{"id":269147,"date":"2025-08-29T19:26:13","date_gmt":"2025-08-29T16:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/"},"modified":"2025-08-29T19:26:37","modified_gmt":"2025-08-29T16:26:37","slug":"ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/","title":{"rendered":"\u201eAusbau steht auf dem Spiel\u201c: So spaltet Digitalminister Wildberger die Telekom-Branche"},"content":{"rendered":"<p>Das schnelle <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/glasfaser-glasfaserkabel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/glasfaser-glasfaserkabel\/\">Glasfaser-Internet<\/a> ist in Deutschland eher Illusion als gelebte Praxis. Ein Vergleich mit anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zeigt, wie weit die Bundesrepublik hinterherhinkt. W\u00e4hrend Portugal, Spanien, D\u00e4nemark oder Island fast alle Haushalte schon mit echtem Glasfaser versorgen \u2013 dort liegt die Abdeckung bei \u00fcber 80 bis 90 Prozent \u2013, sind es in Deutschland gerade einmal rund ein Drittel der Haushalte. <\/p>\n<p>Digitalminister <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article256396884\/digitalminister-wildberger-wir-werden-perspektivisch-zu-wenige-leute-haben-in-der-verwaltung.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article256396884\/digitalminister-wildberger-wir-werden-perspektivisch-zu-wenige-leute-haben-in-der-verwaltung.html\">Karsten Wildberger<\/a> (CDU) will das \u00e4ndern. Sein Ministerium hat deshalb ein <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/bmds.bund.de\/fileadmin\/BMDS\/Dokumente\/CDR_250715_Anlage_Eckpunkte_TKG_Anpassung.pdf\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/bmds.bund.de\/fileadmin\/BMDS\/Dokumente\/CDR_250715_Anlage_Eckpunkte_TKG_Anpassung.pdf\">Eckpunktepapier<\/a> vorgelegt, um das Telekommunikationsgesetz (TKG) anzupassen und den Ausbau zu beschleunigen. Bis Ende August haben Branchenvertreter Zeit, ihre Forderungen und W\u00fcnsche dazu einzureichen. W\u00e4hrend gro\u00dfe Player wie die Deutsche Telekom die Pl\u00e4ne begr\u00fc\u00dfen, warnen Branchenverb\u00e4nde vor einer Blockade des Wettbewerbs und vor einem Gesetz, das den Ausbau am Ende nicht schneller, sondern langsamer macht.<\/p>\n<h3>Streit um Vollausbaurecht h\u00e4lt an<\/h3>\n<p>Ein Kernst\u00fcck von Wildbergers Pl\u00e4nen ist das \u201eRecht auf Vollausbau\u201c: Hat ein Anbieter bereits Infrastruktur oder Kunden in einem Geb\u00e4ude, soll er k\u00fcnftig auch alle anderen Wohnungen erschlie\u00dfen d\u00fcrfen. Die Eigent\u00fcmer sollen nur noch mit Sachgr\u00fcnden widersprechen k\u00f6nnen, etwa mit technischer Unm\u00f6glichkeit. Wie die Marktanalyse 2025 des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) zeigt, verzeichnen die Wettbewerber der Deutschen Telekom etwa 70 Prozent der Glasfaserausbauten in H\u00e4usern. Bei der Telekom sind es 30 Prozent. Wildbergers Plan sieht ein exklusives Nutzungsrecht f\u00fcr zwei Jahre vor, bevor die Infrastruktur auch f\u00fcr andere Wettbewerber gegen die Zahlung eines Entgelts ge\u00f6ffnet wird.<\/p>\n<p>Die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/telekom\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/telekom\/\">Deutsche Telekom<\/a> unterst\u00fctzt das: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen den Vorschlag des BMDS, den Vollausbau in Geb\u00e4uden gesetzlich zu st\u00e4rken und f\u00fcr rechtliche Klarheit zu sorgen\u201c, teilt der Konzern auf Anfrage von WELT mit. Der fr\u00fchere Monopolist fordert dar\u00fcber hinaus einen verpflichtenden \u201eOpen Access f\u00fcr andere Anbieter\u201c. Die Infrastruktur soll also von jedem Wettbewerber genutzt werden d\u00fcrfen, nicht nur von dem, der sie ausgebaut hat. Der Telekom zufolge sichere das \u201eMieterinnen und Mietern die Wahlfreiheit\u201c zu. <\/p>\n<h3>Verb\u00e4nde warnen vor Drosselung des Glasfaser-Ausbaus<\/h3>\n<p>Der Breitbandverband e.V. ANGA hingegen h\u00e4lt weitergehende Mitnutzungsrechte f\u00fcr kontraproduktiv. \u201eDie M\u00f6glichkeit, unabh\u00e4ngig von Kundenvertr\u00e4gen und dem Einverst\u00e4ndnis des Eigent\u00fcmers ganze Geb\u00e4ude mit einem Inhaus-Netz auszubauen, hebelt privatwirtschaftliche Vereinbarungen aus, erleichtert &#8218;Cherry-Picking\u2018 und f\u00fchrt im Ergebnis dazu, dass nicht mehr, sondern sogar weniger Geb\u00e4ude erschlossen werden\u201c, hei\u00dft es in der Stellungnahme des Verbandes. Die Abkehr von einer freiwillig vereinbarten Mitnutzung hin zu \u201eZwangsma\u00dfnahmen\u201c k\u00f6nne \u201ePlanungssicherheit und Investitionsbereitschaft zerst\u00f6ren\u201c. <\/p>\n<p>Philipp M\u00fcller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von ANGA, warnt gegen\u00fcber WELT: \u201eWir bef\u00fcrchten ein Inhaus-Ausbau-Verhinderungs-Gesetz, wenn die Vorschl\u00e4ge so in das Gesetz kommen\u201c. Bundeskanzler <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/friedrich-merz\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/friedrich-merz\/\">Friedrich Merz<\/a> (CDU) habe vor wenigen Wochen \u201eauf dem Investitionsgipfel zu Recht mehr private Investitionen f\u00fcr Deutschlands Aufschwung eingefordert\u201c, sagt M\u00fcller. Mit den jetzt geplanten Regelungen w\u00fcrde aber \u201egenau das Gegenteil erreicht: Die Refinanzierung der Ausbaukosten st\u00fcnde in den Sternen, der weitere Glasfaser-Ausbau daher auf dem Spiel\u201c.