{"id":267518,"date":"2025-08-24T21:26:09","date_gmt":"2025-08-24T18:26:09","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/und-dann-ringt-ein-zehnjahriger-klingbeil-eine-bemerkenswerte-antwort-ab\/"},"modified":"2025-08-24T21:26:37","modified_gmt":"2025-08-24T18:26:37","slug":"und-dann-ringt-ein-zehnjahriger-klingbeil-eine-bemerkenswerte-antwort-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/und-dann-ringt-ein-zehnjahriger-klingbeil-eine-bemerkenswerte-antwort-ab\/","title":{"rendered":"Und dann ringt ein Zehnj\u00e4hriger Klingbeil eine bemerkenswerte Antwort ab"},"content":{"rendered":"<p>Die 14. und letzte Frage an Lars Klingbeil (SPD) kam von der Moderatorin. Ob es einen Herbst der Reformen geben soll, wie ihn Kanzler Friedrich (CDU) angek\u00fcndigt hatte, wollte sie von ihm wissen. \u201eEr muss\u201c, sagte der Finanzminister am Ende des B\u00fcrgerdialogs am Tag der offenen T\u00fcr auf der B\u00fchne im Ministeriumsgarten.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re doch furchtbar, f\u00fcgte Klingbeil hinzu, wenn die Bundesregierung nach vier Monaten sagen w\u00fcrde, jetzt haben wir genug gemacht, jetzt h\u00f6ren wir auf. Es m\u00fcsse richtig etwas passieren, nicht nur im Herbst, sondern auch in den Monaten danach, es m\u00fcsse Reformen geben, die \u201eunser Land st\u00e4rker machen\u201c. Dazu geh\u00f6rten auch Reformen der sozialen Sicherungssysteme.<\/p>\n<p>In den 45 Minuten zuvor hatte Klingbeil mit seinen Antworten auf B\u00fcrgerfragen allerdings vor allem eines deutlich gemacht: Wie schwierig es wird, dass sich CDU, CSU einerseits und SPD andererseits tats\u00e4chlich auf grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderungen zur St\u00e4rkung des Landes werden einigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zwar betonte Klingbeil an einer Stelle, dass er diesen B\u00fcrgerdialog nicht zu einem \u201e\u00f6ffentlichen Showdown\u201c mit dem Kanzler machen wolle. Doch zumindest legte er die Basis f\u00fcr einen solchen. Etwa wenn er sagte: \u201eWir m\u00fcssen gucken, dass wir nicht den Sozialstaat kaputt machen.\u201c <\/p>\n<p>Der Satz konnte nur als Gegenrede auf eine Aussage des Kanzlers vom Vortag verstanden werden. Merz hatte auf dem nieders\u00e4chsischen CDU-Landesparteitag in Osnabr\u00fcck gesagt: \u201eDer Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar.\u201c Er zielte dabei ausdr\u00fccklich auf das B\u00fcrgergeld ab. <\/p>\n<p>Und Merz ging noch weiter: Er mache den Empf\u00e4ngern keine Vorw\u00fcrfe, sondern eher der Politik, gerade wegen der Leistungen an Millionen sogenannter Aufstocker, die neben einem geringen Gehalt noch Zusch\u00fcsse bez\u00f6gen. \u201eDiejenigen, die f\u00fcr 530 Euro im Monat arbeiten, denen muss man doch mal die Frage stellen, warum k\u00f6nnen die nicht auch f\u00fcr 2000 Euro im Monat arbeiten?\u201c Man wolle das B\u00fcrgergeld so \u00e4ndern, dass es sinnvoller sei, wieder in den regul\u00e4ren Arbeitsmarkt zur\u00fcckzukehren, sagte der CDU-Vorsitzende.<\/p>\n<p>Klingbeil warnte dagegen nicht nur davor, den Sozialstaat zu zerst\u00f6ren. Nat\u00fcrlich gebe es das Problem mit den 18.000 Totalverweigerern \u2013 die wom\u00f6glich noch dazu schwarz arbeiteten. Dieser Missbrauch m\u00fcsse Konsequenzen haben, dies m\u00fcsse geahndet werden. <\/p>\n<p>Aber man m\u00fcsse auch mehr \u00fcber die 800.000 Leute reden, die im B\u00fcrgergeld seien, weil das Geld nicht reiche, obwohl sie arbeiten gingen. Das sei ein gesellschaftlicher Skandal. \u201eIch m\u00f6chte erst mal, und das ist als Sozialdemokrat mein Hauptanspruch, ich m\u00f6chte, dass Leute, die flei\u00dfig sind, einen vern\u00fcnftigen Lohn haben, dass sie Respekt f\u00fcr ihre Arbeit bekommen und davon gut leben k\u00f6nnen\u201c, sagte der Finanzminister und Vizekanzler.