{"id":273822,"date":"2025-09-11T23:26:16","date_gmt":"2025-09-11T20:26:16","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/43-000-arbeitsplatze-weg-die-gefahrliche-folge-der-deutschen-export-krise\/"},"modified":"2025-09-11T23:26:41","modified_gmt":"2025-09-11T20:26:41","slug":"43-000-arbeitsplatze-weg-die-gefahrliche-folge-der-deutschen-export-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/43-000-arbeitsplatze-weg-die-gefahrliche-folge-der-deutschen-export-krise\/","title":{"rendered":"43.000 Arbeitspl\u00e4tze weg \u2013 die gef\u00e4hrliche Folge der deutschen Export-Krise"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland hat ein Export-Problem. \u201eDie Lage ist wirklich d\u00fcster\u201c, sagt Dirk Jandura, der Pr\u00e4sident des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/bga\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/bga\/\">Bundesverbands Gro\u00dfhandel, Au\u00dfenhandel, Dienstleistungen (BGA)<\/a>. Der Au\u00dfenhandel stecke in der Krise. Und das sei f\u00fcr Deutschland keine gute Nachricht. <\/p>\n<p>Denn hinter dem verarbeitenden Gewerbe ist der Bereich Import-Export laut Jandura der zweitst\u00e4rkste Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Den Umsatz beziffert er auf rund 1,7 Billionen Euro, die Zahl der Besch\u00e4ftigten auf rund zwei Millionen. \u201eDer Punkt sind aber die Impulse, die vom <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/aussenhandel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/aussenhandel\/\">Au\u00dfenhandel<\/a> ausgehen: Letztlich h\u00e4ngt in Deutschland jeder vierte Arbeitsplatz davon ab. Wenn es also zu einer nachhaltig negativen Entwicklung k\u00e4me, w\u00fcrde ich mir schon Sorgen machen, was das Thema Wohlstand und was Arbeitspl\u00e4tze angeht, und in letzter Konsequenz nat\u00fcrlich auch, was die Steuereinnahmen angeht.\u201c  <\/p>\n<p>Und aktuell ist die Lage negativ. 2024 gab es schon ein Minus von 1,7 Prozent bei den Ausfuhren. Auf rund 1,55 Billionen Euro sanken die Auslandsverk\u00e4ufe, meldet das Statistische Bundesamt. Und im ersten Halbjahr 2025 ging es weiter bergab. Mit 786 Milliarden Euro lagen die Exporte zwar nur leicht unter dem Vorjahresniveau. <\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesamtjahr rechnet der BGA aber angesichts von Markteinbu\u00dfen, der US-Zollpolitik und immer neuen B\u00fcrokratie-H\u00fcrden mit einem Minus von 2,5 Prozent. \u201eEin nachhaltiger Aufschwung im deutschen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/sonderthemen\/mittelstand\/export\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sonderthemen\/mittelstand\/export\/\">Export<\/a> ist nach wie vor nicht in Sicht\u201c, sagt Jandura. Das Erreichen fr\u00fcherer Wachstumsraten bleibe daher unwahrscheinlich. Und auch der Kreditversicherer Allianz Trade, der solche Gesch\u00e4fte absichert, zeigt sich pessimistisch. \u201eDie Unsicherheit ist gekommen, um zu bleiben\u201c, begr\u00fcndet Milo Bogaerts, der Landeschef von Allianz Trade im deutschsprachigen Raum. <\/p>\n<p>L\u00e4ngst reagieren die Unternehmen auf diese Gemengelage. So sind laut BGA in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten rund 43.000 Arbeitspl\u00e4tze im Gro\u00df- und Au\u00dfenhandel verloren gegangen. Und laut Mitgliederbefragung rechnet rund ein Viertel der Betriebe mit weiteren Einbu\u00dfen. \u201eDie Lage ist also ernst\u201c, unterstreicht Jandura. Zumal es gerade in allen Branchen schlecht aussehe. \u201eIch habe keine Signale vernommen, dass irgendjemand aufzeigt und sagt, dass bei ihm eigentlich alles entspannt ist.\u201c <\/p>\n<h3>Au\u00dfenhandel \u201eam Scheideweg\u201c<\/h3>\n<p>Im Gegenteil: Auch Insolvenzen w\u00fcrden derzeit zunehmen, berichtet der Unternehmer, der im Hauptberuf Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Elektrogro\u00dfh\u00e4ndlers Oskar B\u00f6ttcher aus Berlin ist. \u201eAu\u00dferdem geht das Thema Kurzarbeit wieder los.