<\/p>\n<p>Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) spricht sich f\u00fcr eine rechtliche Absicherung f\u00fcr die Wettbewerber aus. Zwar sei ein rechtlich abgesichertes Vollausbaurecht sinnvoll. Die Mitnutzung m\u00fcsse aber auf Freiwilligkeit beruhen. Bestehende Vereinbarungen d\u00fcrften nicht durch einen verpflichtenden Open Access torpediert werden. Die Unternehmen, die mit viel Geld ein Haus ausgebaut haben, m\u00fcssten darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass kein anderer Anbieter hineindr\u00e4ngt und die Investitionen entwertet. Das System der Freiwilligkeit w\u00fcrde heute in der Praxis funktionieren, hei\u00dft es von den Branchenverb\u00e4nden. Es brauche keine neuen Regulierungen daf\u00fcr.<\/p>\n<h3>Glasfaser in Zukunft \u201ealternativlos\u201c<\/h3>\n<p>Hinter der Debatte steht ein weiterer Kraftakt: die Abl\u00f6sung des Kupfernetzes. Noch sind laut VATM etwa 24 Millionen Haushalte an das alte Kupfernetz angeschlossen. Die Wettbewerber sind sich einig dar\u00fcber, dass Glasfaser ein zentrales Infrastrukturprojekt ist. Vom VATM hei\u00dft es, Glasfaser sei \u201ealternativlos \u2013 f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands und die gesellschaftliche Teilhabe\u201c. Daher sei eine \u201efaire und transparente Migration\u201c entscheidend. Politik und die Bundesnetzagentur m\u00fcssten klare Regeln f\u00fcr Abschaltgebiete, Kostenverteilung und Verbraucherinformation schaffen. Auch ANGA fordert \u201eeine wettbewerbsneutrale und diskriminierungsfreie Gestaltung des Um- und Abschalteprozesses\u201c.<\/p>\n<p>Die Deutsche Telekom hingegen sagt, dass nur diejenigen Unternehmen \u201egesetzliche \u00c4nderungen f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig\u201c hielten, die \u201eweiterhin auf die alten Kupfer-Koaxial-Kabelnetze in Geb\u00e4uden setzen und Investitionen scheuen\u201c. ANGA zeichne \u201edas d\u00fcstere Szenario eines Investitionsstreiks\u201c. Es werde \u201emit allen Mitteln versucht, ein Koaxial-Kabel-Monopol zu verteidigen\u201c. <\/p>\n<h3>Schnellere Genehmigung \u2013 machen Verbraucher mit?<\/h3>\n<p>Doch bevor \u00fcberhaupt etwas ausgebaut werden kann, braucht es erstmal Genehmigungen. ANGA betont, der \u201egr\u00f6\u00dfte Hebel\u201c liege in einem voll digitalisierten One-Stop-Shop. Eine Idee, die auch im Gigabit Infrastructure Act (GIA) der EU geregelt ist, der ma\u00dfgeblich f\u00fcr das TKG angewendet werden soll. Auch der VATM dr\u00e4ngt auf klare Fristen, weniger Nebenbestimmungen und verbindliche Zeitpl\u00e4ne f\u00fcr Stromanschl\u00fcsse. Dem Branchenverband bitkom zufolge m\u00fcssen Genehmigungsverfahren \u201ekonsequent digitalisiert und standardisiert\u201c werden. <\/p>\n<p>Wildberger will k\u00fcnftig ein Anzeige- statt Zustimmungsverfahren einf\u00fchren. Damit k\u00f6nnen Netzbetreiber ihre Ausbauten anzeigen, ohne zuvor auf eine formale Zustimmung warten zu m\u00fcssen. Zugleich soll die Genehmigungsfiktion beschleunigt werden: Die Frist f\u00fcr Zustimmungen wird von drei auf zwei Monate verk\u00fcrzt. Kommt innerhalb dieser Zeit keine Antwort, gilt der Antrag automatisch als bewilligt.<\/p>\n<p>Am Ende h\u00e4ngt bei der Umsetzung des beschleunigten Glasfaser-Ausbaus viel von der Balance ab. Ein kluges Vollausbaurecht mit Open Access k\u00f6nnte Baustellen reduzieren und Wahlfreiheit sichern. Zu weit gefasste Mitnutzungsrechte k\u00f6nnten hingegen Investitionen entwerten. Und am Ende m\u00fcssen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher mitspielen. Viele von ihnen sagen, dass sie gar keine Not sehen, auf Glasfaser umzusteigen. Sie seien mit der aktuellen Leistung zufrieden. BREKO zufolge sind es gerade einmal 6,6 Millionen Haushalte in Deutschland, die Glasfaser wirklich nutzen, obwohl 12,6 Millionen angeschlossen sind. <\/p>\n<p>Die Summe, die Eigent\u00fcmer beim weiteren Ausbau auf die Mieter umlegen k\u00f6nnen, will Wildberger erh\u00f6hen. Von 60 Euro j\u00e4hrlich und maximal 540 Euro pro Wohneinheit auf 960 Euro. Am Ende w\u00fcrden also auch die Verbraucher einen erheblichen Anteil der Kosten eines Ausbaus tragen. Und das, obwohl viele offenbar gar keine Glasfaser wollen.<\/p>\n<p><em><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/b><\/em><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><em><b>Business Insider<\/b><\/em><\/a><em><b> erstellt.<\/b><\/em><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/max-skowronek\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/max-skowronek\/\"><b><em>Max Skowronek<\/em><\/b><\/a><b><em> berichtet f\u00fcr WELT und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>Business Insider<\/em><\/b><\/a><b><em> u.a. \u00fcber Informationstechnologie und Telekommunikation.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das schnelle Glasfaser-Internet ist in Deutschland eher Illusion als gelebte Praxis. 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W\u00e4hrend gro\u00dfe Player wie die Deutsche Telekom die Pl\u00e4ne begr\u00fc\u00dfen, warnen Branchenverb\u00e4nde vor einer Blockade des Wettbewerbs und vor einem Gesetz, das den Ausbau am Ende nicht schneller, sondern langsamer macht.Streit um Vollausbaurecht h\u00e4lt anEin Kernst\u00fcck von Wildbergers Pl\u00e4nen ist das \u201eRecht auf Vollausbau\u201c: Hat ein Anbieter bereits Infrastruktur oder Kunden in einem Geb\u00e4ude, soll er k\u00fcnftig auch alle anderen Wohnungen erschlie\u00dfen d\u00fcrfen. Die Eigent\u00fcmer sollen nur noch mit Sachgr\u00fcnden widersprechen k\u00f6nnen, etwa mit technischer Unm\u00f6glichkeit. Wie die Marktanalyse 2025 des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) zeigt, verzeichnen die Wettbewerber der Deutschen Telekom etwa 70 Prozent der Glasfaserausbauten in H\u00e4usern. Bei der Telekom sind es 30 Prozent. Wildbergers Plan sieht ein exklusives Nutzungsrecht f\u00fcr zwei Jahre vor, bevor die Infrastruktur auch f\u00fcr andere Wettbewerber gegen die Zahlung eines Entgelts ge\u00f6ffnet wird.Die Deutsche Telekom unterst\u00fctzt das: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen den Vorschlag des BMDS, den Vollausbau in Geb\u00e4uden gesetzlich zu st\u00e4rken und f\u00fcr rechtliche Klarheit zu sorgen\u201c, teilt der Konzern auf Anfrage von WELT mit. Der fr\u00fchere Monopolist fordert dar\u00fcber hinaus einen verpflichtenden \u201eOpen Access f\u00fcr andere Anbieter\u201c. Die Infrastruktur soll also von jedem Wettbewerber genutzt werden d\u00fcrfen, nicht nur von dem, der sie ausgebaut hat. Der Telekom zufolge sichere das \u201eMieterinnen und Mietern die Wahlfreiheit\u201c zu. Verb\u00e4nde warnen vor Drosselung des Glasfaser-AusbausDer Breitbandverband e.V. 