{"id":267869,"date":"2025-08-26T09:26:20","date_gmt":"2025-08-26T06:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/das-ende-der-schwarzen-papstin-doch-auch-die-anti-woke-ki-offenbart-probleme\/"},"modified":"2025-08-26T09:27:02","modified_gmt":"2025-08-26T06:27:02","slug":"das-ende-der-schwarzen-papstin-doch-auch-die-anti-woke-ki-offenbart-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/das-ende-der-schwarzen-papstin-doch-auch-die-anti-woke-ki-offenbart-probleme\/","title":{"rendered":"Das Ende der schwarzen P\u00e4pstin? Doch auch die Anti-Woke-KI offenbart Probleme"},"content":{"rendered":"<p>Wie relevant das Thema k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) f\u00fcr die deutsche Wirtschaft ist, zeigt eine <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/kpmg.com\/de\/de\/home\/media\/press-releases\/2025\/06\/aus-kuer-wird-pflicht-91-prozent-der-deutschen-unternehmen-sehen-ki-als-geschaeftskritisch-an-und-stocken-budgets-deutlich-auf.html#:~:text=Juni%202025,waren%20es%20noch%2055%20Prozent.\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/kpmg.com\/de\/de\/home\/media\/press-releases\/2025\/06\/aus-kuer-wird-pflicht-91-prozent-der-deutschen-unternehmen-sehen-ki-als-geschaeftskritisch-an-und-stocken-budgets-deutlich-auf.html#:~:text=Juni%202025,waren%20es%20noch%2055%20Prozent.\">neue Studie<\/a> der Unternehmensberatung KPMG. Die Analysten hatten im M\u00e4rz 650 Entscheidungstr\u00e4ger aus 18 Branchen befragt, wie sie zum Einsatz der Technologie in ihrer Firma stehen. <\/p>\n<p>Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Trend: Nannten im vergangenen Jahr 55 Prozent der Teilnehmer die Software \u201eentscheidend f\u00fcr ihr Gesch\u00e4ftsmodell und die k\u00fcnftige Wertsch\u00f6pfung\u201c, stieg der Wert in diesem Jahr auf 91 Prozent. Angesichts des gro\u00dfen Optimismus planten au\u00dferdem 82 Prozent, ihre KI-Budgets zu erh\u00f6hen \u2013 51 Prozent sogar um 40 Prozent oder mehr.<\/p>\n<p>Die Entwicklung \u00fcberrascht. Denn in den vergangenen Monaten waren viele Modelle immer wieder in die Kritik geraten. So musste etwa Googles Gemini aufwendig \u00fcberarbeitet werden, weil es selbst auf einfache Anfragen mit \u00fcbertrieben politisch korrekten Antworten reagierte \u2013 etwa indem es <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/webwelt\/article250286788\/KI-Schwarze-Paepstinnen-asiatische-Wehrmachtsoldaten-die-peinlich-woke-Google-KI.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/webwelt\/article250286788\/KI-Schwarze-Paepstinnen-asiatische-Wehrmachtsoldaten-die-peinlich-woke-Google-KI.html\">Bilder von schwarzen P\u00e4pstinnen oder asiatischen Wehrmachtssoldaten<\/a> generierte \u2013 die es so nat\u00fcrlich nie gab.<\/p>\n<p>Experten kritisierten damals einen \u201edigitalen Paternalismus\u201c, auch Google gab damals zu, seine k\u00fcnstliche Intelligenz \u201eviel zu vorsichtig\u201c eingestellt zu haben. Der Grund: Die Software lernt anhand von Trainingsdaten aus dem Internet. Diese jedoch bilden oft kein genaues Bild der Realit\u00e4t ab \u2013 und die Anbieter versuchen deshalb, mit menschlichen Eingriffen eine weniger voreingenommene KI zu erschaffen. Bisher kam es jedoch immer wieder zu ebenso verzerrten, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an den Zeitgeist angepassten Antworten.<\/p>\n<p>Hat sich die KI seitdem grundlegend verbessert? Wie verl\u00e4sslich \u2013 oder wie politisch ist die<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/kuenstliche-intelligenz\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/themen\/kuenstliche-intelligenz\/\"> k\u00fcnstliche Intelligenz,<\/a> die zunehmend die Handlungsweise der Unternehmen beeinflusst, noch?<\/p>\n<p>Zumindest Google gibt sich schon einmal gel\u00e4utert. Auf Anfrage hei\u00dft es dieses Mal lediglich, Gemini sei \u201edarauf ausgelegt, den Anweisungen und Anpassungen unserer Nutzer*innen bestm\u00f6glich zu folgen. Gemini soll somit Vorgaben befolgen, ohne dabei eigene Meinungen oder \u00dcberzeugungen zu vertreten.\u201c Weiter: \u201eEine Ausnahme besteht, wenn Nutzer*innen dies ausdr\u00fccklich anweisen.\u201c<\/p>\n<p>Die Sorge vor zu viel Wokeness, also jener \u00fcbertriebenen politische Korrektheit, scheint jedoch weiterhin ein Thema zu sein. Nicht nur f\u00fcr Google, auch in der Politik. Erst vor wenigen Wochen erlie\u00df das Wei\u00dfe Haus unter Pr\u00e4sident Donald Trump ein <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/presidential-actions\/2025\/07\/preventing-woke-ai-in-the-federal-government\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/presidential-actions\/2025\/07\/preventing-woke-ai-in-the-federal-government\/\">Dekret<\/a>, nach dem die Modelle Vielf\u00e4ltigkeitsstandards nicht mehr bedingungslos erf\u00fcllen sollten. <\/p>\n<p>\u201eDie k\u00fcnstliche Intelligenz wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie Amerikaner lernen, sich informieren, ihr t\u00e4gliches Leben organisieren\u201c, hei\u00dft es in dem Papier. \u201eWenn aber ideologische Voreingenommenheit in die Modelle eingebaut ist, wird die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/gruenderszene\/business\/diese-4-dinge-muesst-ihr-ueber-ki-prompts-wissen-sagt-ki-experte\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/gruenderszene\/business\/diese-4-dinge-muesst-ihr-ueber-ki-prompts-wissen-sagt-ki-experte\/\">Qualit\u00e4t der Ergebnisse <\/a>beeintr\u00e4chtigt.\u201c <\/p>\n<p>Der renommierte Informatiker und Dozent Bj\u00f6rn Ommer von der M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t geht davon aus, dass die neue Richtlinie grunds\u00e4tzlich einen Anti-Wokeness-Effekt auf die Modelle haben d\u00fcrfte. Jedoch k\u00f6nnte dieser auch kleiner ausfallen als erwartet. Mit dem neuen US-Pr\u00e4sidenten haben viele Tech-Konzerne ihre Diversit\u00e4ts-Richtlinien gelockert. Allerdings bedeute das noch nicht, dass Unternehmen auch die Software automatisch risikofrei einsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Anti-Woke-KI mit gro\u00dfen Problemen<\/h3>\n<p>Die Entwicklung schlug bei der KI-Plattform von Tech-Milliard\u00e4r Elon Musk \u00fcbrigens auch schon ins Gegenteil um. Dessen KI-Modell \u201eGrok\u201c \u00e4u\u00dfert sich unter anderem auch antisemitisch, erstellte gewaltverherrlichende Bilder und bezog sich in Antworten teilweise auch auf Tweets von Musk selbst. Die gerade als \u201eanti-woke\u201c beworbene Anwendung bringt also ebenso Probleme.<\/p>\n<p>\u201eDie Wirklichkeit ist nicht neutral\u201c, sagt Ommer. \u201eDeshalb wird jedes KI-Modell dazu gebracht, sein Trainingsmaterial, also tausende Internet-Seiten, zu \u00fcberpr\u00fcfen und auszugleichen. Wer ungefiltert das Internet in die KIs \u00fcbertragen w\u00fcrde, bek\u00e4me nur Unfug als Ergebnis.\u201c Aber: \u201eEs kommt in diesem Prozess immer wieder zu einer \u00dcberkompensation. Ganz eliminieren l\u00e4sst sich die Voreingenommenheit daher nicht.\u201c <\/p>\n<p>Au\u00dferdem handle es sich bei nahezu allen Angeboten am KI-Markt um US-amerikanische Anbieter. Politische Grundwerte der europ\u00e4ischen L\u00e4nder k\u00f6nnten durch die Ver\u00e4nderungen dort \u201evereitelt\u201c werden, sagt Ommer. Das deutsche Gleichstellungsgesetz k\u00f6nnte etwa gegen\u00fcber US-Regelungen einen untergeordneten Platz in der Entwicklung einnehmen.<\/p>\n<p>Eine Chip-Fabrik f\u00fcr Europa w\u00e4re deshalb vorteilhaft, meint Ommer. Die Prozessoren aus eigener Herstellung w\u00fcrden zwar gef\u00f6rdert, doch an einem entsprechenden Projekt in Dresden wird noch bis mindestens 2026 gearbeitet. Verliert Europa deshalb den Anschluss auf dem globalen KI-Markt?<\/p>\n<p>F\u00fcr die Unternehmen zeigte sich diese Abh\u00e4ngigkeit bereits k\u00fcrzlich bei der Einf\u00fchrung des neuen Modells GPT-5 vom Anbieter OpenAI. \u201eEs wurde besonders bem\u00e4ngelt, dass die Firmen nicht mehr gefragt wurden, welches Modell sie verwenden m\u00f6chten\u201c, sagt Ommer. \u201eDabei hatten sich die Unternehmen auf eine bestimmte Version eingestellt und teils elaborierte Personas erstellt. Mit dem neuen Modell funktionierte dann vieles nicht mehr so, wie man es aus der Erfahrung kannte.