\u201c Und das sei ungew\u00f6hnlich. \u201eIch kenne aus meiner aktiven Zeit im Gro\u00dfhandel keine Phase, wo wir es mit Kurzarbeit zu tun hatten\u201c, beschreibt Jandura. Erst in der Corona-Zeit habe es das zum ersten Mal im gr\u00f6\u00dferen Stil gegeben. Aber das habe mit Schlie\u00dfungen zu tun gehabt und mit allen m\u00f6glichen Sonderfaktoren. \u201eDanach hat es sich eigentlich wieder gesammelt.\u201c<\/p>\n<p>Der BGA-Pr\u00e4sident sieht den Au\u00dfenhandel daher \u201eam Scheideweg\u201c und fordert ein entschlossenes Gegensteuern seitens der Politik. \u201eWenn wir den Abw\u00e4rtstrend im Export stoppen und den rasanten Anstieg beim Import d\u00e4mpfen wollen, brauchen unsere Unternehmen dringend mehr Freiraum: weniger B\u00fcrokratie, sichere Lieferketten und vor allem den Abschluss neuer Freihandelsabkommen, um Z\u00f6lle und Handelshemmnisse zu \u00fcberwinden.\u201c <\/p>\n<p>Entt\u00e4uscht zeigt sich der Au\u00dfenhandelsverband dabei von der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz (CDU). \u201eDie Hoffnung war gro\u00df nach der Wahl\u201c, sagt Jandura. \u201eZum Beispiel, dass ein klarer Blick f\u00fcr die Belange der Wirtschaft zur\u00fcckkehrt.\u201c Das gro\u00dfe Versprechen, den Standort zu st\u00e4rken, Vertrauen zur\u00fcckzugewinnen, das Wirtschaftswachstum wieder m\u00f6glich zu machen \u2013 all das sei unzureichend eingel\u00f6st. Es brauche mehr Impulse f\u00fcr Wirtschaftswachstum und eine St\u00e4rkung des Standorts. \u201eOhne eine florierende Wirtschaft und damit sprudelnde Steuereinnahmen sind die anderen Vorhaben der Regierung auch nicht finanzierbar.\u201c<\/p>\n<h3>\u201eZehn Jahre verfehlte, angebotsferne Wirtschaftspolitik\u201c<\/h3>\n<p>In der Pflicht sehen die Unternehmen dabei sowohl Berlin als auch Br\u00fcssel. \u201eDie deutsche Regierung und die Europ\u00e4ische Kommission haben es geschafft, die Wirtschaft mit immer neuen Vorgaben so zu fesseln, dass sie sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann\u201c, analysiert Jandura. Doch es m\u00fcsse nun schnell zu einem Befreiungsschlag kommen. <\/p>\n<p>\u201eWir blicken auf mindestens zehn Jahre verfehlter, angebotsferner Wirtschaftspolitik, die unsere Unternehmen Schritt f\u00fcr Schritt geschw\u00e4cht hat. Gleichzeitig hat sich die geopolitische Lage massiv versch\u00e4rft.\u201c Die Politik m\u00fcsse den deutschen Au\u00dfenhandel endlich als Kernbereich ihrer Politik begreifen und unterst\u00fctzen. Denn das sei am Ende der Wachstumsmotor der Wirtschaft. Der BGA dr\u00e4ngt dabei wie auch etliche andere Wirtschaftsverb\u00e4nde vor allem auf zus\u00e4tzliche Freihandelsabkommen sowie auf den Abbau von B\u00fcrokratie und Regulierung, die immer st\u00e4rker zu Handelshemmnissen werden. <\/p>\n<p>Mehr erwartet hatten die Unternehmen von Deutschland und der EU auch in Bezug auf die aggressive US-Zollpolitik, die sich zunehmend zu einer Belastung f\u00fcr die hiesigen Exporteure ausw\u00e4chst. \u201eTrump nutzt Z\u00f6lle als politische Waffe. Unsere klare Erwartung an die EU-Kommission lautet deshalb: Bei dem Verhandlungsergebnis mit den USA muss nachgebessert werden\u201c, fordert BGA-Chef Jandura. Derweil versuchen sich viele Unternehmen sich neu zu orientieren. \u201eDadurch verschieben sich Handelsstr\u00f6me und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/bmw-ford-co-chinas-markt-macht-bedroht-auto-produktion-in-deutschland-und-den-usa\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/bmw-ford-co-chinas-markt-macht-bedroht-auto-produktion-in-deutschland-und-den-usa\/\">Lieferketten<\/a>\u201c, hei\u00dft es bei Allianz Trade. \u201eAllerdings ist der Spielraum f\u00fcr eine weitere Diversifizierung der Lieferketten ohne gr\u00f6\u00dfere Investitionszusagen begrenzt\u201c, sagt Ana Boata, die Leiterin der Wirtschaftsforschung beim Kreditversicherer. \u201eAu\u00dferdem stehen weitere Produkte auf der US-Untersuchungsliste.