<\/p>\n<p>Seit Wochen schon bewegt sich Klingbeil auf diesem schmalen kommunikativen Grat: In Richtung der eigenen Partei positioniert er sich als Verteidiger des Sozialstaats und erweckt dabei gerne den Eindruck, dass jeder, der staatliche Leistungen hinterfragt, das gesamte Sozialsystem infrage stellt. In Richtung der Union signalisiert er dagegen Reformbereitschaft und Sparwillen \u2013 nicht dass am Ende jemand behaupten kann, am Unwillen der Sozialdemokraten scheitern Ver\u00e4nderungen. <\/p>\n<h3>Reparaturen am Sozialsystem<\/h3>\n<p>\u201eIch bin v\u00f6llig bei Ihnen, wir m\u00fcssen die Dinge ver\u00e4ndern und wir m\u00fcssen da jetzt richtig ran, damit wir dieses Land zukunftsf\u00e4hig halten\u201c, gab Klingbeil einem Fragesteller recht, dass es mit kleineren Reparaturarbeiten am Sozialsystem angesichts der ausufernden Kosten nicht getan sein kann. Gerade gehe es ihm vor allem um das Problem, wie die 30 Milliarden-Euro-L\u00fccke im Bundeshaushalt f\u00fcr 2027 geschlossen werden kann. Er sei bereit, sich jeden vern\u00fcnftigen Vorschlag anzuh\u00f6ren. \u201eIch f\u00fchre die Debatte komplett ohne Schaum vor dem Mund.\u201c <\/p>\n<p>Aber wenn die Wirtschaft und damit die Steuereinnahmen nicht stark genug anspringen, wenn sich nicht genug Subventionen finden, an die beide Seiten ran wollten, dann sei f\u00fcr ihn aber auch klar, woher die fehlenden Mittel kommen m\u00fcssten: \u201eEs kann nicht sein, dass man bei denen, die wenig haben, sagt, ihr gebt jetzt noch ein bisschen was ab, und bei denen, die viel haben, sagt, ihr m\u00fcsst nichts machen.\u201c Dass es gerecht zugehe in diesem Land, treibe auch verm\u00f6gende B\u00fcrger und solche mit hohen Einkommen um. Er treffe immer mehr Leute, die ihm sagten, dass sie bereit w\u00e4ren, mehr zu machen. <\/p>\n<p>Als Kronzeugen f\u00fcr die eigene Sache pr\u00e4sentierte er zudem zwei Kabinettskollegen, n\u00e4mlich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Der eine wolle eine Digitalsteuer einf\u00fchren, die andere eine zus\u00e4tzliche Abgabe im Rahmen der Kraftwerkstrategie. \u201eEs gibt also durchaus Ideen auf der Unionsseite, was man machen kann\u201c, sagte Klingbeil von der kleinen B\u00fchnen im Ministergarten herunter.<\/p>\n<p>Zu einer \u00fcberraschenden, weil so gar nicht sozialdemokratisch klingenden Antwort, brachte ein zehnj\u00e4hriger Junge den Finanzminister dann doch noch. Ob die Regierung nicht auch daf\u00fcr sorgen m\u00fcsse, dass Deutschland weniger Schulden habe, lautete die Frage. Jetzt m\u00fcsse ein \u201erichtiger Schluck aus der Pulle\u201c genommen werden, um das Land zu modernisieren, erwiderte Klingbeil. Doch dann \u201ewerden wir auch wieder rangehen und werden die Schulden abbezahlen, die wir jetzt machen.\u201c Das sei wichtig f\u00fcr die n\u00e4chste Generation. <\/p>\n<p>Bei der Union wird man den Finanzminister an diese Worte bei den anstehenden Haushaltsberatungen und der Diskussion \u00fcber eine dauerhafte Lockerung der Schuldenbremse sicherlich gerne erinnern.<\/p>\n<p><b><em>Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>\u201eBusiness Insider Deutschland\u201c<\/em><\/b><\/a><b><em>.<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/karsten-seibel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/karsten-seibel\/\"><b><em>Karsten Seibel<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 14. und letzte Frage an Lars Klingbeil (SPD) kam von der Moderatorin. Ob es einen Herbst der Reformen geben soll, wie ihn Kanzler Friedrich (CDU) angek\u00fcndigt hatte, wollte sie von ihm wissen. \u201eEr muss\u201c, sagte der Finanzminister am Ende des B\u00fcrgerdialogs am Tag der offenen T\u00fcr auf der B\u00fchne im Ministeriumsgarten. 