{"id":268379,"date":"2025-08-27T17:26:10","date_gmt":"2025-08-27T14:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/die-leute-sollen-sich-gerne-solar-aufs-dach-bauen-aber-bitte-ungefordert\/"},"modified":"2025-08-27T17:26:45","modified_gmt":"2025-08-27T14:26:45","slug":"die-leute-sollen-sich-gerne-solar-aufs-dach-bauen-aber-bitte-ungefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/die-leute-sollen-sich-gerne-solar-aufs-dach-bauen-aber-bitte-ungefordert\/","title":{"rendered":"\u201eDie Leute sollen sich gerne Solar aufs Dach bauen, aber bitte ungef\u00f6rdert\u201c"},"content":{"rendered":"<p>RWE-Chef Markus Krebber ist f\u00fcr eine Streichung der Subventionen f\u00fcr private Solaranlagen. \u201eWas wir heute erleben an F\u00f6rderungen, sind alles Mitnahmeeffekte\u201c, begr\u00fcndet der Manager vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung D\u00fcsseldorf (WPV). Es sei daher richtig, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Zusch\u00fcsse f\u00fcr neue Photovoltaik-Anlagen auf privaten Hausd\u00e4chern <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6898ce7edbbc3327c9f82fc2\/Wirtschaftsministerin-Reiche-stellt-Foerderung-fuer-private-Solaranlagen-infrage.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6898ce7edbbc3327c9f82fc2\/Wirtschaftsministerin-Reiche-stellt-Foerderung-fuer-private-Solaranlagen-infrage.html\">politisch zur Debatte gestellt<\/a> hat. <\/p>\n<p>Aktuell werden Verbraucher f\u00fcr den Kauf und Betrieb einer Solaranlage staatlich unterst\u00fctzt, etwa durch eine Steuerbefreiung und durch eine <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus254169464\/Energie-Teure-EEG-Verguetung-Deutschland-verloren-in-der-Solar-Sackgasse.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus254169464\/Energie-Teure-EEG-Verguetung-Deutschland-verloren-in-der-Solar-Sackgasse.html\">Einspeiseverg\u00fctung gem\u00e4\u00df dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)<\/a>. Krebber h\u00e4lt das f\u00fcr unn\u00f6tig und sozial ungerecht. Denn eine solche Anlage rechne sich auch ohne F\u00f6rderung, weil die Besitzer zum einen weniger Strom kaufen und damit zum anderen weniger Netzausbaukosten bezahlen m\u00fcssen. Schlie\u00dflich w\u00fcrden die Netzentgelte nach der Menge des Stroms verteilt, nicht mit Fixkosten pro Anschlusspunkt. <\/p>\n<p>Gleichzeitig seien die betreffenden Haushalte \u201eeigentlich genau solche Nutzer und Einspeiser, wie sie keiner haben will\u201c. Denn der private Anlagenbetreiber dr\u00fccke immer dann Strom ins Netz, wenn zu viel Sonne ist und sein Strom gar nicht gebraucht wird, beschreibt der Vorstandschef des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus255745240\/Strom-Wie-sich-der-Stromriese-RWE-auf-die-neue-Energiewende-Realitaet-einstellt.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus255745240\/Strom-Wie-sich-der-Stromriese-RWE-auf-die-neue-Energiewende-Realitaet-einstellt.html\">gr\u00f6\u00dften deutschen Stromerzeugers<\/a>. Und daf\u00fcr bekomme er dann auch noch einen Preis, der signifikant \u00fcber dem Gro\u00dfhandelsstrompreis liegt. <\/p>\n<p>Zudem w\u00fcrden Netzausbaukosten ausgel\u00f6st, f\u00fcr die dann nicht der Verursacher bezahlt, sondern die Allgemeinheit, die sich kein Solardach leisten kann. Umgekehrt schlie\u00dflich ziehe dieser Haushalt Strom aus dem Netz, wenn die Knappheit ohnehin am gr\u00f6\u00dften ist. \u201eDas kann kein System sein, das funktioniert und das wir wirklich wollen\u201c, so Krebber. \u201eDie Leute sollen sich gerne Solar aufs Dach bauen, aber bitte ungef\u00f6rdert und mit einem vern\u00fcnftigen Beitrag zu den Netzausbaukosten.\u201c<\/p>\n<h3>Krebber fordert verursachergerechte Kostenverteilung<\/h3>\n<p>Gemeint ist mit vern\u00fcnftigem Beitrag laut Krebber eine \u2013 wie er es ausdr\u00fcckt \u2013 Reallokation der Netzkosten. \u201eDerjenige, der immer nur in Extremsituationen das Netz in Anspruch nimmt, der m\u00fcsste eigentlich mehr zahlen.