\u201c<\/p>\n<p>Zuletzt gab es vier Monate in Serie r\u00fcckl\u00e4ufige Ausfuhren in die USA, zeigten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Juli sanken die Exporte dabei auf den tiefsten Stand seit Dezember 2021. \u201eViele der neuen US-Z\u00f6lle sind so hoch, dass Gesch\u00e4fte schlichtweg unm\u00f6glich werden \u2013 f\u00fcr zahlreiche deutsche Exporteure bedeutet das faktisch den Verlust des US-Marktes\u201c, ordnet Jandura ein.<\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>Business Insider<\/em><\/b><\/a><b><em> erstellt.<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\"><b><em>Carsten Dierig<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland hat ein Export-Problem. \u201eDie Lage ist wirklich d\u00fcster\u201c, sagt Dirk Jandura, der Pr\u00e4sident des Bundesverbands Gro\u00dfhandel, Au\u00dfenhandel, Dienstleistungen (BGA). Der Au\u00dfenhandel stecke in der Krise. Und das sei f\u00fcr Deutschland keine gute Nachricht. Denn hinter dem verarbeitenden Gewerbe ist der Bereich Import-Export laut Jandura der zweitst\u00e4rkste Wirtschaftsfaktor in Deutschland. 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Denn hinter dem verarbeitenden Gewerbe ist der Bereich Import-Export laut Jandura der zweitst\u00e4rkste Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Den Umsatz beziffert er auf rund 1,7 Billionen Euro, die Zahl der Besch\u00e4ftigten auf rund zwei Millionen. \u201eDer Punkt sind aber die Impulse, die vom Au\u00dfenhandel ausgehen: Letztlich h\u00e4ngt in Deutschland jeder vierte Arbeitsplatz davon ab. Wenn es also zu einer nachhaltig negativen Entwicklung k\u00e4me, w\u00fcrde ich mir schon Sorgen machen, was das Thema Wohlstand und was Arbeitspl\u00e4tze angeht, und in letzter Konsequenz nat\u00fcrlich auch, was die Steuereinnahmen angeht.\u201c Und aktuell ist die Lage negativ. 2024 gab es schon ein Minus von 1,7 Prozent bei den Ausfuhren. Auf rund 1,55 Billionen Euro sanken die Auslandsverk\u00e4ufe, meldet das Statistische Bundesamt. Und im ersten Halbjahr 2025 ging es weiter bergab. Mit 786 Milliarden Euro lagen die Exporte zwar nur leicht unter dem Vorjahresniveau. F\u00fcr das Gesamtjahr rechnet der BGA aber angesichts von Markteinbu\u00dfen, der US-Zollpolitik und immer neuen B\u00fcrokratie-H\u00fcrden mit einem Minus von 2,5 Prozent. \u201eEin nachhaltiger Aufschwung im deutschen Export ist nach wie vor nicht in Sicht\u201c, sagt Jandura. Das Erreichen fr\u00fcherer Wachstumsraten bleibe daher unwahrscheinlich. Und auch der Kreditversicherer Allianz Trade, der solche Gesch\u00e4fte absichert, zeigt sich pessimistisch. \u201eDie Unsicherheit ist gekommen, um zu bleiben\u201c, begr\u00fcndet Milo Bogaerts, der Landeschef von Allianz Trade im deutschsprachigen Raum. L\u00e4ngst reagieren die Unternehmen auf diese Gemengelage. So sind laut BGA in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten rund 43.000 Arbeitspl\u00e4tze im Gro\u00df- und Au\u00dfenhandel verloren gegangen. Und laut Mitgliederbefragung rechnet rund ein Viertel der Betriebe mit weiteren Einbu\u00dfen. \u201eDie Lage ist also ernst\u201c, unterstreicht Jandura. 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Gleichzeitig hat sich die geopolitische Lage massiv versch\u00e4rft.