{"id":276446,"date":"2025-09-19T07:26:08","date_gmt":"2025-09-19T04:26:08","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/"},"modified":"2025-09-19T07:26:43","modified_gmt":"2025-09-19T04:26:43","slug":"kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/","title":{"rendered":"Kommen die Klugen jetzt zu uns? \u201eDas ist eine Chance f\u00fcr Europa\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Pol Antr\u00e0s sitzt in einer Cafeteria an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Gerade hat der geb\u00fcrtige Spanier einen Vortrag auf der Jahrestagung des Vereins f\u00fcr Socialpolitik gehalten, der wichtigsten \u00d6konomen-Vereinigung in Deutschland. Der Blick aus dem Fenster geht auf eine Baustelle und Containerbauten, in denen Teile der Universit\u00e4t untergebracht sind. Antr\u00e0s lehrt und forscht seit mehr als 20 Jahren an der Harvard University in den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/usa-politik\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/usa-politik\/\">USA<\/a>. Die Uni fechtet gerade einen Konflikt mit der Regierung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump aus, die ihr Forschungsgelder in H\u00f6he von mehr als zwei Milliarden Dollar streichen will.   <\/p>\n<p><b>WELT<\/b>: Herr Antr\u00e0s, f\u00fchlen Sie sich als in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/europaeische-union\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/europaeische-union\/\">Europa <\/a>geborener Wissenschaftler in den USA und an der Harvard University noch wohl?<\/p>\n<p><b>Pol Antr\u00e0s<\/b>: Es ist ein gemischtes Gef\u00fchl. Ich bin erst im April US-Staatsb\u00fcrger geworden \u2013 ausgerechnet zu einer Zeit, in der meine pers\u00f6nliche Zuneigung zu den Vereinigten Staaten nicht gerade auf ihrem H\u00f6hepunkt war. Mein Arbeitgeber steht unter starkem Beschuss durch die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68b8ca9401ad191d1ad5e8a8\/elite-uni-harvard-richterin-stoppt-trumps-kuerzungen-ein-ideologisch-motivierter-angriff.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68b8ca9401ad191d1ad5e8a8\/elite-uni-harvard-richterin-stoppt-trumps-kuerzungen-ein-ideologisch-motivierter-angriff.html\">Trump-Administration<\/a>. Ich finde, Harvard hat bislang bewundernswert reagiert. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein, mehr noch als fr\u00fcher.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Sp\u00fcren Sie selbst die Folgen der Attacken von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/\">Donald Trump<\/a> auf die Universit\u00e4t?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s:<\/b> Meine Arbeit ist dadurch nicht direkt beeintr\u00e4chtigt. Die Universit\u00e4t hat zwar finanzielle Zw\u00e4nge, hat aber die Geh\u00e4lter nicht gek\u00fcrzt. Meine Hauptsorge gilt den Studierenden. Die meisten meiner Studierenden sind im Ausland geboren, viele sind Chinesen. Einige sind diesen Sommer nicht nach Hause gefahren, aus Angst, nicht wieder in die USA einreisen zu k\u00f6nnen. Die Unsicherheit ist sehr gro\u00df.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> K\u00f6nnte diese Entwicklung dazu f\u00fchren, dass Wissenschaftler in Richtung Europa abwandern?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s:<\/b> Das ist eine Chance f\u00fcr Europa. Viele brillante junge K\u00f6pfe werden z\u00f6gern, in die USA zu kommen. Wer sie anziehen kann, ist k\u00fcnftig gut positioniert. Europa w\u00fcrde schon profitieren, wenn es seine eigenen Talente halten kann, statt sie ins Silicon Valley zu verlieren. Es ist ein angenehmer Ort zum Leben. Aber Europa hat auch Nachteile, vor allem weniger verf\u00fcgbares Kapital und mehr Regulierung als die USA. Erlauben es die Regeln der EU, dass hier das n\u00e4chste Google entsteht? Ich habe meine Zweifel. Auch f\u00fcr die Biotech-Branche ist das Umfeld schwierig, trotz Europas St\u00e4rke in der Pharmaindustrie. Und bei der Migration geht es nicht nur darum, eigene Leute in Deutschland zu halten. Ein Land, das ein Innovationszentrum sein will, muss Chinesen, Iraner, Russen \u2013 alle \u2013 willkommen hei\u00dfen. Politisch ist das derzeit schwierig.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Das ist auch in den USA schwierig. Trump setzt zunehmend auf Abschottung \u2013 bei der Migration und bei den Z\u00f6llen. Welche Folgen hat das f\u00fcr die Weltwirtschaft?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s<\/b>: In Trumps erster Amtszeit dachten viele, die Z\u00f6lle seien nur Verhandlungstaktik. Inzwischen ist klar, dass er dem Protektionismus verpflichtet ist. Er glaubt, die USA k\u00f6nnten 15 Prozent Zoll durchsetzen, ohne dass die anderen Handelspartner etwas dagegensetzen. Damit hat er bisher weitgehend recht behalten \u2013 ein Gewinn f\u00fcr die USA. Andererseits wird er sein Ziel, die Produktion in die USA zur\u00fcckzuholen, damit wohl nicht erreichen. Die 15 Prozent werden nicht reichen, um die Kostenvorteile anderer L\u00e4nder bei Halbleitern, Batterien oder E-Autos auszugleichen. Sie treffen eher Sektoren wie den europ\u00e4ischen Wein \u2013 da steigen Preise einfach. Selbst wenn Fabriken in die USA zur\u00fcckkommen, sind sie hochautomatisiert; die Jobs kommen damit nicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie sollte Europa auf Trumps Z\u00f6lle reagieren?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s<\/b>: Schon im Dezember habe ich argumentiert, Europa solle nicht mit Vergeltungsz\u00f6llen antworten. Das Ausbleiben der Vergeltung hatte dann nichts mit der Verteidigung des Freihandels zu tun, sondern mit der Ukraine. Das \u00e4rgerte die Leute, mich auch. In der Situation liegt aber eine Chance f\u00fcr Europa: Auch wenn die USA protektionistisch werden und den Handel erschweren, bleibt die Nachfrage nach globalen Wertsch\u00f6pfungsketten bestehen. Europa sollte sich als verl\u00e4ssliche Alternative pr\u00e4sentieren, mit der Einladung an Unternehmen, Teile ihrer Wertsch\u00f6pfung hier anzusiedeln. Dem Risiko, dass China die M\u00e4rkte beispielsweise mit E\u2011Autos flutet, weil der US\u2011Markt blockiert ist, kann man mit anderen Ma\u00dfnahmen als Z\u00f6llen begegnen. Dialog kann mehr erreichen als Drohungen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Europa sollte also die WTO-Regeln weiter hochhalten?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s:<\/b> Ja, trotz der politischen Schwierigkeiten. Europa hat nicht die geopolitische Schlagkraft, um allein die Einhaltung zu erzwingen. Aber Kurs zu halten, k\u00f6nnte die Kosten dieser politischen Phase minimieren, durch die wir gerade gehen. Am Ende w\u00fcrde Europa als glaubw\u00fcrdiger H\u00fcter der regelbasierten Ordnung dastehen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Sie betonen die Bedeutung von gro\u00dfen multinationalen Konzernen f\u00fcr die Wirtschaft in den USA. Mehr als die H\u00e4lfte der Industriejobs h\u00e4ngt beispielsweise von ihnen ab. Ver\u00e4ndert Trumps Politik diese Struktur?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s:<\/b> Kurz gesagt: nein. Diese Regierung zielt nicht darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen gegen\u00fcber gro\u00dfen zu st\u00e4rken. Man k\u00f6nnte sagen, Protektionismus schade den gro\u00dfen Firmen, die globale Wertsch\u00f6pfungsketten aufgebaut haben. In der Realit\u00e4t sind gro\u00dfe Unternehmen aber besser darin, Ausnahmen und Schlupfl\u00f6cher zu nutzen \u2013 genau wie bei der internationalen Besteuerung. Sie haben die Mittel, sich durch politische Einflussnahme zu sch\u00fctzen. Kleine und mittlere Unternehmen sind die Verlierer dieser Politik. <\/p>\n<h3>Staatsbeteiligung an Intel<\/h3>\n<p><b>WELT:<\/b> Trump hat nun sogar eine Staatsbeteiligung an Intel gekauft. F\u00e4llt Ihnen daf\u00fcr eine sinnvolle Begr\u00fcndung ein?