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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe vor wenigen Wochen \u201eauf dem Investitionsgipfel zu Recht mehr private Investitionen f\u00fcr Deutschlands Aufschwung eingefordert\u201c, sagt M\u00fcller. Mit den jetzt geplanten Regelungen w\u00fcrde aber \u201egenau das Gegenteil erreicht: Die Refinanzierung der Ausbaukosten st\u00fcnde in den Sternen, der weitere Glasfaser-Ausbau daher auf dem Spiel\u201c.Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) spricht sich f\u00fcr eine rechtliche Absicherung f\u00fcr die Wettbewerber aus. Zwar sei ein rechtlich abgesichertes Vollausbaurecht sinnvoll. Die Mitnutzung m\u00fcsse aber auf Freiwilligkeit beruhen. Bestehende Vereinbarungen d\u00fcrften nicht durch einen verpflichtenden Open Access torpediert werden. Die Unternehmen, die mit viel Geld ein Haus ausgebaut haben, m\u00fcssten darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass kein anderer Anbieter hineindr\u00e4ngt und die Investitionen entwertet. 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W\u00e4hrend gro\u00dfe Player wie die Deutsche Telekom die Pl\u00e4ne begr\u00fc\u00dfen, warnen Branchenverb\u00e4nde vor einer Blockade des Wettbewerbs und vor einem Gesetz, das den Ausbau am Ende nicht schneller, sondern langsamer macht.Streit um Vollausbaurecht h\u00e4lt anEin Kernst\u00fcck von Wildbergers Pl\u00e4nen ist das \u201eRecht auf Vollausbau\u201c: Hat ein Anbieter bereits Infrastruktur oder Kunden in einem Geb\u00e4ude, soll er k\u00fcnftig auch alle anderen Wohnungen erschlie\u00dfen d\u00fcrfen. Die Eigent\u00fcmer sollen nur noch mit Sachgr\u00fcnden widersprechen k\u00f6nnen, etwa mit technischer Unm\u00f6glichkeit. Wie die Marktanalyse 2025 des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) zeigt, verzeichnen die Wettbewerber der Deutschen Telekom etwa 70 Prozent der Glasfaserausbauten in H\u00e4usern. Bei der Telekom sind es 30 Prozent. Wildbergers Plan sieht ein exklusives Nutzungsrecht f\u00fcr zwei Jahre vor, bevor die Infrastruktur auch f\u00fcr andere Wettbewerber gegen die Zahlung eines Entgelts ge\u00f6ffnet wird.Die Deutsche Telekom unterst\u00fctzt das: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen den Vorschlag des BMDS, den Vollausbau in Geb\u00e4uden gesetzlich zu st\u00e4rken und f\u00fcr rechtliche Klarheit zu sorgen\u201c, teilt der Konzern auf Anfrage von WELT mit. Der fr\u00fchere Monopolist fordert dar\u00fcber hinaus einen verpflichtenden \u201eOpen Access f\u00fcr andere Anbieter\u201c. Die Infrastruktur soll also von jedem Wettbewerber genutzt werden d\u00fcrfen, nicht nur von dem, der sie ausgebaut hat. Der Telekom zufolge sichere das \u201eMieterinnen und Mietern die Wahlfreiheit\u201c zu. Verb\u00e4nde warnen vor Drosselung des Glasfaser-AusbausDer Breitbandverband e.V. ANGA hingegen h\u00e4lt weitergehende Mitnutzungsrechte f\u00fcr kontraproduktiv. \u201eDie M\u00f6glichkeit, unabh\u00e4ngig von Kundenvertr\u00e4gen und dem Einverst\u00e4ndnis des Eigent\u00fcmers ganze Geb\u00e4ude mit einem Inhaus-Netz auszubauen, hebelt privatwirtschaftliche Vereinbarungen aus, erleichtert &#039;Cherry-Picking\u2018 und f\u00fchrt im Ergebnis dazu, dass nicht mehr, sondern sogar weniger Geb\u00e4ude erschlossen werden\u201c, hei\u00dft es in der Stellungnahme des Verbandes. Die Abkehr von einer freiwillig vereinbarten Mitnutzung hin zu \u201eZwangsma\u00dfnahmen\u201c k\u00f6nne \u201ePlanungssicherheit und Investitionsbereitschaft zerst\u00f6ren\u201c. Philipp M\u00fcller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von ANGA, warnt gegen\u00fcber WELT: \u201eWir bef\u00fcrchten ein Inhaus-Ausbau-Verhinderungs-Gesetz, wenn die Vorschl\u00e4ge so in das Gesetz kommen\u201c. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe vor wenigen Wochen \u201eauf dem Investitionsgipfel zu Recht mehr private Investitionen f\u00fcr Deutschlands Aufschwung eingefordert\u201c, sagt M\u00fcller. Mit den jetzt geplanten Regelungen w\u00fcrde aber \u201egenau das Gegenteil erreicht: Die Refinanzierung der Ausbaukosten st\u00fcnde in den Sternen, der weitere Glasfaser-Ausbau daher auf dem Spiel\u201c.Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) spricht sich f\u00fcr eine rechtliche Absicherung f\u00fcr die Wettbewerber aus. Zwar sei ein rechtlich abgesichertes Vollausbaurecht sinnvoll. Die Mitnutzung m\u00fcsse aber auf Freiwilligkeit beruhen. Bestehende Vereinbarungen d\u00fcrften nicht durch einen verpflichtenden Open Access torpediert werden. Die Unternehmen, die mit viel Geld ein Haus ausgebaut haben, m\u00fcssten darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass kein anderer Anbieter hineindr\u00e4ngt und die Investitionen entwertet. Das System der Freiwilligkeit w\u00fcrde heute in der Praxis funktionieren, hei\u00dft es von den Branchenverb\u00e4nden. Es brauche keine neuen Regulierungen daf\u00fcr.Glasfaser in Zukunft \u201ealternativlos\u201cHinter der Debatte steht ein weiterer Kraftakt: die Abl\u00f6sung des Kupfernetzes. Noch sind laut VATM etwa 24 Millionen Haushalte an das alte Kupfernetz angeschlossen. Die Wettbewerber sind sich einig dar\u00fcber, dass Glasfaser ein zentrales Infrastrukturprojekt ist. Vom VATM hei\u00dft es, Glasfaser sei \u201ealternativlos \u2013 f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands und die gesellschaftliche Teilhabe\u201c. Daher sei eine \u201efaire und transparente Migration\u201c entscheidend. Politik und die Bundesnetzagentur m\u00fcssten klare Regeln f\u00fcr Abschaltgebiete, Kostenverteilung und Verbraucherinformation schaffen. 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Und am Ende m\u00fcssen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher mitspielen. Viele von ihnen sagen, dass sie gar keine Not sehen, auf Glasfaser umzusteigen. Sie seien mit der aktuellen Leistung zufrieden. BREKO zufolge sind es gerade einmal 6,6 Millionen Haushalte in Deutschland, die Glasfaser wirklich nutzen, obwohl 12,6 Millionen angeschlossen sind. Die Summe, die Eigent\u00fcmer beim weiteren Ausbau auf die Mieter umlegen k\u00f6nnen, will Wildberger erh\u00f6hen. Von 60 Euro j\u00e4hrlich und maximal 540 Euro pro Wohneinheit auf 960 Euro. Am Ende w\u00fcrden also auch die Verbraucher einen erheblichen Anteil der Kosten eines Ausbaus tragen. Und das, obwohl viele offenbar gar keine Glasfaser wollen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Max Skowronek berichtet f\u00fcr WELT und Business Insider u.a. \u00fcber Informationstechnologie und Telekommunikation.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-08-29T16:26:13+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-08-29T16:26:37+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pressekonferenz-cdu.webp\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"574\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/webp\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Author\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Author\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"5\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/\",\"name\":\"\u201eAusbau steht auf dem Spiel\u201c: So spaltet Digitalminister Wildberger die Telekom-Branche - vof-news.eu\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pressekonferenz-cdu.webp\",\"datePublished\":\"2025-08-29T16:26:13+00:00\",\"dateModified\":\"2025-08-29T16:26:37+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed\"},\"description\":\"Das schnelle Glasfaser-Internet ist in Deutschland eher Illusion als gelebte Praxis. 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Wildbergers Plan sieht ein exklusives Nutzungsrecht f\u00fcr zwei Jahre vor, bevor die Infrastruktur auch f\u00fcr andere Wettbewerber gegen die Zahlung eines Entgelts ge\u00f6ffnet wird.Die Deutsche Telekom unterst\u00fctzt das: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen den Vorschlag des BMDS, den Vollausbau in Geb\u00e4uden gesetzlich zu st\u00e4rken und f\u00fcr rechtliche Klarheit zu sorgen\u201c, teilt der Konzern auf Anfrage von WELT mit. Der fr\u00fchere Monopolist fordert dar\u00fcber hinaus einen verpflichtenden \u201eOpen Access f\u00fcr andere Anbieter\u201c. Die Infrastruktur soll also von jedem Wettbewerber genutzt werden d\u00fcrfen, nicht nur von dem, der sie ausgebaut hat. Der Telekom zufolge sichere das \u201eMieterinnen und Mietern die Wahlfreiheit\u201c zu. Verb\u00e4nde warnen vor Drosselung des Glasfaser-AusbausDer Breitbandverband e.V. 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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe vor wenigen Wochen \u201eauf dem Investitionsgipfel zu Recht mehr private Investitionen f\u00fcr Deutschlands Aufschwung eingefordert\u201c, sagt M\u00fcller. Mit den jetzt geplanten Regelungen w\u00fcrde aber \u201egenau das Gegenteil erreicht: Die Refinanzierung der Ausbaukosten st\u00fcnde in den Sternen, der weitere Glasfaser-Ausbau daher auf dem Spiel\u201c.Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) spricht sich f\u00fcr eine rechtliche Absicherung f\u00fcr die Wettbewerber aus. Zwar sei ein rechtlich abgesichertes Vollausbaurecht sinnvoll. Die Mitnutzung m\u00fcsse aber auf Freiwilligkeit beruhen. Bestehende Vereinbarungen d\u00fcrften nicht durch einen verpflichtenden Open Access torpediert werden. Die Unternehmen, die mit viel Geld ein Haus ausgebaut haben, m\u00fcssten darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass kein anderer Anbieter hineindr\u00e4ngt und die Investitionen entwertet. Das System der Freiwilligkeit w\u00fcrde heute in der Praxis funktionieren, hei\u00dft es von den Branchenverb\u00e4nden. Es brauche keine neuen Regulierungen daf\u00fcr.Glasfaser in Zukunft \u201ealternativlos\u201cHinter der Debatte steht ein weiterer Kraftakt: die Abl\u00f6sung des Kupfernetzes. Noch sind laut VATM etwa 24 Millionen Haushalte an das alte Kupfernetz angeschlossen. Die Wettbewerber sind sich einig dar\u00fcber, dass Glasfaser ein zentrales Infrastrukturprojekt ist. Vom VATM hei\u00dft es, Glasfaser sei \u201ealternativlos \u2013 f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands und die gesellschaftliche Teilhabe\u201c. Daher sei eine \u201efaire und transparente Migration\u201c entscheidend. Politik und die Bundesnetzagentur m\u00fcssten klare Regeln f\u00fcr Abschaltgebiete, Kostenverteilung und Verbraucherinformation schaffen. Auch ANGA fordert \u201eeine wettbewerbsneutrale und diskriminierungsfreie