht man von einem \u201eAutodialog\u201c. Gro\u00dfe Subventionspakete wie einst zu Zeiten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sind wohl nicht zu erwarten. Damals war der \u201eUmweltbonus\u201c f\u00fcr den Kauf von E-Autos auf einem solchen Gipfel beschlossen worden. Jetzt hoffen Industrie und Gewerkschaft auf weitere Hilfen f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t, in die die Unternehmen bereits Milliarden investiert haben. <\/p>\n<p>Wie lange die Einigkeit mit den Arbeitgebern noch h\u00e4lt, ist nicht abzusehen. Kerner erntete Applaus von den 250 anwesenden Betriebsr\u00e4ten, als er sagte, die IG Metall m\u00fcsse \u201ewieder konfliktf\u00e4higer werden\u201c und der Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen m\u00fcsse wieder in den Vordergrund r\u00fccken. In Krisensituationen sei die Gewerkschaft immer zu Kompromissen bereit, sagte er sp\u00e4ter. \u201eWir erleben aber momentan auch Arbeitgeber, bei denen geht die Krisenstimmung los, wenn die Marge unter zehn Prozent f\u00e4llt. Wenn dann diskutiert wird, dass es Abbau und Verzicht geben muss \u2013 das ist aus unserer Sicht unanst\u00e4ndig.\u201c <\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>Business Insider<\/em><\/b><\/a><b><em> erstellt.<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-zwick\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-zwick\/\"><b><em>Daniel Zwick<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch stehen die Termine f\u00fcr die angek\u00fcndigten Stahl- und Autogipfel bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nicht fest. 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Kerner erntete Applaus von den 250 anwesenden Betriebsr\u00e4ten, als er sagte, die IG Metall m\u00fcsse \u201ewieder konfliktf\u00e4higer werden\u201c und der Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen m\u00fcsse wieder in den Vordergrund r\u00fccken. In Krisensituationen sei die Gewerkschaft immer zu Kompromissen bereit, sagte er sp\u00e4ter. \u201eWir erleben aber momentan auch Arbeitgeber, bei denen geht die Krisenstimmung los, wenn die Marge unter zehn Prozent f\u00e4llt. 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Auch Konzerne wie Thyssenkrupp Steel dr\u00e4ngen auf h\u00f6here Z\u00f6lle und Einfuhrquoten.Innerhalb der EU strebt die Gewerkschaft staatliche Auflagen an, die einheimische Produkte gegen\u00fcber importierten bevorzugen, sogenannte Local Content Klauseln. Diese Regeln k\u00f6nnten beispielsweise bei \u00f6ffentlichen Bauprojekten gelten, oder auch in der Autoindustrie, wo man chinesische Hersteller wie BYD dazu zwingen k\u00f6nnte, Zulieferteile aus Europa f\u00fcr ihre hier geplanten Montagewerke zu verwenden. Wenn aus dem Infrastruktur-Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung nun die Sanierung von Br\u00fccken oder Bahnstrecken finanziert werden, w\u00e4ren aus Sicht der IG Metall solche Local Content Vorgaben sinnvoll. \u201eWir haben keine einzige Produktion mehr f\u00fcr Gleise in Deutschland. Aber mit einem Zehn-Jahres-Paket k\u00f6nnte man so etwas wieder aufziehen und ,gr\u00fcne\u2018 Gleise produzieren\u201c, sagte Kerner mit Blick auf die Bahn-Sanierung. 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Kerner erntete Applaus von den 250 anwesenden Betriebsr\u00e4ten, als er sagte, die IG Metall m\u00fcsse \u201ewieder konfliktf\u00e4higer werden\u201c und der Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen m\u00fcsse wieder in den Vordergrund r\u00fccken. In Krisensituationen sei die Gewerkschaft immer zu Kompromissen bereit, sagte er sp\u00e4ter. \u201eWir erleben aber momentan auch Arbeitgeber, bei denen geht die Krisenstimmung los, wenn die Marge unter zehn Prozent f\u00e4llt. 