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s:<\/b> Ich halte das f\u00fcr eine gef\u00e4hrliche Idee. Wenn der Staat sich in Unternehmen einkauft, um an Gewinnen beteiligt zu sein, stellt sich sofort die Frage: Warum nur zehn Prozent? Warum nicht gleich die Mehrheit? Staatseigentum rechtfertigt man \u00fcblicherweise mit \u00f6ffentlichen G\u00fctern oder fehlenden M\u00e4rkten, aber nicht damit, an Unternehmensgewinnen teilzuhaben. Damit begeben wir uns auf eine schiefe Ebene \u2013 hin zu einem staatlich gelenkten Kapitalismus, der weder effizient noch demokratisch ist.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Europa ist den USA in den vergangenen Jahren bei der Industriepolitik gefolgt, nach dem Inflation Reduction Act von Joe Biden. Wird es auch nun auch bei Verstaatlichungen mitziehen?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s:<\/b> Nein, das glaube ich nicht. Es gibt in Europa durchaus ein Interesse an aktiver Industriepolitik \u2013 und in einigen Bereichen ist das auch sinnvoll. Aber sie muss ma\u00dfvoll und strategisch erfolgen, nicht ideologisch oder kopflos. Europa hat andere Voraussetzungen als die USA, einige Sektoren brauchen hier tats\u00e4chlich Unterst\u00fctzung. Daf\u00fcr hat Mario Draghi im vergangenen Jahr die Vorlage geliefert. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Es geht in dem Bericht des fr\u00fcheren EZB-Pr\u00e4sidenten vor allem um den R\u00fcckstand Europas im IT-Bereich und bei der Produktivit\u00e4t. Kann Europa wieder aufschlie\u00dfen zu den USA?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s:<\/b> Einen Versuch ist es wert, der Erfolg ist aber nicht garantiert. Das Silicon Valley ist nicht entstanden, weil es in Kalifornien so sonnig ist. Es entstand durch eine Kombination von vielen Einflussfaktoren. Mit dem richtigen Anschub \u2013 sagen wir beispielsweise, K\u00f6ln zu einem Innovationshub machen \u2013 k\u00f6nnen sich selbstverst\u00e4rkende Kr\u00e4fte entfalten. Es reicht nicht, nur Geld in Forschung zu stecken. Man muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen wachsen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es auch eine offensive, talentfreundliche Einwanderungspolitik.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Braucht das bisher sehr exportabh\u00e4ngige Deutschland ein neues Wirtschaftsmodell?<\/p>\n<p><b>Antr\u00e0s:<\/b> Nein. Das Modell, auf Exporte, Offenheit und Regeln zu setzen, ist im Grundsatz richtig. Im R\u00fcckblick waren die USA und Europa sicher naiv hinsichtlich der Geschwindigkeit und des Ausma\u00dfes von Chinas Aufstieg \u2013 und der politischen Wende unter Xi Jinping. Das war ein Irrtum. Aber daraus kann man lernen. Man kann innovationsf\u00f6rdernde Politik st\u00e4rken, ohne das eigene Modell \u00fcber Bord zu werfen.<\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>Business Insider<\/em><\/b><\/a><b><em> erstellt.<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-zwick\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-zwick\/\"><b><em>Daniel Zwick<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pol Antr\u00e0s sitzt in einer Cafeteria an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. 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Der Blick aus dem Fenster geht auf eine Baustelle und Containerbauten, in denen Teile der Universit\u00e4t untergebracht sind. Antr\u00e0s lehrt und forscht seit mehr als 20 Jahren an der Harvard University in den USA. Die Uni fechtet gerade einen Konflikt mit der Regierung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump aus, die ihr Forschungsgelder in H\u00f6he von mehr als zwei Milliarden Dollar streichen will.  WELT: Herr Antr\u00e0s, f\u00fchlen Sie sich als in Europa geborener Wissenschaftler in den USA und an der Harvard University noch wohl?Pol Antr\u00e0s: Es ist ein gemischtes Gef\u00fchl. Ich bin erst im April US-Staatsb\u00fcrger geworden \u2013 ausgerechnet zu einer Zeit, in der meine pers\u00f6nliche Zuneigung zu den Vereinigten Staaten nicht gerade auf ihrem H\u00f6hepunkt war. Mein Arbeitgeber steht unter starkem Beschuss durch die Trump-Administration. Ich finde, Harvard hat bislang bewundernswert reagiert. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein, mehr noch als fr\u00fcher.WELT: Sp\u00fcren Sie selbst die Folgen der Attacken von Donald Trump auf die Universit\u00e4t?Antr\u00e0s: Meine Arbeit ist dadurch nicht direkt beeintr\u00e4chtigt. Die Universit\u00e4t hat zwar finanzielle Zw\u00e4nge, hat aber die Geh\u00e4lter nicht gek\u00fcrzt. Meine Hauptsorge gilt den Studierenden. Die meisten meiner Studierenden sind im Ausland geboren, viele sind Chinesen. Einige sind diesen Sommer nicht nach Hause gefahren, aus Angst, nicht wieder in die USA einreisen zu k\u00f6nnen. Die Unsicherheit ist sehr gro\u00df.WELT: K\u00f6nnte diese Entwicklung dazu f\u00fchren, dass Wissenschaftler in Richtung Europa abwandern?Antr\u00e0s: Das ist eine Chance f\u00fcr Europa. Viele brillante junge K\u00f6pfe werden z\u00f6gern, in die USA zu kommen. Wer sie anziehen kann, ist k\u00fcnftig gut positioniert. Europa w\u00fcrde schon profitieren, wenn es seine eigenen Talente halten kann, statt sie ins Silicon Valley zu verlieren. Es ist ein angenehmer Ort zum Leben. Aber Europa hat auch Nachteile, vor allem weniger verf\u00fcgbares Kapital und mehr Regulierung als die USA. Erlauben es die Regeln der EU, dass hier das n\u00e4chste Google entsteht? Ich habe meine Zweifel. Auch f\u00fcr die Biotech-Branche ist das Umfeld schwierig, trotz Europas St\u00e4rke in der Pharmaindustrie. Und bei der Migration geht es nicht nur darum, eigene Leute in Deutschland zu halten. Ein Land, das ein Innovationszentrum sein will, muss Chinesen, Iraner, Russen \u2013 alle \u2013 willkommen hei\u00dfen. Politisch ist das derzeit schwierig.WELT: Das ist auch in den USA schwierig. Trump setzt zunehmend auf Abschottung \u2013 bei der Migration und bei den Z\u00f6llen. Welche Folgen hat das f\u00fcr die Weltwirtschaft?Antr\u00e0s: In Trumps erster Amtszeit dachten viele, die Z\u00f6lle seien nur Verhandlungstaktik. Inzwischen ist klar, dass er dem Protektionismus verpflichtet ist. Er glaubt, die USA k\u00f6nnten 15 Prozent Zoll durchsetzen, ohne dass die anderen Handelspartner etwas dagegensetzen. Damit hat er bisher weitgehend recht behalten \u2013 ein Gewinn f\u00fcr die USA. Andererseits wird er sein Ziel, die Produktion in die USA zur\u00fcckzuholen, damit wohl nicht erreichen. Die 15 Prozent werden nicht reichen, um die Kostenvorteile anderer L\u00e4nder bei Halbleitern, Batterien oder E-Autos auszugleichen. Sie treffen eher Sektoren wie den europ\u00e4ischen Wein \u2013 da steigen Preise einfach. Selbst wenn Fabriken in die USA zur\u00fcckkommen, sind sie hochautomatisiert; die Jobs kommen damit nicht zur\u00fcck.WELT: Wie sollte Europa auf Trumps Z\u00f6lle reagieren?Antr\u00e0s: Schon im Dezember habe ich argumentiert, Europa solle nicht mit Vergeltungsz\u00f6llen antworten. Das Ausbleiben der Vergeltung hatte dann nichts mit der Verteidigung des Freihandels zu tun, sondern mit