{"id":264503,"date":"2025-08-13T17:26:07","date_gmt":"2025-08-13T14:26:07","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/"},"modified":"2025-08-13T17:26:37","modified_gmt":"2025-08-13T14:26:37","slug":"katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/","title":{"rendered":"\u201eKatastrophendemenz\u201c \u2013 So schlecht sind Deutschlands St\u00e4dte auf die Hitze vorbereitet"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als 30 Grad im Schatten \u2013 f\u00fcr manche endlich ein richtiger Sommertag, f\u00fcr andere wird die Hitze aber zur t\u00f6dlichen Bedrohung: Allein in den vergangenen zwei Sommern starben jeweils etwa 3000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze. Betroffen waren vor allem Menschen \u00fcber 75 Jahre mit Vorerkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge. Das fanden Forscher des Umweltbundesamts (UBA) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) in einer Anfang Juni <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/presse\/pressemitteilungen\/umweltbundesamt-veroeffentlicht-studie-zu\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/presse\/pressemitteilungen\/umweltbundesamt-veroeffentlicht-studie-zu\">ver\u00f6ffentlichte Studie<\/a> heraus.<\/p>\n<p>\u00dcber vier Jahre arbeiteten sie daran, eben jene Zahl zu pr\u00e4zisieren. Sie macht einmal mehr deutlich: Hitze ist keine abstrakte Bedrohung mehr \u2013 sie fordert hierzulande l\u00e4ngst Menschenleben. <\/p>\n<p>Besonders gef\u00e4hrlich wird es in St\u00e4dten. Dort stauen sich die Temperaturen, Betonh\u00e4user, Stra\u00dfenasphalt und versiegelte Pl\u00e4tze speichern die W\u00e4rme \u2013 sogenannte W\u00e4rmeinseln entstehen. Zugleich gibt es wenig Gr\u00fcn mit schattigen R\u00fcckzugsorten. Die Folge: In urbanen Gebieten ist die Sterblichkeit durch Hitze laut RKI-Studie deutlich h\u00f6her als auf dem Land, besonders in West- und S\u00fcddeutschland.<\/p>\n<h3>\u201eKatastrophendemenz\u201c nach jeder Hitzewelle<\/h3>\n<p>Doch ausgerechnet dort, wo die Hitzebelastung am h\u00f6chsten ist, fehlt vielerorts noch immer die Antwort. In deutschen St\u00e4dten und Kommunen hat der Prozess der Klimaanpassung oft erst begonnen. Svenja Binz, Architektin, am Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), warnt im Gespr\u00e4ch mit WELT: \u201eNach jedem Extremereignis gibt es kurzzeitig Interesse \u2013 doch dann setzt die Katastrophendemenz wieder ein. Deshalb sind unsere St\u00e4dte nicht gut ger\u00fcstet f\u00fcr Hitzeereignisse \u2013 und schon gar nicht f\u00fcr die in der Zukunft.\u201c<\/p>\n<p>Was also tun gegen aufgeheizte St\u00e4dte? Immerhin gehen Experten davon aus, dass die Zahl hei\u00dfer Tage pro Jahr in Zukunft zunehmen wird. <\/p>\n<p>Frankreich macht es bereits vor. Das Land hat schon vor mehr als zwanzig Jahren einen nationalen Hitzeschutzplan etabliert. Tritt die h\u00f6chste Alarmstufe ein, die in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst bestimmt wird, gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Polizei und kommunalen Vertretern.  <\/p>\n<p>Zudem m\u00fcssen Pflege- und Altenheime laut Gesetz selbst Hitze-Krisenpl\u00e4ne entwickeln, mindestens einen klimatisierten Gemeinschaftsraum, aber auch Personal f\u00fcr Hitzewellen vorhalten. <\/p>\n<p>Und auch Unternehmen werden in die Pflicht genommen: Ab dem 1. Juli m\u00fcssen sie laut einer neuen Verordnung bestimmte Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten besser zu sch\u00fctzen. Sie m\u00fcssen Schutzkleidung und  frisches Trinkwasser bereitstellen, aber auch Arbeitszeiten so anpassen, dass Mitarbeiter keiner intensiven Hitze ausgesetzt sind. Wer sich nicht an die Verordnung h\u00e4lt, dem drohen Strafen bis zu 10.000 Euro je betroffenem Mitarbeiter.  <\/p>\n<p>Doch Deutschland ist nicht wie Frankreich ein Zentralstaat, in dem man auf Bundesebene verpflichtende Vorgaben f\u00fcr Hitzepl\u00e4ne machen kann. Noch gibt es in Deutschland keine einheitlichen Vorgaben f\u00fcr L\u00e4nder und Kommunen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Zwar wollte die ehemalige Bauministerin Klara Geywitz (SPD) das \u00e4ndern: Mit einer Reform des \u201eGesetzes zur St\u00e4rkung der integrierten Stadtentwicklung\u201c (BauGB) sollten Kommunen dazu verpflichtet werden, Klimarisiken wie Hitze und Starkregen in ihre Bauplanung einzubeziehen \u2013 etwa \u00fcber verpflichtende Klimaanpassungskonzepte. Am Ende blieb es jedoch lediglich bei einem \u00c4nderungsentwurf \u2013 gestoppt vom Ende der Ampel-Koalition. <\/p>\n<p>Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch. Die aktuelle Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will mit ihrer neuen Reform des Bauplanungsrechts auch die Klimaanpassung in St\u00e4dten forcieren. Schon im laufenden Jahr will sie zudem die F\u00f6rdergelder f\u00fcr den St\u00e4dtebau in H\u00f6he von 790 Millionen Euro bereitstellen und sp\u00e4ter erh\u00f6hen. \u201eBis 2029 verdoppeln wir die Mittel f\u00fcr die St\u00e4dtebauf\u00f6rderung schrittweise auf 1,58 Milliarden Euro, damit mehr Gr\u00fcn entstehen, versiegelte Fl\u00e4chen reduziert und Wasser in der Stadt besser gespeichert werden kann\u201c, sagt Hubertz dem <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland-wird-immer-warmer-was-die-politik-gegen-hitze-in-den-stadten-unternehmen-will-13957514.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland-wird-immer-warmer-was-die-politik-gegen-hitze-in-den-stadten-unternehmen-will-13957514.html\">\u201eTagesspiegel\u201c<\/a> Anfang Juli.<\/p>\n<p>Wie n\u00f6tig das ist, zeigen aktuelle Zahlen des \u201eZentrum Klimaanpassung\u201c (ZKA) am Deutschen Institut f\u00fcr Urbanistik (Difu). Bundesweit z\u00e4hlt dieses lediglich 40 beschlossene Hitzepl\u00e4ne in Kommunen,  die umgesetzt werden k\u00f6nnen. In der Regel in gr\u00f6\u00dferen und mittleren St\u00e4dten. Zwar gibt es auch Bundesl\u00e4nder, die einen Hitzeaktionsplan f\u00fcr das ganze Land haben, wie Brandenburg oder Hessen, sowie St\u00e4dte, die auch ohne Hitzeaktionsplan aktiv sind. Trotzdem wirkt die Zahl der existierenden Hitzepl\u00e4ne angesichts von rund 11.000 Kommunen in Deutschland gering. <\/p>\n<p>Die Einsch\u00e4tzung von Andrea Fischer-Hotzel, Leiterin des ZKA, f\u00e4llt deshalb eindeutig aus: \u201eDeutlich weniger Kommunen haben einen funktionsf\u00e4higen Hitzeaktionsplan, als es n\u00f6tig w\u00e4re\u201c, sagt sie. Der Hauptgrund, warum diese oft nicht vorhanden sind?  \u201eSt\u00e4dte haben kein Geld und kein Personal daf\u00fcr\u201c, so Fischer-Hotzel. Gro\u00dfst\u00e4dte seien in der Regel weiter in der Klimaanpassung als die kleineren St\u00e4dte und Gemeinden, weil sie mehr Ressourcen h\u00e4ttet und diese flexibler einsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>\u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg\u201c<\/h3>\n<p>Im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUKN) ber\u00e4t das Zentrum deshalb seit 2021 Kommunen bei Themen wie der strategischen Klima-Anpassung, der entsprechenden Finanzierung, F\u00f6rderung oder bei der Planung und dem Bau. Allein in diesem Jahr gab es \u2013 Stand Anfang Juli \u2013 bereits 535 Beratungen, \u00e4hnlich hoch wie in den Vorjahren. Vor allem die Teilnehmerzahlen bei Webinaren sind in der Vergangenheit jedoch stark angestiegen. Waren es anfangs noch 50 Teilnehmer, sind es inzwischen oft 150.   <\/p>\n<p>Geht es nach Svenja Binz vom Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung, darf es aber nicht nur bei Beratung bleiben. F\u00fcr die Architektin ist klar, St\u00e4dte m\u00fcssen langfristiger beim Bauen planen und nicht allein auf kurzfristige L\u00f6sungen gegen hohe Temperaturen setzen. \u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg, um sich an Hitze anzupassen\u201c, sagt sie. Auch, weil damit viel Energie verbraucht wird. \u201eStattdessen\u201c, argumentiert Binz,  \u201esollten eher die Bauweisen hitzeangepasster werden durch au\u00dfenliegende Verschattung oder Begr\u00fcnung\u201c. Zum Beispiel habe ein Baum eine K\u00fchlwirkung wie zehn Klimaanlagen. <\/p>\n<p>Das Problem ist bislang: Oft wird Klimaanpassung beim Bau erst am Ende ber\u00fccksichtigt. \u201eHitzeschutz kommt oft erst in der Ausf\u00fchrungsplanung \u2013 und damit viel zu sp\u00e4t, weil die wichtigen Entscheidungen am Anfang eines Planungsprozesses getroffen werden\u201c, kritisiert Binz. Darunter f\u00e4llt zum Beispiel die Bauweise, die bereits in den fr\u00fchen Phasen des Baus festgelegt wird. Bestehen tragende W\u00e4nde oder Decken aus Beton, k\u00f6nnen sie W\u00e4rme speichern und diese langsam wieder abgeben. Sie wirken hitzemildernd. <\/p>\n<p>Wichtig ist laut der Architektin aber nicht nur auf Neubauten zu achten, sondern auch auf bestehende Geb\u00e4ude, bei denen beim Thema Hitze nachgebessert werden muss. Sie sagt: \u201eGeb\u00e4ude, die heute den Mindeststandard beim Hitzeschutz erf\u00fcllen, funktionieren im Jahr 2045 nicht mehr, wenn der Klimawandel weiter wie bisher voranschreitet.\u201c<\/p>\n<p>Gerade bei \u00f6ffentlichen Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Schulen sind Investitionen daher von gro\u00dfer Bedeutung, glaubt auch Fischer-Hotzel: \u201eSchulen sind oft alt und marode. Die meisten Schulh\u00f6fe sind hoch versiegelt. Solange der Sanierungsstau anh\u00e4lt, bleiben solche Geb\u00e4ude Hitzefallen \u2013 das ist kein neues Problem.\u201c Helfen k\u00f6nnten hier Gelder aus dem k\u00fcrzlich eingerichteten Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung f\u00fcr Infrastruktur. <\/p>\n<p>Was aber, wenn die Gelder nicht ausreichen und Investitionen in die Klimaanpassung nicht weiter zunehmen? \u201eEs klingt nach Katastrophenstimmung, aber wenn wir nichts tun, werden wir immer verletzlicher und die Kosten steigen\u201c, sagt Fischer-Hotzel. <\/p>\n<p><p><b><em>Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201e<\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"http:\/\/www.businessinsider.de\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"http:\/\/www.businessinsider.de\"><b><em>Business Insider Deutschland<\/em><\/b><\/a><b><em>\u201c<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/joana-lehner\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/joana-lehner\/\"><em><b>Joana Lehner<\/b><\/em><\/a><em><b> berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.<\/b><\/em><\/p>\n<\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201e<\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"http:\/\/www.businessinsider.de\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"http:\/\/www.businessinsider.de\"><b><em>Business Insider Deutschland<\/em><\/b><\/a><b><em>\u201c<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/joana-lehner\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/joana-lehner\/\"><em><b>Joana Lehner<\/b><\/em><\/a><em><b> berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.<\/b><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 30 Grad im Schatten \u2013 f\u00fcr manche endlich ein richtiger Sommertag, f\u00fcr andere wird die Hitze aber zur t\u00f6dlichen Bedrohung: Allein in den vergangenen zwei Sommern starben jeweils etwa 3000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze. 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Das Land hat schon vor mehr als zwanzig Jahren einen nationalen Hitzeschutzplan etabliert. Tritt die h\u00f6chste Alarmstufe ein, die in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst bestimmt wird, gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Polizei und kommunalen Vertretern. Zudem m\u00fcssen Pflege- und Altenheime laut Gesetz selbst Hitze-Krisenpl\u00e4ne entwickeln, mindestens einen klimatisierten Gemeinschaftsraum, aber auch Personal f\u00fcr Hitzewellen vorhalten. Und auch Unternehmen werden in die Pflicht genommen: Ab dem 1. Juli m\u00fcssen sie laut einer neuen Verordnung bestimmte Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten besser zu sch\u00fctzen. Sie m\u00fcssen Schutzkleidung und frisches Trinkwasser bereitstellen, aber auch Arbeitszeiten so anpassen, dass Mitarbeiter keiner intensiven Hitze ausgesetzt sind. Wer sich nicht an die Verordnung h\u00e4lt, dem drohen Strafen bis zu 10.000 Euro je betroffenem Mitarbeiter. Doch Deutschland ist nicht wie Frankreich ein Zentralstaat, in dem man auf Bundesebene verpflichtende Vorgaben f\u00fcr Hitzepl\u00e4ne machen kann. Noch gibt es in Deutschland keine einheitlichen Vorgaben f\u00fcr L\u00e4nder und Kommunen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Zwar wollte die ehemalige Bauministerin Klara Geywitz (SPD) das \u00e4ndern: Mit einer Reform des \u201eGesetzes zur St\u00e4rkung der integrierten Stadtentwicklung\u201c (BauGB) sollten Kommunen dazu verpflichtet werden, Klimarisiken wie Hitze und Starkregen in ihre Bauplanung einzubeziehen \u2013 etwa \u00fcber verpflichtende Klimaanpassungskonzepte. Am Ende blieb es jedoch lediglich bei einem \u00c4nderungsentwurf \u2013 gestoppt vom Ende der Ampel-Koalition. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch. Die aktuelle Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will mit ihrer neuen Reform des Bauplanungsrechts auch die Klimaanpassung in St\u00e4dten forcieren. Schon im laufenden Jahr will sie zudem die F\u00f6rdergelder f\u00fcr den St\u00e4dtebau in H\u00f6he von 790 Millionen Euro bereitstellen und sp\u00e4ter erh\u00f6hen. \u201eBis 2029 verdoppeln wir die Mittel f\u00fcr die St\u00e4dtebauf\u00f6rderung schrittweise auf 1,58 Milliarden Euro, damit mehr Gr\u00fcn entstehen, versiegelte Fl\u00e4chen reduziert und Wasser in der Stadt besser gespeichert werden kann\u201c, sagt Hubertz dem \u201eTagesspiegel\u201c Anfang Juli.Wie n\u00f6tig das ist, zeigen aktuelle Zahlen des \u201eZentrum Klimaanpassung\u201c (ZKA) am Deutschen Institut f\u00fcr Urbanistik (Difu). Bundesweit z\u00e4hlt dieses lediglich 40 beschlossene Hitzepl\u00e4ne in Kommunen, die umgesetzt werden k\u00f6nnen. In der Regel in gr\u00f6\u00dferen und mittleren St\u00e4dten. Zwar gibt es auch Bundesl\u00e4nder, die einen Hitzeaktionsplan f\u00fcr das ganze Land haben, wie Brandenburg oder Hessen, sowie St\u00e4dte, die auch ohne Hitzeaktionsplan aktiv sind. Trotzdem wirkt die Zahl der existierenden Hitzepl\u00e4ne angesichts von rund 11.000 Kommunen in Deutschland gering. Die Einsch\u00e4tzung von Andrea Fischer-Hotzel, Leiterin des ZKA, f\u00e4llt deshalb eindeutig aus: \u201eDeutlich weniger Kommunen haben einen funktionsf\u00e4higen Hitzeaktionsplan, als es n\u00f6tig w\u00e4re\u201c, sagt sie. Der Hauptgrund, warum diese oft nicht vorhanden sind? \u201eSt\u00e4dte haben kein Geld und kein Personal daf\u00fcr\u201c, so Fischer-Hotzel. Gro\u00dfst\u00e4dte seien in der Regel weiter in der Klimaanpassung als die kleineren St\u00e4dte und Gemeinden, weil sie mehr Ressourcen h\u00e4ttet und diese flexibler einsetzen k\u00f6nnen.\u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg\u201cIm Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUKN) ber\u00e4t das Zentrum deshalb seit 2021 Kommunen bei Themen wie der strategischen Klima-Anpassung, der entsprechenden Finanzierung, F\u00f6rderung oder bei der Planung und dem Bau. Allein in diesem Jahr gab es \u2013 Stand Anfang Juli \u2013 bereits 535 Beratungen, \u00e4hnlich hoch wie in den Vorjahren. Vor allem die Teilnehmerzahlen bei Webinaren sind in der Vergangenheit jedoch stark angestiegen. Waren es anfangs noch 50 Teilnehmer, sind es inzwischen oft 150.  Geht es nach Svenja Binz vom Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung, darf es aber nicht nur bei Beratung bleiben. F\u00fcr die Architektin ist klar, St\u00e4dte m\u00fcssen langfristiger beim Bauen planen und nicht allein auf kurzfristige L\u00f6sungen gegen hohe Temperaturen setzen. \u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg, um sich an Hitze anzupassen\u201c, sagt sie. Auch, weil damit viel Energie verbraucht wird. \u201eStattdessen\u201c, argumentiert Binz, \u201esollten eher die Bauweisen hitzeangepasster werden durch au\u00dfenliegende Verschattung oder Begr\u00fcnung\u201c. Zum Beispiel habe ein Baum eine K\u00fchlwirkung wie zehn Klimaanlagen. 