\u201c Die Politik m\u00fcsse den deutschen Au\u00dfenhandel endlich als Kernbereich ihrer Politik begreifen und unterst\u00fctzen. Denn das sei am Ende der Wachstumsmotor der Wirtschaft. Der BGA dr\u00e4ngt dabei wie auch etliche andere Wirtschaftsverb\u00e4nde vor allem auf zus\u00e4tzliche Freihandelsabkommen sowie auf den Abbau von B\u00fcrokratie und Regulierung, die immer st\u00e4rker zu Handelshemmnissen werden. Mehr erwartet hatten die Unternehmen von Deutschland und der EU auch in Bezug auf die aggressive US-Zollpolitik, die sich zunehmend zu einer Belastung f\u00fcr die hiesigen Exporteure ausw\u00e4chst. \u201eTrump nutzt Z\u00f6lle als politische Waffe. Unsere klare Erwartung an die EU-Kommission lautet deshalb: Bei dem Verhandlungsergebnis mit den USA muss nachgebessert werden\u201c, fordert BGA-Chef Jandura. 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F\u00fcr das Gesamtjahr rechnet der BGA aber angesichts von Markteinbu\u00dfen, der US-Zollpolitik und immer neuen B\u00fcrokratie-H\u00fcrden mit einem Minus von 2,5 Prozent. \u201eEin nachhaltiger Aufschwung im deutschen Export ist nach wie vor nicht in Sicht\u201c, sagt Jandura. Das Erreichen fr\u00fcherer Wachstumsraten bleibe daher unwahrscheinlich. Und auch der Kreditversicherer Allianz Trade, der solche Gesch\u00e4fte absichert, zeigt sich pessimistisch. \u201eDie Unsicherheit ist gekommen, um zu bleiben\u201c, begr\u00fcndet Milo Bogaerts, der Landeschef von Allianz Trade im deutschsprachigen Raum. L\u00e4ngst reagieren die Unternehmen auf diese Gemengelage. So sind laut BGA in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten rund 43.000 Arbeitspl\u00e4tze im Gro\u00df- und Au\u00dfenhandel verloren gegangen. Und laut Mitgliederbefragung rechnet rund ein Viertel der Betriebe mit weiteren Einbu\u00dfen. \u201eDie Lage ist also ernst\u201c, unterstreicht Jandura. 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Es brauche mehr Impulse f\u00fcr Wirtschaftswachstum und eine St\u00e4rkung des Standorts. \u201eOhne eine florierende Wirtschaft und damit sprudelnde Steuereinnahmen sind die anderen Vorhaben der Regierung auch nicht finanzierbar.\u201c\u201eZehn Jahre verfehlte, angebotsferne Wirtschaftspolitik\u201cIn der Pflicht sehen die Unternehmen dabei sowohl Berlin als auch Br\u00fcssel. \u201eDie deutsche Regierung und die Europ\u00e4ische Kommission haben es geschafft, die Wirtschaft mit immer neuen Vorgaben so zu fesseln, dass sie sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann\u201c, analysiert Jandura. Doch es m\u00fcsse nun schnell zu einem Befreiungsschlag kommen. \u201eWir blicken auf mindestens zehn Jahre verfehlter, angebotsferner Wirtschaftspolitik, die unsere Unternehmen Schritt f\u00fcr Schritt geschw\u00e4cht hat. Gleichzeitig hat sich die geopolitische Lage massiv versch\u00e4rft.\u201c Die Politik m\u00fcsse den deutschen Au\u00dfenhandel endlich als Kernbereich ihrer Politik begreifen und unterst\u00fctzen. Denn das sei am Ende der Wachstumsmotor der Wirtschaft. Der BGA dr\u00e4ngt dabei wie auch etliche andere Wirtschaftsverb\u00e4nde vor allem auf zus\u00e4tzliche Freihandelsabkommen sowie auf den Abbau von B\u00fcrokratie und Regulierung, die immer st\u00e4rker zu Handelshemmnissen werden. Mehr erwartet hatten die Unternehmen von Deutschland und der EU auch in Bezug auf die aggressive US-Zollpolitik, die sich zunehmend zu einer Belastung f\u00fcr die hiesigen Exporteure ausw\u00e4chst. \u201eTrump nutzt Z\u00f6lle als politische Waffe. Unsere klare Erwartung an die EU-Kommission lautet deshalb: Bei dem Verhandlungsergebnis mit den USA muss nachgebessert werden\u201c, fordert BGA-Chef Jandura. Derweil versuchen sich viele Unternehmen sich neu zu orientieren. \u201eDadurch verschieben sich Handelsstr\u00f6me und Lieferketten\u201c, hei\u00dft es bei Allianz Trade. \u201eAllerdings ist der Spielraum f\u00fcr eine weitere Diversifizierung der Lieferketten ohne gr\u00f6\u00dfere Investitionszusagen begrenzt\u201c, sagt Ana Boata, die Leiterin der Wirtschaftsforschung beim Kreditversicherer. \u201eAu\u00dferdem stehen weitere Produkte auf der US-Untersuchungsliste.