Gestaltung des Um- und Abschalteprozesses\u201c.Die Deutsche Telekom hingegen sagt, dass nur diejenigen Unternehmen \u201egesetzliche \u00c4nderungen f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig\u201c hielten, die \u201eweiterhin auf die alten Kupfer-Koaxial-Kabelnetze in Geb\u00e4uden setzen und Investitionen scheuen\u201c. ANGA zeichne \u201edas d\u00fcstere Szenario eines Investitionsstreiks\u201c. Es werde \u201emit allen Mitteln versucht, ein Koaxial-Kabel-Monopol zu verteidigen\u201c. Schnellere Genehmigung \u2013 machen Verbraucher mit?Doch bevor \u00fcberhaupt etwas ausgebaut werden kann, braucht es erstmal Genehmigungen. ANGA betont, der \u201egr\u00f6\u00dfte Hebel\u201c liege in einem voll digitalisierten One-Stop-Shop. Eine Idee, die auch im Gigabit Infrastructure Act (GIA) der EU geregelt ist, der ma\u00dfgeblich f\u00fcr das TKG angewendet werden soll. Auch der VATM dr\u00e4ngt auf klare Fristen, weniger Nebenbestimmungen und verbindliche Zeitpl\u00e4ne f\u00fcr Stromanschl\u00fcsse. Dem Branchenverband bitkom zufolge m\u00fcssen Genehmigungsverfahren \u201ekonsequent digitalisiert und standardisiert\u201c werden. Wildberger will k\u00fcnftig ein Anzeige- statt Zustimmungsverfahren einf\u00fchren. Damit k\u00f6nnen Netzbetreiber ihre Ausbauten anzeigen, ohne zuvor auf eine formale Zustimmung warten zu m\u00fcssen. Zugleich soll die Genehmigungsfiktion beschleunigt werden: Die Frist f\u00fcr Zustimmungen wird von drei auf zwei Monate verk\u00fcrzt. Kommt innerhalb dieser Zeit keine Antwort, gilt der Antrag automatisch als bewilligt.Am Ende h\u00e4ngt bei der Umsetzung des beschleunigten Glasfaser-Ausbaus viel von der Balance ab. Ein kluges Vollausbaurecht mit Open Access k\u00f6nnte Baustellen reduzieren und Wahlfreiheit sichern. Zu weit gefasste Mitnutzungsrechte k\u00f6nnten hingegen Investitionen entwerten. Und am Ende m\u00fcssen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher mitspielen. Viele von ihnen sagen, dass sie gar keine Not sehen, auf Glasfaser umzusteigen. Sie seien mit der aktuellen Leistung zufrieden. BREKO zufolge sind es gerade einmal 6,6 Millionen Haushalte in Deutschland, die Glasfaser wirklich nutzen, obwohl 12,6 Millionen angeschlossen sind. Die Summe, die Eigent\u00fcmer beim weiteren Ausbau auf die Mieter umlegen k\u00f6nnen, will Wildberger erh\u00f6hen. Von 60 Euro j\u00e4hrlich und maximal 540 Euro pro Wohneinheit auf 960 Euro. Am Ende w\u00fcrden also auch die Verbraucher einen erheblichen Anteil der Kosten eines Ausbaus tragen. 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W\u00e4hrend gro\u00dfe Player wie die Deutsche Telekom die Pl\u00e4ne begr\u00fc\u00dfen, warnen Branchenverb\u00e4nde vor einer Blockade des Wettbewerbs und vor einem Gesetz, das den Ausbau am Ende nicht schneller, sondern langsamer macht.Streit um Vollausbaurecht h\u00e4lt anEin Kernst\u00fcck von Wildbergers Pl\u00e4nen ist das \u201eRecht auf Vollausbau\u201c: Hat ein Anbieter bereits Infrastruktur oder Kunden in einem Geb\u00e4ude, soll er k\u00fcnftig auch alle anderen Wohnungen erschlie\u00dfen d\u00fcrfen. Die Eigent\u00fcmer sollen nur noch mit Sachgr\u00fcnden widersprechen k\u00f6nnen, etwa mit technischer Unm\u00f6glichkeit. Wie die Marktanalyse 2025 des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) zeigt, verzeichnen die Wettbewerber der Deutschen Telekom etwa 70 Prozent der Glasfaserausbauten in H\u00e4usern. Bei der Telekom sind es 30 Prozent. Wildbergers Plan sieht ein exklusives Nutzungsrecht f\u00fcr zwei Jahre vor, bevor die Infrastruktur auch f\u00fcr andere Wettbewerber gegen die Zahlung eines Entgelts ge\u00f6ffnet wird.Die Deutsche Telekom unterst\u00fctzt das: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen den Vorschlag des BMDS, den Vollausbau in Geb\u00e4uden gesetzlich zu st\u00e4rken und f\u00fcr rechtliche Klarheit zu sorgen\u201c, teilt der Konzern auf Anfrage von WELT mit. Der fr\u00fchere Monopolist fordert dar\u00fcber hinaus einen verpflichtenden \u201eOpen Access f\u00fcr andere Anbieter\u201c. Die Infrastruktur soll also von jedem Wettbewerber genutzt werden d\u00fcrfen, nicht nur von dem, der sie ausgebaut hat. Der Telekom zufolge sichere das \u201eMieterinnen und Mietern die Wahlfreiheit\u201c zu. Verb\u00e4nde warnen vor Drosselung des Glasfaser-AusbausDer Breitbandverband e.V. ANGA hingegen h\u00e4lt weitergehende Mitnutzungsrechte f\u00fcr kontraproduktiv. \u201eDie M\u00f6glichkeit, unabh\u00e4ngig von Kundenvertr\u00e4gen und dem Einverst\u00e4ndnis des Eigent\u00fcmers ganze Geb\u00e4ude mit einem Inhaus-Netz auszubauen, hebelt privatwirtschaftliche Vereinbarungen aus, erleichtert 'Cherry-Picking\u2018 und f\u00fchrt im Ergebnis dazu, dass nicht mehr, sondern sogar weniger Geb\u00e4ude erschlossen werden\u201c, hei\u00dft es in der Stellungnahme des Verbandes. Die Abkehr von einer freiwillig vereinbarten Mitnutzung hin zu \u201eZwangsma\u00dfnahmen\u201c k\u00f6nne \u201ePlanungssicherheit und Investitionsbereitschaft zerst\u00f6ren\u201c. Philipp M\u00fcller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von ANGA, warnt gegen\u00fcber WELT: \u201eWir bef\u00fcrchten ein Inhaus-Ausbau-Verhinderungs-Gesetz, wenn die Vorschl\u00e4ge so in das Gesetz kommen\u201c. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe vor wenigen Wochen \u201eauf dem Investitionsgipfel zu Recht mehr private Investitionen f\u00fcr Deutschlands Aufschwung eingefordert\u201c, sagt M\u00fcller. Mit den jetzt geplanten Regelungen w\u00fcrde aber \u201egenau das Gegenteil erreicht: Die Refinanzierung der Ausbaukosten st\u00fcnde in den Sternen, der weitere Glasfaser-Ausbau daher auf dem Spiel\u201c.Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) spricht sich f\u00fcr eine rechtliche Absicherung f\u00fcr die Wettbewerber aus. Zwar sei ein rechtlich abgesichertes Vollausbaurecht sinnvoll. Die Mitnutzung m\u00fcsse aber auf Freiwilligkeit beruhen. Bestehende Vereinbarungen d\u00fcrften nicht durch einen verpflichtenden Open Access torpediert werden. Die Unternehmen, die mit viel Geld ein Haus ausgebaut haben, m\u00fcssten darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass kein anderer Anbieter hineindr\u00e4ngt und die Investitionen entwertet. Das System der Freiwilligkeit w\u00fcrde heute in der Praxis funktionieren, hei\u00dft es von den Branchenverb\u00e4nden. Es brauche keine neuen Regulierungen daf\u00fcr.Glasfaser in Zukunft \u201ealternativlos\u201cHinter der Debatte steht ein weiterer Kraftakt: die Abl\u00f6sung des Kupfernetzes. Noch sind laut VATM etwa 24 Millionen Haushalte an das alte Kupfernetz angeschlossen. Die Wettbewerber sind sich einig dar\u00fcber, dass Glasfaser ein zentrales Infrastrukturprojekt ist. Vom VATM hei\u00dft es, Glasfaser sei \u201ealternativlos \u2013 f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands und die gesellschaftliche Teilhabe\u201c. Daher sei eine \u201efaire und transparente Migration\u201c entscheidend. Politik und die Bundesnetzagentur m\u00fcssten klare Regeln f\u00fcr Abschaltgebiete, Kostenverteilung und Verbraucherinformation schaffen. Auch ANGA fordert \u201eeine wettbewerbsneutrale und diskriminierungsfreie Gestaltung des Um- und Abschalteprozesses\u201c.Die Deutsche Telekom hingegen sagt, dass nur diejenigen Unternehmen \u201egesetzliche \u00c4nderungen f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig\u201c hielten, die \u201eweiterhin auf die alten Kupfer-Koaxial-Kabelnetze in Geb\u00e4uden setzen und Investitionen scheuen\u201c. ANGA zeichne \u201edas d\u00fcstere Szenario eines Investitionsstreiks\u201c. Es werde \u201emit allen Mitteln versucht, ein Koaxial-Kabel-Monopol zu verteidigen\u201c. Schnellere Genehmigung \u2013 machen Verbraucher mit?Doch bevor \u00fcberhaupt etwas ausgebaut werden kann, braucht es erstmal Genehmigungen. ANGA betont, der \u201egr\u00f6\u00dfte Hebel\u201c liege in einem voll digitalisierten One-Stop-Shop. Eine Idee, die auch im Gigabit Infrastructure Act (GIA) der EU geregelt ist, der ma\u00dfgeblich f\u00fcr das TKG angewendet werden soll. Auch der VATM dr\u00e4ngt auf klare Fristen, weniger Nebenbestimmungen und verbindliche Zeitpl\u00e4ne f\u00fcr Stromanschl\u00fcsse. Dem Branchenverband bitkom zufolge m\u00fcssen Genehmigungsverfahren \u201ekonsequent digitalisiert und standardisiert\u201c werden. Wildberger will k\u00fcnftig ein Anzeige- statt Zustimmungsverfahren einf\u00fchren. Damit k\u00f6nnen Netzbetreiber ihre Ausbauten anzeigen, ohne zuvor auf eine formale Zustimmung warten zu m\u00fcssen. Zugleich soll die Genehmigungsfiktion beschleunigt werden: Die Frist f\u00fcr Zustimmungen wird von drei auf zwei Monate verk\u00fcrzt. Kommt innerhalb dieser Zeit keine Antwort, gilt der Antrag automatisch als bewilligt.Am Ende h\u00e4ngt bei der Umsetzung des beschleunigten Glasfaser-Ausbaus viel von der Balance ab. Ein kluges Vollausbaurecht mit Open Access k\u00f6nnte Baustellen reduzieren und Wahlfreiheit sichern. Zu weit gefasste Mitnutzungsrechte k\u00f6nnten hingegen Investitionen entwerten. Und am Ende m\u00fcssen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher mitspielen. Viele von ihnen sagen, dass sie gar keine Not sehen, auf Glasfaser umzusteigen. Sie seien mit der aktuellen Leistung zufrieden. BREKO zufolge sind es gerade einmal 6,6 Millionen Haushalte in Deutschland, die Glasfaser wirklich nutzen, obwohl 12,6 Millionen angeschlossen sind. Die Summe, die Eigent\u00fcmer beim weiteren Ausbau auf die Mieter umlegen k\u00f6nnen, will Wildberger erh\u00f6hen. Von 60 Euro j\u00e4hrlich und maximal 540 Euro pro Wohneinheit auf 960 Euro. Am Ende w\u00fcrden also auch die Verbraucher einen erheblichen Anteil der Kosten eines Ausbaus tragen. Und das, obwohl viele offenbar gar keine Glasfaser wollen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Max Skowronek berichtet f\u00fcr WELT und Business Insider u.a. \u00fcber Informationstechnologie und Telekommunikation.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u201eAusbau steht auf dem Spiel\u201c: So spaltet Digitalminister Wildberger die Telekom-Branche - vof-news.eu","og_description":"Das schnelle Glasfaser-Internet ist in Deutschland eher Illusion als gelebte Praxis. Ein Vergleich mit anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zeigt, wie weit die Bundesrepublik hinterherhinkt. 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W\u00e4hrend gro\u00dfe Player wie die Deutsche Telekom die Pl\u00e4ne begr\u00fc\u00dfen, warnen Branchenverb\u00e4nde vor einer Blockade des Wettbewerbs und vor einem Gesetz, das den Ausbau am Ende nicht schneller, sondern langsamer macht.Streit um Vollausbaurecht h\u00e4lt anEin Kernst\u00fcck von Wildbergers Pl\u00e4nen ist das \u201eRecht auf Vollausbau\u201c: Hat ein Anbieter bereits Infrastruktur oder Kunden in einem Geb\u00e4ude, soll er k\u00fcnftig auch alle anderen Wohnungen erschlie\u00dfen d\u00fcrfen. Die Eigent\u00fcmer sollen nur noch mit Sachgr\u00fcnden widersprechen k\u00f6nnen, etwa mit technischer Unm\u00f6glichkeit. Wie die Marktanalyse 2025 des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) zeigt, verzeichnen die Wettbewerber der Deutschen Telekom etwa 70 Prozent der Glasfaserausbauten in H\u00e4usern. Bei der Telekom sind es 30 Prozent. 