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Aber die Forderungen von Unternehmen und Arbeitnehmern an die Politik werden bereits immer lauter. Nun verlangt die Gewerkschaft IG Metall eine deutliche Abschottung der hiesigen Industrie gegen\u00fcber der Konkurrenz aus dem Ausland \u2013 vor allem, um die Stahlhersteller zu sch\u00fctzen. \u201eDie Industrie ist im Krisenmodus\u201c, sagte J\u00fcrgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, auf einer Veranstaltung der Gewerkschaft in Berlin. Innerhalb eines Jahres seien 114.000 Besch\u00e4ftigte abgebaut worden. \u201eVor diesem Hintergrund treibt mich die Frage um: Kann Demokratie ohne Wachstum \u00fcberleben?\u201c Christiane Benner, die Vorsitzende der Gewerkschaft, stellte fest, dass sich die Stimmung in den Betrieben nicht ver\u00e4ndert habe seit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung. Es herrschten Zweifel an der Politik und dem Funktionieren der Demokratie. Statt drastischer Br\u00fcche, dem Verlust von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand wolle man lieber keine Experimente, sagte Kerner. \u201eDie Menschen erwarten L\u00f6sungen.\u201cAngst vor Dumpingstahl aus China und RusslandZu den L\u00f6sungen, die sich die Gewerkschaft w\u00fcnscht, z\u00e4hlen verl\u00e4ngerte Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Stahlindustrie. Bis Mitte kommenden Jahres gelten strenge Einfuhrbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Stahl in die EU. Die Diskussion \u00fcber m\u00f6gliche Regeln im Anschluss laufen. Von der Bundesregierung erwarte man nun ein \u201egemeinsames Auftreten in Richtung Handelsschutz\u201c, sagte Kerner. \u201eWenn wir keine wirksamen Mechanismen bekommen gegen Dumpingstahl aus China, Stahl aus Russland \u2013 den es nach wie vor gibt \u2013, dann m\u00fcssen wir die anderen Themen nicht mehr diskutieren.\u201c Dann sei die Industrie in Deutschland und Europa verloren. Auch Konzerne wie Thyssenkrupp Steel dr\u00e4ngen auf h\u00f6here Z\u00f6lle und Einfuhrquoten.Innerhalb der EU strebt die Gewerkschaft staatliche Auflagen an, die einheimische Produkte gegen\u00fcber importierten bevorzugen, sogenannte Local Content Klauseln. Diese Regeln k\u00f6nnten beispielsweise bei \u00f6ffentlichen Bauprojekten gelten, oder auch in der Autoindustrie, wo man chinesische Hersteller wie BYD dazu zwingen k\u00f6nnte, Zulieferteile aus Europa f\u00fcr ihre hier geplanten Montagewerke zu verwenden. Wenn aus dem Infrastruktur-Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung nun die Sanierung von Br\u00fccken oder Bahnstrecken finanziert werden, w\u00e4ren aus Sicht der IG Metall solche Local Content Vorgaben sinnvoll. \u201eWir haben keine einzige Produktion mehr f\u00fcr Gleise in Deutschland. Aber mit einem Zehn-Jahres-Paket k\u00f6nnte man so etwas wieder aufziehen und ,gr\u00fcne\u2018 Gleise produzieren\u201c, sagte Kerner mit Blick auf die Bahn-Sanierung. Die Bahn k\u00f6nnte mit CO\u2082-frei produziertem Stahl zugleich ihre gr\u00f6\u00dfte Nachhaltigkeits-Investition f\u00fcr Jahrzehnte schaffen.Aus der Politik gibt es Signale, dass solche Regelungen tats\u00e4chlich eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnten. Der \u00d6konom Jens S\u00fcdekum, pers\u00f6nlicher Berater von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), sagte, er \u201eh\u00e4tte keine Scheu\u201c vor Local Content Klauseln: \u201eSoweit ich wei\u00df, zahlen chinesische Stahlwerke nicht nach Tarif.\u201c Laut der Generaldirektorin der EU-Kommission f\u00fcr den Binnenmarkt, Kerstin Jorna, arbeitet die EU bereits an solchen Regeln. Bei \u00f6ffentlichen Bau-Ausschreibungen beispielsweise wolle man einen bestimmten Anteil des verwendeten Materials f\u00fcr in Europa produzierte Produkte vorbehalten. Die EU befinde sich in einer Zangenbewegung zwischen den USA und China, sagte Jorna. \u201eWenn man in der Zange ist, muss man seine Muskeln spielen lassen.