\u201c Wenn sich jemand komplett vom Netz abkoppelt, dann brauche er auch nichts zahlen. \u201eAber wenn er das Netz als Versicherung in Anspruch nimmt, um an den schlimmsten Tagen des Winters Strom zu beziehen, dann muss er mehr beitragen.\u201c <\/p>\n<p>Gleichzeitig regt Krebber eine \u201everursachergerechte Kostenverteilung\u201c f\u00fcr den Netzausbau an. \u201eWenn eine Anlage angeschlossen und dadurch Netzkosten ausgel\u00f6st werden, sei es eine Solaranlage auf einem Hausdach, ein Offshore-Windpark oder eine Biogasanlage, muss er einen Baukostenzuschuss zahlen, also sich direkt beteiligen\u201c, fordert Krebber vor der WPV. Dann w\u00fcrden auch wieder \u00f6konomisch rationale Entscheidungen getroffen. \u201eDenn dann baue ich nur da, wo das Netz entweder verf\u00fcgbar ist oder wo sich unter Ber\u00fccksichtigung der Netzkosten der Aufbau trotzdem lohnt.\u201c <\/p>\n<p>Energie\u00f6konomen unterst\u00fctzen Krebber. Die Speicher von Heim-Solaranlagen seien nicht netzdienlich, sagt zum Beispiel Lion Hirth von der Hertie School. Nach zwei Stunden seien sie bereits voll geladen und w\u00fcrden anschlie\u00dfend <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus255033278\/Risiko-Solarenergie-Schon-Ostern-koennte-die-Oekostrom-Flut-zu-gross-sein.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus255033278\/Risiko-Solarenergie-Schon-Ostern-koennte-die-Oekostrom-Flut-zu-gross-sein.html\">am Mittag bei h\u00f6chster Sonneneinstrahlung<\/a> nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen. Das schade dem Netz eher als es der Versorgung n\u00fctzt. \u201eViele Menschen kaufen sich einen Heimspeicher, um die Energiewende voranzubringen \u2013 die KfW f\u00f6rdert das mit Steuergeld\u201c, so Hirth. \u201eLeider ist das ziemlicher Quatsch: So wie wir Heimspeicher heute nutzen, bringen die kaum etwas f\u00fcr System und Gesellschaft.\u201c Die Hausbatterie sei \u201eim Grunde ein Steuersparmodell\u201c. Deutschland k\u00f6nnen nicht auf ein Stromsystem bauen, wo Hunderte Gigawatt Leistung stoisch eingespeist werden \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob Strom \u00fcberhaupt ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<h3>Auch Netzbetreiber E.ON kritisiert Solar-F\u00f6rderung<\/h3>\n<p>Zustimmung bekommt Krebber zudem auch von Leo Birnbaum, dem Vorstandschef von E.ON und damit des gr\u00f6\u00dften deutschen Netzbetreibers. Auch er hat k\u00fcrzlich bei der Vorlage der Halbjahresbilanz seines Unternehmens ein Auslaufen der Subventionen f\u00fcr private <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/solarenergie-solarfoerderung\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/solarenergie-solarfoerderung\/\">Solaranlagen<\/a> gefordert. <\/p>\n<p>\u201eWarum werden Kapazit\u00e4ten gef\u00f6rdert, die wir nicht brauchen, und Technologien, die l\u00e4ngst wirtschaftlich sind? Warum werden Speicher pauschal von Netzentgelten befreit, obwohl viele die Netze gar nicht entlasten und die Kosten f\u00fcr die Kunden erh\u00f6hen\u201c, hinterfragt Birnbaum. Es brauche einen Neustart der Energiewende. Das unterstreicht auch Krebber. \u201eWenn wir die Energiewende nicht zu den g\u00fcnstigst m\u00f6glichen Kosten organisieren, dann werden wir die Akzeptanz verlieren\u201c, sagt der RWE-Chef. \u201eDeswegen m\u00fcssen wir an die Anreizsystematik ran.\u201c<\/p>\n<p>Wie hoch die Subventionen f\u00fcr Solarstrom in Deutschland mittlerweile sind, zeigt der Monitoring-Bericht 2024 der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/panorama\/stromanbieter-wechseln-so-viel-geld-koennt-ihr-euch-damit-sparen\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/panorama\/stromanbieter-wechseln-so-viel-geld-koennt-ihr-euch-damit-sparen\/\">Bundesnetzagentur.