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Dazu geh\u00f6rten auch Reformen der sozialen Sicherungssysteme.In den 45 Minuten zuvor hatte Klingbeil mit seinen Antworten auf B\u00fcrgerfragen allerdings vor allem eines deutlich gemacht: Wie schwierig es wird, dass sich CDU, CSU einerseits und SPD andererseits tats\u00e4chlich auf grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderungen zur St\u00e4rkung des Landes werden einigen k\u00f6nnen.Zwar betonte Klingbeil an einer Stelle, dass er diesen B\u00fcrgerdialog nicht zu einem \u201e\u00f6ffentlichen Showdown\u201c mit dem Kanzler machen wolle. Doch zumindest legte er die Basis f\u00fcr einen solchen. Etwa wenn er sagte: \u201eWir m\u00fcssen gucken, dass wir nicht den Sozialstaat kaputt machen.\u201c Der Satz konnte nur als Gegenrede auf eine Aussage des Kanzlers vom Vortag verstanden werden. Merz hatte auf dem nieders\u00e4chsischen CDU-Landesparteitag in Osnabr\u00fcck gesagt: \u201eDer Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar.\u201c Er zielte dabei ausdr\u00fccklich auf das B\u00fcrgergeld ab. Und Merz ging noch weiter: Er mache den Empf\u00e4ngern keine Vorw\u00fcrfe, sondern eher der Politik, gerade wegen der Leistungen an Millionen sogenannter Aufstocker, die neben einem geringen Gehalt noch Zusch\u00fcsse bez\u00f6gen. \u201eDiejenigen, die f\u00fcr 530 Euro im Monat arbeiten, denen muss man doch mal die Frage stellen, warum k\u00f6nnen die nicht auch f\u00fcr 2000 Euro im Monat arbeiten?\u201c Man wolle das B\u00fcrgergeld so \u00e4ndern, dass es sinnvoller sei, wieder in den regul\u00e4ren Arbeitsmarkt zur\u00fcckzukehren, sagte der CDU-Vorsitzende.Klingbeil warnte dagegen nicht nur davor, den Sozialstaat zu zerst\u00f6ren. Nat\u00fcrlich gebe es das Problem mit den 18.000 Totalverweigerern \u2013 die wom\u00f6glich noch dazu schwarz arbeiteten. Dieser Missbrauch m\u00fcsse Konsequenzen haben, dies m\u00fcsse geahndet werden. Aber man m\u00fcsse auch mehr \u00fcber die 800.000 Leute reden, die im B\u00fcrgergeld seien, weil das Geld nicht reiche, obwohl sie arbeiten gingen. Das sei ein gesellschaftlicher Skandal. \u201eIch m\u00f6chte erst mal, und das ist als Sozialdemokrat mein Hauptanspruch, ich m\u00f6chte, dass Leute, die flei\u00dfig sind, einen vern\u00fcnftigen Lohn haben, dass sie Respekt f\u00fcr ihre Arbeit bekommen und davon gut leben k\u00f6nnen\u201c, sagte der Finanzminister und Vizekanzler.Seit Wochen schon bewegt sich Klingbeil auf diesem schmalen kommunikativen Grat: In Richtung der eigenen Partei positioniert er sich als Verteidiger des Sozialstaats und erweckt dabei gerne den Eindruck, dass jeder, der staatliche Leistungen hinterfragt, das gesamte Sozialsystem infrage stellt. In Richtung der Union signalisiert er dagegen Reformbereitschaft und Sparwillen \u2013 nicht dass am Ende jemand behaupten kann, am Unwillen der Sozialdemokraten scheitern Ver\u00e4nderungen. Reparaturen am Sozialsystem\u201eIch bin v\u00f6llig bei Ihnen, wir m\u00fcssen die Dinge ver\u00e4ndern und wir m\u00fcssen da jetzt richtig ran, damit wir dieses Land zukunftsf\u00e4hig halten\u201c, gab Klingbeil einem Fragesteller recht, dass es mit kleineren Reparaturarbeiten am Sozialsystem angesichts der ausufernden Kosten nicht getan sein kann. Gerade gehe es ihm vor allem um das Problem, wie die 30 Milliarden-Euro-L\u00fccke im Bundeshaushalt f\u00fcr 2027 geschlossen werden kann. Er sei bereit, sich jeden vern\u00fcnftigen Vorschlag anzuh\u00f6ren. \u201eIch f\u00fchre die Debatte komplett ohne Schaum vor dem Mund.