\u201c Es sei jedoch auch noch nicht zu sp\u00e4t, die Fortschritte aus anderen L\u00e4ndern einzuholen.<\/p>\n<h3>\u201eChaostheorie\u201c und \u201eFairwashing\u201c neue Herausforderung<\/h3>\n<p>Auch der Tech-Experte Mario Herger zweifelt daran, dass die neuen Neutralit\u00e4ts-Versprechen der KI-Anbieter die Firmen in Deutschland grunds\u00e4tzlich positiv betreffen werden. So k\u00f6nne jede Ver\u00e4nderung der Modelle \u201eunerwartete Konsequenzen\u201c haben. \u201eWie bei der Chaostheorie, wo der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings in England einen Taifun in China ausl\u00f6st\u201c, sagt Herger. Und: \u201eDie Systeme degradieren damit und werden schlechter.\u201c<\/p>\n<p>Ein Resultat lasse sich laut der KI-Expertin Maria Sukhareva bereits beobachten. Auf der Karriere-Plattform LinkedIn verweist Sukhareva auf sogenanntes \u201eFairwashing\u201c, das das neue GPT-Modell \u201eOSS\u201c betreffe. Weil es \u00fcbertrieben politische Korrektheit vermeiden will, antworte das Modell nun einfach gar nicht mehr auf heikle Fragen.<\/p>\n<p>Statt sich etwa bei politischen Themen klar zu positionieren, reagiere die Software inzwischen vielmehr mit methodischen Hinweisen zur Frage selbst. \u201eDas Modell ist in seiner Vorgehensweise so \u00fcberoptimiert\u201c, schreibt die Expertin mit knapp 20.000 Follower auf der Plattform, \u201edass es die eigentliche Frage komplett ignoriert und stattdessen dar\u00fcber faselt, ob sie \u00fcberhaupt gestellt werden sollte.\u201c<\/p>\n<h3>Unternehmen k\u00f6nnten Standards \u00fcbergehen<\/h3>\n<p>Auch deshalb sieht die Unternehmensberatung KPMG das KI-Problem der Firmen nicht gel\u00f6st. W\u00e4hrend fast alle Betriebe die k\u00fcnstliche Intelligenz st\u00e4rker integrieren wollen, gebe es gleichzeitig \u201eNachholbedarf bei der Steuerung, ethischen Leitplanken und Schulung\u201c. Sprich: Die Unternehmen w\u00fcrden die Software zwar grunds\u00e4tzlich einsetzen, die Kompetenz der Programme aber vielleicht zu hoch einsch\u00e4tzen. Ein vertrauensvoller KI-Einsatz, so KMPG, bleibe weiterhin die \u201ezentrale Herausforderung\u201c.<\/p>\n<p>Nicht in allen, aber in einigen Bereichen kann das zu einer Gefahr werden. In einer <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1333811\/umfrage\/einsatz-von-kuenstlicher-intelligenz-in-unternehmen\/#:~:text=Umfrage%3A%20Einsatz%20von%20generativer%20K%C3%BCnstlicher%20Intelligenz%20in%20Unternehmen%202025&amp;text=Eine%20Umfrage%20von%20Bitkom%20aus,KI%20im%20Marketing%20und%20Kommunikation.\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1333811\/umfrage\/einsatz-von-kuenstlicher-intelligenz-in-unternehmen\/#:~:text=Umfrage%3A%20Einsatz%20von%20generativer%20K%C3%BCnstlicher%20Intelligenz%20in%20Unternehmen%202025&amp;text=Eine%20Umfrage%20von%20Bitkom%20aus,KI%20im%20Marketing%20und%20Kommunikation.\">Bitkom-Umfrage<\/a> aus dem M\u00e4rz gaben 86 Prozent der befragten Firmen an, die KI bereits im Kundenkontakt einzusetzen, 54 Prozent planten den Einsatz in Marketing und Kommunikation, \u201eAllgemein beim internen Wissensmanagement\u201c wollten in Zukunft 37 Prozent die KI nutzen. <\/p>\n<p>Problematisch: Immerhin sechs Prozent planten eine Integration in ihre Rechts- und Steuerabteilungen. Experte Ommer jedoch rechnet nicht damit, dass Software hier bald Menschen ersetzen d\u00fcrfte und warnt sogar vor der Verletzung ethischer Standards: \u201eIm Moment ist nicht erkennbar, dass sich etwa juristische Aspekte an Bots outsourcen lassen\u201c. Vielmehr sei eine Regelung wie beim autonomen Fahren ratsam: \u201eDie KI macht dann lediglich Vorschl\u00e4ge, Menschen treffen die Entscheidungen. Sie halten gewisserma\u00dfen noch das Steuer in der Hand.\u201c<\/p>\n<p>Was bringt die Zukunft? Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass die Hersteller trotz sich \u00e4ndernder <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/politik\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/politik\/\">politischer Rahmenbedingungen<\/a> weiterhin handlungsf\u00e4hig bleiben d\u00fcrften. Dies zeigten zumindest die aktuellen Entwicklungen am Markt, die auf gro\u00dfe Innovationsbereitschaft der KI-Anbieter hindeuteten. Risiken wie problematische Abh\u00e4ngigkeit oder Kontrollverlust best\u00fcnden aus Sicht des Vereins \u201enur in sehr begrenztem Ma\u00dfe\u201c. <\/p>\n<p>Welche politischen Tendenzen bei neuen Modellen wie dem k\u00fcrzlich vorgestellten GPT-5 entstehen k\u00f6nnten, sei \u00fcbrigens noch nicht abzusehen. \u201eErste Tests deuten darauf hin\u201c, hei\u00dft es von Bitkom aber schon, \u201edass auch GPT-5 eher dazu neigt, sich kritisch zu \u00e4u\u00dfern.\u201c<\/p>\n<p>Ob zu woke oder zu wenig korrekt \u2013 f\u00fcr Unternehmen bleibt die Frage nach der Verl\u00e4sslichkeit von KI ungel\u00f6st. Neutralit\u00e4t ist das Versprechen der Anbieter, doch die Praxis zeigt: Ganz ohne ideologische Schlagseite wird es auch k\u00fcnftig nicht gehen.<\/p>\n<p><em><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/b><\/em><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><em><b>Business Insider<\/b><\/em><\/a><em><b> erstellt.<\/b><\/em><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/felix-seifert\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/felix-seifert\/\"><b><em>Felix Seifert<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Redakteur im Ressort Wirtschaft und Innovation. Er schreibt unter anderem \u00fcber die Themen <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/karriere\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/karriere\/\"><b><em>Karriere<\/em><\/b><\/a><b><em>, Verbraucher, den Standort Deutschland, Mittelstand und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/immobilien\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/finanzen\/immobilien\/\"><b><em>Immobilien<\/em><\/b><\/a><b><em>.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie relevant das Thema k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) f\u00fcr die deutsche Wirtschaft ist, zeigt eine neue Studie der Unternehmensberatung KPMG. Die Analysten hatten im M\u00e4rz 650 Entscheidungstr\u00e4ger aus 18 Branchen befragt, wie sie zum Einsatz der Technologie in ihrer Firma stehen. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Trend: Nannten im vergangenen Jahr 55 Prozent der Teilnehmer die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":267870,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[59],"tags":[],"class_list":["post-267869","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-business-de"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v22.9 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Das Ende der schwarzen P\u00e4pstin? Doch auch die Anti-Woke-KI offenbart Probleme - vof-news.eu<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Wie relevant das Thema k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) f\u00fcr die deutsche Wirtschaft ist, zeigt eine neue Studie der Unternehmensberatung KPMG. Die Analysten hatten im M\u00e4rz 650 Entscheidungstr\u00e4ger aus 18 Branchen befragt, wie sie zum Einsatz der Technologie in ihrer Firma stehen. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Trend: Nannten im vergangenen Jahr 55 Prozent der Teilnehmer die Software \u201eentscheidend f\u00fcr ihr Gesch\u00e4ftsmodell und die k\u00fcnftige Wertsch\u00f6pfung\u201c, stieg der Wert in diesem Jahr auf 91 Prozent. Angesichts des gro\u00dfen Optimismus planten au\u00dferdem 82 Prozent, ihre KI-Budgets zu erh\u00f6hen \u2013 51 Prozent sogar um 40 Prozent oder mehr.Die Entwicklung \u00fcberrascht. Denn in den vergangenen Monaten waren viele Modelle immer wieder in die Kritik geraten. So musste etwa Googles Gemini aufwendig \u00fcberarbeitet werden, weil es selbst auf einfache Anfragen mit \u00fcbertrieben politisch korrekten Antworten reagierte \u2013 etwa indem es Bilder von schwarzen P\u00e4pstinnen oder asiatischen Wehrmachtssoldaten generierte \u2013 die es so nat\u00fcrlich nie gab.Experten kritisierten damals einen \u201edigitalen Paternalismus\u201c, auch Google gab damals zu, seine k\u00fcnstliche Intelligenz \u201eviel zu vorsichtig\u201c eingestellt zu haben. Der Grund: Die Software lernt anhand von Trainingsdaten aus dem Internet. Diese jedoch bilden oft kein genaues Bild der Realit\u00e4t ab \u2013 und die Anbieter versuchen deshalb, mit menschlichen Eingriffen eine weniger voreingenommene KI zu erschaffen. Bisher kam es jedoch immer wieder zu ebenso verzerrten, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an den Zeitgeist angepassten Antworten.Hat sich die KI seitdem grundlegend verbessert? Wie verl\u00e4sslich \u2013 oder wie politisch ist die k\u00fcnstliche Intelligenz, die zunehmend die Handlungsweise der Unternehmen beeinflusst, noch?Zumindest Google gibt sich schon einmal gel\u00e4utert. Auf Anfrage hei\u00dft es dieses Mal lediglich, Gemini sei \u201edarauf ausgelegt, den Anweisungen und Anpassungen unserer Nutzer*innen bestm\u00f6glich zu folgen. Gemini soll somit Vorgaben befolgen, ohne dabei eigene Meinungen oder \u00dcberzeugungen zu vertreten.\u201c Weiter: \u201eEine Ausnahme besteht, wenn Nutzer*innen dies ausdr\u00fccklich anweisen.\u201cDie Sorge vor zu viel Wokeness, also jener \u00fcbertriebenen politische Korrektheit, scheint jedoch weiterhin ein Thema zu sein. Nicht nur f\u00fcr Google, auch in der Politik. Erst vor wenigen Wochen erlie\u00df das Wei\u00dfe Haus unter Pr\u00e4sident Donald Trump ein Dekret, nach dem die Modelle Vielf\u00e4ltigkeitsstandards nicht mehr bedingungslos erf\u00fcllen sollten. \u201eDie k\u00fcnstliche Intelligenz wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie Amerikaner lernen, sich informieren, ihr t\u00e4gliches Leben organisieren\u201c, hei\u00dft es in dem Papier. \u201eWenn aber ideologische Voreingenommenheit in die Modelle eingebaut ist, wird die Qualit\u00e4t der Ergebnisse beeintr\u00e4chtigt.\u201c Der renommierte Informatiker und Dozent Bj\u00f6rn Ommer von der M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t geht davon aus, dass die neue Richtlinie grunds\u00e4tzlich einen Anti-Wokeness-Effekt auf die Modelle haben d\u00fcrfte. Jedoch k\u00f6nnte dieser auch kleiner ausfallen als erwartet. Mit dem neuen US-Pr\u00e4sidenten haben viele Tech-Konzerne ihre Diversit\u00e4ts-Richtlinien gelockert. 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Ganz eliminieren l\u00e4sst sich die Voreingenommenheit daher nicht.\u201c Au\u00dferdem handle es sich bei nahezu allen Angeboten am KI-Markt um US-amerikanische Anbieter. Politische Grundwerte der europ\u00e4ischen L\u00e4nder k\u00f6nnten durch die Ver\u00e4nderungen dort \u201evereitelt\u201c werden, sagt Ommer. Das deutsche Gleichstellungsgesetz k\u00f6nnte etwa gegen\u00fcber US-Regelungen einen untergeordneten Platz in der Entwicklung einnehmen.Eine Chip-Fabrik f\u00fcr Europa w\u00e4re deshalb vorteilhaft, meint Ommer. Die Prozessoren aus eigener Herstellung w\u00fcrden zwar gef\u00f6rdert, doch an einem entsprechenden Projekt in Dresden wird noch bis mindestens 2026 gearbeitet. Verliert Europa deshalb den Anschluss auf dem globalen KI-Markt?F\u00fcr die Unternehmen zeigte sich diese Abh\u00e4ngigkeit bereits k\u00fcrzlich bei der Einf\u00fchrung des neuen Modells GPT-5 vom Anbieter OpenAI. \u201eEs wurde besonders bem\u00e4ngelt, dass die Firmen nicht mehr gefragt wurden, welches Modell sie verwenden m\u00f6chten\u201c, sagt Ommer. \u201eDabei hatten sich die Unternehmen auf eine bestimmte Version eingestellt und teils elaborierte Personas erstellt. Mit dem neuen Modell funktionierte dann vieles nicht mehr so, wie man es aus der Erfahrung kannte.\u201c Es sei jedoch auch noch nicht zu sp\u00e4t, die Fortschritte aus anderen L\u00e4ndern einzuholen.\u201eChaostheorie\u201c und \u201eFairwashing\u201c neue HerausforderungAuch der Tech-Experte Mario Herger zweifelt daran, dass die neuen Neutralit\u00e4ts-Versprechen der KI-Anbieter die Firmen in Deutschland grunds\u00e4tzlich positiv betreffen werden. So k\u00f6nne jede Ver\u00e4nderung der Modelle \u201eunerwartete Konsequenzen\u201c haben. \u201eWie bei der Chaostheorie, wo der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings in England einen Taifun in China ausl\u00f6st\u201c, sagt Herger. Und: \u201eDie Systeme degradieren damit und werden schlechter.\u201cEin Resultat lasse sich laut der KI-Expertin Maria Sukhareva bereits beobachten. Auf der Karriere-Plattform LinkedIn verweist Sukhareva auf sogenanntes \u201eFairwashing\u201c, das das neue GPT-Modell \u201eOSS\u201c betreffe. Weil es \u00fcbertrieben politische Korrektheit vermeiden will, antworte das Modell nun einfach gar nicht mehr auf heikle Fragen.Statt sich etwa bei politischen Themen klar zu positionieren, reagiere die Software inzwischen vielmehr mit methodischen Hinweisen zur Frage selbst. \u201eDas Modell ist in seiner Vorgehensweise so \u00fcberoptimiert\u201c, schreibt die Expertin mit knapp 20.000 Follower auf der Plattform, \u201edass es die eigentliche Frage komplett ignoriert und stattdessen dar\u00fcber faselt, ob sie \u00fcberhaupt gestellt werden sollte.\u201cUnternehmen k\u00f6nnten Standards \u00fcbergehenAuch deshalb sieht die Unternehmensberatung KPMG das KI-Problem der Firmen nicht gel\u00f6st. W\u00e4hrend fast alle Betriebe die k\u00fcnstliche Intelligenz st\u00e4rker integrieren wollen, gebe es gleichzeitig \u201eNachholbedarf bei der Steuerung, ethischen Leitplanken und Schulung\u201c. Sprich: Die Unternehmen w\u00fcrden die Software zwar grunds\u00e4tzlich einsetzen, die Kompetenz der Programme aber vielleicht zu hoch einsch\u00e4tzen. Ein vertrauensvoller KI-Einsatz, so KMPG, bleibe weiterhin die \u201ezentrale Herausforderung\u201c.Nicht in allen, aber in einigen Bereichen kann das zu einer Gefahr werden. In einer Bitkom-Umfrage aus dem M\u00e4rz gaben 86 Prozent der befragten Firmen an, die KI bereits im Kundenkontakt einzusetzen, 54 Prozent planten den Einsatz in Marketing und Kommunikation, \u201eAllgemein beim internen Wissensmanagement\u201c wollten in Zukunft 37 Prozent die KI nutzen. Problematisch: Immerhin sechs Prozent planten eine Integration in ihre Rechts- und Steuerabteilungen. Experte Ommer jedoch rechnet nicht damit, dass Software hier bald Menschen ersetzen d\u00fcrfte und warnt sogar vor der Verletzung ethischer Standards: \u201eIm Moment ist nicht erkennbar, dass sich etwa juristische Aspekte an Bots outsourcen lassen\u201c. Vielmehr sei eine Regelung wie beim autonomen Fahren ratsam: \u201eDie KI macht dann lediglich Vorschl\u00e4ge, Menschen treffen die Entscheidungen. Sie halten gewisserma\u00dfen noch das Steuer in der Hand.\u201cWas bringt die Zukunft? Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass die Hersteller trotz sich \u00e4ndernder politischer Rahmenbedingungen weiterhin handlungsf\u00e4hig bleiben d\u00fcrften. Dies zeigten zumindest die aktuellen Entwicklungen am Markt, die auf gro\u00dfe Innovationsbereitschaft der KI-Anbieter hindeuteten. Risiken wie problematische Abh\u00e4ngigkeit oder Kontrollverlust best\u00fcnden aus Sicht des Vereins \u201enur in sehr begrenztem Ma\u00dfe\u201c. Welche politischen Tendenzen bei neuen Modellen wie dem k\u00fcrzlich vorgestellten GPT-5 entstehen k\u00f6nnten, sei \u00fcbrigens noch nicht abzusehen. \u201eErste Tests deuten darauf hin\u201c, hei\u00dft es von Bitkom aber schon, \u201edass auch GPT-5 eher dazu neigt, sich kritisch zu \u00e4u\u00dfern.\u201cOb zu woke oder zu wenig korrekt \u2013 f\u00fcr Unternehmen bleibt die Frage nach der Verl\u00e4sslichkeit von KI ungel\u00f6st. Neutralit\u00e4t ist das Versprechen der Anbieter, doch die Praxis zeigt: Ganz ohne ideologische Schlagseite wird es auch k\u00fcnftig nicht gehen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das Ende der schwarzen P\u00e4pstin? 