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Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eKatastrophendemenz\u201c \u2013 So schlecht sind Deutschlands St\u00e4dte auf die Hitze vorbereitet - vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Mehr als 30 Grad im Schatten \u2013 f\u00fcr manche endlich ein richtiger Sommertag, f\u00fcr andere wird die Hitze aber zur t\u00f6dlichen Bedrohung: Allein in den vergangenen zwei Sommern starben jeweils etwa 3000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze. Betroffen waren vor allem Menschen \u00fcber 75 Jahre mit Vorerkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge. Das fanden Forscher des Umweltbundesamts (UBA) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) in einer Anfang Juni ver\u00f6ffentlichte Studie heraus.\u00dcber vier Jahre arbeiteten sie daran, eben jene Zahl zu pr\u00e4zisieren. Sie macht einmal mehr deutlich: Hitze ist keine abstrakte Bedrohung mehr \u2013 sie fordert hierzulande l\u00e4ngst Menschenleben. Besonders gef\u00e4hrlich wird es in St\u00e4dten. Dort stauen sich die Temperaturen, Betonh\u00e4user, Stra\u00dfenasphalt und versiegelte Pl\u00e4tze speichern die W\u00e4rme \u2013 sogenannte W\u00e4rmeinseln entstehen. Zugleich gibt es wenig Gr\u00fcn mit schattigen R\u00fcckzugsorten. Die Folge: In urbanen Gebieten ist die Sterblichkeit durch Hitze laut RKI-Studie deutlich h\u00f6her als auf dem Land, besonders in West- und S\u00fcddeutschland.\u201eKatastrophendemenz\u201c nach jeder HitzewelleDoch ausgerechnet dort, wo die Hitzebelastung am h\u00f6chsten ist, fehlt vielerorts noch immer die Antwort. In deutschen St\u00e4dten und Kommunen hat der Prozess der Klimaanpassung oft erst begonnen. Svenja Binz, Architektin, am Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), warnt im Gespr\u00e4ch mit WELT: \u201eNach jedem Extremereignis gibt es kurzzeitig Interesse \u2013 doch dann setzt die Katastrophendemenz wieder ein. Deshalb sind unsere St\u00e4dte nicht gut ger\u00fcstet f\u00fcr Hitzeereignisse \u2013 und schon gar nicht f\u00fcr die in der Zukunft.\u201cWas also tun gegen aufgeheizte St\u00e4dte? Immerhin gehen Experten davon aus, dass die Zahl hei\u00dfer Tage pro Jahr in Zukunft zunehmen wird. Frankreich macht es bereits vor. Das Land hat schon vor mehr als zwanzig Jahren einen nationalen Hitzeschutzplan etabliert. Tritt die h\u00f6chste Alarmstufe ein, die in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst bestimmt wird, gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Polizei und kommunalen Vertretern. Zudem m\u00fcssen Pflege- und Altenheime laut Gesetz selbst Hitze-Krisenpl\u00e4ne entwickeln, mindestens einen klimatisierten Gemeinschaftsraum, aber auch Personal f\u00fcr Hitzewellen vorhalten. Und auch Unternehmen werden in die Pflicht genommen: Ab dem 1. Juli m\u00fcssen sie laut einer neuen Verordnung bestimmte Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten besser zu sch\u00fctzen. Sie m\u00fcssen Schutzkleidung und frisches Trinkwasser bereitstellen, aber auch Arbeitszeiten so anpassen, dass Mitarbeiter keiner intensiven Hitze ausgesetzt sind. Wer sich nicht an die Verordnung h\u00e4lt, dem drohen Strafen bis zu 10.000 Euro je betroffenem Mitarbeiter. Doch Deutschland ist nicht wie Frankreich ein Zentralstaat, in dem man auf Bundesebene verpflichtende Vorgaben f\u00fcr Hitzepl\u00e4ne machen kann. Noch gibt es in Deutschland keine einheitlichen Vorgaben f\u00fcr L\u00e4nder und Kommunen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Zwar wollte die ehemalige Bauministerin Klara Geywitz (SPD) das \u00e4ndern: Mit einer Reform des \u201eGesetzes zur St\u00e4rkung der integrierten Stadtentwicklung\u201c (BauGB) sollten Kommunen dazu verpflichtet werden, Klimarisiken wie Hitze und Starkregen in ihre Bauplanung einzubeziehen \u2013 etwa \u00fcber verpflichtende Klimaanpassungskonzepte. Am Ende blieb es jedoch lediglich bei einem \u00c4nderungsentwurf \u2013 gestoppt vom Ende der Ampel-Koalition. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch. Die aktuelle Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will mit ihrer neuen Reform des Bauplanungsrechts auch die Klimaanpassung in St\u00e4dten forcieren. Schon im laufenden Jahr will sie zudem die F\u00f6rdergelder f\u00fcr den St\u00e4dtebau in H\u00f6he von 790 Millionen Euro bereitstellen und sp\u00e4ter erh\u00f6hen. \u201eBis 2029 verdoppeln wir die Mittel f\u00fcr die St\u00e4dtebauf\u00f6rderung schrittweise auf 1,58 Milliarden Euro, damit mehr Gr\u00fcn entstehen, versiegelte Fl\u00e4chen reduziert und Wasser in der Stadt besser gespeichert werden kann\u201c, sagt Hubertz dem \u201eTagesspiegel\u201c Anfang Juli.Wie n\u00f6tig das ist, zeigen aktuelle Zahlen des \u201eZentrum Klimaanpassung\u201c (ZKA) am Deutschen Institut f\u00fcr Urbanistik (Difu). Bundesweit z\u00e4hlt dieses lediglich 40 beschlossene Hitzepl\u00e4ne in Kommunen, die umgesetzt werden k\u00f6nnen. In der Regel in gr\u00f6\u00dferen und mittleren St\u00e4dten. Zwar gibt es auch Bundesl\u00e4nder, die einen Hitzeaktionsplan f\u00fcr das ganze Land haben, wie Brandenburg oder Hessen, sowie St\u00e4dte, die auch ohne Hitzeaktionsplan aktiv sind. Trotzdem wirkt die Zahl der existierenden Hitzepl\u00e4ne angesichts von rund 11.000 Kommunen in Deutschland gering. Die Einsch\u00e4tzung von Andrea Fischer-Hotzel, Leiterin des ZKA, f\u00e4llt deshalb eindeutig aus: \u201eDeutlich weniger Kommunen haben einen funktionsf\u00e4higen Hitzeaktionsplan, als es n\u00f6tig w\u00e4re\u201c, sagt sie. Der Hauptgrund, warum diese oft nicht vorhanden sind? \u201eSt\u00e4dte haben kein Geld und kein Personal daf\u00fcr\u201c, so Fischer-Hotzel. Gro\u00dfst\u00e4dte seien in der Regel weiter in der Klimaanpassung als die kleineren St\u00e4dte und Gemeinden, weil sie mehr Ressourcen h\u00e4ttet und diese flexibler einsetzen k\u00f6nnen.\u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg\u201cIm Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUKN) ber\u00e4t das Zentrum deshalb seit 2021 Kommunen bei Themen wie der strategischen Klima-Anpassung, der entsprechenden Finanzierung, F\u00f6rderung oder bei der Planung und dem Bau. Allein in diesem Jahr gab es \u2013 Stand Anfang Juli \u2013 bereits 535 Beratungen, \u00e4hnlich hoch wie in den Vorjahren. Vor allem die Teilnehmerzahlen bei Webinaren sind in der Vergangenheit jedoch stark angestiegen. Waren es anfangs noch 50 Teilnehmer, sind es inzwischen oft 150.  Geht es nach Svenja Binz vom Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung, darf es aber nicht nur bei Beratung bleiben. F\u00fcr die Architektin ist klar, St\u00e4dte m\u00fcssen langfristiger beim Bauen planen und nicht allein auf kurzfristige L\u00f6sungen gegen hohe Temperaturen setzen. \u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg, um sich an Hitze anzupassen\u201c, sagt sie. Auch, weil damit viel Energie verbraucht wird. \u201eStattdessen\u201c, argumentiert Binz, \u201esollten eher die Bauweisen hitzeangepasster werden durch au\u00dfenliegende Verschattung oder Begr\u00fcnung\u201c. Zum Beispiel habe ein Baum eine K\u00fchlwirkung wie zehn Klimaanlagen. Das Problem ist bislang: Oft wird Klimaanpassung beim Bau erst am Ende ber\u00fccksichtigt. \u201eHitzeschutz kommt oft erst in der Ausf\u00fchrungsplanung \u2013 und damit viel zu sp\u00e4t, weil die wichtigen Entscheidungen am Anfang eines Planungsprozesses getroffen werden\u201c, kritisiert Binz. Darunter f\u00e4llt zum Beispiel die Bauweise, die bereits in den fr\u00fchen Phasen des Baus festgelegt wird. Bestehen tragende W\u00e4nde oder Decken aus Beton, k\u00f6nnen sie W\u00e4rme speichern und diese langsam wieder abgeben. Sie wirken hitzemildernd. Wichtig ist laut der Architektin aber nicht nur auf Neubauten zu achten, sondern auch auf bestehende Geb\u00e4ude, bei denen beim Thema Hitze nachgebessert werden muss. Sie sagt: \u201eGeb\u00e4ude, die heute den Mindeststandard beim Hitzeschutz erf\u00fcllen, funktionieren im Jahr 2045 nicht mehr, wenn der Klimawandel weiter wie bisher voranschreitet.