{"id":272542,"date":"2025-09-08T15:26:12","date_gmt":"2025-09-08T12:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/made-in-germany-ist-kein-selbstlaufer-mehr\/"},"modified":"2025-09-08T15:26:44","modified_gmt":"2025-09-08T12:26:44","slug":"made-in-germany-ist-kein-selbstlaufer-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/made-in-germany-ist-kein-selbstlaufer-mehr\/","title":{"rendered":"\u201eMade in Germany ist kein Selbstl\u00e4ufer mehr\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Matthias Metz spr\u00fcht vor Begeisterung. \u201eAlles unsichtbar\u201c, jubelt der Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/bsh\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/bsh\/\">BSH-Hausger\u00e4te<\/a> und zeigt auf einen matt-schwarzen K\u00fcchenblock im Showroom der Konzernmarken Bosch, Siemens und Gaggenau im M\u00fcnchener Stadtteil Bogenhausen. \u201eDa ist ein Kochfeld drauf, aber man sieht es auf den ersten Blick gar nicht.\u201c Und schon dreht er sich um und klappt eine Backofent\u00fcr auf: \u201eDie ganzen Heizelemente sind weg, versteckt unter dem Blech. L\u00e4sst sich jetzt noch besser reinigen.\u201c <\/p>\n<p>Weiter geht es zu einer schwarzen Schublade. \u201eDa ist kein Besteck drin\u201c, begeistert sich Metz, \u201esondern ein Dampfgarer. Und das auf so wenig Platz. Passt auch in kleine K\u00fcchen. Eine Weltneuheit.\u201c Der gro\u00dfen \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert BSH solche Innovationen dieser Tage auf der Technikmesse <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ifa\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ifa\/\">IFA<\/a> in Berlin. Im WELT-Interview spricht Metz \u00fcber den Standort Deutschland, die Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump und seinen Lieblingskaffee. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Herr Metz, wie h\u00e4ufig tauscht der Chef eines Hausger\u00e4teherstellers zu Hause die Elektroger\u00e4te aus? <\/p>\n<p><b>Matthias Metz:<\/b> Sicherlich h\u00e4ufiger als andere Haushalte. Bei mir waren es zuletzt die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/webwelt\/article256069148\/Waschmaschine-kaufen-So-koennen-Sie-mit-einem-neuen-Geraet-sparen.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/webwelt\/article256069148\/Waschmaschine-kaufen-So-koennen-Sie-mit-einem-neuen-Geraet-sparen.html\">Waschmaschine<\/a> und der Kaffeevollautomat. Das liegt an den zus\u00e4tzlichen M\u00f6glichkeiten, die durch st\u00e4ndige Innovationen geschaffen werden. Bei der Waschmaschine war es die Autodosierungsfunktion und beim Kaffeeautomat die M\u00f6glichkeit, auch Cold Brew damit zuzubereiten. Diese Sorte habe ich f\u00fcr mich neu entdeckt und im Sommer fast nur noch getrunken. Neue Features und Funktionen sind ein gro\u00dfer Kaufanreiz. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Was l\u00e4sst sich an einem Backofen, einer Sp\u00fclmaschine oder einer Gefriertruhe eigentlich jedes Jahr neu erfinden? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Die Grundfunktionalit\u00e4ten sind nat\u00fcrlich stabil. So wie ein Auto vordergr\u00fcndig fahren muss, hat ein Backofen zu backen. Neue Technologien und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/ki-wettrennen-zieht-an-meta-mit-milliarden-rechenzentrumsdeal\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/ki-wettrennen-zieht-an-meta-mit-milliarden-rechenzentrumsdeal\/\">k\u00fcnstliche Intelligenz<\/a> geben uns aber die M\u00f6glichkeit, Ger\u00e4te stetig zu verbessern und die W\u00fcnsche der Konsumenten noch zielgerichteter zu erf\u00fcllen. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Haben sie ein Beispiel? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Seit dem vergangenen Jahr gibt es bei uns einen Backofen, der \u00fcber eine Kamera den Inhalt erkennen kann und dann automatisch die richtige Temperatur und Garzeit einstellt. Damit lassen sich mittlerweile \u00fcber 100 Rezepte gelingsicher zubereiten. Es werden also Produkterlebnisse m\u00f6glich, die vor zwei, drei, f\u00fcnf Jahren noch nicht darstellbar waren. Zudem spielt das Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel in Bezug auf Energieeffizienz oder Wasserverbrauch eine zunehmend wichtige Rolle. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Vor vielen Jahren wurde \u00fcber einen K\u00fchlschrank gesprochen, der per Kamera seinen Inhalt erkennt und Nachbestellungen macht, etwa von Milch. Gibt es den mittlerweile \u2013 und braucht man so etwas \u00fcberhaupt? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Bei unseren verschiedenen Marken gibt es zwar K\u00fchlschr\u00e4nke mit Kamera, aber keine mit automatischem Bestellmechanismus. Denn nicht alles, was m\u00f6glich ist, ist auch wirklich sinnvoll. Zentrale Frage bei der Produktentwicklung muss immer der tats\u00e4chliche Nutzen sein. Experimentieren ist erlaubt, aber Kern unseres Handels ist die Konsumentenbegeisterung. Und die gibt es f\u00fcr einen K\u00fchlschrank, der automatisch Milch bestellt, bislang nicht. Daf\u00fcr geben die Konsumenten ihr Geld nicht aus, die aktuellen Generationen jedenfalls nicht.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie finden Sie heraus, was der Kunden haben will und was nicht? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Die W\u00fcnsche sind durchaus sehr unterschiedlich, je nach Region und Preispunkt. Deshalb ist es \u00fcbrigens auch wichtig, weiterhin Basis-Varianten im Programm zu haben und nicht nur Ger\u00e4te mit vielen Gimmicks. Was wichtig und relevant ist, identifizieren wir auf verschiedenen Wegen: durch Marktforschung, durch Testgruppen, durch das Auswerten von Kundenfeedback und Online-Kommentaren und nicht zuletzt durch Umfragen mit Verbrauchern, aber auch mit K\u00fcchenstudios und Elektronikh\u00e4ndlern, die ja die direkten Verkaufserlebnisse haben und die Reaktionen ihrer Kunden sehen. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie l\u00e4uft es im Verkauf? Wie stark sp\u00fcren Sie die Konsumzur\u00fcckhaltung? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Es w\u00e4re ein ziemliches Wunder, wenn wir das nicht sp\u00fcren w\u00fcrden. Da spielt nat\u00fcrlich hinein, dass viele Haushalte in der Corona-Zeit K\u00e4ufe vorgezogen haben. Wer sich aber vor vier, f\u00fcnf Jahren eine neue K\u00fcche gekauft hat, der macht das jetzt nicht schon wieder. Dazu schw\u00e4cheln die Immobilienm\u00e4rkte im Neubau wie auch im Bestand \u2013 sowohl in Deutschland und Europa, als auch in den USA und China und damit in allen unseren wichtigen M\u00e4rkten. <\/p>\n<p>Hierzulande zum Beispiel wurden in den Jahren 2015 bis 2021 j\u00e4hrlich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen K\u00fcchen verkauft. 2025 werden es wohl weniger als eine Million sein. Dazu gibt es vielerorts Unsicherheit und Zukunftssorgen, zudem hat die Inflation Kaufkraft gekostet. Damit sitzt das Geld weniger locker. Aber wir haben uns darauf eingestellt und haben einen klaren Zukunftsfahrplan. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie sieht dieser Plan aus? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Da bitte ich um Verst\u00e4ndnis, dass ich zur\u00fcckhaltend bleiben muss. Denn die Konkurrenz w\u00fcrde das nat\u00fcrlich auch gerne wissen. Klar ist aber, dass die Reduktion von Kosten und Komplexit\u00e4t eine Rolle spielt, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Und dass wir Wachstum generieren wollen: in Europa, in Amerika, in Asien, in Indien und auch in Afrika. Dort haben wir gerade erst eine Produktion in \u00c4gypten er\u00f6ffnet. Wir sehen uns schlie\u00dflich nicht nur als Europas gr\u00f6\u00dften Hausger\u00e4tehersteller, sondern haben auch einen weltweiten Anspruch, M\u00e4rkte zu gestalten. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Stichwort Kosten: Bei BSH l\u00e4uft ein globales Effizienzprogramm, bei dem bis 2027 rund 3500 Stellen abgebaut werden sollen. Wo stehen sie aktuell?<\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Da sind wir auch hier in Deutschland planm\u00e4\u00dfig unterwegs und machen das auf sozialvertr\u00e4gliche Weise. Es sind derzeit keine betriebsbedingten K\u00fcndigungen geplant. Denn bisher schlagen wir uns wacker in einem dynamischen Marktumfeld. Gleichwohl haben wir das Thema Wettbewerbs- und Zukunftsf\u00e4higkeit im Blick. Das steht \u00fcber allem. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wo produzieren Sie? Und gibt es wie zuletzt bei der Konkurrenz Verlagerungen, weil einzelne Standorte nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig sind? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Wir haben knapp 40 Fabriken rund um die Welt, sechs davon in Deutschland. Denn wir wollen m\u00f6glichst marktnah produzieren. Bei gro\u00dfvolumigen Ger\u00e4ten wie Waschmaschinen oder K\u00fchlschr\u00e4nken spielen Transportkosten eine wichtige Rolle. Mit unserem globalen Netzwerk f\u00fchlen wir uns grunds\u00e4tzlich gut aufgestellt. Dennoch k\u00f6nnen wir uns der Marktentwicklung nicht entziehen und hinterfragen derzeit jeden Standort und jede Investition. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie steht es um die deutschen Werke? Die Kritik an den Rahmenbedingungen hierzulande wird seit Jahren lauter.<\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Dieser Kritik k\u00f6nnen wir uns nur anschlie\u00dfen. Die Politik muss die Zeichen der Zeit erkennen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit st\u00e4rken. Das Thema <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68a9e4c45d3e123a945a8d79\/ploetzlich-made-in-germany-warum-coca-cola-und-mcdonalds-jetzt-deutsch-sein-wollen.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68a9e4c45d3e123a945a8d79\/ploetzlich-made-in-germany-warum-coca-cola-und-mcdonalds-jetzt-deutsch-sein-wollen.html\">\u201eMade in Germany\u201c<\/a> hat zwar eine gewisse Strahlkraft und ist weiterhin ein gutes Versprechen. Es ist aber kein Selbstl\u00e4ufer mehr. Die Bereitschaft der Kunden, daf\u00fcr auch mehr zu bezahlen, ist mittlerweile sehr limitiert. Das hat sich stark ver\u00e4ndert in den letzten zehn Jahren. Das Qualit\u00e4tsversprechen reicht nicht mehr aus. Die Produktion in Deutschland muss im internationalen Vergleich wettbewerbsf\u00e4higer werden. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie denn? Was w\u00fcnschen Sie sich von der Politik?<\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Die Kosten m\u00fcssen dringend runter, auch f\u00fcr Energie. Zudem muss die B\u00fcrokratie zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und \u00dcberregulierung vermieden werden. Nehmen Sie zum Beispiel das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Einen solchen Zungenbrecher kann \u00fcbrigens nur die deutsche B\u00fcrokratie erfinden. Dieses Gesetz verschlingt bei den Unternehmen massiv Zeit und Geld, verbessert dabei aber rein gar nichts \u2013 wir hatten unsere Lieferkette auch vorher im Griff. Das diskriminiert alle gro\u00dfen Unternehmen, die in Deutschland produzieren. <\/p>\n<p>Ausl\u00e4ndische Hersteller vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfenordnung, die hierzulande nur eine kleine Vertriebstruppe haben, sind davon nicht betroffen, jubeln dar\u00fcber und gewinnen Marktanteile. Da muss man sich schon fragen, ob das im Sinne einer starken Standortpolitik sein kann. Es muss auch in Zukunft m\u00f6glich sein, in Deutschland gewinnbringend und erfolgreich zu produzieren. Ansonsten wird \u2013 so f\u00fcrchte ich \u2013 die ohnehin gebremste Begeisterung, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article687de2e8232ed33c41739b9d\/made-for-germany-unternehmen-sagen-investitionen-in-hoehe-von-631-milliarden-euro-zu.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article687de2e8232ed33c41739b9d\/made-for-germany-unternehmen-sagen-investitionen-in-hoehe-von-631-milliarden-euro-zu.html\">in Deutschland zu investieren<\/a>, noch weiter sinken.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Investiert BSH noch in Deutschland? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Ja, wir haben in der Vergangenheit viel investiert und werden auch weiter in unserem Heimatmarkt investieren. Als Verantwortlicher \u00fcberlegt man derzeit aber sicher zweimal, ob und wie viel Geld hierzulande noch richtig investiert ist. Die Begeisterung daf\u00fcr hat schon deutliche D\u00e4mpfer bekommen. Die h\u00f6heren Kosten aber auch B\u00fcrokratiebelastungen gegen\u00fcber Osteuropa, Asien aber auch Nordamerika muss man als Unternehmen erst einmal verdienen. Ich w\u00fcnsche mir, dass die Politik die Probleme beherzter angeht. Es reicht nicht, zu nicken und Themen anzuerkennen. Es muss dann auch reales und schnelles Handeln geben. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Welche Regionen gewinnen f\u00fcr BSH angesichts dieser Gemengelage an Relevanz, sei es als neue Absatzm\u00e4rkte oder als k\u00fcnftige Produktionsstandorte? <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Wir sind bereits in allen Regionen vertreten, die f\u00fcr uns strategisch wichtig sind, darunter unter anderem Indien und China. Wei\u00dfe Flecken sehe ich derzeit nicht. Allerdings haben wir Afrika mittlerweile st\u00e4rker auf dem Radar, das zeigt der Fabrikneubau in \u00c4gypten, wo wir freistehende Herde produzieren. Noch ist der Markt auf diesem Kontinent klein, aber er hat Chancen nach vorne. <\/p>\n<p>Ansonsten versprechen wir uns viel von Nordamerika, wo wir vor allem mit <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/bosch-strich-bereits-stellen-vize-warnt-vor-weiteren-einschnitten-durch-verbrenner-aus\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/wirtschaft\/bosch-strich-bereits-stellen-vize-warnt-vor-weiteren-einschnitten-durch-verbrenner-aus\/\">Bosch<\/a>, Gaggenau und der lokalen Marke Thermador unterwegs sind. Dort haben wir zuletzt auch das Marketing verst\u00e4rkt und erstmals f\u00fcr die Marke Bosch beim <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/video255355512\/NFL-Rekordpreise-beim-Super-Bowl-Werbung-kostet-8-Millionen-Dollar-pro-30-Sekunden-Spot.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/video255355512\/NFL-Rekordpreise-beim-Super-Bowl-Werbung-kostet-8-Millionen-Dollar-pro-30-Sekunden-Spot.html\">Super Bowl geworben<\/a>. Das hat unsere Markenwahrnehmung und -bekanntheit nochmal merklich gesteigert. Das schl\u00e4gt sich auch in Verkaufszahlen nieder.