\u201cZuletzt gab es vier Monate in Serie r\u00fcckl\u00e4ufige Ausfuhren in die USA, zeigten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Juli sanken die Exporte dabei auf den tiefsten Stand seit Dezember 2021. \u201eViele der neuen US-Z\u00f6lle sind so hoch, dass Gesch\u00e4fte schlichtweg unm\u00f6glich werden \u2013 f\u00fcr zahlreiche deutsche Exporteure bedeutet das faktisch den Verlust des US-Marktes\u201c, ordnet Jandura ein.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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Gleichzeitig hat sich die geopolitische Lage massiv versch\u00e4rft.\u201c Die Politik m\u00fcsse den deutschen Au\u00dfenhandel endlich als Kernbereich ihrer Politik begreifen und unterst\u00fctzen. Denn das sei am Ende der Wachstumsmotor der Wirtschaft. Der BGA dr\u00e4ngt dabei wie auch etliche andere Wirtschaftsverb\u00e4nde vor allem auf zus\u00e4tzliche Freihandelsabkommen sowie auf den Abbau von B\u00fcrokratie und Regulierung, die immer st\u00e4rker zu Handelshemmnissen werden. Mehr erwartet hatten die Unternehmen von Deutschland und der EU auch in Bezug auf die aggressive US-Zollpolitik, die sich zunehmend zu einer Belastung f\u00fcr die hiesigen Exporteure ausw\u00e4chst. \u201eTrump nutzt Z\u00f6lle als politische Waffe. Unsere klare Erwartung an die EU-Kommission lautet deshalb: Bei dem Verhandlungsergebnis mit den USA muss nachgebessert werden\u201c, fordert BGA-Chef Jandura. Derweil versuchen sich viele Unternehmen sich neu zu orientieren. \u201eDadurch verschieben sich Handelsstr\u00f6me und Lieferketten\u201c, hei\u00dft es bei Allianz Trade. \u201eAllerdings ist der Spielraum f\u00fcr eine weitere Diversifizierung der Lieferketten ohne gr\u00f6\u00dfere Investitionszusagen begrenzt\u201c, sagt Ana Boata, die Leiterin der Wirtschaftsforschung beim Kreditversicherer. \u201eAu\u00dferdem stehen weitere Produkte auf der US-Untersuchungsliste.\u201cZuletzt gab es vier Monate in Serie r\u00fcckl\u00e4ufige Ausfuhren in die USA, zeigten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 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Und laut Mitgliederbefragung rechnet rund ein Viertel der Betriebe mit weiteren Einbu\u00dfen. \u201eDie Lage ist also ernst\u201c, unterstreicht Jandura. Zumal es gerade in allen Branchen schlecht aussehe. \u201eIch habe keine Signale vernommen, dass irgendjemand aufzeigt und sagt, dass bei ihm eigentlich alles entspannt ist.\u201c Au\u00dfenhandel \u201eam Scheideweg\u201cIm Gegenteil: Auch Insolvenzen w\u00fcrden derzeit zunehmen, berichtet der Unternehmer, der im Hauptberuf Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Elektrogro\u00dfh\u00e4ndlers Oskar B\u00f6ttcher aus Berlin ist. \u201eAu\u00dferdem geht das Thema Kurzarbeit wieder los.\u201c Und das sei ungew\u00f6hnlich. \u201eIch kenne aus meiner aktiven Zeit im Gro\u00dfhandel keine Phase, wo wir es mit Kurzarbeit zu tun hatten\u201c, beschreibt Jandura. Erst in der Corona-Zeit habe es das zum ersten Mal im gr\u00f6\u00dferen Stil gegeben. 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Den Umsatz beziffert er auf rund 1,7 Billionen Euro, die Zahl der Besch\u00e4ftigten auf rund zwei Millionen. \u201eDer Punkt sind aber die Impulse, die vom Au\u00dfenhandel ausgehen: Letztlich h\u00e4ngt in Deutschland jeder vierte Arbeitsplatz davon ab. Wenn es also zu einer nachhaltig negativen Entwicklung k\u00e4me, w\u00fcrde ich mir schon Sorgen machen, was das Thema Wohlstand und was Arbeitspl\u00e4tze angeht, und in letzter Konsequenz nat\u00fcrlich auch, was die Steuereinnahmen angeht.\u201c Und aktuell ist die Lage negativ. 