\u201cGerade bei \u00f6ffentlichen Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Schulen sind Investitionen daher von gro\u00dfer Bedeutung, glaubt auch Fischer-Hotzel: \u201eSchulen sind oft alt und marode. Die meisten Schulh\u00f6fe sind hoch versiegelt. Solange der Sanierungsstau anh\u00e4lt, bleiben solche Geb\u00e4ude Hitzefallen \u2013 das ist kein neues Problem.\u201c Helfen k\u00f6nnten hier Gelder aus dem k\u00fcrzlich eingerichteten Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung f\u00fcr Infrastruktur. Was aber, wenn die Gelder nicht ausreichen und Investitionen in die Klimaanpassung nicht weiter zunehmen? \u201eEs klingt nach Katastrophenstimmung, aber wenn wir nichts tun, werden wir immer verletzlicher und die Kosten steigen\u201c, sagt Fischer-Hotzel. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-08-13T14:26:07+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-08-13T14:26:37+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hitze-in-deutschland-berlin.webp\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"574\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/webp\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Author\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Author\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"6\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/\",\"name\":\"\u201eKatastrophendemenz\u201c \u2013 So schlecht sind Deutschlands St\u00e4dte auf die Hitze vorbereitet - vof-news.eu\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hitze-in-deutschland-berlin.webp\",\"datePublished\":\"2025-08-13T14:26:07+00:00\",\"dateModified\":\"2025-08-13T14:26:37+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed\"},\"description\":\"Mehr als 30 Grad im Schatten \u2013 f\u00fcr manche endlich ein richtiger Sommertag, f\u00fcr andere wird die Hitze aber zur t\u00f6dlichen Bedrohung: Allein in den vergangenen zwei Sommern starben jeweils etwa 3000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze. Betroffen waren vor allem Menschen \u00fcber 75 Jahre mit Vorerkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge. Das fanden Forscher des Umweltbundesamts (UBA) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) in einer Anfang Juni ver\u00f6ffentlichte Studie heraus.\u00dcber vier Jahre arbeiteten sie daran, eben jene Zahl zu pr\u00e4zisieren. Sie macht einmal mehr deutlich: Hitze ist keine abstrakte Bedrohung mehr \u2013 sie fordert hierzulande l\u00e4ngst Menschenleben. Besonders gef\u00e4hrlich wird es in St\u00e4dten. Dort stauen sich die Temperaturen, Betonh\u00e4user, Stra\u00dfenasphalt und versiegelte Pl\u00e4tze speichern die W\u00e4rme \u2013 sogenannte W\u00e4rmeinseln entstehen. Zugleich gibt es wenig Gr\u00fcn mit schattigen R\u00fcckzugsorten. Die Folge: In urbanen Gebieten ist die Sterblichkeit durch Hitze laut RKI-Studie deutlich h\u00f6her als auf dem Land, besonders in West- und S\u00fcddeutschland.\u201eKatastrophendemenz\u201c nach jeder HitzewelleDoch ausgerechnet dort, wo die Hitzebelastung am h\u00f6chsten ist, fehlt vielerorts noch immer die Antwort. In deutschen St\u00e4dten und Kommunen hat der Prozess der Klimaanpassung oft erst begonnen. Svenja Binz, Architektin, am Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), warnt im Gespr\u00e4ch mit WELT: \u201eNach jedem Extremereignis gibt es kurzzeitig Interesse \u2013 doch dann setzt die Katastrophendemenz wieder ein. Deshalb sind unsere St\u00e4dte nicht gut ger\u00fcstet f\u00fcr Hitzeereignisse \u2013 und schon gar nicht f\u00fcr die in der Zukunft.\u201cWas also tun gegen aufgeheizte St\u00e4dte? Immerhin gehen Experten davon aus, dass die Zahl hei\u00dfer Tage pro Jahr in Zukunft zunehmen wird. Frankreich macht es bereits vor. Das Land hat schon vor mehr als zwanzig Jahren einen nationalen Hitzeschutzplan etabliert. Tritt die h\u00f6chste Alarmstufe ein, die in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst bestimmt wird, gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Polizei und kommunalen Vertretern. Zudem m\u00fcssen Pflege- und Altenheime laut Gesetz selbst Hitze-Krisenpl\u00e4ne entwickeln, mindestens einen klimatisierten Gemeinschaftsraum, aber auch Personal f\u00fcr Hitzewellen vorhalten. Und auch Unternehmen werden in die Pflicht genommen: Ab dem 1. Juli m\u00fcssen sie laut einer neuen Verordnung bestimmte Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten besser zu sch\u00fctzen. Sie m\u00fcssen Schutzkleidung und frisches Trinkwasser bereitstellen, aber auch Arbeitszeiten so anpassen, dass Mitarbeiter keiner intensiven Hitze ausgesetzt sind. Wer sich nicht an die Verordnung h\u00e4lt, dem drohen Strafen bis zu 10.000 Euro je betroffenem Mitarbeiter. Doch Deutschland ist nicht wie Frankreich ein Zentralstaat, in dem man auf Bundesebene verpflichtende Vorgaben f\u00fcr Hitzepl\u00e4ne machen kann. Noch gibt es in Deutschland keine einheitlichen Vorgaben f\u00fcr L\u00e4nder und Kommunen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Zwar wollte die ehemalige Bauministerin Klara Geywitz (SPD) das \u00e4ndern: Mit einer Reform des \u201eGesetzes zur St\u00e4rkung der integrierten Stadtentwicklung\u201c (BauGB) sollten Kommunen dazu verpflichtet werden, Klimarisiken wie Hitze und Starkregen in ihre Bauplanung einzubeziehen \u2013 etwa \u00fcber verpflichtende Klimaanpassungskonzepte. Am Ende blieb es jedoch lediglich bei einem \u00c4nderungsentwurf \u2013 gestoppt vom Ende der Ampel-Koalition. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch. Die aktuelle Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will mit ihrer neuen Reform des Bauplanungsrechts auch die Klimaanpassung in St\u00e4dten forcieren. Schon im laufenden Jahr will sie zudem die F\u00f6rdergelder f\u00fcr den St\u00e4dtebau in H\u00f6he von 790 Millionen Euro bereitstellen und sp\u00e4ter erh\u00f6hen. \u201eBis 2029 verdoppeln wir die Mittel f\u00fcr die St\u00e4dtebauf\u00f6rderung schrittweise auf 1,58 Milliarden Euro, damit mehr Gr\u00fcn entstehen, versiegelte Fl\u00e4chen reduziert und Wasser in der Stadt besser gespeichert werden kann\u201c, sagt Hubertz dem \u201eTagesspiegel\u201c Anfang Juli.Wie n\u00f6tig das ist, zeigen aktuelle Zahlen des \u201eZentrum Klimaanpassung\u201c (ZKA) am Deutschen Institut f\u00fcr Urbanistik (Difu). Bundesweit z\u00e4hlt dieses lediglich 40 beschlossene Hitzepl\u00e4ne in Kommunen, die umgesetzt werden k\u00f6nnen. In der Regel in gr\u00f6\u00dferen und mittleren St\u00e4dten. Zwar gibt es auch Bundesl\u00e4nder, die einen Hitzeaktionsplan f\u00fcr das ganze Land haben, wie Brandenburg oder Hessen, sowie St\u00e4dte, die auch ohne Hitzeaktionsplan aktiv sind. Trotzdem wirkt die Zahl der existierenden Hitzepl\u00e4ne angesichts von rund 11.000 Kommunen in Deutschland gering. Die Einsch\u00e4tzung von Andrea Fischer-Hotzel, Leiterin des ZKA, f\u00e4llt deshalb eindeutig aus: \u201eDeutlich weniger Kommunen haben einen funktionsf\u00e4higen Hitzeaktionsplan, als es n\u00f6tig w\u00e4re\u201c, sagt sie. Der Hauptgrund, warum diese oft nicht vorhanden sind? \u201eSt\u00e4dte haben kein Geld und kein Personal daf\u00fcr\u201c, so Fischer-Hotzel. Gro\u00dfst\u00e4dte seien in der Regel weiter in der Klimaanpassung als die kleineren St\u00e4dte und Gemeinden, weil sie mehr Ressourcen h\u00e4ttet und diese flexibler einsetzen k\u00f6nnen.