<\/a> Danach beliefen sich die EEG-Zahlungen f\u00fcr Solar im Jahr 2023 auf knapp zehn Milliarden Euro. Zweitgr\u00f6\u00dfter Posten ist Biomasse mit gut 3,8 Milliarden vor Wind auf See mit knapp zwei Milliarden Euro und Wind an Land mit 1,4 Milliarden. Das ist bei allen Energietr\u00e4gern mehr als ein Jahr zuvor, teils sogar deutlich. <\/p>\n<p>Vielerorts kommt der notwendige Netzausbau mit dem rasanten Zuwachs bei den erneuerbaren Energien aber nicht mit. In Baden-W\u00fcrttemberg musste der Netzbetreiber FairNetz aus der Region Reutlingen daher im Juli mitteilen, dass in seinem Beritt auf absehbare Zeit keine neuen Solaranlagen ans Netz angeschlossen werden k\u00f6nnen. Im vergangenen Jahr gab es zudem einen \u00e4hnlichen Fall in Oranienburg im Bundesland Brandenburg. Dort war die Lage aber noch prek\u00e4rer, ging es doch nicht nur um neue Solaranlagen, sondern auch um Wallboxen, W\u00e4rmepumpen und Industrieanlagen.  <\/p>\n<p>Photovoltaik erlebt in Deutschland schon l\u00e4nger einen Boom. Binnen zehn Jahren hat sich die installierte Erzeugungsleistung verdoppelt. Ende M\u00e4rz 2025 waren laut dem Statistischen Bundesamt gut 4,2 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von knapp 100 Gigawatt auf D\u00e4chern und Grundst\u00fccken installiert. Ein Jahr zuvor waren es laut amtlicher Statistik 3,4 Millionen Anlagen mit 81 Gigawatt Nennleistung. Der Anteil von Solar am deutschen Strommix liegt mittlerweile bei rund 14 Prozent. <\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>Business Insider <\/em><\/b><\/a><b><em>erstellt.<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\"><b><em>Carsten Dierig<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen. <\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>RWE-Chef Markus Krebber ist f\u00fcr eine Streichung der Subventionen f\u00fcr private Solaranlagen. \u201eWas wir heute erleben an F\u00f6rderungen, sind alles Mitnahmeeffekte\u201c, begr\u00fcndet der Manager vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung D\u00fcsseldorf (WPV). Es sei daher richtig, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Zusch\u00fcsse f\u00fcr neue Photovoltaik-Anlagen auf privaten Hausd\u00e4chern politisch zur Debatte gestellt hat. 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Es sei daher richtig, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Zusch\u00fcsse f\u00fcr neue Photovoltaik-Anlagen auf privaten Hausd\u00e4chern politisch zur Debatte gestellt hat. Aktuell werden Verbraucher f\u00fcr den Kauf und Betrieb einer Solaranlage staatlich unterst\u00fctzt, etwa durch eine Steuerbefreiung und durch eine Einspeiseverg\u00fctung gem\u00e4\u00df dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Krebber h\u00e4lt das f\u00fcr unn\u00f6tig und sozial ungerecht. Denn eine solche Anlage rechne sich auch ohne F\u00f6rderung, weil die Besitzer zum einen weniger Strom kaufen und damit zum anderen weniger Netzausbaukosten bezahlen m\u00fcssen. Schlie\u00dflich w\u00fcrden die Netzentgelte nach der Menge des Stroms verteilt, nicht mit Fixkosten pro Anschlusspunkt. Gleichzeitig seien die betreffenden Haushalte \u201eeigentlich genau solche Nutzer und Einspeiser, wie sie keiner haben will\u201c. Denn der private Anlagenbetreiber dr\u00fccke immer dann Strom ins Netz, wenn zu viel Sonne ist und sein Strom gar nicht gebraucht wird, beschreibt der Vorstandschef des gr\u00f6\u00dften deutschen Stromerzeugers. Und daf\u00fcr bekomme er dann auch noch einen Preis, der signifikant \u00fcber dem Gro\u00dfhandelsstrompreis liegt. Zudem w\u00fcrden Netzausbaukosten ausgel\u00f6st, f\u00fcr die dann nicht der Verursacher bezahlt, sondern die Allgemeinheit, die sich kein Solardach leisten kann. Umgekehrt schlie\u00dflich ziehe dieser Haushalt Strom aus dem Netz, wenn die Knappheit ohnehin am gr\u00f6\u00dften ist. \u201eDas kann kein System sein, das funktioniert und das wir wirklich wollen\u201c, so Krebber. \u201eDie Leute sollen sich gerne Solar aufs Dach bauen, aber bitte ungef\u00f6rdert und mit einem vern\u00fcnftigen Beitrag zu den Netzausbaukosten.