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Stichwort Nordamerika: Welche Auswirkungen hat die Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Sie produzieren zwar in den USA. Daf\u00fcr muss BSH aber Komponenten importieren. Au\u00dferdem gibt es ein Werk in Mexiko f\u00fcr den amerikanischen Markt. <\/p>\n<p><b>Metz:<\/b> Nat\u00fcrlich haben die Z\u00f6lle Auswirkungen, da braucht man nicht drum herumreden. Wir haben bereits Preisanpassungen machen m\u00fcssen. Welche langfristigen Auswirkungen sich durch die Entwicklungen noch ergeben, l\u00e4sst sich aktuell nicht absehen. Aber das betrifft ja auch den Wettbewerb. Fest steht, dass die USA f\u00fcr uns als Markt sehr wichtig bleiben.<\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>Business Insider <\/em><\/b><\/a><b><em>erstellt.<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\"><b><em>Carsten Dierig<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen. <\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matthias Metz spr\u00fcht vor Begeisterung. \u201eAlles unsichtbar\u201c, jubelt der Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von BSH-Hausger\u00e4te und zeigt auf einen matt-schwarzen K\u00fcchenblock im Showroom der Konzernmarken Bosch, Siemens und Gaggenau im M\u00fcnchener Stadtteil Bogenhausen. \u201eDa ist ein Kochfeld drauf, aber man sieht es auf den ersten Blick gar nicht.\u201c Und schon dreht er sich um und klappt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":272543,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[59],"tags":[],"class_list":["post-272542","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-business-de"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v22.9 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>\u201eMade in Germany ist kein Selbstl\u00e4ufer mehr\u201c - vof-news.eu<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Matthias Metz spr\u00fcht vor Begeisterung. \u201eAlles unsichtbar\u201c, jubelt der Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von BSH-Hausger\u00e4te und zeigt auf einen matt-schwarzen K\u00fcchenblock im Showroom der Konzernmarken Bosch, Siemens und Gaggenau im M\u00fcnchener Stadtteil Bogenhausen. \u201eDa ist ein Kochfeld drauf, aber man sieht es auf den ersten Blick gar nicht.\u201c Und schon dreht er sich um und klappt eine Backofent\u00fcr auf: \u201eDie ganzen Heizelemente sind weg, versteckt unter dem Blech. L\u00e4sst sich jetzt noch besser reinigen.\u201c Weiter geht es zu einer schwarzen Schublade. \u201eDa ist kein Besteck drin\u201c, begeistert sich Metz, \u201esondern ein Dampfgarer. Und das auf so wenig Platz. Passt auch in kleine K\u00fcchen. Eine Weltneuheit.\u201c Der gro\u00dfen \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert BSH solche Innovationen dieser Tage auf der Technikmesse IFA in Berlin. Im WELT-Interview spricht Metz \u00fcber den Standort Deutschland, die Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump und seinen Lieblingskaffee. WELT: Herr Metz, wie h\u00e4ufig tauscht der Chef eines Hausger\u00e4teherstellers zu Hause die Elektroger\u00e4te aus? Matthias Metz: Sicherlich h\u00e4ufiger als andere Haushalte. Bei mir waren es zuletzt die Waschmaschine und der Kaffeevollautomat. Das liegt an den zus\u00e4tzlichen M\u00f6glichkeiten, die durch st\u00e4ndige Innovationen geschaffen werden. Bei der Waschmaschine war es die Autodosierungsfunktion und beim Kaffeeautomat die M\u00f6glichkeit, auch Cold Brew damit zuzubereiten. Diese Sorte habe ich f\u00fcr mich neu entdeckt und im Sommer fast nur noch getrunken. Neue Features und Funktionen sind ein gro\u00dfer Kaufanreiz. WELT: Was l\u00e4sst sich an einem Backofen, einer Sp\u00fclmaschine oder einer Gefriertruhe eigentlich jedes Jahr neu erfinden? Metz: Die Grundfunktionalit\u00e4ten sind nat\u00fcrlich stabil. So wie ein Auto vordergr\u00fcndig fahren muss, hat ein Backofen zu backen. Neue Technologien und k\u00fcnstliche Intelligenz geben uns aber die M\u00f6glichkeit, Ger\u00e4te stetig zu verbessern und die W\u00fcnsche der Konsumenten noch zielgerichteter zu erf\u00fcllen. WELT: Haben sie ein Beispiel? Metz: Seit dem vergangenen Jahr gibt es bei uns einen Backofen, der \u00fcber eine Kamera den Inhalt erkennen kann und dann automatisch die richtige Temperatur und Garzeit einstellt. Damit lassen sich mittlerweile \u00fcber 100 Rezepte gelingsicher zubereiten. Es werden also Produkterlebnisse m\u00f6glich, die vor zwei, drei, f\u00fcnf Jahren noch nicht darstellbar waren. Zudem spielt das Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel in Bezug auf Energieeffizienz oder Wasserverbrauch eine zunehmend wichtige Rolle. WELT: Vor vielen Jahren wurde \u00fcber einen K\u00fchlschrank gesprochen, der per Kamera seinen Inhalt erkennt und Nachbestellungen macht, etwa von Milch. Gibt es den mittlerweile \u2013 und braucht man so etwas \u00fcberhaupt? Metz: Bei unseren verschiedenen Marken gibt es zwar K\u00fchlschr\u00e4nke mit Kamera, aber keine mit automatischem Bestellmechanismus. Denn nicht alles, was m\u00f6glich ist, ist auch wirklich sinnvoll. Zentrale Frage bei der Produktentwicklung muss immer der tats\u00e4chliche Nutzen sein. Experimentieren ist erlaubt, aber Kern unseres Handels ist die Konsumentenbegeisterung. Und die gibt es f\u00fcr einen K\u00fchlschrank, der automatisch Milch bestellt, bislang nicht. Daf\u00fcr geben die Konsumenten ihr Geld nicht aus, die aktuellen Generationen jedenfalls nicht.WELT: Wie finden Sie heraus, was der Kunden haben will und was nicht? Metz: Die W\u00fcnsche sind durchaus sehr unterschiedlich, je nach Region und Preispunkt. Deshalb ist es \u00fcbrigens auch wichtig, weiterhin Basis-Varianten im Programm zu haben und nicht nur Ger\u00e4te mit vielen Gimmicks. Was wichtig und relevant ist, identifizieren wir auf verschiedenen Wegen: durch Marktforschung, durch Testgruppen, durch das Auswerten von Kundenfeedback und Online-Kommentaren und nicht zuletzt durch Umfragen mit Verbrauchern, aber auch mit K\u00fcchenstudios und Elektronikh\u00e4ndlern, die ja die direkten Verkaufserlebnisse haben und die Reaktionen ihrer Kunden sehen. WELT: Wie l\u00e4uft es im Verkauf? Wie stark sp\u00fcren Sie die Konsumzur\u00fcckhaltung? Metz: Es w\u00e4re ein ziemliches Wunder, wenn wir das nicht sp\u00fcren w\u00fcrden. Da spielt nat\u00fcrlich hinein, dass viele Haushalte in der Corona-Zeit K\u00e4ufe vorgezogen haben. Wer sich aber vor vier, f\u00fcnf Jahren eine neue K\u00fcche gekauft hat, der macht das jetzt nicht schon wieder. Dazu schw\u00e4cheln die Immobilienm\u00e4rkte im Neubau wie auch im Bestand \u2013 sowohl in Deutschland und Europa, als auch in den USA und China und damit in allen unseren wichtigen M\u00e4rkten. Hierzulande zum Beispiel wurden in den Jahren 2015 bis 2021 j\u00e4hrlich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen K\u00fcchen verkauft. 