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ANGA hingegen h\u00e4lt weitergehende Mitnutzungsrechte f\u00fcr kontraproduktiv. \u201eDie M\u00f6glichkeit, unabh\u00e4ngig von Kundenvertr\u00e4gen und dem Einverst\u00e4ndnis des Eigent\u00fcmers ganze Geb\u00e4ude mit einem Inhaus-Netz auszubauen, hebelt privatwirtschaftliche Vereinbarungen aus, erleichtert 'Cherry-Picking\u2018 und f\u00fchrt im Ergebnis dazu, dass nicht mehr, sondern sogar weniger Geb\u00e4ude erschlossen werden\u201c, hei\u00dft es in der Stellungnahme des Verbandes. Die Abkehr von einer freiwillig vereinbarten Mitnutzung hin zu \u201eZwangsma\u00dfnahmen\u201c k\u00f6nne \u201ePlanungssicherheit und Investitionsbereitschaft zerst\u00f6ren\u201c. Philipp M\u00fcller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von ANGA, warnt gegen\u00fcber WELT: \u201eWir bef\u00fcrchten ein Inhaus-Ausbau-Verhinderungs-Gesetz, wenn die Vorschl\u00e4ge so in das Gesetz kommen\u201c. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe vor wenigen Wochen \u201eauf dem Investitionsgipfel zu Recht mehr private Investitionen f\u00fcr Deutschlands Aufschwung eingefordert\u201c, sagt M\u00fcller. Mit den jetzt geplanten Regelungen w\u00fcrde aber \u201egenau das Gegenteil erreicht: Die Refinanzierung der Ausbaukosten st\u00fcnde in den Sternen, der weitere Glasfaser-Ausbau daher auf dem Spiel\u201c.Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) spricht sich f\u00fcr eine rechtliche Absicherung f\u00fcr die Wettbewerber aus. Zwar sei ein rechtlich abgesichertes Vollausbaurecht sinnvoll. Die Mitnutzung m\u00fcsse aber auf Freiwilligkeit beruhen. Bestehende Vereinbarungen d\u00fcrften nicht durch einen verpflichtenden Open Access torpediert werden. Die Unternehmen, die mit viel Geld ein Haus ausgebaut haben, m\u00fcssten darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass kein anderer Anbieter hineindr\u00e4ngt und die Investitionen entwertet. Das System der Freiwilligkeit w\u00fcrde heute in der Praxis funktionieren, hei\u00dft es von den Branchenverb\u00e4nden. Es brauche keine neuen Regulierungen daf\u00fcr.Glasfaser in Zukunft \u201ealternativlos\u201cHinter der Debatte steht ein weiterer Kraftakt: die Abl\u00f6sung des Kupfernetzes. Noch sind laut VATM etwa 24 Millionen Haushalte an das alte Kupfernetz angeschlossen. Die Wettbewerber sind sich einig dar\u00fcber, dass Glasfaser ein zentrales Infrastrukturprojekt ist. Vom VATM hei\u00dft es, Glasfaser sei \u201ealternativlos \u2013 f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands und die gesellschaftliche Teilhabe\u201c. Daher sei eine \u201efaire und transparente Migration\u201c entscheidend. Politik und die Bundesnetzagentur m\u00fcssten klare Regeln f\u00fcr Abschaltgebiete, Kostenverteilung und Verbraucherinformation schaffen. Auch ANGA fordert \u201eeine wettbewerbsneutrale und diskriminierungsfreie Gestaltung des Um- und Abschalteprozesses\u201c.Die Deutsche Telekom hingegen sagt, dass nur diejenigen Unternehmen \u201egesetzliche \u00c4nderungen f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig\u201c hielten, die \u201eweiterhin auf die alten Kupfer-Koaxial-Kabelnetze in Geb\u00e4uden setzen und Investitionen scheuen\u201c. ANGA zeichne \u201edas d\u00fcstere Szenario eines Investitionsstreiks\u201c. Es werde \u201emit allen Mitteln versucht, ein Koaxial-Kabel-Monopol zu verteidigen\u201c. Schnellere Genehmigung \u2013 machen Verbraucher mit?Doch bevor \u00fcberhaupt etwas ausgebaut werden kann, braucht es erstmal Genehmigungen. ANGA betont, der \u201egr\u00f6\u00dfte Hebel\u201c liege in einem voll digitalisierten One-Stop-Shop. Eine Idee, die auch im Gigabit Infrastructure Act (GIA) der EU geregelt ist, der ma\u00dfgeblich f\u00fcr das TKG angewendet werden soll. Auch der VATM dr\u00e4ngt auf klare Fristen, weniger Nebenbestimmungen und verbindliche Zeitpl\u00e4ne f\u00fcr Stromanschl\u00fcsse. Dem Branchenverband bitkom zufolge m\u00fcssen Genehmigungsverfahren \u201ekonsequent digitalisiert und standardisiert\u201c werden. Wildberger will k\u00fcnftig ein Anzeige- statt Zustimmungsverfahren einf\u00fchren. Damit k\u00f6nnen Netzbetreiber ihre Ausbauten anzeigen, ohne zuvor auf eine formale Zustimmung warten zu m\u00fcssen. Zugleich soll die Genehmigungsfiktion beschleunigt werden: Die Frist f\u00fcr Zustimmungen wird von drei auf zwei Monate verk\u00fcrzt. Kommt innerhalb dieser Zeit keine Antwort, gilt der Antrag automatisch als bewilligt.Am Ende h\u00e4ngt bei der Umsetzung des beschleunigten Glasfaser-Ausbaus viel von der Balance ab. Ein kluges Vollausbaurecht mit Open Access k\u00f6nnte Baustellen reduzieren und Wahlfreiheit sichern. Zu weit gefasste Mitnutzungsrechte k\u00f6nnten hingegen Investitionen entwerten. Und am Ende m\u00fcssen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher mitspielen. Viele von ihnen sagen, dass sie gar keine Not sehen, auf Glasfaser umzusteigen. Sie seien mit der aktuellen Leistung zufrieden. BREKO zufolge sind es gerade einmal 6,6 Millionen Haushalte in Deutschland, die Glasfaser wirklich nutzen, obwohl 12,6 Millionen angeschlossen sind. Die Summe, die Eigent\u00fcmer beim weiteren Ausbau auf die Mieter umlegen k\u00f6nnen, will Wildberger erh\u00f6hen. Von 60 Euro j\u00e4hrlich und maximal 540 Euro pro Wohneinheit auf 960 Euro. Am Ende w\u00fcrden also auch die Verbraucher einen erheblichen Anteil der Kosten eines Ausbaus tragen. 