\u201cKrebber fordert verursachergerechte KostenverteilungGemeint ist mit vern\u00fcnftigem Beitrag laut Krebber eine \u2013 wie er es ausdr\u00fcckt \u2013 Reallokation der Netzkosten. \u201eDerjenige, der immer nur in Extremsituationen das Netz in Anspruch nimmt, der m\u00fcsste eigentlich mehr zahlen.\u201c Wenn sich jemand komplett vom Netz abkoppelt, dann brauche er auch nichts zahlen. \u201eAber wenn er das Netz als Versicherung in Anspruch nimmt, um an den schlimmsten Tagen des Winters Strom zu beziehen, dann muss er mehr beitragen.\u201c Gleichzeitig regt Krebber eine \u201everursachergerechte Kostenverteilung\u201c f\u00fcr den Netzausbau an. \u201eWenn eine Anlage angeschlossen und dadurch Netzkosten ausgel\u00f6st werden, sei es eine Solaranlage auf einem Hausdach, ein Offshore-Windpark oder eine Biogasanlage, muss er einen Baukostenzuschuss zahlen, also sich direkt beteiligen\u201c, fordert Krebber vor der WPV. 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In Baden-W\u00fcrttemberg musste der Netzbetreiber FairNetz aus der Region Reutlingen daher im Juli mitteilen, dass in seinem Beritt auf absehbare Zeit keine neuen Solaranlagen ans Netz angeschlossen werden k\u00f6nnen. Im vergangenen Jahr gab es zudem einen \u00e4hnlichen Fall in Oranienburg im Bundesland Brandenburg. Dort war die Lage aber noch prek\u00e4rer, ging es doch nicht nur um neue Solaranlagen, sondern auch um Wallboxen, W\u00e4rmepumpen und Industrieanlagen. Photovoltaik erlebt in Deutschland schon l\u00e4nger einen Boom. Binnen zehn Jahren hat sich die installierte Erzeugungsleistung verdoppelt. Ende M\u00e4rz 2025 waren laut dem Statistischen Bundesamt gut 4,2 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von knapp 100 Gigawatt auf D\u00e4chern und Grundst\u00fccken installiert. Ein Jahr zuvor waren es laut amtlicher Statistik 3,4 Millionen Anlagen mit 81 Gigawatt Nennleistung. Der Anteil von Solar am deutschen Strommix liegt mittlerweile bei rund 14 Prozent. Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eDie Leute sollen sich gerne Solar aufs Dach bauen, aber bitte ungef\u00f6rdert\u201c - vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"RWE-Chef Markus Krebber ist f\u00fcr eine Streichung der Subventionen f\u00fcr private Solaranlagen. \u201eWas wir heute erleben an F\u00f6rderungen, sind alles Mitnahmeeffekte\u201c, begr\u00fcndet der Manager vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung D\u00fcsseldorf (WPV). Es sei daher richtig, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Zusch\u00fcsse f\u00fcr neue Photovoltaik-Anlagen auf privaten Hausd\u00e4chern politisch zur Debatte gestellt hat. Aktuell werden Verbraucher f\u00fcr den Kauf und Betrieb einer Solaranlage staatlich unterst\u00fctzt, etwa durch eine Steuerbefreiung und durch eine Einspeiseverg\u00fctung gem\u00e4\u00df dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Krebber h\u00e4lt das f\u00fcr unn\u00f6tig und sozial ungerecht. Denn eine solche Anlage rechne sich auch ohne F\u00f6rderung, weil die Besitzer zum einen weniger Strom kaufen und damit zum anderen weniger Netzausbaukosten bezahlen m\u00fcssen. Schlie\u00dflich w\u00fcrden die Netzentgelte nach der Menge des Stroms verteilt, nicht mit Fixkosten pro Anschlusspunkt. Gleichzeitig seien die betreffenden Haushalte \u201eeigentlich genau solche Nutzer und Einspeiser, wie sie keiner haben will\u201c. 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Dann w\u00fcrden auch wieder \u00f6konomisch rationale Entscheidungen getroffen. \u201eDenn dann baue ich nur da, wo das Netz entweder verf\u00fcgbar ist oder wo sich unter Ber\u00fccksichtigung der Netzkosten der Aufbau trotzdem lohnt.