2025 werden es wohl weniger als eine Million sein. Dazu gibt es vielerorts Unsicherheit und Zukunftssorgen, zudem hat die Inflation Kaufkraft gekostet. Damit sitzt das Geld weniger locker. Aber wir haben uns darauf eingestellt und haben einen klaren Zukunftsfahrplan. WELT: Wie sieht dieser Plan aus? Metz: Da bitte ich um Verst\u00e4ndnis, dass ich zur\u00fcckhaltend bleiben muss. Denn die Konkurrenz w\u00fcrde das nat\u00fcrlich auch gerne wissen. Klar ist aber, dass die Reduktion von Kosten und Komplexit\u00e4t eine Rolle spielt, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Und dass wir Wachstum generieren wollen: in Europa, in Amerika, in Asien, in Indien und auch in Afrika. Dort haben wir gerade erst eine Produktion in \u00c4gypten er\u00f6ffnet. Wir sehen uns schlie\u00dflich nicht nur als Europas gr\u00f6\u00dften Hausger\u00e4tehersteller, sondern haben auch einen weltweiten Anspruch, M\u00e4rkte zu gestalten. WELT: Stichwort Kosten: Bei BSH l\u00e4uft ein globales Effizienzprogramm, bei dem bis 2027 rund 3500 Stellen abgebaut werden sollen. Wo stehen sie aktuell?Metz: Da sind wir auch hier in Deutschland planm\u00e4\u00dfig unterwegs und machen das auf sozialvertr\u00e4gliche Weise. Es sind derzeit keine betriebsbedingten K\u00fcndigungen geplant. Denn bisher schlagen wir uns wacker in einem dynamischen Marktumfeld. Gleichwohl haben wir das Thema Wettbewerbs- und Zukunftsf\u00e4higkeit im Blick. Das steht \u00fcber allem. WELT: Wo produzieren Sie? Und gibt es wie zuletzt bei der Konkurrenz Verlagerungen, weil einzelne Standorte nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig sind? Metz: Wir haben knapp 40 Fabriken rund um die Welt, sechs davon in Deutschland. Denn wir wollen m\u00f6glichst marktnah produzieren. Bei gro\u00dfvolumigen Ger\u00e4ten wie Waschmaschinen oder K\u00fchlschr\u00e4nken spielen Transportkosten eine wichtige Rolle. Mit unserem globalen Netzwerk f\u00fchlen wir uns grunds\u00e4tzlich gut aufgestellt. Dennoch k\u00f6nnen wir uns der Marktentwicklung nicht entziehen und hinterfragen derzeit jeden Standort und jede Investition. WELT: Wie steht es um die deutschen Werke? Die Kritik an den Rahmenbedingungen hierzulande wird seit Jahren lauter.Metz: Dieser Kritik k\u00f6nnen wir uns nur anschlie\u00dfen. Die Politik muss die Zeichen der Zeit erkennen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit st\u00e4rken. Das Thema \u201eMade in Germany\u201c hat zwar eine gewisse Strahlkraft und ist weiterhin ein gutes Versprechen. Es ist aber kein Selbstl\u00e4ufer mehr. Die Bereitschaft der Kunden, daf\u00fcr auch mehr zu bezahlen, ist mittlerweile sehr limitiert. Das hat sich stark ver\u00e4ndert in den letzten zehn Jahren. Das Qualit\u00e4tsversprechen reicht nicht mehr aus. Die Produktion in Deutschland muss im internationalen Vergleich wettbewerbsf\u00e4higer werden. WELT: Wie denn? Was w\u00fcnschen Sie sich von der Politik?Metz: Die Kosten m\u00fcssen dringend runter, auch f\u00fcr Energie. Zudem muss die B\u00fcrokratie zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und \u00dcberregulierung vermieden werden. Nehmen Sie zum Beispiel das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Einen solchen Zungenbrecher kann \u00fcbrigens nur die deutsche B\u00fcrokratie erfinden. Dieses Gesetz verschlingt bei den Unternehmen massiv Zeit und Geld, verbessert dabei aber rein gar nichts \u2013 wir hatten unsere Lieferkette auch vorher im Griff. Das diskriminiert alle gro\u00dfen Unternehmen, die in Deutschland produzieren. Ausl\u00e4ndische Hersteller vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfenordnung, die hierzulande nur eine kleine Vertriebstruppe haben, sind davon nicht betroffen, jubeln dar\u00fcber und gewinnen Marktanteile. Da muss man sich schon fragen, ob das im Sinne einer starken Standortpolitik sein kann. Es muss auch in Zukunft m\u00f6glich sein, in Deutschland gewinnbringend und erfolgreich zu produzieren. Ansonsten wird \u2013 so f\u00fcrchte ich \u2013 die ohnehin gebremste Begeisterung, in Deutschland zu investieren, noch weiter sinken.WELT: Investiert BSH noch in Deutschland? Metz: Ja, wir haben in der Vergangenheit viel investiert und werden auch weiter in unserem Heimatmarkt investieren. Als Verantwortlicher \u00fcberlegt man derzeit aber sicher zweimal, ob und wie viel Geld hierzulande noch richtig investiert ist. Die Begeisterung daf\u00fcr hat schon deutliche D\u00e4mpfer bekommen. Die h\u00f6heren Kosten aber auch B\u00fcrokratiebelastungen gegen\u00fcber Osteuropa, Asien aber auch Nordamerika muss man als Unternehmen erst einmal verdienen. Ich w\u00fcnsche mir, dass die Politik die Probleme beherzter angeht. Es reicht nicht, zu nicken und Themen anzuerkennen. Es muss dann auch reales und schnelles Handeln geben. WELT: Welche Regionen gewinnen f\u00fcr BSH angesichts dieser Gemengelage an Relevanz, sei es als neue Absatzm\u00e4rkte oder als k\u00fcnftige Produktionsstandorte? Metz: Wir sind bereits in allen Regionen vertreten, die f\u00fcr uns strategisch wichtig sind, darunter unter anderem Indien und China. Wei\u00dfe Flecken sehe ich derzeit nicht. Allerdings haben wir Afrika mittlerweile st\u00e4rker auf dem Radar, das zeigt der Fabrikneubau in \u00c4gypten, wo wir freistehende Herde produzieren. Noch ist der Markt auf diesem Kontinent klein, aber er hat Chancen nach vorne. Ansonsten versprechen wir uns viel von Nordamerika, wo wir vor allem mit Bosch, Gaggenau und der lokalen Marke Thermador unterwegs sind. Dort haben wir zuletzt auch das Marketing verst\u00e4rkt und erstmals f\u00fcr die Marke Bosch beim Super Bowl geworben. Das hat unsere Markenwahrnehmung und -bekanntheit nochmal merklich gesteigert. Das schl\u00e4gt sich auch in Verkaufszahlen nieder.WELT: Stichwort Nordamerika: Welche Auswirkungen hat die Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Sie produzieren zwar in den USA. Daf\u00fcr muss BSH aber Komponenten importieren. Au\u00dferdem gibt es ein Werk in Mexiko f\u00fcr den amerikanischen Markt. Metz: Nat\u00fcrlich haben die Z\u00f6lle Auswirkungen, da braucht man nicht drum herumreden. Wir haben bereits Preisanpassungen machen m\u00fcssen. Welche langfristigen Auswirkungen sich durch die Entwicklungen noch ergeben, l\u00e4sst sich aktuell nicht absehen. Aber das betrifft ja auch den Wettbewerb. Fest steht, dass die USA f\u00fcr uns als Markt sehr wichtig bleiben.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eMade in Germany ist kein Selbstl\u00e4ufer mehr\u201c - vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Matthias Metz spr\u00fcht vor Begeisterung. \u201eAlles unsichtbar\u201c, jubelt der Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung von BSH-Hausger\u00e4te und zeigt auf einen matt-schwarzen K\u00fcchenblock im Showroom der Konzernmarken Bosch, Siemens und Gaggenau im M\u00fcnchener Stadtteil Bogenhausen. \u201eDa ist ein Kochfeld drauf, aber man sieht es auf den ersten Blick gar nicht.\u201c Und schon dreht er sich um und klappt eine Backofent\u00fcr auf: \u201eDie ganzen Heizelemente sind weg, versteckt unter dem Blech. L\u00e4sst sich jetzt noch besser reinigen.\u201c Weiter geht es zu einer schwarzen Schublade. \u201eDa ist kein Besteck drin\u201c, begeistert sich Metz, \u201esondern ein Dampfgarer. Und das auf so wenig Platz. Passt auch in kleine K\u00fcchen. Eine Weltneuheit.