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So musste etwa Googles Gemini aufwendig \u00fcberarbeitet werden, weil es selbst auf einfache Anfragen mit \u00fcbertrieben politisch korrekten Antworten reagierte \u2013 etwa indem es Bilder von schwarzen P\u00e4pstinnen oder asiatischen Wehrmachtssoldaten generierte \u2013 die es so nat\u00fcrlich nie gab.Experten kritisierten damals einen \u201edigitalen Paternalismus\u201c, auch Google gab damals zu, seine k\u00fcnstliche Intelligenz \u201eviel zu vorsichtig\u201c eingestellt zu haben. Der Grund: Die Software lernt anhand von Trainingsdaten aus dem Internet. Diese jedoch bilden oft kein genaues Bild der Realit\u00e4t ab \u2013 und die Anbieter versuchen deshalb, mit menschlichen Eingriffen eine weniger voreingenommene KI zu erschaffen. Bisher kam es jedoch immer wieder zu ebenso verzerrten, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an den Zeitgeist angepassten Antworten.Hat sich die KI seitdem grundlegend verbessert? Wie verl\u00e4sslich \u2013 oder wie politisch ist die k\u00fcnstliche Intelligenz, die zunehmend die Handlungsweise der Unternehmen beeinflusst, noch?Zumindest Google gibt sich schon einmal gel\u00e4utert. Auf Anfrage hei\u00dft es dieses Mal lediglich, Gemini sei \u201edarauf ausgelegt, den Anweisungen und Anpassungen unserer Nutzer*innen bestm\u00f6glich zu folgen. Gemini soll somit Vorgaben befolgen, ohne dabei eigene Meinungen oder \u00dcberzeugungen zu vertreten.\u201c Weiter: \u201eEine Ausnahme besteht, wenn Nutzer*innen dies ausdr\u00fccklich anweisen.\u201cDie Sorge vor zu viel Wokeness, also jener \u00fcbertriebenen politische Korrektheit, scheint jedoch weiterhin ein Thema zu sein. Nicht nur f\u00fcr Google, auch in der Politik. Erst vor wenigen Wochen erlie\u00df das Wei\u00dfe Haus unter Pr\u00e4sident Donald Trump ein Dekret, nach dem die Modelle Vielf\u00e4ltigkeitsstandards nicht mehr bedingungslos erf\u00fcllen sollten. \u201eDie k\u00fcnstliche Intelligenz wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie Amerikaner lernen, sich informieren, ihr t\u00e4gliches Leben organisieren\u201c, hei\u00dft es in dem Papier. \u201eWenn aber ideologische Voreingenommenheit in die Modelle eingebaut ist, wird die Qualit\u00e4t der Ergebnisse beeintr\u00e4chtigt.\u201c Der renommierte Informatiker und Dozent Bj\u00f6rn Ommer von der M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t geht davon aus, dass die neue Richtlinie grunds\u00e4tzlich einen Anti-Wokeness-Effekt auf die Modelle haben d\u00fcrfte. Jedoch k\u00f6nnte dieser auch kleiner ausfallen als erwartet. Mit dem neuen US-Pr\u00e4sidenten haben viele Tech-Konzerne ihre Diversit\u00e4ts-Richtlinien gelockert. Allerdings bedeute das noch nicht, dass Unternehmen auch die Software automatisch risikofrei einsetzen k\u00f6nnen.Anti-Woke-KI mit gro\u00dfen ProblemenDie Entwicklung schlug bei der KI-Plattform von Tech-Milliard\u00e4r Elon Musk \u00fcbrigens auch schon ins Gegenteil um. Dessen KI-Modell \u201eGrok\u201c \u00e4u\u00dfert sich unter anderem auch antisemitisch, erstellte gewaltverherrlichende Bilder und bezog sich in Antworten teilweise auch auf Tweets von Musk selbst. Die gerade als \u201eanti-woke\u201c beworbene Anwendung bringt also ebenso Probleme.\u201eDie Wirklichkeit ist nicht neutral\u201c, sagt Ommer. \u201eDeshalb wird jedes KI-Modell dazu gebracht, sein Trainingsmaterial, also tausende Internet-Seiten, zu \u00fcberpr\u00fcfen und auszugleichen. Wer ungefiltert das Internet in die KIs \u00fcbertragen w\u00fcrde, bek\u00e4me nur Unfug als Ergebnis.\u201c Aber: \u201eEs kommt in diesem Prozess immer wieder zu einer \u00dcberkompensation. Ganz eliminieren l\u00e4sst sich die Voreingenommenheit daher nicht.\u201c Au\u00dferdem handle es sich bei nahezu allen Angeboten am KI-Markt um US-amerikanische Anbieter. Politische Grundwerte der europ\u00e4ischen L\u00e4nder k\u00f6nnten durch die Ver\u00e4nderungen dort \u201evereitelt\u201c werden, sagt Ommer. Das deutsche Gleichstellungsgesetz k\u00f6nnte etwa gegen\u00fcber US-Regelungen einen untergeordneten Platz in der Entwicklung einnehmen.Eine Chip-Fabrik f\u00fcr Europa w\u00e4re deshalb vorteilhaft, meint Ommer. Die Prozessoren aus eigener Herstellung w\u00fcrden zwar gef\u00f6rdert, doch an einem entsprechenden Projekt in Dresden wird noch bis mindestens 2026 gearbeitet. Verliert Europa deshalb den Anschluss auf dem globalen KI-Markt?F\u00fcr die Unternehmen zeigte sich diese Abh\u00e4ngigkeit bereits k\u00fcrzlich bei der Einf\u00fchrung des neuen Modells GPT-5 vom Anbieter OpenAI. \u201eEs wurde besonders bem\u00e4ngelt, dass die Firmen nicht mehr gefragt wurden, welches Modell sie verwenden m\u00f6chten\u201c, sagt Ommer. \u201eDabei hatten sich die Unternehmen auf eine bestimmte Version eingestellt und teils elaborierte Personas erstellt. Mit dem neuen Modell funktionierte dann vieles nicht mehr so, wie man es aus der Erfahrung kannte.\u201c Es sei jedoch auch noch nicht zu sp\u00e4t, die Fortschritte aus anderen L\u00e4ndern einzuholen.\u201eChaostheorie\u201c und \u201eFairwashing\u201c neue HerausforderungAuch der Tech-Experte Mario Herger zweifelt daran, dass die neuen Neutralit\u00e4ts-Versprechen der KI-Anbieter die Firmen in Deutschland grunds\u00e4tzlich positiv betreffen werden. So k\u00f6nne jede Ver\u00e4nderung der Modelle \u201eunerwartete Konsequenzen\u201c haben. \u201eWie bei der Chaostheorie, wo der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings in England einen Taifun in China ausl\u00f6st\u201c, sagt Herger. Und: \u201eDie Systeme degradieren damit und werden schlechter.\u201cEin Resultat lasse sich laut der KI-Expertin Maria Sukhareva bereits beobachten. Auf der Karriere-Plattform LinkedIn verweist Sukhareva auf sogenanntes \u201eFairwashing\u201c, das das neue GPT-Modell \u201eOSS\u201c betreffe. Weil es \u00fcbertrieben politische Korrektheit vermeiden will, antworte das Modell nun einfach gar nicht mehr auf heikle Fragen.Statt sich etwa bei politischen Themen klar zu positionieren, reagiere die Software inzwischen vielmehr mit methodischen Hinweisen zur Frage selbst. \u201eDas Modell ist in seiner Vorgehensweise so \u00fcberoptimiert\u201c, schreibt die Expertin mit knapp 20.000 Follower auf der Plattform, \u201edass es die eigentliche Frage komplett ignoriert und stattdessen dar\u00fcber faselt, ob sie \u00fcberhaupt gestellt werden sollte.\u201cUnternehmen k\u00f6nnten Standards \u00fcbergehenAuch deshalb sieht die Unternehmensberatung KPMG das KI-Problem der Firmen nicht gel\u00f6st. W\u00e4hrend fast alle Betriebe die k\u00fcnstliche Intelligenz st\u00e4rker integrieren wollen, gebe es gleichzeitig \u201eNachholbedarf bei der Steuerung, ethischen Leitplanken und Schulung\u201c. Sprich: Die Unternehmen w\u00fcrden die Software zwar grunds\u00e4tzlich einsetzen, die Kompetenz der Programme aber vielleicht zu hoch einsch\u00e4tzen. Ein vertrauensvoller KI-Einsatz, so KMPG, bleibe weiterhin die \u201ezentrale Herausforderung\u201c.Nicht in allen, aber in einigen Bereichen kann das zu einer Gefahr werden. In einer Bitkom-Umfrage aus dem M\u00e4rz gaben 86 Prozent der befragten Firmen an, die KI bereits im Kundenkontakt einzusetzen, 54 Prozent planten den Einsatz in Marketing und Kommunikation, \u201eAllgemein beim internen Wissensmanagement\u201c wollten in Zukunft 37 Prozent die KI nutzen. Problematisch: Immerhin sechs Prozent planten eine Integration in ihre Rechts- und Steuerabteilungen. Experte Ommer jedoch rechnet nicht damit, dass Software hier bald Menschen ersetzen d\u00fcrfte und warnt sogar vor der Verletzung ethischer Standards: \u201eIm Moment ist nicht erkennbar, dass sich etwa juristische Aspekte an Bots outsourcen lassen\u201c. Vielmehr sei eine Regelung wie beim autonomen Fahren ratsam: \u201eDie KI macht dann lediglich Vorschl\u00e4ge, Menschen treffen die Entscheidungen. Sie halten gewisserma\u00dfen noch das Steuer in der Hand.\u201cWas bringt die Zukunft? Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass die Hersteller trotz sich \u00e4ndernder politischer Rahmenbedingungen weiterhin handlungsf\u00e4hig bleiben d\u00fcrften. Dies zeigten zumindest die aktuellen Entwicklungen am Markt, die auf gro\u00dfe Innovationsbereitschaft der KI-Anbieter hindeuteten. Risiken wie problematische Abh\u00e4ngigkeit oder Kontrollverlust best\u00fcnden aus Sicht des Vereins \u201enur in sehr begrenztem Ma\u00dfe\u201c. Welche politischen Tendenzen bei neuen Modellen wie dem k\u00fcrzlich vorgestellten GPT-5 entstehen k\u00f6nnten, sei \u00fcbrigens noch nicht abzusehen. \u201eErste Tests deuten darauf hin\u201c, hei\u00dft es von Bitkom aber schon, \u201edass auch GPT-5 eher dazu neigt, sich kritisch zu \u00e4u\u00dfern.