der Ukraine. Das \u00e4rgerte die Leute, mich auch. In der Situation liegt aber eine Chance f\u00fcr Europa: Auch wenn die USA protektionistisch werden und den Handel erschweren, bleibt die Nachfrage nach globalen Wertsch\u00f6pfungsketten bestehen. Europa sollte sich als verl\u00e4ssliche Alternative pr\u00e4sentieren, mit der Einladung an Unternehmen, Teile ihrer Wertsch\u00f6pfung hier anzusiedeln. Dem Risiko, dass China die M\u00e4rkte beispielsweise mit E\u2011Autos flutet, weil der US\u2011Markt blockiert ist, kann man mit anderen Ma\u00dfnahmen als Z\u00f6llen begegnen. Dialog kann mehr erreichen als Drohungen.WELT: Europa sollte also die WTO-Regeln weiter hochhalten?Antr\u00e0s: Ja, trotz der politischen Schwierigkeiten. Europa hat nicht die geopolitische Schlagkraft, um allein die Einhaltung zu erzwingen. Aber Kurs zu halten, k\u00f6nnte die Kosten dieser politischen Phase minimieren, durch die wir gerade gehen. Am Ende w\u00fcrde Europa als glaubw\u00fcrdiger H\u00fcter der regelbasierten Ordnung dastehen.WELT: Sie betonen die Bedeutung von gro\u00dfen multinationalen Konzernen f\u00fcr die Wirtschaft in den USA. Mehr als die H\u00e4lfte der Industriejobs h\u00e4ngt beispielsweise von ihnen ab. Ver\u00e4ndert Trumps Politik diese Struktur?Antr\u00e0s: Kurz gesagt: nein. Diese Regierung zielt nicht darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen gegen\u00fcber gro\u00dfen zu st\u00e4rken. Man k\u00f6nnte sagen, Protektionismus schade den gro\u00dfen Firmen, die globale Wertsch\u00f6pfungsketten aufgebaut haben. In der Realit\u00e4t sind gro\u00dfe Unternehmen aber besser darin, Ausnahmen und Schlupfl\u00f6cher zu nutzen \u2013 genau wie bei der internationalen Besteuerung. Sie haben die Mittel, sich durch politische Einflussnahme zu sch\u00fctzen. Kleine und mittlere Unternehmen sind die Verlierer dieser Politik. Staatsbeteiligung an IntelWELT: Trump hat nun sogar eine Staatsbeteiligung an Intel gekauft. F\u00e4llt Ihnen daf\u00fcr eine sinnvolle Begr\u00fcndung ein?Antr\u00e0s: Ich halte das f\u00fcr eine gef\u00e4hrliche Idee. Wenn der Staat sich in Unternehmen einkauft, um an Gewinnen beteiligt zu sein, stellt sich sofort die Frage: Warum nur zehn Prozent? Warum nicht gleich die Mehrheit? Staatseigentum rechtfertigt man \u00fcblicherweise mit \u00f6ffentlichen G\u00fctern oder fehlenden M\u00e4rkten, aber nicht damit, an Unternehmensgewinnen teilzuhaben. Damit begeben wir uns auf eine schiefe Ebene \u2013 hin zu einem staatlich gelenkten Kapitalismus, der weder effizient noch demokratisch ist.WELT: Europa ist den USA in den vergangenen Jahren bei der Industriepolitik gefolgt, nach dem Inflation Reduction Act von Joe Biden. Wird es auch nun auch bei Verstaatlichungen mitziehen?Antr\u00e0s: Nein, das glaube ich nicht. Es gibt in Europa durchaus ein Interesse an aktiver Industriepolitik \u2013 und in einigen Bereichen ist das auch sinnvoll. Aber sie muss ma\u00dfvoll und strategisch erfolgen, nicht ideologisch oder kopflos. Europa hat andere Voraussetzungen als die USA, einige Sektoren brauchen hier tats\u00e4chlich Unterst\u00fctzung. Daf\u00fcr hat Mario Draghi im vergangenen Jahr die Vorlage geliefert. WELT: Es geht in dem Bericht des fr\u00fcheren EZB-Pr\u00e4sidenten vor allem um den R\u00fcckstand Europas im IT-Bereich und bei der Produktivit\u00e4t. Kann Europa wieder aufschlie\u00dfen zu den USA?Antr\u00e0s: Einen Versuch ist es wert, der Erfolg ist aber nicht garantiert. Das Silicon Valley ist nicht entstanden, weil es in Kalifornien so sonnig ist. Es entstand durch eine Kombination von vielen Einflussfaktoren. Mit dem richtigen Anschub \u2013 sagen wir beispielsweise, K\u00f6ln zu einem Innovationshub machen \u2013 k\u00f6nnen sich selbstverst\u00e4rkende Kr\u00e4fte entfalten. Es reicht nicht, nur Geld in Forschung zu stecken. Man muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen wachsen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es auch eine offensive, talentfreundliche Einwanderungspolitik.WELT: Braucht das bisher sehr exportabh\u00e4ngige Deutschland ein neues Wirtschaftsmodell?Antr\u00e0s: Nein. Das Modell, auf Exporte, Offenheit und Regeln zu setzen, ist im Grundsatz richtig. Im R\u00fcckblick waren die USA und Europa sicher naiv hinsichtlich der Geschwindigkeit und des Ausma\u00dfes von Chinas Aufstieg \u2013 und der politischen Wende unter Xi Jinping. Das war ein Irrtum. Aber daraus kann man lernen. Man kann innovationsf\u00f6rdernde Politik st\u00e4rken, ohne das eigene Modell \u00fcber Bord zu werfen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kommen die Klugen jetzt zu uns? \u201eDas ist eine Chance f\u00fcr Europa\u201c - vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Pol Antr\u00e0s sitzt in einer Cafeteria an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. 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Mein Arbeitgeber steht unter starkem Beschuss durch die Trump-Administration. Ich finde, Harvard hat bislang bewundernswert reagiert. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein, mehr noch als fr\u00fcher.WELT: Sp\u00fcren Sie selbst die Folgen der Attacken von Donald Trump auf die Universit\u00e4t?Antr\u00e0s: Meine Arbeit ist dadurch nicht direkt beeintr\u00e4chtigt. Die Universit\u00e4t hat zwar finanzielle Zw\u00e4nge, hat aber die Geh\u00e4lter nicht gek\u00fcrzt. Meine Hauptsorge gilt den Studierenden. Die meisten meiner Studierenden sind im Ausland geboren, viele sind Chinesen. Einige sind diesen Sommer nicht nach Hause gefahren, aus Angst, nicht wieder in die USA einreisen zu k\u00f6nnen. Die Unsicherheit ist sehr gro\u00df.WELT: K\u00f6nnte diese Entwicklung dazu f\u00fchren, dass Wissenschaftler in Richtung Europa abwandern?Antr\u00e0s: Das ist eine Chance f\u00fcr Europa. Viele brillante junge K\u00f6pfe werden z\u00f6gern, in die USA zu kommen. Wer sie anziehen kann, ist k\u00fcnftig gut positioniert. Europa w\u00fcrde schon profitieren, wenn es seine eigenen Talente halten kann, statt sie ins Silicon Valley zu verlieren. Es ist ein angenehmer Ort zum Leben. Aber Europa hat auch Nachteile, vor allem weniger verf\u00fcgbares Kapital und mehr Regulierung als die USA. Erlauben es die Regeln der EU, dass hier das n\u00e4chste Google entsteht? Ich habe meine Zweifel. Auch f\u00fcr die Biotech-Branche ist das Umfeld schwierig, trotz Europas St\u00e4rke in der Pharmaindustrie. Und bei der Migration geht es nicht nur darum, eigene Leute in Deutschland zu halten. Ein Land, das ein Innovationszentrum sein will, muss Chinesen, Iraner, Russen \u2013 alle \u2013 willkommen hei\u00dfen. Politisch ist das derzeit schwierig.WELT: Das ist auch in den USA schwierig. Trump setzt zunehmend auf Abschottung \u2013 bei der Migration und bei den Z\u00f6llen. Welche Folgen hat das f\u00fcr die Weltwirtschaft?Antr\u00e0s: In Trumps erster Amtszeit dachten viele, die Z\u00f6lle seien nur Verhandlungstaktik. Inzwischen ist klar, dass er dem Protektionismus verpflichtet ist. Er glaubt, die USA k\u00f6nnten 15 Prozent Zoll durchsetzen, ohne dass die anderen Handelspartner etwas dagegensetzen. Damit hat er bisher weitgehend recht behalten \u2013 ein Gewinn f\u00fcr die USA. Andererseits wird er sein Ziel, die Produktion in die USA zur\u00fcckzuholen, damit wohl nicht erreichen. Die 15 Prozent werden nicht reichen, um die Kostenvorteile anderer L\u00e4nder bei Halbleitern, Batterien oder E-Autos auszugleichen. Sie treffen eher Sektoren wie den europ\u00e4ischen Wein \u2013 da