\u201c Aber wenn die Wirtschaft und damit die Steuereinnahmen nicht stark genug anspringen, wenn sich nicht genug Subventionen finden, an die beide Seiten ran wollten, dann sei f\u00fcr ihn aber auch klar, woher die fehlenden Mittel kommen m\u00fcssten: \u201eEs kann nicht sein, dass man bei denen, die wenig haben, sagt, ihr gebt jetzt noch ein bisschen was ab, und bei denen, die viel haben, sagt, ihr m\u00fcsst nichts machen.\u201c Dass es gerecht zugehe in diesem Land, treibe auch verm\u00f6gende B\u00fcrger und solche mit hohen Einkommen um. Er treffe immer mehr Leute, die ihm sagten, dass sie bereit w\u00e4ren, mehr zu machen. Als Kronzeugen f\u00fcr die eigene Sache pr\u00e4sentierte er zudem zwei Kabinettskollegen, n\u00e4mlich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Der eine wolle eine Digitalsteuer einf\u00fchren, die andere eine zus\u00e4tzliche Abgabe im Rahmen der Kraftwerkstrategie. \u201eEs gibt also durchaus Ideen auf der Unionsseite, was man machen kann\u201c, sagte Klingbeil von der kleinen B\u00fchnen im Ministergarten herunter.Zu einer \u00fcberraschenden, weil so gar nicht sozialdemokratisch klingenden Antwort, brachte ein zehnj\u00e4hriger Junge den Finanzminister dann doch noch. Ob die Regierung nicht auch daf\u00fcr sorgen m\u00fcsse, dass Deutschland weniger Schulden habe, lautete die Frage. Jetzt m\u00fcsse ein \u201erichtiger Schluck aus der Pulle\u201c genommen werden, um das Land zu modernisieren, erwiderte Klingbeil. Doch dann \u201ewerden wir auch wieder rangehen und werden die Schulden abbezahlen, die wir jetzt machen.\u201c Das sei wichtig f\u00fcr die n\u00e4chste Generation. Bei der Union wird man den Finanzminister an diese Worte bei den anstehenden Haushaltsberatungen und der Diskussion \u00fcber eine dauerhafte Lockerung der Schuldenbremse sicherlich gerne erinnern.Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201c.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. 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Es m\u00fcsse richtig etwas passieren, nicht nur im Herbst, sondern auch in den Monaten danach, es m\u00fcsse Reformen geben, die \u201eunser Land st\u00e4rker machen\u201c. Dazu geh\u00f6rten auch Reformen der sozialen Sicherungssysteme.In den 45 Minuten zuvor hatte Klingbeil mit seinen Antworten auf B\u00fcrgerfragen allerdings vor allem eines deutlich gemacht: Wie schwierig es wird, dass sich CDU, CSU einerseits und SPD andererseits tats\u00e4chlich auf grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderungen zur St\u00e4rkung des Landes werden einigen k\u00f6nnen.Zwar betonte Klingbeil an einer Stelle, dass er diesen B\u00fcrgerdialog nicht zu einem \u201e\u00f6ffentlichen Showdown\u201c mit dem Kanzler machen wolle. Doch zumindest legte er die Basis f\u00fcr einen solchen. Etwa wenn er sagte: \u201eWir m\u00fcssen gucken, dass wir nicht den Sozialstaat kaputt machen.\u201c Der Satz konnte nur als Gegenrede auf eine Aussage des Kanzlers vom Vortag verstanden werden. Merz hatte auf dem nieders\u00e4chsischen CDU-Landesparteitag in Osnabr\u00fcck gesagt: \u201eDer Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar.\u201c Er zielte dabei ausdr\u00fccklich auf das B\u00fcrgergeld ab. Und Merz ging noch weiter: Er mache den Empf\u00e4ngern keine Vorw\u00fcrfe, sondern eher der Politik, gerade wegen der Leistungen an Millionen sogenannter Aufstocker, die neben einem geringen Gehalt noch Zusch\u00fcsse bez\u00f6gen. \u201eDiejenigen, die f\u00fcr 530 Euro im Monat arbeiten, denen muss man doch mal die Frage stellen, warum k\u00f6nnen die nicht auch f\u00fcr 2000 Euro im Monat arbeiten?