\u201cOb zu woke oder zu wenig korrekt \u2013 f\u00fcr Unternehmen bleibt die Frage nach der Verl\u00e4sslichkeit von KI ungel\u00f6st. 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So musste etwa Googles Gemini aufwendig \u00fcberarbeitet werden, weil es selbst auf einfache Anfragen mit \u00fcbertrieben politisch korrekten Antworten reagierte \u2013 etwa indem es Bilder von schwarzen P\u00e4pstinnen oder asiatischen Wehrmachtssoldaten generierte \u2013 die es so nat\u00fcrlich nie gab.Experten kritisierten damals einen \u201edigitalen Paternalismus\u201c, auch Google gab damals zu, seine k\u00fcnstliche Intelligenz \u201eviel zu vorsichtig\u201c eingestellt zu haben. Der Grund: Die Software lernt anhand von Trainingsdaten aus dem Internet. Diese jedoch bilden oft kein genaues Bild der Realit\u00e4t ab \u2013 und die Anbieter versuchen deshalb, mit menschlichen Eingriffen eine weniger voreingenommene KI zu erschaffen. Bisher kam es jedoch immer wieder zu ebenso verzerrten, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an den Zeitgeist angepassten Antworten.Hat sich die KI seitdem grundlegend verbessert? Wie verl\u00e4sslich \u2013 oder wie politisch ist die k\u00fcnstliche Intelligenz, die zunehmend die Handlungsweise der Unternehmen beeinflusst, noch?Zumindest Google gibt sich schon einmal gel\u00e4utert. Auf Anfrage hei\u00dft es dieses Mal lediglich, Gemini sei \u201edarauf ausgelegt, den Anweisungen und Anpassungen unserer Nutzer*innen bestm\u00f6glich zu folgen. Gemini soll somit Vorgaben befolgen, ohne dabei eigene Meinungen oder \u00dcberzeugungen zu vertreten.\u201c Weiter: \u201eEine Ausnahme besteht, wenn Nutzer*innen dies ausdr\u00fccklich anweisen.\u201cDie Sorge vor zu viel Wokeness, also jener \u00fcbertriebenen politische Korrektheit, scheint jedoch weiterhin ein Thema zu sein. Nicht nur f\u00fcr Google, auch in der Politik. Erst vor wenigen Wochen erlie\u00df das Wei\u00dfe Haus unter Pr\u00e4sident Donald Trump ein Dekret, nach dem die Modelle Vielf\u00e4ltigkeitsstandards nicht mehr bedingungslos erf\u00fcllen sollten. \u201eDie k\u00fcnstliche Intelligenz wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie Amerikaner lernen, sich informieren, ihr t\u00e4gliches Leben organisieren\u201c, hei\u00dft es in dem Papier. \u201eWenn aber ideologische Voreingenommenheit in die Modelle eingebaut ist, wird die Qualit\u00e4t der Ergebnisse beeintr\u00e4chtigt.\u201c Der renommierte Informatiker und Dozent Bj\u00f6rn Ommer von der M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t geht davon aus, dass die neue Richtlinie grunds\u00e4tzlich einen Anti-Wokeness-Effekt auf die Modelle haben d\u00fcrfte. Jedoch k\u00f6nnte dieser auch kleiner ausfallen als erwartet. Mit dem neuen US-Pr\u00e4sidenten haben viele Tech-Konzerne ihre Diversit\u00e4ts-Richtlinien gelockert. Allerdings bedeute das noch nicht, dass Unternehmen auch die Software automatisch risikofrei einsetzen k\u00f6nnen.Anti-Woke-KI mit gro\u00dfen ProblemenDie Entwicklung schlug bei der KI-Plattform von Tech-Milliard\u00e4r Elon Musk \u00fcbrigens auch schon ins Gegenteil um. Dessen KI-Modell \u201eGrok\u201c \u00e4u\u00dfert sich unter anderem auch antisemitisch, erstellte gewaltverherrlichende Bilder und bezog sich in Antworten teilweise auch auf Tweets von Musk selbst. Die gerade als \u201eanti-woke\u201c beworbene Anwendung bringt also ebenso Probleme.\u201eDie Wirklichkeit ist nicht neutral\u201c, sagt Ommer. \u201eDeshalb wird jedes KI-Modell dazu gebracht, sein Trainingsmaterial, also tausende Internet-Seiten, zu \u00fcberpr\u00fcfen und auszugleichen. Wer ungefiltert das Internet in die KIs \u00fcbertragen w\u00fcrde, bek\u00e4me nur Unfug als Ergebnis.\u201c Aber: \u201eEs kommt in diesem Prozess immer wieder zu einer \u00dcberkompensation. Ganz eliminieren l\u00e4sst sich die Voreingenommenheit daher nicht.\u201c Au\u00dferdem handle es sich bei nahezu allen Angeboten am KI-Markt um US-amerikanische Anbieter. Politische Grundwerte der europ\u00e4ischen L\u00e4nder k\u00f6nnten durch die Ver\u00e4nderungen dort \u201evereitelt\u201c werden, sagt Ommer. Das deutsche Gleichstellungsgesetz k\u00f6nnte etwa gegen\u00fcber US-Regelungen einen untergeordneten Platz in der Entwicklung einnehmen.Eine Chip-Fabrik f\u00fcr Europa w\u00e4re deshalb vorteilhaft, meint Ommer. Die Prozessoren aus eigener Herstellung w\u00fcrden zwar gef\u00f6rdert, doch an einem entsprechenden Projekt in Dresden wird noch bis mindestens 2026 gearbeitet. Verliert Europa deshalb den Anschluss auf dem globalen KI-Markt?F\u00fcr die Unternehmen zeigte sich diese Abh\u00e4ngigkeit bereits k\u00fcrzlich bei der Einf\u00fchrung des neuen Modells GPT-5 vom Anbieter OpenAI. \u201eEs wurde besonders bem\u00e4ngelt, dass die Firmen nicht mehr gefragt wurden, welches Modell sie verwenden m\u00f6chten\u201c, sagt Ommer. \u201eDabei hatten sich die Unternehmen auf eine bestimmte Version eingestellt und teils elaborierte Personas erstellt. Mit dem neuen Modell funktionierte dann vieles nicht mehr so, wie man es aus der Erfahrung kannte.\u201c Es sei jedoch auch noch nicht zu sp\u00e4t, die Fortschritte aus anderen L\u00e4ndern einzuholen.\u201eChaostheorie\u201c und \u201eFairwashing\u201c neue HerausforderungAuch der Tech-Experte Mario Herger zweifelt daran, dass die neuen Neutralit\u00e4ts-Versprechen der KI-Anbieter die Firmen in Deutschland grunds\u00e4tzlich positiv betreffen werden. So k\u00f6nne jede Ver\u00e4nderung der Modelle \u201eunerwartete Konsequenzen\u201c haben. \u201eWie bei der Chaostheorie, wo der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings in England einen Taifun in China ausl\u00f6st\u201c, sagt Herger. Und: \u201eDie Systeme degradieren damit und werden schlechter.\u201cEin Resultat lasse sich laut der KI-Expertin Maria Sukhareva bereits beobachten. Auf der Karriere-Plattform LinkedIn verweist Sukhareva auf sogenanntes \u201eFairwashing\u201c, das das neue GPT-Modell \u201eOSS\u201c betreffe. Weil es \u00fcbertrieben politische Korrektheit vermeiden will, antworte das Modell nun einfach gar nicht mehr auf heikle Fragen.Statt sich etwa bei politischen Themen klar zu positionieren, reagiere die Software inzwischen vielmehr mit methodischen Hinweisen zur Frage selbst. \u201eDas Modell ist in seiner Vorgehensweise so \u00fcberoptimiert\u201c, schreibt die Expertin mit knapp 20.000 Follower auf der Plattform, \u201edass es die eigentliche Frage komplett ignoriert und stattdessen dar\u00fcber faselt, ob sie \u00fcberhaupt gestellt werden sollte.\u201cUnternehmen k\u00f6nnten Standards \u00fcbergehenAuch deshalb sieht die Unternehmensberatung KPMG das KI-Problem der Firmen nicht gel\u00f6st. W\u00e4hrend fast alle Betriebe die k\u00fcnstliche Intelligenz st\u00e4rker integrieren wollen, gebe es gleichzeitig \u201eNachholbedarf bei der Steuerung, ethischen Leitplanken und Schulung\u201c. Sprich: Die Unternehmen w\u00fcrden die Software zwar grunds\u00e4tzlich einsetzen, die Kompetenz der Programme aber vielleicht zu hoch einsch\u00e4tzen. Ein vertrauensvoller KI-Einsatz, so KMPG, bleibe weiterhin die \u201ezentrale Herausforderung\u201c.Nicht in allen, aber in einigen Bereichen kann das zu einer Gefahr werden. In einer Bitkom-Umfrage aus dem M\u00e4rz gaben 86 Prozent der befragten Firmen an, die KI bereits im Kundenkontakt einzusetzen, 54 Prozent planten den Einsatz in Marketing und Kommunikation, \u201eAllgemein beim internen Wissensmanagement\u201c wollten in Zukunft 37 Prozent die KI nutzen. Problematisch: Immerhin sechs Prozent planten eine Integration in ihre Rechts- und Steuerabteilungen. Experte Ommer jedoch rechnet nicht damit, dass Software hier bald Menschen ersetzen d\u00fcrfte und warnt sogar vor der Verletzung ethischer Standards: \u201eIm Moment ist nicht erkennbar, dass sich etwa juristische Aspekte an Bots outsourcen lassen\u201c. Vielmehr sei eine Regelung wie beim autonomen Fahren ratsam: \u201eDie KI macht dann lediglich Vorschl\u00e4ge, Menschen treffen die Entscheidungen. Sie halten gewisserma\u00dfen noch das Steuer in der Hand.