\u201c Energie\u00f6konomen unterst\u00fctzen Krebber. Die Speicher von Heim-Solaranlagen seien nicht netzdienlich, sagt zum Beispiel Lion Hirth von der Hertie School. Nach zwei Stunden seien sie bereits voll geladen und w\u00fcrden anschlie\u00dfend am Mittag bei h\u00f6chster Sonneneinstrahlung nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen. Das schade dem Netz eher als es der Versorgung n\u00fctzt. \u201eViele Menschen kaufen sich einen Heimspeicher, um die Energiewende voranzubringen \u2013 die KfW f\u00f6rdert das mit Steuergeld\u201c, so Hirth. \u201eLeider ist das ziemlicher Quatsch: So wie wir Heimspeicher heute nutzen, bringen die kaum etwas f\u00fcr System und Gesellschaft.\u201c Die Hausbatterie sei \u201eim Grunde ein Steuersparmodell\u201c. 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Das unterstreicht auch Krebber. \u201eWenn wir die Energiewende nicht zu den g\u00fcnstigst m\u00f6glichen Kosten organisieren, dann werden wir die Akzeptanz verlieren\u201c, sagt der RWE-Chef. \u201eDeswegen m\u00fcssen wir an die Anreizsystematik ran.\u201cWie hoch die Subventionen f\u00fcr Solarstrom in Deutschland mittlerweile sind, zeigt der Monitoring-Bericht 2024 der Bundesnetzagentur. Danach beliefen sich die EEG-Zahlungen f\u00fcr Solar im Jahr 2023 auf knapp zehn Milliarden Euro. Zweitgr\u00f6\u00dfter Posten ist Biomasse mit gut 3,8 Milliarden vor Wind auf See mit knapp zwei Milliarden Euro und Wind an Land mit 1,4 Milliarden. Das ist bei allen Energietr\u00e4gern mehr als ein Jahr zuvor, teils sogar deutlich. Vielerorts kommt der notwendige Netzausbau mit dem rasanten Zuwachs bei den erneuerbaren Energien aber nicht mit. 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Denn der private Anlagenbetreiber dr\u00fccke immer dann Strom ins Netz, wenn zu viel Sonne ist und sein Strom gar nicht gebraucht wird, beschreibt der Vorstandschef des gr\u00f6\u00dften deutschen Stromerzeugers. Und daf\u00fcr bekomme er dann auch noch einen Preis, der signifikant \u00fcber dem Gro\u00dfhandelsstrompreis liegt. Zudem w\u00fcrden Netzausbaukosten ausgel\u00f6st, f\u00fcr die dann nicht der Verursacher bezahlt, sondern die Allgemeinheit, die sich kein Solardach leisten kann. Umgekehrt schlie\u00dflich ziehe dieser Haushalt Strom aus dem Netz, wenn die Knappheit ohnehin am gr\u00f6\u00dften ist. \u201eDas kann kein System sein, das funktioniert und das wir wirklich wollen\u201c, so Krebber. \u201eDie Leute sollen sich gerne Solar aufs Dach bauen, aber bitte ungef\u00f6rdert und mit einem vern\u00fcnftigen Beitrag zu den Netzausbaukosten.\u201cKrebber fordert verursachergerechte KostenverteilungGemeint ist mit vern\u00fcnftigem Beitrag laut Krebber eine \u2013 wie er es ausdr\u00fcckt \u2013 Reallokation der Netzkosten. \u201eDerjenige, der immer nur in Extremsituationen das Netz in Anspruch nimmt, der m\u00fcsste eigentlich mehr zahlen.\u201c Wenn sich jemand komplett vom Netz abkoppelt, dann brauche er auch nichts zahlen. \u201eAber wenn er das Netz als Versicherung in Anspruch nimmt, um an den schlimmsten Tagen des Winters Strom zu beziehen, dann muss er mehr beitragen.\u201c Gleichzeitig regt Krebber eine \u201everursachergerechte Kostenverteilung\u201c f\u00fcr den Netzausbau an. \u201eWenn eine Anlage angeschlossen und dadurch Netzkosten ausgel\u00f6st werden, sei es eine Solaranlage auf einem Hausdach, ein Offshore-Windpark oder eine Biogasanlage, muss er einen Baukostenzuschuss zahlen, also sich direkt beteiligen\u201c, fordert Krebber vor der WPV. Dann w\u00fcrden auch wieder \u00f6konomisch rationale Entscheidungen getroffen. \u201eDenn dann baue ich nur da, wo das Netz entweder verf\u00fcgbar ist oder wo sich unter Ber\u00fccksichtigung der Netzkosten der Aufbau trotzdem lohnt.\u201c Energie\u00f6konomen unterst\u00fctzen Krebber. Die Speicher von Heim-Solaranlagen seien nicht netzdienlich, sagt zum Beispiel Lion Hirth von der Hertie School. Nach zwei Stunden seien sie bereits voll geladen und w\u00fcrden anschlie\u00dfend am Mittag bei h\u00f6chster Sonneneinstrahlung nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen. Das schade dem Netz eher als es der Versorgung n\u00fctzt. \u201eViele Menschen kaufen sich einen Heimspeicher, um die Energiewende voranzubringen \u2013 die KfW f\u00f6rdert das mit Steuergeld\u201c, so Hirth. \u201eLeider ist das ziemlicher Quatsch: So wie wir Heimspeicher heute nutzen, bringen die kaum etwas f\u00fcr System und Gesellschaft.