\u201cF\u00fcr den Autogipfel hatte die IG Metall vor zwei Wochen bereits zusammen mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) einen Forderungskatalog vorgelegt. In der Regierungskoalition allerdings versucht man, die Erwartungen an das Treffen herunterzuschrauben. Offiziell spricht man von einem \u201eAutodialog\u201c. Gro\u00dfe Subventionspakete wie einst zu Zeiten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sind wohl nicht zu erwarten. Damals war der \u201eUmweltbonus\u201c f\u00fcr den Kauf von E-Autos auf einem solchen Gipfel beschlossen worden. Jetzt hoffen Industrie und Gewerkschaft auf weitere Hilfen f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t, in die die Unternehmen bereits Milliarden investiert haben. Wie lange die Einigkeit mit den Arbeitgebern noch h\u00e4lt, ist nicht abzusehen. 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Statt drastischer Br\u00fcche, dem Verlust von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand wolle man lieber keine Experimente, sagte Kerner. \u201eDie Menschen erwarten L\u00f6sungen.\u201cAngst vor Dumpingstahl aus China und RusslandZu den L\u00f6sungen, die sich die Gewerkschaft w\u00fcnscht, z\u00e4hlen verl\u00e4ngerte Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Stahlindustrie. Bis Mitte kommenden Jahres gelten strenge Einfuhrbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Stahl in die EU. Die Diskussion \u00fcber m\u00f6gliche Regeln im Anschluss laufen. Von der Bundesregierung erwarte man nun ein \u201egemeinsames Auftreten in Richtung Handelsschutz\u201c, sagte Kerner. \u201eWenn wir keine wirksamen Mechanismen bekommen gegen Dumpingstahl aus China, Stahl aus Russland \u2013 den es nach wie vor gibt \u2013, dann m\u00fcssen wir die anderen Themen nicht mehr diskutieren.\u201c Dann sei die Industrie in Deutschland und Europa verloren. Auch Konzerne wie Thyssenkrupp Steel dr\u00e4ngen auf h\u00f6here Z\u00f6lle und Einfuhrquoten.Innerhalb der EU strebt die Gewerkschaft staatliche Auflagen an, die einheimische Produkte gegen\u00fcber importierten bevorzugen, sogenannte Local Content Klauseln. Diese Regeln k\u00f6nnten beispielsweise bei \u00f6ffentlichen Bauprojekten gelten, oder auch in der Autoindustrie, wo man chinesische Hersteller wie BYD dazu zwingen k\u00f6nnte, Zulieferteile aus Europa f\u00fcr ihre hier geplanten Montagewerke zu verwenden. Wenn aus dem Infrastruktur-Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung nun die Sanierung von Br\u00fccken oder Bahnstrecken finanziert werden, w\u00e4ren aus Sicht der IG Metall solche Local Content Vorgaben sinnvoll. \u201eWir haben keine einzige Produktion mehr f\u00fcr Gleise in Deutschland. Aber mit einem Zehn-Jahres-Paket k\u00f6nnte man so etwas wieder aufziehen und ,gr\u00fcne\u2018 Gleise produzieren\u201c, sagte Kerner mit Blick auf die Bahn-Sanierung. 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Die EU befinde sich in einer Zangenbewegung zwischen den USA und China, sagte Jorna. \u201eWenn man in der Zange ist, muss man seine Muskeln spielen lassen.\u201cF\u00fcr den Autogipfel hatte die IG Metall vor zwei Wochen bereits zusammen mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) einen Forderungskatalog vorgelegt. In der Regierungskoalition allerdings versucht man, die Erwartungen an das Treffen herunterzuschrauben. Offiziell spricht man von einem \u201eAutodialog\u201c. Gro\u00dfe Subventionspakete wie einst zu Zeiten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sind wohl nicht zu erwarten. Damals war der \u201eUmweltbonus\u201c f\u00fcr den Kauf von E-Autos auf einem solchen Gipfel beschlossen worden. Jetzt hoffen Industrie und Gewerkschaft auf weitere Hilfen f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t, in die die Unternehmen bereits Milliarden investiert haben. Wie lange die Einigkeit mit den Arbeitgebern noch h\u00e4lt, ist nicht abzusehen. 