steigen Preise einfach. Selbst wenn Fabriken in die USA zur\u00fcckkommen, sind sie hochautomatisiert; die Jobs kommen damit nicht zur\u00fcck.WELT: Wie sollte Europa auf Trumps Z\u00f6lle reagieren?Antr\u00e0s: Schon im Dezember habe ich argumentiert, Europa solle nicht mit Vergeltungsz\u00f6llen antworten. Das Ausbleiben der Vergeltung hatte dann nichts mit der Verteidigung des Freihandels zu tun, sondern mit der Ukraine. Das \u00e4rgerte die Leute, mich auch. In der Situation liegt aber eine Chance f\u00fcr Europa: Auch wenn die USA protektionistisch werden und den Handel erschweren, bleibt die Nachfrage nach globalen Wertsch\u00f6pfungsketten bestehen. Europa sollte sich als verl\u00e4ssliche Alternative pr\u00e4sentieren, mit der Einladung an Unternehmen, Teile ihrer Wertsch\u00f6pfung hier anzusiedeln. Dem Risiko, dass China die M\u00e4rkte beispielsweise mit E\u2011Autos flutet, weil der US\u2011Markt blockiert ist, kann man mit anderen Ma\u00dfnahmen als Z\u00f6llen begegnen. Dialog kann mehr erreichen als Drohungen.WELT: Europa sollte also die WTO-Regeln weiter hochhalten?Antr\u00e0s: Ja, trotz der politischen Schwierigkeiten. Europa hat nicht die geopolitische Schlagkraft, um allein die Einhaltung zu erzwingen. Aber Kurs zu halten, k\u00f6nnte die Kosten dieser politischen Phase minimieren, durch die wir gerade gehen. Am Ende w\u00fcrde Europa als glaubw\u00fcrdiger H\u00fcter der regelbasierten Ordnung dastehen.WELT: Sie betonen die Bedeutung von gro\u00dfen multinationalen Konzernen f\u00fcr die Wirtschaft in den USA. Mehr als die H\u00e4lfte der Industriejobs h\u00e4ngt beispielsweise von ihnen ab. Ver\u00e4ndert Trumps Politik diese Struktur?Antr\u00e0s: Kurz gesagt: nein. Diese Regierung zielt nicht darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen gegen\u00fcber gro\u00dfen zu st\u00e4rken. Man k\u00f6nnte sagen, Protektionismus schade den gro\u00dfen Firmen, die globale Wertsch\u00f6pfungsketten aufgebaut haben. In der Realit\u00e4t sind gro\u00dfe Unternehmen aber besser darin, Ausnahmen und Schlupfl\u00f6cher zu nutzen \u2013 genau wie bei der internationalen Besteuerung. Sie haben die Mittel, sich durch politische Einflussnahme zu sch\u00fctzen. Kleine und mittlere Unternehmen sind die Verlierer dieser Politik. Staatsbeteiligung an IntelWELT: Trump hat nun sogar eine Staatsbeteiligung an Intel gekauft. F\u00e4llt Ihnen daf\u00fcr eine sinnvolle Begr\u00fcndung ein?Antr\u00e0s: Ich halte das f\u00fcr eine gef\u00e4hrliche Idee. Wenn der Staat sich in Unternehmen einkauft, um an Gewinnen beteiligt zu sein, stellt sich sofort die Frage: Warum nur zehn Prozent? Warum nicht gleich die Mehrheit? Staatseigentum rechtfertigt man \u00fcblicherweise mit \u00f6ffentlichen G\u00fctern oder fehlenden M\u00e4rkten, aber nicht damit, an Unternehmensgewinnen teilzuhaben. Damit begeben wir uns auf eine schiefe Ebene \u2013 hin zu einem staatlich gelenkten Kapitalismus, der weder effizient noch demokratisch ist.WELT: Europa ist den USA in den vergangenen Jahren bei der Industriepolitik gefolgt, nach dem Inflation Reduction Act von Joe Biden. Wird es auch nun auch bei Verstaatlichungen mitziehen?Antr\u00e0s: Nein, das glaube ich nicht. Es gibt in Europa durchaus ein Interesse an aktiver Industriepolitik \u2013 und in einigen Bereichen ist das auch sinnvoll. Aber sie muss ma\u00dfvoll und strategisch erfolgen, nicht ideologisch oder kopflos. Europa hat andere Voraussetzungen als die USA, einige Sektoren brauchen hier tats\u00e4chlich Unterst\u00fctzung. Daf\u00fcr hat Mario Draghi im vergangenen Jahr die Vorlage geliefert. WELT: Es geht in dem Bericht des fr\u00fcheren EZB-Pr\u00e4sidenten vor allem um den R\u00fcckstand Europas im IT-Bereich und bei der Produktivit\u00e4t. Kann Europa wieder aufschlie\u00dfen zu den USA?Antr\u00e0s: Einen Versuch ist es wert, der Erfolg ist aber nicht garantiert. Das Silicon Valley ist nicht entstanden, weil es in Kalifornien so sonnig ist. Es entstand durch eine Kombination von vielen Einflussfaktoren. Mit dem richtigen Anschub \u2013 sagen wir beispielsweise, K\u00f6ln zu einem Innovationshub machen \u2013 k\u00f6nnen sich selbstverst\u00e4rkende Kr\u00e4fte entfalten. Es reicht nicht, nur Geld in Forschung zu stecken. Man muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen wachsen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es auch eine offensive, talentfreundliche Einwanderungspolitik.WELT: Braucht das bisher sehr exportabh\u00e4ngige Deutschland ein neues Wirtschaftsmodell?Antr\u00e0s: Nein. Das Modell, auf Exporte, Offenheit und Regeln zu setzen, ist im Grundsatz richtig. Im R\u00fcckblick waren die USA und Europa sicher naiv hinsichtlich der Geschwindigkeit und des Ausma\u00dfes von Chinas Aufstieg \u2013 und der politischen Wende unter Xi Jinping. Das war ein Irrtum. Aber daraus kann man lernen. Man kann innovationsf\u00f6rdernde Politik st\u00e4rken, ohne das eigene Modell \u00fcber Bord zu werfen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-09-19T04:26:08+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-09-19T04:26:43+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/young-female-student-with-hand-on-chin-reading-book-while-sitting-in-classroom-at-university.webp\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"574\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/webp\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Author\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Author\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"6\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/\",\"name\":\"Kommen die Klugen jetzt zu uns? \u201eDas ist eine Chance f\u00fcr Europa\u201c - vof-news.eu\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/young-female-student-with-hand-on-chin-reading-book-while-sitting-in-classroom-at-university.webp\",\"datePublished\":\"2025-09-19T04:26:08+00:00\",\"dateModified\":\"2025-09-19T04:26:43+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed\"},\"description\":\"Pol Antr\u00e0s sitzt in einer Cafeteria an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Gerade hat der geb\u00fcrtige Spanier einen Vortrag auf der Jahrestagung des Vereins f\u00fcr Socialpolitik gehalten, der wichtigsten \u00d6konomen-Vereinigung in Deutschland. Der Blick aus dem Fenster geht auf eine Baustelle und Containerbauten, in denen Teile der Universit\u00e4t untergebracht sind. Antr\u00e0s lehrt und forscht seit mehr als 20 Jahren an der Harvard University in den USA. Die Uni fechtet gerade einen Konflikt mit der Regierung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump aus, die ihr Forschungsgelder in H\u00f6he von mehr als zwei Milliarden Dollar streichen will. WELT: Herr Antr\u00e0s, f\u00fchlen Sie sich als in Europa geborener Wissenschaftler in den USA und an der Harvard University noch wohl?Pol Antr\u00e0s: Es ist ein gemischtes Gef\u00fchl. Ich bin erst im April US-Staatsb\u00fcrger geworden \u2013 ausgerechnet zu einer Zeit, in der meine pers\u00f6nliche Zuneigung zu den Vereinigten Staaten nicht gerade auf ihrem H\u00f6hepunkt war. Mein Arbeitgeber steht unter starkem Beschuss durch die Trump-Administration. Ich finde, Harvard hat bislang bewundernswert reagiert. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein, mehr noch als fr\u00fcher.WELT: Sp\u00fcren Sie selbst die Folgen der Attacken von Donald Trump auf die Universit\u00e4t?Antr\u00e0s: Meine Arbeit ist dadurch nicht direkt beeintr\u00e4chtigt. Die Universit\u00e4t hat zwar finanzielle Zw\u00e4nge, hat aber die Geh\u00e4lter nicht gek\u00fcrzt. Meine Hauptsorge gilt den Studierenden. Die meisten meiner Studierenden sind im Ausland geboren, viele sind Chinesen. Einige sind diesen Sommer nicht nach Hause gefahren, aus Angst, nicht wieder in die USA einreisen zu k\u00f6nnen. Die Unsicherheit ist sehr gro\u00df.WELT: K\u00f6nnte diese Entwicklung dazu f\u00fchren, dass Wissenschaftler in Richtung Europa abwandern?Antr\u00e0s: Das ist eine Chance f\u00fcr Europa. Viele brillante junge K\u00f6pfe werden z\u00f6gern, in die USA zu kommen. Wer sie anziehen kann, ist k\u00fcnftig gut positioniert. Europa w\u00fcrde schon profitieren, wenn es seine eigenen Talente halten kann, statt sie ins Silicon Valley zu verlieren. Es ist ein angenehmer Ort zum Leben. Aber Europa hat auch Nachteile, vor allem weniger verf\u00fcgbares Kapital und mehr Regulierung als die USA. Erlauben es die Regeln der EU, dass hier das n\u00e4chste Google entsteht? Ich habe meine Zweifel. Auch f\u00fcr die Biotech-Branche ist das Umfeld schwierig, trotz Europas St\u00e4rke in der Pharmaindustrie. Und bei der Migration geht es nicht nur darum, eigene Leute in Deutschland zu halten. Ein Land, das ein Innovationszentrum sein will, muss Chinesen, Iraner, Russen \u2013 alle \u2013 willkommen hei\u00dfen. Politisch ist das derzeit schwierig.WELT: Das ist auch in den USA schwierig. Trump setzt zunehmend auf Abschottung \u2013 bei der Migration und bei den Z\u00f6llen. Welche Folgen hat das f\u00fcr die Weltwirtschaft?Antr\u00e0s: In Trumps erster Amtszeit dachten viele, die Z\u00f6lle seien nur Verhandlungstaktik. Inzwischen ist klar, dass er dem Protektionismus verpflichtet ist. Er glaubt, die USA k\u00f6nnten 15 Prozent Zoll durchsetzen, ohne dass die anderen Handelspartner etwas dagegensetzen. Damit hat er bisher weitgehend recht behalten \u2013 ein Gewinn f\u00fcr die USA. Andererseits wird er sein Ziel, die Produktion in die USA zur\u00fcckzuholen, damit wohl nicht erreichen. Die 15 Prozent werden nicht reichen, um die Kostenvorteile anderer L\u00e4nder bei Halbleitern, Batterien oder E-Autos auszugleichen. Sie treffen eher Sektoren wie den europ\u00e4ischen Wein \u2013 da steigen Preise einfach. Selbst wenn Fabriken in die USA zur\u00fcckkommen, sind sie hochautomatisiert; die Jobs kommen damit nicht zur\u00fcck.WELT: Wie sollte Europa auf Trumps Z\u00f6lle reagieren?Antr\u00e0s: Schon im Dezember habe ich argumentiert, Europa solle nicht mit Vergeltungsz\u00f6llen antworten. Das Ausbleiben der Vergeltung hatte dann nichts mit der Verteidigung des Freihandels zu tun, sondern mit der Ukraine. Das \u00e4rgerte die Leute, mich auch. In der Situation liegt aber eine Chance f\u00fcr Europa: Auch wenn die USA protektionistisch werden und den Handel erschweren, bleibt die Nachfrage nach globalen Wertsch\u00f6pfungsketten bestehen. Europa sollte sich als verl\u00e4ssliche Alternative pr\u00e4sentieren, mit der Einladung an Unternehmen, Teile ihrer Wertsch\u00f6pfung hier anzusiedeln. Dem Risiko, dass China die M\u00e4rkte beispielsweise mit E\u2011Autos flutet, weil der US\u2011Markt blockiert ist, kann man mit anderen Ma\u00dfnahmen als Z\u00f6llen begegnen. Dialog kann mehr erreichen als Drohungen.WELT: Europa sollte also die WTO-Regeln weiter hochhalten?Antr\u00e0s: Ja, trotz der politischen Schwierigkeiten. Europa hat nicht die geopolitische Schlagkraft, um allein die Einhaltung zu erzwingen. Aber Kurs zu halten, k\u00f6nnte die Kosten dieser politischen Phase minimieren, durch die wir gerade gehen. Am Ende w\u00fcrde Europa als glaubw\u00fcrdiger H\u00fcter der regelbasierten Ordnung dastehen.WELT: Sie betonen die Bedeutung von gro\u00dfen multinationalen Konzernen f\u00fcr die Wirtschaft in den USA. Mehr als die H\u00e4lfte der Industriejobs h\u00e4ngt beispielsweise von ihnen ab. Ver\u00e4ndert Trumps Politik diese Struktur?Antr\u00e0s: Kurz gesagt: nein. Diese Regierung zielt nicht darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen gegen\u00fcber gro\u00dfen zu st\u00e4rken. Man k\u00f6nnte sagen, Protektionismus schade den gro\u00dfen Firmen, die globale Wertsch\u00f6pfungsketten aufgebaut haben. In der Realit\u00e4t sind gro\u00dfe Unternehmen aber besser darin, Ausnahmen und Schlupfl\u00f6cher zu nutzen \u2013 genau wie bei der internationalen Besteuerung. Sie haben die Mittel, sich durch politische Einflussnahme zu sch\u00fctzen. Kleine und mittlere Unternehmen sind die Verlierer dieser Politik. Staatsbeteiligung an IntelWELT: Trump hat nun sogar eine Staatsbeteiligung an Intel gekauft. F\u00e4llt Ihnen daf\u00fcr eine sinnvolle Begr\u00fcndung ein?Antr\u00e0s: Ich halte das f\u00fcr eine gef\u00e4hrliche Idee. Wenn der Staat sich in Unternehmen einkauft, um an Gewinnen beteiligt zu sein, stellt sich sofort die Frage: Warum nur zehn Prozent? Warum nicht gleich die Mehrheit? Staatseigentum rechtfertigt man \u00fcblicherweise mit \u00f6ffentlichen G\u00fctern oder fehlenden M\u00e4rkten, aber nicht damit, an Unternehmensgewinnen teilzuhaben. Damit begeben wir uns auf eine schiefe Ebene \u2013 hin zu einem staatlich gelenkten Kapitalismus, der weder effizient noch demokratisch ist.WELT: Europa ist den USA in den vergangenen Jahren bei der Industriepolitik gefolgt, nach dem Inflation Reduction Act von Joe Biden. Wird es auch nun auch bei Verstaatlichungen mitziehen?Antr\u00e0s: Nein, das glaube ich nicht. Es gibt in Europa durchaus ein Interesse an aktiver Industriepolitik \u2013 und in einigen Bereichen ist das auch sinnvoll. Aber sie muss ma\u00dfvoll und strategisch erfolgen, nicht ideologisch oder kopflos. Europa hat andere Voraussetzungen als die USA, einige Sektoren brauchen hier tats\u00e4chlich Unterst\u00fctzung. Daf\u00fcr hat Mario Draghi im vergangenen Jahr die Vorlage geliefert. WELT: Es geht in dem Bericht des fr\u00fcheren EZB-Pr\u00e4sidenten vor allem um den R\u00fcckstand Europas im IT-Bereich und bei der Produktivit\u00e4t. Kann Europa wieder aufschlie\u00dfen zu den USA?Antr\u00e0s: Einen Versuch ist es wert, der Erfolg ist aber nicht garantiert. Das Silicon Valley ist nicht entstanden, weil es in Kalifornien so sonnig ist. Es entstand durch eine Kombination von vielen Einflussfaktoren. Mit dem richtigen Anschub \u2013 sagen wir beispielsweise, K\u00f6ln zu einem Innovationshub machen \u2013 k\u00f6nnen sich selbstverst\u00e4rkende Kr\u00e4fte entfalten. Es reicht nicht, nur Geld in Forschung zu stecken. Man muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen wachsen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es auch eine offensive, talentfreundliche Einwanderungspolitik.WELT: Braucht das bisher sehr exportabh\u00e4ngige Deutschland ein neues Wirtschaftsmodell?Antr\u00e0s: Nein. Das Modell, auf Exporte, Offenheit und Regeln zu setzen, ist im Grundsatz richtig. Im R\u00fcckblick waren die USA und Europa sicher naiv hinsichtlich der Geschwindigkeit und des Ausma\u00dfes von Chinas Aufstieg \u2013 und der politischen Wende unter Xi Jinping. Das war ein Irrtum. Aber daraus kann man lernen. Man kann innovationsf\u00f6rdernde Politik st\u00e4rken, ohne das eigene Modell \u00fcber Bord zu werfen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/young-female-student-with-hand-on-chin-reading-book-while-sitting-in-classroom-at-university.webp\",\"contentUrl\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/young-female-student-with-hand-on-chin-reading-book-while-sitting-in-classroom-at-university.webp\",\"width\":1200,\"height\":574},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Kommen die Klugen jetzt zu uns? \u201eDas ist eine Chance f\u00fcr Europa\u201c\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/\",\"name\":\"vof-news.eu\",\"description\":\"\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed\",\"name\":\"Author\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Author\"},\"sameAs\":[\"http:\/\/vof-news.eu\"],\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Kommen die Klugen jetzt zu uns? \u201eDas ist eine Chance f\u00fcr Europa\u201c - vof-news.eu","description":"Pol Antr\u00e0s sitzt in einer Cafeteria an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. 