\u201c Die Hausbatterie sei \u201eim Grunde ein Steuersparmodell\u201c. Deutschland k\u00f6nnen nicht auf ein Stromsystem bauen, wo Hunderte Gigawatt Leistung stoisch eingespeist werden \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob Strom \u00fcberhaupt ben\u00f6tigt wird.Auch Netzbetreiber E.ON kritisiert Solar-F\u00f6rderungZustimmung bekommt Krebber zudem auch von Leo Birnbaum, dem Vorstandschef von E.ON und damit des gr\u00f6\u00dften deutschen Netzbetreibers. Auch er hat k\u00fcrzlich bei der Vorlage der Halbjahresbilanz seines Unternehmens ein Auslaufen der Subventionen f\u00fcr private Solaranlagen gefordert. \u201eWarum werden Kapazit\u00e4ten gef\u00f6rdert, die wir nicht brauchen, und Technologien, die l\u00e4ngst wirtschaftlich sind? Warum werden Speicher pauschal von Netzentgelten befreit, obwohl viele die Netze gar nicht entlasten und die Kosten f\u00fcr die Kunden erh\u00f6hen\u201c, hinterfragt Birnbaum. Es brauche einen Neustart der Energiewende. Das unterstreicht auch Krebber. \u201eWenn wir die Energiewende nicht zu den g\u00fcnstigst m\u00f6glichen Kosten organisieren, dann werden wir die Akzeptanz verlieren\u201c, sagt der RWE-Chef. \u201eDeswegen m\u00fcssen wir an die Anreizsystematik ran.\u201cWie hoch die Subventionen f\u00fcr Solarstrom in Deutschland mittlerweile sind, zeigt der Monitoring-Bericht 2024 der Bundesnetzagentur. Danach beliefen sich die EEG-Zahlungen f\u00fcr Solar im Jahr 2023 auf knapp zehn Milliarden Euro. Zweitgr\u00f6\u00dfter Posten ist Biomasse mit gut 3,8 Milliarden vor Wind auf See mit knapp zwei Milliarden Euro und Wind an Land mit 1,4 Milliarden. Das ist bei allen Energietr\u00e4gern mehr als ein Jahr zuvor, teils sogar deutlich. Vielerorts kommt der notwendige Netzausbau mit dem rasanten Zuwachs bei den erneuerbaren Energien aber nicht mit. In Baden-W\u00fcrttemberg musste der Netzbetreiber FairNetz aus der Region Reutlingen daher im Juli mitteilen, dass in seinem Beritt auf absehbare Zeit keine neuen Solaranlagen ans Netz angeschlossen werden k\u00f6nnen. Im vergangenen Jahr gab es zudem einen \u00e4hnlichen Fall in Oranienburg im Bundesland Brandenburg. Dort war die Lage aber noch prek\u00e4rer, ging es doch nicht nur um neue Solaranlagen, sondern auch um Wallboxen, W\u00e4rmepumpen und Industrieanlagen. Photovoltaik erlebt in Deutschland schon l\u00e4nger einen Boom. Binnen zehn Jahren hat sich die installierte Erzeugungsleistung verdoppelt. Ende M\u00e4rz 2025 waren laut dem Statistischen Bundesamt gut 4,2 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von knapp 100 Gigawatt auf D\u00e4chern und Grundst\u00fccken installiert. Ein Jahr zuvor waren es laut amtlicher Statistik 3,4 Millionen Anlagen mit 81 Gigawatt Nennleistung. Der Anteil von Solar am deutschen Strommix liegt mittlerweile bei rund 14 Prozent. Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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Umgekehrt schlie\u00dflich ziehe dieser Haushalt Strom aus dem Netz, wenn die Knappheit ohnehin am gr\u00f6\u00dften ist. \u201eDas kann kein System sein, das funktioniert und das wir wirklich wollen\u201c, so Krebber. \u201eDie Leute sollen sich gerne Solar aufs Dach bauen, aber bitte ungef\u00f6rdert und mit einem vern\u00fcnftigen Beitrag zu den Netzausbaukosten.\u201cKrebber fordert verursachergerechte KostenverteilungGemeint ist mit vern\u00fcnftigem Beitrag laut Krebber eine \u2013 wie er es ausdr\u00fcckt \u2013 Reallokation der Netzkosten. \u201eDerjenige, der immer nur in Extremsituationen das Netz in Anspruch nimmt, der m\u00fcsste eigentlich mehr zahlen.\u201c Wenn sich jemand komplett vom Netz abkoppelt, dann brauche er auch nichts zahlen. \u201eAber wenn er das Netz als Versicherung in Anspruch nimmt, um an den schlimmsten Tagen des Winters Strom zu beziehen, dann muss er mehr beitragen.