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Auch Konzerne wie Thyssenkrupp Steel dr\u00e4ngen auf h\u00f6here Z\u00f6lle und Einfuhrquoten.Innerhalb der EU strebt die Gewerkschaft staatliche Auflagen an, die einheimische Produkte gegen\u00fcber importierten bevorzugen, sogenannte Local Content Klauseln. Diese Regeln k\u00f6nnten beispielsweise bei \u00f6ffentlichen Bauprojekten gelten, oder auch in der Autoindustrie, wo man chinesische Hersteller wie BYD dazu zwingen k\u00f6nnte, Zulieferteile aus Europa f\u00fcr ihre hier geplanten Montagewerke zu verwenden. Wenn aus dem Infrastruktur-Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung nun die Sanierung von Br\u00fccken oder Bahnstrecken finanziert werden, w\u00e4ren aus Sicht der IG Metall solche Local Content Vorgaben sinnvoll. \u201eWir haben keine einzige Produktion mehr f\u00fcr Gleise in Deutschland. Aber mit einem Zehn-Jahres-Paket k\u00f6nnte man so etwas wieder aufziehen und ,gr\u00fcne\u2018 Gleise produzieren\u201c, sagte Kerner mit Blick auf die Bahn-Sanierung. Die Bahn k\u00f6nnte mit CO\u2082-frei produziertem Stahl zugleich ihre gr\u00f6\u00dfte Nachhaltigkeits-Investition f\u00fcr Jahrzehnte schaffen.Aus der Politik gibt es Signale, dass solche Regelungen tats\u00e4chlich eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnten. Der \u00d6konom Jens S\u00fcdekum, pers\u00f6nlicher Berater von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), sagte, er \u201eh\u00e4tte keine Scheu\u201c vor Local Content Klauseln: \u201eSoweit ich wei\u00df, zahlen chinesische Stahlwerke nicht nach Tarif.\u201c Laut der Generaldirektorin der EU-Kommission f\u00fcr den Binnenmarkt, Kerstin Jorna, arbeitet die EU bereits an solchen Regeln. Bei \u00f6ffentlichen Bau-Ausschreibungen beispielsweise wolle man einen bestimmten Anteil des verwendeten Materials f\u00fcr in Europa produzierte Produkte vorbehalten. Die EU befinde sich in einer Zangenbewegung zwischen den USA und China, sagte Jorna. \u201eWenn man in der Zange ist, muss man seine Muskeln spielen lassen.\u201cF\u00fcr den Autogipfel hatte die IG Metall vor zwei Wochen bereits zusammen mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) einen Forderungskatalog vorgelegt. In der Regierungskoalition allerdings versucht man, die Erwartungen an das Treffen herunterzuschrauben. Offiziell spricht man von einem \u201eAutodialog\u201c. Gro\u00dfe Subventionspakete wie einst zu Zeiten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sind wohl nicht zu erwarten. Damals war der \u201eUmweltbonus\u201c f\u00fcr den Kauf von E-Autos auf einem solchen Gipfel beschlossen worden. Jetzt hoffen Industrie und Gewerkschaft auf weitere Hilfen f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t, in die die Unternehmen bereits Milliarden investiert haben. Wie lange die Einigkeit mit den Arbeitgebern noch h\u00e4lt, ist nicht abzusehen. Kerner erntete Applaus von den 250 anwesenden Betriebsr\u00e4ten, als er sagte, die IG Metall m\u00fcsse \u201ewieder konfliktf\u00e4higer werden\u201c und der Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen m\u00fcsse wieder in den Vordergrund r\u00fccken. In Krisensituationen sei die Gewerkschaft immer zu Kompromissen bereit, sagte er sp\u00e4ter. \u201eWir erleben aber momentan auch Arbeitgeber, bei denen geht die Krisenstimmung los, wenn die Marge unter zehn Prozent f\u00e4llt. 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Statt drastischer Br\u00fcche, dem Verlust von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand wolle man lieber keine Experimente, sagte Kerner. \u201eDie Menschen erwarten L\u00f6sungen.\u201cAngst vor Dumpingstahl aus China und RusslandZu den L\u00f6sungen, die sich die Gewerkschaft w\u00fcnscht, z\u00e4hlen verl\u00e4ngerte Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Stahlindustrie. Bis Mitte kommenden Jahres gelten strenge Einfuhrbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Stahl in die EU. Die Diskussion \u00fcber m\u00f6gliche Regeln im Anschluss laufen. Von der Bundesregierung erwarte man nun ein \u201egemeinsames Auftreten in Richtung Handelsschutz\u201c, sagte Kerner. \u201eWenn wir keine wirksamen Mechanismen bekommen gegen Dumpingstahl aus China, Stahl aus Russland \u2013 den es nach wie vor gibt \u2013, dann m\u00fcssen wir die anderen Themen nicht mehr diskutieren.\u201c Dann sei die Industrie in Deutschland und Europa verloren. 