\u201cWas bringt die Zukunft? Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass die Hersteller trotz sich \u00e4ndernder politischer Rahmenbedingungen weiterhin handlungsf\u00e4hig bleiben d\u00fcrften. Dies zeigten zumindest die aktuellen Entwicklungen am Markt, die auf gro\u00dfe Innovationsbereitschaft der KI-Anbieter hindeuteten. Risiken wie problematische Abh\u00e4ngigkeit oder Kontrollverlust best\u00fcnden aus Sicht des Vereins \u201enur in sehr begrenztem Ma\u00dfe\u201c. Welche politischen Tendenzen bei neuen Modellen wie dem k\u00fcrzlich vorgestellten GPT-5 entstehen k\u00f6nnten, sei \u00fcbrigens noch nicht abzusehen. \u201eErste Tests deuten darauf hin\u201c, hei\u00dft es von Bitkom aber schon, \u201edass auch GPT-5 eher dazu neigt, sich kritisch zu \u00e4u\u00dfern.\u201cOb zu woke oder zu wenig korrekt \u2013 f\u00fcr Unternehmen bleibt die Frage nach der Verl\u00e4sslichkeit von KI ungel\u00f6st. 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So musste etwa Googles Gemini aufwendig \u00fcberarbeitet werden, weil es selbst auf einfache Anfragen mit \u00fcbertrieben politisch korrekten Antworten reagierte \u2013 etwa indem es Bilder von schwarzen P\u00e4pstinnen oder asiatischen Wehrmachtssoldaten generierte \u2013 die es so nat\u00fcrlich nie gab.Experten kritisierten damals einen \u201edigitalen Paternalismus\u201c, auch Google gab damals zu, seine k\u00fcnstliche Intelligenz \u201eviel zu vorsichtig\u201c eingestellt zu haben. Der Grund: Die Software lernt anhand von Trainingsdaten aus dem Internet. Diese jedoch bilden oft kein genaues Bild der Realit\u00e4t ab \u2013 und die Anbieter versuchen deshalb, mit menschlichen Eingriffen eine weniger voreingenommene KI zu erschaffen. Bisher kam es jedoch immer wieder zu ebenso verzerrten, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an den Zeitgeist angepassten Antworten.Hat sich die KI seitdem grundlegend verbessert? Wie verl\u00e4sslich \u2013 oder wie politisch ist die k\u00fcnstliche Intelligenz, die zunehmend die Handlungsweise der Unternehmen beeinflusst, noch?Zumindest Google gibt sich schon einmal gel\u00e4utert. Auf Anfrage hei\u00dft es dieses Mal lediglich, Gemini sei \u201edarauf ausgelegt, den Anweisungen und Anpassungen unserer Nutzer*innen bestm\u00f6glich zu folgen. Gemini soll somit Vorgaben befolgen, ohne dabei eigene Meinungen oder \u00dcberzeugungen zu vertreten.\u201c Weiter: \u201eEine Ausnahme besteht, wenn Nutzer*innen dies ausdr\u00fccklich anweisen.\u201cDie Sorge vor zu viel Wokeness, also jener \u00fcbertriebenen politische Korrektheit, scheint jedoch weiterhin ein Thema zu sein. Nicht nur f\u00fcr Google, auch in der Politik. Erst vor wenigen Wochen erlie\u00df das Wei\u00dfe Haus unter Pr\u00e4sident Donald Trump ein Dekret, nach dem die Modelle Vielf\u00e4ltigkeitsstandards nicht mehr bedingungslos erf\u00fcllen sollten. \u201eDie k\u00fcnstliche Intelligenz wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie Amerikaner lernen, sich informieren, ihr t\u00e4gliches Leben organisieren\u201c, hei\u00dft es in dem Papier. \u201eWenn aber ideologische Voreingenommenheit in die Modelle eingebaut ist, wird die Qualit\u00e4t der Ergebnisse beeintr\u00e4chtigt.\u201c Der renommierte Informatiker und Dozent Bj\u00f6rn Ommer von der M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t geht davon aus, dass die neue Richtlinie grunds\u00e4tzlich einen Anti-Wokeness-Effekt auf die Modelle haben d\u00fcrfte. Jedoch k\u00f6nnte dieser auch kleiner ausfallen als erwartet. Mit dem neuen US-Pr\u00e4sidenten haben viele Tech-Konzerne ihre Diversit\u00e4ts-Richtlinien gelockert. Allerdings bedeute das noch nicht, dass Unternehmen auch die Software automatisch risikofrei einsetzen k\u00f6nnen.Anti-Woke-KI mit gro\u00dfen ProblemenDie Entwicklung schlug bei der KI-Plattform von Tech-Milliard\u00e4r Elon Musk \u00fcbrigens auch schon ins Gegenteil um. Dessen KI-Modell \u201eGrok\u201c \u00e4u\u00dfert sich unter anderem auch antisemitisch, erstellte gewaltverherrlichende Bilder und bezog sich in Antworten teilweise auch auf Tweets von Musk selbst. Die gerade als \u201eanti-woke\u201c beworbene Anwendung bringt also ebenso Probleme.\u201eDie Wirklichkeit ist nicht neutral\u201c, sagt Ommer. \u201eDeshalb wird jedes KI-Modell dazu gebracht, sein Trainingsmaterial, also tausende Internet-Seiten, zu \u00fcberpr\u00fcfen und auszugleichen. Wer ungefiltert das Internet in die KIs \u00fcbertragen w\u00fcrde, bek\u00e4me nur Unfug als Ergebnis.\u201c Aber: \u201eEs kommt in diesem Prozess immer wieder zu einer \u00dcberkompensation. Ganz eliminieren l\u00e4sst sich die Voreingenommenheit daher nicht.\u201c Au\u00dferdem handle es sich bei nahezu allen Angeboten am KI-Markt um US-amerikanische Anbieter. Politische Grundwerte der europ\u00e4ischen L\u00e4nder k\u00f6nnten durch die Ver\u00e4nderungen dort \u201evereitelt\u201c werden, sagt Ommer. Das deutsche Gleichstellungsgesetz k\u00f6nnte etwa gegen\u00fcber US-Regelungen einen untergeordneten Platz in der Entwicklung einnehmen.Eine Chip-Fabrik f\u00fcr Europa w\u00e4re deshalb vorteilhaft, meint Ommer. Die Prozessoren aus eigener Herstellung w\u00fcrden zwar gef\u00f6rdert, doch an einem entsprechenden Projekt in Dresden wird noch bis mindestens 2026 gearbeitet. 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So k\u00f6nne jede Ver\u00e4nderung der Modelle \u201eunerwartete Konsequenzen\u201c haben. \u201eWie bei der Chaostheorie, wo der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings in England einen Taifun in China ausl\u00f6st\u201c, sagt Herger. Und: \u201eDie Systeme degradieren damit und werden schlechter.\u201cEin Resultat lasse sich laut der KI-Expertin Maria Sukhareva bereits beobachten. Auf der Karriere-Plattform LinkedIn verweist Sukhareva auf sogenanntes \u201eFairwashing\u201c, das das neue GPT-Modell \u201eOSS\u201c betreffe. Weil es \u00fcbertrieben politische Korrektheit vermeiden will, antworte das Modell nun einfach gar nicht mehr auf heikle Fragen.Statt sich etwa bei politischen Themen klar zu positionieren, reagiere die Software inzwischen vielmehr mit methodischen Hinweisen zur Frage selbst. \u201eDas Modell ist in seiner Vorgehensweise so \u00fcberoptimiert\u201c, schreibt die Expertin mit knapp 20.000 Follower auf der Plattform, \u201edass es die eigentliche Frage komplett ignoriert und stattdessen dar\u00fcber faselt, ob sie \u00fcberhaupt gestellt werden sollte.\u201cUnternehmen k\u00f6nnten Standards \u00fcbergehenAuch deshalb sieht die Unternehmensberatung KPMG das KI-Problem der Firmen nicht gel\u00f6st. W\u00e4hrend fast alle Betriebe die k\u00fcnstliche Intelligenz st\u00e4rker integrieren wollen, gebe es gleichzeitig \u201eNachholbedarf bei der Steuerung, ethischen Leitplanken und Schulung\u201c. Sprich: Die Unternehmen w\u00fcrden die Software zwar grunds\u00e4tzlich einsetzen, die Kompetenz der Programme aber vielleicht zu hoch einsch\u00e4tzen. Ein vertrauensvoller KI-Einsatz, so KMPG, bleibe weiterhin die \u201ezentrale Herausforderung\u201c.Nicht in allen, aber in einigen Bereichen kann das zu einer Gefahr werden. In einer Bitkom-Umfrage aus dem M\u00e4rz gaben 86 Prozent der befragten Firmen an, die KI bereits im Kundenkontakt einzusetzen, 54 Prozent planten den Einsatz in Marketing und Kommunikation, \u201eAllgemein beim internen Wissensmanagement\u201c wollten in Zukunft 37 Prozent die KI nutzen. Problematisch: Immerhin sechs Prozent planten eine Integration in ihre Rechts- und Steuerabteilungen. Experte Ommer jedoch rechnet nicht damit, dass Software hier bald Menschen ersetzen d\u00fcrfte und warnt sogar vor der Verletzung ethischer Standards: \u201eIm Moment ist nicht erkennbar, dass sich etwa juristische Aspekte an Bots outsourcen lassen\u201c. Vielmehr sei eine Regelung wie beim autonomen Fahren ratsam: \u201eDie KI macht dann lediglich Vorschl\u00e4ge, Menschen treffen die Entscheidungen. Sie halten gewisserma\u00dfen noch das Steuer in der Hand.