\u201c Gleichzeitig regt Krebber eine \u201everursachergerechte Kostenverteilung\u201c f\u00fcr den Netzausbau an. \u201eWenn eine Anlage angeschlossen und dadurch Netzkosten ausgel\u00f6st werden, sei es eine Solaranlage auf einem Hausdach, ein Offshore-Windpark oder eine Biogasanlage, muss er einen Baukostenzuschuss zahlen, also sich direkt beteiligen\u201c, fordert Krebber vor der WPV. 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In Baden-W\u00fcrttemberg musste der Netzbetreiber FairNetz aus der Region Reutlingen daher im Juli mitteilen, dass in seinem Beritt auf absehbare Zeit keine neuen Solaranlagen ans Netz angeschlossen werden k\u00f6nnen. Im vergangenen Jahr gab es zudem einen \u00e4hnlichen Fall in Oranienburg im Bundesland Brandenburg. Dort war die Lage aber noch prek\u00e4rer, ging es doch nicht nur um neue Solaranlagen, sondern auch um Wallboxen, W\u00e4rmepumpen und Industrieanlagen. Photovoltaik erlebt in Deutschland schon l\u00e4nger einen Boom. Binnen zehn Jahren hat sich die installierte Erzeugungsleistung verdoppelt. Ende M\u00e4rz 2025 waren laut dem Statistischen Bundesamt gut 4,2 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von knapp 100 Gigawatt auf D\u00e4chern und Grundst\u00fccken installiert. Ein Jahr zuvor waren es laut amtlicher Statistik 3,4 Millionen Anlagen mit 81 Gigawatt Nennleistung. Der Anteil von Solar am deutschen Strommix liegt mittlerweile bei rund 14 Prozent. Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u201eDie Leute sollen sich gerne Solar aufs Dach bauen, aber bitte ungef\u00f6rdert\u201c - vof-news.eu","og_description":"RWE-Chef Markus Krebber ist f\u00fcr eine Streichung der Subventionen f\u00fcr private Solaranlagen. \u201eWas wir heute erleben an F\u00f6rderungen, sind alles Mitnahmeeffekte\u201c, begr\u00fcndet der Manager vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung D\u00fcsseldorf (WPV). Es sei daher richtig, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Zusch\u00fcsse f\u00fcr neue Photovoltaik-Anlagen auf privaten Hausd\u00e4chern politisch zur Debatte gestellt hat. Aktuell werden Verbraucher f\u00fcr den Kauf und Betrieb einer Solaranlage staatlich unterst\u00fctzt, etwa durch eine Steuerbefreiung und durch eine Einspeiseverg\u00fctung gem\u00e4\u00df dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Krebber h\u00e4lt das f\u00fcr unn\u00f6tig und sozial ungerecht. Denn eine solche Anlage rechne sich auch ohne F\u00f6rderung, weil die Besitzer zum einen weniger Strom kaufen und damit zum anderen weniger Netzausbaukosten bezahlen m\u00fcssen. Schlie\u00dflich w\u00fcrden die Netzentgelte nach der Menge des Stroms verteilt, nicht mit Fixkosten pro Anschlusspunkt. Gleichzeitig seien die betreffenden Haushalte \u201eeigentlich genau solche Nutzer und Einspeiser, wie sie keiner haben will\u201c. Denn der private Anlagenbetreiber dr\u00fccke immer dann Strom ins Netz, wenn zu viel Sonne ist und sein Strom gar nicht gebraucht wird, beschreibt der Vorstandschef des gr\u00f6\u00dften deutschen Stromerzeugers. Und daf\u00fcr bekomme er dann auch noch einen Preis, der signifikant \u00fcber dem Gro\u00dfhandelsstrompreis liegt. Zudem w\u00fcrden Netzausbaukosten ausgel\u00f6st, f\u00fcr die dann nicht der Verursacher bezahlt, sondern die Allgemeinheit, die sich kein Solardach leisten kann. Umgekehrt schlie\u00dflich ziehe dieser Haushalt Strom aus dem Netz, wenn die Knappheit ohnehin am gr\u00f6\u00dften ist. \u201eDas kann kein System sein, das funktioniert und das wir wirklich wollen\u201c, so Krebber. \u201eDie Leute sollen sich gerne Solar aufs Dach bauen, aber bitte ungef\u00f6rdert und mit einem vern\u00fcnftigen Beitrag zu den Netzausbaukosten.\u201cKrebber fordert verursachergerechte KostenverteilungGemeint ist mit vern\u00fcnftigem Beitrag laut Krebber eine \u2013 wie er es ausdr\u00fcckt \u2013 Reallokation der Netzkosten. \u201eDerjenige, der immer nur in Extremsituationen das Netz in Anspruch nimmt, der m\u00fcsste eigentlich mehr zahlen.