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W\u00e4hrend gro\u00dfe Player wie die Deutsche Telekom die Pl\u00e4ne begr\u00fc\u00dfen, warnen Branchenverb\u00e4nde vor einer Blockade des Wettbewerbs und vor einem Gesetz, das den Ausbau am Ende nicht schneller, sondern langsamer macht.Streit um Vollausbaurecht h\u00e4lt anEin Kernst\u00fcck von Wildbergers Pl\u00e4nen ist das \u201eRecht auf Vollausbau\u201c: Hat ein Anbieter bereits Infrastruktur oder Kunden in einem Geb\u00e4ude, soll er k\u00fcnftig auch alle anderen Wohnungen erschlie\u00dfen d\u00fcrfen. Die Eigent\u00fcmer sollen nur noch mit Sachgr\u00fcnden widersprechen k\u00f6nnen, etwa mit technischer Unm\u00f6glichkeit. Wie die Marktanalyse 2025 des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) zeigt, verzeichnen die Wettbewerber der Deutschen Telekom etwa 70 Prozent der Glasfaserausbauten in H\u00e4usern. Bei der Telekom sind es 30 Prozent. 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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe vor wenigen Wochen \u201eauf dem Investitionsgipfel zu Recht mehr private Investitionen f\u00fcr Deutschlands Aufschwung eingefordert\u201c, sagt M\u00fcller. Mit den jetzt geplanten Regelungen w\u00fcrde aber \u201egenau das Gegenteil erreicht: Die Refinanzierung der Ausbaukosten st\u00fcnde in den Sternen, der weitere Glasfaser-Ausbau daher auf dem Spiel\u201c.Auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) spricht sich f\u00fcr eine rechtliche Absicherung f\u00fcr die Wettbewerber aus. Zwar sei ein rechtlich abgesichertes Vollausbaurecht sinnvoll. Die Mitnutzung m\u00fcsse aber auf Freiwilligkeit beruhen. Bestehende Vereinbarungen d\u00fcrften nicht durch einen verpflichtenden Open Access torpediert werden. Die Unternehmen, die mit viel Geld ein Haus ausgebaut haben, m\u00fcssten darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass kein anderer Anbieter hineindr\u00e4ngt und die Investitionen entwertet. 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Auch ANGA fordert \u201eeine wettbewerbsneutrale und diskriminierungsfreie Gestaltung des Um- und Abschalteprozesses\u201c.Die Deutsche Telekom hingegen sagt, dass nur diejenigen Unternehmen \u201egesetzliche \u00c4nderungen f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig\u201c hielten, die \u201eweiterhin auf die alten Kupfer-Koaxial-Kabelnetze in Geb\u00e4uden setzen und Investitionen scheuen\u201c. ANGA zeichne \u201edas d\u00fcstere Szenario eines Investitionsstreiks\u201c. Es werde \u201emit allen Mitteln versucht, ein Koaxial-Kabel-Monopol zu verteidigen\u201c. Schnellere Genehmigung \u2013 machen Verbraucher mit?Doch bevor \u00fcberhaupt etwas ausgebaut werden kann, braucht es erstmal Genehmigungen. ANGA betont, der \u201egr\u00f6\u00dfte Hebel\u201c liege in einem voll digitalisierten One-Stop-Shop. Eine Idee, die auch im Gigabit Infrastructure Act (GIA) der EU geregelt ist, der ma\u00dfgeblich f\u00fcr das TKG angewendet werden soll. Auch der VATM dr\u00e4ngt auf klare Fristen, weniger Nebenbestimmungen und verbindliche Zeitpl\u00e4ne f\u00fcr Stromanschl\u00fcsse. Dem Branchenverband bitkom zufolge m\u00fcssen Genehmigungsverfahren \u201ekonsequent digitalisiert und standardisiert\u201c werden. Wildberger will k\u00fcnftig ein Anzeige- statt Zustimmungsverfahren einf\u00fchren. Damit k\u00f6nnen Netzbetreiber ihre Ausbauten anzeigen, ohne zuvor auf eine formale Zustimmung warten zu m\u00fcssen. Zugleich soll die Genehmigungsfiktion beschleunigt werden: Die Frist f\u00fcr Zustimmungen wird von drei auf zwei Monate verk\u00fcrzt. Kommt innerhalb dieser Zeit keine Antwort, gilt der Antrag automatisch als bewilligt.Am Ende h\u00e4ngt bei der Umsetzung des beschleunigten Glasfaser-Ausbaus viel von der Balance ab. Ein kluges Vollausbaurecht mit Open Access k\u00f6nnte Baustellen reduzieren und Wahlfreiheit sichern. Zu weit gefasste Mitnutzungsrechte k\u00f6nnten hingegen Investitionen entwerten. Und am Ende m\u00fcssen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher mitspielen. Viele von ihnen sagen, dass sie gar keine Not sehen, auf Glasfaser umzusteigen. Sie seien mit der aktuellen Leistung zufrieden. BREKO zufolge sind es gerade einmal 6,6 Millionen Haushalte in Deutschland, die Glasfaser wirklich nutzen, obwohl 12,6 Millionen angeschlossen sind. Die Summe, die Eigent\u00fcmer beim weiteren Ausbau auf die Mieter umlegen k\u00f6nnen, will Wildberger erh\u00f6hen. Von 60 Euro j\u00e4hrlich und maximal 540 Euro pro Wohneinheit auf 960 Euro. Am Ende w\u00fcrden also auch die Verbraucher einen erheblichen Anteil der Kosten eines Ausbaus tragen. Und das, obwohl viele offenbar gar keine Glasfaser wollen.Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Max Skowronek berichtet f\u00fcr WELT und Business Insider u.a. \u00fcber Informationstechnologie und Telekommunikation.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pressekonferenz-cdu.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pressekonferenz-cdu.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/ausbau-steht-auf-dem-spiel-so-spaltet-digitalminister-wildberger-die-telekom-branche\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"\u201eAusbau steht auf dem Spiel\u201c: So spaltet Digitalminister Wildberger die Telekom-Branche"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/269147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=269147"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/269147\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":269154,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/269147\/revisions\/269154"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/269148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=269147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=269147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=269147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}