\u201c Der gro\u00dfen \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert BSH solche Innovationen dieser Tage auf der Technikmesse IFA in Berlin. Im WELT-Interview spricht Metz \u00fcber den Standort Deutschland, die Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump und seinen Lieblingskaffee. WELT: Herr Metz, wie h\u00e4ufig tauscht der Chef eines Hausger\u00e4teherstellers zu Hause die Elektroger\u00e4te aus? Matthias Metz: Sicherlich h\u00e4ufiger als andere Haushalte. Bei mir waren es zuletzt die Waschmaschine und der Kaffeevollautomat. Das liegt an den zus\u00e4tzlichen M\u00f6glichkeiten, die durch st\u00e4ndige Innovationen geschaffen werden. Bei der Waschmaschine war es die Autodosierungsfunktion und beim Kaffeeautomat die M\u00f6glichkeit, auch Cold Brew damit zuzubereiten. Diese Sorte habe ich f\u00fcr mich neu entdeckt und im Sommer fast nur noch getrunken. Neue Features und Funktionen sind ein gro\u00dfer Kaufanreiz. WELT: Was l\u00e4sst sich an einem Backofen, einer Sp\u00fclmaschine oder einer Gefriertruhe eigentlich jedes Jahr neu erfinden? Metz: Die Grundfunktionalit\u00e4ten sind nat\u00fcrlich stabil. So wie ein Auto vordergr\u00fcndig fahren muss, hat ein Backofen zu backen. Neue Technologien und k\u00fcnstliche Intelligenz geben uns aber die M\u00f6glichkeit, Ger\u00e4te stetig zu verbessern und die W\u00fcnsche der Konsumenten noch zielgerichteter zu erf\u00fcllen. WELT: Haben sie ein Beispiel? Metz: Seit dem vergangenen Jahr gibt es bei uns einen Backofen, der \u00fcber eine Kamera den Inhalt erkennen kann und dann automatisch die richtige Temperatur und Garzeit einstellt. Damit lassen sich mittlerweile \u00fcber 100 Rezepte gelingsicher zubereiten. Es werden also Produkterlebnisse m\u00f6glich, die vor zwei, drei, f\u00fcnf Jahren noch nicht darstellbar waren. Zudem spielt das Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel in Bezug auf Energieeffizienz oder Wasserverbrauch eine zunehmend wichtige Rolle. WELT: Vor vielen Jahren wurde \u00fcber einen K\u00fchlschrank gesprochen, der per Kamera seinen Inhalt erkennt und Nachbestellungen macht, etwa von Milch. Gibt es den mittlerweile \u2013 und braucht man so etwas \u00fcberhaupt? Metz: Bei unseren verschiedenen Marken gibt es zwar K\u00fchlschr\u00e4nke mit Kamera, aber keine mit automatischem Bestellmechanismus. Denn nicht alles, was m\u00f6glich ist, ist auch wirklich sinnvoll. Zentrale Frage bei der Produktentwicklung muss immer der tats\u00e4chliche Nutzen sein. Experimentieren ist erlaubt, aber Kern unseres Handels ist die Konsumentenbegeisterung. Und die gibt es f\u00fcr einen K\u00fchlschrank, der automatisch Milch bestellt, bislang nicht. Daf\u00fcr geben die Konsumenten ihr Geld nicht aus, die aktuellen Generationen jedenfalls nicht.WELT: Wie finden Sie heraus, was der Kunden haben will und was nicht? Metz: Die W\u00fcnsche sind durchaus sehr unterschiedlich, je nach Region und Preispunkt. Deshalb ist es \u00fcbrigens auch wichtig, weiterhin Basis-Varianten im Programm zu haben und nicht nur Ger\u00e4te mit vielen Gimmicks. Was wichtig und relevant ist, identifizieren wir auf verschiedenen Wegen: durch Marktforschung, durch Testgruppen, durch das Auswerten von Kundenfeedback und Online-Kommentaren und nicht zuletzt durch Umfragen mit Verbrauchern, aber auch mit K\u00fcchenstudios und Elektronikh\u00e4ndlern, die ja die direkten Verkaufserlebnisse haben und die Reaktionen ihrer Kunden sehen. WELT: Wie l\u00e4uft es im Verkauf? Wie stark sp\u00fcren Sie die Konsumzur\u00fcckhaltung? Metz: Es w\u00e4re ein ziemliches Wunder, wenn wir das nicht sp\u00fcren w\u00fcrden. Da spielt nat\u00fcrlich hinein, dass viele Haushalte in der Corona-Zeit K\u00e4ufe vorgezogen haben. Wer sich aber vor vier, f\u00fcnf Jahren eine neue K\u00fcche gekauft hat, der macht das jetzt nicht schon wieder. Dazu schw\u00e4cheln die Immobilienm\u00e4rkte im Neubau wie auch im Bestand \u2013 sowohl in Deutschland und Europa, als auch in den USA und China und damit in allen unseren wichtigen M\u00e4rkten. Hierzulande zum Beispiel wurden in den Jahren 2015 bis 2021 j\u00e4hrlich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen K\u00fcchen verkauft. 2025 werden es wohl weniger als eine Million sein. Dazu gibt es vielerorts Unsicherheit und Zukunftssorgen, zudem hat die Inflation Kaufkraft gekostet. Damit sitzt das Geld weniger locker. Aber wir haben uns darauf eingestellt und haben einen klaren Zukunftsfahrplan. WELT: Wie sieht dieser Plan aus? Metz: Da bitte ich um Verst\u00e4ndnis, dass ich zur\u00fcckhaltend bleiben muss. Denn die Konkurrenz w\u00fcrde das nat\u00fcrlich auch gerne wissen. Klar ist aber, dass die Reduktion von Kosten und Komplexit\u00e4t eine Rolle spielt, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Und dass wir Wachstum generieren wollen: in Europa, in Amerika, in Asien, in Indien und auch in Afrika. Dort haben wir gerade erst eine Produktion in \u00c4gypten er\u00f6ffnet. Wir sehen uns schlie\u00dflich nicht nur als Europas gr\u00f6\u00dften Hausger\u00e4tehersteller, sondern haben auch einen weltweiten Anspruch, M\u00e4rkte zu gestalten. WELT: Stichwort Kosten: Bei BSH l\u00e4uft ein globales Effizienzprogramm, bei dem bis 2027 rund 3500 Stellen abgebaut werden sollen. Wo stehen sie aktuell?Metz: Da sind wir auch hier in Deutschland planm\u00e4\u00dfig unterwegs und machen das auf sozialvertr\u00e4gliche Weise. Es sind derzeit keine betriebsbedingten K\u00fcndigungen geplant. Denn bisher schlagen wir uns wacker in einem dynamischen Marktumfeld. Gleichwohl haben wir das Thema Wettbewerbs- und Zukunftsf\u00e4higkeit im Blick. Das steht \u00fcber allem. WELT: Wo produzieren Sie? Und gibt es wie zuletzt bei der Konkurrenz Verlagerungen, weil einzelne Standorte nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig sind? Metz: Wir haben knapp 40 Fabriken rund um die Welt, sechs davon in Deutschland. Denn wir wollen m\u00f6glichst marktnah produzieren. Bei gro\u00dfvolumigen Ger\u00e4ten wie Waschmaschinen oder K\u00fchlschr\u00e4nken spielen Transportkosten eine wichtige Rolle. Mit unserem globalen Netzwerk f\u00fchlen wir uns grunds\u00e4tzlich gut aufgestellt. Dennoch k\u00f6nnen wir uns der Marktentwicklung nicht entziehen und hinterfragen derzeit jeden Standort und jede Investition. WELT: Wie steht es um die deutschen Werke? Die Kritik an den Rahmenbedingungen hierzulande wird seit Jahren lauter.Metz: Dieser Kritik k\u00f6nnen wir uns nur anschlie\u00dfen. Die Politik muss die Zeichen der Zeit erkennen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit st\u00e4rken. Das Thema \u201eMade in Germany\u201c hat zwar eine gewisse Strahlkraft und ist weiterhin ein gutes Versprechen. Es ist aber kein Selbstl\u00e4ufer mehr. Die Bereitschaft der Kunden, daf\u00fcr auch mehr zu bezahlen, ist mittlerweile sehr limitiert. Das hat sich stark ver\u00e4ndert in den letzten zehn Jahren. Das Qualit\u00e4tsversprechen reicht nicht mehr aus. Die Produktion in Deutschland muss im internationalen Vergleich wettbewerbsf\u00e4higer werden. WELT: Wie denn? Was w\u00fcnschen Sie sich von der Politik?Metz: Die Kosten m\u00fcssen dringend runter, auch f\u00fcr Energie. Zudem muss die B\u00fcrokratie zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und \u00dcberregulierung vermieden werden. Nehmen Sie zum Beispiel das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Einen solchen Zungenbrecher kann \u00fcbrigens nur die deutsche B\u00fcrokratie erfinden. Dieses Gesetz verschlingt bei den Unternehmen massiv Zeit und Geld, verbessert dabei aber rein gar nichts \u2013 wir hatten unsere Lieferkette auch vorher im Griff. Das diskriminiert alle gro\u00dfen Unternehmen, die in Deutschland produzieren. Ausl\u00e4ndische Hersteller vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfenordnung, die hierzulande nur eine kleine Vertriebstruppe haben, sind davon nicht betroffen, jubeln dar\u00fcber und gewinnen Marktanteile. Da muss man sich schon fragen, ob das im Sinne einer starken Standortpolitik sein kann. Es muss auch in Zukunft m\u00f6glich sein, in Deutschland gewinnbringend und erfolgreich zu produzieren. Ansonsten wird \u2013 so f\u00fcrchte ich \u2013 die ohnehin gebremste Begeisterung, in Deutschland zu investieren, noch weiter sinken.WELT: Investiert BSH noch in Deutschland? Metz: Ja, wir haben in der Vergangenheit viel investiert und werden auch weiter in unserem Heimatmarkt investieren. Als Verantwortlicher \u00fcberlegt man derzeit aber sicher zweimal, ob und wie viel Geld hierzulande noch richtig investiert ist. Die Begeisterung daf\u00fcr hat schon deutliche D\u00e4mpfer bekommen. Die h\u00f6heren Kosten aber auch B\u00fcrokratiebelastungen gegen\u00fcber Osteuropa, Asien aber auch Nordamerika muss man als Unternehmen erst einmal verdienen. Ich w\u00fcnsche mir, dass die Politik die Probleme beherzter angeht. Es reicht nicht, zu nicken und Themen anzuerkennen. Es muss dann auch reales und schnelles Handeln geben. WELT: Welche Regionen gewinnen f\u00fcr BSH angesichts dieser Gemengelage an Relevanz, sei es als neue Absatzm\u00e4rkte oder als k\u00fcnftige Produktionsstandorte? Metz: Wir sind bereits in allen Regionen vertreten, die f\u00fcr uns strategisch wichtig sind, darunter unter anderem Indien und China. Wei\u00dfe Flecken sehe ich derzeit nicht. Allerdings haben wir Afrika mittlerweile st\u00e4rker auf dem Radar, das zeigt der Fabrikneubau in \u00c4gypten, wo wir freistehende Herde produzieren. Noch ist der Markt auf diesem Kontinent klein, aber er hat Chancen nach vorne. Ansonsten versprechen wir uns viel von Nordamerika, wo wir vor allem mit Bosch, Gaggenau und der lokalen Marke Thermador unterwegs sind. Dort haben wir zuletzt auch das Marketing verst\u00e4rkt und erstmals f\u00fcr die Marke Bosch beim Super Bowl geworben. Das hat unsere Markenwahrnehmung und -bekanntheit nochmal merklich gesteigert. Das schl\u00e4gt sich auch in Verkaufszahlen nieder.WELT: Stichwort Nordamerika: Welche Auswirkungen hat die Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Sie produzieren zwar in den USA. Daf\u00fcr muss BSH aber Komponenten importieren. Au\u00dferdem gibt es ein Werk in Mexiko f\u00fcr den amerikanischen Markt. Metz: Nat\u00fcrlich haben die Z\u00f6lle Auswirkungen, da braucht man nicht drum herumreden. 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Damit lassen sich mittlerweile \u00fcber 100 Rezepte gelingsicher zubereiten. Es werden also Produkterlebnisse m\u00f6glich, die vor zwei, drei, f\u00fcnf Jahren noch nicht darstellbar waren. Zudem spielt das Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel in Bezug auf Energieeffizienz oder Wasserverbrauch eine zunehmend wichtige Rolle. WELT: Vor vielen Jahren wurde \u00fcber einen K\u00fchlschrank gesprochen, der per Kamera seinen Inhalt erkennt und Nachbestellungen macht, etwa von Milch. Gibt es den mittlerweile \u2013 und braucht man so etwas \u00fcberhaupt? Metz: Bei unseren verschiedenen Marken gibt es zwar K\u00fchlschr\u00e4nke mit Kamera, aber keine mit automatischem Bestellmechanismus. Denn nicht alles, was m\u00f6glich ist, ist auch wirklich sinnvoll. Zentrale Frage bei der Produktentwicklung muss immer der tats\u00e4chliche Nutzen sein. Experimentieren ist erlaubt, aber Kern unseres Handels ist die Konsumentenbegeisterung. Und die gibt es f\u00fcr einen K\u00fchlschrank, der automatisch Milch bestellt, bislang nicht. Daf\u00fcr geben die Konsumenten ihr Geld nicht aus, die aktuellen Generationen jedenfalls nicht.WELT: Wie finden Sie heraus, was der Kunden haben will und was nicht? Metz: Die W\u00fcnsche sind durchaus sehr unterschiedlich, je nach Region und Preispunkt. Deshalb ist es \u00fcbrigens auch wichtig, weiterhin Basis-Varianten im Programm zu haben und nicht nur Ger\u00e4te mit vielen Gimmicks. Was wichtig und relevant ist, identifizieren wir auf verschiedenen Wegen: durch Marktforschung, durch Testgruppen, durch das Auswerten von Kundenfeedback und Online-Kommentaren und nicht zuletzt durch Umfragen mit Verbrauchern, aber auch mit K\u00fcchenstudios und Elektronikh\u00e4ndlern, die ja die direkten Verkaufserlebnisse haben und die Reaktionen ihrer Kunden sehen. WELT: Wie l\u00e4uft es im Verkauf? Wie stark sp\u00fcren Sie die Konsumzur\u00fcckhaltung? Metz: Es w\u00e4re ein ziemliches Wunder, wenn wir das nicht sp\u00fcren w\u00fcrden. Da spielt nat\u00fcrlich hinein, dass viele Haushalte in der Corona-Zeit K\u00e4ufe vorgezogen haben. Wer sich aber vor vier, f\u00fcnf Jahren eine neue K\u00fcche gekauft hat, der macht das jetzt nicht schon wieder. Dazu schw\u00e4cheln die Immobilienm\u00e4rkte im Neubau wie auch im Bestand \u2013 sowohl in Deutschland und Europa, als auch in den USA und China und damit in allen unseren wichtigen M\u00e4rkten. Hierzulande zum Beispiel wurden in den Jahren 2015 bis 2021 j\u00e4hrlich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen K\u00fcchen verkauft. 2025 werden es wohl weniger als eine Million sein. Dazu gibt es vielerorts Unsicherheit und Zukunftssorgen, zudem hat die Inflation Kaufkraft gekostet. Damit sitzt das Geld weniger locker. Aber wir haben uns darauf eingestellt und haben einen klaren Zukunftsfahrplan. WELT: Wie sieht dieser Plan aus? Metz: Da bitte ich um Verst\u00e4ndnis, dass ich zur\u00fcckhaltend bleiben muss. Denn die Konkurrenz w\u00fcrde das nat\u00fcrlich auch gerne wissen. Klar ist aber, dass die Reduktion von Kosten und Komplexit\u00e4t eine Rolle spielt, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Und dass wir Wachstum generieren wollen: in Europa, in Amerika, in Asien, in Indien und auch in Afrika. Dort haben wir gerade erst eine Produktion in \u00c4gypten er\u00f6ffnet. Wir sehen uns schlie\u00dflich nicht nur als Europas gr\u00f6\u00dften Hausger\u00e4tehersteller, sondern haben auch einen weltweiten Anspruch, M\u00e4rkte zu gestalten. WELT: Stichwort Kosten: Bei BSH l\u00e4uft ein globales Effizienzprogramm, bei dem bis 2027 rund 3500 Stellen abgebaut werden sollen. Wo stehen sie aktuell?Metz: Da sind wir auch hier in Deutschland planm\u00e4\u00dfig unterwegs und machen das auf sozialvertr\u00e4gliche Weise. Es sind derzeit keine betriebsbedingten K\u00fcndigungen geplant. 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Metz: Da bitte ich um Verst\u00e4ndnis, dass ich zur\u00fcckhaltend bleiben muss. Denn die Konkurrenz w\u00fcrde das nat\u00fcrlich auch gerne wissen. Klar ist aber, dass die Reduktion von Kosten und Komplexit\u00e4t eine Rolle spielt, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Und dass wir Wachstum generieren wollen: in Europa, in Amerika, in Asien, in Indien und auch in Afrika. Dort haben wir gerade erst eine Produktion in \u00c4gypten er\u00f6ffnet. Wir sehen uns schlie\u00dflich nicht nur als Europas gr\u00f6\u00dften Hausger\u00e4tehersteller, sondern haben auch einen weltweiten Anspruch, M\u00e4rkte zu gestalten. WELT: Stichwort Kosten: Bei BSH l\u00e4uft ein globales Effizienzprogramm, bei dem bis 2027 rund 3500 Stellen abgebaut werden sollen. Wo stehen sie aktuell?Metz: Da sind wir auch hier in Deutschland planm\u00e4\u00dfig unterwegs und machen das auf sozialvertr\u00e4gliche Weise. Es sind derzeit keine betriebsbedingten K\u00fcndigungen geplant. 