\u201c Man wolle das B\u00fcrgergeld so \u00e4ndern, dass es sinnvoller sei, wieder in den regul\u00e4ren Arbeitsmarkt zur\u00fcckzukehren, sagte der CDU-Vorsitzende.Klingbeil warnte dagegen nicht nur davor, den Sozialstaat zu zerst\u00f6ren. Nat\u00fcrlich gebe es das Problem mit den 18.000 Totalverweigerern \u2013 die wom\u00f6glich noch dazu schwarz arbeiteten. Dieser Missbrauch m\u00fcsse Konsequenzen haben, dies m\u00fcsse geahndet werden. Aber man m\u00fcsse auch mehr \u00fcber die 800.000 Leute reden, die im B\u00fcrgergeld seien, weil das Geld nicht reiche, obwohl sie arbeiten gingen. Das sei ein gesellschaftlicher Skandal. \u201eIch m\u00f6chte erst mal, und das ist als Sozialdemokrat mein Hauptanspruch, ich m\u00f6chte, dass Leute, die flei\u00dfig sind, einen vern\u00fcnftigen Lohn haben, dass sie Respekt f\u00fcr ihre Arbeit bekommen und davon gut leben k\u00f6nnen\u201c, sagte der Finanzminister und Vizekanzler.Seit Wochen schon bewegt sich Klingbeil auf diesem schmalen kommunikativen Grat: In Richtung der eigenen Partei positioniert er sich als Verteidiger des Sozialstaats und erweckt dabei gerne den Eindruck, dass jeder, der staatliche Leistungen hinterfragt, das gesamte Sozialsystem infrage stellt. In Richtung der Union signalisiert er dagegen Reformbereitschaft und Sparwillen \u2013 nicht dass am Ende jemand behaupten kann, am Unwillen der Sozialdemokraten scheitern Ver\u00e4nderungen. Reparaturen am Sozialsystem\u201eIch bin v\u00f6llig bei Ihnen, wir m\u00fcssen die Dinge ver\u00e4ndern und wir m\u00fcssen da jetzt richtig ran, damit wir dieses Land zukunftsf\u00e4hig halten\u201c, gab Klingbeil einem Fragesteller recht, dass es mit kleineren Reparaturarbeiten am Sozialsystem angesichts der ausufernden Kosten nicht getan sein kann. Gerade gehe es ihm vor allem um das Problem, wie die 30 Milliarden-Euro-L\u00fccke im Bundeshaushalt f\u00fcr 2027 geschlossen werden kann. Er sei bereit, sich jeden vern\u00fcnftigen Vorschlag anzuh\u00f6ren. \u201eIch f\u00fchre die Debatte komplett ohne Schaum vor dem Mund.\u201c Aber wenn die Wirtschaft und damit die Steuereinnahmen nicht stark genug anspringen, wenn sich nicht genug Subventionen finden, an die beide Seiten ran wollten, dann sei f\u00fcr ihn aber auch klar, woher die fehlenden Mittel kommen m\u00fcssten: \u201eEs kann nicht sein, dass man bei denen, die wenig haben, sagt, ihr gebt jetzt noch ein bisschen was ab, und bei denen, die viel haben, sagt, ihr m\u00fcsst nichts machen.\u201c Dass es gerecht zugehe in diesem Land, treibe auch verm\u00f6gende B\u00fcrger und solche mit hohen Einkommen um. Er treffe immer mehr Leute, die ihm sagten, dass sie bereit w\u00e4ren, mehr zu machen. Als Kronzeugen f\u00fcr die eigene Sache pr\u00e4sentierte er zudem zwei Kabinettskollegen, n\u00e4mlich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Der eine wolle eine Digitalsteuer einf\u00fchren, die andere eine zus\u00e4tzliche Abgabe im Rahmen der Kraftwerkstrategie. \u201eEs gibt also durchaus Ideen auf der Unionsseite, was man machen kann\u201c, sagte Klingbeil von der kleinen B\u00fchnen im Ministergarten herunter.Zu einer \u00fcberraschenden, weil so gar nicht sozialdemokratisch klingenden Antwort, brachte ein zehnj\u00e4hriger Junge den Finanzminister dann doch noch. Ob die Regierung nicht auch daf\u00fcr sorgen m\u00fcsse, dass Deutschland weniger Schulden habe, lautete die Frage. Jetzt m\u00fcsse ein \u201erichtiger Schluck aus der Pulle\u201c genommen werden, um das Land zu modernisieren, erwiderte Klingbeil. 