2024 gab es schon ein Minus von 1,7 Prozent bei den Ausfuhren. Auf rund 1,55 Billionen Euro sanken die Auslandsverk\u00e4ufe, meldet das Statistische Bundesamt. Und im ersten Halbjahr 2025 ging es weiter bergab. Mit 786 Milliarden Euro lagen die Exporte zwar nur leicht unter dem Vorjahresniveau. F\u00fcr das Gesamtjahr rechnet der BGA aber angesichts von Markteinbu\u00dfen, der US-Zollpolitik und immer neuen B\u00fcrokratie-H\u00fcrden mit einem Minus von 2,5 Prozent. \u201eEin nachhaltiger Aufschwung im deutschen Export ist nach wie vor nicht in Sicht\u201c, sagt Jandura. Das Erreichen fr\u00fcherer Wachstumsraten bleibe daher unwahrscheinlich. Und auch der Kreditversicherer Allianz Trade, der solche Gesch\u00e4fte absichert, zeigt sich pessimistisch. \u201eDie Unsicherheit ist gekommen, um zu bleiben\u201c, begr\u00fcndet Milo Bogaerts, der Landeschef von Allianz Trade im deutschsprachigen Raum. L\u00e4ngst reagieren die Unternehmen auf diese Gemengelage. So sind laut BGA in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten rund 43.000 Arbeitspl\u00e4tze im Gro\u00df- und Au\u00dfenhandel verloren gegangen. Und laut Mitgliederbefragung rechnet rund ein Viertel der Betriebe mit weiteren Einbu\u00dfen. \u201eDie Lage ist also ernst\u201c, unterstreicht Jandura. Zumal es gerade in allen Branchen schlecht aussehe. \u201eIch habe keine Signale vernommen, dass irgendjemand aufzeigt und sagt, dass bei ihm eigentlich alles entspannt ist.\u201c Au\u00dfenhandel \u201eam Scheideweg\u201cIm Gegenteil: Auch Insolvenzen w\u00fcrden derzeit zunehmen, berichtet der Unternehmer, der im Hauptberuf Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Elektrogro\u00dfh\u00e4ndlers Oskar B\u00f6ttcher aus Berlin ist. \u201eAu\u00dferdem geht das Thema Kurzarbeit wieder los.\u201c Und das sei ungew\u00f6hnlich. \u201eIch kenne aus meiner aktiven Zeit im Gro\u00dfhandel keine Phase, wo wir es mit Kurzarbeit zu tun hatten\u201c, beschreibt Jandura. Erst in der Corona-Zeit habe es das zum ersten Mal im gr\u00f6\u00dferen Stil gegeben. Aber das habe mit Schlie\u00dfungen zu tun gehabt und mit allen m\u00f6glichen Sonderfaktoren. \u201eDanach hat es sich eigentlich wieder gesammelt.\u201cDer BGA-Pr\u00e4sident sieht den Au\u00dfenhandel daher \u201eam Scheideweg\u201c und fordert ein entschlossenes Gegensteuern seitens der Politik. \u201eWenn wir den Abw\u00e4rtstrend im Export stoppen und den rasanten Anstieg beim Import d\u00e4mpfen wollen, brauchen unsere Unternehmen dringend mehr Freiraum: weniger B\u00fcrokratie, sichere Lieferketten und vor allem den Abschluss neuer Freihandelsabkommen, um Z\u00f6lle und Handelshemmnisse zu \u00fcberwinden.\u201c Entt\u00e4uscht zeigt sich der Au\u00dfenhandelsverband dabei von der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz (CDU). \u201eDie Hoffnung war gro\u00df nach der Wahl\u201c, sagt Jandura. \u201eZum Beispiel, dass ein klarer Blick f\u00fcr die Belange der Wirtschaft zur\u00fcckkehrt.\u201c Das gro\u00dfe Versprechen, den Standort zu st\u00e4rken, Vertrauen zur\u00fcckzugewinnen, das Wirtschaftswachstum wieder m\u00f6glich zu machen \u2013 all das sei unzureichend eingel\u00f6st. 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Gleichzeitig hat sich die geopolitische Lage massiv versch\u00e4rft.\u201c Die Politik m\u00fcsse den deutschen Au\u00dfenhandel endlich als Kernbereich ihrer Politik begreifen und unterst\u00fctzen. Denn das sei am Ende der Wachstumsmotor der Wirtschaft. Der BGA dr\u00e4ngt dabei wie auch etliche andere Wirtschaftsverb\u00e4nde vor allem auf zus\u00e4tzliche Freihandelsabkommen sowie auf den Abbau von B\u00fcrokratie und Regulierung, die immer st\u00e4rker zu Handelshemmnissen werden. Mehr erwartet hatten die Unternehmen von Deutschland und der EU auch in Bezug auf die aggressive US-Zollpolitik, die sich zunehmend zu einer Belastung f\u00fcr die hiesigen Exporteure