\u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg\u201cIm Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUKN) ber\u00e4t das Zentrum deshalb seit 2021 Kommunen bei Themen wie der strategischen Klima-Anpassung, der entsprechenden Finanzierung, F\u00f6rderung oder bei der Planung und dem Bau. Allein in diesem Jahr gab es \u2013 Stand Anfang Juli \u2013 bereits 535 Beratungen, \u00e4hnlich hoch wie in den Vorjahren. Vor allem die Teilnehmerzahlen bei Webinaren sind in der Vergangenheit jedoch stark angestiegen. Waren es anfangs noch 50 Teilnehmer, sind es inzwischen oft 150. Geht es nach Svenja Binz vom Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung, darf es aber nicht nur bei Beratung bleiben. F\u00fcr die Architektin ist klar, St\u00e4dte m\u00fcssen langfristiger beim Bauen planen und nicht allein auf kurzfristige L\u00f6sungen gegen hohe Temperaturen setzen. \u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg, um sich an Hitze anzupassen\u201c, sagt sie. Auch, weil damit viel Energie verbraucht wird. \u201eStattdessen\u201c, argumentiert Binz, \u201esollten eher die Bauweisen hitzeangepasster werden durch au\u00dfenliegende Verschattung oder Begr\u00fcnung\u201c. Zum Beispiel habe ein Baum eine K\u00fchlwirkung wie zehn Klimaanlagen. Das Problem ist bislang: Oft wird Klimaanpassung beim Bau erst am Ende ber\u00fccksichtigt. \u201eHitzeschutz kommt oft erst in der Ausf\u00fchrungsplanung \u2013 und damit viel zu sp\u00e4t, weil die wichtigen Entscheidungen am Anfang eines Planungsprozesses getroffen werden\u201c, kritisiert Binz. Darunter f\u00e4llt zum Beispiel die Bauweise, die bereits in den fr\u00fchen Phasen des Baus festgelegt wird. Bestehen tragende W\u00e4nde oder Decken aus Beton, k\u00f6nnen sie W\u00e4rme speichern und diese langsam wieder abgeben. Sie wirken hitzemildernd. Wichtig ist laut der Architektin aber nicht nur auf Neubauten zu achten, sondern auch auf bestehende Geb\u00e4ude, bei denen beim Thema Hitze nachgebessert werden muss. Sie sagt: \u201eGeb\u00e4ude, die heute den Mindeststandard beim Hitzeschutz erf\u00fcllen, funktionieren im Jahr 2045 nicht mehr, wenn der Klimawandel weiter wie bisher voranschreitet.\u201cGerade bei \u00f6ffentlichen Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Schulen sind Investitionen daher von gro\u00dfer Bedeutung, glaubt auch Fischer-Hotzel: \u201eSchulen sind oft alt und marode. Die meisten Schulh\u00f6fe sind hoch versiegelt. Solange der Sanierungsstau anh\u00e4lt, bleiben solche Geb\u00e4ude Hitzefallen \u2013 das ist kein neues Problem.\u201c Helfen k\u00f6nnten hier Gelder aus dem k\u00fcrzlich eingerichteten Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung f\u00fcr Infrastruktur. Was aber, wenn die Gelder nicht ausreichen und Investitionen in die Klimaanpassung nicht weiter zunehmen? \u201eEs klingt nach Katastrophenstimmung, aber wenn wir nichts tun, werden wir immer verletzlicher und die Kosten steigen\u201c, sagt Fischer-Hotzel. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hitze-in-deutschland-berlin.webp\",\"contentUrl\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hitze-in-deutschland-berlin.webp\",\"width\":1200,\"height\":574},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"\u201eKatastrophendemenz\u201c \u2013 So schlecht sind Deutschlands St\u00e4dte auf die Hitze vorbereitet\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/\",\"name\":\"vof-news.eu\",\"description\":\"\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed\",\"name\":\"Author\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Author\"},\"sameAs\":[\"http:\/\/vof-news.eu\"],\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"\u201eKatastrophendemenz\u201c \u2013 So schlecht sind Deutschlands St\u00e4dte auf die Hitze vorbereitet - vof-news.eu","description":"Mehr als 30 Grad im Schatten \u2013 f\u00fcr manche endlich ein richtiger Sommertag, f\u00fcr andere wird die Hitze aber zur t\u00f6dlichen Bedrohung: Allein in den vergangenen zwei Sommern starben jeweils etwa 3000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze. Betroffen waren vor allem Menschen \u00fcber 75 Jahre mit Vorerkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge. Das fanden Forscher des Umweltbundesamts (UBA) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) in einer Anfang Juni ver\u00f6ffentlichte Studie heraus.\u00dcber vier Jahre arbeiteten sie daran, eben jene Zahl zu pr\u00e4zisieren. Sie macht einmal mehr deutlich: Hitze ist keine abstrakte Bedrohung mehr \u2013 sie fordert hierzulande l\u00e4ngst Menschenleben. Besonders gef\u00e4hrlich wird es in St\u00e4dten. Dort stauen sich die Temperaturen, Betonh\u00e4user, Stra\u00dfenasphalt und versiegelte Pl\u00e4tze speichern die W\u00e4rme \u2013 sogenannte W\u00e4rmeinseln entstehen. Zugleich gibt es wenig Gr\u00fcn mit schattigen R\u00fcckzugsorten. Die Folge: In urbanen Gebieten ist die Sterblichkeit durch Hitze laut RKI-Studie deutlich h\u00f6her als auf dem Land, besonders in West- und S\u00fcddeutschland.\u201eKatastrophendemenz\u201c nach jeder HitzewelleDoch ausgerechnet dort, wo die Hitzebelastung am h\u00f6chsten ist, fehlt vielerorts noch immer die Antwort. In deutschen St\u00e4dten und Kommunen hat der Prozess der Klimaanpassung oft erst begonnen. Svenja Binz, Architektin, am Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), warnt im Gespr\u00e4ch mit WELT: \u201eNach jedem Extremereignis gibt es kurzzeitig Interesse \u2013 doch dann setzt die Katastrophendemenz wieder ein. Deshalb sind unsere St\u00e4dte nicht gut ger\u00fcstet f\u00fcr Hitzeereignisse \u2013 und schon gar nicht f\u00fcr die in der Zukunft.\u201cWas also tun gegen aufgeheizte St\u00e4dte? Immerhin gehen Experten davon aus, dass die Zahl hei\u00dfer Tage pro Jahr in Zukunft zunehmen wird. Frankreich macht es bereits vor. Das Land hat schon vor mehr als zwanzig Jahren einen nationalen Hitzeschutzplan etabliert. Tritt die h\u00f6chste Alarmstufe ein, die in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst bestimmt wird, gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Polizei und kommunalen Vertretern. Zudem m\u00fcssen Pflege- und Altenheime laut Gesetz selbst Hitze-Krisenpl\u00e4ne entwickeln, mindestens einen klimatisierten Gemeinschaftsraum, aber auch Personal f\u00fcr Hitzewellen vorhalten. Und auch Unternehmen werden in die Pflicht genommen: Ab dem 1. Juli m\u00fcssen sie laut einer neuen Verordnung bestimmte Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten besser zu sch\u00fctzen. Sie m\u00fcssen Schutzkleidung und frisches Trinkwasser bereitstellen, aber auch Arbeitszeiten so anpassen, dass Mitarbeiter keiner intensiven Hitze ausgesetzt sind. Wer sich nicht an die Verordnung h\u00e4lt, dem drohen Strafen bis zu 10.000 Euro je betroffenem Mitarbeiter. Doch Deutschland ist nicht wie Frankreich ein Zentralstaat, in dem man auf Bundesebene verpflichtende Vorgaben f\u00fcr Hitzepl\u00e4ne machen kann. Noch gibt es in Deutschland keine einheitlichen Vorgaben f\u00fcr L\u00e4nder und Kommunen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Zwar wollte die ehemalige Bauministerin Klara Geywitz (SPD) das \u00e4ndern: Mit einer Reform des \u201eGesetzes zur St\u00e4rkung der integrierten Stadtentwicklung\u201c (BauGB) sollten Kommunen dazu verpflichtet werden, Klimarisiken wie Hitze und Starkregen in ihre Bauplanung einzubeziehen \u2013 etwa \u00fcber verpflichtende Klimaanpassungskonzepte. Am Ende blieb es jedoch lediglich bei einem \u00c4nderungsentwurf \u2013 gestoppt vom Ende der Ampel-Koalition. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch. Die aktuelle Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will mit ihrer neuen Reform des Bauplanungsrechts auch die Klimaanpassung in St\u00e4dten forcieren. Schon im laufenden Jahr will sie zudem die F\u00f6rdergelder f\u00fcr den St\u00e4dtebau in H\u00f6he von 790 Millionen Euro bereitstellen und sp\u00e4ter erh\u00f6hen. \u201eBis 2029 verdoppeln wir die Mittel f\u00fcr die St\u00e4dtebauf\u00f6rderung schrittweise auf 1,58 Milliarden Euro, damit mehr Gr\u00fcn entstehen, versiegelte Fl\u00e4chen reduziert und Wasser in der Stadt besser gespeichert werden kann\u201c, sagt Hubertz dem \u201eTagesspiegel\u201c Anfang Juli.Wie n\u00f6tig das ist, zeigen aktuelle Zahlen des \u201eZentrum Klimaanpassung\u201c (ZKA) am Deutschen Institut f\u00fcr Urbanistik (Difu). Bundesweit z\u00e4hlt dieses lediglich 40 beschlossene Hitzepl\u00e4ne in Kommunen, die umgesetzt werden k\u00f6nnen. In der Regel in gr\u00f6\u00dferen und mittleren St\u00e4dten. Zwar gibt es auch Bundesl\u00e4nder, die einen Hitzeaktionsplan f\u00fcr das ganze Land haben, wie Brandenburg oder Hessen, sowie St\u00e4dte, die auch ohne Hitzeaktionsplan aktiv sind. Trotzdem wirkt die Zahl der existierenden Hitzepl\u00e4ne angesichts von rund 11.000 Kommunen in Deutschland gering. Die Einsch\u00e4tzung von Andrea Fischer-Hotzel, Leiterin des ZKA, f\u00e4llt deshalb eindeutig aus: \u201eDeutlich weniger Kommunen haben einen funktionsf\u00e4higen Hitzeaktionsplan, als es n\u00f6tig w\u00e4re\u201c, sagt sie. Der Hauptgrund, warum diese oft nicht vorhanden sind? \u201eSt\u00e4dte haben kein Geld und kein Personal daf\u00fcr\u201c, so Fischer-Hotzel. Gro\u00dfst\u00e4dte seien in der Regel weiter in der Klimaanpassung als die kleineren St\u00e4dte und Gemeinden, weil sie mehr Ressourcen h\u00e4ttet und diese flexibler einsetzen k\u00f6nnen.\u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg\u201cIm Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUKN) ber\u00e4t das Zentrum deshalb seit 2021 Kommunen bei Themen wie der strategischen Klima-Anpassung, der entsprechenden Finanzierung, F\u00f6rderung oder bei der Planung und dem Bau. Allein in diesem Jahr gab es \u2013 Stand Anfang Juli \u2013 bereits 535 Beratungen, \u00e4hnlich hoch wie in den Vorjahren. Vor allem die Teilnehmerzahlen bei Webinaren sind in der Vergangenheit jedoch stark angestiegen. Waren es anfangs noch 50 Teilnehmer, sind es inzwischen oft 150.  Geht es nach Svenja Binz vom Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung, darf es aber nicht nur bei Beratung bleiben. F\u00fcr die Architektin ist klar, St\u00e4dte m\u00fcssen langfristiger beim Bauen planen und nicht allein auf kurzfristige L\u00f6sungen gegen hohe Temperaturen setzen. \u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg, um sich an Hitze anzupassen\u201c, sagt sie. Auch, weil damit viel Energie verbraucht wird. \u201eStattdessen\u201c, argumentiert Binz, \u201esollten eher die Bauweisen hitzeangepasster werden durch au\u00dfenliegende Verschattung oder Begr\u00fcnung\u201c. Zum Beispiel habe ein Baum eine K\u00fchlwirkung wie zehn Klimaanlagen. Das Problem ist bislang: Oft wird Klimaanpassung beim Bau erst am Ende ber\u00fccksichtigt. \u201eHitzeschutz kommt oft erst in der Ausf\u00fchrungsplanung \u2013 und damit viel zu sp\u00e4t, weil die wichtigen Entscheidungen am Anfang eines Planungsprozesses getroffen werden\u201c, kritisiert Binz. Darunter f\u00e4llt zum Beispiel die Bauweise, die bereits in den fr\u00fchen Phasen des Baus festgelegt wird. Bestehen tragende W\u00e4nde oder Decken aus Beton, k\u00f6nnen sie W\u00e4rme speichern und diese langsam wieder abgeben. Sie wirken hitzemildernd. Wichtig ist laut der Architektin aber nicht nur auf Neubauten zu achten, sondern auch auf bestehende Geb\u00e4ude, bei denen beim Thema Hitze nachgebessert werden muss. Sie sagt: \u201eGeb\u00e4ude, die heute den Mindeststandard beim Hitzeschutz erf\u00fcllen, funktionieren im Jahr 2045 nicht mehr, wenn der Klimawandel weiter wie bisher voranschreitet.\u201cGerade bei \u00f6ffentlichen Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Schulen sind Investitionen daher von gro\u00dfer Bedeutung, glaubt auch Fischer-Hotzel: \u201eSchulen sind oft alt und marode. Die meisten Schulh\u00f6fe sind hoch versiegelt. Solange der Sanierungsstau anh\u00e4lt, bleiben solche Geb\u00e4ude Hitzefallen \u2013 das ist kein neues Problem.\u201c Helfen k\u00f6nnten hier Gelder aus dem k\u00fcrzlich eingerichteten Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung f\u00fcr Infrastruktur. Was aber, wenn die Gelder nicht ausreichen und Investitionen in die Klimaanpassung nicht weiter zunehmen? \u201eEs klingt nach Katastrophenstimmung, aber wenn wir nichts tun, werden wir immer verletzlicher und die Kosten steigen\u201c, sagt Fischer-Hotzel. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u201eKatastrophendemenz\u201c \u2013 So schlecht sind Deutschlands St\u00e4dte auf die Hitze vorbereitet - vof-news.eu","og_description":"Mehr als 30 Grad im Schatten \u2013 f\u00fcr manche endlich ein richtiger Sommertag, f\u00fcr andere wird die Hitze aber zur t\u00f6dlichen Bedrohung: Allein in den vergangenen zwei Sommern starben jeweils etwa 3000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze. Betroffen waren vor allem Menschen \u00fcber 75 Jahre mit Vorerkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge. Das fanden Forscher des Umweltbundesamts (UBA) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) in einer Anfang Juni ver\u00f6ffentlichte Studie heraus.\u00dcber vier Jahre arbeiteten sie daran, eben jene Zahl zu pr\u00e4zisieren. Sie macht einmal mehr deutlich: Hitze ist keine abstrakte Bedrohung mehr \u2013 sie fordert hierzulande l\u00e4ngst Menschenleben. Besonders gef\u00e4hrlich wird es in St\u00e4dten. Dort stauen sich die Temperaturen, Betonh\u00e4user, Stra\u00dfenasphalt und versiegelte Pl\u00e4tze speichern die W\u00e4rme \u2013 sogenannte W\u00e4rmeinseln entstehen. Zugleich gibt es wenig Gr\u00fcn mit schattigen R\u00fcckzugsorten. Die Folge: In urbanen Gebieten ist die Sterblichkeit durch Hitze laut RKI-Studie deutlich h\u00f6her als auf dem Land, besonders in West- und S\u00fcddeutschland.\u201eKatastrophendemenz\u201c nach jeder HitzewelleDoch ausgerechnet dort, wo die Hitzebelastung am h\u00f6chsten ist, fehlt vielerorts noch immer die Antwort. In deutschen St\u00e4dten und Kommunen hat der Prozess der Klimaanpassung oft erst begonnen. Svenja Binz, Architektin, am Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), warnt im Gespr\u00e4ch mit WELT: \u201eNach jedem Extremereignis gibt es kurzzeitig Interesse \u2013 doch dann setzt die Katastrophendemenz wieder ein. Deshalb sind unsere St\u00e4dte nicht gut ger\u00fcstet f\u00fcr Hitzeereignisse \u2013 und schon gar nicht f\u00fcr die in der Zukunft.\u201cWas also tun gegen aufgeheizte St\u00e4dte? Immerhin gehen Experten davon aus, dass die Zahl hei\u00dfer Tage pro Jahr in Zukunft zunehmen wird. Frankreich macht es bereits vor. Das Land hat schon vor mehr als zwanzig Jahren einen nationalen Hitzeschutzplan etabliert. Tritt die h\u00f6chste Alarmstufe ein, die in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst bestimmt wird, gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Polizei und kommunalen Vertretern. Zudem m\u00fcssen Pflege- und Altenheime laut Gesetz selbst Hitze-Krisenpl\u00e4ne entwickeln, mindestens einen klimatisierten Gemeinschaftsraum, aber auch Personal f\u00fcr Hitzewellen vorhalten. Und auch Unternehmen werden in die Pflicht genommen: Ab dem 1. Juli m\u00fcssen sie laut einer neuen Verordnung bestimmte Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten besser zu sch\u00fctzen. Sie m\u00fcssen Schutzkleidung und frisches Trinkwasser bereitstellen, aber auch Arbeitszeiten so anpassen, dass Mitarbeiter keiner intensiven Hitze ausgesetzt sind. Wer sich nicht an die Verordnung h\u00e4lt, dem drohen Strafen bis zu 10.000 Euro je betroffenem Mitarbeiter. Doch Deutschland ist nicht wie Frankreich ein Zentralstaat, in dem man auf Bundesebene verpflichtende Vorgaben f\u00fcr Hitzepl\u00e4ne machen kann. Noch gibt es in Deutschland keine einheitlichen Vorgaben f\u00fcr L\u00e4nder und Kommunen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Zwar wollte die ehemalige Bauministerin Klara Geywitz (SPD) das \u00e4ndern: Mit einer Reform des \u201eGesetzes zur St\u00e4rkung der integrierten Stadtentwicklung\u201c (BauGB) sollten Kommunen dazu verpflichtet werden, Klimarisiken wie Hitze und Starkregen in ihre Bauplanung einzubeziehen \u2013 etwa \u00fcber verpflichtende Klimaanpassungskonzepte. Am Ende blieb es jedoch lediglich bei einem \u00c4nderungsentwurf \u2013 gestoppt vom Ende der Ampel-Koalition. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch. Die aktuelle Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will mit ihrer neuen Reform des Bauplanungsrechts auch die Klimaanpassung in St\u00e4dten forcieren. Schon im laufenden Jahr will sie zudem die F\u00f6rdergelder f\u00fcr den St\u00e4dtebau in H\u00f6he von 790 Millionen Euro bereitstellen und sp\u00e4ter erh\u00f6hen. \u201eBis 2029 verdoppeln wir die Mittel f\u00fcr die St\u00e4dtebauf\u00f6rderung schrittweise auf 1,58 Milliarden Euro, damit mehr Gr\u00fcn entstehen, versiegelte Fl\u00e4chen reduziert und Wasser in der Stadt besser gespeichert werden kann\u201c, sagt Hubertz dem \u201eTagesspiegel\u201c Anfang Juli.Wie n\u00f6tig das ist, zeigen aktuelle Zahlen des \u201eZentrum Klimaanpassung\u201c (ZKA) am Deutschen Institut f\u00fcr Urbanistik (Difu). Bundesweit z\u00e4hlt dieses lediglich 40 beschlossene Hitzepl\u00e4ne in Kommunen, die umgesetzt werden k\u00f6nnen. In der Regel in gr\u00f6\u00dferen und mittleren St\u00e4dten. Zwar gibt es auch Bundesl\u00e4nder, die einen Hitzeaktionsplan f\u00fcr das ganze Land haben, wie Brandenburg oder Hessen, sowie St\u00e4dte, die auch ohne Hitzeaktionsplan aktiv sind. Trotzdem wirkt die Zahl der existierenden Hitzepl\u00e4ne angesichts von rund 11.000 Kommunen in Deutschland gering. Die Einsch\u00e4tzung von Andrea Fischer-Hotzel, Leiterin des ZKA, f\u00e4llt deshalb eindeutig aus: \u201eDeutlich weniger Kommunen haben einen funktionsf\u00e4higen Hitzeaktionsplan, als es n\u00f6tig w\u00e4re\u201c, sagt sie. Der Hauptgrund, warum diese oft nicht vorhanden sind? \u201eSt\u00e4dte haben kein Geld und kein Personal daf\u00fcr\u201c, so Fischer-Hotzel. Gro\u00dfst\u00e4dte seien in der Regel weiter in der Klimaanpassung als die kleineren St\u00e4dte und Gemeinden, weil sie mehr Ressourcen h\u00e4ttet und diese flexibler einsetzen k\u00f6nnen.\u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg\u201cIm Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUKN) ber\u00e4t das Zentrum deshalb seit 2021 Kommunen bei Themen wie der strategischen Klima-Anpassung, der entsprechenden Finanzierung, F\u00f6rderung oder bei der Planung und dem Bau. Allein in diesem Jahr gab es \u2013 Stand Anfang Juli \u2013 bereits 535 Beratungen, \u00e4hnlich hoch wie in den Vorjahren. Vor allem die Teilnehmerzahlen bei Webinaren sind in der Vergangenheit jedoch stark angestiegen. Waren es anfangs noch 50 Teilnehmer, sind es inzwischen oft 150.  Geht es nach Svenja Binz vom Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung, darf es aber nicht nur bei Beratung bleiben. F\u00fcr die Architektin ist klar, St\u00e4dte m\u00fcssen langfristiger beim Bauen planen und nicht allein auf kurzfristige L\u00f6sungen gegen hohe Temperaturen setzen. \u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg, um sich an Hitze anzupassen\u201c, sagt sie. Auch, weil damit viel Energie verbraucht wird. \u201eStattdessen\u201c, argumentiert Binz, \u201esollten eher die Bauweisen hitzeangepasster werden durch au\u00dfenliegende Verschattung oder Begr\u00fcnung\u201c. Zum Beispiel habe ein Baum eine K\u00fchlwirkung wie zehn Klimaanlagen. Das Problem ist bislang: Oft wird Klimaanpassung beim Bau erst am Ende ber\u00fccksichtigt. \u201eHitzeschutz kommt oft erst in der Ausf\u00fchrungsplanung \u2013 und damit viel zu sp\u00e4t, weil die wichtigen Entscheidungen am Anfang eines Planungsprozesses getroffen werden\u201c, kritisiert Binz. Darunter f\u00e4llt zum Beispiel die Bauweise, die bereits in den fr\u00fchen Phasen des Baus festgelegt wird. Bestehen tragende W\u00e4nde oder Decken aus Beton, k\u00f6nnen sie W\u00e4rme speichern und diese langsam wieder abgeben. Sie wirken hitzemildernd. Wichtig ist laut der Architektin aber nicht nur auf Neubauten zu achten, sondern auch auf bestehende Geb\u00e4ude, bei denen beim Thema Hitze nachgebessert werden muss. Sie sagt: \u201eGeb\u00e4ude, die heute den Mindeststandard beim Hitzeschutz erf\u00fcllen, funktionieren im Jahr 2045 nicht mehr, wenn der Klimawandel weiter wie bisher voranschreitet.\u201cGerade bei \u00f6ffentlichen Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Schulen sind Investitionen daher von gro\u00dfer Bedeutung, glaubt auch Fischer-Hotzel: \u201eSchulen sind oft alt und marode. Die meisten Schulh\u00f6fe sind hoch versiegelt. Solange der Sanierungsstau anh\u00e4lt, bleiben solche Geb\u00e4ude Hitzefallen \u2013 das ist kein neues Problem.\u201c Helfen k\u00f6nnten hier Gelder aus dem k\u00fcrzlich eingerichteten Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung f\u00fcr Infrastruktur. Was aber, wenn die Gelder nicht ausreichen und Investitionen in die Klimaanpassung nicht weiter zunehmen? \u201eEs klingt nach Katastrophenstimmung, aber wenn wir nichts tun, werden wir immer verletzlicher und die Kosten steigen\u201c, sagt Fischer-Hotzel. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.","og_url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/","og_site_name":"vof-news.eu","article_published_time":"2025-08-13T14:26:07+00:00","article_modified_time":"2025-08-13T14:26:37+00:00","og_image":[{"width":1200,"height":574,"url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hitze-in-deutschland-berlin.webp","type":"image\/webp"}],"author":"Author","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Author","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"6\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/","name":"\u201eKatastrophendemenz\u201c \u2013 So schlecht sind Deutschlands St\u00e4dte auf die Hitze vorbereitet - vof-news.eu","isPartOf":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hitze-in-deutschland-berlin.webp","datePublished":"2025-08-13T14:26:07+00:00","dateModified":"2025-08-13T14:26:37+00:00","author":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed"},"description":"Mehr als 30 Grad im Schatten \u2013 f\u00fcr manche endlich ein richtiger Sommertag, f\u00fcr andere wird die Hitze aber zur t\u00f6dlichen Bedrohung: Allein in den vergangenen zwei Sommern starben jeweils etwa 3000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze. Betroffen waren vor allem Menschen \u00fcber 75 Jahre mit Vorerkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge. Das fanden Forscher des Umweltbundesamts (UBA) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) in einer Anfang Juni ver\u00f6ffentlichte Studie heraus.\u00dcber vier Jahre arbeiteten sie daran, eben jene Zahl zu pr\u00e4zisieren. Sie macht einmal mehr deutlich: Hitze ist keine abstrakte Bedrohung mehr \u2013 sie fordert hierzulande l\u00e4ngst Menschenleben. Besonders gef\u00e4hrlich wird es in St\u00e4dten. Dort stauen sich die Temperaturen, Betonh\u00e4user, Stra\u00dfenasphalt und versiegelte Pl\u00e4tze speichern die W\u00e4rme \u2013 sogenannte W\u00e4rmeinseln entstehen. Zugleich gibt es wenig Gr\u00fcn mit schattigen R\u00fcckzugsorten. Die Folge: In urbanen Gebieten ist die Sterblichkeit durch Hitze laut RKI-Studie deutlich h\u00f6her als auf dem Land, besonders in West- und S\u00fcddeutschland.\u201eKatastrophendemenz\u201c nach jeder HitzewelleDoch ausgerechnet dort, wo die Hitzebelastung am h\u00f6chsten ist, fehlt vielerorts noch immer die Antwort. In deutschen St\u00e4dten und Kommunen hat der Prozess der Klimaanpassung oft erst begonnen. Svenja Binz, Architektin, am Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), warnt im Gespr\u00e4ch mit WELT: \u201eNach jedem Extremereignis gibt es kurzzeitig Interesse \u2013 doch dann setzt die Katastrophendemenz wieder ein. Deshalb sind unsere St\u00e4dte nicht gut ger\u00fcstet f\u00fcr Hitzeereignisse \u2013 und schon gar nicht f\u00fcr die in der Zukunft.