\u201cWas bringt die Zukunft? Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass die Hersteller trotz sich \u00e4ndernder politischer Rahmenbedingungen weiterhin handlungsf\u00e4hig bleiben d\u00fcrften. Dies zeigten zumindest die aktuellen Entwicklungen am Markt, die auf gro\u00dfe Innovationsbereitschaft der KI-Anbieter hindeuteten. Risiken wie problematische Abh\u00e4ngigkeit oder Kontrollverlust best\u00fcnden aus Sicht des Vereins \u201enur in sehr begrenztem Ma\u00dfe\u201c. Welche politischen Tendenzen bei neuen Modellen wie dem k\u00fcrzlich vorgestellten GPT-5 entstehen k\u00f6nnten, sei \u00fcbrigens noch nicht abzusehen. \u201eErste Tests deuten darauf hin\u201c, hei\u00dft es von Bitkom aber schon, \u201edass auch GPT-5 eher dazu neigt, sich kritisch zu \u00e4u\u00dfern.\u201cOb zu woke oder zu wenig korrekt \u2013 f\u00fcr Unternehmen bleibt die Frage nach der Verl\u00e4sslichkeit von KI ungel\u00f6st. Neutralit\u00e4t ist das Versprechen der Anbieter, doch die Praxis zeigt: Ganz ohne ideologische Schlagseite wird es auch k\u00fcnftig nicht gehen.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Das Ende der schwarzen P\u00e4pstin? 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So musste etwa Googles Gemini aufwendig \u00fcberarbeitet werden, weil es selbst auf einfache Anfragen mit \u00fcbertrieben politisch korrekten Antworten reagierte \u2013 etwa indem es Bilder von schwarzen P\u00e4pstinnen oder asiatischen Wehrmachtssoldaten generierte \u2013 die es so nat\u00fcrlich nie gab.Experten kritisierten damals einen \u201edigitalen Paternalismus\u201c, auch Google gab damals zu, seine k\u00fcnstliche Intelligenz \u201eviel zu vorsichtig\u201c eingestellt zu haben. Der Grund: Die Software lernt anhand von Trainingsdaten aus dem Internet. Diese jedoch bilden oft kein genaues Bild der Realit\u00e4t ab \u2013 und die Anbieter versuchen deshalb, mit menschlichen Eingriffen eine weniger voreingenommene KI zu erschaffen. Bisher kam es jedoch immer wieder zu ebenso verzerrten, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an den Zeitgeist angepassten Antworten.Hat sich die KI seitdem grundlegend verbessert? Wie verl\u00e4sslich \u2013 oder wie politisch ist die k\u00fcnstliche Intelligenz, die zunehmend die Handlungsweise der Unternehmen beeinflusst, noch?Zumindest Google gibt sich schon einmal gel\u00e4utert. Auf Anfrage hei\u00dft es dieses Mal lediglich, Gemini sei \u201edarauf ausgelegt, den Anweisungen und Anpassungen unserer Nutzer*innen bestm\u00f6glich zu folgen. Gemini soll somit Vorgaben befolgen, ohne dabei eigene Meinungen oder \u00dcberzeugungen zu vertreten.\u201c Weiter: \u201eEine Ausnahme besteht, wenn Nutzer*innen dies ausdr\u00fccklich anweisen.\u201cDie Sorge vor zu viel Wokeness, also jener \u00fcbertriebenen politische Korrektheit, scheint jedoch weiterhin ein Thema zu sein. Nicht nur f\u00fcr Google, auch in der Politik. Erst vor wenigen Wochen erlie\u00df das Wei\u00dfe Haus unter Pr\u00e4sident Donald Trump ein Dekret, nach dem die Modelle Vielf\u00e4ltigkeitsstandards nicht mehr bedingungslos erf\u00fcllen sollten. \u201eDie k\u00fcnstliche Intelligenz wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie Amerikaner lernen, sich informieren, ihr t\u00e4gliches Leben organisieren\u201c, hei\u00dft es in dem Papier. \u201eWenn aber ideologische Voreingenommenheit in die Modelle eingebaut ist, wird die Qualit\u00e4t der Ergebnisse beeintr\u00e4chtigt.\u201c Der renommierte Informatiker und Dozent Bj\u00f6rn Ommer von der M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t geht davon aus, dass die neue Richtlinie grunds\u00e4tzlich einen Anti-Wokeness-Effekt auf die Modelle haben d\u00fcrfte. Jedoch k\u00f6nnte dieser auch kleiner ausfallen als erwartet. Mit dem neuen US-Pr\u00e4sidenten haben viele Tech-Konzerne ihre Diversit\u00e4ts-Richtlinien gelockert. 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Verliert Europa deshalb den Anschluss auf dem globalen KI-Markt?F\u00fcr die Unternehmen zeigte sich diese Abh\u00e4ngigkeit bereits k\u00fcrzlich bei der Einf\u00fchrung des neuen Modells GPT-5 vom Anbieter OpenAI. \u201eEs wurde besonders bem\u00e4ngelt, dass die Firmen nicht mehr gefragt wurden, welches Modell sie verwenden m\u00f6chten\u201c, sagt Ommer. \u201eDabei hatten sich die Unternehmen auf eine bestimmte Version eingestellt und teils elaborierte Personas erstellt. Mit dem neuen Modell funktionierte dann vieles nicht mehr so, wie man es aus der Erfahrung kannte.\u201c Es sei jedoch auch noch nicht zu sp\u00e4t, die Fortschritte aus anderen L\u00e4ndern einzuholen.\u201eChaostheorie\u201c und \u201eFairwashing\u201c neue HerausforderungAuch der Tech-Experte Mario Herger zweifelt daran, dass die neuen Neutralit\u00e4ts-Versprechen der KI-Anbieter die Firmen in Deutschland grunds\u00e4tzlich positiv betreffen werden. 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Vielmehr sei eine Regelung wie beim autonomen Fahren ratsam: \u201eDie KI macht dann lediglich Vorschl\u00e4ge, Menschen treffen die Entscheidungen. Sie halten gewisserma\u00dfen noch das Steuer in der Hand.\u201cWas bringt die Zukunft? Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass die Hersteller trotz sich \u00e4ndernder politischer Rahmenbedingungen weiterhin handlungsf\u00e4hig bleiben d\u00fcrften. Dies zeigten zumindest die aktuellen Entwicklungen am Markt, die auf gro\u00dfe Innovationsbereitschaft der KI-Anbieter hindeuteten. Risiken wie problematische Abh\u00e4ngigkeit oder Kontrollverlust best\u00fcnden aus Sicht des Vereins \u201enur in sehr begrenztem Ma\u00dfe\u201c. 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Die Analysten hatten im M\u00e4rz 650 Entscheidungstr\u00e4ger aus 18 Branchen befragt, wie sie zum Einsatz der Technologie in ihrer Firma stehen. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Trend: Nannten im vergangenen Jahr 55 Prozent der Teilnehmer die Software \u201eentscheidend f\u00fcr ihr Gesch\u00e4ftsmodell und die k\u00fcnftige Wertsch\u00f6pfung\u201c, stieg der Wert in diesem Jahr auf 91 Prozent. Angesichts des gro\u00dfen Optimismus planten au\u00dferdem 82 Prozent, ihre KI-Budgets zu erh\u00f6hen \u2013 51 Prozent sogar um 40 Prozent oder mehr.Die Entwicklung \u00fcberrascht. Denn in den vergangenen Monaten waren viele Modelle immer wieder in die Kritik geraten. So musste etwa Googles Gemini aufwendig \u00fcberarbeitet werden, weil es selbst auf einfache Anfragen mit \u00fcbertrieben politisch korrekten Antworten reagierte \u2013 etwa indem es Bilder von schwarzen P\u00e4pstinnen oder asiatischen Wehrmachtssoldaten generierte \u2013 die es so nat\u00fcrlich nie gab.Experten kritisierten damals einen \u201edigitalen Paternalismus\u201c, auch Google gab damals zu, seine k\u00fcnstliche Intelligenz \u201eviel zu vorsichtig\u201c eingestellt zu haben. Der Grund: Die Software lernt anhand von Trainingsdaten aus dem Internet. Diese jedoch bilden oft kein genaues Bild der Realit\u00e4t ab \u2013 und die Anbieter versuchen deshalb, mit menschlichen Eingriffen eine weniger voreingenommene KI zu erschaffen. Bisher kam es jedoch immer wieder zu ebenso verzerrten, unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig an den Zeitgeist angepassten Antworten.Hat sich die KI seitdem grundlegend verbessert? Wie verl\u00e4sslich \u2013 oder wie politisch ist die k\u00fcnstliche Intelligenz, die zunehmend die Handlungsweise der Unternehmen beeinflusst, noch?Zumindest Google gibt sich schon einmal gel\u00e4utert. Auf Anfrage hei\u00dft es dieses Mal lediglich, Gemini sei \u201edarauf ausgelegt, den Anweisungen und Anpassungen unserer Nutzer*innen bestm\u00f6glich zu folgen. Gemini soll somit Vorgaben befolgen, ohne dabei eigene Meinungen oder \u00dcberzeugungen zu vertreten.\u201c Weiter: \u201eEine Ausnahme besteht, wenn Nutzer*innen dies ausdr\u00fccklich anweisen.