ausw\u00e4chst. \u201eTrump nutzt Z\u00f6lle als politische Waffe. Unsere klare Erwartung an die EU-Kommission lautet deshalb: Bei dem Verhandlungsergebnis mit den USA muss nachgebessert werden\u201c, fordert BGA-Chef Jandura. Derweil versuchen sich viele Unternehmen sich neu zu orientieren. \u201eDadurch verschieben sich Handelsstr\u00f6me und Lieferketten\u201c, hei\u00dft es bei Allianz Trade. \u201eAllerdings ist der Spielraum f\u00fcr eine weitere Diversifizierung der Lieferketten ohne gr\u00f6\u00dfere Investitionszusagen begrenzt\u201c, sagt Ana Boata, die Leiterin der Wirtschaftsforschung beim Kreditversicherer. \u201eAu\u00dferdem stehen weitere Produkte auf der US-Untersuchungsliste.\u201cZuletzt gab es vier Monate in Serie r\u00fcckl\u00e4ufige Ausfuhren in die USA, zeigten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 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Der Au\u00dfenhandel stecke in der Krise. Und das sei f\u00fcr Deutschland keine gute Nachricht. Denn hinter dem verarbeitenden Gewerbe ist der Bereich Import-Export laut Jandura der zweitst\u00e4rkste Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Den Umsatz beziffert er auf rund 1,7 Billionen Euro, die Zahl der Besch\u00e4ftigten auf rund zwei Millionen. \u201eDer Punkt sind aber die Impulse, die vom Au\u00dfenhandel ausgehen: Letztlich h\u00e4ngt in Deutschland jeder vierte Arbeitsplatz davon ab. Wenn es also zu einer nachhaltig negativen Entwicklung k\u00e4me, w\u00fcrde ich mir schon Sorgen machen, was das Thema Wohlstand und was Arbeitspl\u00e4tze angeht, und in letzter Konsequenz nat\u00fcrlich auch, was die Steuereinnahmen angeht.\u201c Und aktuell ist die Lage negativ. 2024 gab es schon ein Minus von 1,7 Prozent bei den Ausfuhren. Auf rund 1,55 Billionen Euro sanken die Auslandsverk\u00e4ufe, meldet das Statistische Bundesamt. Und im ersten Halbjahr 2025 ging es weiter bergab. Mit 786 Milliarden Euro lagen die Exporte zwar nur leicht unter dem Vorjahresniveau. F\u00fcr das Gesamtjahr rechnet der BGA aber angesichts von Markteinbu\u00dfen, der US-Zollpolitik und immer neuen B\u00fcrokratie-H\u00fcrden mit einem Minus von 2,5 Prozent. \u201eEin nachhaltiger Aufschwung im deutschen Export ist nach wie vor nicht in Sicht\u201c, sagt Jandura. Das Erreichen fr\u00fcherer Wachstumsraten bleibe daher unwahrscheinlich. Und auch der Kreditversicherer Allianz Trade, der solche Gesch\u00e4fte absichert, zeigt sich pessimistisch. \u201eDie Unsicherheit ist gekommen, um zu bleiben\u201c, begr\u00fcndet Milo Bogaerts, der Landeschef von Allianz Trade im deutschsprachigen Raum. L\u00e4ngst reagieren die Unternehmen auf diese Gemengelage. So sind laut BGA in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten rund 43.000 Arbeitspl\u00e4tze im Gro\u00df- und Au\u00dfenhandel verloren gegangen. Und laut Mitgliederbefragung rechnet rund ein Viertel der Betriebe mit weiteren Einbu\u00dfen. \u201eDie Lage ist also ernst\u201c, unterstreicht Jandura. Zumal es gerade in allen Branchen schlecht aussehe. \u201eIch habe keine Signale vernommen, dass irgendjemand aufzeigt und sagt, dass bei ihm eigentlich alles entspannt ist.\u201c Au\u00dfenhandel \u201eam Scheideweg\u201cIm Gegenteil: Auch Insolvenzen w\u00fcrden derzeit zunehmen, berichtet der Unternehmer, der im Hauptberuf Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Elektrogro\u00dfh\u00e4ndlers Oskar B\u00f6ttcher aus Berlin ist. \u201eAu\u00dferdem geht das Thema Kurzarbeit wieder los.\u201c Und das sei ungew\u00f6hnlich. \u201eIch kenne aus meiner aktiven Zeit im Gro\u00dfhandel keine Phase, wo wir es mit Kurzarbeit zu tun hatten\u201c, beschreibt Jandura. Erst in der Corona-Zeit habe es das zum ersten Mal im gr\u00f6\u00dferen Stil gegeben. Aber das habe mit Schlie\u00dfungen zu tun gehabt und mit allen m\u00f6glichen Sonderfaktoren. \u201eDanach hat es sich eigentlich wieder gesammelt.