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In Richtung der Union signalisiert er dagegen Reformbereitschaft und Sparwillen \u2013 nicht dass am Ende jemand behaupten kann, am Unwillen der Sozialdemokraten scheitern Ver\u00e4nderungen. Reparaturen am Sozialsystem\u201eIch bin v\u00f6llig bei Ihnen, wir m\u00fcssen die Dinge ver\u00e4ndern und wir m\u00fcssen da jetzt richtig ran, damit wir dieses Land zukunftsf\u00e4hig halten\u201c, gab Klingbeil einem Fragesteller recht, dass es mit kleineren Reparaturarbeiten am Sozialsystem angesichts der ausufernden Kosten nicht getan sein kann. Gerade gehe es ihm vor allem um das Problem, wie die 30 Milliarden-Euro-L\u00fccke im Bundeshaushalt f\u00fcr 2027 geschlossen werden kann. Er sei bereit, sich jeden vern\u00fcnftigen Vorschlag anzuh\u00f6ren. \u201eIch f\u00fchre die Debatte komplett ohne Schaum vor dem Mund.\u201c Aber wenn die Wirtschaft und damit die Steuereinnahmen nicht stark genug anspringen, wenn sich nicht genug Subventionen finden, an die beide Seiten ran wollten, dann sei f\u00fcr ihn aber auch klar, woher die fehlenden Mittel kommen m\u00fcssten: \u201eEs kann nicht sein, dass man bei denen, die wenig haben, sagt, ihr gebt jetzt noch ein bisschen was ab, und bei denen, die viel haben, sagt, ihr m\u00fcsst nichts machen.\u201c Dass es gerecht zugehe in diesem Land, treibe auch verm\u00f6gende B\u00fcrger und solche mit hohen Einkommen um. Er treffe immer mehr Leute, die ihm sagten, dass sie bereit w\u00e4ren, mehr zu machen. Als Kronzeugen f\u00fcr die eigene Sache pr\u00e4sentierte er zudem zwei Kabinettskollegen, n\u00e4mlich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Der eine wolle eine Digitalsteuer einf\u00fchren, die andere eine zus\u00e4tzliche Abgabe im Rahmen der Kraftwerkstrategie. \u201eEs gibt also durchaus Ideen auf der Unionsseite, was man machen kann\u201c, sagte Klingbeil von der kleinen B\u00fchnen im Ministergarten herunter.Zu einer \u00fcberraschenden, weil so gar nicht sozialdemokratisch klingenden Antwort, brachte ein zehnj\u00e4hriger Junge den Finanzminister dann doch noch. Ob die Regierung nicht auch daf\u00fcr sorgen m\u00fcsse, dass Deutschland weniger Schulden habe, lautete die Frage. Jetzt m\u00fcsse ein \u201erichtiger Schluck aus der Pulle\u201c genommen werden, um das Land zu modernisieren, erwiderte Klingbeil. 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Nat\u00fcrlich gebe es das Problem mit den 18.000 Totalverweigerern \u2013 die wom\u00f6glich noch dazu schwarz arbeiteten. Dieser Missbrauch m\u00fcsse Konsequenzen haben, dies m\u00fcsse geahndet werden. Aber man m\u00fcsse auch mehr \u00fcber die 800.000 Leute reden, die im B\u00fcrgergeld seien, weil das Geld nicht reiche, obwohl sie arbeiten gingen. Das sei ein gesellschaftlicher Skandal. \u201eIch m\u00f6chte erst mal, und das ist als Sozialdemokrat mein Hauptanspruch, ich m\u00f6chte, dass Leute, die flei\u00dfig sind, einen vern\u00fcnftigen Lohn haben, dass sie Respekt f\u00fcr ihre Arbeit bekommen und davon gut leben k\u00f6nnen\u201c, sagte der Finanzminister und Vizekanzler.Seit Wochen schon bewegt sich Klingbeil auf diesem schmalen kommunikativen Grat: In Richtung der eigenen Partei positioniert er sich als Verteidiger des Sozialstaats und erweckt dabei gerne den Eindruck, dass jeder, der staatliche Leistungen hinterfragt, das gesamte Sozialsystem infrage stellt. In Richtung der Union signalisiert er dagegen Reformbereitschaft und Sparwillen \u2013 nicht dass am Ende jemand behaupten kann, am Unwillen der Sozialdemokraten scheitern Ver\u00e4nderungen. Reparaturen am Sozialsystem\u201eIch bin v\u00f6llig bei Ihnen, wir m\u00fcssen die Dinge ver\u00e4ndern und wir m\u00fcssen da jetzt richtig ran, damit wir dieses Land zukunftsf\u00e4hig halten\u201c, gab Klingbeil einem Fragesteller recht, dass es mit kleineren Reparaturarbeiten am Sozialsystem angesichts der ausufernden Kosten nicht getan sein kann. Gerade gehe es ihm vor allem um das Problem, wie die 30 Milliarden-Euro-L\u00fccke im Bundeshaushalt f\u00fcr 2027 geschlossen werden kann. 