\u201cWas also tun gegen aufgeheizte St\u00e4dte? Immerhin gehen Experten davon aus, dass die Zahl hei\u00dfer Tage pro Jahr in Zukunft zunehmen wird. Frankreich macht es bereits vor. Das Land hat schon vor mehr als zwanzig Jahren einen nationalen Hitzeschutzplan etabliert. Tritt die h\u00f6chste Alarmstufe ein, die in Zusammenarbeit mit dem Wetterdienst bestimmt wird, gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Polizei und kommunalen Vertretern. Zudem m\u00fcssen Pflege- und Altenheime laut Gesetz selbst Hitze-Krisenpl\u00e4ne entwickeln, mindestens einen klimatisierten Gemeinschaftsraum, aber auch Personal f\u00fcr Hitzewellen vorhalten. Und auch Unternehmen werden in die Pflicht genommen: Ab dem 1. Juli m\u00fcssen sie laut einer neuen Verordnung bestimmte Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten besser zu sch\u00fctzen. Sie m\u00fcssen Schutzkleidung und frisches Trinkwasser bereitstellen, aber auch Arbeitszeiten so anpassen, dass Mitarbeiter keiner intensiven Hitze ausgesetzt sind. Wer sich nicht an die Verordnung h\u00e4lt, dem drohen Strafen bis zu 10.000 Euro je betroffenem Mitarbeiter. Doch Deutschland ist nicht wie Frankreich ein Zentralstaat, in dem man auf Bundesebene verpflichtende Vorgaben f\u00fcr Hitzepl\u00e4ne machen kann. Noch gibt es in Deutschland keine einheitlichen Vorgaben f\u00fcr L\u00e4nder und Kommunen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Zwar wollte die ehemalige Bauministerin Klara Geywitz (SPD) das \u00e4ndern: Mit einer Reform des \u201eGesetzes zur St\u00e4rkung der integrierten Stadtentwicklung\u201c (BauGB) sollten Kommunen dazu verpflichtet werden, Klimarisiken wie Hitze und Starkregen in ihre Bauplanung einzubeziehen \u2013 etwa \u00fcber verpflichtende Klimaanpassungskonzepte. Am Ende blieb es jedoch lediglich bei einem \u00c4nderungsentwurf \u2013 gestoppt vom Ende der Ampel-Koalition. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch. Die aktuelle Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will mit ihrer neuen Reform des Bauplanungsrechts auch die Klimaanpassung in St\u00e4dten forcieren. Schon im laufenden Jahr will sie zudem die F\u00f6rdergelder f\u00fcr den St\u00e4dtebau in H\u00f6he von 790 Millionen Euro bereitstellen und sp\u00e4ter erh\u00f6hen. \u201eBis 2029 verdoppeln wir die Mittel f\u00fcr die St\u00e4dtebauf\u00f6rderung schrittweise auf 1,58 Milliarden Euro, damit mehr Gr\u00fcn entstehen, versiegelte Fl\u00e4chen reduziert und Wasser in der Stadt besser gespeichert werden kann\u201c, sagt Hubertz dem \u201eTagesspiegel\u201c Anfang Juli.Wie n\u00f6tig das ist, zeigen aktuelle Zahlen des \u201eZentrum Klimaanpassung\u201c (ZKA) am Deutschen Institut f\u00fcr Urbanistik (Difu). Bundesweit z\u00e4hlt dieses lediglich 40 beschlossene Hitzepl\u00e4ne in Kommunen, die umgesetzt werden k\u00f6nnen. In der Regel in gr\u00f6\u00dferen und mittleren St\u00e4dten. Zwar gibt es auch Bundesl\u00e4nder, die einen Hitzeaktionsplan f\u00fcr das ganze Land haben, wie Brandenburg oder Hessen, sowie St\u00e4dte, die auch ohne Hitzeaktionsplan aktiv sind. Trotzdem wirkt die Zahl der existierenden Hitzepl\u00e4ne angesichts von rund 11.000 Kommunen in Deutschland gering. Die Einsch\u00e4tzung von Andrea Fischer-Hotzel, Leiterin des ZKA, f\u00e4llt deshalb eindeutig aus: \u201eDeutlich weniger Kommunen haben einen funktionsf\u00e4higen Hitzeaktionsplan, als es n\u00f6tig w\u00e4re\u201c, sagt sie. Der Hauptgrund, warum diese oft nicht vorhanden sind? \u201eSt\u00e4dte haben kein Geld und kein Personal daf\u00fcr\u201c, so Fischer-Hotzel. Gro\u00dfst\u00e4dte seien in der Regel weiter in der Klimaanpassung als die kleineren St\u00e4dte und Gemeinden, weil sie mehr Ressourcen h\u00e4ttet und diese flexibler einsetzen k\u00f6nnen.\u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg\u201cIm Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUKN) ber\u00e4t das Zentrum deshalb seit 2021 Kommunen bei Themen wie der strategischen Klima-Anpassung, der entsprechenden Finanzierung, F\u00f6rderung oder bei der Planung und dem Bau. Allein in diesem Jahr gab es \u2013 Stand Anfang Juli \u2013 bereits 535 Beratungen, \u00e4hnlich hoch wie in den Vorjahren. Vor allem die Teilnehmerzahlen bei Webinaren sind in der Vergangenheit jedoch stark angestiegen. Waren es anfangs noch 50 Teilnehmer, sind es inzwischen oft 150. Geht es nach Svenja Binz vom Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung, darf es aber nicht nur bei Beratung bleiben. F\u00fcr die Architektin ist klar, St\u00e4dte m\u00fcssen langfristiger beim Bauen planen und nicht allein auf kurzfristige L\u00f6sungen gegen hohe Temperaturen setzen. \u201eKlassische Klimaanlagen sind der letzte Ausweg, um sich an Hitze anzupassen\u201c, sagt sie. Auch, weil damit viel Energie verbraucht wird. \u201eStattdessen\u201c, argumentiert Binz, \u201esollten eher die Bauweisen hitzeangepasster werden durch au\u00dfenliegende Verschattung oder Begr\u00fcnung\u201c. Zum Beispiel habe ein Baum eine K\u00fchlwirkung wie zehn Klimaanlagen. Das Problem ist bislang: Oft wird Klimaanpassung beim Bau erst am Ende ber\u00fccksichtigt. \u201eHitzeschutz kommt oft erst in der Ausf\u00fchrungsplanung \u2013 und damit viel zu sp\u00e4t, weil die wichtigen Entscheidungen am Anfang eines Planungsprozesses getroffen werden\u201c, kritisiert Binz. Darunter f\u00e4llt zum Beispiel die Bauweise, die bereits in den fr\u00fchen Phasen des Baus festgelegt wird. Bestehen tragende W\u00e4nde oder Decken aus Beton, k\u00f6nnen sie W\u00e4rme speichern und diese langsam wieder abgeben. Sie wirken hitzemildernd. Wichtig ist laut der Architektin aber nicht nur auf Neubauten zu achten, sondern auch auf bestehende Geb\u00e4ude, bei denen beim Thema Hitze nachgebessert werden muss. Sie sagt: \u201eGeb\u00e4ude, die heute den Mindeststandard beim Hitzeschutz erf\u00fcllen, funktionieren im Jahr 2045 nicht mehr, wenn der Klimawandel weiter wie bisher voranschreitet.\u201cGerade bei \u00f6ffentlichen Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Schulen sind Investitionen daher von gro\u00dfer Bedeutung, glaubt auch Fischer-Hotzel: \u201eSchulen sind oft alt und marode. Die meisten Schulh\u00f6fe sind hoch versiegelt. Solange der Sanierungsstau anh\u00e4lt, bleiben solche Geb\u00e4ude Hitzefallen \u2013 das ist kein neues Problem.\u201c Helfen k\u00f6nnten hier Gelder aus dem k\u00fcrzlich eingerichteten Sonderverm\u00f6gen der Bundesregierung f\u00fcr Infrastruktur. Was aber, wenn die Gelder nicht ausreichen und Investitionen in die Klimaanpassung nicht weiter zunehmen? \u201eEs klingt nach Katastrophenstimmung, aber wenn wir nichts tun, werden wir immer verletzlicher und die Kosten steigen\u201c, sagt Fischer-Hotzel. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201cJoana Lehner berichtet als Wirtschaftsredakteurin f\u00fcr WELT, Business Insider und Politico \u00fcber Energie-Themen.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hitze-in-deutschland-berlin.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hitze-in-deutschland-berlin.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/katastrophendemenz-so-schlecht-sind-deutschlands-stadte-auf-die-hitze-vorbereitet\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"\u201eKatastrophendemenz\u201c \u2013 So schlecht sind Deutschlands St\u00e4dte auf die Hitze vorbereitet"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264503","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=264503"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264503\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":264510,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264503\/revisions\/264510"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/264504"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264503"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=264503"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=264503"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}