\u201cDer BGA-Pr\u00e4sident sieht den Au\u00dfenhandel daher \u201eam Scheideweg\u201c und fordert ein entschlossenes Gegensteuern seitens der Politik. \u201eWenn wir den Abw\u00e4rtstrend im Export stoppen und den rasanten Anstieg beim Import d\u00e4mpfen wollen, brauchen unsere Unternehmen dringend mehr Freiraum: weniger B\u00fcrokratie, sichere Lieferketten und vor allem den Abschluss neuer Freihandelsabkommen, um Z\u00f6lle und Handelshemmnisse zu \u00fcberwinden.\u201c Entt\u00e4uscht zeigt sich der Au\u00dfenhandelsverband dabei von der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz (CDU). \u201eDie Hoffnung war gro\u00df nach der Wahl\u201c, sagt Jandura. \u201eZum Beispiel, dass ein klarer Blick f\u00fcr die Belange der Wirtschaft zur\u00fcckkehrt.\u201c Das gro\u00dfe Versprechen, den Standort zu st\u00e4rken, Vertrauen zur\u00fcckzugewinnen, das Wirtschaftswachstum wieder m\u00f6glich zu machen \u2013 all das sei unzureichend eingel\u00f6st. Es brauche mehr Impulse f\u00fcr Wirtschaftswachstum und eine St\u00e4rkung des Standorts. \u201eOhne eine florierende Wirtschaft und damit sprudelnde Steuereinnahmen sind die anderen Vorhaben der Regierung auch nicht finanzierbar.\u201c\u201eZehn Jahre verfehlte, angebotsferne Wirtschaftspolitik\u201cIn der Pflicht sehen die Unternehmen dabei sowohl Berlin als auch Br\u00fcssel. \u201eDie deutsche Regierung und die Europ\u00e4ische Kommission haben es geschafft, die Wirtschaft mit immer neuen Vorgaben so zu fesseln, dass sie sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann\u201c, analysiert Jandura. Doch es m\u00fcsse nun schnell zu einem Befreiungsschlag kommen. \u201eWir blicken auf mindestens zehn Jahre verfehlter, angebotsferner Wirtschaftspolitik, die unsere Unternehmen Schritt f\u00fcr Schritt geschw\u00e4cht hat. Gleichzeitig hat sich die geopolitische Lage massiv versch\u00e4rft.\u201c Die Politik m\u00fcsse den deutschen Au\u00dfenhandel endlich als Kernbereich ihrer Politik begreifen und unterst\u00fctzen. Denn das sei am Ende der Wachstumsmotor der Wirtschaft. Der BGA dr\u00e4ngt dabei wie auch etliche andere Wirtschaftsverb\u00e4nde vor allem auf zus\u00e4tzliche Freihandelsabkommen sowie auf den Abbau von B\u00fcrokratie und Regulierung, die immer st\u00e4rker zu Handelshemmnissen werden. Mehr erwartet hatten die Unternehmen von Deutschland und der EU auch in Bezug auf die aggressive US-Zollpolitik, die sich zunehmend zu einer Belastung f\u00fcr die hiesigen Exporteure ausw\u00e4chst. \u201eTrump nutzt Z\u00f6lle als politische Waffe. Unsere klare Erwartung an die EU-Kommission lautet deshalb: Bei dem Verhandlungsergebnis mit den USA muss nachgebessert werden\u201c, fordert BGA-Chef Jandura. Derweil versuchen sich viele Unternehmen sich neu zu orientieren. \u201eDadurch verschieben sich Handelsstr\u00f6me und Lieferketten\u201c, hei\u00dft es bei Allianz Trade. \u201eAllerdings ist der Spielraum f\u00fcr eine weitere Diversifizierung der Lieferketten ohne gr\u00f6\u00dfere Investitionszusagen begrenzt\u201c, sagt Ana Boata, die Leiterin der Wirtschaftsforschung beim Kreditversicherer. \u201eAu\u00dferdem stehen weitere Produkte auf der US-Untersuchungsliste.\u201cZuletzt gab es vier Monate in Serie r\u00fcckl\u00e4ufige Ausfuhren in die USA, zeigten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Juli sanken die Exporte dabei auf den tiefsten Stand seit Dezember 2021. \u201eViele der neuen US-Z\u00f6lle sind so hoch, dass Gesch\u00e4fte schlichtweg unm\u00f6glich werden \u2013 f\u00fcr zahlreiche deutsche Exporteure bedeutet das faktisch den Verlust des US-Marktes\u201c, ordnet Jandura ein.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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