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Welche Folgen hat das f\u00fcr die Weltwirtschaft?Antr\u00e0s: In Trumps erster Amtszeit dachten viele, die Z\u00f6lle seien nur Verhandlungstaktik. Inzwischen ist klar, dass er dem Protektionismus verpflichtet ist. Er glaubt, die USA k\u00f6nnten 15 Prozent Zoll durchsetzen, ohne dass die anderen Handelspartner etwas dagegensetzen. Damit hat er bisher weitgehend recht behalten \u2013 ein Gewinn f\u00fcr die USA. Andererseits wird er sein Ziel, die Produktion in die USA zur\u00fcckzuholen, damit wohl nicht erreichen. Die 15 Prozent werden nicht reichen, um die Kostenvorteile anderer L\u00e4nder bei Halbleitern, Batterien oder E-Autos auszugleichen. Sie treffen eher Sektoren wie den europ\u00e4ischen Wein \u2013 da steigen Preise einfach. Selbst wenn Fabriken in die USA zur\u00fcckkommen, sind sie hochautomatisiert; die Jobs kommen damit nicht zur\u00fcck.WELT: Wie sollte Europa auf Trumps Z\u00f6lle reagieren?Antr\u00e0s: Schon im Dezember habe ich argumentiert, Europa solle nicht mit Vergeltungsz\u00f6llen antworten. Das Ausbleiben der Vergeltung hatte dann nichts mit der Verteidigung des Freihandels zu tun, sondern mit der Ukraine. Das \u00e4rgerte die Leute, mich auch. In der Situation liegt aber eine Chance f\u00fcr Europa: Auch wenn die USA protektionistisch werden und den Handel erschweren, bleibt die Nachfrage nach globalen Wertsch\u00f6pfungsketten bestehen. Europa sollte sich als verl\u00e4ssliche Alternative pr\u00e4sentieren, mit der Einladung an Unternehmen, Teile ihrer Wertsch\u00f6pfung hier anzusiedeln. Dem Risiko, dass China die M\u00e4rkte beispielsweise mit E\u2011Autos flutet, weil der US\u2011Markt blockiert ist, kann man mit anderen Ma\u00dfnahmen als Z\u00f6llen begegnen. Dialog kann mehr erreichen als Drohungen.WELT: Europa sollte also die WTO-Regeln weiter hochhalten?Antr\u00e0s: Ja, trotz der politischen Schwierigkeiten. Europa hat nicht die geopolitische Schlagkraft, um allein die Einhaltung zu erzwingen. Aber Kurs zu halten, k\u00f6nnte die Kosten dieser politischen Phase minimieren, durch die wir gerade gehen. Am Ende w\u00fcrde Europa als glaubw\u00fcrdiger H\u00fcter der regelbasierten Ordnung dastehen.WELT: Sie betonen die Bedeutung von gro\u00dfen multinationalen Konzernen f\u00fcr die Wirtschaft in den USA. Mehr als die H\u00e4lfte der Industriejobs h\u00e4ngt beispielsweise von ihnen ab. Ver\u00e4ndert Trumps Politik diese Struktur?Antr\u00e0s: Kurz gesagt: nein. Diese Regierung zielt nicht darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen gegen\u00fcber gro\u00dfen zu st\u00e4rken. Man k\u00f6nnte sagen, Protektionismus schade den gro\u00dfen Firmen, die globale Wertsch\u00f6pfungsketten aufgebaut haben. In der Realit\u00e4t sind gro\u00dfe Unternehmen aber besser darin, Ausnahmen und Schlupfl\u00f6cher zu nutzen \u2013 genau wie bei der internationalen Besteuerung. Sie haben die Mittel, sich durch politische Einflussnahme zu sch\u00fctzen. Kleine und mittlere Unternehmen sind die Verlierer dieser Politik. Staatsbeteiligung an IntelWELT: Trump hat nun sogar eine Staatsbeteiligung an Intel gekauft. F\u00e4llt Ihnen daf\u00fcr eine sinnvolle Begr\u00fcndung ein?Antr\u00e0s: Ich halte das f\u00fcr eine gef\u00e4hrliche Idee. Wenn der Staat sich in Unternehmen einkauft, um an Gewinnen beteiligt zu sein, stellt sich sofort die Frage: Warum nur zehn Prozent? Warum nicht gleich die Mehrheit? Staatseigentum rechtfertigt man \u00fcblicherweise mit \u00f6ffentlichen G\u00fctern oder fehlenden M\u00e4rkten, aber nicht damit, an Unternehmensgewinnen teilzuhaben. Damit begeben wir uns auf eine schiefe Ebene \u2013 hin zu einem staatlich gelenkten Kapitalismus, der weder effizient noch demokratisch ist.WELT: Europa ist den USA in den vergangenen Jahren bei der Industriepolitik gefolgt, nach dem Inflation Reduction Act von Joe Biden. Wird es auch nun auch bei Verstaatlichungen mitziehen?Antr\u00e0s: Nein, das glaube ich nicht. Es gibt in Europa durchaus ein Interesse an aktiver Industriepolitik \u2013 und in einigen Bereichen ist das auch sinnvoll. Aber sie muss ma\u00dfvoll und strategisch erfolgen, nicht ideologisch oder kopflos. Europa hat andere Voraussetzungen als die USA, einige Sektoren brauchen hier tats\u00e4chlich Unterst\u00fctzung. Daf\u00fcr hat Mario Draghi im vergangenen Jahr die Vorlage geliefert. WELT: Es geht in dem Bericht des fr\u00fcheren EZB-Pr\u00e4sidenten vor allem um den R\u00fcckstand Europas im IT-Bereich und bei der Produktivit\u00e4t. Kann Europa wieder aufschlie\u00dfen zu den USA?Antr\u00e0s: Einen Versuch ist es wert, der Erfolg ist aber nicht garantiert. Das Silicon Valley ist nicht entstanden, weil es in Kalifornien so sonnig ist. Es entstand durch eine Kombination von vielen Einflussfaktoren. Mit dem richtigen Anschub \u2013 sagen wir beispielsweise, K\u00f6ln zu einem Innovationshub machen \u2013 k\u00f6nnen sich selbstverst\u00e4rkende Kr\u00e4fte entfalten. Es reicht nicht, nur Geld in Forschung zu stecken. Man muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen wachsen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es auch eine offensive, talentfreundliche Einwanderungspolitik.WELT: Braucht das bisher sehr exportabh\u00e4ngige Deutschland ein neues Wirtschaftsmodell?Antr\u00e0s: Nein. Das Modell, auf Exporte, Offenheit und Regeln zu setzen, ist im Grundsatz richtig. Im R\u00fcckblick waren die USA und Europa sicher naiv hinsichtlich der Geschwindigkeit und des Ausma\u00dfes von Chinas Aufstieg \u2013 und der politischen Wende unter Xi Jinping. Das war ein Irrtum. Aber daraus kann man lernen. Man kann innovationsf\u00f6rdernde Politik st\u00e4rken, ohne das eigene Modell \u00fcber Bord zu werfen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Kommen die Klugen jetzt zu uns? \u201eDas ist eine Chance f\u00fcr Europa\u201c - vof-news.eu","og_description":"Pol Antr\u00e0s sitzt in einer Cafeteria an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Gerade hat der geb\u00fcrtige Spanier einen Vortrag auf der Jahrestagung des Vereins f\u00fcr Socialpolitik gehalten, der wichtigsten \u00d6konomen-Vereinigung in Deutschland. Der Blick aus dem Fenster geht auf eine Baustelle und Containerbauten, in denen Teile der Universit\u00e4t untergebracht sind. Antr\u00e0s lehrt und forscht seit mehr als 20 Jahren an der Harvard University in den USA. Die Uni fechtet gerade einen Konflikt mit der Regierung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump aus, die ihr Forschungsgelder in H\u00f6he von mehr als zwei Milliarden Dollar streichen will.  