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Die Politik muss die Zeichen der Zeit erkennen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit st\u00e4rken. Das Thema \u201eMade in Germany\u201c hat zwar eine gewisse Strahlkraft und ist weiterhin ein gutes Versprechen. Es ist aber kein Selbstl\u00e4ufer mehr. Die Bereitschaft der Kunden, daf\u00fcr auch mehr zu bezahlen, ist mittlerweile sehr limitiert. Das hat sich stark ver\u00e4ndert in den letzten zehn Jahren. Das Qualit\u00e4tsversprechen reicht nicht mehr aus. Die Produktion in Deutschland muss im internationalen Vergleich wettbewerbsf\u00e4higer werden. WELT: Wie denn? Was w\u00fcnschen Sie sich von der Politik?Metz: Die Kosten m\u00fcssen dringend runter, auch f\u00fcr Energie. Zudem muss die B\u00fcrokratie zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und \u00dcberregulierung vermieden werden. Nehmen Sie zum Beispiel das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Einen solchen Zungenbrecher kann \u00fcbrigens nur die deutsche B\u00fcrokratie erfinden. Dieses Gesetz verschlingt bei den Unternehmen massiv Zeit und Geld, verbessert dabei aber rein gar nichts \u2013 wir hatten unsere Lieferkette auch vorher im Griff. Das diskriminiert alle gro\u00dfen Unternehmen, die in Deutschland produzieren. Ausl\u00e4ndische Hersteller vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfenordnung, die hierzulande nur eine kleine Vertriebstruppe haben, sind davon nicht betroffen, jubeln dar\u00fcber und gewinnen Marktanteile. Da muss man sich schon fragen, ob das im Sinne einer starken Standortpolitik sein kann. Es muss auch in Zukunft m\u00f6glich sein, in Deutschland gewinnbringend und erfolgreich zu produzieren. Ansonsten wird \u2013 so f\u00fcrchte ich \u2013 die ohnehin gebremste Begeisterung, in Deutschland zu investieren, noch weiter sinken.WELT: Investiert BSH noch in Deutschland? Metz: Ja, wir haben in der Vergangenheit viel investiert und werden auch weiter in unserem Heimatmarkt investieren. Als Verantwortlicher \u00fcberlegt man derzeit aber sicher zweimal, ob und wie viel Geld hierzulande noch richtig investiert ist. Die Begeisterung daf\u00fcr hat schon deutliche D\u00e4mpfer bekommen. Die h\u00f6heren Kosten aber auch B\u00fcrokratiebelastungen gegen\u00fcber Osteuropa, Asien aber auch Nordamerika muss man als Unternehmen erst einmal verdienen. Ich w\u00fcnsche mir, dass die Politik die Probleme beherzter angeht. Es reicht nicht, zu nicken und Themen anzuerkennen. Es muss dann auch reales und schnelles Handeln geben. WELT: Welche Regionen gewinnen f\u00fcr BSH angesichts dieser Gemengelage an Relevanz, sei es als neue Absatzm\u00e4rkte oder als k\u00fcnftige Produktionsstandorte? Metz: Wir sind bereits in allen Regionen vertreten, die f\u00fcr uns strategisch wichtig sind, darunter unter anderem Indien und China. Wei\u00dfe Flecken sehe ich derzeit nicht. 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Wir haben bereits Preisanpassungen machen m\u00fcssen. Welche langfristigen Auswirkungen sich durch die Entwicklungen noch ergeben, l\u00e4sst sich aktuell nicht absehen. Aber das betrifft ja auch den Wettbewerb. Fest steht, dass die USA f\u00fcr uns als Markt sehr wichtig bleiben.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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Und die gibt es f\u00fcr einen K\u00fchlschrank, der automatisch Milch bestellt, bislang nicht. Daf\u00fcr geben die Konsumenten ihr Geld nicht aus, die aktuellen Generationen jedenfalls nicht.WELT: Wie finden Sie heraus, was der Kunden haben will und was nicht? Metz: Die W\u00fcnsche sind durchaus sehr unterschiedlich, je nach Region und Preispunkt. Deshalb ist es \u00fcbrigens auch wichtig, weiterhin Basis-Varianten im Programm zu haben und nicht nur Ger\u00e4te mit vielen Gimmicks. Was wichtig und relevant ist, identifizieren wir auf verschiedenen Wegen: durch Marktforschung, durch Testgruppen, durch das Auswerten von Kundenfeedback und Online-Kommentaren und nicht zuletzt durch Umfragen mit Verbrauchern, aber auch mit K\u00fcchenstudios und Elektronikh\u00e4ndlern, die ja die direkten Verkaufserlebnisse haben und die Reaktionen ihrer Kunden sehen. WELT: Wie l\u00e4uft es im Verkauf? Wie stark sp\u00fcren Sie die Konsumzur\u00fcckhaltung? Metz: Es w\u00e4re ein ziemliches Wunder, wenn wir das nicht sp\u00fcren w\u00fcrden. Da spielt nat\u00fcrlich hinein, dass viele Haushalte in der Corona-Zeit K\u00e4ufe vorgezogen haben. Wer sich aber vor vier, f\u00fcnf Jahren eine neue K\u00fcche gekauft hat, der macht das jetzt nicht schon wieder. Dazu schw\u00e4cheln die Immobilienm\u00e4rkte im Neubau wie auch im Bestand \u2013 sowohl in Deutschland und Europa, als auch in den USA und China und damit in allen unseren wichtigen M\u00e4rkten. Hierzulande zum Beispiel wurden in den Jahren 2015 bis 2021 j\u00e4hrlich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen K\u00fcchen verkauft. 2025 werden es wohl weniger als eine Million sein. Dazu gibt es vielerorts Unsicherheit und Zukunftssorgen, zudem hat die Inflation Kaufkraft gekostet. Damit sitzt das Geld weniger locker. Aber wir haben uns darauf eingestellt und haben einen klaren Zukunftsfahrplan. WELT: Wie sieht dieser Plan aus? Metz: Da bitte ich um Verst\u00e4ndnis, dass ich zur\u00fcckhaltend bleiben muss. Denn die Konkurrenz w\u00fcrde das nat\u00fcrlich auch gerne wissen. Klar ist aber, dass die Reduktion von Kosten und Komplexit\u00e4t eine Rolle spielt, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Und dass wir Wachstum generieren wollen: in Europa, in Amerika, in Asien, in Indien und auch in Afrika. Dort haben wir gerade erst eine Produktion in \u00c4gypten er\u00f6ffnet. Wir sehen uns schlie\u00dflich nicht nur als Europas gr\u00f6\u00dften Hausger\u00e4tehersteller, sondern haben auch einen weltweiten Anspruch, M\u00e4rkte zu gestalten. WELT: Stichwort Kosten: Bei BSH l\u00e4uft ein globales Effizienzprogramm, bei dem bis 2027 rund 3500 Stellen abgebaut werden sollen. Wo stehen sie aktuell?Metz: Da sind wir auch hier in Deutschland planm\u00e4\u00dfig unterwegs und machen das auf sozialvertr\u00e4gliche Weise. Es sind derzeit keine betriebsbedingten K\u00fcndigungen geplant. Denn bisher schlagen wir uns wacker in einem dynamischen Marktumfeld. Gleichwohl haben wir das Thema Wettbewerbs- und Zukunftsf\u00e4higkeit im Blick. Das steht \u00fcber allem. WELT: Wo produzieren Sie? Und gibt es wie zuletzt bei der Konkurrenz Verlagerungen, weil einzelne Standorte nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig sind? Metz: Wir haben knapp 40 Fabriken rund um die Welt, sechs davon in Deutschland. Denn wir wollen m\u00f6glichst marktnah produzieren. Bei gro\u00dfvolumigen Ger\u00e4ten wie Waschmaschinen oder K\u00fchlschr\u00e4nken spielen Transportkosten eine wichtige Rolle. Mit unserem globalen Netzwerk f\u00fchlen wir uns grunds\u00e4tzlich gut aufgestellt. Dennoch k\u00f6nnen wir uns der Marktentwicklung nicht entziehen und hinterfragen derzeit jeden Standort und jede Investition. WELT: Wie steht es um die deutschen Werke? Die Kritik an den Rahmenbedingungen hierzulande wird seit Jahren lauter.Metz: Dieser Kritik k\u00f6nnen wir uns nur anschlie\u00dfen. Die Politik muss die Zeichen der Zeit erkennen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit st\u00e4rken. Das Thema \u201eMade in Germany\u201c hat zwar eine gewisse Strahlkraft und ist weiterhin ein gutes Versprechen. Es ist aber kein Selbstl\u00e4ufer mehr. Die Bereitschaft der Kunden, daf\u00fcr auch mehr zu bezahlen, ist mittlerweile sehr limitiert. Das hat sich stark ver\u00e4ndert in den letzten zehn Jahren. Das Qualit\u00e4tsversprechen reicht nicht