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Die Bahn k\u00f6nnte mit CO\u2082-frei produziertem Stahl zugleich ihre gr\u00f6\u00dfte Nachhaltigkeits-Investition f\u00fcr Jahrzehnte schaffen.Aus der Politik gibt es Signale, dass solche Regelungen tats\u00e4chlich eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnten. Der \u00d6konom Jens S\u00fcdekum, pers\u00f6nlicher Berater von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), sagte, er \u201eh\u00e4tte keine Scheu\u201c vor Local Content Klauseln: \u201eSoweit ich wei\u00df, zahlen chinesische Stahlwerke nicht nach Tarif.\u201c Laut der Generaldirektorin der EU-Kommission f\u00fcr den Binnenmarkt, Kerstin Jorna, arbeitet die EU bereits an solchen Regeln. Bei \u00f6ffentlichen Bau-Ausschreibungen beispielsweise wolle man einen bestimmten Anteil des verwendeten Materials f\u00fcr in Europa produzierte Produkte vorbehalten. Die EU befinde sich in einer Zangenbewegung zwischen den USA und China, sagte Jorna. \u201eWenn man in der Zange ist, muss man seine Muskeln spielen lassen.\u201cF\u00fcr den Autogipfel hatte die IG Metall vor zwei Wochen bereits zusammen mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) einen Forderungskatalog vorgelegt. In der Regierungskoalition allerdings versucht man, die Erwartungen an das Treffen herunterzuschrauben. Offiziell spricht man von einem \u201eAutodialog\u201c. Gro\u00dfe Subventionspakete wie einst zu Zeiten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sind wohl nicht zu erwarten. Damals war der \u201eUmweltbonus\u201c f\u00fcr den Kauf von E-Autos auf einem solchen Gipfel beschlossen worden. Jetzt hoffen Industrie und Gewerkschaft auf weitere Hilfen f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t, in die die Unternehmen bereits Milliarden investiert haben. Wie lange die Einigkeit mit den Arbeitgebern noch h\u00e4lt, ist nicht abzusehen. Kerner erntete Applaus von den 250 anwesenden Betriebsr\u00e4ten, als er sagte, die IG Metall m\u00fcsse \u201ewieder konfliktf\u00e4higer werden\u201c und der Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen m\u00fcsse wieder in den Vordergrund r\u00fccken. In Krisensituationen sei die Gewerkschaft immer zu Kompromissen bereit, sagte er sp\u00e4ter. \u201eWir erleben aber momentan auch Arbeitgeber, bei denen geht die Krisenstimmung los, wenn die Marge unter zehn Prozent f\u00e4llt. Wenn dann diskutiert wird, dass es Abbau und Verzicht geben muss \u2013 das ist aus unserer Sicht unanst\u00e4ndig.\u201c Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/bahn-sanierung-nur-mit-grunen-gleisen-gewerkschaft-fordert-schutz-der-stahlindustrie\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/bahn-sanierung-nur-mit-grunen-gleisen-gewerkschaft-fordert-schutz-der-stahlindustrie\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/bahn-sanierung-nur-mit-grunen-gleisen-gewerkschaft-fordert-schutz-der-stahlindustrie\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/stahlbeschaeftigte-von-arcelormittal-demonstrieren.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/stahlbeschaeftigte-von-arcelormittal-demonstrieren.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/bahn-sanierung-nur-mit-grunen-gleisen-gewerkschaft-fordert-schutz-der-stahlindustrie\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Bahn-Sanierung nur mit \u201egr\u00fcnen\u201c Gleisen?\u00a0Gewerkschaft fordert Schutz der Stahlindustrie"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278283","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=278283"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278283\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":278290,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278283\/revisions\/278290"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/278284"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=278283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=278283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=278283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}