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Als Kronzeugen f\u00fcr die eigene Sache pr\u00e4sentierte er zudem zwei Kabinettskollegen, n\u00e4mlich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Der eine wolle eine Digitalsteuer einf\u00fchren, die andere eine zus\u00e4tzliche Abgabe im Rahmen der Kraftwerkstrategie. \u201eEs gibt also durchaus Ideen auf der Unionsseite, was man machen kann\u201c, sagte Klingbeil von der kleinen B\u00fchnen im Ministergarten herunter.Zu einer \u00fcberraschenden, weil so gar nicht sozialdemokratisch klingenden Antwort, brachte ein zehnj\u00e4hriger Junge den Finanzminister dann doch noch. Ob die Regierung nicht auch daf\u00fcr sorgen m\u00fcsse, dass Deutschland weniger Schulden habe, lautete die Frage. Jetzt m\u00fcsse ein \u201erichtiger Schluck aus der Pulle\u201c genommen werden, um das Land zu modernisieren, erwiderte Klingbeil. 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Ob es einen Herbst der Reformen geben soll, wie ihn Kanzler Friedrich (CDU) angek\u00fcndigt hatte, wollte sie von ihm wissen. \u201eEr muss\u201c, sagte der Finanzminister am Ende des B\u00fcrgerdialogs am Tag der offenen T\u00fcr auf der B\u00fchne im Ministeriumsgarten.Es w\u00e4re doch furchtbar, f\u00fcgte Klingbeil hinzu, wenn die Bundesregierung nach vier Monaten sagen w\u00fcrde, jetzt haben wir genug gemacht, jetzt h\u00f6ren wir auf. Es m\u00fcsse richtig etwas passieren, nicht nur im Herbst, sondern auch in den Monaten danach, es m\u00fcsse Reformen geben, die \u201eunser Land st\u00e4rker machen\u201c. Dazu geh\u00f6rten auch Reformen der sozialen Sicherungssysteme.In den 45 Minuten zuvor hatte Klingbeil mit seinen Antworten auf B\u00fcrgerfragen allerdings vor allem eines deutlich gemacht: Wie schwierig es wird, dass sich CDU, CSU einerseits und SPD andererseits tats\u00e4chlich auf grunds\u00e4tzliche Ver\u00e4nderungen zur St\u00e4rkung des Landes werden einigen k\u00f6nnen.Zwar betonte Klingbeil an einer Stelle, dass er diesen B\u00fcrgerdialog nicht zu einem \u201e\u00f6ffentlichen Showdown\u201c mit dem Kanzler machen wolle. Doch zumindest legte er die Basis f\u00fcr einen solchen. Etwa wenn er sagte: \u201eWir m\u00fcssen gucken, dass wir nicht den Sozialstaat kaputt machen.\u201c Der Satz konnte nur als Gegenrede auf eine Aussage des Kanzlers vom Vortag verstanden werden. Merz hatte auf dem nieders\u00e4chsischen CDU-Landesparteitag in Osnabr\u00fcck gesagt: \u201eDer Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar.\u201c Er zielte dabei ausdr\u00fccklich auf das B\u00fcrgergeld ab. Und Merz ging noch weiter: Er mache den Empf\u00e4ngern keine Vorw\u00fcrfe, sondern eher der Politik, gerade wegen der Leistungen an Millionen sogenannter Aufstocker, die neben einem geringen Gehalt noch Zusch\u00fcsse bez\u00f6gen. \u201eDiejenigen, die f\u00fcr 530 Euro im Monat arbeiten, denen muss man doch mal die Frage stellen, warum k\u00f6nnen die nicht auch f\u00fcr 2000 Euro im Monat arbeiten?