WELT: Herr Antr\u00e0s, f\u00fchlen Sie sich als in Europa geborener Wissenschaftler in den USA und an der Harvard University noch wohl?Pol Antr\u00e0s: Es ist ein gemischtes Gef\u00fchl. Ich bin erst im April US-Staatsb\u00fcrger geworden \u2013 ausgerechnet zu einer Zeit, in der meine pers\u00f6nliche Zuneigung zu den Vereinigten Staaten nicht gerade auf ihrem H\u00f6hepunkt war. Mein Arbeitgeber steht unter starkem Beschuss durch die Trump-Administration. Ich finde, Harvard hat bislang bewundernswert reagiert. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein, mehr noch als fr\u00fcher.WELT: Sp\u00fcren Sie selbst die Folgen der Attacken von Donald Trump auf die Universit\u00e4t?Antr\u00e0s: Meine Arbeit ist dadurch nicht direkt beeintr\u00e4chtigt. Die Universit\u00e4t hat zwar finanzielle Zw\u00e4nge, hat aber die Geh\u00e4lter nicht gek\u00fcrzt. Meine Hauptsorge gilt den Studierenden. Die meisten meiner Studierenden sind im Ausland geboren, viele sind Chinesen. Einige sind diesen Sommer nicht nach Hause gefahren, aus Angst, nicht wieder in die USA einreisen zu k\u00f6nnen. Die Unsicherheit ist sehr gro\u00df.WELT: K\u00f6nnte diese Entwicklung dazu f\u00fchren, dass Wissenschaftler in Richtung Europa abwandern?Antr\u00e0s: Das ist eine Chance f\u00fcr Europa. Viele brillante junge K\u00f6pfe werden z\u00f6gern, in die USA zu kommen. Wer sie anziehen kann, ist k\u00fcnftig gut positioniert. Europa w\u00fcrde schon profitieren, wenn es seine eigenen Talente halten kann, statt sie ins Silicon Valley zu verlieren. Es ist ein angenehmer Ort zum Leben. Aber Europa hat auch Nachteile, vor allem weniger verf\u00fcgbares Kapital und mehr Regulierung als die USA. Erlauben es die Regeln der EU, dass hier das n\u00e4chste Google entsteht? Ich habe meine Zweifel. Auch f\u00fcr die Biotech-Branche ist das Umfeld schwierig, trotz Europas St\u00e4rke in der Pharmaindustrie. Und bei der Migration geht es nicht nur darum, eigene Leute in Deutschland zu halten. Ein Land, das ein Innovationszentrum sein will, muss Chinesen, Iraner, Russen \u2013 alle \u2013 willkommen hei\u00dfen. Politisch ist das derzeit schwierig.WELT: Das ist auch in den USA schwierig. Trump setzt zunehmend auf Abschottung \u2013 bei der Migration und bei den Z\u00f6llen. Welche Folgen hat das f\u00fcr die Weltwirtschaft?Antr\u00e0s: In Trumps erster Amtszeit dachten viele, die Z\u00f6lle seien nur Verhandlungstaktik. Inzwischen ist klar, dass er dem Protektionismus verpflichtet ist. Er glaubt, die USA k\u00f6nnten 15 Prozent Zoll durchsetzen, ohne dass die anderen Handelspartner etwas dagegensetzen. Damit hat er bisher weitgehend recht behalten \u2013 ein Gewinn f\u00fcr die USA. Andererseits wird er sein Ziel, die Produktion in die USA zur\u00fcckzuholen, damit wohl nicht erreichen. Die 15 Prozent werden nicht reichen, um die Kostenvorteile anderer L\u00e4nder bei Halbleitern, Batterien oder E-Autos auszugleichen. Sie treffen eher Sektoren wie den europ\u00e4ischen Wein \u2013 da steigen Preise einfach. Selbst wenn Fabriken in die USA zur\u00fcckkommen, sind sie hochautomatisiert; die Jobs kommen damit nicht zur\u00fcck.WELT: Wie sollte Europa auf Trumps Z\u00f6lle reagieren?Antr\u00e0s: Schon im Dezember habe ich argumentiert, Europa solle nicht mit Vergeltungsz\u00f6llen antworten. Das Ausbleiben der Vergeltung hatte dann nichts mit der Verteidigung des Freihandels zu tun, sondern mit der Ukraine. Das \u00e4rgerte die Leute, mich auch. In der Situation liegt aber eine Chance f\u00fcr Europa: Auch wenn die USA protektionistisch werden und den Handel erschweren, bleibt die Nachfrage nach globalen Wertsch\u00f6pfungsketten bestehen. Europa sollte sich als verl\u00e4ssliche Alternative pr\u00e4sentieren, mit der Einladung an Unternehmen, Teile ihrer Wertsch\u00f6pfung hier anzusiedeln. Dem Risiko, dass China die M\u00e4rkte beispielsweise mit E\u2011Autos flutet, weil der US\u2011Markt blockiert ist, kann man mit anderen Ma\u00dfnahmen als Z\u00f6llen begegnen. Dialog kann mehr erreichen als Drohungen.WELT: Europa sollte also die WTO-Regeln weiter hochhalten?Antr\u00e0s: Ja, trotz der politischen Schwierigkeiten. Europa hat nicht die geopolitische Schlagkraft, um allein die Einhaltung zu erzwingen. Aber Kurs zu halten, k\u00f6nnte die Kosten dieser politischen Phase minimieren, durch die wir gerade gehen. Am Ende w\u00fcrde Europa als glaubw\u00fcrdiger H\u00fcter der regelbasierten Ordnung dastehen.WELT: Sie betonen die Bedeutung von gro\u00dfen multinationalen Konzernen f\u00fcr die Wirtschaft in den USA. Mehr als die H\u00e4lfte der Industriejobs h\u00e4ngt beispielsweise von ihnen ab. Ver\u00e4ndert Trumps Politik diese Struktur?Antr\u00e0s: Kurz gesagt: nein. Diese Regierung zielt nicht darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen gegen\u00fcber gro\u00dfen zu st\u00e4rken. Man k\u00f6nnte sagen, Protektionismus schade den gro\u00dfen Firmen, die globale Wertsch\u00f6pfungsketten aufgebaut haben. In der Realit\u00e4t sind gro\u00dfe Unternehmen aber besser darin, Ausnahmen und Schlupfl\u00f6cher zu nutzen \u2013 genau wie bei der internationalen Besteuerung. Sie haben die Mittel, sich durch politische Einflussnahme zu sch\u00fctzen. Kleine und mittlere Unternehmen sind die Verlierer dieser Politik. Staatsbeteiligung an IntelWELT: Trump hat nun sogar eine Staatsbeteiligung an Intel gekauft. F\u00e4llt Ihnen daf\u00fcr eine sinnvolle Begr\u00fcndung ein?Antr\u00e0s: Ich halte das f\u00fcr eine gef\u00e4hrliche Idee. Wenn der Staat sich in Unternehmen einkauft, um an Gewinnen beteiligt zu sein, stellt sich sofort die Frage: Warum nur zehn Prozent? Warum nicht gleich die Mehrheit? Staatseigentum rechtfertigt man \u00fcblicherweise mit \u00f6ffentlichen G\u00fctern oder fehlenden M\u00e4rkten, aber nicht damit, an Unternehmensgewinnen teilzuhaben. Damit begeben wir uns auf eine schiefe Ebene \u2013 hin zu einem staatlich gelenkten Kapitalismus, der weder effizient noch demokratisch ist.WELT: Europa ist den USA in den vergangenen Jahren bei der Industriepolitik gefolgt, nach dem Inflation Reduction Act von Joe Biden. Wird es auch nun auch bei Verstaatlichungen mitziehen?Antr\u00e0s: Nein, das glaube ich nicht. Es gibt in Europa durchaus ein Interesse an aktiver Industriepolitik \u2013 und in einigen Bereichen ist das auch sinnvoll. Aber sie muss ma\u00dfvoll und strategisch erfolgen, nicht ideologisch oder kopflos. Europa hat andere Voraussetzungen als die USA, einige Sektoren brauchen hier tats\u00e4chlich Unterst\u00fctzung. Daf\u00fcr hat Mario Draghi im vergangenen Jahr die Vorlage geliefert. WELT: Es geht in dem Bericht des fr\u00fcheren EZB-Pr\u00e4sidenten vor allem um den R\u00fcckstand Europas im IT-Bereich und bei der Produktivit\u00e4t. Kann Europa wieder aufschlie\u00dfen zu den USA?Antr\u00e0s: Einen Versuch ist es wert, der Erfolg ist aber nicht garantiert. Das Silicon Valley ist nicht entstanden, weil es in Kalifornien so sonnig ist. Es entstand durch eine Kombination von vielen Einflussfaktoren. Mit dem richtigen Anschub \u2013 sagen wir beispielsweise, K\u00f6ln zu einem Innovationshub machen \u2013 k\u00f6nnen sich selbstverst\u00e4rkende Kr\u00e4fte entfalten. Es reicht nicht, nur Geld in Forschung zu stecken. Man muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen wachsen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es auch eine offensive, talentfreundliche Einwanderungspolitik.WELT: Braucht das bisher sehr exportabh\u00e4ngige Deutschland ein neues Wirtschaftsmodell?Antr\u00e0s: Nein. Das Modell, auf Exporte, Offenheit und Regeln zu setzen, ist im Grundsatz richtig. Im R\u00fcckblick waren die USA und Europa sicher naiv hinsichtlich