\u201cDie Sorge vor zu viel Wokeness, also jener \u00fcbertriebenen politische Korrektheit, scheint jedoch weiterhin ein Thema zu sein. Nicht nur f\u00fcr Google, auch in der Politik. Erst vor wenigen Wochen erlie\u00df das Wei\u00dfe Haus unter Pr\u00e4sident Donald Trump ein Dekret, nach dem die Modelle Vielf\u00e4ltigkeitsstandards nicht mehr bedingungslos erf\u00fcllen sollten. \u201eDie k\u00fcnstliche Intelligenz wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie Amerikaner lernen, sich informieren, ihr t\u00e4gliches Leben organisieren\u201c, hei\u00dft es in dem Papier. \u201eWenn aber ideologische Voreingenommenheit in die Modelle eingebaut ist, wird die Qualit\u00e4t der Ergebnisse beeintr\u00e4chtigt.\u201c Der renommierte Informatiker und Dozent Bj\u00f6rn Ommer von der M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t geht davon aus, dass die neue Richtlinie grunds\u00e4tzlich einen Anti-Wokeness-Effekt auf die Modelle haben d\u00fcrfte. Jedoch k\u00f6nnte dieser auch kleiner ausfallen als erwartet. Mit dem neuen US-Pr\u00e4sidenten haben viele Tech-Konzerne ihre Diversit\u00e4ts-Richtlinien gelockert. Allerdings bedeute das noch nicht, dass Unternehmen auch die Software automatisch risikofrei einsetzen k\u00f6nnen.Anti-Woke-KI mit gro\u00dfen ProblemenDie Entwicklung schlug bei der KI-Plattform von Tech-Milliard\u00e4r Elon Musk \u00fcbrigens auch schon ins Gegenteil um. Dessen KI-Modell \u201eGrok\u201c \u00e4u\u00dfert sich unter anderem auch antisemitisch, erstellte gewaltverherrlichende Bilder und bezog sich in Antworten teilweise auch auf Tweets von Musk selbst. Die gerade als \u201eanti-woke\u201c beworbene Anwendung bringt also ebenso Probleme.\u201eDie Wirklichkeit ist nicht neutral\u201c, sagt Ommer. \u201eDeshalb wird jedes KI-Modell dazu gebracht, sein Trainingsmaterial, also tausende Internet-Seiten, zu \u00fcberpr\u00fcfen und auszugleichen. Wer ungefiltert das Internet in die KIs \u00fcbertragen w\u00fcrde, bek\u00e4me nur Unfug als Ergebnis.\u201c Aber: \u201eEs kommt in diesem Prozess immer wieder zu einer \u00dcberkompensation. Ganz eliminieren l\u00e4sst sich die Voreingenommenheit daher nicht.\u201c Au\u00dferdem handle es sich bei nahezu allen Angeboten am KI-Markt um US-amerikanische Anbieter. Politische Grundwerte der europ\u00e4ischen L\u00e4nder k\u00f6nnten durch die Ver\u00e4nderungen dort \u201evereitelt\u201c werden, sagt Ommer. Das deutsche Gleichstellungsgesetz k\u00f6nnte etwa gegen\u00fcber US-Regelungen einen untergeordneten Platz in der Entwicklung einnehmen.Eine Chip-Fabrik f\u00fcr Europa w\u00e4re deshalb vorteilhaft, meint Ommer. Die Prozessoren aus eigener Herstellung w\u00fcrden zwar gef\u00f6rdert, doch an einem entsprechenden Projekt in Dresden wird noch bis mindestens 2026 gearbeitet. Verliert Europa deshalb den Anschluss auf dem globalen KI-Markt?F\u00fcr die Unternehmen zeigte sich diese Abh\u00e4ngigkeit bereits k\u00fcrzlich bei der Einf\u00fchrung des neuen Modells GPT-5 vom Anbieter OpenAI. \u201eEs wurde besonders bem\u00e4ngelt, dass die Firmen nicht mehr gefragt wurden, welches Modell sie verwenden m\u00f6chten\u201c, sagt Ommer. \u201eDabei hatten sich die Unternehmen auf eine bestimmte Version eingestellt und teils elaborierte Personas erstellt. Mit dem neuen Modell funktionierte dann vieles nicht mehr so, wie man es aus der Erfahrung kannte.\u201c Es sei jedoch auch noch nicht zu sp\u00e4t, die Fortschritte aus anderen L\u00e4ndern einzuholen.\u201eChaostheorie\u201c und \u201eFairwashing\u201c neue HerausforderungAuch der Tech-Experte Mario Herger zweifelt daran, dass die neuen Neutralit\u00e4ts-Versprechen der KI-Anbieter die Firmen in Deutschland grunds\u00e4tzlich positiv betreffen werden. So k\u00f6nne jede Ver\u00e4nderung der Modelle \u201eunerwartete Konsequenzen\u201c haben. \u201eWie bei der Chaostheorie, wo der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings in England einen Taifun in China ausl\u00f6st\u201c, sagt Herger. Und: \u201eDie Systeme degradieren damit und werden schlechter.\u201cEin Resultat lasse sich laut der KI-Expertin Maria Sukhareva bereits beobachten. Auf der Karriere-Plattform LinkedIn verweist Sukhareva auf sogenanntes \u201eFairwashing\u201c, das das neue GPT-Modell \u201eOSS\u201c betreffe. Weil es \u00fcbertrieben politische Korrektheit vermeiden will, antworte das Modell nun einfach gar nicht mehr auf heikle Fragen.Statt sich etwa bei politischen Themen klar zu positionieren, reagiere die Software inzwischen vielmehr mit methodischen Hinweisen zur Frage selbst. \u201eDas Modell ist in seiner Vorgehensweise so \u00fcberoptimiert\u201c, schreibt die Expertin mit knapp 20.000 Follower auf der Plattform, \u201edass es die eigentliche Frage komplett ignoriert und stattdessen dar\u00fcber faselt, ob sie \u00fcberhaupt gestellt werden sollte.\u201cUnternehmen k\u00f6nnten Standards \u00fcbergehenAuch deshalb sieht die Unternehmensberatung KPMG das KI-Problem der Firmen nicht gel\u00f6st. W\u00e4hrend fast alle Betriebe die k\u00fcnstliche Intelligenz st\u00e4rker integrieren wollen, gebe es gleichzeitig \u201eNachholbedarf bei der Steuerung, ethischen Leitplanken und Schulung\u201c. Sprich: Die Unternehmen w\u00fcrden die Software zwar grunds\u00e4tzlich einsetzen, die Kompetenz der Programme aber vielleicht zu hoch einsch\u00e4tzen. Ein vertrauensvoller KI-Einsatz, so KMPG, bleibe weiterhin die \u201ezentrale Herausforderung\u201c.Nicht in allen, aber in einigen Bereichen kann das zu einer Gefahr werden. In einer Bitkom-Umfrage aus dem M\u00e4rz gaben 86 Prozent der befragten Firmen an, die KI bereits im Kundenkontakt einzusetzen, 54 Prozent planten den Einsatz in Marketing und Kommunikation, \u201eAllgemein beim internen Wissensmanagement\u201c wollten in Zukunft 37 Prozent die KI nutzen. Problematisch: Immerhin sechs Prozent planten eine Integration in ihre Rechts- und Steuerabteilungen. Experte Ommer jedoch rechnet nicht damit, dass Software hier bald Menschen ersetzen d\u00fcrfte und warnt sogar vor der Verletzung ethischer Standards: \u201eIm Moment ist nicht erkennbar, dass sich etwa juristische Aspekte an Bots outsourcen lassen\u201c. Vielmehr sei eine Regelung wie beim autonomen Fahren ratsam: \u201eDie KI macht dann lediglich Vorschl\u00e4ge, Menschen treffen die Entscheidungen. Sie halten gewisserma\u00dfen noch das Steuer in der Hand.\u201cWas bringt die Zukunft? Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass die Hersteller trotz sich \u00e4ndernder politischer Rahmenbedingungen weiterhin handlungsf\u00e4hig bleiben d\u00fcrften. Dies zeigten zumindest die aktuellen Entwicklungen am Markt, die auf gro\u00dfe Innovationsbereitschaft der KI-Anbieter hindeuteten. Risiken wie problematische Abh\u00e4ngigkeit oder Kontrollverlust best\u00fcnden aus Sicht des Vereins \u201enur in sehr begrenztem Ma\u00dfe\u201c. Welche politischen Tendenzen bei neuen Modellen wie dem k\u00fcrzlich vorgestellten GPT-5 entstehen k\u00f6nnten, sei \u00fcbrigens noch nicht abzusehen. \u201eErste Tests deuten darauf hin\u201c, hei\u00dft es von Bitkom aber schon, \u201edass auch GPT-5 eher dazu neigt, sich kritisch zu \u00e4u\u00dfern.\u201cOb zu woke oder zu wenig korrekt \u2013 f\u00fcr Unternehmen bleibt die Frage nach der Verl\u00e4sslichkeit von KI ungel\u00f6st. Neutralit\u00e4t ist das Versprechen der Anbieter, doch die Praxis zeigt: Ganz ohne ideologische Schlagseite wird es auch k\u00fcnftig nicht gehen.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/das-ende-der-schwarzen-papstin-doch-auch-die-anti-woke-ki-offenbart-probleme\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/das-ende-der-schwarzen-papstin-doch-auch-die-anti-woke-ki-offenbart-probleme\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/das-ende-der-schwarzen-papstin-doch-auch-die-anti-woke-ki-offenbart-probleme\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/senior-businessman-sitting-in-cafe-working-on-laptop.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/senior-businessman-sitting-in-cafe-working-on-laptop.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/das-ende-der-schwarzen-papstin-doch-auch-die-anti-woke-ki-offenbart-probleme\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Das Ende der schwarzen P\u00e4pstin? 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