\u201c Man wolle das B\u00fcrgergeld so \u00e4ndern, dass es sinnvoller sei, wieder in den regul\u00e4ren Arbeitsmarkt zur\u00fcckzukehren, sagte der CDU-Vorsitzende.Klingbeil warnte dagegen nicht nur davor, den Sozialstaat zu zerst\u00f6ren. Nat\u00fcrlich gebe es das Problem mit den 18.000 Totalverweigerern \u2013 die wom\u00f6glich noch dazu schwarz arbeiteten. Dieser Missbrauch m\u00fcsse Konsequenzen haben, dies m\u00fcsse geahndet werden. Aber man m\u00fcsse auch mehr \u00fcber die 800.000 Leute reden, die im B\u00fcrgergeld seien, weil das Geld nicht reiche, obwohl sie arbeiten gingen. Das sei ein gesellschaftlicher Skandal. \u201eIch m\u00f6chte erst mal, und das ist als Sozialdemokrat mein Hauptanspruch, ich m\u00f6chte, dass Leute, die flei\u00dfig sind, einen vern\u00fcnftigen Lohn haben, dass sie Respekt f\u00fcr ihre Arbeit bekommen und davon gut leben k\u00f6nnen\u201c, sagte der Finanzminister und Vizekanzler.Seit Wochen schon bewegt sich Klingbeil auf diesem schmalen kommunikativen Grat: In Richtung der eigenen Partei positioniert er sich als Verteidiger des Sozialstaats und erweckt dabei gerne den Eindruck, dass jeder, der staatliche Leistungen hinterfragt, das gesamte Sozialsystem infrage stellt. In Richtung der Union signalisiert er dagegen Reformbereitschaft und Sparwillen \u2013 nicht dass am Ende jemand behaupten kann, am Unwillen der Sozialdemokraten scheitern Ver\u00e4nderungen. Reparaturen am Sozialsystem\u201eIch bin v\u00f6llig bei Ihnen, wir m\u00fcssen die Dinge ver\u00e4ndern und wir m\u00fcssen da jetzt richtig ran, damit wir dieses Land zukunftsf\u00e4hig halten\u201c, gab Klingbeil einem Fragesteller recht, dass es mit kleineren Reparaturarbeiten am Sozialsystem angesichts der ausufernden Kosten nicht getan sein kann. Gerade gehe es ihm vor allem um das Problem, wie die 30 Milliarden-Euro-L\u00fccke im Bundeshaushalt f\u00fcr 2027 geschlossen werden kann. Er sei bereit, sich jeden vern\u00fcnftigen Vorschlag anzuh\u00f6ren. \u201eIch f\u00fchre die Debatte komplett ohne Schaum vor dem Mund.\u201c Aber wenn die Wirtschaft und damit die Steuereinnahmen nicht stark genug anspringen, wenn sich nicht genug Subventionen finden, an die beide Seiten ran wollten, dann sei f\u00fcr ihn aber auch klar, woher die fehlenden Mittel kommen m\u00fcssten: \u201eEs kann nicht sein, dass man bei denen, die wenig haben, sagt, ihr gebt jetzt noch ein bisschen was ab, und bei denen, die viel haben, sagt, ihr m\u00fcsst nichts machen.\u201c Dass es gerecht zugehe in diesem Land, treibe auch verm\u00f6gende B\u00fcrger und solche mit hohen Einkommen um. Er treffe immer mehr Leute, die ihm sagten, dass sie bereit w\u00e4ren, mehr zu machen. Als Kronzeugen f\u00fcr die eigene Sache pr\u00e4sentierte er zudem zwei Kabinettskollegen, n\u00e4mlich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) und die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Der eine wolle eine Digitalsteuer einf\u00fchren, die andere eine zus\u00e4tzliche Abgabe im Rahmen der Kraftwerkstrategie. \u201eEs gibt also durchaus Ideen auf der Unionsseite, was man machen kann\u201c, sagte Klingbeil von der kleinen B\u00fchnen im Ministergarten herunter.Zu einer \u00fcberraschenden, weil so gar nicht sozialdemokratisch klingenden Antwort, brachte ein zehnj\u00e4hriger Junge den Finanzminister dann doch noch. Ob die Regierung nicht auch daf\u00fcr sorgen m\u00fcsse, dass Deutschland weniger Schulden habe, lautete die Frage. Jetzt m\u00fcsse ein \u201erichtiger Schluck aus der Pulle\u201c genommen werden, um das Land zu modernisieren, erwiderte Klingbeil. Doch dann \u201ewerden wir auch wieder rangehen und werden die Schulden abbezahlen, die wir jetzt machen.\u201c Das sei wichtig f\u00fcr die n\u00e4chste Generation. Bei der Union wird man den Finanzminister an diese Worte bei den anstehenden Haushaltsberatungen und der Diskussion \u00fcber eine dauerhafte Lockerung der Schuldenbremse sicherlich gerne erinnern.Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201c.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. 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