mehr aus. Die Produktion in Deutschland muss im internationalen Vergleich wettbewerbsf\u00e4higer werden. WELT: Wie denn? Was w\u00fcnschen Sie sich von der Politik?Metz: Die Kosten m\u00fcssen dringend runter, auch f\u00fcr Energie. Zudem muss die B\u00fcrokratie zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und \u00dcberregulierung vermieden werden. Nehmen Sie zum Beispiel das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Einen solchen Zungenbrecher kann \u00fcbrigens nur die deutsche B\u00fcrokratie erfinden. Dieses Gesetz verschlingt bei den Unternehmen massiv Zeit und Geld, verbessert dabei aber rein gar nichts \u2013 wir hatten unsere Lieferkette auch vorher im Griff. Das diskriminiert alle gro\u00dfen Unternehmen, die in Deutschland produzieren. Ausl\u00e4ndische Hersteller vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfenordnung, die hierzulande nur eine kleine Vertriebstruppe haben, sind davon nicht betroffen, jubeln dar\u00fcber und gewinnen Marktanteile. Da muss man sich schon fragen, ob das im Sinne einer starken Standortpolitik sein kann. Es muss auch in Zukunft m\u00f6glich sein, in Deutschland gewinnbringend und erfolgreich zu produzieren. Ansonsten wird \u2013 so f\u00fcrchte ich \u2013 die ohnehin gebremste Begeisterung, in Deutschland zu investieren, noch weiter sinken.WELT: Investiert BSH noch in Deutschland? Metz: Ja, wir haben in der Vergangenheit viel investiert und werden auch weiter in unserem Heimatmarkt investieren. Als Verantwortlicher \u00fcberlegt man derzeit aber sicher zweimal, ob und wie viel Geld hierzulande noch richtig investiert ist. Die Begeisterung daf\u00fcr hat schon deutliche D\u00e4mpfer bekommen. Die h\u00f6heren Kosten aber auch B\u00fcrokratiebelastungen gegen\u00fcber Osteuropa, Asien aber auch Nordamerika muss man als Unternehmen erst einmal verdienen. Ich w\u00fcnsche mir, dass die Politik die Probleme beherzter angeht. Es reicht nicht, zu nicken und Themen anzuerkennen. Es muss dann auch reales und schnelles Handeln geben. WELT: Welche Regionen gewinnen f\u00fcr BSH angesichts dieser Gemengelage an Relevanz, sei es als neue Absatzm\u00e4rkte oder als k\u00fcnftige Produktionsstandorte? Metz: Wir sind bereits in allen Regionen vertreten, die f\u00fcr uns strategisch wichtig sind, darunter unter anderem Indien und China. Wei\u00dfe Flecken sehe ich derzeit nicht. Allerdings haben wir Afrika mittlerweile st\u00e4rker auf dem Radar, das zeigt der Fabrikneubau in \u00c4gypten, wo wir freistehende Herde produzieren. Noch ist der Markt auf diesem Kontinent klein, aber er hat Chancen nach vorne. Ansonsten versprechen wir uns viel von Nordamerika, wo wir vor allem mit Bosch, Gaggenau und der lokalen Marke Thermador unterwegs sind. Dort haben wir zuletzt auch das Marketing verst\u00e4rkt und erstmals f\u00fcr die Marke Bosch beim Super Bowl geworben. Das hat unsere Markenwahrnehmung und -bekanntheit nochmal merklich gesteigert. Das schl\u00e4gt sich auch in Verkaufszahlen nieder.WELT: Stichwort Nordamerika: Welche Auswirkungen hat die Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Sie produzieren zwar in den USA. Daf\u00fcr muss BSH aber Komponenten importieren. Au\u00dferdem gibt es ein Werk in Mexiko f\u00fcr den amerikanischen Markt. Metz: Nat\u00fcrlich haben die Z\u00f6lle Auswirkungen, da braucht man nicht drum herumreden. 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Bei der Waschmaschine war es die Autodosierungsfunktion und beim Kaffeeautomat die M\u00f6glichkeit, auch Cold Brew damit zuzubereiten. Diese Sorte habe ich f\u00fcr mich neu entdeckt und im Sommer fast nur noch getrunken. Neue Features und Funktionen sind ein gro\u00dfer Kaufanreiz. WELT: Was l\u00e4sst sich an einem Backofen, einer Sp\u00fclmaschine oder einer Gefriertruhe eigentlich jedes Jahr neu erfinden? Metz: Die Grundfunktionalit\u00e4ten sind nat\u00fcrlich stabil. So wie ein Auto vordergr\u00fcndig fahren muss, hat ein Backofen zu backen. Neue Technologien und k\u00fcnstliche Intelligenz geben uns aber die M\u00f6glichkeit, Ger\u00e4te stetig zu verbessern und die W\u00fcnsche der Konsumenten noch zielgerichteter zu erf\u00fcllen. WELT: Haben sie ein Beispiel? Metz: Seit dem vergangenen Jahr gibt es bei uns einen Backofen, der \u00fcber eine Kamera den Inhalt erkennen kann und dann automatisch die richtige Temperatur und Garzeit einstellt. Damit lassen sich mittlerweile \u00fcber 100 Rezepte gelingsicher zubereiten. Es werden also Produkterlebnisse m\u00f6glich, die vor zwei, drei, f\u00fcnf Jahren noch nicht darstellbar waren. Zudem spielt das Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel in Bezug auf Energieeffizienz oder Wasserverbrauch eine zunehmend wichtige Rolle. WELT: Vor vielen Jahren wurde \u00fcber einen K\u00fchlschrank gesprochen, der per Kamera seinen Inhalt erkennt und Nachbestellungen macht, etwa von Milch. Gibt es den mittlerweile \u2013 und braucht man so etwas \u00fcberhaupt? Metz: Bei unseren verschiedenen Marken gibt es zwar K\u00fchlschr\u00e4nke mit Kamera, aber keine mit automatischem Bestellmechanismus. Denn nicht alles, was m\u00f6glich ist, ist auch wirklich sinnvoll. Zentrale Frage bei der Produktentwicklung muss immer der tats\u00e4chliche Nutzen sein. Experimentieren ist erlaubt, aber Kern unseres Handels ist die Konsumentenbegeisterung. Und die gibt es f\u00fcr einen K\u00fchlschrank, der automatisch Milch bestellt, bislang nicht. Daf\u00fcr geben die Konsumenten ihr Geld nicht aus, die aktuellen Generationen jedenfalls nicht.WELT: Wie finden Sie heraus, was der Kunden haben will und was nicht? Metz: Die W\u00fcnsche sind durchaus sehr unterschiedlich, je nach Region und Preispunkt. Deshalb ist es \u00fcbrigens auch wichtig, weiterhin Basis-Varianten im Programm zu haben und nicht nur Ger\u00e4te mit vielen Gimmicks. Was wichtig und relevant ist, identifizieren wir auf verschiedenen Wegen: durch Marktforschung, durch Testgruppen, durch das Auswerten von Kundenfeedback und Online-Kommentaren und nicht zuletzt durch Umfragen mit Verbrauchern, aber auch mit K\u00fcchenstudios und Elektronikh\u00e4ndlern, die ja die direkten Verkaufserlebnisse haben und die Reaktionen ihrer Kunden sehen. WELT: Wie l\u00e4uft es im Verkauf? Wie stark sp\u00fcren Sie die Konsumzur\u00fcckhaltung? 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Die Politik muss die Zeichen der Zeit erkennen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit st\u00e4rken. Das Thema \u201eMade in Germany\u201c hat zwar eine gewisse Strahlkraft und ist weiterhin ein gutes Versprechen. Es ist aber kein Selbstl\u00e4ufer mehr. Die Bereitschaft der Kunden, daf\u00fcr auch mehr zu bezahlen, ist mittlerweile sehr limitiert. Das hat sich stark ver\u00e4ndert in den letzten zehn Jahren. Das Qualit\u00e4tsversprechen reicht nicht mehr aus. Die Produktion in Deutschland muss im internationalen Vergleich wettbewerbsf\u00e4higer werden. WELT: Wie denn? Was w\u00fcnschen Sie sich von der Politik?Metz: Die Kosten m\u00fcssen dringend runter, auch f\u00fcr Energie. Zudem muss die B\u00fcrokratie zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und \u00dcberregulierung vermieden werden. Nehmen Sie zum Beispiel das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Einen solchen Zungenbrecher kann \u00fcbrigens nur die deutsche B\u00fcrokratie erfinden. 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