\u201c Wenn sich jemand komplett vom Netz abkoppelt, dann brauche er auch nichts zahlen. \u201eAber wenn er das Netz als Versicherung in Anspruch nimmt, um an den schlimmsten Tagen des Winters Strom zu beziehen, dann muss er mehr beitragen.\u201c Gleichzeitig regt Krebber eine \u201everursachergerechte Kostenverteilung\u201c f\u00fcr den Netzausbau an. \u201eWenn eine Anlage angeschlossen und dadurch Netzkosten ausgel\u00f6st werden, sei es eine Solaranlage auf einem Hausdach, ein Offshore-Windpark oder eine Biogasanlage, muss er einen Baukostenzuschuss zahlen, also sich direkt beteiligen\u201c, fordert Krebber vor der WPV. 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In Baden-W\u00fcrttemberg musste der Netzbetreiber FairNetz aus der Region Reutlingen daher im Juli mitteilen, dass in seinem Beritt auf absehbare Zeit keine neuen Solaranlagen ans Netz angeschlossen werden k\u00f6nnen. Im vergangenen Jahr gab es zudem einen \u00e4hnlichen Fall in Oranienburg im Bundesland Brandenburg. Dort war die Lage aber noch prek\u00e4rer, ging es doch nicht nur um neue Solaranlagen, sondern auch um Wallboxen, W\u00e4rmepumpen und Industrieanlagen. Photovoltaik erlebt in Deutschland schon l\u00e4nger einen Boom. Binnen zehn Jahren hat sich die installierte Erzeugungsleistung verdoppelt. Ende M\u00e4rz 2025 waren laut dem Statistischen Bundesamt gut 4,2 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von knapp 100 Gigawatt auf D\u00e4chern und Grundst\u00fccken installiert. Ein Jahr zuvor waren es laut amtlicher Statistik 3,4 Millionen Anlagen mit 81 Gigawatt Nennleistung. Der Anteil von Solar am deutschen Strommix liegt mittlerweile bei rund 14 Prozent. Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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Es sei daher richtig, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Zusch\u00fcsse f\u00fcr neue Photovoltaik-Anlagen auf privaten Hausd\u00e4chern politisch zur Debatte gestellt hat. Aktuell werden Verbraucher f\u00fcr den Kauf und Betrieb einer Solaranlage staatlich unterst\u00fctzt, etwa durch eine Steuerbefreiung und durch eine Einspeiseverg\u00fctung gem\u00e4\u00df dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Krebber h\u00e4lt das f\u00fcr unn\u00f6tig und sozial ungerecht. Denn eine solche Anlage rechne sich auch ohne F\u00f6rderung, weil die Besitzer zum einen weniger Strom kaufen und damit zum anderen weniger Netzausbaukosten bezahlen m\u00fcssen. Schlie\u00dflich w\u00fcrden die Netzentgelte nach der Menge des Stroms verteilt, nicht mit Fixkosten pro Anschlusspunkt. Gleichzeitig seien die betreffenden Haushalte \u201eeigentlich genau solche Nutzer und Einspeiser, wie sie keiner haben will\u201c. 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In Baden-W\u00fcrttemberg musste der Netzbetreiber FairNetz aus der Region Reutlingen daher im Juli mitteilen, dass in seinem Beritt auf absehbare Zeit keine neuen Solaranlagen ans Netz angeschlossen werden k\u00f6nnen. Im vergangenen Jahr gab es zudem einen \u00e4hnlichen Fall in Oranienburg im Bundesland Brandenburg. Dort war die Lage aber noch prek\u00e4rer, ging es doch nicht nur um neue Solaranlagen, sondern auch um Wallboxen, W\u00e4rmepumpen und Industrieanlagen. Photovoltaik erlebt in Deutschland schon l\u00e4nger einen Boom. Binnen zehn Jahren hat sich die installierte Erzeugungsleistung verdoppelt. Ende M\u00e4rz 2025 waren laut dem Statistischen Bundesamt gut 4,2 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von knapp 100 Gigawatt auf D\u00e4chern und Grundst\u00fccken installiert. Ein Jahr zuvor waren es laut amtlicher Statistik 3,4 Millionen Anlagen mit 81 Gigawatt Nennleistung. Der Anteil von Solar am deutschen Strommix liegt mittlerweile bei rund 14 Prozent. 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