der Geschwindigkeit und des Ausma\u00dfes von Chinas Aufstieg \u2013 und der politischen Wende unter Xi Jinping. Das war ein Irrtum. Aber daraus kann man lernen. Man kann innovationsf\u00f6rdernde Politik st\u00e4rken, ohne das eigene Modell \u00fcber Bord zu werfen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.","og_url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/","og_site_name":"vof-news.eu","article_published_time":"2025-09-19T04:26:08+00:00","article_modified_time":"2025-09-19T04:26:43+00:00","og_image":[{"width":1200,"height":574,"url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/young-female-student-with-hand-on-chin-reading-book-while-sitting-in-classroom-at-university.webp","type":"image\/webp"}],"author":"Author","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Author","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"6\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/","name":"Kommen die Klugen jetzt zu uns? \u201eDas ist eine Chance f\u00fcr Europa\u201c - vof-news.eu","isPartOf":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/young-female-student-with-hand-on-chin-reading-book-while-sitting-in-classroom-at-university.webp","datePublished":"2025-09-19T04:26:08+00:00","dateModified":"2025-09-19T04:26:43+00:00","author":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed"},"description":"Pol Antr\u00e0s sitzt in einer Cafeteria an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. 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Mein Arbeitgeber steht unter starkem Beschuss durch die Trump-Administration. Ich finde, Harvard hat bislang bewundernswert reagiert. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein, mehr noch als fr\u00fcher.WELT: Sp\u00fcren Sie selbst die Folgen der Attacken von Donald Trump auf die Universit\u00e4t?Antr\u00e0s: Meine Arbeit ist dadurch nicht direkt beeintr\u00e4chtigt. Die Universit\u00e4t hat zwar finanzielle Zw\u00e4nge, hat aber die Geh\u00e4lter nicht gek\u00fcrzt. Meine Hauptsorge gilt den Studierenden. Die meisten meiner Studierenden sind im Ausland geboren, viele sind Chinesen. Einige sind diesen Sommer nicht nach Hause gefahren, aus Angst, nicht wieder in die USA einreisen zu k\u00f6nnen. Die Unsicherheit ist sehr gro\u00df.WELT: K\u00f6nnte diese Entwicklung dazu f\u00fchren, dass Wissenschaftler in Richtung Europa abwandern?Antr\u00e0s: Das ist eine Chance f\u00fcr Europa. Viele brillante junge K\u00f6pfe werden z\u00f6gern, in die USA zu kommen. Wer sie anziehen kann, ist k\u00fcnftig gut positioniert. Europa w\u00fcrde schon profitieren, wenn es seine eigenen Talente halten kann, statt sie ins Silicon Valley zu verlieren. Es ist ein angenehmer Ort zum Leben. Aber Europa hat auch Nachteile, vor allem weniger verf\u00fcgbares Kapital und mehr Regulierung als die USA. Erlauben es die Regeln der EU, dass hier das n\u00e4chste Google entsteht? Ich habe meine Zweifel. Auch f\u00fcr die Biotech-Branche ist das Umfeld schwierig, trotz Europas St\u00e4rke in der Pharmaindustrie. Und bei der Migration geht es nicht nur darum, eigene Leute in Deutschland zu halten. Ein Land, das ein Innovationszentrum sein will, muss Chinesen, Iraner, Russen \u2013 alle \u2013 willkommen hei\u00dfen. Politisch ist das derzeit schwierig.WELT: Das ist auch in den USA schwierig. Trump setzt zunehmend auf Abschottung \u2013 bei der Migration und bei den Z\u00f6llen. Welche Folgen hat das f\u00fcr die Weltwirtschaft?Antr\u00e0s: In Trumps erster Amtszeit dachten viele, die Z\u00f6lle seien nur Verhandlungstaktik. Inzwischen ist klar, dass er dem Protektionismus verpflichtet ist. Er glaubt, die USA k\u00f6nnten 15 Prozent Zoll durchsetzen, ohne dass die anderen Handelspartner etwas dagegensetzen. Damit hat er bisher weitgehend recht behalten \u2013 ein Gewinn f\u00fcr die USA. Andererseits wird er sein Ziel, die Produktion in die USA zur\u00fcckzuholen, damit wohl nicht erreichen. Die 15 Prozent werden nicht reichen, um die Kostenvorteile anderer L\u00e4nder bei Halbleitern, Batterien oder E-Autos auszugleichen. Sie treffen eher Sektoren wie den europ\u00e4ischen Wein \u2013 da steigen Preise einfach. 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Damit begeben wir uns auf eine schiefe Ebene \u2013 hin zu einem staatlich gelenkten Kapitalismus, der weder effizient noch demokratisch ist.WELT: Europa ist den USA in den vergangenen Jahren bei der Industriepolitik gefolgt, nach dem Inflation Reduction Act von Joe Biden. Wird es auch nun auch bei Verstaatlichungen mitziehen?Antr\u00e0s: Nein, das glaube ich nicht. Es gibt in Europa durchaus ein Interesse an aktiver Industriepolitik \u2013 und in einigen Bereichen ist das auch sinnvoll. Aber sie muss ma\u00dfvoll und strategisch erfolgen, nicht ideologisch oder kopflos. Europa hat andere Voraussetzungen als die USA, einige Sektoren brauchen hier tats\u00e4chlich Unterst\u00fctzung. Daf\u00fcr hat Mario Draghi im vergangenen Jahr die Vorlage geliefert. WELT: Es geht in dem Bericht des fr\u00fcheren EZB-Pr\u00e4sidenten vor allem um den R\u00fcckstand Europas im IT-Bereich und bei der Produktivit\u00e4t. Kann Europa wieder aufschlie\u00dfen zu den USA?Antr\u00e0s: Einen Versuch ist es wert, der Erfolg ist aber nicht garantiert. Das Silicon Valley ist nicht entstanden, weil es in Kalifornien so sonnig ist. Es entstand durch eine Kombination von vielen Einflussfaktoren. Mit dem richtigen Anschub \u2013 sagen wir beispielsweise, K\u00f6ln zu einem Innovationshub machen \u2013 k\u00f6nnen sich selbstverst\u00e4rkende Kr\u00e4fte entfalten. Es reicht nicht, nur Geld in Forschung zu stecken. Man muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen wachsen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es auch eine offensive, talentfreundliche Einwanderungspolitik.WELT: Braucht das bisher sehr exportabh\u00e4ngige Deutschland ein neues Wirtschaftsmodell?Antr\u00e0s: Nein. Das Modell, auf Exporte, Offenheit und Regeln zu setzen, ist im Grundsatz richtig. Im R\u00fcckblick waren die USA und Europa sicher naiv hinsichtlich der Geschwindigkeit und des Ausma\u00dfes von Chinas Aufstieg \u2013 und der politischen Wende unter Xi Jinping. Das war ein Irrtum. Aber daraus kann man lernen. Man kann innovationsf\u00f6rdernde Politik st\u00e4rken, ohne das eigene Modell \u00fcber Bord zu werfen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/young-female-student-with-hand-on-chin-reading-book-while-sitting-in-classroom-at-university.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/young-female-student-with-hand-on-chin-reading-book-while-sitting-in-classroom-at-university.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/kommen-die-klugen-jetzt-zu-uns-das-ist-eine-chance-fur-europa\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Kommen die Klugen jetzt zu uns? \u201eDas ist eine Chance f\u00fcr Europa\u201c"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276446","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=276446"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276446\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":276453,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276446\/revisions\/276453"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/276447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=276446"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=276446"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=276446"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}